Übrigens heute ist Vatertag! Allein dieser Satz wird mir am Donnerstag 50 bis 60 Zuschriften mit dem schnoddrigen Hinweis einbringen, das Christi Himmelfahrt ist. Liebe Freunde, das weiß ich.

Dennoch finde ich es absolut geboten, wenigstens einmal im Jahr auch die Väter zu würdigen, die im Haushalt keineswegs nur für Fußball, Pommes und Fersehen zuständig sind, wie Spötter(Innen) meinen. Im Zeitalter von Muttertag, Girl’s Day, Frauenförderung und GenderGaga ist in unserem Land die Leistung von Männern, die sich liebevoll um ihre eigenen Kinder und Enkel kümmern und damit auch ihren beruflich engagierten Frauen den Rücken freihalten, viel zu sehr in den Hintergrund gerückt. In Werbespots im Fernsehen werden Väter in der Regel als liebenswerte Trottel dargestellt. Liebenswert…aber Trottel. Und im Übrigen zu doof, ein Konto ohne Hilfe der Gattin zu eröffnen. Bemüht aber untalentiert. Männer eben…

Die Lebenswirklichkeit in vielen deutschen Haushalten – sicher nicht allen – sieht heutzutage anders aus. Ich bügle seit 25 Jahren meine Hemden selbst, schmiere unseren Jüngsten morgens Schulbrote, bevor ich sie zu Schule fahre. Dafür erwarte ich keinen besonderen Dank, es ist in vielen Familien eine Selbstverständlichkeit. Weil sich auch die Familien entwickelt haben und weil es kein Ding ist, dass Mama die Glühbirne austauscht und Papa die Wäsche aufhängt. Das ist eine ganz andere Art von Vielfalt, als sich die politischen Schreihälse unserer Zeit das vorstellen.

Ich finde Ehefrauen und Mütter großartig. Aber ich erlaube mir, leise anzumerken, dass wir auch nicht schlecht sind.

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Dieser Artikel wurde 4 mal kommentiert

  1. S v B Antworten

    Stimmt, lieber Herr Kelle. Männer/Väter dürfen, nein müssen, unbedingt auch mal ein dickes Lob erhalten. Leider geschieht dies heute viel zu selten. Also bietet sich dieser schöne, sonnige Himmelfahrts-/Vatertag geradezu an, um den vielen treu sorgenden Familienvätern im Lande einmal für ihren unermüdlichen Einsatz zu danken.

    In Zeiten des unerträglichen Gender-Geschwurbels, welches oftmals bewusst dazu eingesetzt wird, Frauen/Mütter gegen Männer/Väter auszuspielen, ja die Erstgenannten gegen die Zweitgenannten aufzubringen, tun Ihre Worte der Anerkennung nicht nur der männlichen Seele, sondern ganz sicher auch den vielen nach wie vor „normal tickenden“ Frauen sehr gut.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie nicht nur einen frohen Himmelfahrts- sondern ebenfalls einen schönen Vatertag!

  2. Heribert Joppich Antworten

    ich habe schon vor 40 Jahren die Tochter morgens vor dem Büro trockengelegt und in Dreieckswindeln gewickelt, jeden Tag alle Fläschchen gekocht und auch teilweise noch gereicht. Auch wir Väter konnten das schon vor vielen Jahren. Der Kinderwagen war für mich nicht tabu.

  3. Walter Lerche Antworten

    Was am „angestrebten“ Gestellschaftsbild von Männern und Frauen ist denn hier und heute anders als in 40 Jahren DDR-Alltag? Ich kannte es gar nicht anders, als dass Frauen und Männer beruflich und privat gleichgestellt waren. Bis auf Ausnahmen waren alle Frauen und Männer berufstätig. Innerhalb der Familien war die Arbeitsaufteilung unterschiedlich und auch so, wie Herr Kelle das von sich beschreibt. Das war wirklich kein Thema! Fast für alle Kleinkinder stand ein (heute heißt das) Kindertagesstättenplatz zur verfügung. Unserer Tochter schadete das nicht – im Gegenteil, und außerdem war sie dort gern und freute sich, wenn Sie wieder abgeholt worden war. Ich als Kommunisten-Hasser kann aus eigenem Erleben nichts Negatives über die Kinderbetreuung seinerzeit sagen. Die unterschwellige politische Einflussnahme auf Kinder war nicht mehr als hier und heute ist. Letztendlich hängt die Qualität nach wie vor stets von den konkret handelnden Personen (Personal, Eltern) ab. Die SED wollte damals die Frauen genau wie Männer in den Betrieben sehen, für ein „Taschengeld“, welches wegen der vielen Subventionen genügen sollte, für alle ziemlich gleich. – Ist es in den letzten 20 Jahren bis heute nicht so geworden, dass beide Partner arbeiten müssen? Wo früher der Vater z.B. als Briefträger seine Familie mit Ehefrau + 2 Kinder ernähren konnte, dabei einen Passat fahren… Wie ist das heute zum Vergleich?
    Kommt der politische Druck zum Bau von Kindertagesstätten von den Politikern selbst zum Wohle unserer Familien? Oder tun sie das unter dem Druck der Wirtschaft? Wenn die Wirtschaft auch die Frauen in den Betrieben sehen möchte, worin unterscheidet sich die gesellschaftspolitische Position der Frau von heute gegenüber den 40 Jahren Sozialismus?
    WER von unseren Regierenden hat tatsächlich ein Interesse daran, dass es uns heute und künftig besser gehen möge als früher? Welche Beispiele dafür gibt es?

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