„Polzei erschießt 19-jährigen Afroamerikaner“ lese ich gerade in der Süddeutschen Zeitung über einen tragischen Zwischenfall in den USA und bin verwirrt. Sollen unsere Medien bei Polizeiberichten nicht darauf verzichten, Ethnien zu nennen? Werden nicht Täter mit Migrationshintergrund in deutschen Medien immer als „Jugendliche“ bezeichnet? Hätte also die SZ nicht schreiben müssen „Polizei erschießt 19-jährigen Jugendlichen“? Ich meine, andernfalls könnte man ja auch den Gedanken kommen, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Wenn es in den progressiven Mainstream passt, wird die Ethnie genannt, wenn es nicht passt, lässt man sie weg. Aber das kann ich mir bei einer Qualitätszeitung wie der Süddeutschen nicht vorstellen….

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Dieser Artikel wurde 8 mal kommentiert

  1. Dietmar Schneidewind Antworten

    Richtig, wenn es in dien Mainstream passt, kann man es hineinschreiben.
    Für mich ist es sowieso irreführend, warum die Ethien genannt werden bzw. es eine „Anordnung“ geben soll, diese nicht zu nennen. In einem Staat sollte es irrelevant sein, welche Ethnie jemasnd besitzt. Alles sind gleich.

    • Hans-Jürgen Merten Antworten

      Es sind eben nicht alle gleich! Männer besitzen eine andere Konstitution als Frauen. Afrikaner eine andere Ethnie als Europäer. Buddhisten einen anderen Glauben als Hinduisten, etc.!

      Wer das irreführend nennt, übersieht wesentliche Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens!

  2. Alexander Droste Antworten

    Was wäre, wenn ein schwarzer Polizist einen weißen Jugendlichen erschossen hätte? Was stünde dann in der SZ?

    Wie ist das Verhältnis der Straftäter auf Deutscher Seite im Vergleich zu nicht Deutschen, allesamt mit Migrationshintergrund? Was würde passieren, wenn man das jedes mal schreibt? Der Aufschrei wäre wie folgt: „Ach, immer diese Ausländer, Türkengelump, Moslems abschieben, die Russen sind Diebesgesindel!“ O.ä. Obwohl bei Ausländern ja auch Unterschiede gemacht werden. Wenn z.B. ein Niederländer oder Schwede Autos klaut. Da sieht man auch mal großzügig drüber weg. Würde das auch die gleiche Reaktion auslösen, wenn man schriebe: „Ein Deutscher hat eine Oma überfallen.“
    Warum sollte das also immer in der Zeitung stehen, welche Nationalität ein Untugendbold hat? Damit man etwas für seine Schubladen hat?

    • Klaus Kelle Antworten

      Ich denke, man kann sich nur mit der Lösung von Problemen beschäftigen, wenn man sie erkennt bzw. ihren Umfang begreift. Ich bin weit davon entfernt, Ausländer für krimineller zu halten als Einheimische. Aber ich weiß von Polizisten, dass es bestimmte Deliktsgruppen gibt, die fest in der Hand von Zuwanderern und Flüchtlingen sind. Ich glaube, dass die Bevölkerung ein Anrecht darauf hat, dazu Informationen zu haben. Aber in vielen Bundesländern werden dazu nicht einmal Statistiken geführt.

    • Alexander Droste Antworten

      Es mag kriminelle Banden mit Migrationshintergrund geben, ganz unbestritten. Und kluge Leute halten das auch auseinander, wer rechtschaffene Leute sind und wer nicht. Aber es gibt leider auch eine breite Masse, die es sich bequem macht mit Pauschalverurteilungen. Denen sollte man kein Frühstückshäppchen alla „Islamische Fundamentalisten“ oder „Türkischstämmige Schläger“ oder „Rumänische Diebesbanden“ servieren. Es gibt zu viele Leute, die nicht unterscheiden können zwischen Roma, die hier ganz normal wie wir leben und arbeiten und solche, die so ganz „traditionell“ leben. Ich habe mal die prominentesten Beispiele herausgegriffen.
      Ich stelle mich gerne schützend vor die anständigen Ausländer. Die nicht anständigen können gerne verduften. Nur unterscheide ich nicht nach Nationen.

  3. Hans Wolfgang Schumacher Antworten

    Ich möchte grundsätzlich korrekt und vollständig informiert werden. Ich möchte nicht, dass Nachrichten und Meldungen durch das Weglassen von Informationen zu Ethnie der Täter und Täterinnen Dumpfbacken – tauglich zensiert werden.

    Wenn also der Drogenhändler ein Afrogermane war, will ich das ebenso wissen, wie dass die Klaukindergang aus Schweden kommt. ( Oder etwa doch nicht aus dem Norden? )
    Und wenn sich herausstellen sollte, das eine bestimmte Ethnie dazu neigt sich auf bestimmte Straftaten zu spezialisieren, so ist auch diese Information wichtig.

    Ob durch das Weglassen des ethnischen Hintergrundes in einer Meldung die Vorurteile in der breiten Masse beseitigt werden halte ich für zweifelhaft.
    Ein absolut schlichtes Gemüt lässt sich auch auf diese Weise nicht von seinen Vorurteilen heilen.

  4. Gisbert Britz Antworten

    Ach, das sehe ich weniger tragisch. Journalisten besuchen eine Journalistenschule, und da lernen sie, wie man einen Artikel journalistisch „aufmacht“. Tunlichst mit Foto, mit Teaser, keine Wiederholungen. Es gibt sogar einen ganzen Katalog mit Synonymen.

    Eine Mail, ein Brief muss einen Betreff haben. Mein Enkel meinte sogar, dass ein Witz eine Überschrift haben müsse.

    Eine Bevölkerung, die die Maßnahmen der Regierung ablehnt“ wird immer moniert, „wähle ein anderes Wort“.

    Der Bezirksbauführer Bonnekau aus Dellbrück war bekannt dafür, dass er jeden Artikel des KStA sezierte und wütende Leserbriefe wegen Verhunzung der deutschen Sprache an die Redaktion schrieb. In einer Prüfungsarbeit hatte ich geschrieben, dass die Interessen der Bevölkerung und die Interessen der Verwaltung in Übereinstimmung gebracht werden müssten. Ich wurde zu Bonnekau zitiert. Eine Stunde diskutierten wir, dann kam Interessen der Bevölkerung und Belange der Verwaltung heraus.

    Die Admins der Stadtmenschen versuchten, uns zu perfekten Journalisten zu erziehen. Der ganz brauchbare Admin Stefan änderte Teaser, Überschrift und Bild bis zu dreimal ab.

    Ferguson hat nun mal traurige Berühmheit erlangt, weil die schwarze Bevölkerung bei der Polizei „schlechte Karten“ hat. Da hat das Wort „Afro-Amerikaner“ seine Bedeutung.

    Ich bin Techniker. Für mich ist Volt Volt, Watt Watt, Hitler Hitler. (dreimal rot unterstrichen)
    Hat es wirklich Sinn, wegen eines einzelnen Wortes eine riesige Diskussion anzufangen? Ist ein Stinkefinger eine Katastrophe? Wer kann überhaupt Ukrainisch? Vielleicht hat der griechische Finanzminister über die deutschen Grünen gesprochen.

    Der Postillon behauptet sogar, dass Giannis Varoufakis seit Geburt gar keinen rechten Mittelfinger hat.

    Merkel ist Bundeskanzlerin, CDU-Vorsitzende, Angela, Ändjie, Muddi, Ostdeutsche, evangelisch, kinderlos, pummelig, Fake-Darstellerin in Paris, Putin-Nichtversteherin.

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