Dieses Disruptive am Präsidenten der Vereinigten Staaten hat mir schon oft gefallen. Unerwartete „Moves“, wie man das heute nennt, Freund und Feind im Ungewissen lassen – das ist auch eine Strategie.
Allerdings bin ich seit einiger Zeit der Ansicht, dass es Donald Trump inzwischen deutlich übertreibt.
Auch bei eher kleinen Dingen, wie der Zusammensetzung des Pressecorps im Weißen Haus.
Natürlich muss der Präsident der Vereinigten Staaten nicht jedes Medium zulassen zu Hintergrundgesprächen oder auf Auslandsreisen. Aber seine aktuelle Volte, meinungsführende Großmedien wie CNN, MSN und auch Springers „Politico“ auszuladen, das ist vollkommen inakzeptabel in einer Demokratie.
Vor allen Dingen, wenn man als Begründung dann hört, dass die nicht freundlich genug über das segensreiche Wirken Trumps berichtet hätten.
Ex-Präsident Obama hat das erst jüngst bei einer Veranstaltung vor demokratischen Anhängern launig formuliert: „Stellt Euch mal vor, was losgewesen wäre, wenn ich Fox News aus dem Weißen Haus geworfen hätte…“
In einem demokratischen Staat muss niemand Journalisten bevorzugen oder bauchpinseln, aber ihre Arbeit behindern, das ist demokratietechnisch nicht in Ordnung, vor allem aber zeigt es eine erstaunliche Unsouveränität des Amtsinhabers im Oval Office.
Bei der Einweihungsfeier für den neuen Hubschrauberlandeplatz am Weißen Haus gestern hielt Trump eine Rede, die kaum einer verstehen konnte. Grund: es waren keine Pressevertreter anwesend, die ihn mit einem Mikrofon hätten ausstatten können. Der offizielle Livestream des Weißen Hauses übertrug stattdessen den ohrenbetäubenden Lärm des daneben abgestellten Hubschraubers.
Der Pressepool des Weißen Hauses – ABC, CBS, CNN, Fox News und NBC – liefert normalerweise abwechselnd Livebilder und Ton, auf die alle Medien zugreifen können, um die Botschaften in die Welt hinauszutragen. Nur dieses Mal war halt keiner da von den „Fake News“…
41 Kommentare
Nur nebenbei : In Deutschland haben regierungskritsche Medien auch nicht die Reichweite die sie verdienen. Und darüberhinaus wird versucht dieselben wirtschaftlich dorch Werbeboykotte zu ruinieren.
Wer im CDU Haus ist , sollte nicht mit Steinen werfen. Stichwort EU Medienkontrolle, van der Leyen, Altersverifizierung im Internet etc.
@Berthold Bohner,
wer ist denn „im CDU-Haus“?
@ Berthold Bohner
Regierungskritische Medien haben sehr wohl eine große Reichweite, sind in der BPK vertreten und werden dort anders als bei Trump nicht rausgeschmissen, nur weil sie mit der Regierung, Merz etc. immer wieder hart ins Gericht gehen. Gerade nach den aktuellen Wahlergebnissen.
Ich denke, mit regierungskritisch meinen Sie Vertreter der alternativen Medien, die kritisch NUR gegenüber der Regierung und den „Kartellparteien“ sind, nicht und nie aber gegenüber der größten Oppositionspartei in diesem Land, diese sogar 24/7 loben und damit indirekt Wahlwerbung für sie betreiben.
Und sich zudem nicht dem Pressekodex des Deutsche Presserates verpflichtet fühlen.
Trump hat alles erreicht was es in den USA als Politiker zu erreichen gibt. Auf wen sollte der noch Rücksicht nehmen? Ganz sicher nicht auf CNN….die konnte er noch nie leiden.
Der ehemalige Politikchef der Bild-Zeitung Ralf Schuler durfte früher Frau Merkel im Kanzlerflieger begleiten.
Seit er bei NIUS arbeitet, ist das nicht mehr möglich.
Finde den Fehler.
Das liegt nicht an Ralf, sondern daran, dass die BILD ungleich relevanter ist als NIUS.
Als Sprachrohr für die Corona-Lockdown-Faschisten war die Bild sehr relevant. Und was die Abbildung von sekundären Geschlechtsteilen der Frauen auf den Titelblättern in den siebzigern (meine Lehrzeit) anging, war BILD absolute Spitze. Meine selige Mutter entdeckte mal ein Exemplar in meinem Besitz: Dieses Schundblatt kommt mir nicht ins Haus. Weisst’e Bescheid….
Ach ja, Reichelt flötete 2020 auch das hohe Lied der Impfung. Aber als Chefredakteur der BLÖD musste der ja auch. Schön auf Linie bleiben.
Ich finde es schlecht wenn man die Fehler der anderen übernimmt. Faschisten haben Weltkriege angefangen und KZ’s gebaut und das wird mit solchen Vergleichen verharmlost. Und jetzt wird der Vergleich benutzt um Menschen mundtot zu machen.
Ich habe während der Coronazeit, weil ungeimpft meinen Job verloren, kam in keine Arztpraxis und wurde beim Augenoptiker vor die Tür gesetzt. Für mich ist das Faschismus ohne Todesfolge. Faschismus ist nicht nur bei den Nazis zu suchen….
@ Gerd Franken
Man war bereit, den Nürnberger Kodex, der eine Folge der medizinischen Verbrechen in der Nazizeit war, zu brechen. Bei einzelnen Berufsgruppen wie Pflegepersonal und Soldaten ist dieser Kodex gebrochen worden.
Weder die sog. Qualitätsmedien noch die selbsternannten Demokraten haben sich in der Corona-Zeit oder bei der mangelhaften Aufarbeitung davon distanziert.
Faschismus pur.
@Dr. Hildegard Königs-Albrecht
Meine Frau arbeitet seit über 40 Jahren in einer Behindertenwerkstatt als Gruppenleiterin. In dieser Einrichtung wurden alle, ausnahmslos alle Behinderten mit der Gen-Brühe geimpft, ohne eine nennenswerte Aufklärung. Jeder der Beschäftigten bekam nach der Spritze einen Schokoriegel. Muss man sich mal geben. Ein Beschäftigter fragte meine Frau, ob er auch einen Riegel bekommt, wenn er sich nicht impfen lässt. Sie ahnen wie es ausging. Sie selber war die einzigste von über 300 Mitarbeitern, die sich nicht hat impfen lassen. Der danach folgende Spiessrutenlauf zum täglichen Test, wurde ihr dann auch noch vom Lohn abgezogen. Die Tests waren im übrigen immer negativ. Meine Frau hat keinen Tag krank „gefeiert“, während ihre Kollegen tage bzw. wochenlange Fehltage nach der Spritze hatten. Inzwischen sind einige an Turbokrebs gestorben.
@gerd-rau, wenn das kein Faschismus in Reinform ist, dann bringen Sie bitte entsprechende Beispiele. Ich kann ja völlig falsch liegen.
Auch die Bestrebungen, Organspende ohne ausdrücklichen Widerspruch zur Regel zu machen, würde ebenso wie eine Impfpflicht das Selbstbestimmungsrecht über den Körper verletzen.
Seit Jahren arbeitet der rührige Ex-Minister Lauterbach an dieser Lösung.
Das war vielleicht vor 1 oder 2 Jahren so. Inzwischen dürfte NIUS die Nummer 1 der Nachrichtensender sein.
Vermutlich nicht bei 70+ aber die sind eh hoffnungslose fälle und bald weg.
Ich wette von Jugendlichen bis ca. 40+ dürfte NIUS um Welten über Bild liegen.
Bie Bildzeitung hat in 2 Quartal noch ca. 920000 Exemplare Verkauft.
Die gemittelte tägliche Zuschauerzahl von allen NIUS Formaten in mittleren sechstelligen Bereich laut KI
Ich wette von Jugendlichen bis ca. 40+ dürfte NIUS um Welten über Bild liegen.
Bie Bildzeitung hat in 2 Quartal noch ca. 920000 Exemplare Verkauft.
@Sobiech Christoph,
ich verweise auf meine Antwort an Frau Dr. Königs-Albrecht zum gleichen Thema.
NIUS verkauf überhaupt keine Exemplare – wie die BILD spielt die Musik im Internet. Wenn Sie sich wünschen, dass NIUS vorn liegt, bedeutet das nicht, dass das auch so ist. Zwischen BILD und NIUS liegen auch heute Lichtjahre.
NIUS bespielt unsere konservative Blase perfekt und professionell. Vor ein paar Monaten gab es eine offizielle Aufstellung der freien Portale für unsere Milieus. Die meisten Zugriffe hatte Tichy, dann NIUS und danach Apollo News und Reitschuster. Ich komme mit meinen drei Portalen deutlich dahinter, was allerdings nicht relevant für meine Arbeit ist, denn wenn ich in Berlin bei CDU, AfD oder auch SPD anrufe, stellen die mich immer durch 🙂
kk
NIUS hat zur Zeit 614.000 Abonnenten und mehrere hunderttausend Aufrufe pro Tag. Und die Bildzeitung?
BILD.de kommt im Schnitt auf 580 bis 640 Millionen Visits pro Monat und generiert dabei insgesamt rund 2 Milliarden Seitenaufrufe monatlich.Pro Tag greifen durchschnittlich 13 Millionen digitale Unique User auf die Inhalte von BILD zu…
Was Sie offenbar meinen, liebe Frau Dr. Königs-Albrecht, sind die kostenlosen Youtube-Nutzer. Auch eine Menge, aber eine ganz andere Liga.
Durch einen Hackerangriff im Juli 2025 wurden Kundendaten von NIUS skandalöserweise im Netz veröffentlicht, die allerdings detaillierte Einblicke in das Bezahlmodell des Portals gaben: Bei NIUS waren 5750 Nutzer registriert. Ein Großteil der registrierten Nutzer entfiel dabei auf kostenfreie Accounts. Die Zahl der echten, zahlenden Jahresabonnenten (für 99 Euro oder 199 Euro pro Jahr) lag zu dem Zeitpunkt bei unter 1.000 Personen. Die Gesamteinnahmen bis Sommer 2025 beliefen sich auf rund 350.000 Euro.
Der jährliche Umsatz der BILD-Gruppe bei Springer liegt – je nachdem, was einbezogen wird, zwischen 450 und 500 Millionen Euro. Er setzt sich aus dem Vertrieb (Verkauf der gedruckten Zeitung und digitale Abos wie BILD Plus) sowie den Werbeinvestitionen (Anzeigen im Print-Bereich und digitale Display-Werbung) zusammen.
Die offiziellen Bilanzen von NIUS weisen für das Jahr 2024 eine Nettoverlust von knapp 16,2 Millionen Euro aus, im Vorjahr waren es minus 13,8 Millionen.
Schön, wenn man dann einen Mäzen hat 🙂 „Someone has to pay the bills“ (Donald Trump)
Okay, ich habe früher nicht die Bild-Zeitung gelesen und heute auch nicht. Jahrzehnte war ich Abonnentin der RP – auch zu Zeiten, als Sie noch in der RP schrieben – in den Corona-Jahren habe ich gekündigt und nie wieder Rheinische Post gelesen.
CICERO, TICHYS Einblick, NIUS, NZZ Newsletter, VATIKAN-Newsletter und nicht zuletzt die TAGESPOST helfen mir ungemein, die Tagesschau zu kommentieren.
Liebe Grüße
Kö-A
Ich nehme an, Sie haben auch die wöchentliche Kolumne „Politisch inkorrekt“ in der RP jeden Freitag gelesen, von diesem spritzigen und klugen jungen Mann aus Ostwestfalen 🙂
Na klar, aber jung ist der nicht mehr oder meinen Sie einen anderen als ich.
Mein Großvater gest. 1974, hat die Rheinische Post immer in handliche Stücke geschnitten und diese dann als Toillettenpapier genutzt. Der Mann hatte wohl visionäre Vorstellungen…..
…ich hoffe aber erst, nachdem ich da herauskomplementiert wurde….
Mein Großvater ist 1974 gestorben. Danach gab es, nach einer gewissen Übergangszeit, echtes Toillettenpapier. Sie sind also nicht betroffen…..
Wie gut, daß es Mäzene gibt, die nicht einfach eine Partei finanzieren sondern ein Gegengewicht gegen den ÖRR gestalten.
Dass sich sogar Trumps Hofberichterstatter Fox-News dem Boykott angeschlossen hat, sollte Donald eigentlich zu denken geben.
Aber mit dem Denken und auch mal Fehler eingestehen hat es „the greatest president ever“ ja nun mal nicht so.
Das mit dem „Disruptiven“, werter @Klaus Kelle, kann man durchaus hier und dort mal taktisch einsetzen. Wobei ich dessen Alternative – das Gegenüber erst mal im Unklaren lassen – für weitaus effizienter halte.
Wer aber ausschließlich disruptiv und erratisch unterwegs ist, heute das eine, morgen das Gegenteil sagt, Zölle verhängt, um sie tags drauf wieder auszusetzen, einen Sieg verkündet um nur Stunden später dem Iran mit weiteren Angriffen zu drohen, der macht sich zum Deppen – Freund wie Feind gegenüber – den man nicht mehr ernst nimmt sondern erst mal abwartet und dann sein eigenes Ding macht.
Boris Reitschuster wurde wegen seiner Corona-Kritschen Haltung seiner Zeit ebenfalls von der Bundespressekonferenz ausgeschlossen. Wir brauchen für solche Skandal also nicht über den Atlantik zu blicken.
COMPACT-TV Chef Paul Klemm hat als Journalist ebenfalls bis heute Hausverbot im Deutschen Bundestag.
Und der Klassiker:
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat im Jahr 2000 zwei Journalisten von Sat 1 Hausverbot im Bundestag erteilt, weil diese aufgedeckt haben, dass in 22 von insgesamt 28 Toiletten des Gebäudes Spuren von Kokain nachzuweisen waren. Das Berliner Verwaltungsgericht hat das Hausverbot später für unrechtmäßig erklärt und aufgehoben.
Was haben alle diese Fälle inclusive der von Trump gemeinsam: Die Macht der Politiker wird dazu missbraucht, kritischen Berichtserstattern das Leben schwer zu machen oder ihnen den Mund zu verbieten! Sowas darf es in einer westlichen Demokratie schlicht und einfach nicht geben.
@ Martin Ludwig
„Boris Reitschuster wurde wegen seiner Corona-Kritschen Haltung seiner Zeit ebenfalls von der Bundespressekonferenz ausgeschlossen.“
So stellt es Boris Reitschuster dar. Ich habe seine Empörung damals auf seinem Blog verfolgt. Abgenommen habe ich ihm das nur sehr bedingt, weil nicht nur er sondern auch andere Journalisten regelmäßig äußerst kritische Fragen zu Corona stellten, diese aber nicht ihre BPK-Vereinsmitgliedschaft verloren.
Deswegen habe ich mal nachgehakt, und tatsächlich verhielt es sich dann doch ganz anders.
Boris Reitschuster hatte damals seinen Firmen- und Wohnsitz nach Montenegro verlegt. Das widerspricht der Satzung des Vereins, nach der Mitglieder der BPK aus Berlin oder Bonn ständig und weit überwiegend über bundesrepublikanische Politik berichten sollen. Da Boris Reitschuster nicht mal mehr ein Büro oder gar nur „Briefkasten“ in Deutschland unterhielt, verlor er seine BPK-Mitgliedschaft. Das Impressum von Reitschuster gibt heute noch ausschließlich Nerceg Novi in Montenegro an, mit Boris Reitschuster als Privatperson und freier Journalist.
Der Darstellung wurde und wird dann durch viele alternative Medien noch die Krone aufgesetzt, Reitschuster wäre von der Regierung rausgeschmissen worden, was kompletter Humbug ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern wie auch den USA, sind nicht die Regierung oder Ministerien Hausherr der BPK sondern der gleichnamige Verein (BPK e.V.), in dem rund 900 hauptberufliche Journalisten aus Deutschland organisiert sind.
Sprich: Boris Reitschuster wurde nicht von der Regierung sondern seinen journalistischen Kollegen ausgeschlossen, weil er eine entscheidende Kernsatzung des Vereins nicht mehr erfüllte.
Dass die BPK hier überparteilich arbeitet, sieht man daran, dass sie sehr regelmäßig führende AfD-Politiker einlädt, die sich dann den Fragen der BPK-Journalisten stellen. Wie nach den jüngsten Wahlen in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern.
Ich wusste, dass dieses „Gegenargument“ kommt, lieber @Harald.
Und ich hätte sogar gewettet, dass es von dir kommt 😉
Bitte nächstes Mal nicht ungeprüft den Narrativ der Medien übernehmen, sondern selbst die Statuten der BPK nachlesen. Dort steht nämlich in §2 Abs.1 folgendes:
„§ 2 (1) Der Verein ist ein Zusammenschluss deutscher Parlamentskorrespondenten, die aus Berlin und/oder Bonn ständig und weit überwiegend über die Bundespolitik berichten. Die Korrespondententätigkeit muss hauptberuflich als angestellte(r) Redakteur(in) oder freie(r) Journalist(in) für Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Wochen- und Monatszeitschriften, Nachrichtenagenturen, Presse- und Informationsdienste oder elektronische Medien ausgeübt werden, die ausschließlich gegen Entgelt verbreitet werden und einer sachlichen Information der Öffentlichkeit über das politische Geschehen dienen. Den in Satz 2 aufgeführten Medien sind Hörfunk- und Fernsehanstalten sowie Online-Medien gleichgestellt. Gleichgestellt sind auch Korrespondentenbüros, die ihre journalistische Arbeit den in Satz 2 aufgeführten Medien gegen Entgelt zur Verfügung stellen.“
Bitte zeige mir die genaue Stelle, an der festgelegt wurde, wo sich der „Firmensitz“ dieser Parlamentskorrespondenten befinden muss.
Mein Beruf erfordert regelmäßig, dass ich Vorschriften und Sachverhalte subsumieren muss. Ich hasse es, aber tue es jetzt trotzdem für dich:
Gem. § 2 Abs. 1 Satz 1 der Vereinssatzung handelt es sich bei Parlamentskorrespondent um Deutsche, die aus Berlin und/oder Bonn ständig und weit überwiegend über die Bundespolitik berichten.
Herr Reitschuster ist Deutscher im Sinne des Grundgesetzes und befand sich zur besagten Zeit auf allen BPK’s in Berlin. Er berichtete ständig und überwiegend aus der Bundesrepublik Deutschland.
Gem. § 2 Abs. 1 Satz 2 muss die Korrespondententätigkeit hauptberuflich als angestellte(r) Redakteur(in) oder freie(r) Journalist(in) für Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Wochen- und Monatszeitschriften, Nachrichtenagenturen, Presse- und Informationsdienste oder elektronische Medien ausgeübt werden, die ausschließlich gegen Entgelt verbreitet werden und einer sachlichen Information der Öffentlichkeit über das politische Geschehen dienen.
Herr Reitschuster ist ich als freier Journalist im Sinne der Satzung und betreibt die Internetseite „reitschuster.de“. Es handelt sich hierbei um keine Firma, folglich kann auch kein Firmensitz verlegt worden sein – was, wie bereits dargestellt, jedoch ohnehin nirgendwo eine Rolle gespielt hätte, da lediglich die Staatsangehörigkeit thematisiert wird. (In §2 Abs. 3 findet sich übrigens auch eine Ausnahmeregelung hinsichtlich der Staatsangehörigkeit, was im umkehrschluss darauf hindeuted, dass nur der Ort der Berichtserstattung, nicht jedoch die Staatsangehörigkeit des Journalisten oder des Mediums im Vordergrund stehen)
Die Internetseite dient einer sachlichen Information der Öffentlichkeit über das politische Geschehen.
Sie wird unentgeltlich betrieben, was jedoch seitens des Vereins bereits thematisiert wurde und für Onlinemedien akzeptiert ist. Dieser Punkt wurde somit folgerichtig auch nicht moniert.
§ 2 Abs. 1 Satz 3 besagt, den in Satz 2 aufgeführten Medien sind Hörfunk- und Fernsehanstalten sowie Online-Medien gleichgestellt.
Es handelt sich bei der Seite „reitschuster.de“ um einen Internetblog, insofern kann er sowohl als „elektronisches Medium“, als auch als Onlinemedium bezeichnet werden und entspricht damit den Vereinsrichtlinien.
§ 2 Abs. 1 Satz 4 besagt, dass auch Korrespondentenbüros, die ihre journalistische Arbeit den in Satz 2 aufgeführten Medien gegen Entgelt zur Verfügung stellen, gleichgestellt sind.
Herr Reitschuster ist selbst betreiber eines entsprechenden Korrespondentenbüros und insofern nicht auf die genannte Gleichstellung angewiesen.
Nach Prüfung aller Vereinsstatuten ist festzustellen, dass Herr Reitschuster Parlamentskorrespondent im Sinne der Satzung der BPK ist und alle Voraussetzungen der Satzung erfüllt.
Die Begründung für Reitschusters Ausschluss ist damit lächerlich und jeder, der nur einen Funken Verstand besitzt kann erkennen, dass der Ausschluss rein zufällig genau dann stattgefunden hat, als die Fragen zum Umgang mit der Corona-Pandemie sehr lästig wurden.
Abgesehen davon:
Es bleiben die weiteren von mir genannten Fälle, bei denen die Gleichartigkeit zum beschriebenen Fall „Donald Trump“ nichtmal in Frage gestellt werden kann.
@ Martin Ludwig
Und mir war klar, dass Sie dieses Argument bringen.
Natürlich steht in der Vereinsatzung nicht, dass das Medium, für das ein Journalist arbeitet, seinen Firmensitz in Deutschland (Berlin oder Bonn) haben muss. Für ausländische Medien ginge das ja gar nicht. Aber, diese haben Korrespondenten, die dauerhaft vor Ort sind und „ständig aus Berlin und/oder Bonn weit überwiegend über die Bundespolitik berichten.“ Boris Reitschuster konnte nicht glaubhaft belegen, wie er das aus Montenegro heraus leisten wolle. Es fiel ja auch auf, dass er fast nur zu Corona-BPKs vor Ort war, sonst nicht.
Boris Reitschuster hat nach der einstimmigen Ablehnung seines Widerspruchs durch den Vereinsvorstand angekündigt, dagegen zu klagen. Er unterließ dies aber letztlich, da auf Grund des obigen Sachverhalts die Klageaussichten quasi null waren.
Die Fall hatte aber noch eine weitere Komponente. Mehrfach wurde Boris Reitschuster nachgewiesen, auf seinem Blog die Unwahrheit berichtet zu haben, u.a. dass er die Antworten, die er in der BPK auf seine Corona-Fragen bekam, extrem verzerrt bis falsch wiedergegeben hat. Hier spielte Boris Reitschuster mit seiner nicht klaren Abtrennung als früherer Focus-Redakteur vs. Online Blogbetreiber. Und da kam dann eine weitere Vereinssatzung mit ins Spiel, nämlich §2 (2) „Der Pressekodex ist Grundlage der journalistischen Tätigkeit in der Bundespressekonferenz. Dies gilt ebenso für Journalisten, die als Gäste an Pressekonferenzen der Bundespressekonferenz teilnehmen.“
Boris Reitschuster entzieht sich dem Pressekodex des Deutschen Presserates.
Wie überhaupt fast alle reinen Online-Portale und Blogs. Das ist übrigens auch der Grund, warum das Medienportal Nius nicht in der gleichen Liga spielt wie andere Mainstream-Medien. Nius lehnt die freiwillige Selbstkontrolle des Deutschen Presserates ab und hat den Pressekodex nicht unterzeichnet.
@ Martin Ludwig
Danke für Ihre Mühe. Daß gewisse Mitforisten mit Rosinenpickerei und langwierigen Ablenkungsmanövern immer das letzte Wort haben müssen, sollte man ignorieren.
Der Darstellung wurde und wird dann durch viele alternative Medien noch die Krone aufgesetzt, Reitschuster wäre von der Regierung rausgeschmissen worden, was kompletter Humbug ist.
@Harald,
komletter Humbug ist nur, dass die Regierung ihn rausgeschmissen hat, weil die Bundespressekonferenz nicht Regierung ist, sondern ein privater Verein der Hauptstadtjournalisten. Tatsächlich wurde von dieser Seite darauf gedrängt, ihn rauszuschmeißen, weil er immer so beharrlich nachfragt, was ja eigentlich die Aufgabe von Journalisten ist. Die Süddeutsche Zeitung hat seinerzeit eine ganze Seite 3 zum Thema gemacht, warum man Boris rausschmeißen müsste. Sein Umzug ins Ausland hat dann tatsächlich für die BPK den Hebel geschaffen, ihn rauszukicken, was ich auch heute noch für einen Skandal halte in der glattgebügelten Berliner Journalistenschar…
Klaus Kelle
@ Klaus Kelle
Ihre Loyalität gegenüber Ihrem Freund Boris Reitschuster (dessen Russlandexpertise ich sehr schätze!) und auf dessen Blog Sie regelmäßig schreiben, sei Ihnen hoch angerechnet. Aber es gibt viele andere Journalistenkollegen, auch seines früheren Arbeitgebers, die sehen das anders und waren ob seines Verhaltens auf der BPK zunehmend genervt.
Dabei ging es nicht um das WAS er zu Corona fragte (extrem kritisch fragten auch viele andere BPK-Journalisten), sondern das WIE (gleiches galt für RT DE-Onlinechef Florian Warweg in besagtem SZ-Artikel), verbunden mit der Unart, die BPK regelmäßig zu diskreditieren, z.B. wenn einem mal nicht das Wort erteilt wurde. Das erging sehr vielen anderen Kollegen zwar auch so, aber nur einer twitterte das noch während der BPK.
Vor diesem Hintergrund fragte ich mich schon damals, warum Herr Reitschuster seinen Lebensmittelpunkt nach Montenegro verlegt hat.
Den „Skandal“ sehe ich wo ganz anders. Nämlich dass sich einige (nicht alle!) Journalisten als „Alternative“ zu etablierten Medien positionieren, aber unfair nach eigenen Regeln spielen, sich z.B. nicht dem Deutschen Pressecodex unterwerfen, nicht sauber recherchieren und Meinung nicht von Berichterstattung trennen, sich selbst dennoch als kritischen Journalismus, ohne „Haltung“ und ohne Ideologie lobpreisen, und kaum, dass sie beim Gegenteil ertappt werden, sich als Opfer des Systems und der MSM gerieren und implizieren, es gäbe keine Pressefreiheit in Deutschland.
Und bei ihren treuen Followern damit durchkommen. Es ist das Gift, das unsere Gesellschaft zersetzt und der eigentliche Skandal.
@Harald:
der so gennante „Deutsche Pressekodex“ ist ein schlechter Witz und ein wirklich „freier Journalist“ kann sich diesem Unsinn nicht unterwerfen, weil er dann ständig nur Rügen wegen eines mutmaßlichen Verstoßes veröffentlichen müsste.
Nehmen wir z. B. folgende freiwilligen Selbstverpflichtungen:
• Schutz der Ehre: Verzicht auf unangemessene Darstellungen, die Menschen verletzen oder bloßstellen.
• Religion, Weltanschauung, Sitte: Religiöse oder sittliche Überzeugungen dürfen nicht böswillig geschmälert werden.
• Sensationsberichterstattung und Jugendschutz: Keine unangemessene Darstellung von Brutalität, Leid und Gewalt.
• Diskriminierungen: Niemand darf wegen Geschlecht, Behinderung, ethnischer, religiöser oder nationaler Zugehörigkeit diskriminiert werden.
Nahezu alles, was hier geschrieben steht, ist nicht näher definierbar und reine Auslegungssache. Wenn nun ein muslimischer Mitbürger seine Ehefrau im Rahmen eines „Ehrenmordes“ tötet, weil sich diese geweigert hat eine Burka überzuziehen und mit dem Nachbar ein fröhliches Gespräch am Gartenzaun geführt hat… darf dann ein Journalist überhaupt darüber berichten?
Es ging ja um die Ehre des Ehemannes – die der Pressekodex geschützt wissen will.
Die Religion und Weltanschauung dieses Mannes war die Ursache für den Mord. Darf das dann so benannt werden oder „schmälert“ das in irgend einer Weise die Überzeugung des Täters und Menschen mit ähnlicher Weltanschauung?
Die Frau hat Brutalität, Leid und Gewalt erfahren. Darf jetzt ein Bericht darüber verfasst werden, dass sie getötet wurde oder ist das schon „Sensationsberichtserstattung“?
Ehrenmorde kommen nur in gewissen Kulturkreisen und bei Anhängern gewisser Religionen vor. Wenn also von Ehrenmorden die Rede ist, kann dann jemand eine Diskriminierung daraus ableiten?
Der deutsche Presserat und viele Journalisten verstoßen übrigens selbst regelmäßig gegen den Kodex, da dieser auch besagt:
• Vergünstigungen: Annahme von Vorteilen oder Geschenken, die die redaktionelle Unabhängigkeit beeinflussen, ist untersagt.
Der Presserat selbst erhält jedoch jedes Jahr einen Zuschuss vom Bund. 2025 betrug dieser beispielsweise 423.000 €, was einem Anstieg von nahezu 100 % in nur zwei Jahren entspricht.
Daneben dürfen nur ausgesuchte Journalisten und Verlage an gewissen Regierungsveranstaltungen teilnehmen und darüber berichten. Wonach diese ausgewählt werden, ist nur den Entscheidungsträgern bekannt.
Aber ich weiß schon – das alles ist garkein Verstoß gegen die o. g. Regelung, weil bei genau diesen Empfängern die Annahme von Vorteilen oder Geschenken die redaktionelle Unabhängigkeit natürlich überhaupt nicht und in keiner denkbaren Art und Weise beeinflussen.
… ist ja klar 😉
Und denk bitte daran: Am 06.12. kommt der Nikolaus und am 24.12. fliegt das Christkind durch das Fenster.
@ Martin Ludwig
Mit Verlaub, aber was Sie da an Risiken ständiger Rügen wegen eines Verstoßes gegen den deutschen Pressekodex darlegen ist Unsinn!
Regelmäßig und seit Jahren berichten Medien, die sich dem deutschen Pressekodex verpflichtet haben, über Ehrenmorde, Clan-Kriminalität und Nennung von Herkunft sowie Religion von Tätern, ohne gerügt zu werden!
Jüngst schrieben Sie, Sie wollen keinen Fortschritt und zurück zu den 1970ern. Bitte sehr: Der Deutsche Pressekodex wurde 1973 eingeführt und hat jahrzehntelang wunderbar funktioniert. Und jetzt, wo es Dank Internet allerlei alternative Online-Medien gibt, soll das ein „schlechter Witz“ sein und auf einmal nicht mehr gelten müssen?
Wenn Sie ins Krankenhaus gehen, wollen Sie ja sicherlich auch von einem ausgebildeten Mediziner behandelt werden, der sich an medizinische Standards hält. Oder wenn Sie Ihr Auto zur Werkstatt bringen wollen Sie auch nicht, dass irgendein Vollhorst Ihre Bremsen nach eigenen „persönlichen Standards“ einbaut.
Aber bei Journalisten soll das alles möglich sein? Sollen Medien – traditionelle oder alternative – Fake-News und Lügen verbreiten können, ohne sich rechtfertigen oder korrigieren zu müssen?
@ Martin Ludwig
Ich wiederhole meinen Post von weiter oben:
Danke für Ihre Mühe. Daß gewisse Mitforisten mit Rosinenpickerei und langwierigen Ablenkungsmanövern immer das letzte Wort haben müssen, sollte man ignorieren.
@Harald:
„Aber bei Journalisten soll das alles möglich sein? Sollen Medien – traditionelle oder alternative – Fake-News und Lügen verbreiten können, ohne sich rechtfertigen oder korrigieren zu müssen?“
Kurz und knapp: Ja
Muss ein Meinungs- und Pressefreies Land aushalten können und ist ein Grundrecht. (Lügen ist keine Straftat… sonst hätte das ZDF schließlich gewaltige Probleme)
Meine Bremsen repariere ich selbst.
Die „ausgebildeten Mediziner“ haben alles und jedem einen experimentellen Impfstoff verabreicht und vor Jahren war eine Lobotomie noch ein angesehener, chirurgischer Eingriff.
Aber ich wende mich jetzt der Lösung von Frau Dr. Hildegard Königs-Albrecht zu.
@ Martin Ludwig
Anders als z.B. Nius u.a. hat das ZDF an prominenter Stelle eine Korrektur gemeldet und sich öffentlich für seine Fehler entschuldigt.
„Aber ich wende mich jetzt der Lösung von Frau Dr. Hildegard Königs-Albrecht zu.“
Das kenne ich schon. Und kommt hier mitunter, wenn einem die Argumente ausgehen.
Sie haben noch das „immer letzte Wort haben“-Todschlagargument vergessen. Dafür habe ich Ihnen hiermit die perfekte Steilvorlage geliefert 😉
Wünsche Ihnen dennoch einen schönen Tag.
Ich erlaube mir eine Korrektur.
Und hier kommt es „das letzte Wort“:
es heißt „Totschlagargument “ und schreibt sich mit zweimal T.
Ein gutes Nächtle, denn es ist alles gesagt.
„Tatsächlich wurde von dieser Seite darauf gedrängt, ihn rauszuschmeißen, weil er immer so beharrlich nachfragt,“
Kann man damit vergleichen, als würde Jürgen Klopp seinen Mittelstürmer feuern, weil der immer so viele Tore beim Gegner versenkt.
Boris Reitschuster war eine der wichtigsten Personen, die meine Frau und mich während des Coronawahns über Wasser gehalten haben.
Der Mann ist eine Ikone der Freiheit. Mehr gibt es da nicht zu sagen…..es sei denn man hat sich für eine Bratwurst spritzen lassen.
Als Boris Reitschuster aus der Bundespressekonferenz ausgeschlossen wurde, hat sich m.W. KEIN Journalist, nicht ein einziger, mit ihm solidarisiert oder zumindest mal „ja, aber“ gesagt.
Als Journalisten von Apollo News durch die Straßen gejagt wurden, vom Linksextremisten, WER bitte von den Öffentlich Rechtlichen hat sich da lautstark empört oder dagegen protestiert ?
Wenn NIUS von Reisen oder Veranstaltungen der Bundesregierung ausgeschlossen wird, WER von den unzähligen Journalistenkollegen jault da einmal auf ?
Niemand berichtet darüber – außer den Betroffenen selbst.
Und wenn Trump von seinem „Hausrecht“ Gebrauch macht, berichten die Öffentlich Rechtlichen und sämtliche Gazetten landauf, landab.
Den Lesern hier scheint entgangen sein , dass van der Leyen der CDU angehört. Internetregulierung , Chat Kontrolle , Altersverifizierung , diese ganzen Dinge werden maßgeblich durch diese Person , die im Verteidigungsministerium total versagt hat , forciert. Bekämpfung der Kinderpornografie ist doch nur ein vorgeschobenes Argument, um jeden Bürger im Internet identifizieren zu können.
CDU Kanzler Merz hat sich neulich mit : „man komme mir nicht mit freier Rede“ geäußert.
Meine Einlassung passt vielleicht nicht zum Thema Trump , aber die US Amerikaner können von mir aus machen was Ihnen gefällt. Das interessiert mich so, wie wenn ein Weißwedelhirsch in den Wald von Wisconsin uriniert. Was bei uns passiert interessiert mich mehr.
Es ist ein altbewährtes Mittel, vom eigenen Versagen abzulenken, den geklauten Apfel einzustecken und ‚haltet den Dieb‘ zu rufen.