Der Vormarsch der islamistischen Terrormilizen IS hat die norddeutsche Tiefebene erreicht. Im niedersächsischen Celle trafen am Montagabend etwa 100 Jesiden und Muslime aufeinander, um ihre unterschiedlichen Ansichten zur Weltlage mit Fausthieben, Baseballschlägern und Tritten auszudiskutieren. In den sozialen Netzwerken gab es anschließend Aussagen, dass die Begegnung direkt mit dem aktuellen Krieg in Syrien und Teilen des Iraks zusammenhänge. 70 Polizisten mussten anrücken, um die Schlägerei in Celle zu beenden, sechs Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Festgenommen wurde….keiner. Geht es nur mir so, dass mich dieser Vorgang beunruhigt? Es handelt sich dabei keineswegs um ein singuläres Ereignis. Bereits im August hatte es im ostwestfälischen Herford gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Jesiden und Muslimen gegeben. Letztere skandierten dabei Sätze wie „Wir töten Euch im Irak, wir töten Euch hier….“ Deutschland ist ein gastfreundliches Land. Wir haben mehr Flüchtlinge aus aller Welt bei uns aufgenommen, als jedes andere EU-Land – Tendenz steigend. Aber die Probleme nehmen in jüngster Zeit derart massiv zu, dass es Zeit für eine breite Debatte wird. Denken Sie an die Schulbesetzung in Kreuzberg, denken Sie auch an die gewalttätigen Übergriffe von Mitarbeitern sogenannter Sicherheitsfirmen in NRW-Flüchtlingsheimen. Man wird den Eindruck nicht los, dass Deutschland zunehmend damit überfordert ist, den Zustrom von Flüchtlingen zu organisieren und zu handhaben. Ein einfaches „Weiter so!“ reicht als Reaktion der Politik nicht aus.

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Dieser Artikel wurde 3 mal kommentiert

  1. Jürgen Backhaus Antworten

    Bei solchen Auseinandersetzungen unter Hooligans aus dem Umfeld des Fußballs hätte es auf jeden Fall Festnahmen und Anzeigen wegen Landesfriedensbruch gegeben. Wer in unserem Land zu Gast ist, sollte sich auch dem entsprechend verhalten sonst darf er kein Aufenthaltsrecht bekommen. Beteiligte, die bereits deutsche Bürger sind müssen entsprechend unserer Gesezgebung bestraft werden.
    Das Deutschland mit dem Zustrom der Flüchtlinge überfordert ist hängt zum Teil auch mit der finanziellen Situation zusammen. Es kann nicht sein, das die Städte, die selbst mit dem Rücken zur Wand stehen Flüchtlinge zugewiesen bekommen, und nur einen kleinen Teil der Kosten zurückerstattet erhalten. Hier ist ganz klar der Bund in der Pflicht! Aber man hat den Eindruck, das dieses Thema zur Zeit bei unserer Regierung keine Priorität hat. Herr Schäubles schwarze Null bei den Ausgaben im kommenden Jahr ist wichtiger als die Interessen der Asylanten.

  2. Helmut Zilliken Antworten

    Klar ist für mich: Da Politiker und der Zeitgeist nie danach fragen, wie die Profis vor Ort (Polizei, Sozialarbeiter, Psychologen, Lehrer u.a.) die Lage von Flüchtlingen und/oder Asylsuchenden sehen und einschätzen, kommt es nie zu einer einigermaßen objektiven Beurteilung der Lage und somit auch nicht zu einer Lösung des Problems. Diese ist m.E.: Hier treffen Mentalitäten aufeinander, die in aller Regel nicht aber auch garnichts miteinander gemeinsam haben. Wer aus einem anderen Kulturkreis zu uns kommt und in Grundfragen des Miteinanders (Religion, Sozialisation, Emotionalität, Umgang miteinander, ungeschriebene Gesetze u.a.) diametral den unseren gegenübersteht, der kann sich nur dann einigermaßen integrativ benehmen, wenn er bereit ist, sich selbst und seine Wurzeln komplett aufzugeben. Aber wer tut dies schon gern in einem fremden Land, wenn die Seele noch immer am „Zuhause“ hängt. Deshalb: Aufnahme von Flüchtlingen und/oder Asylsuchenden nur unter Bedingungen, die in einem klar definierten und vom Volk (nicht vom Parlament, sondern über eine Volksbefragung) bestimmten Einwanderungsgesetz formuliert sind. Sonst prallen zukünftig Menschen aufeinander, die sozialen Unfrieden stiften und erzeugen.

  3. Andreas Schneider Antworten

    Ich ziehe Parallelen zu meinen beruflichen Erfahrungen in der Immobilienbranche Kölns.

    Der Eigentümer einer Immobilie, Baujahr 2001, mit dem wir seit 6 Jahren eine Geschäftsbeziehung unterhalten, gab an, er habe das mit öffentlichen Mitteln geförderte Objekt (sog. „Sozialer Wohnungsbau“) anfänglich, um es „erst mal zu belegen“, wahllos mit jeweils den erstbesten Mietbewerbern „vollgestopft“. Abgesehen davon, dass er sein finanzielles Engagement in diesem Bereich aus heutiger Sicht nicht wieder tätigen würde, achtet er nunmehr peinlichst darauf, dass jede Sprache, jede Nationalität (außer Deutsch) im Hause nur ein Mal vertreten ist. „Gekungel, nicht nachzuvollziehende Gespräche, anschließend oft genug Animositäten und Unruhe, letztlich oftmals Wohnraum, zu dessen Instandsetzung nach Mietende die hinterlegte Kautionssumme nicht ausreichte.“ So sinngemäß die mir gegenüber geäußerten Erfahrungen. Seitdem er restriktiv bei der Mieterauswahl vorgehe, herrsche Ruhe im Hause.

    Trotzdem hat er unserem Büro die Wohnungsvermittlung übertragen – das Outsourcing eines Problemfeldes im Kontext der „Political Correctness“: er sei es leid, ständige Diskussionen um sein „ausländerfeindliches Verhalten“ führen zu müssen. Nun ja, jetzt haben wir im Büro den Segen am Hals. Aber wie auch immer: dem Normalbürger, wie es dieser Mann ja nun auch ist, sind die umfassenden Probleme mit allen möglichen Ethnien dieser Welt auf engem Raume nur zu gut geläufig. Aber 1. wird diese Selbstverständlichkeit „ganz oben“ offenkundig nicht registriert und 2. die zwangsläufigen Reaktionen auf negative Erfahrungen mehr oder weniger offen angefeindet.

    Was sich hier im Kleinen zeigt, ist spiegelbildlich auf die Gesellschaft übertragbar. Und allein aus der Tätigkeit für diesen Auftraggeber heraus kann ich nunmehr auch im Brustton der Überzeugung sagen, dass es bei der Auswahl wirklich qualifizierter Bewerber oftmals auch die Falschen trifft. Wie aber soll eine „Willkommenskultur“ mit Leben gefüllt werden, wenn schon Kritik am Missbrauch eines recht generösen Sozialsystems von geneigter Stelle angefeindet wird?

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