Die Alternative für Deutschland (AfD) ist für viele Konservative in diesem Land zu einer politischen Hoffnung herangewachsen. Nach dem Wahlerfolg in Sachsen besteht kein Zweifel, dass die eurokritische Partei auch in Brandenburg und Thüringen in die Landtage einziehen wird. Die neueste Wahlkampfaktion des brandenburgischen Spitzenkandidaten Alexander Gauland weckt allerdings ernsthafte Zweifel, ob die AfD sich zu einer konservativen oder auch liberalen Partei entwickelt. „Liebe Wähler der Partei ‚Die Linke‘“ beginnt ein Werbebrief, in dem es dann weiter heißt: „trotz aller Meinungsverschiedenheiten verbindet uns manches“. Die Übereinstimmung von Parteichef Lucke mit der Linksaußen-Politikerin Wagenknecht wird hervorgehoben, wenn es um Euro und Sanktionen gegen Russland geht. Und dann wird es richtig lustig: „Sicherheit und Ordnung schätzen Sie wie wir und für Grenzkriminalität haben Sie so wenig Verständnis wie die AfD. Und was die DDR angeht, so finden wir Kinderbetreuung und Ärztehäuser nicht weniger sinnvoll als Sie.“ Ist das tatsächlich die Meinung der Konservativen in Deutschland? Oder der Liberalen? Sicherheit und Ordnung à la StaSi und Mauerschützen? Verstaatlichung der Kindererziehung? Fahnenappelle und Militärübungen für Kleinkinder? Es ist ekelhaft, wie sich hier ein Politiker bei den Nachfolgern der SED-Staatspartei und ihren Wählern anbiedert. So ein Brief von einem CDU-Kandidaten, und die Anhänger der AfD würden durchdrehen. Und Gauland ist nicht irgendwer, er gehört zur Parteispitze, ist Vordenker. Das kann man nicht mal so eben abtun.

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