Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht… Ich habe den CDU-Politiker Norbert Röttgen wirklich unterschätzt. Ich hatte seine grottenschlechte Wahlkampagne um die nordrhein-westfälische Staatskanzlei verfolgt. Seine Unbeholfenheit im Umgang mit dem normalen Volk, seine Beratungsresistanz, von der mit Hauptamtliche aus der Parteizentrale in der Düsseldorfer Wasserstraße erzählten. Und dann das Katastrophenergebnis mit 26 Prozent an Rhein und Ruhr. Jürgen Rüttgers errang 2005 bei seinem Sieg 42 Prozent, dann kam er…

Nein, Norbert Röttgen mag ein netter Kerl sein, der seinen sicheren Wahlkreis immer gewinnt, aber für mich war er der Prototyp des Apparatschik Merkelscher Prägung. Einer, der sich nie etwas traut, der im Grunde auch keine politischen Herzensanliegen in sich trägt. Der auf Parteitagen grüßt und Hände schüttelt, gesehen werden will und bei den absurden Klatschorgien um Merkel brav mittendrin ist.

Und nun das: Norbert Röttgen reiht sich ein in die Kritiker, die kräftig Klartext reden. Unter Merkel habe es in der CDU eine „inhaltliche Entleerung“ gegeben sagte er im Berliner Tagesspiegel: „Noch nie in der Geschichte der CDU“ habe es emotional und politisch einen so weitgehenden Vertrauensverlust gegeben. Es sei an der Zeit, nicht nur über die Verjüngung der Parteispitze zu reden, sondern endlich auch wieder über Inhalte.

Sicher werden jetzt wieder die immer gleichen Nörgler kommen und sagen: Das meint er doch gar nicht so oder das kommt viel zu spät. Mag sein, wenn es da nicht zunehmend Politiker gäbe, die endlich den Mund aufmachen und aussprechen, was viele an der Basis schon lange denken. Mike Mohring, Landeschef in Thüringen, ist so einer. Und Hessens früherer Ministerpräsident Roland Koch sorgte auch mit massiver Kritik für Aufsehen vor ein paar Tagen.

Reicht das? Ich weiß es nicht, aber der dicke Dampfer CDU ist in Bewegung gekommen. Endlich…

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Dieser Artikel wurde 19 mal kommentiert

  1. Werner Antworten

    Ach Klaus, nurxweil er sich im Rudel jetzt aus dem Fickicht wagt, lobst Fu ihncauf einmal über den grünen Klee! Ich erwarte eigentlich mehr Menschenkenntnis und Urteisvermögen von Dir! Leute wie er schieben keinen Dämpfer an! Im Übrigen ist das nicht notwendig und vollkommen überflüssig! Die von Dir angehimmelten so genannten Konservativen bewegen in der CDU nichts!

  2. Andreas Schneider Antworten

    Okay, dann bin ich nun einer der „Nörgler“.

    Als Solcher oute ich mich als im Grunde konservativ eingestellter Bürger, der es aufgrund des aufgebotenen Spitzenpersonals zeitlebens nicht fertigbrachte, abseits von Kommunalwahlen der CDU seine Stimme zu geben. Ich bitte, das einfach so stehen zu lassen – die Begründung würde den hier gebotenen Rahmen sprengen. Gern im persönlichen Gespräch. Viel Zeit mitbringen; den Rotwein dazu stelle ich.

    Was jedoch in jüngeren Jahren einfach nur ein Bauchgefühl war, fügte sich im Lauf der Jahre und Jahrzehnte zu dem geschlossenen Bild eines „Nie-Stammwählers“, das wohl mit dem eines von welchem Spektrum auch immer favorisierenden Parteimitglieds niemals wird korrelieren können.

    Ich sehe eine (für mich sehr bittere) Parallele zu meiner gescheiterten Ehe. Nein,da ist kein warmes Gefühl mehr für die Frau, die einmal mein Leben war. Und dennoch vergeht kein Tag, in dem es in mir nicht rumort, ich ich frage, ob, wo und wann ich Fehler gemacht haben könnte (was mir meine Söhne seit Jahren auszureden bemüht sind), ein Gefühl der Leere, obwohl doch eine neue Partnerin in mein Leben getreten ist – die natürlich ihre ganz speziellen Probleme damit hat, daß ich mich von dieser Vergangenheit nicht wirklich lösen kann.

    Ist eine intensive Verbundenheit zu einer Partei nicht in gewisser Weise ähnlich zu sehen? Mit ist klar, daß das Bild, das wir uns von gewissen Dingen, Personen, Institutionen machen, sehr persönlich geprägt ist – und wie schwer es fällt, einen objektiven Blick zu behalten.

    Mich haben vor nun fast 6 Jahren meine beiden (damals 23 und 17 Jahre jungen) Söhne zu einem persönlichen Gespräch gebeten, dessen Inhalte mir förmlich den Boden unter meinen Füßen wegzogen. So schmerzlich dies war und ist – wo stünde ich heute, hätten die Beiden (aus welchen Gründen auch immer) den Mund gehalten? Wahrscheinlich machte ich mich immer noch, gegen jede realistische Beurteilung, zum Gespött meines Umfelds und meiner selbst.

    Also: danke, Jungs! Ihr seid großartig! Und Ihr habt mir die (angenommene) Grundlage meines Lebens versaut.

    Wie sollte ausgerechnet ich die Empfindungen eines Klaus Kelle zu seiner Partei kritisieren oder gar ins Lächerliche ziehen, die schon lange nicht mehr das ist, was sie vor vielen Jahren einmal war?

  3. Klaus Beck Antworten

    Eine Partei, lieber Herr Kelle, ist wie ein Restaurant: Wenn sie ein Restaurant pachten, das unter dem letzten Besitzer ein Rockertreff oder ein Puff war oder in dem unter dem letzten Pächter Steaks mit Salmonellen-Beilage gereicht wurden, werden Sie dieses Gasthaus auf absehbare Zeit nicht mehr in die Erfolgszone bringen, völlig ungeachtet Ihrer Tagträume und Ihrer nächtlichen Stoßgebete.

    Und um bei den Herren Röttgen, Koch, Spahn et al. zu bleiben: Wenn Sie in dem von Ihnen gepachteten, faktisch bankrotten Restaurant – als letzte Hoffnung – wieder den Koch (!), den Kellner oder den Rausschmeißer des letzten Pächters einstellen, können Sie Ihren Laden auch gleich dicht machen. Genau das würde ich der CDU/CSU ohnehin empfehlen. So ein kleines Sabattical von 4 Jahren oder am besten gleich eine Selbstauflösung aus Anstand.

    • Klaus Kelle Antworten

      Lieber Herr Beck,

      ich gebe zu, ich bin ein Fan Ihrer Kommentare hier. Da geht’s immer deftig zu und Ihre Vergleiche zaubern mir jedesmal ein Lächeln ins Gesicht. Nur haben Sie oft leider nichts mit der wirklichen Welt zu tun. CDU/CSU haben am 24. September 2017 die schlimmste Schlappe bei einer Bundestagswahl seit 1949 eingefahren – und das absolut zurecht. Nur: auch mit dieser Schlappe ist die Union – die direkt davor übrigens nicht nur das Saarland mit einem satten Zugewinn gehalten, sondern auch NRW und Schleswig-Holstein von Rot-Grün zurückerobert hatten – mit weitem Abstand die stärkste politische Kraft in Deutschland. Wohl, weil viele Bürger das so wollen und richtig finden. Das muss man nicht gut finden, aber das ist die Realität. Und das mit einem abgewirtschafteten Restaurant zu vergleichen, in dem Steaks mit Salmonellen-Beilage gereicht wurde, ja, das zaubert mit ein Lächeln ins Gesicht. Blödsinn ist es allerdings dennoch…

      Beste Grüße, Klaus Kelle

      • Klaus Beck Antworten

        Lieber Herr Kelle, Danke für Ihr Urteil.
        Mit „Blödsinn“ will ich Sie natürlich nicht behelligen. Und für das Lachen gibt es ja schon Herrn Barth.

        Ich verstehe natürlich die wütend und ohnmächtig wirkende Abwehr in Ihrer Replik. Und ich will Ihre illusionäre Verkennung der Realität auch gar nicht verunglimpfen, beschützt sie doch den einzelnen Menschen vor der schmerzlichen Erkenntnis der ganz persönlichen Verantwortung, so dass sowohl das Abducken hinter dem vermeintlich Einzig-Schuldigen als auch das Nachlaufen hinten den vermeintlichen Hoffnungsträgern für sich selbst etwas ungemein Entlastendes hat, wenn man die Unreife einer solchen, eher den Kindern eigenen Alltagsbewältigung mal außer Acht lässt.
        Wer sich z. B. die Freiheit gönnt, Mitglied in einer politischen Partei oder der katholischen Kirche zu sein und dann auf den bei diesen Institutionen jeweils eingebauten Autopiloten vertraut, mag geschäftlich erfolgreich und auch sozial anerkannt sein. Eigene Verantwortung zeigt er damit jedenfalls (noch) nicht.

        Die persönliche Freiheit eines Menschen ist aber grundsätzlich an die eigene Verantwortung gekoppelt, so dass ich Ihrem „Prinzip Hoffnung“ in Bezug auf die CDU/CSU schon deshalb quoad vitam eine eher zurückhaltende Prognose ausstellen möchte. Man muss nicht Weber, Grünewald und Bruckner gelesen haben, um zu verstehen, dass die derzeitige politische „Klasse“ nicht an einer mangelnden Zurschaustellung von Person(en) und ihrer Haltung(en) oder einem fehlenden Diskurs populärer Probleme auf pseudo-intellektuellem Niveau krankt, sondern an der vollständig abhanden gekommenen Konsistenz zwischen Haltung und Handlung, vulgo auch „Verantwortungsethik“ genannt, von der sich in der aktuellen Politik und auch in der CDU/CSU nicht einmal mehr mikroskopierbare Spuren finden. Die fehlende fachliche Expertise der von Ihnen erwähnten Hoffnungsträger will ich gar nicht erst aufgreifen.

        Wer in seinem eigenen Mikrokosmos nicht für Ordnung sorgen kann und/oder will und gleichzeitig seine ganze Hoffnung auf das „System“ setzt, passt momentan zwar prima in unsere Gesellschaft, sollte sich aber beizeiten nicht darüber beklagen, dass die von ihm aktuell wahrgenommene „wirkliche Welt“ ihn irgendwann überholt und überrollt.

        Vielleicht haben Sie es ja nicht bemerkt: In der CDU/CSU (und den anderen etablierten Parteien) hat sich ein geradezu epochales Ausmaß an Verachtung, ja an Feindseligkeit gegenüber dem Bürger und dem Menschen eingestellt. Diese Entwicklung hat jedes CDU-/CSU-Mitglied ganz persönlich zu verantworten. Und der Umstand, dass, wie Sie geltend machen, „viele Bürger das so wollen und richtig finden“, sagt viel über die Qualität der Politik, aber auch den maroden Zustand der Gesellschaft aus und kann eben deshalb nicht die Rechtfertigung dafür darstellen, an der persönlich liebgewonnenen Dissoziation als Erfolgsmodell für die Bewältigung gesellschaftlicher Probleme festzuhalten.

        Solange der einzelne Mensch die Verantwortung – sinnbildlich gesprochen – auf die Merkels und Röttgens dieses Landes – verschiebt und selbst keine Konsistenz der inneren Haltung mit dem tatsächlichen Tun an den Tag legt, ist alles nichts und wird die Zukunft exakt jene sein, in die wir derzeit ohne jedes verbindliche Koordinatensystem ungehemmt schleudern.

        Ich wünsche Ihnen und Ihrem Blog alles Gute!

        • Uwe Emm Antworten

          Guten Morgen Herr Beck,

          eine grossflaechige und verzauberte wohltuende Betrachtung!

          Wobei ich ganz ernsthaft fragen muss:
          Solche Leute gehoeren in die Politik
          Oder an „gehobene“Stellen?

          Gruss
          UweEmm

    • Andreas Schneider Antworten

      Da habe ich doch gerade Herrn Becks Ausführungen als um so viel trefflicher als die meinen loben wollen… Und dann diese Antwort von Herrn Kelle!

      Tatsächlich fühle ich mich nun bestätigt: wir leben wohl alle (in) unsere(r) Filterblase. Und es fällt verflucht schwer, daraus auszubrechen. Sch… Gewohnheit!

      Das Restaurantbeispiel trifft aus meiner Sicht präzise den Punkt. Und nur, weil die Gäste mangels Alternativen weiterhin dort essen gehen, zeigen etwa steigende Besucherzahlen nicht etwa eine Besserung des Menüs bzw. Personals an.

  4. Ruth Antworten

    Nun Herr Kelle, ich hoffe Ihr Optimismus wird nicht (wieder) enttäuscht.

    Die CDU braucht dringend eine Veränderung. Die Faselei von „Verjüngung“ mag ich hier nicht wirklich unterstützen. Denn wer ist „jung“?
    Ich kenne Menschen mitte 40, die haben aufgegeben, resigniert – da hört man nichts sinnvolles.
    Dann treffe ich auf Menschen über 60, voller Lebensfreude und Elan, engagiert und brilliant. Es kommt nicht aufs Alter an, sondern auf die Persönlichkeiten!
    Auch das leidige Geschwätze von Frauenquote geht mir nur noch auf die Nerven. – hier nehme ich gerne Ihre Lieblingsministerin Frau v-d-L als Beispiel. Es darf bei so wichtigen Posten nicht auf eine „Quote“ ankommen, sondern ausschließlich auf Kompetenz. Frau zu sein alleine ist keine Qualifikation!

    Wenn sich jetzt endlich einige CDU Politiker aus der Deckung wagen und ab und zu mal Klartext reden, mag das ein kleiner Tapser in die richtige Richtung sein – es langt aber nicht. Haben diese CDU Politiker bei der Wahl, wenn darum geht abzustimmen, ob letztendlich Frau Merkel weiterhin machen kann wie SIE es will, auch Charakter genug, sich zu enthalten, oder gar NEIN zu sagen. Die Wahl ist geheim. Es geht um 45 Personen, diese könnten es schaffen, diesen Irrsinn zu stoppen.

    Denn um was geht es inzwischen? Wer das Pamphlet nach den Sondierungsvereinbarungen gelesen hat und auch jetzt, was im Koalitionsvertrag steht, abgesehen von der leidigen Postenschacherei, erkennt es schnell. Um uns, unser Land, unsere Sorgen geht es nicht! Primär, so schon die Überrschrift, geht es um die EU (nicht Europa, sondern die EU!), man will die Visionen von Monsieur Macron realisieren, mit unseren Steuern.
    Dann geht es um weitere Massenmigration, jedes Jahr soll eine Großstadt wie Kassel dazu kommen, oder halt mehr, wenn halt mehr kommen – da nimmt man es seit 2015 eh nicht mehr so genau. Dickes Thema war auch noch Familiennachzug, aber natürlich, noch mehr Einwanderung in unsere Sozialsysteme. TOLL. Wer, außer die Profiteuere in der Asylindustrie, will das? Sie? Ihr Nachbar? Herr Schneider hier, der eh schon fix und fertig ist?
    Warum sind diese Themen der Politiker konträr zu den Wünschen der schon immer hier lebenden Bevölkerung?
    Was ist der Job dieser Politiker, die sich hier um die Regierungsposten bewerben?
    Es sollte primär um uns gehen, unsere maroden Schulen, unsere Renter – damit die, die ihr Leben lang in die Steuer und SV-Kassen eingezahlt haben auch würdevoll und angemessen im Alter leben können, es geht um angemessene Bezahlung für Pflegepersonal und vieles mehr. Diese Probleme sollten höchste Priorität haben, und nicht monatlich EUR 5000 für einen umF hinzublättern und es bei Zweifel an der Altersangabe unzumutbar finden, dem Burschen das Handgelenkt zu scannen. Nein, da zahlt man lieber eifrig weiter.

    Es reicht nicht, den Stimmenverlust bei den Wahlen zu bejammern, man muss auch analysieren, warum es dazu kam und dann alles dafür tun, diese Stimmen zurück zu gewinnen.

    Das wird mit einem „weiter wie gehabt“ nicht gelingen. Auch nicht, wenn der ein oder andere langsam ein wenig zart gegen Frau Merkel ein bischen kritisiert!

    Aber Frau Merkel nicht zu wählen, könnte ein bedeutender Schritt sein, dass es endlich zu einer Erneuerung kommt.
    Ich weiss, im Moment kann man die Vertrauensfrage nicht stellen, aber etwas in der Art sollten die Politiker nach dem Wahlergebnis und nach der Stimmung im Land doch auf die Reihe kriegen?

    • Uwe Emm Antworten

      Danke Frau Ruth,

      Frau zu sein ist keine Qualifikation,
      ist nicht nur mutig und natuerlich richtig, sondern …normal.

      Ich kenne viele tolle Frauen, die ueber die ..26 Std. lachen.
      Ich kenne viele tuechtige und kluge Frauen, die alle eins verkoerpern:

      Sie koennen das!!!

      Ohne den Gruenen, Sozi und C-Bevormundung!

  5. colorado 07 Antworten

    Lieber Herr Kelle,
    das mit den „Nörglern“ gefällt mir nicht . Warum kommt denn der Druck oben nicht an? Weil er immer zu gering ist und bis dato viel zu gering war und weil endlich einmal einer aus Merkels engster Schutztruppe „aus der Rolle“ fallen müsste.

  6. Dorothea Hohner Antworten

    Es ist doch nur so, daß diese Politdilettanten merken, daß sich der Wind hundsgemein dreht, bis auf wenige Unbelehrbare), bestes zeichen sit doch, Daß Gauck „erschrocken ist, über die Zustände im Land“).

    Herr Gauck also, der immer gut darin war, auf Züge in die richtige Richtung aufzuspringen, man denke nur an sein Möchtegernengagement in der DDR. Er hat es im Gefühl, wann es angebracht ist, den zug zu wechseln.. Und sehen Sie, genau das macht mit Mut…..auf ein neues, Michelland wacht jeden Tag ein bißchen mehr auf!

  7. W. Lerche Antworten

    Nun werden wir mit Umfrage-Statistiken überhäuft, die besagen, dass über 50% der Deutschen Merkel für weitere 4 Jahre haben möchte. Traue nie einer Statistik! INSA war übrigens nicht dabei. Ja ja, …wenn das Ergebnis schon vor der „Umfrage“ feststeht. Ehrlicher sind allemal Neuwahlen als selbst gefälschte Statistiken.
    Über 30% Zustimmung sind CDU, SPD und Grünen ohnehin sicher, weil dies dem Anteil der Beamten und Pensionäre entspricht. Diese wollen kein Risiko und folglich keine Veränderung. Die Steigerung der Anzahl wirtschaftlich unabhängiger Personen, also von Staatsdienern und sehr Reichen, lässt für Veränderungen durch Wahlen wenig Raum.

  8. Dr. Michael Schneider-Flagmeyer Antworten

    „…der dicke Dampfer CDU ist in Bewegung gekommen. Endlich…“. Dem stimme ich als CDU-Mitglied (seit 32 Jahren) zu.
    Allerdings kann ich Norbert Röttgen nicht ganz so positiv in seiner neuen Rolle sehen, obwohl ich mich über seine Äußerung an sich freue.
    Er war Muttis Bester, dann wurde er leider Muttis Dümmster. Seine Äußerungen zur Außenpolitik in den üblichen Quatschrunden finde ich nicht nur dünn sondern zum Teil erschreckend schlicht in ihren Inhalten.
    Auch kann ich nicht vergessen, dass er im Fernsehen nach der Wahl Trumps als Vorsitzender des außenpolitischen Ausschuss im Bundestag seine Reise in die USA ankündigte um dort die Republikaner gegen den gerade gewählten Präsidenten zu galvanisieren. Was Dümmeres gegen die Regeln aller Diplomatie habe ich von einem „Außenpolitiker“ noch nie gehört.
    Aber immerhin hat er die Zeichen der Zeit in der CDU erkannt. Merkel ist angezählt und sehr geschwächt und nun traut sich auch Muttis Bester aus der Deckung und springt auf einen Zug auf, der gerade erst den Bahnhof verlässt und an Fahrt aufnimmt. Denn dass das so ist, bin ich mir absolut sicher.
    Im Übrigen halte ich nichts von den Anti-Merkel- Kommentatoren wie Merz und Koch, die sich haben von Merkel wegbeißen lassen (Merz) oder sich ins Pekuniere geflüchtet haben (Koch).
    Hoffen wir alle auf stärkere Charaktere in der CDU, der ich immer noch die Treue halte.

  9. KJB-Krefeld Antworten

    Sehr geehrter Herr Kelle,
    über die verschiedenen Kommentare zu Ihrem obigen Blog läßt sich trefflich streiten, Ich habe schon bei Frau M`s Machtübernahme der CDU Anfang des Jahrhunderts im konservativen Freundeskreis (der Hype für sie war grandios) darauf hingewiesen: Wer im sozialistischen Lager – hier DDR – als Pfarrerstochter studieren durfte, mußte voll systemkonform sein. Wenn dann noch zwei Gastsemester in Moskau sowie Promotion dazu kamen, mußten bei Insidern alle Alarmglocken klingeln. ! ! ! Ohne Übertreibung kann man sagen, sie ist Erichs späte Rache. Seitdem ich wahlberechtigt bin – mit 83 bin ich das schon eine ganze Weile – habe ich immer mit Erststimme CDU (außer 1972) und mit Zweitstimme FDP gewählt. Seit 2013 wähle ich immer mit beiden Stimmen AfD;
    nicht weil ich „Neonazi“ bin ( inzwischen fast ein Ehrentitel ! ) sondern weil alle anderen Parteien sich vom Wählerwillen meilenweit entfernt haben. Eine Erneuerung der CDU von Innen heraus, lieber Herr Kelle, wird immer ein frommer Wunsch bleiben. Erst wenn der CDU das Wasser unterm Allerwerteasten kocht (Afd 20 + %) wird sie Frau M. in die Wüste schicken.
    Das dumme Geschwafel der Leitmedien (die sich selbst gleichgeschaltet haben) vom Wählerwillen „Jamaika“ bzw. neuerdings „GroKo“ ist nervig. Wer nicht auf den Kopf gefallen ist, erkennt im Wahlergebnis ein eindeutiges Votum für eine bürgerliche Koalition aus CDU, AfD und FDP, allerdings ohne Merkel, Sie hätten
    gemeinsam eine solide Mehrheit.

  10. Gabi Jüngling Antworten

    Herr Röttgen dürfte mit AM noch eine sehr persönliche Rechnung offen haben, hat sie ihn doch als Minister geschasst Habe das gerade erst nachgelesen. Das war alles sehr abenteuerlich. Erst der Atomgipfel mit Merkels Entscheidung die Laufzeiten zu verlängern und denn die einsame Kehrtwende. Herr Röttgen war damals zuständiger Minister und war ihr offenbar im Weg. Dieser Tage interessant zu sehen und zu hören: Wolfgang Herles bei Maischberger-fast 9 Minuten wettert er gegen Frau Merkel und wird darin nicht unterbrochen. Bemerkenswert. Wer es nicht gesehen hat, sollte es sich auf YouTube ansehen. Ich werde mir die CDU am 26.2. anschauen -wer traut sich aus der Deckung? Welche Personalien werden bis dahin in den Ministerring geworfen? Klöckner? Spahn? Solange die Riege Kauder/Altmaier/Tauber am Drücker sind, glaube ich an keine Erneuerungschance innerhalb der CDU. Das hat Herr Herles treffend ausgeführt.

  11. Gregor Kühn Antworten

    Herr Bosbach, sicher noch ein guter Kenner des CDU-Innenlebens und ein viel gefragter Gesprächspartner dieser Tage, glaubt nicht an einen wirksamen Aufstand der CDU gegen ihre Chefin und ich denke, er wird recht behalten. Ihr Optimismus in alle Ehren, Herr Kelle, aber nach weiteren 4 Jahren wird die CDU, die ja aktuell schon alle Inhalte auf dem Merkelaltar geopfert hat, nicht mehr zu erkennen sein. Sie ist eine ergrünte SPD, die noch den alten Namen trägt und damit etliche Prozent ihrer Wähler betrügt. Es gibt noch die Buchstaben CDU, aber nicht mehr die Partei. Als langjähriger CDU-Wähler würde ich mir eine Wiederbelebung der wirklichen CDU wünschen, aber daran glaube ich nicht mehr. Und sollte die AFD es schaffen, sich von ihren Irrlichtern zu trennen, wäre es auch nicht schade um den Verlust der ehemaligen CDU.

  12. noyoulikeme Antworten

    Ha ha … Das erinnert wohl eher an das Ende der Stalin-Clique… Die (der) Alte kränkelt und hüstelt in ihrer ehemals unangefochtenen Stellung und schon bringen sich die ehemals hyperdevoten Apparatschik-Lakaien in Stellung um ihre Pfründe in die „neue“Zeit zu retten. Jahrelang das profitierende Mäuschen, dass willig jeden noch so schimmligen alten Käse gefressen und jedes Krümelchen als große Tat der großen Führerin gelobt hat, wird nun an der Leiche genagt, obwohl die noch gar nicht tot ist … geht es noch unglaubwürdiger? Röttgen ist kein merkelscher Kritiker – er ist lediglich scharfsinnig genug, um zu erkennen, dass der Muttiismus ausgedient hat. Also springt der Leichtmatrose lieber von Bord, in der Hoffnung auf vorbeiziehende Rettungsboote und noch beim Ersaufen brüllt er: „Wäre ich Kapitän gewesen …“

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