In Brasilien hat der konservative Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro am Sonntag die Stichwahl verloren. Er erhielt respektable 48,2 Prozent der Stimmen, musste sich aber dem Amtsinhaber, Sozialisten und Putin-Freund Luiz Inácio Lula da Silva geschlagen geben. Mal gewinnt man, mal verliert man.
Aber Brasilien ist anders, und eine autokratische Regierung ist nie Garant demokratischer Rechte.
Denn direkt nach der Auszählung der Stimmen ordnete der Oberste Bundesrichter Alexandre de Moraes an, Bolsonaros Reisepässe binnen 24 Stunden einzuziehen. Zugleich ließ er die Dokumente annullieren und untersagte ihm, das Land zu verlassen. Diese Frist ließ der 45-jährige Senator allerdings verstreichen. Jedenfalls reiste er im Schutz der Dunkelheit illegal – möglicherweise über einen Zwischenstopp in Argentinien – aus und ist inzwischen in den Vereinigten Staaten angekommen.
Das US-Außenministerium hat am frühen Morgen bestätigt, dass Bolsonaro und seine Familie eine dauerhaftes Visum erhalten werden. Tatsächlich läuft gegen den Sohn des ehemaligen konservativen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche, Korruption und illegaler Wahlkampfbeeinflussung.