Medienboykott: Wie Trump sich selbst ins Knie schießt

Dieses Disruptive am Präsidenten der Vereinigten Staaten hat mir schon oft gefallen. Unerwartete „Moves“, wie man das heute nennt, Freund und Feind im Ungewissen lassen – das ist auch eine Strategie.

Allerdings bin ich seit einiger Zeit der Ansicht, dass es Donald Trump inzwischen deutlich übertreibt.

Auch bei eher kleinen Dingen, wie der Zusammensetzung des Pressecorps im Weißen Haus.

Natürlich muss der Präsident der Vereinigten Staaten nicht jedes Medium zulassen zu Hintergrundgesprächen oder auf Auslandsreisen. Aber seine aktuelle Volte, meinungsführende Großmedien wie CNN, MSN und auch Springers „Politico“ auszuladen, das ist vollkommen inakzeptabel in einer Demokratie.

Vor allen Dingen, wenn man als Begründung dann hört, dass die nicht freundlich genug über das segensreiche Wirken Trumps berichtet hätten.

Ex-Präsident Obama hat das erst jüngst bei einer Veranstaltung vor demokratischen Anhängern launig formuliert: „Stellt Euch mal vor, was losgewesen wäre, wenn ich Fox News aus dem Weißen Haus geworfen hätte…“

In einem demokratischen Staat muss niemand Journalisten bevorzugen oder bauchpinseln, aber ihre Arbeit behindern, das ist demokratietechnisch nicht in Ordnung, vor allem aber zeigt es eine erstaunliche Unsouveränität des Amtsinhabers im Oval Office.

Bei der Einweihungsfeier für den neuen Hubschrauberlandeplatz am Weißen Haus gestern hielt Trump eine Rede, die kaum einer verstehen konnte. Grund: es waren keine Pressevertreter anwesend, die ihn mit einem Mikrofon hätten ausstatten können. Der offizielle Livestream des Weißen Hauses übertrug stattdessen den ohrenbetäubenden Lärm des daneben abgestellten Hubschraubers.

Der Pressepool des Weißen Hauses  – ABC, CBS, CNN, Fox News und NBC – liefert normalerweise abwechselnd Livebilder und Ton, auf die alle Medien zugreifen können, um die Botschaften in die Welt hinauszutragen. Nur dieses Mal war halt keiner da von den „Fake News“…

 

 

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