Wenn Kinder Kinder ermorden….

Ein 16-jähriges Mädchen ist in Memmingerberg in der Nähe eines Flughafens mit mehreren Messerstichen ermordet worden – wohl von einem gleichaltrigen Mädchen und einem 25-jährigen Mann. Warum, das wissen die Ermittler nicht oder sie wollen es nicht öffentlich sagen.

In Aschersleben (Sachsen-Anhalt) wurde Anfang Novenber eine 14-Jährige umgebracht, vermutlich von einem gleichaltrigen Jungen aus dem «persönlichen Umfeld» des Opfers.

In Heidelberg steht derzeit ein 14-Jähriger vor Gericht, weil er im Februar im baden-württembergischen Sinsheim einen 13 Jahre alten Jungen von hinten drei Mal mit einem Messer in den Rücken gestochen hat. Motiv könnte Eifersucht sein, es ging wohl um eine Zwölfjährige.

Im Oktober wurde eine 14 Jahre alte Schülerin in München tot in ihrem Bett gefunden.Die Polizei geht davon aus, dass ein 17-jähriger Freund des Opfers der Täter ist, der sie mit einem Stich in die Brust umbrachte.

Wohlgemerkt: wir reden von wenigen Wochen und wir reden von Deutschland. Was läuft hier schief in einer Gesellschaft, die so viel auf ihre Friedfertigkeit und Toleranz hält?

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Dieser Artikel wurde 9 mal kommentiert

  1. gerd Antworten

    „Was läuft hier schief in einer Gesellschaft, die so viel auf ihre Friedfertigkeit und Toleranz hält?“

    Gottlosigkeit!

  2. colorado 07 Antworten

    Schauen wir mal nur ins unterirdische Fernsehprogramm, dann wissen wir, was schon Jahre lang schiefgelaufen ist.
    Und dagegen ist nie jemand aufgestanden, keine Bundeskanzlerin, kein Bundespräsident, außer Roman Herzog, der mal sagte: „Diese unendliche, ausweglose , schleichende Trivialisierung und Banalisierung des Fernsehens macht die Hirne total kaputt.“

  3. Ruth Antworten

    Erziehung!

    Leider wird in jedem dieser Fälle kein Wort über die Erzieung dieser Goldstücke geschrieben.

    Und genau da liegt das Problem!

    Über Fakten wird nicht mehr berichtet. Es sind ja Kinder, also ist niemand verantwortlich? Ich finde das falsch.

    Die Schuld nur TV oder Video-Spielen zuzuschieben, auch damti macht man es sich zu leicht. Denn wer erlaubt diesen Kindern ständigen TV- oder Spielekonsum? Wer bezahlt für Konsolen und Spiele, Internet.

    Ich finde, Eltern sollten mehr zur Verantwortung gezogen werden. Es ist nicht damit getan, nur die Hand für das Kindergeld aufzuhalten.

    Doch das ist ist heute ein heisses Eisen. Die Eltern sind tabu.

    • H.K. Antworten

      @ Ruth,

      „ … Die Eltern sind tabu.“

      Wenn Sie sich einmal anschauen, daß irgendwelche „Experten“ allen Ernstes fordern „Hört auf, eure Kinder zu erziehen !“ und dazu viele Eltern eher mit sich selbst beschäftigt sind, mit ihrem iphone, „Dschungelcamp“, „GZSZ“, „Big brother“ und ähnlichem Schafscheiß, so muß man sich doch nicht wundern, wenn die Kinder „Hauptsache beschäftigt und ruhig gestellt“ werden.

      Und wenn „biodeutsche“ Kinder und Jugendliche mitbekommen, daß die ( männlichen ) Sprößlinge unserer „Goldstücke“ zuhause von ihrer Mutter gehätschelt und getätschelt werden, draußen alles dürfen und für nichts zur Rechenschaft gezogen werden, tja, dann sind das eben Signale, die dankbar angenommen werden.

      Wie kann es sonst sein, daß eine 14-Jährige ohne Nachzudenken mit drei und mehr „jungen Männern“ in eine fremde Wohnung marschiert und sich anschließend verwundert die Augen reibt ?

      Aber Eltern, die diesen Umgang verbieten wollen, sind dann ja im günstigsten Fall „altmodisch“ oder „rassistisch“, im dümmsten Fall „ausländerfeindlich“ oder gleich „Nazis“.

  4. Alexander Droste Antworten

    Wie oft kamen solche Fälle in Vergangenheit vor? Oder schauen wir jetzt etwas sensibler hin?

  5. Querdenker Antworten

    Vielleicht liegt es auch daran, dass die Kinder die leichte Verwundbarkeit des menschlichen Körpers nie gelernt haben. Wenn in Actionfilmen der Superheld am Ende mit dem Superschurken kämpft, fehlt bei jedem Schlag der Untertitel: Das war eine gebrochene Rippe, das war ein Kieferbruch, das eine Gehirnerschütterung, das ein Leberriss usw. In der Welt der Actionfilme wird jeder Konflikt mit Gewalt ausgetragen und am Ende schüttelt sich der Held einmal und geht mit harmlosen Blessuren. In der realen Welt würde ein Mensch mit einer ellenlangen Liste lebensbedrohender Verletzungen bewusstlos um sein Leben kämpfen. Könnte es sein, dass die Eltern ihren Kindern nicht den Unterschied zwischen der realen Welt und einer Gewalt verharmlosenden Unterhaltungswelt erklärt haben.

    • H.K. Antworten

      Entschuldigung, in meiner Kindheit gab es auch in den Anfängen des Fernsehens, dessen Bildschirm damals tatsächlich noch eher einer „Röhre“ glich, auch Western und Krimis.

      Und wir haben uns als Junx auch schon mal „geprügelt“, wobei das meist eher im Austeilen ( und Einstecken ) von „Backpfeifen“ gipfelte.

      Nie wäre einer auf due bloße Idee gekommen, mit den Füßen auf einen am Boden liegenden loszugehen, geschweige denn ihn mit einem Messer oder Baseballschläger niederzuprügeln.

      Eine blutige Nase des anderen war das äußerste der „Trophäen“.

      Aber ich bin auch in einer Zeit großgeworden, als unsere Väter noch Hut trugen und am Sonntag eine Krawatte und den guten ( einzigen ) Anzug. In der Straße hatte der Arzt das einzige Auto, eine Isabella. Man(n) kannte sich, wenn sich unsere Väter begegneten, wurde der Hut „gelüftet“.
      Die Wäsche wurde im Sommer im Hof auf die Leine und im Winter auf dem Trockenboden aufgehängt.
      Was wir „angestellt“ haben, waren Klingelstreiche oder in Nachbars Garten Äpfel und Kirschen zu klauen.
      Im Winter traf man sich auf dem nahegelegenen Hügel zum Schlittenfahren.

      Und heute bringen 15-Jährige 14-Jährige um …

      • S v B Antworten

        Offenbar wird heute weder im familiären noch im schulischen Bereich ausreichend Wert auf die Erziehung zur Empathie gelegt. Zum emphatischen Menschen entwickelt man sich wohl vornehmlich wohl unter persönlicher Anleitung. Allerdings wird der Nachwuchs heutzutage diesbezüglich allzu oft vernachlässigt, alleine gelassen, und ist so hauptsächlich den in der digitalen Welt üblichen „Erziehungsmaximen“ ausgesetzt. Ein fataler, zutiefst bedauerlicher und auch später kaum noch zu korrigierender Fehler. Es erfolgt also eine oft schon früh einsetzende Konditionierung, die viele tragische,, bisweilen sogar grauenvolle Konsequenzen nach sich ziehen kann.. Auf die Frage, wie eine solche Entwicklung aufzuhalten, gar rückgängig gemacht werden könnte, fällt mir zumindest spontan keine Antwort ein.

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