«Lieber Wladimir Wladimirowitsch»,…
40 Kommunalpolitiker haben sich in einem Brief an den Präsidenten der Russischen Föderation gewandt und seinen Rücktritt gefordert.Xenia Torstrem, Abgeordnete eines St. Petersburger Bezirksrats, veröffentlichte die Forderung auf Twitter. Und machen wir uns nichts vor, das beeindruckt den Imperator im Kreml keinen Jota. Wladimir Putin hat, so berichten ernstzunehmende Journalisten wie etwa der geschätzte Springer- Kollege Christoph Wanner, der derzeit aus Moskau berichtet, sein Umfeld unter Kontrolle und die Macht im Staate fest in der Hand. Also nur ein Lüftchen und keine Gefahr.

Aber…

Wenn sich Menschen das trauen in einer Zeit, in der man in Russland zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, wenn man den Krieg in der Ukraine als Krieg bezeichnet, staune ich über die Courage dieser Leute, die in jedem Moment von einem Greifkommando eingesammelt und weggesperrt werden können. Rechtsstaat ist nicht so eine große Stärke Russlands.

Bereits in der vergangenen Woche hatten Moskauer Kommunalpolitiker ein Rücktrittsgesuch an Putin gerichet. «Lieber Wladimir Wladimirowitsch», heißt es in dem Schreiben der Abgeordneten des Lomonossow-Bezirks: «Sie hatten in der ersten und teilweise in der zweiten Amtszeit gute Reformen, aber danach ging irgendwie alles schief.»

Putins Rhetorik sei von «Intoleranz und Aggression» durchsetzt und werfe Russland zurück in die Zeit des Kalten Kriegs, kritisierten die Unterzeichner weiter. «Wir bitten Sie (…), Ihren Posten zu räumen, da Ihre Ansichten und Ihr Führungsmodell hoffnungslos veraltet sind.»

Nachdem einige Oligarchen bereits sauer sind, dass sie nicht an ihre Yachten in Nizza, ihre Konten und Kinder im Internat in der Schweiz und auch nicht an ihre Geliebten in sündhaft teuren Maifair-Appartments kommen, hat jüngst sogar der Tschetschenen-Präsident, einer der härtesten Unterstützer Putins, deutliche Kritik geübt.

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Dieser Artikel wurde 17 mal kommentiert

  1. Alexander Droste Antworten

    Aserbaidschan hat einen Angriffskrieg gegen Armenien gestartet. Machen wir jetzt auch gegen Aserbaidschan, den Kriegsverbrecher İlham Əliyev, ein Embargo? Welche Sanktionen werden von der EU folgen? Aserbaidschan liefert uns Gas und Öl. Werden wir das jetzt ablehnen? Es ist doch unsere moralische Pflicht, oder? Nehmen wir jetzt alle armenischen Flüchtlinge auf? Muss Armenien nicht ganz schnell in die EU und die NATO aufgenommen werden um es vor Aserbaidschan zu beschützen?

    Nein, das Christliche Armenien hat Unterstützung in Moskau gegen den islamischen Angreifer gefordert. Was passiert, wenn Moskau eingreift?
    RUSSLAND, PUTIN, IST DANN DER AGGRESSOR, IST DOCH LOGISCH!

    • H.K. Antworten

      Herr Droste,

      selbstverständlich wird etwas passieren !

      Euro-Uschi nimmt den Konflikt „zur Kenntnis“, sagt – in ihrem stillen Kämmerlein – „DAS geht aber gar nicht !“ und geht sodann zur Tagesordnung über.

  2. H.K. Antworten

    Es ist schon mutig, was wir da einige hundert km östlich von uns erleben.

    In der Ukraine zeigen die Menschen eine erstaunliche Verteidigungsbereitschaft, einen bemerkenswerten Nationalismus, schwenken ukrainische Fahnen, viele Mädchen tragen wohl einen oder sogar zwei Zöpfe. Kurz, sie sind so ukrainisch, wie wir hier in diesem Land auf keinen Fall deutsch sein dürfen ( oder wollen ? ), um bloß ja nicht als „rääächts“ zu gelten.

    In Rußland gibt es ( Kommunal-) Politiker, die sich trotz FSB, OMON & Co trauen, öffentlich den Genossen Putin zu kritisieren. Nicht durch die Blume, hinter vorgehaltener Hand, nicht im Verborgenen, nicht anonym, nein, lautstark, öffentlich und mit ihrem Namen.

    In Deutschland kuscht jeder ( Kommunal-) Politiker, wenn sich auch nur ein Einzelner, der sich „queer“ oder „trans“ oder „non-binär“ fühlt, u.U. evtl. vielleicht ggf. „diskriminiert“ fühlen KÖNNTE oder entrüstet ist und sich öffentlich empört, wenn man ( oder besser: frau ) sich den Vornamen „Heinrich“ aussucht und dann als „Herr xy“ angesprochen wird, und wirft alle Werte, alles, was dieses Land groß und stark gemacht hat, kurzerhand, dem „Zeitgeist“ gehorchend, über Bord.

    „Mutig“ geht anders.

    • S v B Antworten

      Angesichts Ihrer Auslassungen, lieber H.K., könnte sich beinahe der Verdacht einstellen, dass es mit unseren – immer wieder gerne zitierten – demokratischen, westlichen Werten dann doch wohl nicht so arg weit her sein kann.

      • H.K. Antworten

        Naja, wenn sich schon ein großer Teil der Deutschen und Deutschinnen nicht mehr traut, öffentlich und frei heraus die eigene Meinung zu äußern, wenn freie, demokratische Wahlen mal eben kurzerhand „rückgängig gemacht“ werden und die Wähler demokratisch in die Parlamente gekommener Parteien als „braune Sauce“ bezeichnet werden, wenn unsere Regierung sich den „Kampf gegen rääächts“ auf die Fahne geschrieben hat, alles, was „links-grün“ ist, aber beklatscht, incl. „Antifa“, wenn Straftaten bestimmter Bevölkerungsteile in den Medien, vor allem in den Öffentlich Rechtlichen, gar nicht gemeldet werden, wenn überall in diesem Land mit zweierlei Maß gemessen wird, dann – ja dann …

        • Alexander Droste Antworten

          Wen wundert es, wenn Maoisten, Stalinisten, Marxisten, Polpotisten, Kimisten etc. alle Schlüsselpositionen gekapert haben – den langen Marsch durch die Institutionen endlich vollzogen haben?
          Diese kleine, radikale, laute Minderheit macht eine lange Nase denen, die (bisherige) Demokratie als etwas Erhaltungswürdiges verteidigen und verspotten sie als kleine, laute, radikale Minderheit und nennen ihren ideologischen Dogmatismus, ihre Überheblichkeit, Bigotterie und Heuchelei Demokratie und lassen sich das von den Verhöhnten fürstlich bezahlen. Sie beschimpfen andere Nationen als korrupt und sind selbst die größten Meister darin. Naja, wenigstens das beherrschen sie. Ansonsten dürfen wir uns eingliedern in die Afrikanischen Staaten: Bärbock sagte in einer Rede kürzlich: „Die Welt ist anders als 1970, auch bei uns hier in meinem Afrikanischen Staat.“ (O-Ton! gerade vor einer Woche)

          Was gedenken Sie, die Mitleser und Mitschreiber hier bei uns in meinem Afrikanischen Staat, wie wir diese Fehlbesetzung im Bunztach und ReGierung nebst Verfaselungsschutz wieder los werden?
          Bald geht einem Gros der Landsleute das Licht aus, andere werden kurzerhand vor die Tür gesetzt um „Flüchtlingen“ Platz zu machen. Die einen bekommen alles bezahlt, die anderen können sehen wo sie bleiben. Brücke ist das Komfortabelste. Wer nicht verprügelt, abgefackelt, gemessert oder vergewaltigt wird, hat noch mal Glück gehabt. Wer den Mund zur Klage öffnet, ist sogleich rechtsextremistischer und antisemitischer Verschwörungsesotherikernazi. Fakten werden verdreht, wenn überhaupt zur Kenntnis genommen.

          An anderer Stelle machte ich aufmerksam auf einen Dr. Matthes Haug, der handfest belegen kann, auch nach 52 Gerichtsverhandlungen bestätigt, dass wir Deutschen rechtlos sind und unter der Herrschaft der SHAEF-Militärgesetze stehen, dass die BRD aufgehört hat zu existieren als man 1990 den Artikel 23 GG Geltungsbereich gestrichen hat (da steht jetzt Europäische Union). Er sagt, dass die UNO als Bollwerk gegen das Deutsche Reich gegründet wurde, wo wir nach wie vor als Feindstaat gelistet werden. Sobald wir aufhören Befehle der Alliierten auszuführen, haben sie das Recht, die Deutschen auch militärisch zur Raison zu bringen. Das Besatzungsstatut besteht immer noch, was Barak Obama in Ramstein betonte und das bis 2099. Achtung! Zu den Alliierten gehört auch Russland! Mit denen legt sich unsere ferngesteuerte Bunzregierung gerade an und bricht das Waffenstillstandsabkommen der 2+4-Verträge.
          Mich wundert jedenfalls in Bezug auf die aktuellen Ereignisse nichts mehr.

  3. gerd Antworten

    „Aserbaidschan hat just, kaum dass die Tinte unter den Öl- und Gaslieferverträgen mit den Friedensengeln der EU trocken ward, das Staatsgebiet von Armenien angegriffen. Wie es scheint, werden Staaten, kaum dass sie den friedensgarantierenden Wertewesten als Kunden haben, kriegslüstern. Ob wir uns jetzt mit den Armeniern solidarisch erklären, den Farben der ukrainischen Flagge im social-media-Profil ein fröhliches Rot hinzufügen, die Gaslieferverträge mit dem völkerrechtswidrigen Aggressor wieder einstampfen und Sanktionen gegen Baku verhängen? Wenn nicht ist die EU zumindest einmal mehr der grenzenlosen Heuchelei überführt.“ (Fragolin)

    Schon komisch, dass in diesem Blog darüber nichts zu lesen ist. Muss man denn alles selber machen………?

      • gerd Antworten

        Werter Herr Droste,

        ich wollte Ihrem Kommentar nur Nachdruck verleihen. Ich warte auf eine Antwort derjenigen, die Russland besiegen wollen. Ich bin geduldig………. 😉

        • Gerd Rau Antworten

          Schon interessant wie kriegsführende Länder von einigen hier mit allen Mitteln verteidigt werden. Früher war es einmal so das dem Angegriffenen geholfen wurde, wenn man in Deutschland vielleicht frieren könnte, dann wird halt der Aggressor unterstützt.

          • gerd

            Von einigen mit allen Mitteln? Schon interessant, dass die eigene Argumentation mit Scheinwaffen geführt wird.
            Wer hilft denn jetzt den Armeniern, die von Aserbaidschan dem Agressor völkerrechtswidrig angegriffen werden? Hier im Blog ist das noch nicht einmal eine Randnotiz. Meinen Sie etwa, dass die Fixierung auf den Satan Putin, jemanden verpflichtet über andere Kriege gefälligst den Mund zu halten? Also ich tue das nicht und nebenbei gesagt, ist jeder völkerrechtswidrige Krieg ein Verbrechen, wie gesagt alle Kriege zusammengenommen. Das gilt für die Machthaber Moskau ebenso wie für diejenigen in Baku.

          • H.K.

            @ gerd

            Wenn Sie Aserbaidschan fragen, ist der Konflikt, der ja – hoffentlich – kein ausgewachsener Krieg wird, „absolut berechtigt“.

            Fragen Sie Armenien, wohl eher nicht.

            Wenn wir Herrn Putin fragen, ist der – ohne Frage – der Ansicht, daß der Krieg gegen die Ukraine, der ja nicht so genannt werden darf, selbstverständlich berechtigt.

            Interessant, daß sich hier ehemalige Sowjetrepubliken be-krieg-en und alle mit großer Sorge und mit meist schlauen Rat- und Sanktionsvorschlägen aufwarten.

            Daß die Türkei als NATO-Mitglied den ebenfalls NATO-Nachbarn Griechenland bedroht und das – selbstverständlich – als berechtigt ansieht, rangiert in den Nachrichten wenn, dann unter „ferner liefen“.

            Es stellt sich schon die Frage, wann denn tatsächlich ein Krieg „berechtigt“ und „völkerrechtskonform“ ist.
            Vielleicht so wie der Krieg Amerikas gegen den vor Massenvernichtungswaffen strotzenden Irak ?

            „Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“.

            In Wahrheit ist Krieg das Eingeständnis, daß die Politik oder besser: die PolitikER versagt haben – auf ganzer Linie.

  4. Günther M. Antworten

    Zitat – K. Kelle
    … hat jüngst sogar der Tschetschenen-Präsident, einer der härtesten Unterstützer Putins, deutliche Kritik geübt.

    SUCHFUNKTION – EINGABE KADYROW – NACHSTEHENDE ÜBERSCHRIFTEN.

    BILD
    Der Bluthund geht auf sein Herrchen los

    Frankfurter Rundschau:
    „Putins Bluthund“: Kadyrow will sich anscheinend zurückziehen

    K kreiszeitung de
    Wladimir Putin im Koma? Tschetschenen-Bluthund befeuert Gerüchte

    Kölner Stadtanzeiger:
    Putins „Bluthund“ Kadyrow droht Moskaus Militärplanern

    MERKUR
    „Situation ist unfassbar“: Putins „Bluthund“ Kadyrow wütet nach Ukraine-Rückschlag und droht Moskau

    n news:
    Putin-Bluthund ätzt gegen Kreml-Boss

    ntv:
    Putins „Bluthund“ Kadyrow droht Moskaus Militärplanern

    oe24:
    Bluthund Kadyrow geht auf Putin los

    RTL NEWS:
    Putins Bluthund droht Russlands Militärplanern – „Es wurden Fehler gemacht“

    SPIEGEL:
    Putins »Bluthund« Ramsan Kadyrow will wohl doch nicht zurücktreten

    TAGESSPIEGEL
    „Sie haben die Leute nicht vorbereitet“: Putins „Bluthund“ Kadyrow kritisiert russische Armee

    t-online
    Putins „Bluthund“ spricht von russischen Fehlern

    web de:
    Putins „Bluthund“ Kadyrow prangert militärische Fehler Russlands an und droht mit Petze

    ÜBERSCHRIFTEN EINER PUBLIKATION AUS DEM „REICH DES BÖSEN“ – 14.09.2022

    18:39 Uhr
    Generalinspekteur der Bundeswehr zweifelt an Kraft der Ukrainer für Gegenoffensive

    17:12 Uhr
    Volksrepublik Donezk meldet vier verletzte Kinder nach ukrainischem Beschuss eines Kindergartens

    16:35 Uhr
    Der ukrainische Präsident besucht die Stadt Isjum

    Ein Kommentar dürfte sich erübrigen!

      • gerd Antworten

        Verstehe nicht, dass Sie werter Herr Kelle über den aktuellen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Aserbaidschans gegen Armenien keinen Kommentar abgeben. Sind das weniger wichtige Menschenleben wie in der Ukraine?

      • Günther M. Antworten

        @Klaus Kelle
        Seriosität ist die Antwort, reißerische Überschriften vom Bluthund Kadyrow dienen dem nicht.
        Diesen Deutschen Blättern mit ihren reißerischen Überschriften,
        habe ich ein Medium gegenüber gestellt, dessen Meldungen keine Herabwürdigung oder Kraftausdrücke aufweisen.

        Hier noch mal der Schlußsatz ihres Artikels…
        … hat jüngst sogar der Tschetschenen-Präsident, einer der härtesten Unterstützer Putins, deutliche Kritik geübt.

        Eine Meldung zu der Kritik des (ihre Bezeichnung) Tschetschenen-Präsidenten.

        Das Oberhaupt der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, hat erklärt, dass sich die russischen Truppen während der Sonderoperation nicht zurückgezogen hätten.
        Dies dementierte Kadyrow auf seinem Telegram-Kanal am Mittwoch.
        Er begründete den Rückzug der russischen Truppen mit ihrer „subtilen“ Taktik und forderte auf, den Provokationen des Westens nicht zu glauben…

        …Kadyrow hob hervor, wenn es nach ihm ginge, verhängte er den Kriegszustand über das ganze Land und setzte jede Art von Waffen ein, da sich Russland seiner Meinung nach heute im Krieg mit dem gesamten NATO-Block befinde.

        Sollten Sie die Frage stellen wollen, an was ich glaube…
        …Kurzantwort: 3Kg Rindfleisch & wenig Wasser = nahrhaftes Süppchen!

  5. .TS. Antworten

    Mut findet man vor allem bei zweierlei Betrofffenen:
    Solche deren „Mut“ keinerlei persönliches Risiko bedeutet, und solche die so oder so nichts mehr zu verlieren haben und ohnehin nur noch die Flucht nach vorn antreten können.

    Welche der beiden Möglichkeiten trifft bei den Petersburger Politikern wohl zu? Und warum?

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