Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe dein Eindruck, dass die Trump-Regierung langsam in ruhigeres Fahrwasser gerät. Ein Indikator ist für mich der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland, von dem ich gestern den ganzen Tag über mit Anti-Trump-Parollen irgendwann wirklich genervt wurde. Kurz vor Mitternacht unterhielten sich auf der Jugendwelle des WDR eine Moderatorin und die Korrespondentin in Washington auf dem Niveau des Kinderkanals über die Präsidentschafts Trumps, wie viele Zuschauer bei der Vereidigung waren (die ja nun schon ein paar Tage zurückliegt), „was denken denn die Amerikaner?“, „kann er denn noch einmal antreten?“, „Sie sind ja ganz nah dran am Weißen Haus…“ ) …eine 1Live-Reporterin aus Köln sitzt bekanntermaßen täglich zum Tee im Oval Office. Es war, das kann ich Ihnen versichern, intellektuell lähmend aber zugleich auch faszinierend, zuzuhören, was mit den Zwangsgebühren aller Haushalte so veranstaltet wird.

Aber zurück zu Donald Trump, dessen öffentliche Auftritte für deutsche Zuschauer immer noch bisweilen gewöhnungsbedürftig sind. Das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta bleibt in Kraft, gestern bat Trump alle US-Senatoren zu einem Briefing über die angespannte Lage in Südostasien, und Präsident und Finanzminister Steven Mnuchin stellten auch gestern ihre Pläne für eine umfassende Steuerreform vor, natürlich – typisch Trump-Stil – „die größte in der Geschichte“. Aber lassen wir die Folklore mal beiseite. Trump ist seit drei Monaten im Amt, seine außenpolitischen Ansichten und Handlungen haben sich ganz deutlich in der Wirklichkeit eingerichtet, innenpolitische Reformvorhaben sind auf den Weg gebracht. Ob sie wirken oder ein Fehlschlag werden, wie die Schnellschüsse in den ersten Tagen (Einreiseverbot), wissen wir alle noch nicht, denn sie haben ja gerade erst begonnen. Das weiß höchstens Marc Pitzke vom „Spiegel“, für den die gerade vorgestellte Steuerreform „Blendwerk“ ist. Und natürlich das magische Duo vom Jugendkanal 1Live. Denn die sind ganz nah dran an Trump….

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Dieser Artikel wurde 2 mal kommentiert

  1. Uwe_aus_DO Antworten

    Gut, die Einsicht des amtierenden Präsidenten in Fakten hat sich verbessert. Aber soll ich das feiern? Es ist ein Hammer, dass jemand Präsident wird, der learning by doing oder training on the job betreibt. Und es gibt immer noch verdammt viele Dinge, über die ich mir ernsthafte Sorgen mache, ich nenne mal nur ein Beispiel: der Konflikt mit Nordkorea.

    Aber Klaus Kelle hat völlig Recht, wenn er den Finger in die Wunde „Qualität unserer Medien“ legt.

    Ein Verwandter von mir, selbst Angehöriger der Bundeswehr, regt sich aktuell sehr u.a. über einen Beitrag auf Spiegel Online auf. Da wird dieser syrische Oberleutnant-Flüchtling näher vorgestellt, und da heisst es dann, „durchlief sogar eine französische Generalstabsprüfung“.

    Selbst mir, als Nicht-Bundeswehr-Insider, fiel sofort auf: Was soll ein Angehöriger der Bundeswehr in einem französischen Generalstabslehrgang? Und reicht der Rang eines Oberleutnants schon aus, um erste Generalstabsweihen zu empfangen?

    Natürlich nicht. Erst einmal sollte er Hauptmann und dann Major werden.

    Aber es ist ja der Qualitätsjournalismus des Spiegel, da wird nicht hinterfragt. Genau so wie bei Trump. Wohlgemerkt: Ich bin alles andere als ein Fan dieses Präsidenten. Aber wer so pauschal und ungeprüft urteilt, begibt sich auf sein Niveau.

  2. Walter Lerche Antworten

    Seitdem Ivanka so gut mit Frau Merkel klar kommt bzw. gegenseitig, hetzen gefühlt nur noch die rot-grünen Journalisten gegen Trump.

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