Die Möglichkeit, mit 63 Jahren ohne Abzüge in Rente zu gehen, wird stark nachgefragt. Bis Ende Oktober wurden rund 163.000 Anträge gestellt, fast alle bewilligt, wie die Deutsche Rentenversicherung jetzt mitteilte. Zwei Drittel der Antragsteller sind männlich. Seit 1. Juli beteht die Möglichkeit für diejenigen, die mindestens 45 Jahren in die Rentenkasse eingezahlt haben und bisher noch keine Rentenbezieher waren, vorzeitig in den Ruhestand zu wechseln. Seitdem schlagen die Wogen der Empörung hoch zwischen denen, die sagen, hier würden Wohltaten auf Kosten zukünftiger Generationen sozusagen als „Wahlgeschenke“ verteilt und denjenigen, die sagen, wer 45 Jahre arbeitet und einzahlt, hat auch das Recht, mit 63 Rente zu beziehen. Und im Raum steht der Vorwurf, dass der Staat das Geld, das auf der einen Seite verteilt wird, auf der anderen gleich wieder einkassiert. Ich gebe zu, ich bin bei diesem Thema hin- und hergerissen und habe – ausnahmsweise – noch keine klare Meinung dazu. Deshalb meine Frage an die geschätzen Leser und Leserinnen meines Blogs: Wie stehen Sie, wie steht Ihr zur Rente mit 63?

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Dieser Artikel wurde 18 mal kommentiert

  1. Florian Zobel Antworten

    Vielen Dank, Herr Kelle, für die Frage. Ich muss sagen, dass ich als 24-jähriger der Rente mit 63 eher skeptisch gegenüber stehe. Bestimmt nicht, will ich irgendjemanden, der gearbeitet hat, etwas wegnehmen. Aber Fakt ist nun einmal, dass alles, was ausgegeben wird, auch vorher erwirtschaftet werden muss. Und besonders stört mich dabei das „45-Jahre gearbeitet“-Argument, denn zur Wahrheit gehört es doch auch, dass gerade diese Generation in den letzten 45 Jahren auch einen Schuldenberg von 2 Billionen € aufgebaut hat. Meine Generation wird nicht mehr die Möglichkeit haben, einen ebenso hohen Schuldenberg aufbauen zu können. Selbst wenn meine Generation keine Schulden machen wird – was ja augenblicklich angestrebt wird und ich auch ausdrücklich begrüße – dann drücken trotzdem die 2 Billionen noch sehr stark. Wenn wir also fragen, ob jemand nach 45 Jahren Arbeit (oder wie vielen Jahren auch immer) sich diese oder jene Rente verdient hat, dann sollte die Antwort darauf nicht sozialromantisch ausfallen. Unter den heute 63-jährigen sind keine Trümmerfrauen oder Kriegsgefangene mehr. Die heute 63-jährigen hatten in er Mehrheit ein überaus wohlhabendes Leben, insbesondere dann, wenn sie tatsächlich die 45 Jahre gearbeitet haben. Insofern möchte ich, dass die Frage, ob die Rente mit 63 tatsächlich verdient, d.h. erwirtschaftet, ist, auch wirtschaftlich beantwortet wird. Und angesichts von 2 Billionen € Schulden mache ich daran ein großes Fragezeichen. Danke.

    • E. u. G Herbst Antworten

      Wir haben zu diesem Thema folgende Meinung :
      Wer 45 Jahre gearbeitet hat, sollte mit 63Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können.
      Unsere Betonung liegt aber auf die Feststellung „gearbeitet“. Arbeitslosenzeiten sollten nicht angerechnet werden
      Dann kommen nur die Personen in den Genuß der abschlagsfreien Rente, die es sich auch verdient haben.

    • V. Hartung Antworten

      Hallo Herr Zobel, kann Ihre Bedenken voll und ganz verstehen und nachvollziehen. Möchte nur bemerken, dass uns keiner gefragt hat, als die Schulden gemacht wurden – noch weniger wofür.
      Gehe übrigens auch mit 63 wegen Arbeitslosigkeit seit 12 Monaten (!) in Rente. Nur zieht man mir dafür noch 9 % ab – für den Rest des Rentendaseins. Wäre ich nicht verheiratet, wäre dies ein Fall für die Grundsicherung, sagte man mir am Versicherungsamt.
      Also doch nicht alles so rosig für uns „Alte“….
      Viele Grüße
      Veronika Hartung

  2. Jürgen Backhaus Antworten

    Sehr geehrter Herr Kelle,
    ich bin in dieser Frage auch zwiegespalten. Einerseits verbietet ein Blick in die Zukunft jedes Rentengeschenk des Staates. Andererseits würde ich gerne von dieser Option Gebrauch machen, wenn sie denn nicht bis dahin (für mich im Jahr 2023) wieder zurückgenommen wird. Bis dahin werde ich 46 Jahre Erwerbstätigkeit hinter mir haben, sollte ich nicht zwischenzeitlich arbeitslos werden. Viele Jahre davon, auch zur Zeit wieder, habe ich in Schichten gearbeitet, was bekanntlich das Arbeitsleben sehr erschwert. Um das möglichst kurz zu halten wäre ich auf jeden Fall für die Rente ab 63. Wenn ich aber an die Zukunft meiner Kinder denke, ist dieses Modell absolut nicht vertretbar und ich wäre für sie auch bereit länger zu arbeiten.
    Unser gesamtes Rentensystem steht auf tönernen Füßen und ich denke das es in absehbarer Zukunft nicht mehr so funktionieren wird wie bisher. Immer mehr Menschen werden auf zusätzliche Hilfe angewiesen sein, dank unserem hervorragend ausgebauten Niedriglohnsektor, da helfen auch keine 8,50€ Stundenlohn. Davon zu leben ist schon schwierig genug, aber auch noch zusätzlich etwas für die Rente davon zur Seite zu legen ist unmöglich.
    Man muß sich fragen, mit welcher Blauäugikeit unsere Regierung mit diesem Thema umgeht. Zusätzlich zu der geschilderten Situation kommt auch noch der demographische Faktor. Bisher gib es in Deutschland bis auf die derzeitigen Streiks noch keine größeren sozialen Unruhen, ich befürchte aber das sich das in Zukunft ändern wird! Darum: Keine Rentengeschenke!

    Mit freundlichen Grüßen

    Jürgen Backhaus

  3. Bounce Antworten

    Herr Zobel,
    schon mal darüber nachgedacht, dass es genau diese Generation(en) und die Kriegsgeneration war(en) und sind, die es Ihnen erst ermöglicht hat in einer Generation zu leben, die darüber nachdenken kann, dass sie keine Schulden mehr machen kann und aber auch gar nicht will? Schon mal darüber nachgedacht, das es erforderlich war Schulden zu machen, um einerseits eine gesellschaftliche Schuld abzutragen und anderseits eine Gesellschaft und eine Industrienation aufzubauen, die den heute von Ihnen genutzten Wohlstand, die soziale und demokratische Sicherheit bietet, die es Ihnen erst ermöglicht ihren Standpunkt so darzustellen wie Sie es tun? Schon mal darüber nachgedacht, dass es diese Generation war, die Ausbildungszeiten für Ihre und kommende Generationen ermöglicht hat, die künftig wohl kaum oder nur noch für die wenigsten 45 Jahre Lebens-Arbeitszeit zulassen wird?

    Ich finde es denn doch beachtlich, wenn Sie Ihre Generation hier als Schulden-Opferlamm und potentieller Weltenretter zugleich darstellen und anderseits die Menschen die das friedlichste, wirtschaftlich als auch politisch erfolgreichste und zudem demokratischste Deutschland der Weltgeschichte ermöglicht haben, als nimmersatte Schuldenmacher darstellen. Sie übersehen leider dabei welche große wirtschaftliche, politische und moralische Schuld die Generation der in naher Zukunft in Rente gehenden Menschen abzutragen hatte.
    Der Gesetzgeber hat ja zudem nicht ohne Grund 45-Jahre Arbeitsleben als Voraussetzung für eine Inanspruchnahme vorgesehen, um eben gerade den Leistungsträgern dieser Generation eine etwas frühere Rente zu ermöglichen.

    Und mit Verlaub lassen Sie zugleich eine Entsolidarisierung erkennen, die nur erschrecken kann, wenn offensichtlich zwar die heute 63-jährigen oder älter ihrer Meinung nach der Generation der „Trümmerfrauen oder Kriegsgefangenen“ besonders verpflichtet waren, Ihre Generation aber nicht der künftigen Rentengeneration.

  4. Helmut Zilliken Antworten

    Das ganze Rentensystem ist Unsinn. Diejenige die arbeiten, müssen zeitgleich diejenigen, die gearbeitet haben finanzieren. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Warum? Weil die Schere wg. der Altersstrukturen (Stichwort Alterspyramide) und/oder gesamtgesellschaftlichen Wirtschaftsentwicklungen der gerechten Zuteilung von Arbeitenden zu Rentnern früher oder später zuwider läuft. Schon vor Jahren (der Autor ist 60 Jahre und hat Sozialpädagogik studiert und ist Lehrer) wurde heftig darüber diskutiert, die Rente auf kapitalbildender Basis auszurichten. Aber auch andere Modell gab es…. (anderes Thema)

    Zur von Klaus aufgezeigten Problematik dies: Ich bin der Meinung, daß jemand nach 45 Jahren Arbeit – egal welcher Art diese gewesen sein mag (bitte keinen Neid wg. der Verschiedenartigkeit der Belastungen) – seinen Ruhestand verdient hat.

    Gelackmeiert sind aber die Akademiker – und das sind sicher 100% – die zwar Ausbildungen und Wartezeiten anerkannt bekommen haben, jedoch nicht als Beitragszeit. Will heißen: ALLE AKADEMIKER KOMMEN NIE IN DIESEN GENUSS. Sie können 45 Beitragjahre garnicht zusammen bekommen. Rückwärts gerechnet heißt die Rente mit 63 nämlich, daß man ab dem 18. Lebensjahr Beiträge in die Rentenkasse einbezahlt haben muß. Kein Mensch mit einer akademischen Ausbildung kann dies vorweisen. Mit 18 Jahren bereits Lehrer, Ingenieur, Sozialarbeiter, Pfarrer…??? Das zu dem Thema. U.a. recherchiert per Telefonauskunft bei meiner Rentenversicherung. Versuchen Sies selbst liebe Akademiker…

    • Georg Antworten

      Hallo Herr Ziliken,
      ich respektiere Ihre Meinung. Das von Ihnen vermittelte Bild der leidenden Akademiker teile ich nicht. Um im Bild zu bleiben. Gerade diese Schicht unseres so genannten Sozialstaates sind in den meisten aller Fälle in sehr gut dotierten Berufen, oder beim Staat und/oder im öffentlichen Dienst beschäftigt. Gerade im Beamtenwesen und im öffentlichen Dienst gibt es nachhaltig wirkende wunderbare Sicherungssysteme, Ich will nicht ins Detail gehen.

      • Helmut Zilliken Antworten

        Richtig Georg: Natürlich sind die Renten deutlich höher – bei Akademikern. Denn Sie haben auch mehr eingezahlt. Als Angestellter im öffentlichen Dienst habe ich – wie viele andere auch – in eine private Zusatzversorgung einbezahlt.

        Das ändert jedoch nichts:
        1. Ich kann unmöglich vor dem 65.Lebensjahr aufhören, weil dann die Kürzungen immens sind.
        2.Meine NETTORENTE ist schlichtweg gruselig. Selbst mit der Zusatzversorgung habe ich 25% weniger, als zu Arbeitszeiten (in Netto). Das geht gehörig ins Geld – oder???
        3. Sollte ich freiwillig z.B. früher in Rente gehen (also mit 63 anstatt 65) verlieren ich zudem in den zwei Jahren 20.000 Euro (netto)!

        So einfach ist das also nicht mit der Akademikerrente!

  5. Erika Mustermann Antworten

    Generationenvertrag, Florian Zobel, heißt verpflichtend gebend und nehmend für die alte UND die junge Generation. … Und, da ja die egoistischen sozialromantischen Schuldenmacher so versagt haben, empfehle ich Ihrer Generation einfach wieder zur Vielkinder-Ehe und vor allem zum generationsübergreifenden Familienverband überzugehen … das würde ja so manches Problem womöglich lösen – spätestens aber hier zeigt sich schnell, dass ihre Argumente die sie hier anführen nicht weniger ich-zentriert egoman sind … Die Geburtenrate aber stagniert oder sinkt, je nach Betrachtungsweise, sozial und wirtschaftlich generationsübergreifende Familienkonzepte werden dem Genderwahn geopfert … und ja … auch sie werden einmal alt, sogar noch älter als die Renter von heute, und zeugen bezogen auf ihre Lebenserwartung, noch viel, viel weniger Kinder, als zur Erwirtschaftung Ihrer Kinder erforderlich wäre …

  6. Erika Mustermann Antworten

    es muss natürlich heißen: als zur Erwirtschaftung Ihrer Rente erforderlich wäre …

  7. Maria Mustermann Antworten

    Ich werde mit 63 3/4 in Rente gehen. Ich zahle seit 1966 in die Rentenkasse ein, und bis zum 1.2.2015 habe ich 49 Jahre eingezahlt. Gesundheitlich steht es nicht zum Besten. Wenn ich mit Ach und Krach bis zu 65 Jahre arbeite (nach dem alten System wäre das der 27.Oktober 2016 gewesen) werde ich mehr krank sein als jetzt. Woher ich das weiß? Weil ich jetzt schon einiges für meine Gesundheit tue und trotzdem bin ich ziemlich ausgelaugt und brauche auch Herzmedikamente. Wenn ich also, wie gesagt, bis Oktober 2016 arbeite, bin ich so fertig, dass ich Jahre brauche, bis ich ein lebenswürdiges Leben leben kann. Ich würde mich gerne noch in sozialen Bereichen einsetzen. Das wird dann nicht mehr gehen. Die Frage wäre jetzt, wo hat der Staat mehr von mir? Ich zahle zwar 1 1/2 Jahre mehr in die Rentenkasse ein (dann habe ich um 50 Jahre eingezahlt) werde aber dann teure Medikamente brauchen (nehme jetzt schon Herztabletten) – oder ich gehe jetzt in Rente, erhole mich ohne teure Medikamente und kann mich noch sozial engagieren, womit zwar dem Einzelnen geholfen ist, aber auch dem Staat, weil der sozusagen kostenfrei meine Arbeitskraft zur Verfügung hat. Da kann sich jetzt jeder seine Gedanken machen, oder auch nicht. Ich habe mich dafür entschieden, am 1.2.2015 in Rente zu gehen. Und an die jüngeren Leute: als ich so in eurem Alter war, da konnten die Frauen mit 60 in Rente gehen. Wenn ich 49 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt habe, dann habe ich länger eingezahlt, als so manch einer, der das hier liest, alt ist.

  8. Georg Antworten

    Liebe User,
    es ist und bleibt ein wirtschaftlicher Unsinn, die Rente ab 63 nach 45 Berufsjahren. Wer aufmerksam die Presse und die zahlreichen Wirtschaftsgutachten verfolgt und nicht völlig eindimensional die Sache betrachtet, wird zwangsläufig zu dem gleichen Ergebnis kommen müssen. Das Gesetz ist ein Wahlgeschenk der SPD in einer gigantischen und auch durch kein Argument zu rechtfertigenden Höhe. Wer bezahlt diesen Unsinn? 1. Die kommenden Generationen, die diese ungeheuren finanziellen Lasten zu stemmen haben werden. 2. Die derzeitigen Rentner, die mit deutlichen niedrigeren Rentensteigerungen als prognostiziert auskommen müssen. Somit werden wieder einmal die Rentner von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgekoppelt. Wer das die Absicht der Gesetzesschreiber? War das die Absicht der so auf Außenwirkung ausgerichteten Frau Nahles? Sicher nicht. Stellen Sie einem heute in der Verantwortung stehenden Politiker einmal die Frage nach der wirtschaftlichen Sinnfälligkeit dieses Gesetzes. Im Wissen der heute bekannten Fakten werden Sie kaum noch Zustimmung finden, frei nach dem Motto: Es waren immer die Anderen.

    Welche Bevölkerungsgruppe hat mit dem Allen nichts zu tun. Es sind wieder einmal die Beamten und Pensionäre. Der Begriff Kürzung der Pensionen kommt dort nicht vor. Dies ist eine weitere Sauerei.

    • Margit Oesterling Antworten

      Sehr geehrter Herr Georg, ich bin keine Beamtin sondern Rentenempfängerin, aber ich war einmal Beamtin. Von daher habe ich über beide Versorgungssysteme einen gewissen Überblick. Es ist nicht richtig, dass bei den Beamtengehätern und Pensionen keine Abstriche gemacht werden oder wurden. Sie haben vergleichbare Kürzungen hinnehmen müssen wie die Angestellten im öffentlichen Dienst. Seit dem Jahre 1956 sind bei den Beamtengehätern Kürzungen vorgenommen worden, die dem Aufbau eines Fonds dienen sollten, aus dem die Ruhebezüge zu finanzieren waren. Nur der Staat hat das Geld zweckentfremdet verbraten. Das rächt sich nun. Es hat darüber hinaus Zeiten gegeben, in denen viele Menschen gar kein Interesse hatten, Beamte zu werden, weil sie im öffentlichen Dienst weniger verdienten als in der freien Wirtschaft und zusätzliche Prüfungen abzulegen, war auch nicht jedermanns Sache. Und längst nicht jeder Pensionär war früher Großverdiener! Denken Sie an die vielen Mitarbeiter bei der Bahn oder Post! Die durften nie für höhere Gehälter streiken und damit das öffentliche Leben lahm legen.Kriechen Sie nicht jeder Stammtischparole auf den Leim.
      Freundliche Grüße
      Margit

      • Georg Antworten

        Sehr geehrte Frau Oesterling,
        vielen Dank für Ihre Meinung. Es ist schon ein wenig erstaunlich, was Sie mir mitteilen möchten. Es würde den Rahmen sprengen, um Ihnen im Detail vorzurechnen, wo die Vorteile eines Beamtenstatus, gerade in der Altersversorgung liegen. Einigen wir uns darauf, dass es einhellige Meinung vieler Experten und unabhängiger Ökonomen ist, dass es im Verhältnis zwischen den Rentnern und Beamten- und Pensionärsversorgung deutliche Unterschiede zum Nachteil der vielen Rentner gibt. Das ist nicht zu bestreiten. Was glauben Sie, sehr geehrte Frau Oesterling, warum die zitierten Ökonomen mehr oder weniger laut vor dem Zusammenbruch des Systems der Finanzierung der Pensionsbezüge warnen. Tatsache ist aber auch, dass die Renten in diesem Jahr um ca. 3,5 % steigen sollten. Real waren das 1,6 %. In 2015 sollten die Renten um 3,7 % steigen. Tatsächlich steigen Sie um 1,57 %. In 2016 wird eine Erhöhung um sage und schreibe 4,0 % prognostiziert. Mal sehen, was dabei tatsächlich unter dem Strich heraus kommt. Die Gründe für die Reduzierung liegen auf der Hand, die Rente mit 63 nach 45 Berufsjahren. Das die Rentner einen ganz erheblichen Teil für dieses unsinnige und volkswirtschaftlich schädliche Gesetz zu tragen haben, wird nicht einmal von Herrn Bosbach bestritten. Zitat aus einem Brief von Herrn Bosbach an mich: „Dessen ungeachtet ist es natürlich richtig, dass sich auch Innenpolitiker mit rentenrechtlichen Fragen beschäftigen bzw. beschäftigen müssen – und deshalb ist auch mir bekannt, dass es selbstverständlich schon zum Zeitpunkt der Debatte über das Rentenreformpaket „Rente mit 63“ bekannt war, dass bei Realisierung des Gesetzgebungsvorhabens die Renten weniger stark steigen würden als ohne diese Reform. Gerade vor diesem Hintergrund war ich erstaunt, wie hoch die Sympathiewerte für das Projekt „Rente mit 63“ in der Bevölkerung sind bzw. waren – denn von der „Rente mit 63“ profitiert nur ein relativ kleiner Personenkreis, während alle anderen Rentnerinnen und Rentner die Nachteile aus dem verlangsamten Rentenanstieg hinzunehmen haben“. Zitatende. Welchen Anteil leisten eigentlich die Beamten und insbesondere die Pensionäre an diesem Gesetz. Es ist doch richtig, dass Pensionäre in voller Höhe von der prozentualen Erhöhung der Beamtenbezüge partizipieren. Oder bestreiten Sie das? Im Übrigen ist Ihr Hinweis auf „Stammtischparolen“ nicht sehr freundlich, schon überhaupt nicht hilfreich. Es genügt aufmerksames Lesen, Hinsehen und Zuhören.

  9. Verena von Buch Antworten

    Ich denke, man müsste differenzieren zwischen den verschiedenen Arbeitswelten. Ein Dachdecker, der mit 15 die Lehre angefangen hat oder eine Krankenschwester, die jahrelang Schichtdienst geschoben hat, müsste man anders behandeln als einen Akademiker, der zwar geistig unbestritten viel leistet, sich körperlich aber nicht so abarbeitet. Mein Vater hat nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft und Spätheimkehrer trotzdemm noch als akademiker bis zu seinem 76. Lebensjahr gearbeitet. Man sollte diese ganze Rentenregelung individueller gestalten. Wenn sich einer länger fit fühlt, soll er doch arbeite, wenn einer nicht mehr kann, aufhören. Das passiert ja eigentlich schon. In meinem Freundeskreis hat kaum einer bis zum 63. Lebensjahr durchgehalten. die waren einfach kaputt.

  10. Helmut Schliebs Antworten

    Das SPD-Wahlgeschenk ist gegenüber der Gesamtgesellschaft verantwortungslos, was noch harmlos ausgedrückt ist. Rente mit 63 hätte nie als Anspruch definiert werden dürfen. Man hätte hier, wie verschiedentlich schon kommentiert vom individuellen Fall ausgehen müssen. Aber diese Frau Nahles hat immer nur den härtesten Fall als Beispiel für Ihre Begründungsparolen herangezogen! Da kann ich nur sagen, dass diese Ministerin nur an ihr Image denkt und nicht etwa an die Zukunft der Gesellschaft.

  11. Andreas A. Antworten

    Rente mit 63 ist nur ein Mittel, um die Generation 60+ möglichst zügig aus der Erwerbswelt heraus zu bekommen.
    Von den jüngeren und deutlich jüngeren schafft sowieso niemand mehr 45 Jahre wo durch zu arbeiten !

  12. Siegfried Kieselbach Antworten

    Sehr geehrter Herr Kelle,
    danke dafür, daß Sie solche wichtigen Themen aufgreifen.
    Ich denke, daß das Geld, welches man ausgeben will, erst einmal verdient werden muß. Ansonsten geht es zu Lasten unserer Kinder und Enkel. Im Grunde ist das ganze Thema „Rente“ eine Rechenaufgabe. Die Versicherungen mit ihren privaten Rentenversicherungen und Lebensversicherungen zeigen uns doch, wie es sein muß. Wieviel hast Du eingezahlt, ab wann wird Rente gezahlt. Aus diesem Ergebnis resultiert die Höhe der monatlichen Rente. Alles andere sind Wahl-
    geschenke, die nur die Schuldenberge wachsen lassen.

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