Bundespräsident Joachim Gauck und Bundesinnenminister Thomas de Maizière haben sich am vergangenen Freitag mit 50 Angehörigen der Terroropfer vom Berliner Breitscheidplatz getroffen und ihnen ihr Beileid ausgesprochen. Der „Tagesspiegel“ berichtet über die Begegnung, dass die beiden hohen Repräsentanten des Staates „fassungslos“ gewesen seien, was ihnen ihre Bürger über persönliche Erlebnisse in den Tagen danach zu berichten hatten. So seien die Angehörigen bis zu drei Tage durch Berliner Krankenhäuser geirrt, um endlich zu erfahren, ob Verwandte unter den Opfern waren. Auch seien Angehörige von Sicherheitskräften daran gehindert worden, am Trauergottesdienst in der Gedächtniskirche teilzunehmen mit der Begründung, es seien „hochkarätige Politiker in der Kirche“.

Der Höhepunkt sei dann ein Schreiben des Landes Berlin gewesen. Dabei habe es sich nicht um ein Beileidsschreiben des Regierenden Bügermeisters gehandelt, sondern um eine Rechnung der Gerichtsmedizin mit der Aufforderung, innerhalb der gesetzten Frist zu zahlen; ansonsten werde ein Inkassounternehmen das Geld eintreiben.

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Dieser Artikel wurde 5 mal kommentiert

  1. Hans Wolfgang Schumacher Antworten

    Zumindest zu dem kaltschnäuzigem Verhalten der Rechnungsabteilung der Berliner Gerichtsmedizin nehme ich Herrn Gauck und Herrn de Maiziere deren Fassungslosigkeit ab.
    Ausnahmsweise.
    Ob diese Fassungslosigkeit weitere Folgen haben wird bezweifele ich allerdings.

  2. Helga Antworten

    Ist die Überschrift korrekt? Fehlt da nicht was?

    Unser Staat ? Wer ist uns? Seit neuestem sind es alle Menschen auf deutschem Boden, denen dieser Staat gehört. So fordert es die SPD und andere Kranke.

    Geht dieser allen gehörende Staat mit allen Opfern gleich um? Natürlich nicht. Opfer mit Migrationshintergrund werden uns ausführlich vorgestellt, betrauert und mit Lichterketten posthum geehrt. Täter mit Migrationshintergrund werden entschuldigt, von wegen traumatischer Kindheit und so. In jedem Fall ist ein fremder Täter immer noch edler als ein gesetzestreuer Deutscher, weil Gesetzestreue schon wieder an Nazi-Gen gemahnt.

    Deutsche Opfer, sind Opfer aus einem Tätervolk, Nazi -Gen verseucht und haben bekommen, was sie verdienten. Es gibt keine unschuldigen, bedauernswerten , deutsche Opfer. Je mehr es von ihnen gibt, umso weniger kommt das „Nie wieder“. Ziel ist es ja deutsch ganz wegzutilgen. Doch halt: Marschieren wir nicht gerade schon wieder vor Russland auf?
    Gute Deutsche gegen böse Russen, wieder einmal und diesmal ganz ohne dreckige Nazis?

    Ach, man kennt sich gar nicht mehr aus. Dabei habe ich noch richtig lesen ,schreiben, rechnen gelernt und blieb vom Genderwahnsinn verschont. Wir leben in einem Irrenhaus. Die unteren Stockwerke stehen in Flammen , aber vom Dachgeschoss hat man noch einen schönen Blick.

  3. colorado 07 Antworten

    „Fassungslosigkeit“? Eugene Ionescu: „Wir haben viel zu große Worte für viel zu kleine Dinge. Die Proportionen stimmen nicht mehr.“ Wie „fassungslos“ unsere Politprominenz ist, kann man ja nach jedem Terroranschlag studieren. Dazu passt auch die beschriebene Rechnungsstellung des Landes Berlin.

  4. Franz Reinartz Antworten

    Warum wundert mich das eigentlich nicht?
    Ich habe angelegentlich das Sammeln und den Einmarsch der „Betroffenheitsgemeinde“ zum „Trauergottesdienst“ im TV gesehen. Ein Stelldichein der selbsternannten „Elite“. Ein grausiges Spektakel, wie ich finde! Man war offenbar bester Laune, wenn ich die Mimik der „Spitzenpolitiker“ bewerte. Die ersten Reihen waren ja auch für diese und deren religiösen Beistand reserviert.
    Fassungslose Angehörige, die vielleicht sogar vor den Kameras zusammenbrechen, hätten da doch eher gestört. Hinter anwesenden „hochkarätigen Politikern“ muss private Trauer zurückstehen.
    Dass die „Herren“ nicht gewusst haben, was da passiert, nehme ich ihnen sogar ab. Es dürfte eher unwahrscheinlich sein, dass deren Presse“arbeiter“ die tägliche Pressemappe für den Chef je mit Nachrichten über das tägliche Leben und in dem Fall Leiden der Menschen „anreichern“. Die „Filterblase“ ist undurchdringlich.

  5. Günter Munz Stuttgart Antworten

    Nicht nur eine Lehrstunde für Politiker, auch eine Lehrstunde für den normalen Bürger. Im Zweifel wird dieser vom Staat im Stich gelassen. Und auch diese „Trauerfeier“ kam nur durch politischen Druck zustande. Ohne diesen Druck von unten, hätte es diese Feier gar nicht gegeben. Auch das ist ein Teil der Wahrheit.

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