Gerade mit dem Axel Springer Award ausgezeichnet, nutzte der Multimilliardär Peter Thiel (58), ein gebürtiger Frankfurter und Mitgründer von PayPal und Palantir sowie Miteigentümer von Facebook und Spotify, die Gelegenheit, um die deutsche Medienlandschaft als zu linkslastig („linke Hassfabrik“) zu kritisieren. Auch die deutsche Wirtschaft bekam ihr Fett weg, als Thiel über die den Unterschied zwischen Amerikanern und Deutschen sagte:
„In den USA haben neun dieser zwölf Menschen ihr Vermögen selbst erwirtschaftet. In Deutschland haben alle 20 von 20 ihr Vermögen geerbt. Kein Einziger hat etwas Neues geschaffen, neues Vermögen erwirtschaftet oder ein großes neues Unternehmen aufgebaut, das sich entsprechend skalieren lässt.“
Eine bittere Wahrheit, die der dynamische Trump-Unterstützer aussprach: „Früher gab es in Deutschland diese Fähigkeit, bedeutende neue Unternehmen aufzubauen. Es gab den Mittelstand, aber auch sehr viel größere Unternehmen, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden – und selbst noch in der Zeit nach 1945. Doch seit 1995 ist diese Fähigkeit wirklich weitgehend verloren gegangen.“
22 Kommentare
„linke Hassfabrik“
Hab ich so präzise auch noch nicht gehört. Trifft es ziemlich genau.
Vielleicht liegt der Grund für die Unterschiede zwischen Amerika und Deutschland schlicht darin, daß hierzulande alles gleich mehrfach bis zum Erbrechen doppelt und dreifach reguliert und geregelt ist, auf Länder-, Bundes- und EU-Ebene,mit anschließender ausführlicher Dokumentation in vierfacher Ausfertigung, die dann irgendwo bis zum Sanktnimmerleinstag in unzähligen Ordnern verstaubt und niemals gelesen wird.
Zeitaufwand und Kosten ohne Ende – für absolut NICHTS.
Aktuelles Beispiel: Die Emmericher Rheinbrücke, mit einer Gesamtlänge von 1228 M. wurde im Jahr 1962 in drei Jahren gebaut. 2019 begannen die Renovierungsarbeiten und waren für 4 Jahre geplant. Diese Planung wurde aktuell großzügig bis 2031 verlängert. Grund u.a.: Europaweite Ausschreibungen für jeden Nagel der dort irgendwo eingeschlagen wird.
Die Taizhou Brücke in China mit einer Gesamtlänge von 6800 M. war in schlappen 5 Jahren von 2007-2012 fertig gestellt und für den Verkehr freigegeben. Noch Fragen?
Wie heißt doch gleich das Land, in dem Baufirmen deutlich mehr Geld vom Staat für ihre Arbeit bekommen, wenn sie pfuschen – ääh: schneller fertig werden ??
Amerika ist das Land der Freiheit, einer Freiheit, die wir in Deutschland nicht kennen.
Hier darf man zum Beispiel nicht heizen, wie man möchte. Es gibt unendliche Vorschriften zum Bau eines Einfamilienhauses.
Der Staat will mir vorschreiben, was ich esse, ob ich rauche, aber ich darf mein Geschlecht wechseln! Was ich nicht darf, ist, jemanden als den ansprechen, der er oder sie ist.
Initiativen werden madig gemacht, zerbröselt oder verboten.
Dazu ein Beispiel: Vor kurzem las ich einen Bericht über Pflegeheime, deren Leitung die Bewohner und deren Familien mehr in den Tagesablauf einbindet. Dieses Vorhaben wird als Test äußerst kritisch beobachtet und muß von irgendwelchen Institutionen und Behörden genehmigt werden, falls es weiter geführt werden soll. Trotz offensichtlicher Verbesserung für die Gepflegten und Kostenersparnis für die Familien ist eine Genehmigung sehr fraglich.
Es ist m.E. schon sinnvoll, daß hierzulande nicht jeder bauen kann, wie er will. Allein aus Sicherheitsgründen kann nicht alles erlaubt sein, Stickwort Gasheizung oder Stromleitungen.
Das Problem ist m.E., daß hier alles ÜBERreguliert ist, bis in die letzte Ecke im Dachwinkel.
Das oftmals angekündigte „Ausmisten“ von Vorschriften und Regularien hat noch nie funktioniert, auch unter Stoiber war es ein Rohrkrepierer.
Was die Mitwirkung von Pflegepatienten oder Familienangehörigen anbetrifft, so ist immer die Haftungsfrage ( „WAS, WENN … ?“) das immer gern vorgeschobene Problem.
Es könnte ja evtl. u.U. ggf. möglicherweise dies oder das passieren – und WER trägt dann die Verantwortung ( und vor allem: die Kosten ! ) ?
Wir stehen uns oft selbst im Weg und die Hauptbedenkenträger haben oft, zu oft, leichtes Spiel.
Und nachdem die SPD ihr Nein hur Pflegereform angekündigt hat, wird es sicher auf Sicht nicht einfacher.
Endlich einmal jemand, der die Wahrheit über die gegenwärtige Lage des deutschen Unternehmertums bzw. Wirtschaftswesens schonungslos ausspricht. Die Kunde erreicht uns von einer der weltweit erfolgreichsten Unternehmer-Persönlicheiten. Aber, aber, verehrter Herr Thiel – niemand wird Deutschland dazu verpflichten, ja nicht einmal dazu anhalten können, seinem bekannt innigen Verhältnis zur Bürokratie endlich abzuschwören. Allzu gerne steht man sich selbst und seinen Vorhaben im Weg. All dies wird durch die Brüsseler Bürokratie noch intensiviert. In den USA kennt man derlei kaum oder gar nicht. Dort lautet die Devise: einfach machen! Was durch die fortschreitende Digitalisierung an Zeit gewonnen wird, geht diesseits des Atlantiks, explizit in Deutschland, allzu oft schon beim dem nächsten Schritt wieder verloren. Hinzu gesellt sich die gegenwärtig besonders verbreitete Null Bock-Mentalität, gepaart mit der Tendenz, sich auf anderen Feldern auszutoben. Der Sinn für Vergnügungen und Abwechslungen aller Arten sind umso lebendiger. schließlich noch nicht verloren gegangen. – Sie könnten wohl, die Deutschen, aber sie wollen wohl nicht mehr. Keine zukunftsträchtige Haltung in einem Land, welches vor noch nicht allzu langer Zeit noch stolzer Export-Weltmeister. Davon ist kaum noch etwas vorhanden.
Ein homosexueller Tech-Milliardär, der sich für LGBT-Rechte wie same sex marriage einsetzt und mit seinem Mann zwei Kinder aus einer Leihmutterschaft großzieht, erscheint auf „Denken erwünscht“ als Stimme für mehr wirtschaftliche Freiheit. Wenn das mal kein passendes Tagebuchwort zum Sonntag ist 😉
Gerade als Investor hätte ich mir von ihm aber gewünscht, den Hauptgrund zu hören, warum viele bahnbrechende Innovationen in Deutschland ersonnen, dann aber in den USA umgesetzt werden, und mit ihnen neue Unternehmen. Stichwort Risikokapital, das die deutschen scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Oder auch wie Elon Musk mit Tesla die E-Mobilität revolutionierte während man sich in Deutschland über Jahre in ein ideologisches Ringelrein Verbrenner vs. E-Autos begab.
Und dann sind da noch die Regulierungen hierzulande. Auch das wieder ein typisches Beispiel unserer kognitiv dissonanten Diskussion hierzulande. Jeder ruft nach Bürokratieabbau aber kaum, dass dieser einen selber beträfe, wie der Bau einer Umgehungsstraße, Hochspannungstrasse oder eines Windrades in entfernter Sichtweite des eigenen Häuschens, ruft man „nein“. Gerade hier sollte Peter Thiel die aktuellen Proteste in den USA wahrgenommen haben, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft von Wohngebieten riesige KI-Zentren aus dem Boden gestampft werden und die Anwohner Sturm laufen wegen enorm hoher Lärmbelästigung, gegen die jene von Windkraftanlagen wie ein leises Säuseln erscheinen.
In Deutschland nicht möglich. Dank Bauvorschriften.
Es hat alles seine zwei Seiten.
Äääh – sorry, WAS bitte hat „der Bau einer Umgehungsstraße, Hochspannungstrasse oder eines Windrades“ mit Bürokratieabbau zu tun ??
Was verstehen Sie daran nicht?
Welchen Teil meiner Frage haben Sie nicht verstanden ?
Was Sie an dem Zusammenhang von übermäßigen Bauvorschriften und Einspruchsmöglichkeiten als Teil von Bürokratie nicht verstehen.
„ Jeder ruft nach Bürokratieabbau aber kaum, dass dieser einen selber beträfe, wie der Bau einer Umgehungsstraße, Hochspannungstrasse oder eines Windrades in entfernter Sichtweite des eigenen Häuschens, ruft man „nein“.“
Ah ja …
@H.K.
Wenn die Leute nicht mehr so viel meckern würden, gäbe es weniger Bürokratie…..
😉
@ Gerd Franken
Sehr richtig. Respektive: Gäbe es weniger Bürokratie, würden die Leute vielleicht sogar noch mehr meckern, aber es würde wichtige Bauvorhaben nicht mehr auf Jahre hinaus verzögern.
Weil in einem sind und waren wir Deutschen schon immer Weltmeister: im Meckern.
Stimmt.
Und dazu gibt es ja spätestens seit Merzens Amtsantritt nun gar keinen Grund mehr.
Was war eigentlich zuerst da? Das Meckern oder die Bürokratie?
Mein Vater (Jahrgang 1930) war übrigens ein typischer Deutscher. Der hat gearbeitet bis zum Umfallen…..ich hab ihn niemals meckern gehört.
„Doch seit 1995 ist diese Fähigkeit wirklich weitgehend verloren gegangen.“ Hat Peter Thiel auch erläutert, warum ausgerechnet seit Mitte der 90er diese Fähigkeit verloren ging?
@Markus Helmreich
Im Jahr 1994 übernahm eine gewisse A. Merkel das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Kabinett Kohl, für 4 Jahre. Weißte Bescheid.
Einer der wenigen Kardinalfehler von Helmut Kohl …
Keine Sorge, auf allen MS-Kanälen wird die Preisverleihung an Peter Thiele madig gemacht. Dabei wird teils tief in die Trickkiste gegriffen. Alles was die stramm links verlegte Medien-Spur verlässt, hat im Grunde keine Daseinsberechtigung mehr. Nicht, dass wir noch mehr als ohnehin schon um „unsere Demokratie“ bangen müssen…
„Nicht, dass wir noch mehr als ohnehin schon um „unsere Demokratie“ bangen müssen…“
Ach was, laut Steinmeier sind wir AfD Wähler doch nur „Vulgärdemokraten“.
Wir sind also: auf abstoßende Weise derb, unanständig oder ordinär.