Wir erleben den Aufbruch einer jungen dynamischen Kirche – unter dem Radar

Die Amtskirchen in Deutschland sind auf dem absteigendem Ast. Sie sind milliardenschwer, doch immer mehr Schäflein sparen sich die Kirchensteuer, immer weniger Christen besuchen regelmäßig einen Gottesdienst. In Augsburg startete gestern ein großes ökumenisches Gebetstreffem die MEHR-Konferenz um den umtriebigen Johannes Hartl, der das Gebetshaus in Augsburg begründet hat, in dem Christen rund um die Uhr 24/7 einfach nur beten und singen. Eine großartige Initiative und – davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt – die Zukunft der christlichen Kirchen. Vor fünf, sechs Jahren war auch im politischen Bereich überall zu spüren, dass es brodelt, dass die Unzufriedenheit vieler Bürger rapide zunimmt, die Kluft des Volkes zu den politischen und medialen Eliten immer größer wird.Das sind ja nur eine Handvoll “Rechte”, ließ man uns Bürger wissen. Spätestens am 24. September 2017 haben wir alle gesehen, was daraus geworden ist.

Nun sind Christen nicht automatisch konservativ, viele aber schon. Und während die politischen und medialen Eliten in Deutschland die Christen hierzulande bestenfalls mitleidig belächeln, weil sie auf die alljährliche Austrittswelle schauen und sinkenden Besuch der sonntäglichen Gottesdienste registrieren, wächst auch bei den Christen unter dem Radar eine dynamische Bewegung heran, die von der breiten Öffentlichkeit noch gar nicht wahrgenommen wird, von der wir aber in fünf, sechs Jahren eine Menge hören werden. Es sind nicht die trägen Kirchenfunktionäre, die mit üppigen Etats ausgestatteten Verwaltungskirchenämter, die sich mit der eigenen Altersversorgung, den Dienstwagen mit Fahrer für die Bischöfe und allenfalls dem Klimawandel beschäftigen.

Diese mutigen und engagierten Aufbrüche finden sich bei Jugend 2000, Gemeinschaft Immanuel, Regnum Christi, Generation Benedigt, Opus Dei, Legionäre Christi und anderen. Sie treffen sich zu Tausenden bei Prayerfestivals, gehen bei Nightfever mit Kerzen in die Innenstädte und sprechen Passanten an oder lobpreisen Jesus Christus in der Augsburger Messehalle. Bischöfe sieht man nur vereinzelt, weil sie offenbar fürchten, etwas nicht kontrollieren zu können, was sich auf den Weg gemacht hat. Eine Welle an Neumissionierung spült über Deutschland und die meisten Herren Bischöfe sind leider abkömmlich.

Bei der Eröffnung der MEHR gestern Abend fragte eine Moderator die 10.000 Christen in der Halle, wer jünger sei als 22 Jahre. Fast die Hälfte der Anwesenden stand auf. Dann fragte er, wer zwischen 22 und 60 Jahre alt sei. Fast die andere Hälfte erhob sich. Und dann frage er, wer älter als 60 Jahre sei. Ein einzelner Teilnehmer in der Riesenhalle stand auf und winkte in die herzlich lachende Menge. MEHR 2018 – das ist wie ein katholischer Kirchentag, nur 30 Jahre jünger. Die Kirche Jesu ist jung, und fast keiner hat es bisher bemerkt.

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Dieser Artikel wurde 14 mal kommentiert

  1. Konrad Kugler Antworten

    “Gehet hin in Frieden” heißt für die meisten “Geht, schlaft weiter!”

  2. Christine Meiering Antworten

    Zu hoffen ist, dass derlei große Events keine Strohfeuer bleiben, sondern dass sie in den Herzen der Betenden Flämmchen entfachen, mit dem Ziel, zuhause dann zusehends sichtbarer als glaubensspendende Flamme leuchten zu können, die weiter und weiter in die dunkle Welt auszustrahlen vermag.

  3. Christine Meiering Antworten

    Diese Konferenz ist wirklich ein starkes Glaubenszeugnis! Möge es weit in die dunkle Welt ausstrahlen!

  4. colorado 07 Antworten

    Ich habe “Mehr” auch schon ein paarmal auf Bibel-TV gesehen. Gefällt mir inhaltlich sehr gut. Nur mit dem etwas amerikanischen Showelement muss ich mich noch anfreunden. Will`s versuchen.

  5. Werner Kübler Antworten

    Vielleicht hättet Ihr in Basel sein sollen, dort war Ende des Jahres Taize´Treffen angesagt. Europäische und auch internationale Jugend trifft sich zu Gottesdiensten.
    Dieses Jahr waren es 17.000 angemeldete. Also etwa 22.000 Leute

  6. Ivanowski Antworten

    dann solltet ihr mal in Euren Städten die vielen evangelikalen und pfingstlerischen Gemeinden mitzählen. Wir haben mehr Freikirchen in der Stadt als Kirche. Selbst in unserem kleinen Dorf haben wir 3 freikirchliche Gemeinden, 2 Hausgemeinden und 2 staatliche Kirchengemeinden. Letztere haben die “meisten Mitglieder – oder Geldzahler”, die freikirchlichen die meisten Besucher und Spendengeber. Unglaublich was sich “unterm Radar” der Kirchen entwickelt – und sie sehen es nicht, oder wollen/können es nicht sehen. Menschen die wirklich an die Botschaft glauben, nicht an den Bischoff, Papst oder selbsternannte Heilige. Zeit das sie aus dem Schatten ins Licht treten.

  7. Verleihnichts Antworten

    Ein kleiner, silberner Hoffnungsschimmer am Horizont. Wenn Gott in jedem Menschen steckt, dann kann er die Menschen auch in Bewegung setzen und niemand hält sie auf, schon gar keine dünne Brillenschlange und auch kein dicker, bräsiger Hosenanzug…;-)

  8. Gunnar Koerdt Antworten

    Der liebe Gott spricht Kölsch, und so sprach er: „Ich maachen et all neu!“
    Offb. 21, 1-5

  9. Martin Elsen Antworten

    Als umtriebig werden sehr betriebsame Menschen charakterisiert, die ihre Tätigkeiten außerdem mit Umsicht und Gerissenheit betreiben. Umtriebiges Verhalten stößt oft auf Vorbehalte, kann aber für Ehrenämter ein wichtiges Motiv sein. Das zugehörige Substantiv Umtriebigkeit gehört der gehobenen Umgangssprache an.

  10. John D. Martin Antworten

    Besten Dank für den Beitrag Herr Kelle. Wir sind aus Texas nach Deutschland ausgewandert um im Gebetshaus tätig zu werden. Möge Gott gönnen, dass die Funken von Erweckung ein Lauffeuer werden.

  11. Walter Stuber Antworten

    Nicht nur in der katholischen Kirche braucht MUT zu einem Neuanfang, Auch die evangelische Kirche braucht MUT diesen Neuanfang mit zugehen. Jetzt und heute ist die Chance nach 500 Jahren für das Motto “MEHR” zu leben.

  12. EinFragender Antworten

    Jeder ist nun aufgerufen dieses Feuer in alle Pfarreien zu tragen. Sollen die meisten Bischöfe doch weg bleiben, diejenigen die Interesse zeigen, sind auch diejenigen die die Zukunft mitgestalten. Alle anderen werden es nicht mehr schaffen nachzukommen und da hilft auch kein Dienstwagen mit viel PS.

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