Für Journalisten, die tagesaktuell arbeiten, ist es üblich, am Abend einer wichtigen Wahl nicht nur das Ergebnis zu vermelden, sondern auch eine erste Bewertung vorzunehmen. Das mache ich üblicherweise Zeit meines Journalistenlebens auch so. Gestern allerdings nicht.
Ich habe bis zum frühen Morgen gewartet, weil ich gedacht habe, da muss doch jetzt noch irgendwas kommen nach diesem Ergebnis in Sachsen-Anhalt. Und ich hatte gehofft, dass, wenn mein Wecker um 4.30 Uhr klingelt, die Meldung vom Rücktritt des Parteichefs und Bundeskanzlers Friedrich Merz bereits im Orbit kreist.
Doch nichts dergleichen
Anscheinend glaubt man in der verbliebenen CDU-Wagenburg, man könne das Wahldesaster mit einem Stimmenverlust von 19,9 Prozent irgendwie aussitzen und verkünden, dass es jetzt aber so richtig losgeht mit den Reformen in Berlin.
Das wird nicht passieren. Dieses Mal nicht, wahrscheinlich überhaupt nicht mehr.
Zeit meines Lebens habe ich mich als Christdemokrat verstanden, bis 2009 habe ich aus meiner Erinnerung nicht ein einziges Mal bei einer Wahl irgendwas anderes gewählt als die CDU oder die CSU. Mit Angela Merkel begann meine Entfremung von der einst großartigen Partei eines Konrad Adenauer und Helmut Kohl.
Viele von Ihnen kennen das vielleicht mit einer einstigen Liebe, die schwer enttäuscht wurde, die man sich aber dennoch eine Zeit lang nach der Trennung immer noch zurückwünscht. So war das lange auch bei mir und der CDU.
Und Anfang 2025 bei der Bundestagswahl habe ich mir – wie viele Freunde und Bekannte auch – noch mal ein Herz gefasst, die Faust in der Tasche geballt und im Wahllokal zweimal bei der CDU angekreuzt. Was für ein schlimmer Fehler.
Ich kannte den alten Friedrich Merz noch, den schneidigen Fraktionschef nach der Kanzlerschaft von Helmut Kohl, den scharfen Debattenredner, der etwas von Wirtschaft versteht, finanziell unabhängig ist und ein klares Koordinatensystem hat, wo Deutschland steht – im Westen und besonders in Europa.
Man werde Deutschland innerhalb eines Jahres so zum Positiven verändern, dass es jeder Bürger merke, hat er versprochen. Und sparen werde man. Und, das Beste: „Links ist vorbei!“
Ja, das wäre schön gewesen
Aber Pustekuchen… Friedrich Merz ist als Parteivorsitzender und Bundeskanzler ein Totalausfall, wie ich mir das in meinen Alpträumen nicht hätte vorstellen können.
Ich will nicht so weit gehen, mir Angela Merkel zurückzuwünschen. Das wäre wirklich noch schlimmer, denn diese Frau hat Deutschland, unserem Land, mehr geschadet als jeder andere Regierungschef seit 1949.
Friedrich Merz dagegen hat das Haus selbst nicht angezündet, aber er ist als Feuerwehrmann zum Löschen des Brandes ausgerückt, ohne Wasser mitzubringen.
Ich glaube übrigens, das alles hat seinen Ursprung in der Sozialisation von Friedrich Merz in der Kohl-Ära. Der heutige (noch) CDU-Chef hat immer noch nicht kapiert, dass wir im Jahr 2026 nicht nur ein buntes Parteiensystem haben, sondern dass diese Gesellschaft insgesamt ganz anders tickt. Nicht nur, aber auch wesentlich den ostdeutschen Landsleuten geschuldet.
Die Bereitschaft zum Disruptiven ist hier vielleicht ausgeprägter als bei Donald Trump. Wenn man in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg merkt, dass etwas in die ganz falsche Richtung läuft, dann begehrt man auf, dann schreit man es heraus.
Das bedeutet nicht, dass man immer die richtigen Schlüsse daraus zieht
Natürlich verstehe ich seit Langem, warum so viele Menschen inzwischen überall in Deutschland die AfD wählen, obwohl sie wissen, dass da nicht nur nette Volldemokraten am Werk sind. Aber die Einstufung „gesichert rechtsextrem“ durch den Verfassungsschutz schreckt augenscheinlich niemanden mehr ab, der sein Familienauto mit Benzin für 2,40 Euro pro Liter betanken muss und dessen Kinder auf den Schulhöfen von sogenannten Brennpunktschulen Schutzgeld an die Kinder arabischer Gäste dort zahlen, damit sie sicher nach Hause kommen.
Ich bin immer noch wirklich schockiert von einem Abendessen in Berlin vor fünf Jahren mit drei befreundeten hochrangigen CDU-Politikern und Wirtschaftsleuten. Damals stümperte die Ampelregierung von Olaf Scholz noch vor sich hin, und es roch nach Wechsel.
Während wir da beim Rotwein zusammensaßen, wurde eine halbe Stunde darüber gesprochen, dass man nach der Machtübernahme dringend an die Erbschaftssteuer ran müsse. Ich kaute an meinem Fleischstück und wagte nach etwa 20 Minuten zaghaft einzuwenden, dass das Thema Massenmigration entscheidend für die Zukunft Deutschlands sein werde. Und wissen Sie was? Die anderen drei lachten.
Nicht hämisch gegenüber dem dummen Amateur aus der Journaille, sondern eher mitleidig.
Die Flüchtlingswelle sei unter Kontrolle, das sei kein wahlentscheidendes Thema mehr.
Es war wirklich atemberaubend. Und ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder an diesen Abend gedacht. Immer wieder auch versucht, zumindest einen feinen Gesprächsfaden zwischen Union und der rasant wachsenden AfD zu spinnen. Nicht mit dem völkischen Rand, nicht mit den Putin-Fanboys, aber mit den Abgeordneten und Mitgliedern, die kluge, ehrliche Patrioten sind.
Die Bereitschaft, miteinander zu reden, scheiterte immer an der Unionsseite
Bei der AfD fanden sich leicht Abgeordnete, die offen für eine Pizza-Connection nach dem schwarz-grünen Vorbild waren. Es scheiterte immer an den CDU-Politikern. Es gab welche, die mitgemacht hätten, aber fürchteten, dass man im Konrad-Adenauer-Haus oder in der Fraktion davon erfährt und dann die schöne Karriere dann gelaufen sei.
Gestern Abend hat sich für die CDU das Tor zur Hölle geöffnet
Mehr als die Hälfte der CDU-Wähler von vor fünf Jahren hat sich von der Partei abgewendet, die hier 24 Jahre meistens ganz ordentlich regiert hat. Und der Grund dafür ist nicht der arme Sven Schulze, den man jetzt zum Sündenbock machen will, sondern die „Brandmauer“-Strategie und die unterirdische Performance von Merz und seiner sogenannten Bundesregierung.
Den Bock des Tages leistete sich gestern Abend in einer ersten Reaktion vor Kameras die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann, als sie sagte, man werde das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt „nicht hinnehmen“. Hat die Frau den Schuss noch gehört? Will sie wie einst Merkel nach Thüringen eine Wahl „rückgängig machen“?
Aussitzen wird dieses Mal nicht gelingen
Denn nach dem Desaster ist vor dem Desaster.
In zwei Wochen finden Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern statt. Für die Abgeordnetenhauswahl in der Hauptstadt lag die CDU zuletzt auf Platz 4 mit 18 Prozent. Das dürfte nach gestern Abend nicht besser geworden sein. Und in MeckPomm bewegt sich die CDU zwischen 8 (Infratest dimap) und 10 (INSA) Prozent. Wie gesagt, das Tor zur Hölle ist weit offen. Ich schau jetzt mal schnell nach, ob Friedrich Merz noch im Amt ist…
60 Kommentare
Sven Schulze war wohl der Einzige, der der AfD zum Wahlsieg gratulierte und davon sprach, das Wahlergebnis sei Demokratie.
Thorsten Frei sprach gestern bei Illner davon, dass die CDU einen Auftrag habe, wie der Welt zu lesen ist.
„Den Regierungsauftrag habe jene Partei, die eine Mehrheit zusammenbringen könne. Welche das sein werde, sei „zur Stunde völlig unklar“. Also könnte Sven Schulze erneut eine Koalition anführen? „Ja, das kann er grundsätzlich“, entgegnete Frei irritierend selbstbewusst.“
Ja, Merz hat die CDU inzwischen halbiert. Und mit Frei, hat er einen Fraktionschef, der da munter mitmacht.
Auch seine neue (durchgrünte) CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann, wird Hand in Hand mit Merz die CDU in ihrem Sinkflug beschleunigen. Die (Aus)Wahl dieser Dame war kein Versehen, sondern ist Teil der neuen, grünen, Programmatik der CDU.
All dies kommt der AfD zu pass, die aber nun erstmals davor steht, politisch liefern zu müssen. Dazu drücke ich ihr alle Daumen. Und wer weiß: vielleicht heißt der künftige Innenminister von Sachsen-Anhalt, Hans Günter Maaßen.
Sven Schulze war wohl der Einzige, der der AfD zum Wahlsieg gratulierte und davon sprach, das Wahlergebnis sei Demokratie.
Das fand ich richtig gut!
@Herrn Kelle
Ja, das hatte eine gewisse Größe!
@KK
Hans-Georg, lieber Klaus; Hans-Georg heißt der auch von uns beiden hoch geschätzte Herr Maaßen. Ich würde mich riesig freuen, wenn er endlich wieder in Amt und Würden käme. Schließlich wurde seine völlig ungerechtfertigte Entlassung gerade auch seitens der CDU (allen voran die Altkanzlerin, betrieben. – Nein, mich überrascht rein gar nichts von dem, das sich dieser Tage politisch abspielt. Es war nicht nur zu erahnen, sondern vielmehr klar vorauszusehen, und das schon Jahren. Mal schauen, ob, wie und wann man in Sachsen-Anhalt eine funktionsfähige Regierung unter AfD-Führung zusammenkriegt. Hoffentlich wird es eine, die sich für das an Kulturschätzen so reiche Bundesland und seine Menschen als segensreich erweist.
@S v B
Habe heute in HGMˋs Newsletter gelesen, dass er am Sonntag auf der AfD Wahlparty war; die sicher nicht für jeden zugänglich war.
Er scheint inzwischen engere Kontakte zu haben.
Na, das klingt ja schon mal nicht schlecht, oder?
Er gratulierte ohne Ulrich Siegmund zu erwähnen, soviel Größe dann doch nicht!
Jetzt kann sich Schulze als geschäftsführender Ministerpräsident mit vier linken Parteien rumschlagen und die AfD kann zuschauen, wie sich die CDU zerlegt.
Als Parteichef von Sachsen-Anhalt wird er zurücktreten. Als Ministerpräsident kann er nicht zurücktreten. So lange kein neuer Ministerpräsident gewählt ist, bleibt er es. Wenn er von vier mal links gewählt wird, muß er mit 15:29 Stimmen regieren. Die CDU als Erfüllungsgehilfe.
Das zerreißt die CDU. Da gehen die Wähler nicht mit. Das zerstört die CDU. Zu Recht.
Zu Merz braucht man nichts mehr sagen. Ich habe hier vor ein paar Tagen seine Versprechen von vor der Wahl gepostet. Nicht eines gehalten. Oft das Gegenteil beschlossen. Soll die CDU im Orkus der Geschichte verschwinden.
Donald Trump postet die Hochrechnung. Elton Musk gratuliert der AfD. Die erkennen die Zeichen der Zeit.
Ich gehe davon aus, das sich die CDU in Sachsen-Anhalt spaltet und drei oder vier Abgeordnete zur AfD überlaufen. Wenn nicht, ist auch egal. Dann wartet die AfD Neuwahlen ab.
Was Alexander Wallasch heute bei Tichy schreibt ist ungeheuerlich. Er hat mit Hilfe der KI die Ergebnisse aller 2661 Wahlbezirke der Urnenwahl denen der Briefwahl gegenübergestellt und erkannte ein regelrecht erschreckendes Resultat.
Denn die Abweichungen sind nicht mehr mit statistischem „Rauschen“ zu erklären, selbst wenn sie alle zu Ungunsten der AfD ausgefallen wären, nein, hier sind Unterschiede auffällig, die tatsächlich nur mit ganz bewusster Manipulation erklärt werden können, weil sie gegen jede statistische Empirie stehen.
Zitat: “ 51,20 Prozent hatte die AfD bei der Urnenwahl – aber nur 24,27 Prozent bei der Briefwahl. Ein Absturz um fast 27 Prozentpunkte. In einzelnen Orten ist die Kluft noch dramatischer: In Mertendorf stehen 63,2 Prozent AfD an der Urne nur 24,5 Prozent bei der Briefwahl gegenüber – eine Differenz von fast 39 Prozentpunkten. In Hedersleben sind es 62,9 zu 26,4 Prozent.“
Fairness ist absolute Maxime. Wenn die nicht mehr in einer Demokratie gewahrt ist, ausgerechnet nicht von denen, die sie für sich mit allen, ironischerweise auch antidemokratischen Mitteln reklamieren, dann muss man ernsthaft fragen, ob die klar abzulehnende Russlandfreundlichkeit der AfD, ihr völkischer Übereifer, ihre EU-Feindlichkeit, all ihre unsäglichen außenpolitischen Statements zum Iran, zu den USA, ihre Christenfeindlichkeit (die zwar da ist, aber wohl doch weniger schlimm ist als bei den Grünen und Die Linke), dem dann doch alles insgesamt auch erhebliche Unkenntnis in Sachen Menschenkenntnisse zugrunde zu liegen scheint, was diesen unbestreitbaren und v.a. höchsthefährlichen Dilettantismus mitnichten relativieren soll, also ob sich inzwischen nicht tatsächlich die berechtige Frage stellen lässt, was vielleicht doch das wirklich größere Übel zumindest für die nahe Zukunft für uns alle ist?
Spieler, die vorsätzliche gröbste Fouls begehen, gehören sofort vom Platz gestellt und für mehrere Spiele gesperrt. Wahlfälschungen sind mindestens gröbste Fouls. Sie sind eine absolute rote Linie, deren Übertreten unzweifelhaftes Indiz dafür sind, dass hier ein totalitäres Regime de facto an der Macht ist, das auf den pol. Feind aber genau diesen Totalitarismus projiziert. Ein klassisches psychologisches Phänomen, das zuverlässig den wahren „Täter“ entlarvt.
An diesem Punkt wäre meine wohl viel zu lange in geduldigstem Ausharren und Hoffen unternommene Verteidigung der Union (schon sehr lange allein wegen jungen Hoffnungsträgern aus den noch sehr hinteren Reihen) endgültig am Ende.
@Sarnersee
Auch die Welt berichtet inzwischen über die gravierenden Diskrepanzen unter dem Artikel:
„ Bei der Briefwahl liegen AfD und CDU plötzlich gleichauf – das sind die Erklärungsansätze“
Klar gibt es immer Unterschiede zwischen beiden Wahlmodi; bei der AfD nehmen die Diskrepanzen aber schon erstaunliche Differenzen an; die m.E auch die Welt nicht ganz auflösen kann.
Die Statistik großer Grundgesamtheiten ist schon sehr zuverlässig. Diese enormen Diskrepanzen gehören geklärt!
@Johannes,
v.a. finden sich diese Unterschiede nicht bei allen anderen Parteien, hier liegen die Unterschiede im typischen statistischen Rauschen. Ein systemischer Fehler kann also ausgeschlossen werden.
Das MUSS in jedem Fall aufgeklärt, bzw. zur Anzeige gebracht werden. Das ist nicht ein bloßer Skandal, das wäre eine echte Staatskrise mit allen Konsequenzen wie die Berufung eines Art Monitoring-Verfahrens durch das Ausland.
@ Sarnersee
Da Sie gröbste Fouls von Spielern schon selber anbringen, hätten Sie eigentlich draufkommen können.
„Ein Foul ist es erst, wenn der Schiedsrichter pfeift.“ Der absolute Klassiker unter Trainern. Sprich: Solange der Unparteiische das Vergehen nicht sieht und pfeift, hat es regeltechnisch nicht stattgefunden. Bei gröbsten Fouls unmöglich.
Umgekehrt formuliert: Hätte es eine koordinierte Wahlfälschung gegeben, flächendeckend organisiert, ohne belastbare Spuren, ohne dass es unzähligen Wahlhelfern und Beobachtern auch von der AfD aufgefallen wäre und vor allem, ohne Whistleblower, dann hätte man „smart gefoult“, wie es im Trainerdeutsch heißt: ein bisschen, aber unauffällig. Zumal Urnen- und Briefwahlergebnisse separat veröffentlicht werden.
Umgekehrt formuliert: Ein solche Fälschung wäre zu offensichtlich um eine zu sein.
Sie fragen sich, wie so ein Ergebnisunterschied zustande kommt? Auch das ist offensichtlich. Erst bringt die AfD – und nur die AfD! – ihre eigenen Anhänger dazu, der Briefwahl zu misstrauen und deshalb zur Urne zu gehen – und anschließend wird genau der dadurch entstandene deutliche Unterschied als Grund präsentiert, der Briefwahl zu misstrauen.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Und Petr Bystron von der AfD legt auf Social Media nach und ruft zur Abschaffung der Briefwahl auf. Während andere Länder e-voting einführen. Oder schon eigeführt haben wie Estland vor über 20 Jahren. Bei der letzten Parlamentswahl 2023 nutzten über 50% der Wähler e-voting.
Und die AfD will zurück auf Los ins vergangene Jahrhundert. Willkommen in Deutschland des 21. Jahrhunderts.
Die Union muss sich nicht spalten. Es wird anz einfach folgender Denkprozess bei den Unionsabgeordneten einsetzen: Alle sehen mit Entsetzen, dass die Hälfte der Sitze weggebrochen ist. Die Situation wird sich nicht verbessern und der eigene Sitz im Parlament ist gefährdet. Da mag so einer zur Flaschegreifen aber dieses Flaschenblau ist nicht von Dauer. Dann doch lieber das Mandat mitnehmen und Blau werden. Das habe ich schon oft erlebt. In der FDP als Brandt abgesägt wurde. Sogar von der Stasi haben sich Abgeordnete kaufen lassen, um den Mistrauensantrag von Barzel gegen Brandt zu verhindern. Von Grün nach SPD – Schily. Nichts ist unmöglich; ich sehe gelassen der kommenden Landtagswahl entgegen. Nach Berlin werden dann einige Abgeordneten die Blaue Welle surfen gehen. Die bietet mehr Sicherheit als der schwarze Strudel.
Die CDU begeht aus Angst vor dem Tod gerade Selbstmord. Ich meine, es müsste doch mal angekommen sein, dass die cdu niemals der Liebling des ÖRR und der meisten Medien werden wird. Von dort wurde sie in die Wagenburg bzw. hinter die Brandmauer gedrängt. Es sind keine Personen erkennbar, die das noch aufhalten können.
Übrigens wird die Basis der CDU auch von Wahl zu Wahl geringer. Mit dem Schrumpfen der Fraktionen nehmen ja nicht nur Politkarrieren ein Ende (nebst dem Tross der parlamentarischen Mitarbeiter, die ihren Job verlieren) auch die vom Steuerzahler zu entrichtende sog. Parteienfinanzierung (früher „Wahlkampfkostenerstattung“ genannt) schmilzt weg. Und das ist auch gut so.
Denn die Wähler sind es einfach leid, von den Politikern beschimpft zu werden. Und wenn der große Friedrich, dessen Glaskinn in jedem Interview offenbar wird, die hart arbeitenden Bürger als larmoyant, faul, zu wenig und zu kurz arbeitend und zu krank diffamiert, dann kann man zwangslos nachvollziehen, warum in Sachsen-Anhalt die Gruppen der 35-59-jährigen und der Arbeiter, die mehr als die Hälfte ihres Einkommens abgeben „dürfen“, so genervt sind, dass die cdu von denen nicht mehr gewählt wird und die AfD vorne liegt.
Mal schauen, wie das in zwei Wochen in Berlin und Meck-Pomm aussieht. Herr Holm hat nach dem gestrigen Abend gute Chancen, doch noch an den 40% zu kratzen und Herr Peters die 5%-Hürde zu unterschreiten.
Berlin wird im dunkelrot-rot-grünen Chaos versinken. Herr Evers kann nach dem Wegner-Chaos nichts mehr ausrichten.
@Klaus Kelle
Mein Vorschlag für die CDU in Sachsen Anhalt wäre: Sich ehrlich machen, das geht dazu braucht man allerdings Eier, dann vor die Kameras treten die Brandmauer für beendet erklären und das mit dem Wahlergebnis begründen. Immerhin fallen auf AfD und CDU aktuell 65,7% der Stimmen in diesem Bundesland. Wer es eindeutiger will, dem ist nicht zu helfen. Danach Ulrich Siegmund zum MP machen und mit ihm zusammen koalieren, ohne irgendwelche Bedingungen daran zu knüpfen und das alles glaubhaft unters Volk bringen. So wie es aussieht wird eine nicht unerhebliche Anzahl von Unionspolitikern, nicht mit der Linken zusammen einen MP der AfD verhindern wollen. Warum dann also nicht reinen Tisch machen, dann wird das auch mit dem Rücktritt von Merz klappen.
Lieber @Gerd Franken,
bei allem ehrlichen Respekt: so funktioniert Politik nicht. Man kann das bedauern, aber Hauruck ist unmöglich.
Ich gönne der CDU diese Klatsche gestern wirklich. Sie haben sich das ehrlich verdient. Und wenn Uli Siegmung Minsterpräsident wird, von der unapettitlichen BSW gestützt, dann ist das eben so. Ich bin ein absoluter Verfechter der Demokratie. Soll Siegmund zeigen, ob er mit seinen Leuten das Land besser führen kann.
Aber Ihr vorschlag mit Eiern und Brandmauer ist eben nicht so einfach machbar. Und das gern verwendete addieren von AfD und CDU bildet eben nicht ab, dass ein großer Teil der CDU jede Zusammenarbeit mit der AfD ehrlich ablehnt. Ich weiß, dass es hier nicht gern gehört wird, aber der unverholene Putin-Lobbyismus der AfD – besonders in Ostdeutschland – ist die zentrale Rote Linie für die Union und auch für mich, wie Sie wissen.
Chrupalla hat heute in einem Interview eine Sonderwirtschaftzone für Ostdeutschland gefordert, wenn mehrere Bundesländer demnächst AfD-regiert werden. Weil man dann nicht mehr von Westdeutschlands Finanzkraft abhänge. Ich habe mich spontan gefragt, ob der Mann Drogen nimmt. Was kommt als Nächstes? Mauer drumrum, Wachtürme und Nord Stream 3 auf dem Landweg nach Magdeburg?
Wenn die CDU sich auf eine Koalition mit der AfD in Sachsen-Anhalt einließe, würde die CDU direkt zerbrechen, was Ihnen möglicherweise gefällt. Und der verbliebene Rest würde alle Koalitionspartnér in Deutschland verlieren und ganz sicher in der Bedeutungslosigkeit versinken.
Die CDU wird nicht mit der AfD regieren und Siegmund auch nicht zum MP wählen, da bin ich 100% sicher.
Das Wahlergebnis gestern ist eindeutig: die CDU ab in die Opposition, Siegmund mit BSW-Stimmen MP und dann werden wir sehen, wie das wird. Ich denke, da wird Manches funktionieren, auch gut in unserem Sinne laufen, und andere Dinge werden eben nicht so funktionieren, wie man sich das im Dorfkrug von Schnellroda vorstellt. Und dann wird sich zeigen, mit welchem Personal die Ministerien und landeseigenen Betriebe besetzt werden. Da wird man merken, dass man auch zwei Millionen Bürger nicht nur mit rechten Sprücheklpopfern organisieren kann, zumal unser Grundgesetz auch dort weiter gilt.
Vielleicht – das würde ich mir wünschen – setzen sich dann mittelfristig die Realos und Fachleute durch. Dann kann die AfD zu einem akzeptierten Spieler in Deutschland werden…
„würde die CDU direkt zerbrechen, was Ihnen möglicherweise gefällt“
@Klaus Kelle
Mir würde ganz sicher gefallen, wenn Merz zurück tritt. Das gefällt Ihnen doch auch, wenn ich Sie richtig interpretiere. Das wäre dann sicher der Zerfall der Union. Aber sowas von….den Hühnerhaufen danach würde ich gerne mit Popcorn begleiten, solange die Zuckersteuer mir den Appetit nicht verdirbt.
Der Rücktritt von Merz ist überfällig. Leider ist das, was dann käme, noch ätzender.
Hallo Herr Kelle,
stimmt (leider).
Vielleicht wäre es auch der Zeitpunkt, die ohnehin anstehende Richtungsfrage jetzt zu klären und nicht zu warten, bis das Schiff von alleine versinkt.
Die einen zerreißt`s bei einer Annäherung an die SED, die anderen bei einer Kooperation mit der AFD. Einen Tod wird die CDU ohnehin sterben, denn die Zeiten, in denen der Kanzler der zweiten Wahl dem dummen Wahlvolk nur seine geniale Politik besser erklären muss, die sind unwiederbringlich vorbei. Jetzt heißt es doch nur noch: „Retten, was noch zu retten ist“ … und das so schnell wie möglich, bevor noch mehr Schaden entsteht.
Ich glaube nicht mehr daran, dass diese schwer angeschlagene und orientierungslose Partei von alleine jemals wieder ihren Kurs findet.
@Nobby,
ich auch nicht. Andererseits, wenn sie erkennbar auf dem Weg der DC sind – Prognose für MeckPomm für die CDU ist derzeit 8%, dann gibt es vieleicht doch noch einen Aufschrei. Aber nicht mit den jetzigen Funktionskadern, wie ich diese Gestalten nennen möchte…
Wer die heutigen völlig unterschiedlichen Reden des Kanzlers und der Oppositionsführerin im Bundestag gehört hat, weiß, daß Merz absolut am Ende ist.
Die Frage ist nur, wie bringt man es einem Politiker bei, daß der Spaß ‚over‘ ist, denn der Posten, den er sich in den Kopf gesetzt hat, ist für ihn ein paar Nummern zu groß.
Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
Merz hat die Bürger in der Corona-Zeit beschimpft und nie daran gedacht, sich dafür zu entschuldigen Er hat eine echte Aufklärung verhindert und jetzt sogar die deutlich parteiische Vorsitzende der Enquéte-Kommission, Franziska Hoppermann, zur Generalsekretärin gemacht.
Alles, was er vor der Wahl versprochen hat, sollte sich nach der Wahl als Täuschung zeigen. Die Aufzählung der gebrochenen Versprechen erspare ich mir.
Merz hat die Bürger beschimpft und spielt sich als Oberlehrer der Nation auf. Er schämt sich nicht, völlig unangebrachte Nazi-Vergleiche zu wiederholen, um den Gegner auszuschalten.
Hoffentlich verschwinden er und mit ihm alle, die an seinem Rockzipfel hängen, möglichst bald von der politischen Bühne. Ich weine ihm und ihnen keine Träne nach.
@ Dr. Hildegard Königs-Albrecht
Auch wenn es Sie wieder ärgern wird, aber ich kann es Ihnen nicht ersparen.
Ihre Aussage, „Alles, was er (Merz) vor der Wahl versprochen hat, sollte sich nach der Wahl als Täuschung zeigen. Die Aufzählung der gebrochenen Versprechen erspare ich mir.“
Im Gegensatz zu Ihnen habe ich mir die Mühe gemacht und weiter unten aufgezählt, welche Versprechen Merz gebrochen und welche er gehalten hat.
Letztere überwiegen erstere. Bei weitem. Man kann kritisieren, das sei nicht genug oder die Reformen falsch. Dann aber bitte sagen, was man statt dessen wolle.
Und vor allem nicht behaupten, er hätte „alle“ Versprechen gebrochen.
(Echt bitter, dass ich Merz jetzt auch noch verteidigen muss, nur um der Wahrheit die Ehre zu geben 🙈)
Nur Ansätze, Versuche, andere Bezeichnungen, Vorhaben, halbherzige Änderungen.
Die Kernaussage „links ist vorbei“ wurde nicht befolgt.
@ Dr. Hildegard Königs-Albrecht
Was sind an vielen der konkreten Beschlüsse (Aktivrente, Erhöhung Kindergeld, Erhöhung Pendlerpauschale, Agrardiesel) links?
Und Gesundheits- und Rentenreform sind nun alles andere als links. Im Gegenteil.
Hier will eher AfD linke Reformen.
Wie man es in der Union nicht machen sollte, kann man exemplarisch an der neuen Kanzleramtschefin Warken und an Unionsfraktionschef Thorsten Frei sehen. Auf die Frage eines NTV Reporters an Warken wie hoch der Anteil der Bundespartei inc. Merz am desaströsen Wahlergebnis der CDU in SA wäre: Wir werden…..wir müssen…..bla bla bla…..Reformen……Bürgerinnen und Bürgeraussen……Beschlüsse……bla bla bla…..Unvereinbar……keine Zusammenarbeit…..ect. ect.
Thorsten Frei: Wir werden genau analysieren…..bla bla bla……wir müssen nicht über den Kanzler sprechen……bla bla bla…..wir sind stabil….
Nee, liebe Union, so wird das garantiert nix.
Bis zu den Wahlen in MeckPom und Berlin wird gar nichts passieren. In MeckPom kommt die AfD auf ein gutes Ergebnis aber nicht so gut. Und in Berlin wird die AfD eine Partei unter fünf gleichwertigen sein.
Möglicherweise tauschen CDU und SPD den Kanzler aus. Wer der Neue dann ist, wissen nur die Götter.
In Sachsen-Anhalt kann die CDU gar nicht mit der AfD zusammenarbeiten. Dann hätten sie SPD, Grüne und Linke in allen Bundesländern und im Bund gegen sich. Dann ginge gar nichts mehr.
Und wenn man den Umfragen glauben darf, sind auch die Restwähler der CDU absolut gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD.
„In Sachsen-Anhalt kann die CDU gar nicht mit der AfD zusammenarbeiten. Dann hätten sie SPD, Grüne und Linke in allen Bundesländern und im Bund gegen sich. Dann ginge gar nichts mehr.“
@Angelika
Was geht denn aktuell? Man kann natürlich warten bis die Volksparteien ins Grab sinken.
@Angelika
Hat es nicht neulich noch geheißen, dass selbst in Berlin die AfD die Nase vorn hätte. Ich konnte es kaum glauben. Vielleicht bin ich ja auch nur einem Scherz zum Opfer gefallen…? So ganz geheuer war mir diese Nachricht nämlich auch nicht. ..
@S v B,
tatsächlich war sie mal eine Woche vorn, allerdings mit mageren 19 Prozent. Es gibt in Berlin keine dominierende Partei mehr. SPD, CDU, Grüne, Linke und AfD liegen praktish gleichauf, jeder zwischen 18 und 22 Prozent. Mal ist einer vorn, mal der andere. Strukturell gibt es hier immer eine linke Mehrheit – nicht weil die Parteien und Medien so böse sind, sondern weil solide 60 Prozent der Berliner regelmäßig links wählen. Das ist nicht schön, aber auch das gehört zur Demokratie und zur Wahrheit dazu.
Klaus
…sondern weil solide 60 Prozent der Berliner regelmäßig links wählen. Das ist nicht schön, aber auch das gehört zur Demokratie und zur Wahrheit dazu.“
Genau wie das Faktum, dass es auch im heutigen Berlin genauso zugeht wie seit jeher zu verfolgen war. Nicht einmal ein „konservativer Regierender“ hat daran etwas ändern können. Im Gegenteil… dessen Verhalten beim flächendeckenden Blackout – das noch mit einer frechen Lüge verknüpft war – spottete jeglicher Beschreibung.
@S v B,
wir hatten in Berlin keinen konservativen Regierender Bürgermeister. Er war genau so eine Lusche wie dieser Bundeskanzler eine ist. Wegner ist am Sonntag weg, Merz dann am Montag.
kk
@ Klaus Kelle
„…Merz dann am Montag.“
Und dann?
Wie Sie bin ich von Merz enttäuscht. Weniger bzgl. dessen, was die Bundesregierung schon auf den Weg gebracht hat und aktuell an Reformen auf dem Tisch liegen hat, sondern wie sie die verkauft. Und wie wenig der Bevölkerung noch hinter ihr steht.
In den letzten Wochen fing bei mir aber ein Umdenken statt. Und ich sag’s mal frei heraus: Ich brauche keinen „empathischen“ Bundeskanzler, der Reformen besser verkauft. Ich brauche keine „psychotherapeutische“ Politik, die mich mitnimmt (ich kann dieses „mitnehmen“ nicht mehr hören). Und ich brauche keine „positive Erzählung“, die das Ziel der Reformen blumig ausschmückt. Wer bisher nicht gerafft hat, dass wir z.B. eine grundlegende Rentenreform brauchen, dem hilft auch keine „Erzählung“ mehr.
Ich will eine Regierung, die anpackt. Auch mit unbequemen Entscheidung, in everybodies backyard. Weil anders geht es nicht. Das wird Zustimmungswerte kosten, so oder so.
Ich gehe soweit und sage: Hohe Zustimmungswerte zu einer Regierung sind eher ein Indikator dafür, dass man eben nichts anpackt. 16 Jahre Merkel sind das perfekte Beispiele. Von ihren Zustimmungswerten kann jeder Politiker nur träumen.
Und damit kommt Merz ins Spiel. Er muss den jahrzehntelangen Reformstau ausbaden. Und fixen. Mit sehr unbequemen Reformen. Für alle. Und sein Ruf ist eh schon ruiniert. Und damit regiert sich’s ungeniert.
Ihn durch einen anderen Kopf zu ersetzen, wird nichts ändern. Damit ist keine Reform gestemmt. Im Gegenteil. Ein „verbindlicherer“ Nachfolger hätte dagegen viel zu verlieren.
Ich sehe es auch bei Markus Söder. Er wäre eigentlich die logische Alternative zu Merz. Und er ist der um Größenordnungen bessere Kommunikator und Rhetoriker. Und hat in Bayern viel vorzuweisen. Aber: Söder hält sich zurück, unterstützt Merz demonstrativ. Er will offensichtlich nicht, weil er weiß, dass er ansehenstechnisch nur verlieren kann.
Und irgendjemand hat als möglichen CSU-Kandidaten Alexander Dobrindt ins Spiel gebracht.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Das Ergebnis in Sachsen-Anhalt überrascht mich nicht. Umfragen sagten es seit Wochen voraus. Auch die Gründe sehe ich zu einem Großteil in Berlin. Und bei Merz. Aber aus einem anderen Winkel.
Am Samstag antwortete ich auf einen Beitrag von „Teide“, in dem er all die Wahlversprechen der CDU/CSU auflistete – und Wahlbetrug schlussfolgerte. In zwei Punkten – Stromsteuer senken und Schuldenbremse – hat Teide Recht. Aber sonst?
– Bürgergeld abgeschafft und durch deutlich schärfere Grundsicherung ersetzt ab 1. Juli 2026
– Senkung der Unternehmens- sprich (Körperschaftssteuer) beschlossen, ab 2028
– Investitionsbooster (AfA) beschlossen und schon seit 2025 in Kraft
– Ampel-Heizungsgesetz abgeschafft, in Kraft seit Juli 2026
– Pendlerpauschale erhöht seit 1. Jan 2026
– Kindergeld und Freibetrag erhöht seit 1. Jan 2026
– Aktivrente beschlossen und in Kraft seit 1. Jan 2026
– Günstige Agrardieselsteuer wieder eingeführt zum 1. Jan 2026
– Illegale Migration deutlich gesenkt inkl. Grenzkontrollen trotz massivem Gegenwind der Bundespolizei
– Gesundheitsreform beschlossen
– Steuerreformvorschlag liegt vor, mit Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen zulasten höherer Einkommen
– Rentenreformvorschlag liegt vor, mit langfristiger Sicherung des Rentensystems und endlich (!): Koppelung des Eintrittsalters an die Lebenserwartung, Rente mit 63 nur noch für Härtefälle, Einbeziehung Selbstständiger und Freiberufler sowie verpflichtende Kapitaldeckung.
Da sage ich: Für anderthalb Jahre nicht schlecht! Und frage Sie: Waren das nicht die Wahlversprechen, für die Sie Ihr Kreuz bei der CDU gemacht haben? Und auch frage ich Sie, da Sie sich offenbar einen Rücktritt von Merz wünschen: Wer soll es denn sonst machen? Hendrik Wüst? Daniel Günther? Oder gar Neuwahlen?
Ich an Friedrich Merz‘ Stelle würde die kommenden Tage eine Ansprache an die Bürgerinnen und Bürger des Landes halten und dort kurz und bündig sagen: Ja, ich habe die Botschaft aus Sachsen-Anhalt gehört und ja, ich kann verstehen, dass all die Reformen, die wir beschlossen haben und noch beschließen wollen, nicht gut ankommen auch wenn alle Gesundheits-, Renten- und Wirtschaftsexperten sie für richtig halten. Vielleicht nicht für uns, die wir aktuell zur Wahl gehen, aber für die nächsten Generationen, für die Zukunft Deutschlands. Und wenn ich bei der nächsten Bundestagswahl von Ihnen dafür die Quittung bekomme, dann ist das Ihr gutes Recht. Es geht um Deutschland, nicht um mich oder die Union.
PS: Da Sie den Benzin-Preis ansprechen. Die Bundesregierung hat auf Grund des Irankriegs sogar einen zweimonatigen Tankrabatt beschlossen. Die Union ist über ihren eigenen Schatten gesprungen. Bei der Ölkrise 1973 wurden autofreie Sonntage eingeführt und ein Tempolimit von 100 auf Autobahnen und 80 auf Landstraßen. Heute unvorstellbar.
2. PS: Ist Ihnen im Verlauf des gestrigen Wahlabends das gleiche aufgefallen wie mir? Früher suggerierte die AfD regelmäßig einen möglichen Wahlbetrug. Wie auch das BSW bei der letzten Bundestagswahl. Jetzt, wo das Wahlergebnis für die AfD passt und sich eine mögliche Zusammenarbeit mit dem BSW andeutet hört man nichts davon.
Aber auch nicht von den anderen Parteien, die voraussichtlich nichts mehr zu melden haben werden in Sachsen-Anhalt. Was sagt Ihnen das?
@Harald
Sie führen in der Tat Punkte auf, die die Regierung vorzeigen kann. Gleichwohl finde ich sie etwas zu „strahlend“ vorgetragen. Vor allem bei dem Thema Migration(sbegrenzung) ist noch deutlich Luft nach oben. Ebenso z.b. bei der Repratiierung vieler syrischer Asylanten, die von ihrem Staatspräsidenten als „strategische Reserve“ in Deutschland angesehen werden (ca. 800.000 Menschen)
Aber den wohl größten und zugleich irreparablen Vertrauensverlust hat sich der Kanzler mit der 1 Billion Euro Nummer (salopp formuliert) eingehandelt; Sie wissen was gemeint ist (abgewählter Bundestag und so).
Die von Ihnen vorgeschlagenen Rede würde m.E. ein gewaltiger Rohrkrepierer, denn dieser Kanzler genießt kein Vertrauen mehr. Er hat es unwiederbringlich verloren.
@ Johannes
Zustimmung, dass bei Migration noch mehr geschehen muss, was auf Grund der rechtlichen Rahmenbedingungen im Bund (u.a. Grundgesetz), EU vor allem aber Völkerrecht extrem kompliziert ist.
Die 900Mrd Sondervermögen war in der Tat der anfängliche Super-GAU. Wobei ich es umgekehrt formuliere: Merz‘ vorherige Versprechung war Täuschung. Ich will mich jetzt nicht selber loben, aber mir war sofort klar: Junge, was tust Du da? Du wirst das nicht halten können, alleine schon wegen Trumps Forderung bzgl. NATO-Verteidigungsausgaben. Die Diskussion darüber ist abgeebbt. Vielleicht, weil die Bürger merken, was an externer Bedrohung eskaliert aber auch was sich auf Straßen, Schiene und Infrastruktur allgemein alles tut.
Doch selbst falls das Vertrauen in Merz unwiederbringlich dahin ist, halte ich so eine Rede für notwendig. Weil Schweigen zu dem, was gestern absehbar passierte, macht es nur noch schlimmer.
@Johannes
Einem Mann, der sich bereits in den ersten Tagen seiner Regierungszeit für alle hörbar als geradezu unglaublich unzuverlässig, ja quasi als Lügner entpuppt hatte, dürften vermutlich nur noch die wenigsten Bürger wenigstens ein Quäntchen Restvertrauen entgegenbringen. Meines wurde damals ein für allemal ausge… merzt.
@ Klaus Kelle
Für die gute Analyse möchte ich mich bei Ihnen, Herr Kelle, bedanken.
Es ist gut, daß Sie nicht krampfhaft versuchen, noch irgendwelche Rosinchen aus dem angeblichen Reformkuchen der CDU zu picken. Denn es gibt keine Rosinchen, die sog. Reformen wurden entweder verwässert oder noch gar nicht in Angriff genommen oder umgesetzt.
Die CDU täte gut daran, endlich zu erkennen, daß sie auf dem Holzweg ist und in den Orkus wandert, wenn sie diesen Weg weiter verfolgt.
Leider machen die CDU-Leader Frei, Warken Oppermann den Eindruck, den Schuß immer noch nicht gehört zu haben. Merz ist total abgetaucht.
Sollten die Gegner der AfD glauben, sie könnten einfach weiter wursteln, werden sie bei den kommenden Wahlen ihr blaues Wunder erleben.
Es bleibt spannend.
Drei der vier Menschen, die der Bundesrepublik Deutschland am meisten geschadet haben, sind Mitglieder der CDU: Angela Merkel, Ursula von der Leyen, Friedrich Merz. Die vierte Person ist Olaf Scholz von der SPD.
Mein Fazit seit 2015:
Alle Altparteien (Union, SPD, FDP, Grüne, SED/Linke) gehören auf die Schutthalde der Geschichte.
Der einzige angemessene Platz.
@ Klaus Kelle
Nach welchen Regeln hätte die AfD als akzeptierter Spieler in Deutschland denn zu spielen? Nach denen von „Unserer Demokratie“?
@Bert Robel,
natürlich nicht, aber es muss in den Grundüberzeugungen passen. Eine Partei, zu deren DNA ein vereintes Europa samt Euro gehört und eine Partei, die von Dexit redet und aus dem Euro raus will, das funktiert halt nicht.
Aber warum fällt der Dexit auf so fruchtbaren Boden? Dieser bürokratische Moloch der eigentlich nur das Leben der Menschen schwer macht, von Politiker wie von der Leyen in Alleinherschermanier geführt wird, ist in dieser Form überflüssig. Nicht falsch verstehen, den Grundgedanken EU finde ich gut, aber wenn es funktionieren soll muss das in einer anderen Form ablaufen.
@gerd_rau,
der Brexit war für GB kein Erfolgsmodell.
Da haben Sie natürlich Recht, aber gerade deshalb ist es doch wichtig danach zu fragen warum doch viele Leute trotzdem aus der EU wollen.
Dass die EU reformbedürftig ist, kann wohl kaum bezweifelt werden. Wie wäre es mit einer „EU light“? Diese EU zwei Punkt null wäre freilich noch näher zu präzisieren, aber klingen tut’s doch schon mal gut, oder?
@ gerd_rau
Fragen Sie mal die Briten. Dort hat sich das 51% pro-Brexit innerhalb von 10 Jahren in ein 58% „Bregret“ (Bedauern des Brexit) verschoben. 52% wollen ein „rejoin“, unter Jüngeren sind es sogar 70%.
Und dann schauen Sie mal nach, wie viel Deutschland in EU-Länder exportiert vs. Großbritannien pre-Brexit. Von einer Disruption zurück in eine eigene Währung mal ganz zu schweigen.
Allen Unkenrufen zum Trotz, wächst die deutsche Wirtschaft leicht das dritte Quartal in Folge (0,4%). Deutsche Exporteure konnten die Einbußen auf dem US-Markt wegen der Trump-Zölle durch einen Boom bei den Ausfuhren innerhalb der EU auffangen.
Wer angesichts dessen nach wie vor über einen Dexit oder Austritt aus der Euro-Zone fabuliert, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
Heute war in der Welt ein Bericht das 70% die EU ablehnen. Deshalb nochmal die Frage, warum? Die ganzen Dinge die sie vorbringen sind ja richtig, aber als Antwort auf meine Frage taugt das nicht.
@ gert_rau
Da lohnt sich der Blick in die eigentlich pan-EU Umfrage.
Zunächst sagen die 70% nicht, dass sie die EU „ablehnen“, sondern dass sie unzufrieden sind mit ihr. Das ist ein himmelweiter Unterschied – und der Titel des Welt-Artikels „70 Prozent Ablehnung“ grob falsch!
Tatsächlich fordern nur 13% weniger Europa oder eine Auflösung der EU („Only around 13% hope for “less Europe” or for the EU’s dissolution.“).
Und besonders spannend wird es, was sich die Befragten wünschen: Eine stärkere, geeintere, mehr integrierte EU, die sich geopolitisch Großmächten USA, China und Russland entschlossener widersetz und international auf Augenhöhe auftritt.
Genau das wollen viele Rechtsaußenparteien in Europa nicht. Sie wollen ein „Europa der Vaterländer“: So viel nationale Souveränität wie möglich und so wenig Europa wie gerade nötig (Binnenhandel). So nennt die Umfrage dann auch „Brüssel als Reizwort“, das Rechtsaußenparteien der EU anheften, um ihr die Schuld für vieles, was im eigenen Land nicht läuft, zuzuschieben.
Interessant auch, wem der Regierungschefs in EU-Staaten die Befragten am ehesten eine stärkere Profilierung der EU zutrauen, der die „Vorstellungslücke“ zwischen Ist-Zustand und wie die EU sein könnte zu schließen. Nicht Merz, nicht Macron sondern Achtung: den spanischen Regierungschef Pedro Sánchez. Sie nannten ihn als ermutigendes Beispiel, mit welcher Unerschrockenheit man sich dem US-Präsidenten Donald Trump entgegenstellen kann.
Ich hatte gestern extra einen aus der Champagne in Frankreich mitgebrachten Champagner in den Kühlschrank gestellt. Er war vorgesehen für den Fall, dass vom Bundeskanzler das erlösende Wort „Rücktritt“ kommt. Ich warte noch bis morgen, dann stelle ich den Champagner zurück in den Keller. Den klassischen Leichenschmaus für die Beerdigung der CDU mit Kaffee, Tee und einfachem Gebäck vom Blech habe ich jederzeit im Haus.
Merz in der Pressekonferenz nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt: „Bei uns wird Macht erteilt nicht ergriffen.“
Konrad Adenauer: „Ist es nicht schrecklich, daß der menschlichen Klugheit so enge Grenzen gesetzt sind und der menschlichen Dummheit überhaupt keine?“
@Gerd Franken
Merz‘ anmaßende Aussage lässt tief blicken. Dümmer und schlimmer ging’s wohl nicht. An seinem Demokratieverständnis darf – oder gar muss – gezweifelt werden.
Lieber Herr Kelle,
„Die CDU wird nicht mit der AfD regieren und Siegmund auch nicht zum MP wählen, da bin ich 100% sicher.“
Dafür bin ich auch sehr dankbar, denn mit dieser Truppe, die ich selbst vor geraumer Zeit mehrfach gewählt habe, möchte ich nicht mehr in Verbindung gebracht werden.
Sämtliche Worte des Parteinamens haben keine Bedeutung mehr für diese Partei.
Christlich ? Nein!
Demokratisch? Nein!
Union ? Auch nicht mehr.
Ich möchte mich hier nicht über den schlechtesten Kanzler aller Zeiten auslassen, auch nicht über undiplomatische Außenminister oder Karieristen wie Spahn oder Amthor, da ist mir meine Zeit zu schade…..
Doch diese neue Generalsekretärin der Franziska Hoppermann schlägt dem fass den Boden aus.
Zitat „Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza.“
Echt jetzt? Was ist es denn dann?
Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt meinte Sie, dass die CDU nicht mit der AFD über Koalitionen nachdenkt, weil:
„Die CDU arbeitet nicht mit Russland-Freunden zusammen“
Nun kann man zu einzelnen Personen und Handlungen dieses Landes durchaus geteilter Meinung sein.
Doch darf das ein Grund sein, ein ganzes Land abzulehenen und zu verurteilen?
Wadepfuhl hat schon vor seinem Amts-Antritt Anfang 2025 gesagt:
„Russland wird immer unser Feind bleiben“
Eine Partei die sich Christlich nennt?
Ich bin zutiefst angewiedert!
Ich kenne selbst führende Mitglieder dieser Partei in Sachsen und weis, dass es mächtig rumort in diesem Verein.
Beste Grüße aus Dresden
Lieber Herr Friedrich,
Wenn sich die CDU retten will, dann muss sie die Wahlergebnisse anerkennen. Die Menschen wollen zunehmend rechtskonservativ regiert werden. Sie sollte in Sack und Asche gehen und dem deutschen Volk ihre nicht unerhebliche Schuld an den Zuständen in unserem Land eingestehen und Besserung geloben. Das Problem an der Union ist das völlig unfähige Personal. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Wenn die Union einen Politiker auch nur einen einzigen in ihren Reihen hätte der auch nur annähernd das Niveau von Siegmund erreicht, würde ich wieder die Union wählen. Meine Meinung: Seit A. Merkel an die Spitze der Union gespült wurde, haben viel zu viele Wähler diese Partei weiter gewählt. Das rächt sich nun bitter.
„Die CDU arbeitet nicht mit Russland-Freunden zusammen“
Sehen Sie, lieber Herr Friedrich, auch bei der CDU-Generalsekretärin gibt es Positives festzustellen!
@Klaus Kelle
Wie soll eine Gesellschaft funktionieren wo nicht mit jemanden gearbeitet wird, weil er die falschen Freunde hat?
Hoppermann will keine Diskussion über Merz. Alles was sie darüber hinaus von sich gibt ist irrelevant. Zumindest für mich.
So wie es ausschaut wird es dieser haufen abschaum das sich früher CDU genannt hat es eher mit den links-grünen mit einem AFD-Verbotsverfahren versuchen.
Siehe wirre rede von Merz gestern und jetzt das Würstchen ähm Wüst.
ah und weil so schön ist diesen altparteien bei selbstvernichtung zuzusehen, gerade verzichtet Schulze grosszügig auf MPK Vorsitz von SA, bestimmt auf Anweisung des Bundeslügners.
Gibts bestimmt wieder ein extra prozent für AfD
Die Reaktionen von Merz, Wüst, Koch zeigen: die CDU granden haben absolut nichts kappiert.
Weigern sich es überhaupt zu versuchen es zu kapieren.
Die wissen sehr wohl, was los ist. Sieht man, wenn Merz z.B. ein „Stadtbild“ rausrutscht. Sie fahren einfach die Taktik des Aussitzens. Kann auch funktionieren. Kohl war vor 1989 auch sehr unbeliebt. Ohne die deutsche Einheit wäre er wohl bei der nächsten Wahl abgewählt worden. Kohl hat es auch ausgesessen.
also bei Merz habe ich eher den Eindruck dass er nur noch wild um sich schlägt.
Und ob das Aussitzen a la Kohl hier helfen wird , da hab ich sehr große Zweifel.
Die CDU ist in einer viel schlechteren Verfassung als damals.
In einer Woche Meck Pom. da wird es wohl einstellig werden.
Ein „Kanzler“ der der Opposition ethnische Säuberung vorwirft ist brandgefährlich. Nun dürfte sich in den Antifa Hirnen so einiges abspielen.