Verschwunden in Moskau

Gerhard Schröder ist zu Besuch bei seinem Freund Wladimir im Kreml. Schon seit drei Tagen, wenn man den zahlreichen Veröffentlichungen glauben schenkt. Wir wissen, in was für einem Auto er sich mit Blaulicht durch Moskau kutschieren ließ und was seine Frau begleitend getwittert hat. Und was seine Ex-Frau Hillu zu Gerds Friedens-Tour meint. Und wie die SPD das sieht und sogar der DFB.

Nur eins fehlt irgendwie, und das sind Verlautbarungen oder sogar Ergebnisse. Wie verlief das Gespräch? Wo waren sie sich einig, wo nicht? Sind sie immer noch Freunde, die sich gegenseitig zum Geburtstag einladen? Ist der Krieg ab morgen früh vorbei? Das wäre doch wichtig zu erfahren.

Ich finde es wirklich a bisserl beunruhigend, dass unser früherer Bundeskanzler verschwunden ist. Der Kreml-Sprecher hat gestern auf Journalisten-Anfrage erklärt, er habe keinerlei Kenntnis von einem Treffen Putin/Schröder? Wird Gerhard etwa gefangengehalten in einem geheimen Verlies unter dem Roten Platz? Oder schlimmer: Haben sie ihn eingeladen zum Teetrinken?

Das kann doch alles kein Zufall sein. Jemand sollte sich mal darum kümmern…

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Dieser Artikel wurde 9 mal kommentiert

  1. Achim Koester Antworten

    Die Mission Gerhard Schröders sehe ich durchaus positiv. Jeder Versuch, diesen unsinnigen Krieg zu beenden, oder wenigstens einen Waffenstillstand zu erreichen sollte unternommen werden, denn auch, wenn er nichts bewirken sollte, verschlimmert er den Zustand auch nicht. Ich wünsche Herrn Schröder Erfolg, in unser aller Interesse.
    Mich entsetzt aber auch die Aussage einer russischen Freundin, die mir heute in einem Telefonat berichtet hat, dass in Berlin (und wahrscheinlich nicht nur dort) der Pöbel mit zerstörerischer Wut gegen russische Geschäfte, Supermärkte und auch Kleingewerbetreibende, die teilweise seit 30 Jahren hier leben, vorgegangen ist. Ein Pogrom, den ich nur mit der „Reichskristallnacht“ vergleichen kann, den ich aber genau so verwerflich finde, zwar mögen die Beweggründe andere sein, die Schandtaten sind die gleichen. Sicherlich werden die ÖR Medien darüber nicht berichten.

    • S v B Antworten

      Erstaunlich, dass solches Sie noch verwundern kann, werter Achim Köster. Nach allem, was in den vergangenen Tagen so kommuniziert wurde, und wie sich das Ganze inzwischen geradezu unerträglich aufgeschaukelt hat, war mit „sowas“ im Grunde doch schon zu rechnen. Viel fehlt nicht mehr, und man kann sein eigenes Entsetzen in Marlene Dietrichs berühmten Worten wiederfinden – ich schäme mich, eine Deutsche zu sein. Einfach widerlich, was sich zur Zeit in diesem Land abspielt. Der Hass auf bis dato Ungeimpfte scheint nun zumindest von einigen (hoffentlich nicht gar von vielen) nahtlos auf unsere russischstämmigen Mitbürger überzugehen. Ähnliches vernimmt übrigens aus Schulen, wo russischstämmige Mitschüler wohl zunehmend gemobbt werden. Wo kommen all diese Aggressionen her? Es scheint, als habe sich eine Menge Unmut aufgestaut, dem nun wirklich jedes Gelegenheit gelegen kommt, sich daran abzureagieren. Eine sehr brisante Lage. Was nur ist mit diesem Land und seiner Gesellschaft passiert? Schlimm, sehr schlimm.

      • Tina Hansen Antworten

        Ja, liebe SvB, ich war hier in den letzten Tagen etwas verstummt, weil mich die von Ihnen beschriebene Lage sehr stark umtreibt.
        Es gab da diese „wunderbare“ Karikatur im Netz: Stürmt ein Mann in ein Zimmer, wo etwas abgewandt und zusammengesunken ein anderer Mann sitzt. Typ 1 ruft: „Hey, wollen wir was zusammen trinken gehen?“ Typ 2, etwas resigniert über die Schulter schauend: „Ich bin doch ungeimpft.“ Typ 1, unverwandt fröhlich: „Macht nix mehr – Hauptsache, Du bist kein Russe!“
        Mir scheint, dass sich in unserer Gutmenschen-Gesellschaft jede Menge Aggression in den Menschen angestaut hat. Diese sucht nun ein – politisch korrektes – Ventil.

        • S v B Antworten

          Wobei Suche und Fund eines „politisch korrekten“ Ventils wohl meist eine ausgesprochen heiße Nummer darstellen dürften. Leider existiert bisher noch keine gesetzliche Vorschrift, nach der jeder, der seinen wodurch auch immer aufgestauten Unmut abzureagieren gedenkt, seine persönlich abgefasste Entlastungsstrategie durch ein offizielles staatliches Gremium überprüfen und genehmigen lassen muss. Und so wird halt gedankenlos und heftig drauf gekloppt. Es wird schon den oder die Richtigen treffen. Wird es das wirklich? Wie gesagt, ich finde die Situation echt zum… Kübeln, to say the least. Und Sie offenbar auch. Man kann nur hoffen, dass gegen derlei Ansinnen und Untaten von offizieller Seite sofort und nachdrücklich vorgegangen wird; und zwar mit allen dem Rechtsstaat zur Verfügung stehenden Mitteln. Gerade in solchen Zusammenhängen wäre das viel zitierte Setzen von Zeichen sowie das Zeigen scharfer Kanten nun wirklich angebracht.

          Trotz, nein gerade wegen der anhaltend betrüblichen Zeiten wünsche ich Ihnen ein sonniges und entspannendes Früh-Frühlings-Wochenende, liebe Tina Hansen.

      • Konrad Kugler Antworten

        Ich schäme mich nicht, als Deutscher ein Konservativer und damit ein Rechter zu sein. Links ist von Anfang an Extremismus.
        Das Christliche Abemdland ist meine Idealvorstellung. Nur wo Ideologie dazu kommt, ist der Teufel los.

  2. Querdenker Antworten

    Selbst wenn sie nur diskutieren ob zur Havanna und Bitterschokolade besser ein Wodka oder Cognac harmoniert, so ist jeder Kontakt in der heutigen Zeit ein Gewinn. Stillschweigen über mögliche Gespräche ist mir erheblich lieber als verlogene Politiker, die mit einem Team von Bankern zu Finanzverhandlungen zum Autokraten reisen. Abschließend aber in der Pressekonferenz verkünden, vorrangig hätte man Fragen der Menschenrechte, Minderheitenrechte oder andere Modethemen der grün/linken Presse angesprochen.

    • S v B Antworten

      Stimmt, ich finde es völlig richtig, wenn solch hochsensible Unterredungen erst einmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, nicht sofort ins mediale Schlaglicht gezerrt und dort in der üblichen Weise medial zerpflückt (um nicht zu sagen zerrissen) werden. Die Medien verhalten sich nicht selten wie eine Meute von Hetzhunden bei der Jagd. Ich find’s furchtbar, weil nicht selten kontraproduktiv, sprich einer guten Sache absolut nicht dienlich. Gut Ding will eben oft nicht nur Weile, sondern durchaus auch einmal Ruhe haben. – Natürlich setzt man dieser Tage all seine Hoffnungen auf jedwede Anstrengungen jedweder Personen, die zu einer möglichst baldigen friedensstiftenden Einigung führen könnten. Let us pray…

  3. Friedrich Albrecht Antworten

    Obwohl ich Ex-Kanzler Schröder u.a. wegen seines Frühstücksdirektor-Postens bei Gazprom eigentlich nicht schätze, würde ich ihn sofort für den Friedens-Nobelpreis vorschlagen, wenn er Putin veranlassen würde, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Ich fürchte allerdings, daß das nicht passieren wird.

  4. Alexander Droste Antworten

    Ich würde es auch mal bei Silenski versuchen. Schließlich wird unter seiner Hoheit sein Jahren auf den Donbas geschossen. Seine Regierung will Russisch als Landessprache verbieten. In der Ukraine werden Russen gemobbt. Vielleicht sind die Angriffe auf Russen in Deutschland auch das Werk von Ukrainern. Nein, Nationalismus in dieser Art Chauvinismus unterstütze ich nicht. Daher sollen sich die Russen und die Ukrainer ohne uns einigen. Wenn wir uns da einmischen, wird es nur schlimmer!

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