Im September sind die deutschen Wähler aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen, und nach Lage der Dinge, könnte das Ergebnis für das Adenauer-Haus ernüchternd werden.

Persönlich interessiere ich mich erst einmal für das anstehende Wochenende. Am Sonntag ist Landtagswahl im kleinen Saarland, wo mit Annegret Kramp-Karrenbauer einer der letzten Landeschefs der CDU ins Rennen geht und – mangels Koalitionspartner – vermutlich verlieren wird. Ein weiterer Dominostein in einer langen Reihe verheerender Niederlagen bei Landtagswahlen. Zwei Mal bliebt der CDU im vergangenen Jahr dabei sogar unter 20 Prozent.

Am Tag vor der Wahl im Saarland wird es im baden-württembergischen Schwetzingen das erste bundesweite Treffen der zahlreichen „Konservativen Aufbrüche“ geben, die sich seit Monaten überall in Deutschland gegründet haben. Ihr Ziel: die programmatische und personelle Neuaufstellung der CDU ohne Angela Merkel.

So eine Bewegung innerhalb der gern als „Kanzler(innen)wahlverein“ geschmähten Partei hat es in der CDU Deutschland noch nie gegeben. Auch CSUler aus Bayern werden am Samstag in Schwetzingen dabei sein. Und das in einem Wahljahr… Die Demoskopen prophezeien der CDU für Nordrhein-Westfalen im Mai ebenfalls unterirdische Zahlen.

Viele bürgerliche Wähler wollen keinen Kanzler Schulz, wollen keine rot-rot-grüne Regierung. Aber sie wollen dieser Vorsitzenden und Bundeskanzlerin auf ihrem Kurs auch nicht mehr folgen. Ein Problem, das nur die Partei selbst und voran ihre Führungsgremien lösen können.

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Dieser Artikel wurde 7 mal kommentiert

  1. colorado 07 Antworten

    ….“Aber sie wollen dieser Vorsitzenden und Bundeskanzlerin auf ihrem Kurs auch nicht mehr folgen“. Zu denen gehöre auch ich. Wann endlich begreift die CDU , dass diese Frau an ihrer Spitze nicht mehr tragbar ist und ihre Partei ins Niemandsland führt? Wann endlich begreift sie , dass es um ihr Überleben geht.
    Es ist ein Jammer , zu sehen, wie sich die ehemalige „Partei der Mitte“ selbst begräbt oder besser gesagt, von einer uneinsichtigen, „alternativlosen“ Person begraben lässt.

  2. Ruth Antworten

    Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung – so lautet ein altes Sprichwort.

    Doch von Selbsterkenntnis ist auf der Bundesebene der CDU nichts zu hören – im Gegenteil. Da verkündet Frau Dr. Merkel mit geballter Faust lieber, mit der Einwanderung ohne Limit so weiter gehen soll wie in den letzten Jahren. Wie in den letzten Jahren? Nicht ganz, denn jetzt kommt ja noch der Familiennachzug hinterher. Wir schaffen das!

    Selbsterkenntnis wäre bereits nach den Attentaten in Paris, Nizza und Brüssel angebracht gewesen. Bereits da konnte die Tatsache selbst in den Merkel-treusten Medien nicht verheimlicht werden, dass einige der Attentäter, sich als Flüchtlinge ausgegeben haben und durch Deutschland kamen. Selbsterkenntnis wäre notwendig gewesen, als Maria durch einen ewig-17-jährigen ach so lieben Buben ermordet wurde. Doch nichts geschah.
    Selbst als der „polizeibekannte“ Herr Amri in Berlin den „Unfall“ verursachte, selbst die regierungstreuesten Medien auch nicht mehr verheimlichen konnten, das Herr Armi sich unter mehreren Identitäten in Deutschland registriert hatte und durch unsere Steuergelder nicht schlecht leben konnte, und dieser Herr Amri nach der Tat sogar unbehelligt durch halb Europa reisen konnte, änderte sich die Haltung der Bundesregierung nicht.

    Dann wundert man sich über schlechte Umfrageergebnisse? Tut „geschockt“ – ein neues Lieblingswort der Einheitsmedien, dicht gefolgt von psychisch kranker Einzeltäter.

    Aber zurück zur Politik von Frau Kramp-Karrenbauer. Ihre Ideen lesen sich gut – nur ist mir etwas entgangen? Seit 2000 ist sie Ministerin im Saarland, seit 2011 sogar Ministerpräsidentin. Sie hat es also in den letzten Jahren nicht geschafft, ihre Ideen im Saarland zu realisieren? Warum sollte ich ihr jetzt vertrauen und glauben, dass sie es jetzt schafft? Sie war doch an der Macht?
    Was hat sie falsch gemacht? Selbsterkenntnis?

    Übertrieben hat sie jetzt versucht auf den Wahlerfolg-Trick von Herrn Rutte aufzuspringen. Was in den NL geklappt hat, klappt vielleicht auch im Saarland. Seht her liebe Wähler, auch wir lassen uns von Herrn Erdogan nicht alles gefallen. Sie verkündet, es werde im Saarland keine Wahlveranstaltungen für Poltiker der Türkei geben! Toll! Im Saarland waren auch gar keine Veranstaltungen dieser Art geplant. Was soll das also?

    Sollen die Wähler also doch besser blind wählen? Damit meine ich die Idee, statt Wahlzettel mit Listen und Namen, einen Wahl-o-mat ähnlichen Frage-Antworten Computer oder Fragebogen zu den Themen des Ortes, des Landes oder gerne auch der ganzen Republik.
    Sind sie für Genderunterricht an Grundschulen? Ja? Nein?
    Sind Sie für Wahlrecht für 16 jährige oder für Menschen, die noch nicht so lange hier wohnen? Ja? Nein?
    Sind Sie für mehr finanzielle Mittel für den Kampf gegen Rechts? Ja? Nein?
    Oder auch für den Kampf gegen Linksautonome? Oh ja auch, oder nein?- da brauchen wir keine Mittel für ausgeben, wir hören ja stets, das sind doch die guten?
    Wie wäre es mit mehr finanzielle Mittel zum Kampf gegen die Salafistenszene? Ja natürlich? Nein?

    Ob Ladenöffnungszeiten oder Tanzverbot unbedingt zu den wichtigen Themen des Landes gehören sollten, könnte man bei der Gelegenheit ja mal überdenken. Ich bin der Ansicht, das diese Punkte nicht unbedingt die höchste Priorität haben müssen.

    Dieser Fragebogen ist der Stimmzettel. Und Abends, nach dem die Wahllokale geschlossen hat, wird offenbart, was die Bevölkerung möchte, und die Partei, die die größte Übereinstimmung mit dem Ergebnis hat, den größten Zuspruch bekommen hat ist der Sieger? Egal ob dieser Partei dann Schwarz, Grün, Rot oder Blau ist. Wäre das ehrliche Demokratie?

    Ich glaube so mancher wäre am Ende, wenn er/sie/es/wasauchimmer die Fragen ehrlich beantwortet hat, überrascht, wer dann als Wahlsieger hervorgeht.

    Sicher auch dann ist es fraglich, ob der Wahlsieger letztendlich auch in der Lage und Willens ist, die Ideen umzusetzen, wird Fehler machen – aber vielleicht auch so viel Charakter haben, aus den gemachten Fehlern zu lernen.

  3. S v B Antworten

    Wo waren sie denn nur, diese Konservativen, als Angela Merkel – mehr als einmal – mit über viele Minuten andauerndem Applaus (dazu noch mit standing ovations) bedacht wurde? Mir kommt es eher so vor, als würden die ehemaligen „speichelleckenden Nagetiere“ in Anbetracht der immer sichtbarer werdenden Schieflage ihres Kahns diesen jetzt nur zu gerne verlassen. Das Schicksal der bis in jüngste Zeit noch recht unkritisch verehrten Steuerfrau scheint ihnen mittlerweile egal zu sein. Kann sie für die Erhaltung der lukrativen Pöstchen inzwischen nicht mehr garantieren. Reichlich spät kommt er daher, der Gesinnungswandel, zu spät, wie ich finde; gewiss nicht nur für mich, sondern auch für viele weitere ehemalige CDU/CSU-Wähler und -Wählerinnen. Diese CDU/CSU hat für mich ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt. Auf meine Stimme können sie deshalb nicht mehr zählen.

  4. H. Urbahn Antworten

    es gibt aus meiner Sicht nur eine klare Antwort für diese konservativen Gruppierungen: auch wenn es schwer fällt : aus derCDU austreten und am Sonntag AfD wählen.

  5. Walter Lerche Antworten

    Wie lässt es sich erklären, dass im Saarland eine Mehrheit Rot-Rot wählen wird?
    Hat man den Wählern während des Wahlkamps deutlich gesagt, wofür rot-rot steht, was es bedeutet für weitere unkontrollierte Zuwanderung, Islamisierung, Steuerbelastung, Krankenkassenbeiträge, Schulsystem, Gender-Unsinn, Geldentwertung, Schulden machen, Nachhaltigkeit,…
    Ich denke, auch im Saarland ist die Mehrheit berufstätig und kann nicht wirklich ein Interesse an rot-rot haben.

    Hinzu kommt: Ein Saarländer (Honnecker) für Deutschland reicht.

    • Tina Hansen Antworten

      Lieber Herr Lerche, auch ich begreife weder die guten Umfrage-Werte für rot-rot noch den Hype um Martin Schulz. Aber vielleicht müssen wir mit dem Irrationalen im Menschen rechnen. Eine Bekannte, die mir anderthalb Jahre lang erzählte, dass sie die Flüchtlingspolitik Merkels ablehne, will nun plötzlich in Schleswig-Holstein die Gruenen wählen. Weil der Umweltminister so ein feiner Kerl sei. So gutaussehend. Und männlich. Und so eine feine Familie mit vier Kindern habe..
      Die Person hat übrigens Abitur.

  6. Walter Lerche Antworten

    Wahlabend gestern in ARD + ZDF: Vielleicht ist es nicht nur mir aufgefallen:
    Als ich heute Morgen die Zahlen des vorläufigen Endergebnisses sah, staunte ich (angenehm) nicht schlecht, wie fataler diese für SPD + Grüne und wie erfreulicher diese Werte sich im Vergleich zum Vorabend bewegt haben.
    Kann es sein, dass ARD + ZDF am Abend während der Hauptprogrammzeit, wenn die Zuschauerzahl besonders hoch ist, die Werte für die AFD gewollt niedrig und für die Grünen gewollt hoch hielten, um so die „Stimmung“ zu steuern. Bei vielen Zuschauern bleibt der Eindruck des Abends, nur wenige verfolgen die Details bis zum Endergebnis. Ist das Zufall, Statistik, Täuschung oder hat man tatsächlich erst in den letzten Stunden in der Nacht die Bringer für die AfD und die Killer für die Grünen ausgezählt?

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