Als ich die erste Meldung zu lesen bekam, dachte ich sofort an eine Flugzeugentführung und an „Flight 93“ vom 11. September 2001.
Jetzt hat der Generalstaatsanwalt in Abu Dhabi bestätigt, dass der Täter an Bord des Fluges „FlyDubai“ nach Tel Aviv am 30. September den Piloten tatsächlich mit einer Notfallaxt angegriffen hat, um die Maschine mit 174 überwiegend israelischen Passagieren an Bord danach zum Absturz zu bringen. Der Angreifer, ein Mann aus dem Oman, hatte wohl nicht mit der Geistesgegenwart des verletzten Piloten gerechnet, dem es mit letzter Kraft gelang, die Tür zum Cockpit aufzustoßen.
Reisende sprangen auf, stürmten die Kabine und überwältigten den Angreifer, ein Reservepilot an Bord, übernahm dann das Steuer und landete die Maschine sicher in in Tabuk in Saudi-Arabien.
Inzwischen sollen alle Passagiere sicher wieder in Israel sein. Der Terror-Omani wird derzeit von Agenten des Mossad und des saudi-arabischen Mabahith-Geheimdienstes verhört. Ich vermute, dass das kein gemütliches Sonntagsfrühstück werden dürfte, und ganz ehrlich: mein Mitleid hält sich in Grenzen.
Was wäre passiert, wenn es sich um eine Maschine mit deutschen Passagieren gehandelt hätte?
Das ist eine interessante Frage.
Ja, ich weiß, das kann man nicht pauschalieren. Wenn da einige auf Urlaubsreise an Bord gewesen wären, die im Nebenberuf zufällig zum SEK oder gar zur KSK gehören, die hätten schon etwas Sinnvolles unternommen. Da bin ich sicher. Aber so Normalreisende?
Der Geschäftsmann, der im Angesicht des Todes mit seinem Smartphone schnell noch ein Aktiendepot umgeschichtet hätte, der Surfer mit dem Regenbogen-Armband, der Soziologie-Student, der mal „Schrietwörker“ werden und „mit Menschen arbeiten“ will? Was wären die bereit zu tun, in so einer lebensbedrohlichen Extremsituation? Ich befürchte gar nichts…
Nach Jahrzehnten der Pussyfizierung ist gerade einmal ein Drittel der Deutschen bereit, im Falle eines kriegerischen Angriffs ihr Land auch mit der Waffe zu verteidigen. Bei den Männern sind es etwa die Hälfte, bei den Frauen nur 15 Prozent, die Älteren würde eher zur Waffe greifen, die Jüngeren eher weglaufen.
Als ob irgendjemand gefragt würde, was er gern möchte, wenn Männer in dunkelgrünen Uniformen ohne Hoheitsabzeichen aber mit Kalashnikows durch die Straßen unserer Städte laufen. Die Naivität eines großen Teils der heutigen deutschen Bevölkerung ist atemberaubend.
In einer Umfrage des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) wurde sogar nach Parteipräferenzen gefragt. Ergebnis: SPD, CDU/CSU und AfD sind mit Abstand die Leute, die versichern, zur Waffe greifen zu wollen, um ihr Vaterland zu verteidigen. Die größten „Schisser“ sind – wenig erstaunlich – die Anhänger der SED/Linke.
Bei der AfD gibt es da noch etwas Lustiges
47 Prozent der Anhänger der AfD wären im Kriegsfall bereit, Deutschland gegen eine militärische Bedrohung zu verteidigen (Union 46%, SPD 52%).
Nur: die tatsächlich größte militärische Bedrohung Russland nehmen die meisten AfDler nicht als Bedrohung wahr. Wenn also „der Russe“ einmarschiert, wird vermutlich der ein oder andere von der AfD mit Winkelementen und Blumen an der Straße stehen. So wie früher…
Ein Kommentar
Und was ist, wenn die größte Gefahr gar nicht von den Russen ausgeht ? Auch wenn ich glaube , dass der Standpunkt im Kreml nicht ausschließlich rationalen Erwägungen folgt , was hätte Putin davon , wenn er seine Armee in Deutschland einmarschieren lassen würde ? Übrigens: Putin wird am Mittwoch 74 .
Oder anders gefragt : Wieviele Deutsche sind in den vergangenen 30 Jahren durch russische Agression getötet worden ?
Wieviele sind islamistischen Angriffen zum Opfer gefallen ?