Bundesfamilienministerin Manuel Schwesig (SPD) will sich nun für 24-Stunden-Kitas stark machen. Das sind Kindergärten, in denen Eltern ihre Kinder abgeben, damit sie dort den kompletten Tag verbringen, ihre Mahlzeiten bekommen und auch übernachten. Damit steht ein neuer Höhepunkt im Bemühen um die vollständige Verstaatlichung der Kindererziehung in Deutschland bevor. Nur noch die Berufstätigkeit der Eltern und ihr Streben nach Selbstverwirklichung zählen, was gut für das Kind ist, interessiert Leute wie Frau Schwesig nicht, die sich, nebenbei bemerkt, damit komplett in den Dienst der ökonomischen Erfordernisse stellt. Man solle ihr den Titel „Bundesfamilienministerin“ endlich aberkennen. Was fehlt jetzt noch? Vielleicht die Sieben-Tage-Kita, wie es sie in der DDR gab? Oder man nimmt Eltern die Kinder grundsätzlich gleich nach der Geburt weg, damit sie ihre Eltern nicht so beim Geldverdienen stören.

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Dieser Artikel wurde 32 mal kommentiert

  1. Verena Von Buch Antworten

    In Sparta wurden schon mal die Kinder frühzeitig den Eltern weggenommen. Das hat langfristig nicht geklappt.

  2. Werner Kübler Antworten

    Nach meinen Erkenntnissen gibt es einen Unterschied zwischen Kitas und Eltern.
    Die 24h Öffnung von Kitas kommt den Eltern entgegen, die ihre Arbeitszeiten nicht zu den Zeiten haben die ideal wären.
    Wenn ich zwischen 8:00 und 13:00 arbeite reicht mir heute der Kita Platz. Wo bleibt der AG der mich auch so einstellt? Arbeiten sie aber 14:00 bis 22:00 haben sie schon im Vorfeld die ganze Verwandtschaft eingespannt, sofern sie welche vor Ort haben.
    Sie arbeiten aber als alleinerziehende Mutter im 3 Schicht Modell haben sie verloren.
    Nicht jeder kann sich HartzIV leisten. Was nun Herr Kelle?

    • Klaus Kelle Antworten

      Lieber Herr Kübler,

      Sie haben natürlich recht mit dem Verweis auf starre Kita-Zeiten, die den Bedürfnissen berufstätiger Eltern nichts nutzen. Wir selbst haben das mit unseren Kindern erlebt, die ab dem 3. Lebensjahr auch in der Kita waren. Ich kenne auch Mütter, die Riesenzoff mit der Kindergartenleitung hatten, weil es nicht einmal möglich war, ein Kind am Geburtstag des eigenen Vaters einfach so zu Hause zu behalten. Meine Meinung ist, dass dies viel flexibler gestaltet werden muss. Insoweit sind wir d’accord, denke ich.

      Allerdings versuche ich, das ganze Thema nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit und Berufstätigkeit der Eltern zu betrachten, sondern vom Kind her. Ich habe es oft bei anderen, aber auch unseren Kindern erlebt, was morgens los war, wenn „Abgabe“ an der Kita-Tür war mit Heulen und Schreien, weil Zwei- oder Dreijährige eben nicht von ihren Eltern getrennt werden wollen. Oft hat dann eine Erziehering das tobende Kind festgehalten, während die Eltern schnell zur Tür herausgehuscht sind. irgendwann nehmen es die Kleinen dann hin, weil sie merken, dass sie es nicht ändern können. Kinder in dem Alter brauchen optimalerweise Vater und Mutter, wenn es nicht anders geht, einen von beiden. Einen Zweijährigen regelmäßig für 24 Stunden in staatliche Obhut abzugeben – das halte ich persönlich für falsch im Sinne des Kindes.

      Beste Grüße, Klaus Kelle

  3. Jürgen Backhaus Antworten

    Danke für die schnelle Reaktion auf diesen Blödsinn, Herr Kelle. Ich hatte die Hoffnung das Sie dieses so kommentieren würden, ich bin auch der gleichen Meinung. Es kann nicht sein das heute beide Elternteile sosehr in die Arbeitswelt integriert werden, das das Kind abgeschoben werden muss. Es wundert mich nicht, das wir in Deutschland eine so niedrige Geburtenrate haben. Ein Kind gehört in den ersten Jahren seines Lebens in die Familie und nicht in die Kita. Übrigens wird der Beruf der Erzieher und Erzieherinnen durch eine solche Regelung auch nicht unbedingt attraktiver und die Kosten würden sich auch erhöhen, aber die werden ja nicht vom Bund getragen, sondern von den Kommunen, die sich dann wieder bei den Bürgern bedienen werden.

  4. Helmut Zilliken Antworten

    Bundesfamilienministerin? Für welche Familien? Homofamilien mit und ohne Adoption? Geschwisterfamilien? Für welchen Bund? Gehöre ich diesem Bund auch an? Mit meinen Steuergeldern oder sind das dann alles Selbstzahler? Wird Claudia Roth dann als PR Berater hinzugezogen? Ungeklärte Fragen ohne Ende….

  5. Markus Meder Antworten

    Diese Frau und ihre Ideen sind einmal mehr nur indiskutabel. Es spricht für die immer stärker werdenden antidemokratischen Kräfte in unserem Land, dass gerade solche Ideen, die in totalitären Staaten landläufig sind durch Vertreter unserer Politkaste salonfähig gemacht werden sollen. Wenn ich noch ein paar Jährchen jünger wäre, müsste ich ernsthaft überlegen diesem Land den Rücken zu kehren, wie es bereits schon viele helle deutsche Köpfe tun.

  6. Matthias Seifert Antworten

    @Werner Kübler
    Natürlich haben Sie Recht. Der Satz „Das sind Kindergärten, in denen Eltern ihre Kinder abgeben, damit sie dort den kompletten Tag verbringen, ihre Mahlzeiten bekommen und auch übernachten.“ führt in die Irre. Aber so lässt sich halt der Bogen zu „DDR“ und „Kinder wegnehmen“ konstruieren.

    Gehen wir mal völlig ideologiefrei von der realen Situation alleinerziehender Menschen aus. Weil es einen Bedarf gibt, wurden Öffnungszeiten von Geschäften und Zeiten für Serviceangebote ausgedehnt und vorher bestehende Schutzregeln abgeschafft. Marktkonforme Demokratie. Mittagsschicht oder gar Nachtschicht abzulehnen, kann zum Verlust des Arbeitsplatzes führen.

    Kitas finanziell zu unterstützen, die auch ein Angebot für diese Zielgruppe vorhalten, ist sinnvoll.

    Das Problem scheint mir vorgelagert zu sein.

    • Klaus Kelle Antworten

      Lieber Herr Seifert,

      und gehen wir mal völlig ideologiefrei von der realen Situation kleiner Kinder aus! Müsste eine Familienministerin nicht daran arbeiten, flexiblere Arbeitszeitmodelle für Eltern zu entwickeln, statt die Kinder wegzuorganisieren? Das ganze System „Familienförderung“ in Deutschland ist im Kern darauf ausgerichtet, Eltern die Kinder wegzuorganisieren. In Krippen, in Ganztags-Kitas in Ganztagsschulen – weg, weg, weg, die stören nur bei Geldverdienen und Selbstverwirklichung. Ich denke, das ist der falsche Weg.

      Beste Grüße, Klaus Kelle

      • Matthias Seifert Antworten

        Ja.

        Und bis das bei allen Arbeitgebern durchgesetzt ist brauchen wir auch flexible Kitazeiten.

        Und dann – das meinte ich mit vorgelagert – gesellschschaftliche Wertschätzung, auch finanzielle, von Familienarbeit.

        Ach, und wenn ich gerade beim Ausschütten der Wunschtüte bin, eine Betrachtungsweise, die sich von der Mittelschichtenorientierung mal kurz löst und auch Kinder aus der Unterschicht oder Migrantenkinder in 3. Gerneration aus Duisburg-Marxloh in den Blick nimmt.

        Die Welt ist manchmal ziemlich komplex.

  7. Dorothea Hohner Antworten

    Herr Kelle, danke, genau das. Die Kinder in die Hand des Staates, damit man sie umerzieht von Anfang an, das kann es nicht sein. Meinst kinderloses Gezücht will uns erklären, wie man Kinder großzieht, es reicht. Kinder gehören in eine Familie, und nicht in irgendwelche Kitas, ich sage Kindergärten.

  8. Jobob Antworten

    Frau Hohner: Der Staat umerzieht die Kinder? Aha, von was zu was denn? Und welches „kinderlose Gezücht“ erklärt wie man Kinder erzeiht? Meinen Sie die (zumindest offiziell) kinderlosen kath. Pfarrer & Bischöfe? „Kinder gehören in die Familie“ – wie wollen Sie das bewerkstelligen? KITAs verbieten, und Frauen müssen Kinder zu Hause erziehen, notfalls bei Strafe? Sorry, meine Sie nicht, dass die Inbetriebnahme des Gehirns vor dem kommentarschreiben angebracht wäre?

    • Klaus Kelle Antworten

      Herr/Frau Jobob,

      ich empfehle, Sie werfen einen Blick in den Bildungsplan der baden-württembergischen Landesregierung zu Umerziehung und Frühsexualisierung von Schulkindern. Da steht alles drin.

      Beste Grüße, Klaus Kelle

      P. S. Ich kenne tatsächlich eine Menge katholischer Pfarrer, die kinderlos sind.

      • Jobob Antworten

        Guten Tag Herr Kelle,
        scheinbar sind Sie der gleichen Meinung wie Frau Hohner: Nach empfohlenem Blick in den Bildungsplan: da stehen da unter Akzeptanz sexueller Vielfalt so Dinge drin wie:
        „Schülerinnen und Schüler haben einen vorurteilsfreien Umgang mit der eigenen und anderen sexuellen Identitäten“, „Schülerinnen und Schüler reflektieren die Darstellung von Geschlechterrollen und sexueller Vielfalt in Medien und Werbung und entwickeln eine Sensibilität für Stereotype“ oder „Schülerinnen und Schüler nehmen Gewalt- und Mobbingsituationen in digitalen Medien als Verletzung der Menschenrechte wahr und erkennen, dass der Einsatz für potentielle Opfer auch in digitalen Medien ein wesentlicher Bestandteil von Zivilcourage in einer pluralen Gesellschaft ist.“

        Also zu „Frühsexualisierung“ habe ich nichts gefunden, zu „Umerziehung“ auch nichts. Vielleicht nennen Sie mal die entsprechenden Stellen.
        PS: Herr Jobob

        • Klaus Kelle Antworten

          Hallo Herr Jobob,

          es beginnt damit, dass ich mich frage, ob es Aufgabe des Staates ist, bereits Grundschüler zur Akzeptanz sexueller Vielfalt zu erziehen. Toleranz natürlich, nicht nur, wenn es um Sex geht. Aber Akzeptanz? Warum? Unter dem Oberbegriff „Bildungsplan“ finden sie natürlich nichts über die Details, insofern habe ich mich zu oberflächlich ausgedrückt. Entscheidend sind die Unterrichtsmaterialien, mit denen die grün-roten Umerziehungsphantasien realisiert werden sollen – in BW ebenso wie in Niedersachsen, NRW und anderswo. Aus Gründen der Zeitökonomie verweise ich an dieser Stelle mal auf einen ausführlichen Beitrag zu diesem Thema in der FAZ, den Sie hier finden. Darin sind auch einige konkrete Beispiele genannt.

          • Jobob

            Hab ich nun gelesen – allerdings gehts da um Schulen* und wir redeten bisher von Kindergärten. KITAs war das Thema. Also weiß ich immer noch nicht, zu was diese Kinder umerzogen werden sollen. Michael unten meint zu „linientreuen Jasagern“. Mir fehlen irgendwie die Hinweise dazu, ein Beispiel wo so lienientreue Jasager produziert werden. Ich kenne zwar Kindergärten hier in Bayern, die (meist) katholisch geprägt sind und dies den Kindern auch nahebringen – aber hauptsächlich linientreue Jasager kommen da zumindest nach meiner Beobachtung nicht raus** – ich habe bei den ursprünglichen Beitrag von Frau Hohner vermutet, dass sie diese konfessionsgebunden KITAs meint („kinderloses Gezücht“ —> kath. Pfarrer & Bischöfe? und Frau Schwesig ist ja auch gläubig, würde also passen).
            Also evtl. in Hamburg zu linientreuen SPD-Wählern? („sozialistische Umerziehungeinrichtungen“) Ja dann hatten sie Erfolg. Ähnlich wie in Bayern. Siehe**

            *nicht dass ich mich da völlig raushalten will, aber bleiben wir doch erst mal beim Thema KITAs, darum geht es ja auch bei Ihrem Artikel. Wenn ich mich speziell zu Erziehung in Schulen mitteilen wollte, würde ich dies schon machen.

            **da kann ich mich natürlich irren und es wird denen schon beigebracht, CSU zu wählen. Würde dann super funktionieren.

  9. Felix Becker Antworten

    Ich finde, dass man sich immer und immer wieder vor Augen halten muss, was Olaf Scholz (SPD) einmal sagte, nämlich, dass wir (=die SPD) die Lufthoheit über den Kinderbetten erringen will.“
    Dies als in die Realität umgesetzte Vision fände ich unerträglich. Die einzige Möglichkeit Kindern vor Ideologien fernzuhalten ist doch eine möglichst lange Erziehung in der Hauptprägungsphase durch das und im Elternhaus.
    Das wäre für mich dann ein unterstützungswürdiges politisches Ziel!

  10. Michael Antworten

    Es geht nicht darum, dass die Kinder beim Geld verdienen “stören“.
    Es geht darum, die Kinder schon frühzeitig dem Einfluss der Eltern zu entziehen. In sozialistischen Umerziehungseinrichtungen sollen linientreue ja-Sager geformt werden, die keine unangenehmen, oder gar systemkritische Fragen stellen.
    Die Eltern hingegen werden so viel arbeiten müssen, um ihr Leben und das der staatlichen Schmarotzer zu finanzieren, dass sie keine Kraft haben um unangenehme Fragen zu stellen!

  11. Hans-Georg Streubel Antworten

    Was wären wir für ein tolles Land und was wären wir insgesamt für eine tolle Gesellschaft, wenn seitens der Politik die Familien und deren Förderung wieder in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Entwicklungen gestellt würden. Was wären wir für ein tolles Land, wenn Kinder wieder in den zentralen Mittelpunkt politischer Verantwortlichkeiten gestellt würden. Aber was machen wir in Deutschland? Kinder werden geboren und nach einer kurzen Übergangszeit krabbelnderweise mit Pampers ausgestattet in irgendwelchen tendenziösen Kitas geparkt. Wie geht das dann weiter? Kinder kommen in irgendwelche Heime und dann in verwahrloste Ganztagsschulen. Der Bezug zu den Eltern ist in der Konsequenz nicht mehr in der notwendigen Weise gegeben. Kinder verlieren die Bindung und auch die Orientierung zu Vereinen und anderen Einrichtungen, die für die soziale Entwicklung unabdingbar sind. Ein vorurteilsfreier Blick nach Schweden und Norwegen ist anzuraten. Dort kann man lernen, wie soziale Verantwortung und soziale Kompetenz vermittelt wird. Wir leben in Deutschland in einer Art Diaspora. Wie schön wäre es, wenn sich der Gesetzgeber einmal daran erinnern würde. Solche hirnrissigen und absurden Vorschläge von Frau Schwesig, die keine Kamera auslässt, würden sofort Adabsurdem geführt. Was macht der brave Deutsche? Der diskutiert tatsächlich so einen familienfeindlichen Gedanken.

  12. Christian Köster Antworten

    Das Problem ist dramatisch geht aber de facto noch viel tiefer. Im Grunde wird damit noch die Schieflage des deutschen Arbeitsmarktes unterstützt die Familien außerstande setzt von einem normalen Gehalt auch normal zu leben. Heute MUSS oft ein zweites Gehalt her um über die Runden zu kommen. Da stören die Kinder beim Geldverdienen…

  13. S. v. B. Antworten

    Wer Distanz sät, wird Gleichgültigkeit ernten. Ich fürchte, dass sehr früh, häufig und/oder längerfristig in Krippen/Kitas „entsorgte“ Kinder später einmal ihre Eltern nur zu bereitwillig in Fremd-Gewahrsam geben werden. Die emotionale Entfremdung der Generationen, welche die zu frühe, regelmäßige und längerfristige Abkoppelung schon der Allerjüngsten von Mutter und Vater unweigerlich nach sich zieht, muss und wird auch das familiäre Verantwortungs- und Pflichtgefühl massiv schädigen.

  14. Alexander Droste Antworten

    Wie viele Eltern würden solche Einrichtungen nutzen und weswegen? Ich sehe noch keinen Untergang des Abendlands und auch keine kommunistische Umerziehung. Wegsperren zum ungestörten Geldverdienen klingt krass. Aber das nennt sich Internat. Allerdings bin ich dagegen, dass dieses die Allgemeinheit zahlt.

  15. Andreas Schneider Antworten

    „Familie ist da, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen“.

    So das Titelbild Manuela Schwesigs auf ihrem Facebook-Account.

    Wenn ich das richtig interpretiere, sind Kinder demnach aus Elternsicht keine Menschen. Anders herum: da die PflegerInnen (!) der Kitas Verantwortung für die überantworteten Zöglinge Anderer übernehmen, wird die Kita zur Familie.

    Als „Familien“ministerin eine komlette Fehlbesetzung.

  16. St.Ex Antworten

    Was heißt hier Eltern? Es sind die Erzeuger, aber doch keine Eltern (mehr), wenn sie ihren Nachwuchs 24 Stunden am Tag anderweitig unterbringen.
    Wenn man das will sollte man auch so konsequent sein und gleich den „Lebensborn“ wieder einrichten, dort zeugen und gebärden die „Eltern“ und danach geht’s in die staatliche Erziehungsmaschinerie. Die Jugend endet, wie wir es schon mal hatten bei der „HJ“ oder den „Jungen Pionieren“. Vielleicht findet man heutzutage aber auch eine andere Bezeichnung und eine andere Farbe für die Fahne, aber eins ist sicher, es wird im gleichen Fiasko enden.

  17. Wolfgang Brosche Antworten

    Die paulinische Sexualpathologie, die bis heute das Christentum und insbesondere die gegen jede Wissenschaft völlig immune katholische Kirche beherrscht, hat dazu geführt, daß Erzkonservative den völlig unsinnigen Begriff der sogenannten „Frühsexualisierung“ erfunden haben.
    Es ist ein Kampfbegriff der Rechtskatholiken/Evangeliban, die in bewußter Verdrehung der Tatsachen damit gegen alles, was ihnen im Bereich der tatsächlichen Sexualität nicht paßt, agitieren. Vor allem geht es Ihnen, Herr Kelle, um das verlogene katholische Familienbild, das Sie als Maskulist natürlich befürworten, da es Ihnen nutzt. – Das ist aber alles schon ungezählte Male diskutiert worden…
    Tatsächlich betreiben Sie und Ihre Frau Birgit nichts anders als einen Normierungsdiskurs mithilfe des windigen Katholizismus – in der Tat verlieren Sie und Ihresgleichen angesichts der begrüßenswerten liberalen Veränderungen durch Frauen- und Kinderrechte, der Ehe für alle, der liberalisierten Abtreibung und der sexuellen Selbstbestimmung etwas Wichtiges: nämlich Ihr Privileg sich besser, gerechter, sauberer zu fühlen und damit legitimiert zur Beherrschung des Diskurses. Ihr Recht sich selbst aufzuwerten, indem sie anderen abwerten. Das ewige Geschwätz der Reaktionäre Ihres Schlages vom Untergang des Abendlandes – oder wenigstens des eigenen Landes – aufgrund eines herbeiphantasierten Sittenverfalls verbirgt eben nur dies: die Sehnsucht nach Selbstaufwertung durch Abwertung des Lebens anderer, ja durch dessen Verteufelung!
    Der französische Religionskritiker Gerald Messadié beschreibt diesen widerlichen Vorgang in seinem Buch „Teufel, Satan, Luzifer“ so:
    „Alles, was die Norm übersteigt, ist des Teufels. Hier stoßen wir auf eine Spielart des Neids, denn alles, was `zu´ ist, zu schön, zu gut, zu intelligent, zu mutig, zu unschuldig, ist diabolischer Natur, ja muß es sein. In seiner Mittelmäßigkeit sieht der Mensch es nicht gern, wenn der Nachbar eine Kuh, ein Schwein, einen Apfelbaum, ein Kind hat, die schöner, größer, begabter sind als die eigenen. Da muß gewiß ein Pakt mit dem Teufel dahinter stecken. Es ist das Hirngespinst der ewig zu kurz Gekommenen, die es nicht ertragen können, wenn der Kochtopf des Nachbarn besser gefüllt ist als der eigene.“ – Das beschreibt den Normierungswahn von Leuten Ihrer Couleur besonders gut – Sie können es nicht ertragen, daß andere anders leben als Sie (oft genug nicht gar materiell besser). Es sollen alle so zaghaft, verdruckst, sexualängstlich und machoväterlich sein wie Sie. Im speziellen Falle der 24-Stunden-Kitas begreifen Sie nicht einmal, wie viele Eltern (ob allein, zu zweit oder zu mehreren, jawohl!) sich krumm legen müssen für ihre Kinder und dankbar sind, wenn es solche Angebote gibt. Unser Wirtschaftssystem, das gebannt auf das ewige Wachstum starrt so wie Sie Katholiken ebenso gebannt auf die angebliche Erlösung produziert die tatsächlichen Schieflagen, die Sie und Ihresgleichen im Hosenlatz der Menschen suchen.
    Aber um die Gnadenlosigkeit dieses inzwischen unmenschlichen Wirtschaftssystems geht es Ihnen ja auch gar nicht, Sie Zementunternehmer der Moral; Sie wollen für alle den sittlichen Gleichschritt und sind sogar klammheimlich froh, daß es Menschen gibt, die da nicht mitmarschieren, damit Sie diese als Negativ-Beispiel anführen können, um Ihre Lebensweise als bessere zu präsentieren. Da verstehen Sie sich ja prächtig mit Ihrer Gattin.

    • S. v. B. Antworten

      Sehr geehrter Herr Brosche,

      Ihr Kommentar kocht und dampft ja nur so vor Aggression!

      Warum nur diese Wut, warum der persönliche Angriff auf Herrn und Frau Kelle? Wahrscheinlich sind die beiden – und Abermillionen andere Menschen hierzulande auch – mit der nach Ihrer Lesart „erzkonservativen“ Haltung glücklich und zufrieden? Vielleicht leben die beiden im traditionellen Familienverband mit ihren Kindern ein zufriedenes, erfülltes Leben? Schmeckt Ihnen das nicht? Nur zu oft erlebe ich, dass Leute mit einer zeitgeistig coolen und aufgeklärten (oder abgeklärten?) Geisteshaltung imponieren wollen. Im Grunde ihres Herzens jedoch bleiben sie mitunter ein Leben lang verzweifelt Suchende. Traurig. Ein gewiss nicht immer problemloses, jedoch stets konservativ geprägtes familiäres Umfeld sowie eine von ebensolchen Werten bestimmte Schulzeit haben mir jedenfalls eine tragende Basis fürs Leben und die nötige Resilienz für dessen Turbulenzen mitgegeben. Dafür bin ich zutiefst dankbar. Sie hingegen klingen frustriert, weder überzeugend, noch selbst von Ihren Ausführungen überzeugt, ja einfach nur unglücklich. Schade.

      • Jobob Antworten

        Herr oder Frau S.v.B.,
        Herr Brosche hat gewiß hart kritisiert, aber Herr Kelle ist diesbezüglich auch nicht gerade die Zurückhaltung in Person. Was mich bei Ihnen aber wundert, Sie unterstellen Herrn Brosche einfach Neid und Frust und Imponiergehabe. Kann man nicht kritisieren, hier auf dem blog, wo Denken als Maxime gefordert ist, ohne dass diesem menschliche Minderwertigkeiten unterstellt wird? Sind Sie Ferndiagnosiker?

        • S. v. B. Antworten

          Nein, aber schon der Diktion eines Kommentators kann man, ein gewisses Maß an Sensibilität sowie einige Lebenserfahrung vorausgesetzt, erstaunlich viel entnehmen.

      • Wolfgang Brosche Antworten

        Allerwerteste, leider stolpere ich erste heute über Auslassungen! Aber sei´s drum, sistrum – das sistrum, Werteste, ist eine antike Knarre!
        Und so klingt es auch, was Sie da schreiben, nicht antik, aber kasernenhofknarrend – und Sie erweisen sich als typische Vertreterin des Patriarchats (das leider Frauen durch Erziehung zementieren) – Sie haben Recht, nur die Familie, die Sie erfahren haben, ist das Richtige, alles andere ist schlecht und macht alle anderen auch zu schlechten Menschen!
        Glückwunsch, wenn Sie mit Ihrer Papa-Mama-Kind-Familie zufrieden waren; AAaber, Werteste, lassen Sie sich mit dem Alten Fritz sagen „suum cuique“ – jedem das Seine. Ich kann und will mit Ihrer Familie nichts anfangen.
        (Ach, der gute Tolstoi: alle glücklihen Familien sind gleich!) Lassen Sie mir meine Beziehungen und den anderen die ihren und pressen Sie nicht jeden in Ihr Schema; wenn Sie es noch nicht gemerkt haben sollten, aber Konservative verstehen unter merken nur den erhobenen Zeigefinger, schon Friedrich war weiter als Sie und gewiß ein Konservativer! – Es ist immer ganz typisch für die Denkschäbigkeit Ihrer Couleur, nur von sich, aber auch nur von sich ausgehen und alle anderen daran zu messen! – Meren Sie gar nicht wie Sie mich unter Ihre Glücksphantasie, die IHNEN gegönnt sei, knuten wollen – Sie sind ja gar nicht am Glüc anderer interessiert – sondern nur am eigenen und deshalb sollen alle so werden wie Sie, Madame l´egoiste!
        DARUM geht es hier, Sie Geistesgröße! – Wie können Sie sich erdreisten, mir vorzuwerfen, ich sei unglücklich weil ich nicht so denke und lebe wie Sie. Nein, werte Von, den Schuß haben Sie wirklich nicht gehört. Das war zutiefst schäbig und kleinkariert.

      • Wolfgang Brosche Antworten

        Allerwerteste, leider stolpere ich erste heute über Auslassungen! Aber sei´s drum, sistrum – das sistrum, Werteste, ist eine antike Knarre!
        Und so klingt es auch, was Sie da schreiben, nicht antik, aber kasernenhofknarrend – und Sie erweisen sich als typische Vertreterin des Patriarchats (das leider Frauen durch Erziehung zementieren) – Sie haben Recht, nur die Familie, die Sie erfahren haben, ist das Richtige, alles andere ist schlecht und macht alle anderen auch zu schlechten Menschen!
        Glückwunsch, wenn Sie mit Ihrer Papa-Mama-Kind-Familie zufrieden waren; AAaber, Werteste, lassen Sie sich mit dem Alten Fritz sagen „suum cuique“ – jedem das Seine. Ich kann und will mit Ihrer Familie nichts anfangen.
        (Ach, der gute Tolstoi: alle glücklichen Familien sind gleich!) Lassen Sie mir meine Beziehungen und den anderen die ihren und pressen Sie nicht jeden in Ihr Schema; wenn Sie es noch nicht gemerkt haben sollten, aber Konservative verstehen unter merken nur den erhobenen Zeigefinger, schon Friedrich war weiter als Sie und gewiß ein Konservativer! – Es ist immer ganz typisch für die Denkschäbigkeit Ihrer Couleur, nur von sich, aber auch nur von sich ausgehen und alle anderen daran zu messen! – Meren Sie gar nicht wie Sie mich unter Ihre Glücksphantasie, die IHNEN gegönnt sei, knuten wollen – Sie sind ja gar nicht am Glüc anderer interessiert – sondern nur am eigenen und deshalb sollen alle so werden wie Sie, Madame l´egoiste!
        DARUM geht es hier, Sie Geistesgröße! – Wie können Sie sich erdreisten, mir vorzuwerfen, ich sei unglücklich weil ich nicht so denke und lebe wie Sie. Nein, werte Von, den Schuß haben Sie wirklich nicht gehört. Das war zutiefst schäbig und kleinkariert.

        • Klaus Kelle Antworten

          Lieber Herr Brosche,

          vielleicht machen Sie mal wieder einen Spaziergang an der frischen Luft? Nicht, dass ich Sie dazu zwingen möchte, natürlich.

          Ich weiß, dass Sie es auf keinen Fall verstehen wollen, aber ich sage es dann halt für die anderen Leser noch einmal unmissverständlich:

          Wie Herr Brosche lebt, wen Herr Brosche liebt oder ob überhaupt – interessiert mich nicht die Bohne.

          Wir leben in einem freien Land, jeder und jede soll sein und ihr Glück finden. Wer wäre der Staat oder wer wäre ich, anderen Leuten Vorschriften zu machen, wie sie leben sollen?

          Ich will den Krippen-Freunden nicht einmal ihre staatlich finanzierten Aufbewahrungsplätze wegnehmen – gehört alles dazu, prima. Ich möchte allerdings eine echte Wahlfreiheit vom Staat garantiert bekommen, in der auch die traditionell erziehenden Eltern in den Genuss von Förderung kommen. Freiheit! Herr Brosche, das scheint etwas zu sein, mit dem Sie nicht zurechtkommen.

          Aber auch das darf man natürlich….

  18. Jörg Ritter Antworten

    Der Vorschlag Frau Scheswig den Titel abzuerkennen ist längst überflüssig. Noch besser:in die Wüste schicken.
    Sie ist drauf und dran das letzte bisschen Familienkultur bei uns auszurotten, diese Ministerin hat Ihren Job nicht verstanden.
    Sie arbeitet kontraproduktiv und trägt so sicher dazu bei das die Deutschen noch schneller aussterben.
    Jörg Ritter

  19. Tina Hansen Antworten

    Leider habe ich diesen wunderbaren Blog erst entdeckt, als ich im Zuge der Ausbreitung deutscher Willkommenskultur nach einer Oase zur Erholung suchte. Deshalb bin ich spät mit meinem Beitrag. Ich möchte hinweisen auf eine Untersuchung aus dem Jahre 1959, angefertigt und veröffentlicht in Ost-Berlin. Die Medizinierin Eva Schmidt-Kolmer, die als bedeutendste Krippen-Forscherin der DDR galt, stellte fest, dass sich bei Kindern in Tageskrippen die „körperliche und psychische Entwicklung … im Durchschnitt schneller und günstiger … als in der Wochenkrippe“ vollzieht. Die Studie konnte publiziert werden. Die DDR fuhr in der Konsequenz und aufgrund zahlreicher praktischer Erfahrungen das Programm der Wochenkrippen (wir sagen: 24-Stunden-Kita) daraufhin zurück.

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