Unsere Kinder sind das Wichtigste, und deshalb ist auch zu begrüßen, wenn sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mal mit dem Mittagessen beschäftigt, das in deutschen Schulen angeboten wird. Diese Woche wurde eine Studie vorgestellt, die zu bedenklichen Ergebnissen führte. Ein Viertel der Schulen, so ist zu lesen, hat täglich nur zwei Menüs im Angebot. Und oft sei das Essen unansehnlich, weil zu lange warm gehalten. Und natürlich sei das Angebot an Gemüse nicht ausreichend. Ja, das ist es! Unsere Kinder fragen dauernd, warum sie nur so wenig Gemüse in der Schule bekommen. Deshalb gehen sie auch in der Pause immer die 300 Meter zum nächsten McDonald’s oder holen sich an der Dönerbude etwas zu essen. Wenn endlich mehr Kolrabi, Möhren und Rotkohl angeboten würde, dann, ja dann würden sie auch sicher gern in der Schule essen. Aber vielleicht ist es ganz gut, wenn sie sich schon früh darauf einstellen, dass in dieser Gesellschaft ihr ganzes Leben lang Menschen damit beschäftigt sein werden, zu organisieren, was gut für sie ist. Was sie selbst wollen, fragt niemand – in der Schule nicht, und auch später nicht.

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Dieser Artikel wurde 5 mal kommentiert

  1. Andreas Schneider Antworten

    Sie sprechen mir aus der Seele, Herr Kelle!

    Als ich dieser Tage diesen Quatsch im Radio hörte, musste ich unwillkürlich daran denken, dass weder ich noch mein jüngerer Bruder wie auch meine Söhne jemals eine Schulspeisung erhalten haben. Es setzte das altbekannte Schulbrot – und fertig.

    Mangelerscheiunungen oder etwa Verfettung traten bei Niemandem auf.

    Geht doch.

    P. S.: da nun am Ort vor 3 Jahren ein McDonald’s seine Pforten öffnete, mag es natürlich sein, dass darob das Schulbrot endgültig im Nirwana verschwindet.

  2. Karin Ohse - Jäger Antworten

    Hallo Herr Kelle,

    Danke für die wieder einmal wahren Worte.

    Unser Sohn und seine Kumpels suchen mittags meistens den nahegelegenen Penny-Markt oder besagte Döner-Bude auf. Sie sind alle sportlich, rank und schlank und machen um die Mensa einen großen Bogen. Trotzdem fehlt ihnen nichts. Gemüse etc. kann man ja dann immer noch mit dem Abendessen verabreichen.

    Lachkrämpfe bekommen wir vor allem, wenn die Rede auf Rohkost und Salatbar kommt. Da fehlen einem nur noch die Worte…

  3. H. Urbahn Antworten

    Dieses ewige ihr müßt Gemüse essen, ist nicht mehr zum Aushalten. Wenn wir Menschen wirklich Vegetarier wären, dann hätten wir einen 4 Meter längeren Darm und dafür ein wesentlich kleineres Gehirn. bei manchen menschen scheint das Hirn wirklich schon kleiner zu sein, aber ob die einen 4 m längeren Darm haben, weiß ich nicht.

  4. Ulrich Bonse Antworten

    Wenn schon Schulmittagessen, dann auch richtig: In jeder Betriebskantine kann man heutzutage in einem Glaskasten Tellerchen mit frischem Mischgemüse/Salat finden, sogar noch Joghurt drauftun – 2 Menus reichen eigentlich. – Für den Vormittag hatte ich früher auf dem Gymnasium auch immer ein Schulbrot (Wurst, Käse, Ei), aber mit Pumpernickel – weil das alles besser verdauen lässt. Und dann einen Apfel. Typisch für Deutsche. Manchmal kauften wir uns noch ein Viertelliter Milch oder einen Kakao beim Hausmeister. – In der Kantine der BA f. Arbeit hier in Köln kostet ein Mittagessen des einfachsten Menus mit Nachtisch und Salat 4,40 Euro. Was soll es dann in der Schule kosten? Zurechtkommen muss der Kantinenwirt natürlich auch – wenn es auch manchmal in der Beweglichkeit bei der Gestaltung des Speiseplans durchaus von Koch zu Koch Unterschiede gibt.

  5. St.Ex Antworten

    Vielleicht sollten die „Muttis“ mal wieder selber kochen und nicht nur beim Pizza-Service bestellen. Auch nicht schlecht wäre es, wenn den lieben Kleinen von zu Hause belegte Brote zur Schule mitgegeben würden (die Handy’s kann man schließlich nicht essen), denn Mütter sollten am besten wissen was für ihre Kinder gut ist – oder ist das heute nicht mehr wie früher.

    Übrigens, in der hiesigen OGS wird selbst gekocht. Das kostet natürlich nicht nur die Zutaten, sondern auch Zubereitung und Personal. Daneben sollen die Leutchen natürlich auch pädagosch ausgebildet sein (Leiterin: Dipl. Pädagogin!). Aber die öffentliche Hand zieht sich, genau wie das Gros der Eltern, aus der Verantwortung zurück. Die Stadt übergibt derartige Einrichtungen wohl wisssentlich der Verantwortung gerne in freie Trägerschaften, kürzt die finanziellen Beihilfen, will aber trotzdem, genau wie einige Eltern, die zu Hause „nicht gebacken kriegen“ noch reinreden.

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