Pfeift endlich ab! Jeder Tage des Gemetzels ist nur noch sinnlos. Es ist entschieden…

Seit zweieinhalb Monaten wird in der Ukraine gekämpft, zerstört, gemordet und vergewaltigt. Und es ist kein Ende abzusehen. Die zu Beginn noch gewaltige russische Streitmacht, die scheinbar übermächtig den Nachbarstaat innerhalb weniger Tage in die Knie zwingen werde, gibt es nicht mehr. Die Zahl der Gefallenen ist auf beiden Seiten exorbitant, denn die Ukrainer wollen ebenso wie die anderen Europäer eines ganz gewiss nicht: jemals wieder unter der Herrschaft Moskaus ihr Leben fristen. Lieber tot als rot – dieser Satz aus Zeiten des Kalten Krieges hat heute wieder Konjunktur überall in Europa, besonders in den früheren „Bruderstaaten“ Osteuropas, die aus eigener leidvoller Erfahrung wissen, wie das ist, wenn Moskau bestimmt, wo es langgeht.

Heute Morgen haben sich Finnlands Präsident Sauli Niinistö und Ministerpräsidentin Sanna Marin in Helsinki offen für einen NATO-Beitritt ihres Landes ausgesprochen. In den kommenden Tagen wird der Aufnahmeantrag abgegeben. Schweden, da habe ich keinen Zweifel, wird folgen. Deutschland hat die Abhängigkeit von russischem Erdgas inzwischen auf 35 Prozent heruntergedrückt. Ohne russisches Gas geht weiterhin wenig im Moment noch, aber die Bundesregierung handelt erstaunlich konsequent. Wirtschaftsminister Robert Habeck hat am Morgen seine Pläne vorgestellt hier

Und nehmen wir an, es gelänge Russland tatsächlich noch, große Teile der Ukraine zu erobern. Wie wollen sie dieses so entschlossene Volk jemals in den Griff bekommen? Wenn eines mal klar ist. Diese Ukraine wird sich Moskau niemals mehr beugen.

Wenn wir es mal nüchtern betrachten: Putins Russland wird immer darauf heruntergebrochen, dass es eine starke Atommacht ist. Ja, zweifellos. Und wenn der Kreml Atomwaffen einsetzt, ist der Konflikt nicht mehr beherrschbar. Wer zuerst schießt, stirbt als Zweiter. So einfach ist das. Ob Putin das tatsächlich wagt, kann keiner von uns wirklich einschätzen.

Ansonsten ist das Ukraine-Abenteuer des Moskauer Möchtegern-Imperators ein einziger militärischer und strategischer Flopp.

Putin hat den Krieg begonnen, um die NATO in seinem Umfeld zurückzudrängen. Und die ist heute so stark und geschlossen, wie nie zuvor. Russland wollte wieder auf Augenhöhe mit den westlichen Wirtschaftsmächten zurückkehren, aber er ist nur noch ein Paria, den niemand mehr will und niemand mehr braucht.

Im Internet liest man von Hobby-Strategen, China und Indien werden jetzt für Moskau in die Bresche springen. Nix werden die, vielleicht preiswertes Öl und Gas kaufen, das sonst keiner mehr haben will. Aber nicht aus Sympathie für Putin, sondern um Vorteile für die eigene Bevölkerung herauszuholen. Als würden sich Staaten wie die beiden asiatischen Giganten von einem Herrn Putin die Welt erklären lassen, dessen Armee in zehn Wochen nicht in der Lage ist, die Hafenstadt Mariupol zu erobern.

Zerstören, ja, das können sie. Morden, vergewaltigen, das hat schon 1945 funktioniert. Aber das russische Alternativmodell – das will nun endgültig freiwillig niemand mehr haben. Inzwischen gibt es sogar erkennbar Absetzbewegungen der Serben, die ohnehin mit einer Mitgliedschaft in der EU liebäugeln.

Russlands Ansehen in der Welt ist auf einem nie gesehenen Tiefpunkt angekommen, Russlands Wirtschaftsmodell ist zerstört. Dazu 25.000 tote russische Soldaten, hunderte Panzer und Fahrzeuge zerstört, abgeschossene Kampfflugzeuge und Hubschrauber, die auf den ukrainischen Feldern herumliegen, und ukrainische Soldaten, die in Deutschland an den modernsten Haubitzen der Welt ausgebildet werden. Einsatz in etwa drei Wochen. Und die Flugshow bei Putins Parade am 9. Mai? Abgesagt wegen „schlechter Wetterbedingungen“. Haben Sie Bilder von der Parade gesehen? Sonne, blauer Himmel war dort…

Man muss kein Militärwissenschaftler sein, um das unfassbare Desaster Russlands im Ukraine-Feldzug zu erkennen. Hoffen wir, dass es jetzt schnell beendet wird. Das Töten muss endlich aufhören, die Feinheiten sollen die Diplomaten vereinbaren. Und dann muss eine neue Sicherheitsarchitektur her, auf verbindlichen Regeln basiert, die natürlich Russland einbinden muss. Damit auch an der östlichen Seite Europas Zustände herrschen, wie auf allen anderen Seiten. Zivilisierte Zustände. Und ein freundschaftliches Miteinander.

Und ganz sicher wird Wladimir Putin nicht mehr dabei sein. Nie mehr

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Dieser Artikel wurde 36 mal kommentiert

  1. Johannes Antworten

    „Putin hat den Krieg begonnen, um die NATO in seinem Umfeld zurückzudrängen.“

    Ja, von dieser Erklärung habe ich auch schon gelesen und halte sie für plausibel. Denke aber auch dass Putin nicht erwartet hat, dass Finnland & Schweden sich der Nato anschließen werden. Da hat er sich verkalkuliert.

    Damit dreht sich nun die Eskalationsspirale schneller, was selbstredend keine Kritik an den beiden Nato-Beitrittskandidaten ist. So ist der Lauf der Dinge.

    Putin hat mit dem künftigen Nato-Mitglied die Nato nun als direkten „Nachbarn“. Sein Albtraum, den er mit dem Ukraine-Krieg abwenden wollte, wird nun schneller Realität als gedacht.

    Der Frieden in Europa ist noch gefährdeter.

  2. GJ Antworten

    Ihr Wort in Gottes Ohr, sehr geehrter Herr Kelle. Wenn die Grobheiten und Feinheiten im Stil des Diplomaten Melnyk ausgehandelt werden, wird das eher nichts werden. Hätte ich einen Porzellanladen, er hätte Hausverbot.

  3. Ruth Antworten

    Ich hoffe nur, das alle, die plötzlich dieses grenzenlose Vertrauen in diesen Selensky haben, der seine Rolle zugegebener maßen erstklassig spielt, nicht ernüchtert werden. Ich vertraue diesen Ukrainischen Politikern nicht. Die Wortwahl des Botschafters sollte eigentlich viele aufrütteln.

    Ich halte Lieferungen von Waffen und Rüstungsgütern in ein Kriegsgebiet für falsch.

    Auch hier gilt, wer hat welches Motiv?
    Es könnte schon längst Frieden sein, wenn sich Selensky erklären würde, Nato- und EU Neutral zu bleiben, aber nein, er will ja am liebsten die sofortige Mitgliedschaft erzwingen, und die gute Uschi springt schon – wieviel EU Steuergelder schon in die Richtung geflossen sind, will ich gar nicht wissen.
    Wer hat ein Motiv, dass Rohstoffe nicht mehr aus Russland bezogen werden, sondern nur noch überteuert aus anderen Quellen, ganz nachhaltig natürlich und so umweltschonend und umweltfreundlich.
    Wer finanzierte die Ukraine, damit diese neuen Quellen ihre Rohstoffe verkaufen?

    Auch fast makaber, dass derzeit gerade die am lautesten nach Waffenlieferungen und Fortführung des Krieges schreien, die selbst nie gedient haben, die selbst nie im Krieg waren.

    Es ist zu komplex, und man macht es sich da etwas einfach, immer nur aus altem Hass heraus auf den bösen Russen zu schimpfen.

    • S v B Antworten

      Was eine baldige, wenn nicht gar umgehende EU-Mitgliedschaft der Ukraine angeht, lässt wenigstens Frankreichs Präsident Macron noch hoffen. In Sachen EU-Beitritt dieses Landes scheint er, im Gegensatz zu dem Heer übereifriger Befürworter, einen kühlen Kopf zu behalten, indem er das Zeitfenster für den Beitrittsprozess wieder in ein realistisches Zeitfenster gerückt hat. Ich nehme nicht an, dass er sich diesbezüglich umstimmen lassen würde. Vermutlich steht er mit seiner Einschätzung auch nicht gänzlich alleine dar in EU-Europa. Wenn man in Brüssel schon der unumstößlichen Ansicht ist, dass Mitglieder wie Polen und Ungarn nicht spuren, darf man sich gar nicht erst ausmalen, wie sich dies im Falle eines EU-Mitgliedslandes Ukraine gestalten könnte. – Wenn der Krieg wirklich ein rasches Ende finden soll, müssten wohl als erstes weitere Waffenimporte unterbleiben. Was sollte die auch von ukrainischer Seite betonte Dringlichkeit eines Imports, wenn die Kampfhandlungen ohnehin nicht länger fortgeführt werden sollen? – Dass der Westen, insbesondere jedoch Deutschlands politische Akteure sich zur Zeit durch besonders besonnene, vernünftige Gedankengänge auszeichnen würden, kann nicht wirklich mit voller Überzeugung behauptet werden. Ich mag allein das ständige Gekeife gegen Russland nicht, Angriffskrieg hin oder her, Keifen und ständige persönliche Beleidigungen des russischen Staatschefs gehören sich dann doch nicht. Biden musste diesbezüglich auch schon mehrfach von seinen Aufpassern zurückgepfiffen werden, wie man weiß. Und dass sich selbst ein Herr Schäuble einen Vergleich Putins mit Adolf Hitler nicht scheut, finde ich auch ziemlich daneben. Letzterer war mit Sicherheit eine „noch ganz andere Nummer“, als Putin, um es – dem Ernst der Sache nicht ganz angemessen – salopp zu formulieren. Ich vermisse die kühle staatsmännische Ratio, die Vernunft also, welche in hochkomplexen, ja schicksalhaften politischen Gemengelagen wohl immer Gefühlslastigkeit stechen wird. – Übrigens, gerade vorhin habe mir ein wieder ein Buch gekauft, von dessen Inhalt ich mir weitere Informationen und Einsichten bezüglich Geopolitik verspreche. Geopolitik ist ein wahrhaft faszinierendes „Terrain“. Und man kann sich auch auf diesem Gebiet wohl nie schlau genug machen. Vor allem immer dann nicht, wenn die aktuelle Lage der Dinge immer unübersichtlicher zu werden scheint. – Für Interessierte: Josef Braml, Die transatlantische Illusion, erschienen München 2022.

      • H.K. Antworten

        Ich muß gestehen, daß ich weit, sehr weit, davon entfernt bin, auch nur annähernd als „Putin-Versteher“ oder womöglich „Kriegsbefürworter“ oder „Kriegsbegründer“ zu gelten.

        Aber wie bereits an anderer Stelle hier gesagt wurde: Unsere direkten und indirekten Nachbarn in Europa und der Welt können wir uns weder wegwünschen noch wegzaubern.

        Trotz Krieg, Vergewaltigungen, Morden, Vertreiben und sonstiger Greuel: Wir werden auch in Zukunft, nach dem Krieg, der hoffentlich bald beendet ist, miteinander auskommen müssen.

        Ob die nächsten hundert Jahre noch dieselben Präsidenten bzw. Staatslenker am Ruder sind, wage ich zu bezweifeln.

        Und ich wage zu bezweifeln, daß nach Putin alles besser wird.

        Wenn die „Zeitung mit den vier Buchstaben“ bereits gleich nach Kriegsbeginn schrieb, sie werde Putin künftig nicht mehr als „russischen Präsidenten“ bezeichnen, sondern als „Tyrann“ und „Despoten“, wenn ein US-Präsident und andere ( auch deutsche ) Politiker ihnmals „Kriegsverbrecher“ bezeichnen, so mag das alles zwar verständlich sein, aber es fragt sich, inwieweit es klug und vorausschauend ist.

        „Man sieht sich immer zweimal im Leben“.

        Ich ergänze dann immer etwas sarkastisch:

        „Das erste Mal, um sich kennenzulernen.
        Das zweite Mal, um sich zu entschuldigen“.

    • H.B. Antworten

      Verstehe ich Sie richtig, liebe Ruth, dass Sie mit einem russischen Siegfrieden in der Ukraine gut leben könnten?

    • Hildegard Dr. Dr. Königs-Albrecht Antworten

      Es gibt Fakten, die nicht öffentlich zum Thema gemacht werden, die aber sehr verstören:

      2014 haben die USA den Maidan mit 5 Milliarden Dollar unterstützt. Aus reiner Menschenliebe?

      US-Außenminister Baker am 9.2.1990 im Katharinensaal in Moskau: „Die Nato wird ihren Einflußbereich nicht einen Zentimeter nach Osten ausdehnen.“

      Außenminister Genscher in der Evangelischen Akademie Tutzing: „Eine Ausdehnung des Nato-Territoriums nach Osten, näher an die Grenzen der Sowjetunion, wird es nicht geben.“

      Welche Interessen verfolgt die US-Regierung, die in den letzten Jahrzehnten viele Kriege geführt hat?

  4. GOTT Antworten

    Wenn da ein toter Soldat ist, im Kampf gestorben, von brachialen Waffen zerfetzt, ein Russischer, ein Ukrainischer, ein Deutscher, ein Amerikanischer, dann lache nicht und fühle keine Genugtuung. Dann denke an seine Mutter, die ihn geboren, genährt, gewickelt und umsorgt hat, damit er stark wird die Familie zu versorgen. Denke an sie, wie sie weint um ihren Sohn. Denke auch an den Vater, der mit ihm gespielt, ihn gemahnt, getragen und gelehrt hat, damit er ein kluger und warmherziger Mensch wird. Denke an ihn, wie er um seinen Sohn weint. Nimm den toten Soldaten von der gegnerischen Partei in den Arm und weine um ihn, er war so gut wie du. Denke daran, wofür er gekämpft hat. Er tat es aus dem selben Grund wie du. Er kämpfte nicht für die Freiheit und den Frieden. Er kämpfte für die Macht von Menschen, die ihn nicht lieben.

    • H.-J. P. Antworten

      Seinen Kommentar als „Gott“ zu signieren, finde ich schon sehr schräg.
      Aber Ihre Sicht der Dinge ist beeindruckend, gerade in unserer Zeit, in der ständig zum Hass aufgerufen wird.
      Hass gegen anders Denkende, Hass gegen „Klimaleugner“, Hass gegen politische Parteien und natürlich auch Hass gegen Russen usw. usf.
      In der DDR war der Hass gegen den Klassenfeind Staatsdoktrin und „wer nicht für uns ist, ist für den Krieg“.
      Irgendwie habe ich sehr oft den Eindruck einer Neuauflage.
      Und ich muss auch nicht immer, wenn ich an an einzelne Maßnahmen Deutschlands bezüglich des Ukrainekrieges Kritik übe, in meiner Argumentation voranstellen, dass ich den Überfall auf die Ukraine missbillige.
      Natürlich bin ich, wie jeder normal denkende Mensch, gegen diesen Krieg und muss es nicht immerfort bestätigen.
      Also lieber Kommentator – Ihr Wort von jeder Kanzel gesprochen, würde sicherlich einige Denkanstöße bewirken.

      • gerd Antworten

        Wir wissen doch, was Gott real zu uns gesprochen hat: „Liebt eure Feinde, tut Gutes denen die euch hassen!“

  5. S v B Antworten

    Meine Güte – erscheint die Werbung mit den „entzückenden“, der Wirklichkeit wohl recht gekonnt nachempfundenen Spielzeug-Panzern von Banggood.com gerade nur auf meinem Bildschirm oder auch bei allen anderen? Selten habe ich eine Anzeige so unangemessen, so total daneben, empfunden wie diese, gerade jetzt. Also gleich weg damit, selbst wenn sie sich gut bezahlt machen sollte. Panzer aller Arten sehen wir notgedrungen schon seit Wochen zur Genüge. Leider! Da kann man auf Werbung für Mini-Panzer, also Kriegsspielzeug für Groß und Klein, gut verzichten. Sowas braucht doch kein Mensch. Und Kinder schon gar nicht. Nee, wirklch…

    Ich hoffe, dass Sie mir meine kritischen Worte nicht übel nehmen, lieber Herr Kelle. Selbst in größerer Distanz zum eigentlichen Geschehen wird man wohl zunehmend „kriegsmüde“. Kriegsmüde insofern, als auch die Seele des Menschen, der den Verlauf des Krieges nur aus der Ferne verfolgt, durchaus unter den Vorgängen leidet. Leidet, weil er Mitleid mit den Betroffenen vor Ort empfindet. Und weil er sich dem Kriegsgeschehen in der Ferne völlig machtlos gegenüber sieht. Und das kann und wird manchem empfindsamen Menschen mit der Zeit spürbar zu schaffen machen. Man wehrt sich innerlich vehement und kontinuierlich gegen das, was in der Ukraine passiert. Hält ein solcher Zustand länger an, wird er letztlich auch die Seele eines „aus der Ferne zugeschalteten“ Beobachters zermürben. Und das selbst dann, wenn hier die Sonne lacht, die Blumen blüh’n und die Vögel munter singen. Man sähe den Krieg lieber heute als morgen beendet, würde am liebsten alle Beteiligten vor Ort am Verhandlungstisch anketten und so von ihnen zumindest einen sofortigen Waffenstillstand zu „erpressen“. Gleichzeitig jedoch das traurige Eingeständnis, dass es einem selbst sowohl an Gelegenheit, als auch an der Handhabe mangelt, um genau dies zu erwirken. Ohnmachtsgefühl pur. Vielleicht verstehen Sie, was ich meine.

  6. gerd Antworten

    „Zerstören, ja, das können sie. Morden, vergewaltigen, das hat schon 1945 funktioniert.“

    Wen meinen Sie denn genau damit Herr Kelle? Die Russen hatten 27 Millionen Opfer im 2. Weltkrieg zu beklagen. Das ist etwas mehr als die Hälfte der gesamten Todeszahl.

    • Tina Hansen Antworten

      Es war reiner Zufall, dass ich mich ausgerechnet zu Beginn des Ukraine-Krieges beruflich mit der sog. Enterdungsaktion beschäftigen musste, auch als Sonderaktion 1005 bezeichnet. Unter dieser Bezeichnung firmierte das Exhumieren der Massengräber der zuvor von den Deutschen ermordeten Juden und Kriegsgefangenen sowie die Verbrennung der exhumierten Leichen.
      Die Aktion wurde in den Jahren von 1942 bis 1944 unter Leitung des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete vorwiegend in der Ukraine und in Polen durchgeführt. Alle an der Aktion beteiligten Einheiten erhielten die Bezeichnung „Sonderkommando 1005“. Sie erhielten Unterstützung von Einheiten des Sicherheitsdienstes und der Ordnungspolizei. Im Einzelnen sah das so aus: Die zum entsprechenden „Arbeitseinsatz“ herangezogenen Gefangenen mussten u.a. bei Babyn Jar am Stadtrand von Kiew die Massengräber ausheben und die Leichen der zwei Jahre (!) zuvor Ermordeten mit Eisenhaken herausheben. Z.T. waren die Leichen verschiedener Menschen zu einem Klumpen verschmolzen und mussten in Teile auseinandergerissen werden. Die Leichen wurden nach Zahngold und versteckten Schmuckstücken durchsucht und dann verbrannt, wofür sie z.B. auf Rosten aus Eisenbahnschienen oder gewaltigen Scheiterhaufen aufgeschichtet wurden. Die unbrennbaren Überreste wurden in Knochenmühlen zermahlen und in alle Winde verstreut.
      Die zu dieser Tätigkeit eingeteilten Männer wurden von den Einsatzkommandos als „die Figuren“ bezeichnet und nach Abschluss ihres Einsatzes ebenfalls ermordet und verbrannt.
      Weitere Details erspare ich uns allen.

      Damit kein Missverständnis aufkommt: Die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen durch die Rote Armee beim Vorrücken in den Westen sind ein Verbrechen, das viel zu wenig thematisiert worden ist! Aber wir als Deutsche sollten doch vorsichtig sein, im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg mit dem Finger auf andere Völker zu zeigen. Vier Finger zeigen zurück.

      Im Übrigen teile ich den Wunsch, dass der aktuelle Krieg so schnell wie möglich beendet wird.

      • Gerd Rau Antworten

        Man sollte akzeptieren, das sich die Zeiten geändert haben. Natürlich sind diese Verbrechen schlimm, aber die Gefahr das so etwas zur Zeit von Deutschland wieder ausgeht liegt bei null. Verbrechen sind Verbrechen, egal wer sie begeht und wenn man Verbrechen nicht benennt dann macht man sich mitschuldig.

        • Tina Hansen Antworten

          Das ist richtig, Gerd Rau. Ich beziehe mich in meinem Kommentar deshalb absichtlich nur auf den Satz:

          „Zerstören, ja, das können sie. Morden, vergewaltigen, das hat schon 1945 funktioniert.“

          Vielleicht wurde das nicht ganz deutlich.

        • H.K. Antworten

          @ Gerd Rau

          „ … aber die Gefahr das so etwas zur Zeit von Deutschland wieder ausgeht liegt bei null.“

          „Setz mich hinter das Lenkrad eines Autos, und ich bin ein anderer Mensch“.

          Etwas abgewandelt möchte ich sagen „Lass mich in einen Krieg ziehen, und ich werde zum Tier“.

          Wenn man(n) ( frau selbstverständlich nicht ) bereits hinter einem Lenkrad und ( zumindest bei hoffentlich geschlossenen Scheiben ) bei leichtem Stress schon zu Gesten und Bezeichnungen gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern neigt, derer man sich ansonsten eher nicht befleißigt, wenn vermeintlich das eigene bißchen Leben auch nur annähernd bedroht sein könnte wie z.B. bei der Love Parade in Duisburg, wo zahlreiche Menschen von anderen, mit denen man sich vorher in den Armen lag und gemeinsam gefeiert hat, totgetrampelt wurden, wie wird es dann erst in einem ( hoffentlich nie stattfindenen ) Krieg in diesem Land aussehen, wenn nicht immer und überall gut ausgebildete, moralisch einwandfrei eingestellte Vorgesetzte eine Horde von testosterongesteuerten, in jeder Hinsicht ausgehungerten jungen Soldaten aus aller Herren Länder führen sollen ?

          Krieg führt zu Verrohung. Bei den einen schneller, bei anderen dauert es etwas länger.
          Und da kann es durchaus – nicht nur bei den Russen – passieren, daß ein Vorgesetzter – plötzlich und unerwartet – erschossen wird.

          Nicht vom Feind, sondern von hinten.

          • S v B

            Nicht nur ein Krieg würde so manches wahre menschliche Gesicht entblößen. Man darf wohl annehmen, dass selbst ein etwas länger anhaltender, totaler Blackout ins Chaos führen würde. Auch in einer solchen Situation, die uns – bisher jedenfalls – erspart geblieben ist, könnten sich wohl nicht einmal wenige Zeitgenossen in veritable Monster verwandeln. Mit allen nur vorstellbaren Konsequenzen. Die wohlbekannte lateinische Redewendung homo homini lupus fasst diese beklemmende Tatsache in nur drei Wörtern zusammen. Unter Mega-Stress, in anhaltenden Notsituationen oder anderen Ausnahme-Situationen kommt es eben noch weitaus häufiger vor als sonst, dass der Mensch seinem Mitmenschen zum Wolf wird. Allerdings bin ich der Ansicht (siehe meinen ersten Kommentar), dass der Mensch mit seiner „einzigartigen Gabe planbarer und vorsätzlicher Grausamkeiten“ den Wolf, aber auch alle anderen nicht-menschlichen Kreaturen meilenweit hinter sich lässt.

          • H.K.

            Wenn ich lese, daß sich erwachsene Menschen angesichts der letzten Olivenölflaschen oder Nudeln im Supermarkt prügeln ( als es noch den wahren „Schlußverkauf“ sommers wie winters gab, kam es auch an den Grabbeltsichen mitunter zu tumultartigen Szenen ), so fragt man sich schon, was wäre in einem wirklichen Krieg oder auch „nur“ bei einem Blackout in diesem schönen „zivilisierten Abendland“ los.

            Gutes Beispiel für völligen Sinneswandel, freilich ohne Tumulte, ist die für mich wundersame Wandlung der Grünen bzgl. ihrer Haltung zu Waffen und Soldaten.

          • S v B

            Die Grünen erweisen sich gerade jetzt, da sie in Regierungsverantwortung gelangt sind, als ziemlich unberechenbar. Eine Erkenntnis, die Angst macht. Was könnte nicht alles noch auf dieses Land im Allgemeinen und die ebenso zahl- wie arglosen Grünen-Fans im Besonderen zukommen? Die Grünen-Wähler werden sich mit allen anderen wohl schon bald gründlich umschauen. Und letztlich vielleicht dann doch das Kasterl verdammen, in das sie auf ihrem Wahlzettel vor nicht einmal einem Jahr ihr Kreuzerl gesetzt haben. Die Grünen sind ungestüm, sie wollen meist alles und das möglichst auf einmal. Zu dieser Attitüde passt die prekäre Lage, in welcher sich zur Zeit nicht nur ganz Europa findet, allerdings kaum. Ob man denen solche Einsichten überhaupt vermitteln kann? Nicht einmal dem sich neuerdings so staatsmännisch gerierenden Herrn Habeck traue ich über den Weg. Wenn man bedenkt, welch unzumutbare Aussagen dieser Mann in der Vergangenheit schon gemacht hat…

      • S v B Antworten

        Der Mensch war, ist und bleibt wohl auf alle Zeit das grausamste aller Lebewesen. Gar nicht so selten ist er zum allem bereit. Zu allem. Wie oft hat sich dies im Laufe seiner Geschichte schon bewiesen. Es ist wie ein Fluch, der auf den Menschen lastet.

        Zumindest die eine oder andere der „Figuren“ mag ihrer grauenvollen Aufgabe vielleicht unter großer innerer Überwindung sowie starkem äußeren Zwang nachgekommen sein. Deshalb ist nicht völlig auszuschließen, dass manche von ihnen ihrer unmittelbar bevorstehenden Erschießung mit Gelassenheit, ja gar mit Erleichterung entgegen gesehen haben mögen. Wer weiß schon, was in ihnen vorgegangen ist? Unter solch Grauen erregenden Umständen bleibt der menschlichen Seele eigentlich keine Wahl. Sie muss den Körper längst schon vor Eintritt seines physischen Todes verlassen. Wie nur könnte sie solch widerwärtige Handlungen bis zum Schluss bezeugen, wie nur gar daran beteiligt sein?

        Mir fällt es schwer, geeignete Adjektive für das, was Sie uns schildern, zu finden, liebe Tine Hansen. Es gibt wohl keine.

        • Tina Hansen Antworten

          Liebe SvB,

          tatsächlich trägt eines der maßgeblichen Bücher zum Thema den Titel „. Aktion 1005. Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten“. Der Autor Jens Hoffmann zitiert in seinem Titel einen überlebenden Zeitzeugen, der zum Ausdruck bringt, dass es keine geeignete Sprache mehr für diese Hölle auf Erden gab.
          Die zur Exhumierung etc. befohlenen Männer waren ausschließlich Osteuropäer, die von der SS zu dieser „Arbeit“ gezwungen wurden. Die SS selbst beschränkte sich auf die Überwachung dieser „Figuren“, wie sie sie nannte. Man kann darüber spekulieren, dass sie diese Vokabel gebrauchten, um sich selber nicht bewusst zu machen, dass es sich um Menschen – um ihre Mitmenschen – handelte.
          Die Gefangenen wurden nachts in direkter Nähe der Verbrennungsplätze in Erdverliesen gehalten. In Babyn Jar konnte eine Handvoll Männer in der Nacht vor ihrer anstehenden Ermordung fliehen und sich in Kiew und Umgebung verstecken. Sie hatten aus der Tatsache, dass sie an diesem Abend besonders „gut“ verpflegt wurden (mit unüblich großen Mengen gekochter Kartoffeln) interpretiert, dass ihr Ende nun bevorstand. Ihre Flucht wurde durch die Tatsache begünstigt, dass die SS-Wachen sternhagelvoll waren; sie betrieben wohl regelmäßig schweren Alkoholmissbrauch – vielleicht ein Zeichen, dass auch sie die Situation im Inneren kaum ertragen konnten.

          Sorry, das war jetzt in dieser Ausführlichkeit vielleicht doch etwas „off topic“. Oder auch nicht, wenn man Ihre Ausführungen zur menschlichen Natur bedenkt.

          • Tina Hansen

            Korrektur, auch zum besseren Verständnis:

            Der vollständige Titel des zitierten Buches lautet:

            „Das kann man nicht erzählen….“ Aktion 1005. Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten

            „Das kann man nicht erzählen…“ war die Reaktion eines überlebenden Zeitzeugen auf die Bitte, seine Erlebnisse zu schildern.

          • H.K.

            Ich kenne nahezu niemanden, der „Teilnehmer“ am II. Weltkrieg war und darüber großartig referiert hat.

            Sowohl bei meinem alten Herrn als auch bei meinem Schwiegervater bekam ich zwar eine kurze Antwort, aber man merkte deutlich, daß niemand gern über das Thema redete.

            Und das wird schon seine Gründe gehabt haben.

            Trotzdem halte ich es auch hier für absolut falsch, alle deutschen Soldaten als „Die Bösen“ und die Soldaten aller anderen Länder ausschließlich als „Die Guten“ zu bezeichnen.

            Vor allem im Nachhinein weiß sogar ich alles besser.

            Im Kritisieren anderer sind wir Weltmeister.

            Von der damaligen Rundfunk- und Fernsehvielfalt und der Internetsituation gar nicht zu reden …

          • S v B

            Lieber H.K.
            Nichts, aber auch gar nichts liegt mir ferner, als alle deutschen Soldaten des 2. Weltkriegs über einen Kamm zu scheren, sie gar pauschal nieder zu machen. Das können Sie mir wirklich glauben. Seit jeher wende ich mich ab, wenn man, vorzugsweise in speziellen Kreisen, die deutsche Wehrmacht in Bausch und Bogen verdammt und alle Soldaten als Mörder abstempelt. Man darf wohl annehmen, dass die meisten Soldaten seinerzeit, anstatt vielleicht auf Nimmer-Wiedersehen zur Front aufzubrechen, es vorgezogen hätten, zuhause bei ihren Familien zu bleiben und ihrem gewohntes Leben nachzugehen, sprich zu arbeiten, zu studieren, oder was immer.

            Nach dem Krieg gab es nur wenige deutsche Familien, die nicht einen Ehemann, Sohn, Vater oder Bruder an der Front verloren hätten. Meine Familie hatte seltenes Glück. Die Männer kehrten alle unversehrt und relativ rasch nach Kriegsende nach Hause zurück. Nur einen Onkel hatte das Schicksal hart rangenommen. Damals ein blutjunger und dem Vernehmen nach äußerst attraktiver „Typ“, der Schwarm aller Mädels. Er hatte das Pech, in einem brennenden Flugzeug über dem Schwarzen Meer abzustürzen. Wohl unter dem Einfluss eines Schutzengels wurde er auf wundersame Weise gerettet. Aber – er litt unter großflächigen Verbrennungen dritten Grades, welche einen viele Monate dauernden Klinikaufenthalt bedingten. Lange bestand akute Lebensgefahr. Auch seine Augen waren monatelang durch Verbände völlig abgedeckt. Es drohte Erblindung. Durch die massiven und großflächigen Verbrennungen war sein Körper, aber besonders natürlich sein Gesicht fürs Leben schwerst gezeichnet. Heute würde man sagen, dass er wie ein Zombie aussah. Keine Ohrmuscheln, lediglich rudimentäre Spuren einer ehemaligen Nase, vernarbte Lippen, keine Wimpern, keine Brauen, und die sichtbare Haut weitgehend durch die typischen glatt-glänzenden Brandnarben verunstaltet. Kein erfreulicher Anblick, über den ich als Kind jedes Mal wieder erschrak. Welch schwere Schuld dieser junge Mensch wohl auf sich geladen hatte, dass er so vom Schicksal „bestraft“ wurde?

            In den Familien der Kriegsgegner sah es wohl nicht anders aus. Gefallene Ehepartner, Väter, Söhne, Brüder. Massenhaftes, unvorstellbares Leid auch dort. Wirkliche Gewinner gab es im Grunde auf keiner der Seiten. Wenn ein Kriegsgewinn nur unter Inkaufnahme des Verlustes Hunderttausender, ja Millionen von Menschenleben zu haben ist, ist er nichts wert. Könnte man denn wirklich behaupten, dass der Gewinn sich, eingedenk des schier unfassbaren, unendlichen menschlichen Leides wahrhaft „gelohnt“ hätte? Können Gebietsgewinne das viele Leid wirklich wettmachen? Für meine Ohren jedenfalls klänge ein allzu deutliches „Ja“ als Antwort auf diese Fragen beinahe zynisch. Am Ende eines jeden Krieges kann es im Grunde nur Verlierer geben. Immense Verluste an Menschenleben, unvorstellbares Leid, unendliche Trauer, all das lässt jeden Sieg letztlich nichtig erscheinen. Helfe Gott, dass die Menschheit dies eines Tages erkennt und fortan ihr Streben und Handeln nach der gewonnenen Erkenntnis ausrichtet. Wolle Gott, dass die Menschheit so bald als möglich vernünftig wird. Es eilt!

          • H.K.

            Liebe SvB,

            wenn das Thema nicht so ernst und traurig und Ihre Schilderungen nicht so eindrücklich wären, würde ich sagen, ich freue mich, tatsächlich zur Abwechslung selbst einmal einen Literaturtip ( und das sogar gleich in zweifacher Form ) geben zu können.

            Vor langer Zeit ( in der Tat: im letzten Jahrtausend ! ) fielen mir zwei Bücher in die Hände, die sich mehr als deutlich eingeprägt haben:

            1. „Die unsichtbare Flagge“ von Peter Bamm
            2. „Das geschenkte Gesicht“ von Heinz. G. Konsalik.

            M.E. immer noch oder besser: gerade wieder lesenswert.

            Und vielleicht öffnet das Lesen dem Einen oder Anderen das eine oder sogar beide Augen …

          • S v B

            Ein archetypisches Beispiel für die totale Entmenschlichung. Unfassbar.

          • Tina Hansen

            „Ich kenne nahezu niemanden, der „Teilnehmer“ am II. Weltkrieg war und darüber großartig referiert hat.
            Sowohl bei meinem alten Herrn als auch bei meinem Schwiegervater bekam ich zwar eine kurze Antwort, aber man merkte deutlich, daß niemand gern über das Thema redete.
            Und das wird schon seine Gründe gehabt haben.“

            So war es bei uns in der Familie auch, lieber H.K.,. wobei es bei mir die Generation der Großväter war. Der eine, Jahrgang 1914, seit 1934 Berufsoffizier, erzählte von seinem sechsjährigen Kriegseinsatz nur, dass er „in Frankreich“ gewesen sei; einmal bekam ich zufällig mit, wie mein Vater ihn in aufgeräumter Stimmung neckte, er habe u.a. „ein Bordell in Paris“ unter seinem Kommando gehabt. Rudimentär erzählte der Opa von seiner mehrjährigen Kriegsgefangenenschaft in Texas, aus der er Weihnachten 1946 gesund wieder nach Hause kam. Hier erfuhren wir, dass „die Amis“ gut mit den gefangenen Offizieren umgegangen seien – sie durften lesen und Mundharmonika spielen, das Schlimmste seien die ewigen Ketchup-Brote gewesen. Mein anderer Großvater, Jahrgang 1919, beschränkte sich in seinen Erzählungen auf zwei Erlebnisse: Bei Kriegsbeginn, also mit 18 Jahren, habe er sich aus Angst zunächst unter seinem Bett versteckt und musste von seinem Vater hervorgeholt werden. Und dann, in Russland, hätten tagelang vom Fleisch eines erschossenen Pferdes gegessen, um nicht zu verhungern. Ein Nackendurchschuss (als Kinder fanden wir die Narbe interessant) bewahrte ihn vor Stalingrad. Als er viel zu früh am 9. November 1989 nach langer Krankheit starb, konnten wir ihn zu Hause haben und ich erinnere mich noch, dass er in seinen letzten Stunden immer wieder aufs Fenster deutete und „Die Russen kommen, die Russen kommen!“ zu rufen versuchte. Das waren die Stunden, in denen in Berlin gerade die Mauer fiel und meine Oma, verzweifelt und aufgewühlt, zwischen Sterbebett und Fernseher hin und her lief. Unvergesslich.

          • S v B

            Liebe Tina Hansen,
            die so eindrückliche Schilderung der letzten Stunden Ihres Großvaters und der inneren Zerrissenheit der Großmutter, die ihren Mann just zur Stunde überbordender Euphorie durch die letzte Phase seines Lebens begleitete, hat mich tief berührt. Manchmal kommen Freud und Leid im Leben einander erstaunlich nahe.

          • H.K.

            Es wird immer wieder deutlich, daß wenn ein lieber Mensch, ein Angehöriger, der den II. Weltkrieg und seine unmittelbaren Folgen, z.B. als Kriegsgefangener oder auch als „Trümmerfrau“ erlebt hat, gehen muß, wir uns hinterher fragen müssen „WAS wußten wir eigentlich wirklich ? WARUM haben wir viel zu wenig darüber geredet, worüber viele lieber schwiegen ?“

            Sind wir einfach viel zu viel mit uns selbst beschäftigt ?

            Geht es mir allein so ?

          • S v B

            Da meine Eltern früh verstorben sind, hatte ich kaum Gelegenheit, sie zu Deutschlands dunkelster Zeit und ihren ganz persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen während dieser auszufragen. Leider lässt sich Versäumtes in diesem Falle nicht nachholen. Ich musste irgendwann akzeptieren, dass ich darüber nie etwas erfahren würde.

    • H.B. Antworten

      Das Deutsche Reich hat den verbrecherischen Krieg gegen Polen erst dann eröffnet, als ihm durch Stalin grünes Licht gegeben wurde durch den Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23.8.39. Nach einer Karenzzeit von 14 Tagen hat er sich dann an der Zerschlagung Polens und der Unterwerfung Osteuropas beteiligt. Für mich sieht das ganz nach einer Mitverantwortung Stalins für die 27 Millionen Toten aus. Man darf nicht vergessen, dass es zum damaligen Zeitpunkt zwei politische Großverbrecher in Europa gab.

  7. Galle Antworten

    Das Grundübel sitzt nicht in Moskau, auch wenn es derzeit so scheint. Brachiale Tötungsmaschinerie wird alltäglich entfesselt und geschürt vom „Wertewesten“ mit korruptem Geld, mit martialischem Materialismus, gottlosem Darwinismus oder umgekehrt, mit gendergerechtem Sexismus, antirassistischem Rassismus, antifaschistischem Faschismus und antisemitischem Islamismus etc., schlicht Geisteskrankheit.
    NWO, WHO, WEF – pappelapapp – die Gier nach Macht und Anspruch auf alles, ein Menschenbild von Cyborgs und Nutzvieh, das es uneingeschränkt zu kontrollieren, zu gängeln, zu nötigen, zu erpressen gilt mit dem Vorwand des Gesundheitsschutzes. Die Sonne lacht uns aus über „Klimaschutz“, derweil alle Aktivitäten um dessentwillen dem Ansinnen gellenden Hohn spricht. „Naturschutz“ durch Verpesten und Vernichten von allem, was spontan und aus sich selbst heraus entsteht und lebt um des Gewinns willen. Der „Wertwesten“ hat die ganze Welt geistig und physisch vergiftet. Die Ukraine ist nur ein weiteres Opfer von eben diesem Ungeist.

    Wacht auf!

    • H.K. Antworten

      Würden Sie als Fazit ziehen, daß die Menschen im Osten, sprich unter russischer Führung, freier sind, im Denken wie im Handeln, daß sie lieber im russischen, kommunistischen System leben würden als im Westen, unter demokratischem Einfluß ?

      Wenn ja: warum wollen dann alle möglichen Länder unter den NATO-Schutzschirm und weg von Russland ?

      Wenn nein: würden Sie sagen, daß es vernünftige, nachvollziehbare Gründe dafür gibt, daß Rußland seinen weitaus kleineren Nachbarn überfallen hat, mit allen „Nebenwirkungen“, und seine westlichen Nachbarn, sprich Europa und die NATO, mit seinen Atomwaffen bedroht ?

    • Hildegard Dr. Königs-Albrecht Antworten

      Die Schandtaten auf westlicher Seite, die Ziele der sog. amerikanischen Eliten, die Einteilung in „gute“ und „böse“ Menschen oder Nationen durch Medien und Politik dürfen nicht mehr hinterfragt werden.

      Bill Gates und Klaus Schwab, um nur die bekanntesten Figuren zu nennen, sprechen zwar offen über ihre Ideen, auch über künstliche Intelligenz und Transhumanismus kann man sich informieren, und wo die Reise hingehen soll, ist sogar in Shanghai zu studieren, aber unsere Mitbürger machen lieber die Augen und Ohren zu. Mit Angst, Panik und Chaos (Killerviren, Kriege, Klimakatastrophe) werden sie manipuliert, um die abartigen Vorstellungen der Vertreter des „Great Reset“ zu verwirklichen.

      Die Corona-Krise hätte uns aufzeigen können, daß wir seit Jahren einer gewaltigen Propaganda-Maschinerie unterworfen werden, aber nur wenige Mitbürger waren und sind skeptisch genug, Maßnahmen wie Lockdown, Impfzwang und Überwachung zu hinterfragen.

      Jeder Zweifel daran wird als populistisch, rechtsradikal oder gar antisemitisch gebrandmarkt. Jeder Zweifler ist ein Querdenker, Schwurbler und Verschwörungstheoretiker, der mit allen Mitteln mundtot gemacht wird.

      Vom Aufwachen sind wir weit entfernt, aber wenn wir irgendwann aufwachen, werden wir in einer Welt leben, die Aldous Huxley und George Orwell vor vielen Jahren in ihren Büchern vorausgesehen haben.

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