„Druschba“ ab 1. Mai für Deutschland dicht: Öl gibt es weiter mehr als genug
Eine offizielle Bestätigung gibt es noch von keinem der Partner…
Aber man kann sicher davon ausgehen, dass Russland zum 1. Mai die Versorgung der PCK-Raffinerie in Schwedt (Brandenburg) über die „Druschba“-Pipeline einstellen wird, auch wenn Kremlsprecher Peskow erst einmal nachschauen muss und von nichts wissen will.
Die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet unter Verweis auf „drei Branchenquellen“ heute darüber – und Reuters ist in der Regel seriös.
Außerdem hat sich die Landrätin Karina Dörk (CDU) inzwischen gegenüber dem RBB geäußert, was sie nicht tun würde, wenn die Meldung noch unsicher wäre.
Für die PCK in Schwedt, aber insgesamt für die Versorgungssicherheit, sei die Entscheidung in Moskau ein riesiges Problem, sagt Dörk. Bei der PCK läge die Auslastung dann nur noch bei etwa 60 Prozent, was vermutlich einige Arbeitsplätze kosten werde. Allein der Hauptstadtflughafen BER bezieht aus Schwedt rund 80 Prozent des Kerosins für die Betankung der Flugzeuge.
Nicht schön also, aber auch keine Katastrophe.
Kasachstan ist einer von vier wichtigen Öllieferanten für Deutschland. Die anderen sind Norwegen (16,6 %), die USA (16,4 %) und Libyen (13,8 %). Außerdem beziehen wir Rohöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Saudi-Arabien, dem Irak, Großbritannien, Nigeria und Guyana. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen fördert Deutschland sogar für den Eigenbedarf selbst und steuert knapp 2 Prozent zur Versorgung bei.
Im Grunde ist es wie beim Erdgas aus Russland: Es wäre schön, ist aber nicht mehr möglich. Die Welt und Deutschland gehen davon nicht unter. Die Frage bleibt: Zu welchem Preis?



Könnte das eine Antwort Russlands auf die EU Sanktionen sein?
Klar. Und die sind eine Antwort auf Russlands Gemetzel in der Ukraine…ganz normaler Verlauf.
Das ist blankes Geschwätz. Bornierte Voreingenommenheit. Warum informieren Sie sich nicht korrekt.
„Anweisung vom Kreml – Russland stoppt in wenigen Tagen Öl-Transit nach Schwedt“(Welt)
Der Transit von Öl aus Kasachstan wird gestoppt. Wieso haben wir genug Öl, wenn unser größter und wichtigster Lieferant Kasachstan ist? Und dieses Öl nicht mehr kommt?
„Außerdem beziehen wir Rohöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Saudi-Arabien, dem Irak“
Das hat sich ja für das erste erledigt.
„Die anderen sind Norwegen (16,6 %), die USA (16,4 %) und Libyen (13,8 %)“
Uns fehlt also mehr als die Hälfte.
Die USA allein könnten unser ganzes Öl liefern. Niemand braucht Russland.
Na klar, und Frankreich könnte uns Atomstrom liefern, dann können alle elektrisch fahren und Daimler, VW, BMW, Porsche etc. endlich dicht machen. Niemand braucht Verbrenner. Heizen tun wir mit heißer Luft aus Berlin und Brüssel, das Paradies ist nah.
Wir haben Windräder die sich sogar drehen wenn der Wind weht. Dann fliesst Strom den keiner haben will, weil der Wind oft dann weht, wenn niemand Strom braucht. Diesen Strom verkaufen wir dann an europäische Länder die den Strom aber auch nicht brauchen. Dann legen wir noch ein paar Millionen drauf um den Drecksstrom loszuwerden. Das ganze nennen wir dann „grüne Logik“! Denn die haben sich den Sch….. ausgedacht.
„Niemand braucht Russland.“
Sehe ich anders. Niemand braucht die aktuelle deutsche Regierung. So stimmt es wieder…..
Was erlauben diese Putin?
Nur weil wir ihn ständig mit Sanktionen belegen, seinen Gegner mit Geld und Waffen versorgen, ihn Beleidigen und Beschimpfen und sein Gas nichtmehr kaufen wollen, kann er doch nicht einfach die Ölversorgung zudrehen…
Merkste selber, oder?
PS:
Vll. sollte Russland die Pipeline einfach in die Luft jagen. Das ist offensichtlich ein legitimer Weg um von Europa mit Geld überschüttet und in die NATO aufgenommen zu werden… und das hat Russland ohnehin schon sehr lange angestrebt, wurde allerdings aus „Gründen“ von ganz selbstlos denkenden Staaten verhindert.
Ist doch ganz einfach: Freundschaft (Druschba) weg – Öl weg! Im übrigen möchte man gar nicht erst wissen, wie teuer uns das Kellesche US-Öl zu stehen käme.
@Martin Ludwig
Um Himmels willen, bringen Sie den Mann nicht noch auf clevere Ideen! 😉
@ S v B
Genau, das ist die Preisfrage.
Im übrigen steht die Aussage nicht von ungefähr im Konjunktiv.
…das Kellesche US-Ö? 🙂
Liebe @S v B,
ich verstehe nicht, was Du meinst. Mir ist egal, woher unser Öl kommt, wenn es zuverlässig kommt und bezahlbar ist. Aber mit Adolf Hi.., ich meine Wladimir Putin macht man keine Geschäfte…
@KK
Klar sollte es zuverlässig geliefert werden, aber auch leistbar sein. Allzu reich ist unser Land nämlich längst nicht mehr, to say the least. – Aber W. P. Putin mit A. H. quasi gleichzusetzen – Donnerwetter, das hat schon was.
Übrigens… Ukrainer scheinen bewundernswert einfallsreich und mutig. Ob mit oder ohne Wissen höherer Kreise – eine Handvoll ihrer Leute hat es tatsächlich geschafft, Deutschland (auch) vom bösen „Russengas“ abzuschneiden. Der Gedanke an die Folgen für Deutschland, für das Land, das ihr eigenes nach wie vor kostenintensiv unterstützt, spielte dabei wohl nicht die geringste Rolle. Ob mit oder ohne(?) Wissen höherer ukrainischer Kreise, die Tat ging von Ukrainern aus. Tja, an wen nur soll sich v. d. Leyen mit ihrer schon unmittelbar nach der Tat im Brustton höchster Empörung gerichtete Androhung härtester Sanktionen nun wenden…? Die USA oder die Ukraine kann v.d. Leyen damals wohl kaum auf dem Schirm gehabt haben. – Und übrigens, was den viel beschworenen Klimaschutz angeht, so hat, wie man hörte, die schier unfassbare Masse des ausströmenden Gases die Welt wohl beträchtlich zurückgeworfen. – Also, weiter fleißig CO2 sparen und/oder immer weiter und höher bepreisen. – Ach ja, Deutschland ist schon ein ganz besonderes Land.
@S v B,
Aber W. P. Putin mit A. H. quasi gleichzusetzen – Donnerwetter, das hat schon was.
Ich habe ihn nicht „gleichgesetzt“, ich schreibe gelegentlich, dass er das Zeug dazu hat.
Er hat Hunderttausende Menschenleben in der Ukraine auf dem Gewissen, lässt Nacht für Nacht Städte bombardieren, politische Gegner kommen in Strafager oder werden direkt umgebracht, in Russland oder auch mal in Deutschland. Und er verfolgt seine Vision vom Riesenreich und weltweiten Einfluss und russischer Dominanz über ganz Europa.
Kommt Dir das bekannt vor?
Schönen Sonntag!
Klaus
Wahrscheinlich nicht, Merz ist echt viel schlimmer… 🙂
Halten wir fest.
Ein erheblicher Teil unseres Öls kommt aus Staaten, mit denen man am besten wenig bis gar nichts zu tun haben will.
Ein weiterer Teil aus Staaten, die seit jeher politisch instabile Krisen- und Konfliktgebiete sind.
Und neuerdings ein Teil aus (und durch) Staaten, die dies als geostrategische Kriegswaffe einsetzen, wozu man leider auch die USA unter Trump zählen muss: Wenn ihr uns nicht helft, den von angerichtete Suppe im Persischen Golf auszulöffeln, gilt für uns Artikel 5 des NATO-Vertrags nicht mehr.
Und was liest man hier von einigen Kommentatoren? Wir seien schuld, weil wir keine Appeasement-Politik betreiben. Weil wir Kriegsaggressoren diesseits und jenseits der großen und kleinen Teiche nicht in den Hintern kriechen, keine Scheckbuchdiplomatie mit Despoten und Kriegsverbrechern betreiben. Weil wir Russland nicht signalisieren: dann nimm dir doch die Ukraine, Hauptsache wir kriegen dein Öl und Gas. Wir hätten auch noch Litauen, Lettland und Estland im Angebot.
Finde den Fehler.
Ja, Deutschland und andere europäische Staaten haben Fehler gemacht. Aber ganz andere. Dabei liegt der erste Warnschuss schon über 50 Jahre zurück.
@Harald
Deutschland hat endlos viele Fehler gemacht und ich wüsste gerade nichtmal genau, an welchem Punkt wir hier beginnen sollen… 1. Welktrieg? 2. Weltkrieg? Kosovo-Konflikt? Euro-Einführung? EU-Gründung? Grenzöffnung für alle Sozialhilfeempfänger der ganzen Welt? Atomkraftwerk-Abschaltung? Co2-Steuer? Ich könnte quasi den ganzen Tag so weiter machen.
Die Sache ist aber die: Wir stehen gerade wirtschaftlich am Abgrund. Gleichzeitig haben wir den teuersten Sozialstaat der Welt, die höchsten Energiepreise der Welt, eine beschissene Infrastruktur, ein kaputtes Bildungssystem und einen gigantischen Schuldenberg. -> Moral, lieber Harald, muss man sich leisten können.
Wir sind übrigens genau an diesem Punkt, weil Deutschland über Jahrzehnte hinweg Appeasement-Politik für alle Shithole-Countries Europas und teilweise der ganzen Welt betrieben hat und stets vorrangig die Interessen der USA berücksichtigt wurden, die außer Geld und militärische Macht kein Interesse an Europa haben. Russland hat uns mehrfach die Hand gereicht und wollte ein sehr enges Netz mit Europa knüpfen. Sogar ein Beitritt in die NATO wäre drin gewesen!
Der Grund, warum wir diesen für Deutschland grandiosen Deal nicht machen konnten, waren die USA. In Washington fürchtet man nichts mehr, als ein geeintes Europa mit Russland an seiner Seite, dass wirtschaftlich und militärisch stark wäre und ggf. den USA sogar die Stirn bieten könnte.
Washington hat deshalb beschlossen, dass die „Freindschaft“ zwischen Europa und Asien weiter anhalten muss und Russland dafür der Schlüssel ist. Das, und nur das ist der Grund, weshalb wir keinen Frieden haben.
Wer übrigens denkt, dass es sich hier nur um wüste Verschwörungstheorien handelt, der braucht sich nur das Interview ansehen, in dem es um den Bau von Nordstream II ging. Ein Projekt, dass Deutschland langfristig Versorgungssicherheit und günstige Energie gesichert hätte und gleichzeitig die ganze Abzockerei mit erfundenen Durchleitungsgebühren und illegaler Abzweige aus Ländern wie der Ukraine und Polen unterbunden hätte.
Der Amerikaner wollte das aber nicht und außerdem wollte er sein unverkäufliches (weil viel zu teuer) Frackinggas und Rohöl auch nach Europa verkaufen und zu diesem Zweck musste man „intervenieren“. Das alles geschieht und geschah zu Schaden Deutschlands und wir haben es mit uns machen lassen… Jetzt liegen bald wir am Boden und ich prophezeie es schon heute: Keines der Länder, die wir gerne als „Freunde“ bezeichnen, wird uns helfen! Niemand! Wäre Deutschland von Russland angegriffen worden, hätte auch die Ukraine nicht einen Mann, einen Helm, eine Patrone oder einen Euro geliefert.
Es wird allerhöchste Zeit, dass wir uns um uns kümmern. Falsche und gekaufte Freunde brauchen wir nicht. Und ich sag das jetzt mal laut und deutlich: Ob sich Russland den Donbass, die Krim oder die ganze Ukraine holt geht mir am Ar*** vorbei! Der Krieg wäre längst beendet, würde Europa das Sterben in der Ukraine nicht künstlich verlängern.
Oder um es mit den Worten des großen Berthold Brecht zu sagen: „„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“
Dazu kommt noch, dass es den Deutschen und dem Rest der Welt vollkommen schnuppe ist, von wem das Öl stammt, mit dem sie ihre Wohnungen beheizen oder ihre Karossen volltanken. Öl stinkt aber Geld nicht.
@ Martin Ludwig
Wo fange ich nur an, Ihre allzu schlichten Freund-Feind-Weisheiten zu erwidern. Die Realität ist nämlich weitaus komplexer.
EU/Euro: Klaus Kelle hat hier schon zigmal dargelegt, warum gerade Deutschland als Exportland Nr. 1 in Europa der Hauptprofiteur der EU ist, und auch des Euro. An der Euro-Finanzkrise hat sich Deutschland eine goldene Nase verdient.
Spannend ist hierbei übrigens der Vergleich mit dem nicht-EU-Land Norwegen. Um vollen Zugang zum EU-Binnenmarkt zu haben, zahlt Norwegen ca. 600-800 Millionen Euro jährlich, muss dafür aber alle EU-Regularien erfüllen ohne eine Mitbestimmung zu haben („rule taker“).
Nato – USA – Russland: Die Entwicklungen während und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kann man nicht unabhängig von den 40 Jahren zuvor sehen. Wer hat denn Volksaufstände im Osten mit Panzern niedermalmen lassen? Wer hat denn Menschen, die nach Westen wollten, am Eisernen Zaun niedermetzeln und abknallen lassen? Wer hat denn West-Berlin abriegeln lassen und wer stand uns damals mit einer Luftbrücke zur Seite? Staaten und Menschen, die das selbst miterleben und -erleiden mussten, waren weit weniger euphorisch in Bezug auf Glasnost und Perestrojka als viele westliche Politiker. Interessant in diesem Kontext: Anders als in Deutschland wird Gorbatschow in den Baltischen Staaten nicht als Held verehrt. Zu tief sitzen die Wunden, dass Russland 1991 versuchte – nach altem sowjetischen Muster – die Singende Revolution mit Militärgewalt niederzuringen. 14 Menschen starben, über 1000 wurden verletzt.
Auf die Rede von Putin im Deutschen Bundestag 2001 reagierten vor allem westliche Politiker im in und Ausland euphorisch. Viele im Osten nicht. Sie blieben skeptisch. Zurecht, wie wir heute wissen. Schon damals ließ Putin durchblicken, dass für ihn als alten KGB-Mann der Zusammenbruch der Sowjetunion das größte politische Trauma war und ist. Wer sich heute seine Bundestagsrede nochmal durchliest, kann auch zu ganz anderen Schlüssen kommen, nämlich als Köder, die Grundlagen zu legen, Russland wieder zu alter Stärke und Dominanz in Europa zu führen.
Eine Nato-Mitgliedschaft Russlands war schon damals schlicht unrealistisch. Was wären denn die Grundlagen gewesen? Vor wem wollte man sich mit so einem Bündnis schützen? Vor Moldau? Nein, wir hätten einen Aggressor, der auch nach 1990 immer wieder Nachbarstaaten kriegerisch attackierte, in unsere Reihen geholt. Das klingt eher nach dem Ansatz, Mafia und Clans in die Polizei aufzunehmen.
Last but not least: „Ob sich Russland den Donbass, die Krim oder die ganze Ukraine holt geht mir am Ar*** vorbei! Der Krieg wäre längst beendet, würde Europa das Sterben in der Ukraine nicht künstlich verlängern.“ Danke für Ihre Offenheit, hier derart die Hosen runter zu lassen, auch wenn der Anblick, den sie freigeben, derart unappetitlich ist.
Auch jenseits von Moral (Deutschland hat sehr viel zu „fressen“ und wenn ich mich unter meinen Altersgenossen umschaue würde ich sagen, dass deutlich weniger „Fressen“ angesagt wäre 😉), so gibt es handfeste egoistische Gründe, die Ukraine nicht fallen zu lassen: Russland (genauer gesagt Lawrow) hat schon einmal grünes Licht für eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine gegeben. Es waren Merkel und Sarkozy, die das auf dem Nato-Gipfel in Bukarest 2008 zurückwiesen. Niemand wird bestreiten, dass Putin eine Nato-Ukraine NIEMALS angegriffen hätte. Dass Putin Verträge ohne Sicherheitsgarantien (Budapester Memorandum) mal so eben wegwischt, wenn sie ihm nicht mehr passen, hat jeder gesehen.
Jetzt aber wird es spannend, sehr spannend für Deutschland und Europa. Dass sich die USA nach 70 Jahren in Europa etwas zurücknehmen wollen, ist nachvollziehbar. Und hier kommt die Ukraine ins Spiel: Sie hat die mit Abstand größte, schlagkräftigste und kriegserfahrendste Armee in Europa, der es seit mehr als 4 Jahren gelingt, einen militärisch und personell übermächtigen Gegner in Schach zu halten. Etwas, mit dem niemand gerechnet hatte.
Ich sage es jetzt mal genauso offen wie Sie: Geht es um konventionelle Kriegsführung, erst recht mit beschränkten Mitteln, würde ich im Zweifelsfall die ukrainische der US-Armee vorziehen. Hätte die Ukraine auch nur einen Bruchteil des US-amerikanischen Hi-Tech-Arsenals, hätten sie die Russen innerhalb eines Monats wie räudige Köter vom ukrainischen Hof gejagt.
Wir, Deutsche und Europäer, wären gut beraten, der Ukraine weiterhin Beistand zu leisten und sie als quid pro quo mittel- und langfristig in eine europäische Sicherheitsarchitektur zu integrieren.
Gott sei Dank wird das aktuell mit verschiedenen EU-Staaten verhandelt.
Nebenbei bemerkt ist die riesige Ukraine nicht nur eine Kornkammer Europas sondern ist auch reich an Rohstoffen, seltenen Erden etc., also all das was nötig ist, um uns mittelfristig unabhängig von China, Russland und den USA zu machen.
Es nutzt doch nichts, bis zum Überfall Napoleons auf Russland zurück zu gehen! Lassen Sie mich die heutige Situation mit einem Bonmot ausdrücken, das die Realität treffend beschreibt: 360 Millionen Europäer verteidigen sich mit Hilfe von 340 Millionen US-Amerikanern gegen 120 Mio Russen! Merken Sie was? Schönen Tag noch! Übrigens, der Gedanke mit der Ukraine als Kornkammer ist interessant. Den hatten die Nationalsozialisten auch schon.
Womit bewiesen ist, dass der Begriff „Kornkammer“ eindeutig rechtsextrem und völkisch ist. Pfui Deibel!
@ Zorn Dieter
Das sage ich schon seit Ewigkeiten, wobei es sogar sogar über 500 Mio Europäer sind. Einziger Haken ist der atomare Schutzschirm. Da sind wir auf die US-Amerikaner angewiesen.
Eines sollte aber auch Trump nicht vergessen: Es war über Jahrzehnte die Sicherheitsstrategie der USA, in Europa militärisch die Zügel selber in der Hand zu halten. Nach zwei Weltkriegen wollte man nicht nochmal ein autonom hochgerüstetes Europa, das ein drittes Mal über sich selbst und die Welt herfällt und das man mit vielen eigenen Opfern dann wieder befrieden muss.
Die wirklich spannende Frage ist der zukünftige atomare Schutzschirm Europas. Entgegen seiner üblichen Art hielt sich Trump sehr bedeckt bezüglich Macrons Idee, den französischen Atomschutzschirm auf Europa auszudehnen.
Ich möchte Euch/Ihnen allen herzlich danken für die wieder sachliche und fundierte Diskussion hier in den vergangenen Tagen! Das ist endlich wieder der Blog, wie er sein sollte und meistens war.
Ihnen allen ein schönes Wochenende!
Klaus Kelle
@ Martin Ludwig
Wie Sie Deutschland beschreiben ist dies ein Staat der jeden Tag untergehen kann, ein Wunder, dass es ihn überhaupt noch gibt. Vielleicht machen Sie mal einen Realitätscheck.
„Moral muss man sich leisten können“.
Nein, man muss eine haben.
Und nicht nur an Geld und Macht interessiert sein wie etwa Putin.
Was sehen Sie denn, wenn Sie um sich blicken? Marode Infrastruktur, Löcher in den Straßen, verkommene Schulgebäude, Bettler und Sozialhilfeempfänger, Millionen Migranten, mangelnden Wohnraum, horrende Schulden, die höchsten Energiepreise der Welt, Nullwachstum, horrende und wachsende Arbeitslosigkeit, politischen Stillstand … Soll ich weiter machen?
Wobei Elena mit der Feststellung, dass es ein Wunder ist. dass es unseren Staat noch gibt einen Punkt hat. Das dürfte auch an den Bürgern liegen, die jeden Morgen aufstehen und arbeiten und eben nicht wie F. Merz behauptet träge und faul sind.
@Zorn Dieter
Sehe ich auch so. Deutschland rettet die ganze Welt, das Klima und natürlich die Ukraine. Wir, nein, unsere Regierung, wissen nicht mehr, wohin mit dem vielen Geld, also wird es verschenkt. Windräder haben wir im Überfluss, aber keine grundlastfähige Energieversorgung. Statt Bildung wird unseren Kindern Ideologie vermittelt, die Bürokratie wuchert wild. Das also ist das „beste Deutschland aller Zeiten“?
@ Zorn Dieter
Ja, es liegt viel im Argen, aber Deutschland so pauschal in die Tonne zu treten wie Sie es tun, geht weit an der Realität vorbei.
– Marode Infrastruktur: Richtig, aber gerade eben tut sich sehr viel wie wir alle tagtäglich mitbekommen. Kaum eine Straße ohne Baustelle oder Bahnstreckensperrungen über 6 Monate, um in einem Durchgang Haupttrassen in Stand zu setzen. Aber, wir Deutschen motzen auch darüber wieder. Da sind wir echt Weltmeister, wollen gewaschen aber nicht nass gemacht werden. Gestern wurde übrigens Terminal 3 auf dem Frankfurter Flughafen eröffnet. Reibungslos, nach mehreren Monate Probelauf und nur zu moderat gestiegenen Baukosten. Dass es ursprünglich schon vor 4 Jahren hätte eröffnet werden sollen, lag nicht an Bau- und Planungsversäumnissen sondern an Covid.
– Millionen an Migranten: Richtig, aber es werden immer weniger die kommen und immer mehr, die abgeschoben werden. Nicht so viel, wie ich es für richtig und nötig hielte, aber wer zurecht auf Rechtsstaatlichkeit pocht, sollte realisieren, dass es diese auch in Bezug auf Abschiebungen gibt.
– Horrende Schulden: Mit knapp über 60% BIP liegt Deutschland unter EU-Durchschnitt und bei gerade mal der Hälfte der USA! Von Japan mal ganz zu schweigen.
– Arbeitslosigkeit: Auch hier liegt Deutschland unter EU-Schnitt.
– Politischer Stillstand, mein Lieblingsthema: Ja, und wer ist Schuld daran? Nicht die Parteien sondern WIR ALLE! Jeder brüllt nach Reformen, aber bitte nicht bei sich selber. Siehe die Gesundheitsvorschläge von Warken. Die haben Hand und Fuß aber schon brüllen alle unterschiedlichen Interessensgruppen. Da sage ich: Wenn alle brüllen und sich auf die Füße getreten fühlen, sind die Vorschläge wohl richtig, also: durchsetzen! Anderes Beispiel: Italien und Österreich arbeiten mit Hochdruck am Brennertunnel als wichtige europäische Nord-Süd-Achse. Und Deutschland? Eine Bürgerinitiative nach der anderen läuft Sturm und klagt dagegen: not in my backyard!
Wenn wir also politischen Stillstand beklagen, sollte sich jeder erst einmal an die eigene Nase fassen!
Was die Punkte weiter oben anbelangt sage ich: Es tut sich gerade viel. Dass das nicht über Nacht geht und es braucht, bis sich Erfolge zeigen, sollte jedem einleuchten. Und hier sollte man nicht auf Versprechungen von Parteien reinfallen, die völlig unrealistische Versprechungen machen weil sie das „Glück“ haben, nicht in Regierungsverantwortung zu sein und nicht mit den harten Realitäten konfrontiert zu werden.
Bezeichnend Gerrit Huy, MdB der AfD, gestern bei Lanz. Als es um Rentenreform ging, haute sie wieder das 70%-Rentenniveau-Versprechen der AfD raus und dass das zu erreichen wäre, würde man die „vielen Milliarden“, die der Rentenversicherung „zweckentfremdet für Sozialleistungen“ entnommen würden, steuerfinanzieren. Auf die Nachfrage, welche Sozialleistungen Huy meint, nannte sie die Mütterrente. Dann wurde Sie mit Zahl konfrontiert, die der Staat jährlich in die Rentenversicherung schießt: rd. 130Mrd. „Ja aber“, erwiderte Huy, der Rentenversicherung sei ja vorher viel mehr zweckentfremdet entnommen worden wie Mütterrente. Die macht aber gerade mal ein Zehntel dessen aus. 13 Mrd. Als Lanz dann weiter nachhakte, bis wann die AfD denn die 70% erreichen wollte, wurde Huy kleinlauter: in 30 bis 40 Jahren.
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