Querfront? Das hat schon in den 30er Jahren nicht zum guten Ende geführt

Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll. Der völkische Herrführer vom Geflügelhof präsentiert sich in einer Internet-Kachel in hellblau und mit Friedenstaube. Frieden schaffen, ohne Waffen. Höcke goes Peacenik. Vom Eichsfeld direkt nach Woodstock. Aber das ist ja erst der Anfang.

Gestern haben Prominente wie die Feministin Alice Schwarzer, der Schriftsteller Martin Walser und der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar ihren Offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) veröffentlicht und appelliert, keine weiteren schweren Waffen an die Ukraine zu liefern. Nicht dass dem Führer, also…dem „lupenreinen“ Präsidenten im Kreml noch ein „Motiv für eine Ausweitung des Krieges auf die Nato geliefert“ würde. Dann nämlich bestehe die Gefahr eines Dritten Weltkrieges. Unterschrieben haben außerdem noch der Autor Alexander Kluge, der Rechtsphilosoph Reinhard Merkel, der Sänger Reinhard Mey, die Kabarettisten Gerhard Polt und Dieter Nuhr, die Schauspieler Lars Eidinger und Edgar Selge und die Schriftstellerin Juli Zeh. Eine ansehnlich Liste.

Davon abgesehen, dass Russland, auch die USA oder China gar kein „Motiv“ brauchen, wenn sie Krieg führen wollen. Dann machen sie es bedauerlicherweise einfach. Aber man muss so eine Initiative von Künstlern wirklich ernstnehmen. Sie kennen meine im Grundsatz pro-westliche und transatlantische Haltung, aber natürlich will auch ich keinen Weltkrieg, keine Atomraketen, die tatsächlich abgefeuert werden. Nur zur Erinnerung: Wir haben fünf Kinder, und ich möchte nicht, dass sie ihr Leben in einer „Mad Max“-Welt verbringen müssen. Also Kriegsvermeidung ist das oberste Gebot.

In dem Schreiben an Scholz teilen die Unterzeichner allen Ernstes angesichts des Leidens der ukrainischen Zivilbevölkerung mit: „Dazu steht selbst der berechtigte Widerstand gegen einen Aggressor in einem unerträglichen Missverhältnis.“ Und genau da trennen sich unsere Wege.

Denn übersetzt bedeutet das: Lass Putin die Ukrainer doch abmetzeln, wie er Lust hat, wir wollen in Ruhe weiter vor uns hin gendern und Klima retten! Ein bisschen gemütlich auf dem Sofa oder in der Hängematte. Und das ist widerwärtig.

Ich habe zahlreiche Artikel in internationalen Zeitungen gelesen in den vergangenen Wochen, in denen Historiker und Militärexperten explizit schildern, dass Putin seit Jahren einen konsequenten Plan verfolgt, „russische Erde einzusammeln“. Mit dem Großangriff auf die Ukraine hat er ein neues Kapitel eingeleitet, seit er bei der Krim-Annexion gesehen hat, wie lasch der immer noch mächtige und starke Westen damals reagierte.

Dieses Mal ist es anders, und ich bin sicher, Herr Putin hat sich seinen Feldzug in der Ukraine ganz anders vorgestellt. Und dass der Westen, die EU und die NATO, die USA und endlich auch Deutschland, standhaft und glaubhaft bleiben. Jetzt ein Einknicken, jetzt ein Zucken der Augenlider, und der Kreml-Pate weiß, dass er weiter „russische Erde“ einsammeln kann. In Moldavien, im Baltikum, vielleicht in Rumänien. Oder uns. Schließlich gibt es ja auch in Sachsen unterdrückte Minderheiten, die befreit werden müssen.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass nur Stärke Russland zum Einlenken bringen wird. Unsere Stärke. Unsere Bereitschaft, auf jede weitere Eskalation mit massiven Reaktionen zu antworten. Ein Russland, wie wir es seit neun Wochen erleben, wird niemals Ruhe geben, wird niemals aufhören, die europäische Staatengemeinschaft zu bedrohen, unsere Medien und staatliche Institutionen anzugreifen, bis hin zu Attentaten selbst auf deutschem Boden. Und der Mord im Tiergarten war keinesfalls der einzige, wie unsere Sicherheitsbehörden wissen.

Putin hat diesen sinnlosen Krieg begonnen, nicht weil er die Ukraine vor „Faschisten“ schützen will. Davon hat er zu Hause selbst genug, um die er sich kümmern kann. Er will nicht das Brudervolk befreien. Er will Unterwerfung, er will Demütigung und er will Rache am Westen, von dem er sich schlecht behandelt fühlt. Und das nicht einmal zu Unrecht.

Und jetzt kriecht der ultrarechte Rand in Deutschland aus seinen Löchern. Die völkischen Marschierer preisen Feministin und Familienzerstörhelferin Alice Schwarzer. Sagenhaft! Nicht etwa, weil sie etwas gegen Panzer und Uniformen hätten, nicht etwa, weil sie es gut mit unseren Mitbürgern meinen. Nein, es geht einzig und allein darum, den bösen Westen doch noch mal zu schlagen. Dieses bei ihnen verhasste Konglomerat aus Kapitalismus, Coca Cola-Kultur und Hollywood, dass nur – leider, leider – technologisch, wirtschaftlich und militärisch immer noch die Nummer 1 auf diesem Planeten ist. Und, nur nebenbei, auch bleiben wird.

Aber der Gedanke einer sogenannten „Querfront“ linker und rechter Feinde der parlamentarischen Demokratie, das macht die Herrschaften in ihren Maulhelden-Blasen richtig heiß. Aber damals 1933 hat es ja nicht richtig geklappt mit der Koordination der Querfront aus Kommunisten und Nazis. Natürlich haben Sie die Republik gemeinsam zum Einsturz gebracht, wurden dann aber doch keine Freunde. Nur irgendwie schade, was dann bis 1945 weiter passierte mit diesem Experiment. Vielleicht sollten Alice Schwarzer und die ihren mal nachlesen in den Geschichtsbüchern unter #Appeasement, #Chamberlain und #Daladier – da steht genau drin, wie das weiterläuft, wenn man einem skrupellosen Verbrecher nicht rechtzeitig Einhalt gebietet.

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Dieser Artikel wurde 99 mal kommentiert

  1. Gerd Rau Antworten

    Diese Kaltschnäuzigkeit, mit der das Leid der ukrainischen Zivilbevölkerung ignoriert wird, finde ich auch am schlimmsten an diesem Brief.
    Ich sehe es so wie Sie, Herr Kelle, je länger man Putin gewähren lässt um so grösser wird die Gefahr eines Dritten Weltkrieges, entschlossene militärische Hilfe für die Ukraine würde diese Gefahr verringern.

    • Klaus Kelle Antworten

      Und man muss einfach mal klar sagen, dass wir wenn wir „Westen“ sagen nicht von Dritter Person sprechen. Sondern Westen, das sind wir.

      • gerd Antworten

        Wollen Sie lieber Herr Kelle zu dem Westen gehören, der seine eigenen Kinder umbringt? Oder zu dem Westen der die Homoehe erlaubt, seine Sprache zerstört und die Familien auseinander reisst? Gehören Sie zu dem Westen, wo Politiker das Blaue vom Himmel lügen und die Bewohner der Staaten in ein Genexperiment zwingen wollen? Um das mal klar zu sagen: Ich gehöre nicht zu dieser Himmelsrichtung. Mein Gott wohnt im Himmel, der Gott der die Richtung vorgibt, nach denen sich seine Geschöpfe zu halten haben wenn sie denn das Gute wählen. Der Mensch allerdings wählt das Böse, egal ob im Westen oder Osten……

    • Johannes Antworten

      „Die Ausbildung ukrainischer Soldaten, die bereits auf deutschem Boden stattfindet, kann völkerrechtlich eine Kriegsbeteiligung durch den Westen darstellen. Das geht aus einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages hervor, das dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. “

      so ist heute (02.05.) in der Zeit unter der Überschrift

      “ Völkerrecht: Gutachten sieht Ausbildung ukrainischer Soldaten als Kriegsbeteiligung“

      zu lesen und weiter:

      „Das zwölfseitige Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes, der die Bundestagsabgeordneten neutral beraten soll, trägt den Titel „Rechtsfragen der militärischen Unterstützung der Ukraine durch Nato-Staaten zwischen Neutralität und Konfliktteilnahme“. Es wurde demnach im März erstellt, also vor dem Beschluss von Bundesregierung und Bundestag, deutsche Panzer direkt an die Ukraine zu liefern und zugleich ukrainische Soldaten an westlichen Waffen auszubilden.“

      Insoweit ist meine weiter unten stehen Formulierung, die ich als „zugespitzt“ ausgewiesen habe, nach Einschätzung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zwischenzeitlich als realistisch eingeordnet.

      Nochmals zugespitzt formuliert (und ohne Heimtücke 😉 ):

      Wir sind nun ganz offensichtlich Kriegspartei. Und diese Entscheidung hat die Mehrzahl der Bundestagsabgeordneten in Kenntnis des o.g. Gutachtens getroffen.

      Ich bin kein Völkerrechtler (und unsere Annalena bekanntermaßer auch nicht), aber ich stelle mir schon die Frage, wie Russland mit dieser Einschätzung umgehen wird. Und ganz offen: Ich bin inzwischen schon froh, nicht in unmittelbarer Nähe eines amerikanischen (Luftwaffen) Stützpunktes zu wohnen.

  2. H.E. Antworten

    Also ich empfehle hierzu den Artikel in der NZZ, der bei aller Kritik differenziert argumentiert.
    Aber Herr Kelle sieht sich wohl gerne als „Hans Dampf“ und „Haudrauf“.
    Da geht es um klare Kante, einfache Sichtweise und ein eindeutiges Feindbild.
    Am lippisch-niederrheinischen Stammtisch – den ich durchaus mag – ist das schon mal ganz o.k., in der aktuellen Situation halte ich diese Sicht aber nicht nur für unterkomplex, sondern auch für gefährlich. Und nein, ich bin kein Putinfreund.

      • Herbert Antworten

        Herr Kelle,
        diese Geschichtsdarstellung ist viel zu einfach und führt zu völlig falschen Schlussfolgerungen. Das es damals zu Hitlers Machtergreifung und zum zweiten Weltkrieg kam, hatte viel mehr Gründe als ihre zwei aufgezählten Argumente.
        Ich sehe heute, dass die Amerikaner den Russen nicht das kleinste Sicherheitszugeständnis gemacht haben, im Gegenteil, Dinge machen, die sie in der Nähe ihres Territoriums niemals auch nur eine Sekunde zulassen würden.
        Ganz einfach mit dem altbekannten Argument der „amerikanischen Sicherheitsinteressen“, genau diese Sicherheitsinteressen, die nicht einmal die embargofreie Existenz eines kleinen Inselstaates ohne jede Atomwaffe in der Nähe des amerikanischen Festlandes zulassen. Die Amerikaner würde sofort jede Land angreifen, welches von einem anderen Bündnis gesteuert Mittelstreckenraketen in Stellung bringen würden. Keine Sekunde würde das wohl dauern , dann wäre der totale Krieg, bevor auch nur eine Rakete aufgestellt ist. Die Amerikaner gönnen aber einer anderen Atomgroßmacht nicht diese Sicherheitsinteressen. Sie gönnen diesen nicht einmal den Status einer konkurrierenden Großmacht. Sie wollen die einzigen sein, die anderen Staaten ihren Willen aufzwingen wollen, notfalls mit Kriegen, wie schon oft bewiesen. Keine Lüge ist groß genug, um diese Kriege zu rechtfertigen. Das ist inzwischen jedem halbwegs belesenen Bürger bekannt.
        Ich bin mit Ihrer Position deshalb absolut nicht einverstanden, Sie haben sich aus meiner Sicht diesmal gedanklich verrannt. Bei drohendem Krieg ist das aber leider sehr fatal.
        Ich frage mich sowieso die ganze Zeit, wo die einstmals so große Friedensbewegung ist, wenn man sie einmal wirklich braucht.

          • HiPa

            Me too- Herr Kelles schlichtes Gemälde überrascht – leider

  3. H.K. Antworten

    Ich bin mir nicht sicher, ob wirklich allen direkt und indirekt Betroffenen bzw. Beteiligten klar ist, was es heißt, wenn es zu einem III. Weltkrieg oder gar einem Atomkrieg kommt.

    Da kann man(n) sich nicht hinstellen und erstaunt sagen „Ja sowas, ja, wenn ma g‘wußt hätt“ – da ist kein Rad, das man zurückdrehen kann.

    Aber auch die Folgen einer Atomexplosion mit einem Fallout und dem „EMP“, dem elektromagnetischen Impuls, der dafür sorgt, daß nichts, aber gar nichts, Elektronisches mehr funktioniert, scheinen kaum jemandem bewußt zu sein.

    Abgesehen von zahllosen Toten, Verwundeten und Verstrahlten, die elendig und langsam sterben, abgesehen von Gebäuden, die in Schutt und Asche liegen und – ach, wie dumm – leider, leider von keiner Versicherung gedeckt sind, alle elektronisch gespeicherten Daten, Banking, Urkunden, Dokumente – es ist weg.

    Schlicht und einfach weg.

    Aber wenn Herr Putin auf den berühmten Knopf drückt, drückt halt irgendwo in den USA auch einer auf den Knopf.

    Dummerweise wird dadurch hier nichts und niemand wieder „heil und gesund“.

    „Ja, sowas, wenn ma DAS g‘wußt hätt …“

    • Klaus Kelle Antworten

      Ja, und wenn die Atommächte das tun wollen, lassen sie sich auch nicht durch Offene Briefe linksintellektueller Leitfiguren davon abhalten.

      • H.K. Antworten

        18. Februar 1943, Berlin, Sportpalast.

        Damals konnten sich die begeisterten „Jaaaa“-Rufer auch nicht vorstellen, wie es in Deutschland ein paar Monate später aussehen würde.

        Nicht die Mehrheit hat immer recht ( deshalb weigern sich ja manche Länder vehement, Volksentscheide einzuführen ).

        Um es klar zu sagen:

        Selbstverständlich können wir nicht tatenlos zusehen, während ein paar Hundert Kilometer ostwärts Kriegsverbrechen und Greuel ohne Ende durchgeführt werden.

        Ich will nur, daß alle Entscheidungen abgewogen werden und die möglichen Folgen klar sind.

      • Ursel Antworten

        Wenn die Mächtigen sowieso tun, was sie wollen, erübrigt sich eigentlich jede Meinungsbildung und -äußerung normaler Bürger. Es sei denn, sie hätten Spaß an sinnlosen Diskussionen und gegenseitigem Hölle-heiß-Machen.

        • S v B Antworten

          „Es sei denn, sie hätten Spaß an sinnlosen Diskussionen und gegenseitigem Hölle-heiß-Machen.“

          Damit könnten Sie durchaus richtig liegen, werte Ursel. Schließlich ist das lateinische divide et impera schon seit jeher ein probates Mittel, um eine Bevölkerung zu spalten. Ist ein Dauerzwist erst einmal im Volke etabliert, fällt es den Herrschenden umso leichter, „durchzuregieren“, sprich ihre Agenda ohne größere Widerstände zu verfolgen. Sorgen muss die Beobachtung bereiten, dass es mittlerweile kein wichtiges Thema mehr gibt, bei dem es nicht zu besagten Hölle-heiß-machenden Spaltungserscheinungen unter den Bürgern kommen würde. Selbst langjährige Freundschaften, ja sogar Familienverbände bestehen derlei Zerreißproben mitunter nicht. Der Ton im öffentlichen wie im privaten Diskurs wird zunehmend rauer und unversöhnlicher. Durch diese höchst bedenklichen Entwicklung könnte schließlich die Zukunftsfähigkeit des Landes in Frage gestellt werden. Zumindest könnte Letztere auf eine harte Probe gestellt werden. Ob diese dann bestanden würde oder nicht – wer weiß…

  4. Wolfgang Heppelmann Antworten

    Lieber H.K.

    Sie haben natürlich vollkommen Recht. Dem dummen Volk kann man natürlich kein Enscheidungsrecht zubilligen. schon garnicht in Deutschland. Deswegen haben die bösen Amerikaner ,- also die Regierigen natürlich, vor 250 Jahren eine kluge Erfindung erfunden: die Die „Repräsentative Demokratie“ Diese hat die Aufgabe, es zu erreichen, daß die Oberen immer oben bleiben, und das dumme Volk sich nicht immer um Sachen kümmert, die es nichts angeht, wie eben die Demokratie. Darum bleiben auch die Abgewählten auch immer oben. Wandlitz gibt es schon lange wieder, nur moderner.

    Ein Volk, das sich entschlossen hat unterzugehen, wie anscheinend das Unsere, braucht dazu keinen Olav Nanny, das bekommen wirauch selbst hin, ohne Volksentscheidung.

    • H.K. Antworten

      Lieber Herr Heppelmann,

      ich gebe Ihnen hier vollumfänglich recht.

      Schon länger, allerspätestens aber seit 2015, sollte auch dem Blödesten in diesem Land klar geworden sein, daß wir Deutschen*/-/:/_/Innen offenbar einen deutlichen Hang zu Masochismus und Selbstzerstörung haben.

      Es reicht, mitunter mal auf die Tagesordnung unseres „Hohen Hauses“ zu schauen und einen Blick auf die Redner*/-/:/_/Innen-Liste zu werfen.

      Manchem zuzuhören, könnte nach UN-Menschenrechtskonvention unter „seelische Grausamkeit“, ja: „Folter“ fallen.

  5. Johannes Antworten

    Werter Herr Kelle,
    Hier mein Kommentar, den ich bereits zu einem anderen Ihrer Artikel geschrieben habe:

    „ Wir sind alle in unseren Verständnisblasen gefangen. Da ist ein bischen Querfront vielleicht nicht so schlecht.

    Viel wird die aber auch nicht aussrichten können angesichts der überwältigenden Bereitschaft in Deutschland, mal zugespitzt formuliert, quasi Seite an Seite mit der Ukraine gegen Russland in den Krieg zu ziehen.“

    Die Gefahr, die Sie mit vielen Worten und sehr meinungsstark aufzeigen ist, ist ein Nichts. Bitte, solche Übertreibungen schaden letztlich Ihrer Sache.

    Aber wer weiß, vielleicht schließen sich AfD & Die Linke noch zusammen und zeigen es den anderen mal so richtig. Und Höcke wird der neue „Führer“ – das glauben Sie doch selber nicht – oder?

    • Gerd Rau Antworten

      Ich finde das heimtückisch formuliert, wir ziehen nicht in den Krieg gegen Russland, Russland ist in den Krieg gegen die Ukraine und wer weis wenn noch gezogen. Das das viele Gefahren beinhaltet ist klar, aber nichts tun ist am gefährlichsten.

      • H.K. Antworten

        Alles eine Frage der Perspektive.

        Selbstverständlich hat Rußland die Ukraine überfallen und nicht anders.

        Sie kennen sicher die Geschichte des Mädchens und der Katze.

        Ein kleines Mädchen hat den Schwanz einer miauenden Katze in der Hand.
        Sagt die Mutter „Du sollst doch die Katze nicht am Schwanz ziehen !“

        Darauf sagt das Mädchen „Aber SIE zieht doch ! ICH halte nur fest.“

        Fragt sich, ob die Katze das auch so sieht …

      • Johannes Antworten

        Werter Herr Rau,

        Heimtücke ist mir fremd. Die Formulierung ist als bewusst zugespitzt formuliert gekennzeichnet – damit kann (und ist) Herr Kelle souverän in seiner Antwort an mich umgegangen.

        Beste Grüße,
        Johannes

    • Klaus Kelle Antworten

      @Johannes,

      für Deutschland auf absehbare Zeit nicht, da stimme ich Ihnen zu. In Ostdeutschland gehen die Uhren anders. In Thüringen hätten SED und AfD zusammen schon jetzt eine rechnerische Mehrheit, um im Landtag eine Regierung zu bilden. Das werden die Kommunisten jetzt genauso wenig machen, wie alle anderen Parteien. Der Name Höcke ist verbrannt. Aber auf Sicht?

      Was die rechten und linken Ränder eint, das ist der Hass auf „des System“, wie sie das nennen. Es ist ein zutiefst abwertender Begriff für unsere freiheitliche Demokratie, die es unbedingt zu schützen und zu erhalten gilt. Wir alle haben gesehen, wie die Extremisten beider Seiten die Weimarer Republik zerstört haben und was daraus dann geworden ist.

      Politischer Meinungsstreit ist das Lebenselexier unserer Demokratie. Damit experimentiert man nicht.

      Klaus Kelle

      • Ursel Antworten

        „Was die rechten und linken Ränder eint, das ist der Hass auf ‚das System‘, wie sie das nennen. Es ist ein zutiefst abwertender Begriff für unsere freiheitliche Demokratie, die es unbedingt zu schützen und zu erhalten gilt.“

        Ich bin mir nicht sicher, Herr Kelle, ob es sich wirklich nur um die rechten und linken Ränder handelt, die Ablehnung äußern und die mit dem Wort „System“ auf unsere freiheitliche Grundordnung abzielen.
        Laut Umfragen äußern sich inzwischen auffallend viele Bürger (und nicht nur Randgruppen) unzufrieden darüber, dass z. B. die Meinungsfreiheit auf tönernen Füßen steht und dass jeder gleich als extremistisch gilt – vornehmlich als rechtsextremistisch -, wenn er konservative Werte wie Förderung und Schutz der herkömmlichen Familie hoch hält, die Genderideologie ablehnt oder ihm das eigene Land und Volk näher stehen als andere Länder und Sitten.

        Wenn so viele Leute also mit dem „System“ bzw. dessen politischer Handhabung fremdeln – und nicht nur Randgruppen -, dann stellen sie m. E. nicht die „freiheitliche Demokratie“ in Frage und wollen sie auch nicht zerstören. Das Gegenteil scheint mir eher der Fall zu sein: Sie fordern mehr Demokratie wollen demokratische Gepflogenheiten zurückhaben.

        Eine Ablehnung des „Systems“ habe ich übrigens nie in Verbindung mit dem Begriff „freiheitliche Demokratie“ gehört, sondern nur in anderem Zusammenhang. So heißt es oft „Putin-System“ – „Trump-System“ oder auch „Merkel-System“.

        Ja, unsere freiheitliche Demokratie „gilt es unbedingt zu schützen und zu erhalten“! Es ist aber kontraproduktiv, wenn nicht nur Randgruppen, sondern auch ein Großteil der Bürger als demokratiefeindlich und böse abgestempelt wird, wenn er anders denkt als erwünscht – z.B. in Fragen des Ukrainekriegs.

        Mit „rechten und linken Rändern“ meinen Sie vermutlich die AfD und die Linken im Bundestag, die beide bei der Abstimmung über die Lieferung schwerer Waffen anders dachten als die Gemeinschaft von CDU/CSU, SPD, GRÜNE oder FDP.
        Wie gesagt: Die Zahl der Bürger, die ebenfalls anders denken, übersteigt bei weitem die Menge der AfD- oder Linken-Wähler. Menschen voller Hass auf die Demokratie sind sie sicher nicht. Ich bezweifle sogar, dass Ihr Pauschalverdacht auf die Linken- oder AfD-Politiker zutrifft.

        • S v B Antworten

          Wie recht Sie doch wieder einmal haben, werte Ursel. Wahrlich nicht jede kommunizierte Unzufriedenheit mit bestehenden politischen Verhältnissen kann als Trachten nach einem Systemwechsel – gar noch als einem gewaltsamen – interpretiert werden. Wer dies tut, macht es sich wirklich zu leicht, ja liegt im Grunde völlig daneben. Praktisch ist allerdings, dass auf diese Weise jegliche Kritik an bestehenden, jedoch dringend verbesserungsbedürftigen Verhältnissen bereits im Keim erstickt wird. Was im Sinn der Sache gewiss nicht sein kann. Insbesondere nicht in einem Staatswesen, das sich als demokratisch versteht und dabei die gerade derzeit unermüdlich zitierten westlichen Werte hochzuhalten vorgibt.

          • Ursel

            Umgekehrt möchte ich Ihnen, werte SvB, ebenfalls in allem, was Sie sowohl zu meiner vorigen Antwort als auch zu dieser anmerken, zustimmen. Ich fühle mich bestens ergänzt.

        • Klaus Kelle Antworten

          @Ursel, Einspruch! Ich meine weder AfD noch Linke pauschal. Ich kenne mehrere AfD-Abgeordnete die die Fundamentalkritik überhaupt nicht teilen. Und ich gehöre selbst zu denen, die seit Jahren dagegen anschreiben, was in Deutschland falsch läuft. Aber ich nehme immer häufiger eine grundsätzliche Ablehnung unseres Systems wahr – insbesondere in Ostdeutschland – und da bin ich nicht bereit, die freiheitlich-demokratische Gesellschaft grundsätzlich in Frage zu stellen.

          Klaus Kelle

          • Ursel

            Da habe ich mich in meiner Annahme offensichtlich geirrt, lieber Herr Kelle. Hoffentlich hat es Sie nicht geärgert.
            Ich nehme übrigens auch „immer häufiger eine grundsätzliche Ablehnung unseres Systems wahr“, nur interpretiere ich diese anders als Sie – nicht als grundsätzliche Absage an ein freiheitlich demokratisches Rechtssystem, sondern als Ablehnung des politischen Kurses, der seit Jahren unter dieser Fahne gefahren wird.
            Ich hoffe, Sie wissen, was ich meine, denn ich möchte mich nicht wieder in langen Erklärungen verlieren.

            Auch auf Ostdeutschland und die Ostdeutschen blicke ich etwas anders. Dass die Menschen dort auffallend zahlreich die AfD wählen, die von Kräften vertreten wird, die zur Radikalität neigen, ist für mich kein Beweis dafür, dass sie ein demokratisches System ablehnen oder ein „Demokratiedefizit“ haben, von dem der Ex-Ostbeauftragte Wanderwitz höchst despektierlich palaverte und damit die Menschen vor den Kopf stieß.
            Ich denke, viele Ostdeutsche haben sogar ein besonders feines Gespür für Freiheit und Demokratie. Für die zunehmend linkspropagandistische Ausrichtung unserer Leitmedien – allen voran die öffentlich-rechtlichen – haben sie vermutlich aus Erfahrung viel feinere Antennen entwickelt als die große Masse der Wessis. Bevormundungen und Meinungsvorschriften, verbunden mit antifaschistischen Parolen und Moralvorschriften, kennen sie aus dem Effeff – ebenso die Angst vor Diffamierung und Denunzierung als Feind des angeblich demokratischen Systems der DDR.
            Meiner Vermutung nach entspringt das Wahlverhalten vieler Ostdeutscher nicht einer Sympathie für Herrn Höcke u. Co., sondern dem Drang nach Protest. Und womit könnten sie ihren Unmut besser an die große Glocke hängen als mit ihrem „empörenden“ Wahlverhalten?

          • Klaus Kelle

            @Ursel,

            da sind wir wieder völlig einer Meinung, es ist einfach Protest, Hauptsache dagegen. Und da wird sogar die Legitimität dieser Bundesregierung negiert, ganz einfach, weil man sie selbst nicht gewähl hat. So funktioniert das „System“ aber nicht. Ich habe in meinem ganze Leben noch nie die Grünen gewählt, nicht mal bei einer Kommunalwahl. Und vermutlich werde ich es auch nicht. Und dennoch finde ich, dass Baerbock und Habeck gerade einen guten Job für unser Land machen. Und viele Menschen in meinem Umfeld, die auch niemals grün wählen, sehen das auch so. Man muss sich doch auch selbst hinterfragen und nicht nur als Betonkopf durch die Gegend laufen.

            Klaus Kelle

          • S v B

            Trefflich argumentiert, werte Ursel. Wie heißt es doch gleich noch so gestelzt? Ich schließe mich Ihrer Antwort auf Herrn Kelles Einspruch „vollumfänglich“ an. Simpler gesagt: ich sehe die Sache genau wie Sie. Aber das wissen Sie ja ohnehin schon…

      • Johannes Antworten

        Werter Herr Kelle,

        Sie schreiben „Was die rechten und linken Ränder eint, das ist der Hass auf „des System“, wie sie das nennen.“

        Ich unterstelle jetzt einmal dass Sie mit diesen Rändern nicht jeweils die komplette AfD und die komplette Linkspartei meinen, sondern innerhalb dieser Parteien wiederum die radikalen bis extremen „Ränder“.

        Wenn Sie es so meinen, dann kann ich Ihnen zustimmen. „Das System“ ist für diese innerparteilichen am Rand stehenden Menschen der „Feind“. In deren intellektuellen Tumbheit ist den allermeisten aber nicht klar, dass die Vordenker an diesen Rändern wiederum „nur“ ein neues „System“ installieren wollen.

        Ich bin aber zutiefst überzeugt, dass unsere Demokratie in Deutschland mit solchen Entwicklungen inzwischen gelernt hat umzugehen und sie nicht mehr zulassen wird.

        Beste Grüße,
        Johannes

        • Klaus Kelle Antworten

          Guten Morgen, Johannes!

          Das ist richtig, ich habe nicht nur viele leser aus der AfD, sondern auch einige Freunde, die sich dort engagieren. In der Linspartei naturgemäß nicht.

          Der Streit um die richtige Politik in der Ukraine-Frage hat das Potential, die AfD zu zerreißen, so unerbittlich ist der Streit – grob – zwischen den Ost- und den Westverbänden.

          Und zu Ihrem Schlussatz: Ich hoffe, Sie haben recht.

          Beste Grüße, Klaus Kelle

        • TS Antworten

          Das sehe ich anders:

          Die größte Gefahr für „das System“ sind diejenigen die weiter dafür sorgen daß aus der ursprünglichen representativen Demokratie mit konstruktiv konkurrierenden Lagern und sich gegenseitig kontrollierender Gewaltenteilung ein einziger primär sich selbst zuarbeitender Einheitsbrei entstanden ist.

          Wer sich in einer der Daueroppositionsparteien am Rand aufhält hat zumindest noch nicht aufgegeben daran zu glauben daß dieser Zustand von innen heraus überwunden werden kann:
          Die wahren Gegner sitzen außerhalb, egal ob sie auf der Straße, im Untergrund, als Lobbyisten oder offiziellen wie informellen Organisationen aktiv sind.

        • Ursel Antworten

          Meiner Erkenntnis könnten Sie auf die Sprünge helfen, werter Johannes, wenn ich Näheres über die Bedrohung unserer Demokratie durch Randgruppen von AfD und Linken wüsste. Andeutungen und Geraune von Feindschaft gegen die freiheitliche Demokratie helfen mir nicht weiter. Ich brauche schon etwas mehr Butter bei die Fische, sonst versteh‘ ich nur Bahnhof.
          Ich stelle als Anregung mal die blöde Frage: Meinen Sie, dass die ostdeutschen AfD-Radikalen wieder Nationalismus wollen und die linken Extremisten wieder Sozialismus? Zusammen ergäbe das wieder Nationalsozialismus. Auf die autoritären Elemente könnte man sich einigen, denn beiden Richtungen ist Diktatur nicht fremd.
          Schwebt Ihnen dieses „System“ vor, das die Randgruppen beider Parteien „installieren“ wollen oder will jede ihr eigenes?
          Ich weiß, was ich sage, klingt verrückt. Aber wie soll ich Ihre und Herrn Kelles Unkenrufe verstehen?

          • Klaus Kelle

            „Meinen Sie, dass die ostdeutschen AfD-Radikalen wieder Nationalismus wollen und die linken Extremisten wieder Sozialismus?“

            Schlimmer, liebe Ursel. Ich höre zunehmend vom rechten Rand in der AfD Ostdeutschlands, die Sozialismus wieder toll finden. Einfach „patriotisch“ davorschreibem und dann läufts.

            Die SED erledigt sich jetzt hoffentlich, nichz schade drum.

          • Ursel

            Vielen Dank für die Aufklärung, lieber Herr Kelle!
            Jetzt verstehe ich besser. Den rechten Rand der AfD in Ostdeutschland hätte ich zwar mit Nationalismus, aber nie mit Sozialismus in Verbindung gebracht.
            Dieses Gemisch ist tatsächlich noch „schlimmer“.

  6. GJ Antworten

    Wir liefern Waffen, die wir selbst nicht in ausreichender, schon gar nicht funktionierender Menge haben, Panzer, zu denen keine Munition da ist, weil die von den Schweizern kommt, die sie aber nicht liefern. Wenn es bei uns kracht, haben wir keine oder kaum Schutzräume, sind als Bevölkerung in keiner Weise vorbereitet oder ausgebildet für Zivilschutz. Oder wüssten Sie, wo bei Ihnen in der Nähe ein funktionsfähiger Bunker oder geeigneter Schutzraum ist? Bei uns gibt es das jedenfalls nicht. Nicht mal eine Sirene. Hätten Sie ein Notstromaggregat zuhause? Wir sind großteils doch überhaupt nicht wehr- und überlebensfähig. Aber wichtig ist, daß nonbinär befindliche Biofrauen oben ohne mit geschlechtslosen Brüsten in Göttingen und Bremen ins Schwimmbad dürfen, aber keiner draufgucken darf, sonst ist das sexistisch. Afghanische und somalische Asylbewerber verstehen das sicher und verhalten sich entsprechend diskret. Wenn ausgerechnet Herr Hofreiter mit seiner bundeswehrtauglichen Sturmfrisur innerhalb von 2 Wochen selbsterklärter Militärspezialist ist, na dann sind wir ja gut aufgestellt. Wer von unseren Spitzenpolitikern, die da jetzt entscheiden, hat denn auch nur einen Grundwehrdienst absolviert? Da müßte ich alle durchgoogeln. Lindner vielleicht? Wir machen einfach mit bereits bewährten Regeln weiter: Armlänge Abstand, vermeiden Sie Kontakte, und FFP2-Maske hilft sicher auch gegen Biowaffen und Atom. Und überhaupt: wir haben uns ja für Abschalten von Atomkraft entschieden (worden), da wird einfach kein Atom über die Grenze gelassen, das klappt bestimmt und Putin akzeptiert und berücksichtigt das, basta! Einfach vorstellen: Es ist Krieg, aber von uns geht keiner hin. Bittere Ironie off. Die Trümmer räumen wir dann mit Lastenfahrrad weg.

    • H.K. Antworten

      Liebe GJ,

      Sie haben ja soooo recht.

      Bei 3 Punkten würde ich gern ergänzen:

      1. Die Frisur von Prinzessin Eisenherz ist nicht nur „bundeswehrtauglich“, sondern hochgebunden als Helmersatz zu verwenden.

      2. Ich weiß nicht, wer sonst alles „gedient“ hat, aber Sie haben recht, Christian Lindner ist Reserveoffizier, m.W. Hauptmann Luftwaffe.

      3. „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“.
      Ein Spruch, der sehr gern von „Friedensjünger*/-/:/_/Innen“ verwendet wurde.

      Dummerweise ist diese Aussage damit nicht vollständig.

      „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.
      Dann kommt der Krieg zu Euch!
      Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und läßt andere kämpfen für seine Sache, der muß sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.“

      Wenn ich recht informiert bin, streitet man(n) sich wohl darüber, ob nur ein Teil oder das gesamte Zitat von Bertold Brecht stammt.

    • S v B Antworten

      Prima Kommentar, liebe GJ.

      Apropos Bunker: mein Mann weiß zu berichten, dass sein Vater bei einem kurzen „Fronturlaub“ (im Sinne von Urlaub von, nicht an der Front!) ein riesiges, einigermaßen tiefes und annähend viereckiges Loch im heimischen Garten ausgegraben, dieses großteils mit einer Metallplatte abgedeckt und seiner Familie dann ans Herz gelegt habe, sich bei Bombenalarm sofort dort hinein zu flüchten. Also wohl dem, der zumindest einen Garten hat. – Was atomare Angriffe angeht, wurde meinem Mann während seines Wehrdienstes Anfang der 60er nahegelegt, sich mit mit einer Aktentasche überm Haupt unter einen stabilen Esstisch, Schreibtisch oder was auch immer zu verziehen. Allen Ernstes. Da wohl jeder deutsche Haushalt über die genannten Gegenstände verfügen dürfte (ein modischer Shopper überm Haupt tät’s sicher auch), könnte man einem Angriff also durchaus relaxt entgegensehen. Und da ich auch Herrn Lauterbachs jüngste Ankündigung, nämlich die eines herbstlichen Killer-Virus – wie alle anderen seiner Aussagen – sehr, sehr ernst genommen habe, habe ich meinen stattlichen Vorrat an FFP2-Masken noch nicht entsorgt. Wenn diese Dinger selbst gegen klitzekleine, hinterhältige Viren so ungeheuer nützlich sind, werden sie es ganz sicher auch mit jedem nur denkbaren Fallout aufnehmen können. Also alles paletti.

      Ebenfalls: bittere Ironie off…

  7. Achim Koester Antworten

    Natürlich ist der Aufruf der sog. Intellektuellen reichlich naiv und realitätsfern, aber mal ehrlich, sind die Appelle des Papstes nicht in dieselbe Kategorie einzuordnen? Beide sind gegenüber Putin absolut nutzlos, das wissen die Urheber schließlich selbst am besten.

    • H.K. Antworten

      Hm.

      Zu WAS außer sofortigem Stopp der Kriegshandlungen und zu Frieden sollte ein Papst Ihres Erachtens aufrufen ?

      • S v B Antworten

        Zur Lieferung schwerer Waffen natürlich! Ja, zu was denn sonst? Wenn doch nichts anderes dazu taugt, diesem Krieg ein rasches Ende zu bereiten – wie man nicht müde wird, zu behaupten.

        • H.K. Antworten

          Ach, wie gerne würde ich den/ die ein*/-/:/_/In oder ander*/-/:/_/In hier gern einmal persönlich kennenlernen …

          Ich denke, es wäre ein Fest …

          • H.K.

            Hach,

            mein alter Deutschpauker hätte ( wieder mal ) seine Freude an mir …

            „Gern“ und „gerne“ in EINEM Satz …

            „W“ wäre das Mindeste …
            ( Der tadelnde Blick oberhalb des Schnäutzers traf mehr … )

            Sorry, lieber Dr. K.R. + …
            ( Ein „Pauker“ wie aus der „Feuerzangenbowle“. Anzug, Schlips und Kragen, aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt – und eine Seele von Mensch. )

            Ich werde ihn nie vergessen.

            Aber ist schon spät.
            Oder früh.
            03:19

          • S v B

            Wohl zwei Nachteulen unterwegs im Netz? Wie man weiß, wartet auch die Eule der Minerva die einsetzende Dämmerung ab, bevor sie die Schwingen zu ihrem nächtlichen Flug ausbreitet. Jedenfalls laut Hegel soll das so sein. Hm…, vielleicht ist da ja wirklich was dran? – Schönen Sonntag noch, lieber H.K.!

      • Achim Koester Antworten

        Lieber HK,
        Es geht mir nicht darum, wozu der Papst aufruft, sondern um den Nutzen des Appells, und der ist erwiesenermaßen gering oder gleich null.

        • S v B Antworten

          Ganz so negativ würde ich den Sachverhalt nicht bewerten. Ebenso wie Worte töten können, können sie Gutes bewirken. Dessen bin ich mir sicher. Man muss ihnen nur Zeit lassen, ihnen Gelegenheit geben, „anzukommen“. In unserer extrem schnelllebigen Zeit stehen die Zeichen auf Ungeduld, will heißen, dass jeglicher Maßnahme die Wirkung auf dem Fuße zu folgen hat. Enttäuschungen können da natürlich nicht ausbleiben. – Wer die Haltung des Papstes in besagter Angelegenheit nicht goutiert, dürfte in Heinrich Bedford-Strohm wohl den besseren Strategen erkennen.

        • H.K. Antworten

          Lieber Herr Koester,

          ich hatte Sie schon richtig verstanden.

          Und Sie haben ja recht.

          Aber ich halte es trotzdem für notwendig, ja, existentiell, daß gerade Franziskus zu Frieden aufruft und nicht in die Kerbe des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I., der offenbar Putin-besoffen ist, haut.

  8. Günther Konorza Antworten

    Gerade Frau Schwarzer ist bereits massiv wegen Steuerhinterziehung mit einem Schweizer Schwarzkonto aufgefallen. Wer sagt, dass es nicht noch weitere gibt? Die Erfahrung lehrt das Gegenteil.
    Warum kriegen Sachkundige wie Sie und praktische Menschen wie ich nicht Einblick in die Panamapapers, sondern nur Linksradikale wie Restle, Prantl …? Es ist eine gesicherte Erkenntnis der forensischen Psychologie, dass Menschen bei der Einrichtung von Decknamen meistens ihre Initialen behalten; wir müssten also mit entsprechender Software – eine Sache von Sekunden – Ausschau halten nach Namen mit R.M., A.S. etc.

    Olaf Scholz streut das Gerücht, er sei von Putin nuklear erpresst worden. Eine absurder Einwand, dass ausgerechnet die unbedeutenden deutschen Lieferungen den Atomkrieg auslösen sollten und nicht die massiven amerikanischen. Die Briten sollen sogar zwei Batallione SAS (Special Air Services) in Kiev stehen haben. Vielleicht wurde deswegen dort die Schlacht gewonnen.
    Herr Scholz hat nun in seiner Jugend häufig die DDR besucht. Wie ich von meinem damaligen Mitpatienten Schalk-Golodkowski weiß, wurden Videos von prominenten Westlern mit willigen Stasi- und KGB-Damen angefertigt, die zur Erpressung der Politiker und Staatsbeamten genutzt wurden und werden. Dies erscheint mir gerade im Falle O.S. wesentlich plausibler.

    Siehe auch:
    https://www.dailymail.co.uk/news/article-10769957/Russian-propaganda-declares-nuclear-missile-strike-London-no-survivors.html
    Putin’s propagandists simulate NUKING Europe with missiles

  9. GJ Antworten

    Werter H.K.,

    3:19 Uhr in der Frühe noch am Schreiben, hier im Internet. Da lag ich längst mit Morpheus im Bett, also sprichwörtlich natürlich. Das ist die Zeit, wo ich regelmäßig wache Momente habe, also der Schlaf unterbrochen ist und kleinste Geräusche/Impulse meiner Umwelt ein Erwachen aus der Halbschlafphase auslösen. So auch in der vergangenen Nacht. Ich habe keine Ahnung, was unsere neuen Nachbarn gegenüber veranstalten. Angeblich eine 3-köpfige italienische Arztfamilie. Dazu gehören irgendwie 4 weiße Sprinter, die wohl für Amazon fahren. Und jede Nacht – Höhepunkt um die 3 Uhr- finden Ladevorgänge statt unter Beteiligung von gefühlt 10 Personen. Früher hätte ich gesagt: Da kann ja wohl was nicht stimmen. Heute? Keine Ahnung, wie sich ein Nachbar heutzutage zu verhalten hat. Menschen, die schon ihren Einzug nur in den Nachtstunden geheimnisvoll veranstalteten, die seit Wochen nicht einmal „Guten Tag, wir sind die Corleones“ oder so sagen, tagsüber nicht zu sehen sind. Ist das das neue NORMAL? Vielleicht arbeiten sie einfach nur nachts? Keine Ahnung, rumdrehen, weiterschlafen.

    Und noch ein anderer Gedanke, der mich in dieser Zeit beschäftigt. Natürlich, die deutsche Sprache, so wie wir sie gelernt haben, so wie wir (also ich gehe jetzt einfach von mir aus) gewohnt sind, sie zu verwenden in Wort und Schrift. Ein elementarer Moment ist die Ansprache und die Grußformel. Wir sind hier im Forum zu Mehreren mit Initialen unterwegs. Nur aus den Inhalten erkennen wir, daß z.B. hinter H.K ein netter und lebenserfahrener Mann steckt, hinter SvB eine interessante, ebenfalls lebenserfahrene Frau, nur um 2 Beispiele zu nennen. Ich selbst bin auch eine Frau um die 60. Mir kommt allmählich die richtige Anrede und Grußformel abhanden, also beruflich. Wie erleben Sie das? Geht ja alles fast nur noch per E-Mail und e-Post. Kaum noch ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin ruft an. Kostet zu viel Zeit. Nur noch schriftlich, seelenlos, klick klick im Akkord, copy & paste, zack senden, to whom it may concern, mir doch egal, soll sich halt irgendwer drum kümmern. Furchtbar! Die jungen Kollegen nur noch so. Anonyme Team-Mailadresse, kaum jemand persönlich greifbar. Viele nennen darin maximal ihren Nachnamen, vielleicht noch den 1. Buchstaben des Vornamens. Männlich/weiblich ? Vielleicht ja auch divers? Keine Ahnung. Was schreibe ich denn da zurück? Ich habe keinen Bock auf „Sehr geehrte/r Frau/Herr/bzw. was/wie auch immer Sie sich definieren, Person Müller“. Oder vielleicht „Sehr geehrte/r/s Mitarbeitende Müller“. Es verbreitet sich schon ein amtssprachenunmögliches „Hallo“,…, das sich einschleicht, um die Anrede zu vermeiden.

    Ich suche – wirklich! – einen gangbaren, nach deutscher Sprache korrekten Weg, der sich nicht ideologisch unterordnet. Vielleicht anrufen und fragen, welche Anrede richtig ist? Irgendwie nein, aus Prinzip nicht…Oder vielleicht doch, gerade aus Prinzip? Es verbreiten sich ja auch zunehmend automatisch/anonym erzeugte Antwortsignaturtexte, die keinen Mensch mehr brauchen, um ausgelöst zu werden. Wichtig darin: Vermeiden/Unterlassen Sie Rückfragen…dies führt zu Verzögerungen im Ablauf…

    Komisch, solange mir solch fundamentale Alltäglichkeiten außer Kontrolle geraten und mein Kompass zittert, wie soll man/ich über die Ursachen/Wirkungen von Krieg und Frieden was Richtiges sagen?

    • GJ Antworten

      Sehen Sie, und schon habe ich aus lauter Desorientiertheit die abschließende Grußformel (Formel? Klingt auch irgendwie blöd) vergessen:

      Ich wünsche Ihnen allen einen hoffentlich positiven, friedvollen Sonntag, 1. Mai, werte Mitforistinnen und Mitforisten

      • S v B Antworten

        Und selbst die Walpurgisnacht ist anscheinend auch nicht mehr das, was sie einmal war, oder? 😉

        PS: Herzlichen Dank für Ihre guten Wünsche zum Anfang des Wonnemonats. Das Wiedererwachen der Natur, die Blütenpracht und der Gesang der Vögel richten gewiss nicht nur mich immer wieder auf. Ein Gottesgeschenk.

    • S v B Antworten

      Ihr Kommentar ist zwar an H.K. gerichtet, dennoch sei auch mir eine kurze Stellungnahme erlaubt, liebe GJ.

      Völlig unschicklich scheint inzwischen die Anrede „Sehr geehrter Herr Soundso“ oder „Sehr geehrte Frau Soundso“. Auch „Sehr geehrte Damen und Herren“, eine Redewendung, die viele Jahrzehntelang gut genug war, wird inzwischen als No go angesehen, ist auf Gutdeutsch total verpönt. Immer öfter, ja fast ausschließlich liest man nun das genderkorrekte „Guten Tag, Lena Meier“ oder „Guten Morgen, Max Müller“. Oft wird dabei sogar noch der Name ausgelassen und nur die Tageszeit genannt. Um Himmels willen, schließlich will man sich davor hüten, etwas falsch zu machen! Aus angelsächsischen Ländern erhalte ich E-Mails mit solchen und ähnlichen Anreden schon seit ein einigen Jahren. Wie Sie und vermutlich noch etliche andere stößt mich dieser ausgemachte Nonsens einfach nur ab.

      Ob Ihrer neuen Nachbarn beneide ich Sie gewiss nicht, liebe GJ. Vielleicht ein kleiner Trost meinerseits: seit Januar letzten Jahres hat sich zu den bereits vorhandenen, nur wenig liebenswerten Gestalten (eigentlich Stinkstiefeln) in meiner unmittelbaren Nachbarschaft noch eine weitere hinzugesellt. Ein pensionierter Gymnasiallehrer, ursprünglich aus USA, hoch in seinen 70ern. Ein Typ mit wahrhaft seltsamen, die Nachbarschaft akustisch teils extrem störenden Marotten, wie nicht nur ich, sondern auch andere schon feststellen mussten. Bisweilen hat man den Eindruck, dass die Zahl an – wie soll man’s sagen? – hochgradig eigenartigen Zeitgenossen seit einigen Jahren fast exponentiell ansteigt. Woran DAS wohl liegen mag?

      Trotz und alledem Ihnen noch einen schönen Rest-Sonntag!

      • H.K. Antworten

        Liebe GJ, liebe SvB,

        statt „Nachteule“ könnte man(n) durchaus auch „Morgenmuffel“ ( -MUFFEL ! Nicht etwa „Mufflon“ … ) sagen.

        Aber Sie nennen das Kind ( ääähemm ) wie gewohnt – weit charmanter „Nachteule“.

        Ich muß zugeben, daß bei mir seit Beginn des Krieges geradezu ein „nachrichtenjunkiehaftes“ Informationsbedürfnis besteht, das schon den einen oder anderen in meiner Nähe etwas nerven könnte. Daher und weil ich diesen Blog sehr schätze, vor allem auch einige Kommentator*/-/:/_/Innen, schaue ich auch spät abends oft noch einmal herein, und bisweilen wird dann die eine oder andere Antwort noch verfasst.

        Zu meiner Ehrenrettung sei erwähnt, daß zu solchen Uhrzeiten keine einzige SMS verschickt wird, die durch Bimmeltöne irgend jemanden wecken könnte.

        Was die „normalen“ Umgangsformen angeht, insbesondere im elektronischen Miteinander, so benutze ich auch bei e-mails die Anreden, die ich als halbwegs erzogener Bengel einmal von meinem nächtens erwähnten sensationellen Deutsch-Pauker gelernt habe und weiterhin bei Brief & Co verwende.

        Absolut allergisch reagiere ich auf diese internetübliche Duzerei, obwohl man sich im Leben noch nicht gesehen oder gehört hat und das wohl auch nicht passieren wird.

        Ganz schlimm wird es, wenn dann Anreden auch noch kleingeschrieben werden.

        Und wer die Nase rümpft, weil ich weiterhin „Sehr geehrte Damen und Herren,“ etc. schreibe, darf sich dagegen über meine Gendergagarei freuen. Die habe ich mir in der Tat seit kurzem angewöhnt, insbesondere, wenn selbst Gendergagastottersprech-Korrekt*/-/:/_/Innen den Kopf zu schütteln beginnen.

        Und das werde ich solange fortführen, bis entweder neben „Amerikanerinnen und Amerikanern“, „Engländerinnen und Engländern“, „Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteinern“, „Mecklenburg-Vorpommerinnen und Mecklenburg-Vorpommern“, „Nordrhein-Westfälinnen und Nordrhein-Westfalen“ auch von „Deutschinnen und Deutschen“ gesprochen wird.

        Oder bis alles mit „*/-/:/_/Innen“ verwendet wird.

        Oder bis dieser Obergagastottersprechblödsinn wieder eingemottet wird.

        Und ich hoffe, wenn ich „liebe SvB“ oder „liebe GJ“ schreibe ( „werte“ oder „werter“ habe ich in der Tat nie benutzt ) niemand hier sich in irgendeiner Weise brüskiert oder anmaßend angesprochen fühlt.

        „Liebe“ bzw. „lieber“ verwende ich nur, wenn es auch so gemeint ist.

        In diesem Sinne:

        Allen hier: Einen schönen, sonnigen, vor allem friedlichen 1. Mai – auch wenn Herr Melnyk heute in der „Zeitung mit den vier Buchstaben“ mit der Schlagzeile zitiert wird „Der dritte Weltkrieg hat bereits begonnen“ und Herr Merz entgegen dem ausdrücklichen Rat des Bundeskriminalamtes morgen – und das noch großartig angekündigt – auf eigenen Wunsch OHNE jeglichen Personenschutz von Polen mit dem Zug 13 Stunden lang nach Kiew reisen will …

        • S v B Antworten

          Apropos Andrij Melnyk…

          Wenn die Rede auf Herrn Melnyk kommt, denke ich unwillkürlich erst einmal an seine ausgesprochen edlen Outfits. Ach ja, und an seine ebenso edle Brillensammlung. Der Herr scheint auf sein Äußeres nach wie vor allergrößten Wert zu legen. Was ich, ganz ehrlich, angesichts des furchtbaren Elends in seinem Heimatland nicht so recht nachvollziehen kann. Aber was soll’s? Die Ukraine ist weit weg von Berlin.

          Auch dass Herr Melnyk gerade jüngst wieder einmal meinte, den Bundespräsidenten verbal abputzen zu müssen, indem er ihn verdächtigte, dem Bundespresseball ferngeblieben zu sein, weil er sich Melnyks Kritik nicht aussetzen wollte, spricht doch Bände. Obwohl ich mich sicher nicht als Steinmeier-Fan bezeichnen würde, bin ich davon überzeugt, dass dieser der unzeitigen Tanzlustbarkeit mit ukrainischen Untertönen (Herrn Kubicki z. B. zierte immerhin ein gelb-blauer Querbinder) fernblieb, weil ihm der Sinn in diesen düsteren Tagen und Wochen einfach nicht danach stand. Nur zu verständlich. Melnyk stänkert wo immer sich ihm eine Gelegenheit bietet. Besonders für einen Diplomaten ein völlig unangemessenes, ja kurzsichtiges Verhalten (trotz Brillenauswahl!), denn Freunde und Mitstreiter lassen sich mit einer solchen Attitüde nicht gewinnen. Mir war Melnyks Auftritt von Anfang an… nun ja, befremdlich. Mit anderen Worten, zu Menschen, die sich regelmäßig so aufführen wie er, halte ich innere – wie gegebenenfalls auch äußere – Distanz. Und zwar völlig unabhängig von deren Absichten, Wünschen und Forderungen. Für mich ist’s noch immer der Ton, welcher die Musik macht, und zwar in jeder nur denkbaren Lebenslage. Ein gebildeter Mann in Melnyks Alter sollte diese Lektion eigentlich längst schon gelernt haben.

          Ukraine? Truce now!!!

          • Gerd Rau

            Was soll dieses ständige Gemecker über Andrej Melnyk ? Als Botschafter sollte er im feinen Zwirn erscheinen, ein Botschafter in Jogginghosen sähe echt ziemlich merkwürdig aus. Das er als Botschafter eines angegriffenen Landes lieber deutliche Worte als unterwürfiges Gesabber äussert, für mich logisch. Vor allem, vor dem Hintergrund dieser kranken Forderungen die aus Deutschland an die Ukraine gestellt werden, Kapitulation um des lieben Friedens willen und ähnlichen Quatsch.

          • gerd

            Melnyk gehört, egal ob in seinem Land Krieg geführt wird oder nicht, tanzend auf den Bundespresseball. Nee is klar, dass dieser Mann nicht ins Fadenkreuz der Kritiker geraten soll. Und Anton Hofreiter fordert die Ukraine zur Kapitulation auf……..weil die Grünen ja die Friedenspartei sind und bleiben wollen…..Die Realität sind dann doch etwas anders aus.

          • H.K.

            @ Gerd Rau

            Herr Melnyk ist BOTSCHAFTER seines Landes, also DIPLOMAT.

            Wie der Begriff schon ahnen lässt, sollte ein BOTSCHAFTER also BOTSCHAFTEN überbringen und ein DIPLOMAT sich DIPLOMATISCH verhalten bzw. benehmen.

            Wenn DAS, was Herr Melnyk äußert, besonders an Verunglimpfungen und teilweise Beschimpfungen gegenüber Deutschland und seinen Repräsentanten, die BOTSCHAFTEN sind, die er im Namen und im Auftrag seines Präsidenten überbringt, und wenn die Tonlage und Wortwahl, die er dazu benutzt, DIPLOMATISCH sein sollen, dann habe wohl nicht nur ich bisher eine völlig falsche Auffassung der Begriffe „Botschafter“ und „Diplomat“ gehabt.

            Und wenn ständig nur Forderungen, keine Bitten, und Beschimpfungen bis hin zur ausdrücklichen Ausladung des deutschen Bundespräsidenten erfolgen, darf man(n) sich nicht wundern, wenn zum Bundespresseball, bei dem ausgerechnet Herr Melnyk eine Rede hält, nicht ein einziges Regierungsmitglied erscheint.

  10. Freichrist343 Antworten

    Eine Querfront ist nicht ganz abwegig. Zum Beispiel fordert Sarah Wagenknecht zurecht eine Begrenzung der Einwanderung. Und sie fordert zurecht die Abschaffung aller Corona-Beschränkungen (z. B. Impfpflicht im Pflegebereich). So gesehen gibt es Schnittmengen zwischen der Linken und der AfD. Bitte googeln: Manifest Natura Christiana

  11. Johannes Antworten

    Interessant zu lesen und Hans Georg Maaßen ist sicher niemand, der leichtfertig zustimmt:

    „Kein Geringerer als Hans-Georg Maaßen ließ nach der Lektüre eines Artikels von Oskar Lafontaine in der Schweizer „Weltwoche“ wissen: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich Oskar Lafontaine Recht geben muss.“ Und das obwohl die Grundaussagen des Artikels geradezu schockierend sind: „Amerika treibt Europa in einen Atomkrieg, Kanzler Scholz im Würgegriff der Hasardeure von Washington“.“

    Der Artikel auf „Philosophia Perennis“ trägt den Titel:

    „Oskar Lafontaine: Die USA treiben Europa in einen Atomkrieg“

    Werter Herr Kelle,

    Sie haben gewiss Kontakte zu HGM. Könnten Sie dies vielleicht verifizieren, also ob HGM die Einschätzung Lafontaines tatsächlich teilt?

    Und wenn ja, könnten Sie HGM bitten auf Ihrem Blog eine eigene Einschätzung zur Lage zu geben?

    Besten Grüße,
    Johannes

        • S v B Antworten

          Auch ich habe, gespannt wie ein Flitzebogen, auf das Ergebnis der Kelleschen Erkundigung bei Herrn Maaßen gewartet. Umsonst, wie sich inzwischen leider herausgestellt hat; denn diese hätte ja im Grunde nur Sinn gemacht, wenn sie Johannes (und allen anderen, sehnsüchtig auf Aufklärung Wartenden hier im Blog) auch mitgeteilt worden wäre. Es sei denn…, es sei denn, HGM hat Herrn Kelle gebeten, bezüglich seiner Antwort äußerste Diskretion zu wahren. Na ja, vielleicht hat Herr Kelle sein Versprechen in der Hektik seiner beruflichen Tätigkeit ganz einfach vergessen; was so verständlich wie verzeihlich wäre. Oder er hat sich einfach einen kleinen Scherz erlaubt, indem er dem Kommentator versprach, HGM noch am selben Tag anzurufen. Vergleichbar mit – na, sagen wir mal – einer Zusage meinerseits an Sie, lieber H.K., noch heute Abend bei Papst Franziskus anzuläuten und ihn zum Stand seiner Reisepläne nach Russland zu befragen. Allerdings gebe ich unumwunden zu, dass ich zu scherzen beliebe.

          Schönes Wochenende – allerseits! Hier regnet’s, falls es jemanden interessieren sollte…

          • H.K.

            Wenn Sie mir die Durchwahl unseres „(H)eiligen Vaters“ mitteilen würden, könnte ich mir selbst die Freude machen, ihn anzurufen.

            Gleiches gilt auch für unseren ehemaligen, vom damaligen „Bundes-Horst“ geradezu überschwänglich behandelten, frenetisch gefeierten Verfassungsschutzchef.

  12. thomas Antworten

    Ich kann mich nur wundern; da wird eine völlig legitime Meinungsäußerung einiger prominenter Leute zunächst etwas herablassend, aber durchaus maliziös kommentiert. Dann der finale Schuss: dadurch würden Querfront-Phantasien bestärkt – im Klartext: Wer solche Petitionen verfasst, betreibt das üble Spiel der Rechten!
    Ob die Schwarmintelligenz das alles ähnlich sähe, weiß ich nicht. Aber mir scheint, dass Sie, werter Herr Kelle, offensichtlich also eingeschwenkt sind auf die Linie der Springer-Presse, die sich seit Wochen damit hervortut, alle an den Pranger zu stellen, die im Hinblick auf diesen üblen Krieg nicht gleich nach noch mehr Waffen und noch schwereren Waffen rufen.
    Ob das keine Berechtigung hat, wird sich zeigen. Ich meine allerdings, Besonnenheit ist allemal besser als die Kriegseuphorie, die sich gegenwärtig immer mehr Bahn bricht.

    • Klaus Kelle Antworten

      @thomas,

      nein, ich schwenke auf nichts ein, ich behalte meinen politischen Kurs in den großen Linien seit 40 Jahren. Aber wenn die „Springer-Presse“ mal etwas Richtiges schreibt, dann heißt das doch für unsereins nicht, dass wir deshalb automatisch dagegen sein müssen. Schon gar nicht, da ich ja sebst sechs Jahre dort als Leitender Redakteur für BID gearbeitet und gesehen hat, was das für eine m. E. gute Redaktion ist.

      KK

  13. gerd Antworten

    H.G. Maaßen schrieb auf GETTR am 4. März:
    „Die Bild will mit anderen Worten, dass die NATO wg der Ukraine gg Russland Krieg führt. Das ist nicht moralisch, sondern verantwortungslos. Ein solcher Krieg wäre weder regional noch hinsichtlich der Mittel zu begrenzen. Es ist absehbar, dass Deutschland ein Hauptkriegsschauplatz sein würde. Wir müssen lernen, unsere Emotionen zu kontrollieren, auch wenn wir großes Mitgefühl für die Menschen in der Ukraine empfinden.“

    Ganz mein Reden. Emotionen kontrollieren bevor man Waffen in die Ukraine schickt. Aber die Kontrolle ist leider verloren gegangen.

    • Gerd Rau Antworten

      Anders formuliert, wir schauen zu wie ein Aggressor eine Land zerbombt und denken danach haben wir wieder Frieden? Hat beim zweiten Weltkrieg auch nicht funktioniert, Hitler war mit Tschechien und Österreich auch nicht zufrieden.

      • H.K. Antworten

        Ich denke, Sie haben recht.

        Aber Herr Maaßen auch.

        Ich bin total zerrissen. Einerseits können wir nicht immer wieder sagen „Nie wieder !“, aber kinomäßig mit einer großen Tüte Popkorn zuschauen. Andererseits dürfen wir ganz sicher nicht leichtfertig mit einem III. Weltkrieg, gar einem Atomkrieg, spielen.

        Ein Ritt auf der Spitze von Messers Schneide.

        Man mag mich für den Vergleich kreuzigen, aber:

        Wir erinnern uns alle an den 11. September 2001.

        Und an die Diskussionen über den möglichen Abschuß entführter Flugzeuge.

        Auch da waren die einen bereit, ein voll besetztes Flugzeug, mit völlig unschuldigen Menschen, die sich nichts, aber gar nichts, haben zu Schulden kommen lassen, abzuschießen, um weit größeren Schaden zu verhindern.

        Ein absolut heißes Eisen, für das es keine menschliche, emphatische Lösung gibt.

        Wie man es macht, macht man es falsch.

      • gerd Antworten

        H.G. Maaßen ist ja nicht irgendein Populist oder Verschwörungstheoretiker. Ich nehme seine Aussage durchaus ernst.

  14. gerd Antworten

    Kein Fake, kein Scherz: Selenskyj jetzt als Jesus-Ersatz weltweit auf Gebetskerzen erhältlich…der Erlös aus dem Verkauf dieser Kerzen soll der Ukraine helfen. Wer’s glaubt…..

  15. H.K. Antworten

    Wenn die „Zeitung mit den vier Buchstaben“ heute titelt

    „In Kaliningrad

    Russische Streitkräfte simulieren Atomangriff“

    sollte man das m.E. nicht als Beschäftigungstherapie für gelangweilt herumlungernde russische Soldaten betrachten.

    • S v B Antworten

      Näher geht’s dann ja wohl nicht mehr, lieber H.K.
      Zündel-zündel, wohin das Auge schaut. Krieg und Frieden sind letztlich Ausgeburten menschlichen Willens, sonst nichts. Wenn oder wo aber dieser Wille fehlt, sind jegliche gutgemeinten Ratschläge, jegliche Vermittlungsversuche obsolet. Nun, dann eben weiter so. Eine Tragödie, aber sei’s drum.

      • H.K. Antworten

        Nun geht schon die „Zeitung mit den vier Buchstaben“ auf den Papst los und wirft ihm vor, sein „Kompaß sei verrutscht“, weil er sinngemäß geäußert hat, die NATO habe eine gewisse Mitverantwortung für das Verhalten Rußlands.

        Herr Steinmeier soll mit Herrn Selensky telefoniert und „sich ausgesprochen“ haben.
        Nun sei er zusammen mit Herrn Scholz „und der gesamten deutschen Regierung“ nach Kiew eingeladen … ( Um WAS mitzubringen ??? )

        Mich beunruhigt dieses offensichtliche Kriegsgeheul mancher Politiker und auch vieler Medien.

        • Gerd Rau Antworten

          Damit keine Missverständnisse aufkommen, ich bin kein Fan der Zeitung aber hier hat Sie Recht.
          Deshalb die einfache Frage, wieso trägt die NATO an dem Verhalten Russlands eine Mitschuld?

          • H.K.

            Leider finde ich den Artikel schon nicht mehr.

            ( Es sind aber mehrere Artikel rund um das Thema dort frei lesbar, darunter einer der unter „Post von Wagner“ quasi als offener Brief an Papst Franziskus verfasst ist. Für meine Begriffe nicht nur blödsinnig, sondern schlicht anmaßend von diesem „Journalisten“ ).

            Sinngemäß bezeichnete der Papst die NATO-Osterweiterung wohl als „Bellen gegen Rußland“.

            Aber es ist eh müßig, zu diskutieren, wenn der Westen den Beitritt einiger ehemaliger Warschauer-Pakt-Staaten zur NATO nicht als Osterweiterung, sondern als „souveräne Entscheidung von Staaten“ bezeichnet.

            Wir müssen schon ehrlicherweise sagen, daß sich umgekehrt die USA das auch nicht gefallen lassen würde.

            ( Was trotz allem den Krieg gegen die Ukraine durch nichts rechtfertigt … )

            Und was nach „( Kriegs-) Völkerrecht“ richtig oder falsch, gut oder schlecht ist, interessiert sowieso niemanden mehr, wenn eine Seite alles außer Kraft setzt, worauf einmal alle vertraut haben.

          • S v B

            Haben Sie etwa anderes von diesem“ Wagner“ erwartet? Doch wohl nicht, oder? Die Beiträge dieses Mannes sind – mit größtem Wohlwollen betrachtet – in 95 vom 100 Fällen einfach nur peinlich.

          • H.K.

            Liebe SvB,

            Sie haben vielleicht in der jüngeren Vergangenheit verfolgt, wie sich meine Einstellung zur „Zeitung mit den vier Buchstaben“ gewandelt hat.

            Sie ist die größte deutsche, ja europäische Boulevardzeitung, wenn ich recht informiert bin – und an der kommt kaum ein Politiker vorbei.

            Mittlerweile ändert sich meine Meinung erneut.

            Es ist – nur m.E. und damit völlig subjektiv – Aufgabe von Journalist*/-/:/_/Innen, ihre Leser*/-/:/_/Innen zu INFORMIEREN – und das so neutrag wie möglich.

            Der von mir hochgeschätzte Hans-Joachim Friedrichs hat sich wohl einmal dahingehend geäußert, daß sich “Journalisten“ ( damals gab es diesen Gendergagastotterkram noch nicht ) NIEMALS mit einer Sache gemein machen dürften, um eben unvoreingenommen und neutral zu berichten.

            Leider ist diese weise Aussage den Journalist*/-/:/_/Innen ( insbesondere der „Zeitung mit den vier Buchstaben“ )offenbar nicht bekannt.

            Abgesehen von den nicht zahlreichen, sondern zahllosen Fehlern, grammatikalisch wie vom Sinn und der gesamten Satzkonstruktion her, ist es mittlerweile mitunter schon einen Zumutung, zu erfahren, daß ein Artikel dort von drei und mehr Journalit*/-/:/_/Innen verfasst wurde, aber nicht einer mal in der Lage war, den Artikel korrekturzulesen.

            Aber wenn dort auch solche „Spezialisten“ wie dieser Herr ( von ? ) Wagner ihre geistigen Ergüsse von sich geben dürfen, wundert mich da nicht mehr viel.

            Hier gelingt es mir zugegebenerMaaßen ( hach, welch Wortspiel … ) auch immer wieder, irgendwelche Dreckfuhler oder Teppfihler zu lancieren, aber ich erhebe auch nicht den Anspruch, eine Boulevardzeitung zu sein und schon gar nicht, irgendeinen Obolus fürs Lesen zu erheben.

          • Tina Hansen

            Lieber H.K.,

            ich mag Sie wirklich. Ganz ehrlich. Und ich lese auch alle Ihre Beiträge und oft antworte ich. Und ich freue mich immer, wenn Sie mir antworten.
            Nur bitte, bitte, bitte – könnten Sie aufhören, Ihre Sprache zu gendern`?? Bitte!!

          • S v B

            Wie sowohl Sie, lieber H.K. als auch ich (und gewiss noch vieke Weitere) einmal hier feststellen durften, erfuhr die Bild unter ihrem geschassten Chefredakteur Julian Reichelt eine deutlich wahrnehmbare Kurskorrektur; einen längst überfälligen Wandel. Und weil dies so war, kaufte ich mir die Printausgabe eine ganze Weile lang täglich. Nie hätte ich vordem gedacht, dass ich mich einmal der Bild zuwenden müsste, um durch den Mainstream nicht begrenzte Berichte über Geschehnisse und Entwicklungen zu erfahren. In dieser Phase traute ich bisweilen kaum meinen Augen. Sehr bald nach Reichelts fragwürdigem Rausschmiss wurde deutlich, dass der Wind wohl auf Dauer wieder aus einer anderen, gänzlich anderen Richtung wehen würde. Eine Bild unter Johannes Boie kommt gegen die unter einem Julian Reichelt nicht an. Die Printausgabe kaufe ich mir folglich nicht mehr. Um mich täglich zu informieren, wie und was die Mainstream-Presse politisch so denkt und fühlt, reicht mir mein das Abo einer großen Regionalzeitung.

          • H.K.

            Ich habe mir schon lange abgewöhnt, Printmedien zu kaufen.

            Zum Einen gilt insbesondere in der jetzigen, schnellebigen Zeit „Nichts ist älter als die Zeitung von gestern“.
            Und da ist jede Zeitung oder jedes gedruckte Magazin der Aktualität hinterher.

            Dazu kommt zum Anderen, daß in meiner unmittelbaren Umgebung sehr viele alte, wunderschöne Bäume stehen, die wir mit nachbarschaftlicher Hilfe und mit Unterstützung der Stadt in den letzten trockenen Sommern geradezu liebevoll mit tausenden Litern Wasser versorgt haben.

            Insofern widerstrebt mir zutiefst die Verwendung von jahre-, ja jahrzehntelang gewachsenen Bäumen, die nicht nur Lebensqualität, sondern auch Naturschutz bedeuten, um mal kurz etwas zu lesen und dann ins Altpapier zu geben.

            Klar, online zu lesen kostet auch Energie, aber wenn hier ein alter, wunderschöner, aber leider kranker Baum, der soviel größer und älter ist als ich, gefällt werden muß, blutet mir das Herz.

            Bißchen blöd, bißchen sentimental – aber so ist dieser H.K. nun mal.

            Und da wird er sich wohl auch nicht mehr ändern.

          • H.K.

            Liebe Tina Hansen,

            so langsam wird es schwierig, beim Antworten nicht den Überblick oder besser: den roten Faden nicht zu verlieren.

            Aber nach Ihrer netten Nachricht und Ihrem eindringlichen Aufruf kann ich ja gar nicht anders, als es zumindest zu versuchen.

            Um es klar zu sagen ( aber das ist Ihnen ja auch nicht entgangen ):

            Dieser Gendergagastottersprechoberschwachsinnsblödsinn geht mir gehörig auf den – na, Sie wissen schon …

            Nach dem Motto „Schlagt sie mit ihren eigenen Waffen“ habe ich mir vor einiger Zeit angewöhnt, diesen Seich so lange zu verballhornen und lächerlich zu machen, bis alle Deutschen und Deutschinnen und auch der/ die Blödest*/-/:/_/In begriffen hat, wie dämlich ( kommt in diesem Fall nicht von „Dame“ ) dieser Stuss ist – von mehr Papierverbrauch und mehr Sendezeit ( 5 Minuten längere Tagesthemen ) ganz abgesehen.

            Ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß wir in diesem Land in absehbarer Zeit wieder „normal“ werden.

            Dann bin ich der ERSTE, der den Michel und die Micheline hochleben lässt.

          • S v B

            Auch ich bin ein geradezu fanatischer Baum-Schützer. Nicht ganz so militant wie gewisse Kreise im Land, aber doch ziemlich überzeugt. Muss wohl damit zusammenhängen, dass ich fast meine ganze Kindheit in einem herrlichen Laubwald verbracht habe. Ich liiebe Grün in all seinen Ausprägungen; und mutmaße, dass ich Sie mit meinem Enthusiasmus für alles was Borke sowie Blattwerk oder Nadeln hat, sogar noch übertreffen könnte. Allerdings habe ich zu „DEN Grünen selbst“ ein weit weniger inniges Verhältnis. – Bin übrigens der Ansicht, dass man allen Grund hätte, uralte Bäume mit „Sie“ anzureden. So weise und ehrwürdig wie diese sind. Was also Bäume angeht, bin ich wohl auch nicht ganz „normal“. – Zur Pulpe- und Papierherstellung dürfte hierzulande aber ausschließlich „deutsches Plantagenholz“, sprich das Holz schnellwachsender „Stangel-Wälder“ (Nadelbäume, vornehmlich Fichten) benutzt werden. Alles, was man sonst noch in unserer nachhaltigen Forstwirtschaft „schlägert“, dürfte eher zu Möbeln, Parkett oder anderen hochwertigeren Gegenständen verarbeitet werden. Das stelle ich mir jedenfalls vor. Hierzulande ist die Forstwirtschaft, Gott sei Dank, noch erfreulich nachhaltig. Wie das in anderen, besonders den tropischen Regionen der Erde aussieht, mag man sich erst gar nicht vorstellen. Traurig bis grauenvoll. Vor allem, weil es sich meist um regelrechten Raubbau handelt, der regelmäßig den Lebensraum der Wildtiere zerstört. – Ich habe gerade heute übrigens wieder mal einen 10-Kilo-Sack Bittersalz als Leckerchen für die diversen Koniferen im Garten der Wohnanlage angeschleppt. Na, DIE (die Bäume, weit weniger die Mitbewohner) werden sich wieder freuen.

            Au wei, jetzt wird Herr Kelle aber gleich bitterbös. Zu Recht! Weiter vom Thema kann man wohl kaum abschweifen. Sorry, lieber Herr Kelle, es soll auch nie, nie wieder vorkommen…

        • S v B Antworten

          Zu 1: Hoppla, da hat sich der Papst aber wahrhaft todesmutig aus dem Fenster gelehnt. – Seinem „russischen Gegenstück“, dem Patriarchen Kirill, geht’s ja jetzt wohl auch an den Kragen.

          zu 2: „Um WAS mitzubringen???“ Na, Leberwurst natürlich. Ob grob oder streichzart ist noch nicht entschieden.

          zu 3: Gerade dieses geht mir inzwischen dermaßen auf den Senkel, dass ich mir, nichtachtend der dramatischen Umstände durchaus den einen oder anderen Ausflug ins Reich der Ironie erlaube. Der Krieg ist bei Gott schlimm genug, Aufpeitschendes Kriegsgeheul braucht es da Wirkich nicht noch zusätzlich.

          Nicht nur Covid, auch der Ukraine-Konflikt eignet sich – wie wenig anderes – hervorragend dazu, die Menschen in einem kontinuierlichen emotionalen Ausnahmezustand zu halten. Ein gerüttelt‘ Maß an Resilienz ist so notwendig wie lange nicht mehr. Seine seelische Gesundheit kann man sich dabei wohl noch am ehesten erhalten, wenn man es schafft, immer wieder bewusst auf innere Distanz zu den sich überschlagenden Horror-Meldungen zu gehen und sich einem geeigneten Ausgleich zu widmen.Es sei denn man nimmt in Kauf, sich von der rasant dahintreibenden Informationsflut mitreißen zu lassen.

          • Tina Hansen

            Tja, die Nachricht von der päpstlichen Stellungnahme erfuhr ich zufällig von meinem an dieser Stelle schon mehrfach erwähnten und sehr geschätzten irakischen Kioskbesitzer. Im Irak war er übrigens tatsächlich Lehrer gewesen, was ich in Erfahrung brachte, als ich sah, dass er Hesses „Siddhartha“ las. Als ich gestern vormittag bei ihm reinkam, ging er mir aufgeregt entgegen und sagte zwei Mal: „Der weise Mann, der weise Mann hat gesprochen“.
            Nach meinem Eindruck ist er – also nicht der Papst, sondern der Kioskbesitzer – etwas erbost, weil die gleichen politischen Kräfte, die sein Heimatland aufgrund von LÜGEN bombardiert, zerstört und dann vergessen haben, jetzt plötzlich von Menschenrechten sprechen, die es unter allen Umständen zu verteidigen gelte.

          • H.K.

            Hätte Papst Franziskus die Ukraine als „die Guten“ und die Russen als „die Bösen“ bezeichnet, wäre er von BILD & Co hochgejubelt worden und hätte wahrscheinlich zumindest in Deutschland eine Kircheneintrittswelle ausgelöst.

            Aber so – da würde die „Zeitung mit den vier Buchstaben“ ihm am liebsten den Mund verbieten.

            Dieser böse Papst …

            Logisch.

            Oder ??

          • Tina Hansen

            Alles völlig logisch, lieber H.K.
            Unter ferner liefen noch ein Nachtrag zu einem plötzlich vergessenen Menschheits-Thema:
            Gestern nachmittag in der Arbeitspause in der Sonne mit zwei Kolleginnen auf unserer schönen Terrasse. Ich (nicht geimpft, nicht genesen) werde plötzlich gefragt, wie ich denn den letzten Winter erlebt hätte. Ich mag mich nicht mehr ärgern, erwähne jedoch kurz eine allen Anwesenden gut bekannte Person, die mich so lange in die Spritze treiben wollte, bis es fast an Mobbing grenzte. Sie hatte geglaubt, was die großen Medien schrieben: dass die Krankheit besiegt und der Ausnahmezustand beendet sei, wenn wir alle erst… Die Kolleginnen (beide geimpft plus genesen) sahen mich erst nur an. Dann sagte eine der beiden knapp über die impf- bzw- mediengläubige Person: „Naja, die friert ja auch Salat ein und wundert sich dann, dass er nicht mehr knackig ist.“ Und dann im Reingehen: „Wirklich!“ 😀

          • S v B

            Geradezu erheiternd wirkte auf mich gestern das Ergebnis einer „repräsentativen Umfrage“ von Cemas, einem der vielen klugen Meinungsforschungs-Institute. Legte dieses doch offen, dass sich ausgerechnet unter Corona-Maßnahmen-Kritikern (also Querdenkern), Nicht-Geimpften sowie AfD-Wählern die meisten Anhänger von Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, ergo Putin-Verstehern, tummeln. Na sowas! Hätte man sich solches nicht ohnehin schon denken können? Man möchte sich nicht wirklich vorstellen, wie die jeweiligen Fragen gelautet haben mögen.

            PS: Herzlichen Dank für den Tipp mit dem Salat im Gefrierfach. Ich werde das auch mal ausprobieren. Schließlich macht gerade Kopfsalat selbst im Gemüsefach eines Kühlschranks allzu bald schlapp. Aber im Ernst – aus schierer Verzweiflung habe ich mich einmal dazu hinreißen lassen, die wahrhaftig nicht mehr knackigen Blätter eines Kopfsalats für wenige Minuten in einer Pfanne mit heißem Öl zu brutzeln. Das Ergebnis hat mich wider Erwarten überzeugt, und zwar voll. Der „Kopfsalat an Speiseöl gebraten“ schmeckte, nur leicht gesalzen und gepfeffert, ausnehmend lecker. Und darüber hinaus noch ziemlich gesund, irgendwie.

          • Tina Hansen

            Ui-jui-jui, jetzt wird es heftig! Bei ungeimpften Putin-Versteherm hört der Spaß endgültig auf. Das ist ja gemeinfährlich!
            Dass diese Leute hierzulande aber auch immer meinen, sie müssten selber nachdenken, hier noch was lesen und da noch was googlen und eigene Entscheidungen treffen und dann passt ihnen dies nicht und jenes nicht und die Medien sind einseitig und das Benzin ist zu teuer und die Butter jetzt auch und unter den Masken kann man nicht atmen und die Impfmittel sind auch nicht genehm und der Salat ist nicht knackig und irgendwas ist immer.
            Spaß beiseite: Ich danke sehr für den Rezeptvorschlag. Er klingt einfach umsetzbar, und ich kann mir auch vorstellen, dass das schmeckt.
            Habe jetzt aber leider keine Zeit zum Kochen. Muss dringend meinen Aluhut polieren. Ich treffe mich heute abend noch mit meinen verschwörungstheoretischen Querdenkerfreunden. Wir wollen Chemtrails beobachten und f´ür den Frieden meditieren.
            Ein schönes Wochenende allerseits!

          • S v B

            Ich hoffe, dass Ihnen das für die Zubereitung von Bratsalat unabdingbare Speiseöl noch in ausreichender Menge zur Verfügung steht, liebe Tina Hansen. Sie wissen doch – das flüssige Gold ist ein äußerst knappes Gut in diesen Tagen. PS: auf die Begriffsschöpfung „Bratsalat“ bin ich schon ein wenig stolz. Ich finde schon den Klang des Wortes einfach umwerfend. Eben ganz so wie er schmeckt…

          • H.K.

            Bevor hier der Hausherr mit der roten Karte wedelt, weil wir seinen Blog zum Kochportal ummodeln, trage ich noch zu nahezu jedwedem Salat meine selbstgemachten Knobi-Croutons bei.

            ( Gestern gemacht, heute schon wieder fast alle weg – auch OHNE Salat … ).

            🤭

          • Tina Hansen

            … selbstgemachten Knobi-Croutons – klingt auch sehr lecker!
            Ich hatte bei dem Bratsalat die spontane Eingebung, dass ein wenig Senf eine Rolle spielen könnte. Vielleicht ein eher milder, ja fast süßlicher Senf, das könnte eine schöne kleine Soße geben. Und dann ein Stückchen Baguette dazu, das passt schon.
            Wünsche allen einen schönen Sonntag, v.a. auch dem Hausherrn! Kochrezepte unter einem Foto von Alice Schwarzer hat doch eigentlich was.

          • H.K.

            Liebe Tina Hansen,

            Senf spielt ( fast ) überall im Leben eine wesentliche Rolle.

            Mal ist es ein süßer, mal ordentlich scharfer Löwen-Senf.

            Ich mag beides – je nach Gericht, Beilage – oder Thema.

            Und so versuche ich jeweils abzuwägen, ob ich meinen süßen, eher milden oder gelegentlich scharfen „Senf dazugebe“.

            😉

            Und besonders scharfen Senfes bedarf es sicherlich auch bei der heutigen Meldung über den Putin-besoffenen Patriarchen Kyrill I.

            Daß der Herr als Kirchenfürst den Luxus liebt, nicht nur in Form sündhaft teurer Uhren, sondern daß er tatsächlich selbst Milliardär ist, hätte ich von ihm ebensowenig erwartet wie von unserem Papst Franziskus, der ja bekannterweise im völligen Gegensatz dazu geradezu asketisch lebt.

            In diesem Sinne: einen schönen, sonnigen, ruhigen Sonntag und morgen – HOFFENTLICH – einen guten, friedlichen Start in die Woche mit einer Rede Putins auf dem Roten Platz, der – HOFFENTLICH – das Ende dieses wahnsinnigen Krieges verkündet und nicht noch mehr sinnlos getötete Menschen bringt.

  16. Gerd Rau Antworten

    Ich finde man sollte keiner Nation zugestehen, zu bestimmen was die Nachbarländer zu tun haben, auch wenn es um die Zugehörigkeit zu irgendwelchen Bündnissen geht´. Wenn man die Reaktionen einiger ehemaliger Sowjetrepubliken sieht, dann sehen die die Mitgliedschaft in der NATO als einzigen Schutz gegen Russland, deshalb glaube ich schon das es souveräne Entscheidungen von Staaten waren. Und wenn selbst Finnland und Schweden auf einmal dahin wollen, dann sollte man sich schon fragen, warum?
    Ich lese im Internet gern ausländische, deutschsprachige Zeitungen, der Blick von aussen ist oft interessant. Auffälig war das viele Artikel sich um den naiven und dummen politischen Kurs Deutschlands mit Russland drehten.

  17. H.K. Antworten

    Mitunter ist man ( gut, zumindest ich ) einigermaßen ratlos.

    „Im Krieg stirbt die Wahrheit als Erstes“ heißt es.

    Und manche Dinge werden auch – aus guten Gründen – nicht öffentlich bekannt.

    In den letzten Tagen wird berichtet, die Ukraine habe mithilfe der USA „mehrere russische Generale“ getötet.

    Heute wird gemeldet, diese „Hilfe“ der Amerikaner habe genauso aus Geheimdienstnachrichten bestanden wie bei der Versenkung der „Moskwa“, des russischen Flaggschiffes.

    Nun melden die Russen, die „Moskwa“ sei „gar nicht am Krieg beteiligt“ gewesen.

    Fragt sich, wer da was mit welchem Ziel so alles ausplappert …

    • Gerd Rau Antworten

      Das Flagschiff der russischen Schwarzmeerflotte ist nicht am Krieg beteiligt, glauben Sie den Quatsch? Die Amerikaner helfen halt den Angegriffenen, in Deutschland, habe ich so den Eindruck, ist man eher für den Aggressor.
      Effektive Hilfe im Krieg ist halt die Armee stärker zu machen, damit sie den Gegner besiegen kann und das heist töten. Man sollte aber nicht vergessen das sich das die Ukraine nicht herausgesucht hat, sondern Sie wurde von Russland dazu gezwungen.
      Ich wiederhole meine Frage noch mal, sind Sie der Meinung das man Russland zugestehen soll zu bestimmen was die Nachbarländer tun?

      • H.K. Antworten

        Das habe ich nicht gesagt.

        Ich habe lediglich die Meldung der Russen wiedergegeben.

        Daß das Flaggschiff von den Russen nicht für eine Butterfahrt eingesetzt war, denke ich schon, obwohl ich es nicht weiß.

        Was ich aber weiß, ist, daß wenn zwei Böcke das Geweih kreuzen, eben mindestens diese zwei beteiligt sind.
        Ob nun 80:20, 37:70, 60:40 oder wie auchmimmer. Eher weniger 100:0. Aber auch das soll vorkommen.

        „ … in Deutschland, habe ich so den Eindruck, ist man eher für den Aggressor“.

        Woran machen Sie das denn fest ?
        Ich habe eher den absolut gegenteiligen Eindruck.

        Und zu Ihrer Frage:
        Selbstverständlich kann niemand einem souveränen Staat vorschreiben, für wessen Seite bzw. für welches Bündnis er sich einsetzt.

        Aber wäre es nicht sinnvoll, sich ab und zu auf die berühmte „andere Seite des Tisches“ zu setzen bzw. in jeder Hinsicht mit EINEM Maß zu messen ?

        Letztlich würde Ihre Frage aber auch offen sein für eine Lage, in der z.B. Deutschland in der NATO und Frankreich und Holland ( sorry: das „Königreich der Vereinigten Niederlande“ ) im Warschauer Pakt hätten sein können und Spanien und/ oder Portugal wieder für die NATO, Belgien für den WP.

        Die Weltlage wäre wohl um einiges komplizierter, wenn z.B. die USA in der NATO wären, Kanada sich auf Russlands Seite schlagen würde.

        Ansonsten landen wir irgendwie und irgendwann wieder bei den Kleinstaaten bzw. Regionalfürstentümern.

  18. H.K. Antworten

    Soeben den Artikel von Ulrich Reitz, den ich eigentlich sehr schätze, im focus online gelesen:

    „Papst Franziskus will zu Putin – und steht damit auf der falschen Seite der Geschichte“.

    Es ist schon zum Kopfschütteln:

    Da ruft der Papst zu Waffenstillstand und Friedensverhandlungen in der Ukraine auf, verurteilt die Äußerungen seines Putin-hörigen, wohlstands- und luxusverliebten „Kollegen“ Kyrill I., wird sich deshalb mit diesem vorerst nicht treffen, aber er will zu Putin ( sicher nicht, um Leberwurst mitzubringen, sondern ihm ins Gewissen zu reden ) und wird dafür von einem großen Teil der deutschen Medien geradezu „niedergemacht“ ?!

    „Entsetzen über Papst Franziskus“ titelt die „Zeitung mit den vier Buchstaben“.

    Wenn man einmal nachliest, wie denn die katholischen Kirche und der damalige Papst Pius XII. während des II. Weltkrieges agiert und reagiert hat, so gab es daran – kurz gesagt – sehr viel und sehr deutliche Kritik.

    Nun versucht der derzeitige Papst, für Ruhe und Frieden einzutreten, da wollen die einen, daß er am besten schweigen möge, ihm geradezu den Mund verbieten, die anderen wähnen ihn „auf der falschen Seite der Geschichte“.

    Schön, daß Herr Reitz in seinem Artikel zumindest zugibt, daß die umstrittene Nicht-NATO-Osterweiterung wenigstens von Genscher zugesagt worden war – „aus taktischen Gründen“.
    Aus Putins Sicht könnte man auch sagen: auf das Wort des damaligen Außenministers konnte man sich eben nicht verlassen.

    Auch nicht wirklich vertrauensbildend.

    Aber schon interessant, daß meinungsmachende Journalisten, die vermutlich gar nicht der Kirche angehören, dem Papst mitteilen wollen, was er sagen darf und was nicht.

    • S v B Antworten

      Papst Franziskus wird sich wohl weder von der internationalen Politik noch von ihrem Sprachrohr, der Journaille – ergo von allen säkularen Versuchen einer Einflussnahme – beirren oder gar von seinem Vorhaben abbringen, lassen. Er wird, davon sollte man ausgehen, einzig seinem inneren Kompass folgen; nichtachtend der unüberschaubaren Meute weltlicher Wadenbeißer. Offenbar will Franziskus nichts unversucht lassen, ja alles tun, was in seiner Macht steht, dass die Kämpfe in der Ukraine ein rasches Ende finden. Ich wünsche dem Papst, falls es zu der geplanten Reise nach Moskau kommen sollte, Kraft und Gottes Beistand.

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