Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali ist eine, die über jeden Verdacht erhaben ist, irgendwie rechts zu sein. In Zeiten, in denen man schon zum rechten Rand erklärt wird, wenn man beharrlich auf rechtsstaatliche Regeln hinweist, ist Hayali eine Unangreifbare. In den sozialen Netzwerken schreibt sie regelmäßig gegen Fremdenfeindlichkeit an, sie macht bei der Anti-Rassismus-Kampagne „Gesicht zeigen“ mit. Sie geht zur AfD-Demo und fragt Teilnehmer, was sie bewegt. Wenn irgendwer in Deutschland überzeugend „gegen Rechts“ ist, dann Dunja Hayali.

Nur so jemand kann Barrieren überwinden. In der aktuellen Ausgabe der konservativen „Jungen Freiheit“ ist die Journalistin groß auf dem Titel zu sehen mit der Überschrift „Wir müssen reden!“ Die Wochenzeitung räumt ihr Raum für ein ganzseitiges Interview ein. Dort formuliert sie Selbstverständlichkeiten, die aber aus dem Mund einer Vertreterin des linken Establishments in Deutschland fast sensationell anmuten. Sätze wie „Wir müssen die Meinung des anderen aushalten können, ohne sie sofort zu verunglimpfen oder persönlich zu werden.“ Wir bitte? Meinungen aushalten? „Rechte“ Meinungen? Und sie sagt: „Demokratie kann nicht nur aus ‘Mitte’ bestehen, zu ihr gehören auch Links und Rechts – zumindest solange die Linie nicht überschritten wird, die die Grenze der Demokratie markiert.“

Dunja Hayali beweist Mut. Und sie bekommt ordentlich auf die Backen für diesen Mut. Konservative beschimpfen sie, weil sie links ist. Linke beschimpfen sie, weil sie – wörtlich – einem „Nazi-Blatt“ ein Interview gibt. Was für ein unsäglicher Bullshit. Die „Junge Freiheit“ ist ein intelligent gemachtes konservatives Blatt, das ich übrigens selbst sicher seit 15 Jahren regelmäßig mit großem intellektuellen Gewinn lese. Da ist nicht eine Zeile „Nazi“.

Die ZDf-Journalistin hat Mut bewiesen in einer Zeit, in der man konservative Politiker und Autoren immer noch auszugrenzen versucht, in der man AfD-Plakate und Bürofenster zerstört, in der man Politiker-Autos abfackelt, in der selbst eine durch und durch bürgerliche Streiterin für die traditionelle Familie wie Birgit Kelle in manchen deutschen Städten nur unter Polizeischutz auftreten kann, in der Hallenbetreiber und Hoteliers unter Druck gesetzt werden, missliebige Veranstaltungen abzusagen und Rednern nicht einmal Hotelzimmer zu vermieten.

Der demokratische Diskurs in Deutschland, das Ertragen auch unliebsamer Meinungen, das wieder Zuhören lernen – all das hat gestern einen Erfolg errungen – durch den Mut von Dunja Hayali.

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Dieser Artikel wurde 9 mal kommentiert

  1. Ruth Antworten

    Sehr geehrter Herr Kelle,

    ich nehme die Person Dunja Hayali komplett anders wahr.

    Ich finde sie unangemessen provokant, überspitzt und vor allen an einem interessiert: an medialer Über-Präsenz ihrer eigenen Person!

    Ich habe mehrere Auftritte von ihr verfolgt und eine Frau erlebt, die pauschal jede kritische Frage über das Verhalten von Menschen „mit Migrationshintergrund“ wegbiss und im Keim erstickte.
    Sofort zieht sie die „Kampf gegen Rassismuskeule“ – und ignoriert dabei, dass es mit Rassismus nichts zu tun hat, wenn man die Täter beim Namen nennt. Da geht es um Tatsachen – und wenn die Täter nun mal aus Dänemark kommen, muss man das ebenso aussprechen dürfen, wie wenn die Täter Deutsche aus Sachsen oder Türken oder Marokaner, oder gar Iraker sind.

    Selbst als man sie mit Fakten konfornierte, wurden diese ignoriert und fast überheblich vom Tisch gefegt – Themen, die von Ihnen Herr Kelle selbst schon zur Sprache gebracht wurden: Mädchen die wegrennen müssen, Gemüsehändler deren Ware bepinkelt wird, und all die bedauerlichen Einzelfälle bei denen natürlich nichts mit nichts zu tun hat. All die Messerstechereien, Ehremorde, Prügeleien innerhalb Großfamilien seien nur nebenbei erwähnt, Nachrichten dieser Art sind ja schon leider alltäglich.

    Dafür plädiert sie lauthals für noch mehr Zuwanderung, für noch mehr Rücksicht für jeden und von überall her – nur keine Rücksicht mit denen, die schon immer hier leben und die mit ihren Steuergeldern alles finanzieren.

    Die damit verbunden Probleme bestreitet sie lautstark, auch wenn sich inzwischen mehrfach das Gegenteil herausstellte. Alle Flüchtlinge sind arme und kriegsgeplagte Menschen, die selbstverständlich von uns unterstützt werden müssen. Nur von uns. Deutschland ist der Nabel der Welt und soll es gefälligst auch bleiben.
    Auch Menschen die sich mit gefälschten Pässen Zutritt nach Europa verschaffen. Alle ganz lieb und harmlos. Auch hat jeder das Recht auf Asyl.
    Es gibt auch keinen „Flüchtling“ der Sozialbetrug betreibt. Hier ein Fall in Hannover, dort einer aus Somalia mit 12 Identitäten, und unser „Liebling“ Herr Amri noch dazu. Ich habe noch kein Wort der ehrliche Kritik von Frau Hayali an diesen Menschen gehört.

    Nein ich halte diese Frau für unglaubwürdig.

    Mein Dank gilt anderen Journalisten.
    Journalisten, die noch selbst recherchieren, die Fakten nennen, auch wenn sie unangenehm sind und am Ball bleiben. Journalisten die sachlich berichten und ihre private Meinung separat in einem Kommentar zum Ausdruck bringen aber nicht mit „Zwangserziehung“ daher kommen.
    Journalisten, die ihren Job machen, aber nicht ständig die eigenen Person in den Fordergrund stellen, zu Not mit Hilfe der „ach ist die lieb“- Hündin Emma.

    • S v B Antworten

      100+% Zustimmung, Ruth. Sie haben Frau Hayali sehr treffend abgebildet. Wes Brot ich ess…, könnte es in diesem Falle vielleicht sogar heißen. Handelt es doch um ein Interview in der Jungen Freiheit. Ach sooo! Bemerkenswert, dass der/die eine oder andere auf den nun allenthalben zu beobachtenden, galoppierenden Sinneswandel noch hereinfällt. Es ist Wahljahr, Leute!

  2. colorado 07 Antworten

    Ich finde es äußerst bedenklich, dass in unserem Land inzwischen „Mut“ dazugehört, zu fordern, „die Meinung des anderen auszuhalten ohne sie sofort zu verunglimpfen und persönlich zu werden“. Das müsste doch eine Selbstverständlichkeit sein in einer gesellschaftlichen Verfassung, die alle so vollmundig als „unsere Demokratie“ hochhalten. Dass man „Mut“ zum Bekenntnis zur Meinungsfreiheit braucht, zeigt nur, wohin unsere Demokratie unterwegs ist.
    Wenn Dunja Hayali Mut hat, dann deswegen, weil sie damit rechnen muss, von ihren bisherigen Gesinnungsfreunden als „Abtrünnige“ angesehen zu werden.

  3. Andreas Schneider Antworten

    Haben wir noch eine freie Gesellschaft, eine wirkliche und funktionierende Demokratie, eine „Freiheitlich Demokratiesche Grundordnung“, wenn Meinungsfreiheit zum Abenteuer wird?

    So sehr ich eine ernst gemeinte Offenheit bzw. Öffnung Dunja Hayalis begrüßen möchte – allzu sehr hat sie in der Vergangenheit eben das System verkörpert, das ihr nun (ein Blick in ihren Twitter-Account ist da sehr informativ), bildlich gesprochen, an den Kragen geht.

    Frau Hayali war einer der Generatoren der „meinungsbildenen“ Brutstätten Öffentlich-Rechtliche – und nun muss sie sich gerade gegenüber dem daraus erwachsenen Gezücht erwehren. Ich kann nicht verhehlen, eine gewisse Schadenfreude zu empfinden.

    Für eine abschließende Bewertung ist es aus meiner Sicht zu früh. Die von Ruth eingangs aufgeführten Sachverhalte sind in der Tat allzu schwerwiegend, um eine plötzliche Wandlung vom Saulus zum Paulus glaubhaft erscheinen zu lassen.

    Dennoch: es werden Journailsten wie Dunja Hayali sein müssen, die ihre früheren Fanclubs von der essentiellen Bedeutung wirklicher Meinungsfreiheit (und deren Äußerung) zu überzeugen haben. Alle Anderen sind schließlich böse „Rechte“ – wie nicht zuletzt Dunja Hayali geraume Zeit mehr oder weniger unterschwellig verkündete.

  4. H. Urbahn Antworten

    Welchen Mut hat den Frau Hayali? Gegen Rechts (was ist das eigentlich???) bedarf es in diesem Land keines Mutes sondern erfährt massive Unterstützung bis in die höchsten Staatsämter. Wann und wo ist Hayali auf Linke Demos sondern auch auf die von Grünen und SPD etc.gegangen und hat die Antifa -Brüller und Schläger wegen ihrer von Hass triefenden Parolen befragt? Das, was diese Dame vorführt ist Gratismut, der sie nichts kostet.

  5. T-C Antworten

    Na ja, wenn man das Interview so liest klingt das für mich in keiner Weise überzeugend sondern nur abwiegelnd. Es gibt keine einseitig ausgerichtete Journalle aus ihrer Sicht, sondern alle ihre Kollegen bemühten sich um einwandfreie Professionalität. Alle Klagen über die einseitige, lückenhafte und indoktrinierende Form der TV-Magazine müssen also die Ausgeburt von Dummheit oder kranken Hirnen sein.
    Dass sie sich diesem Interview gestellt hat zeugt nicht von Mut, sondern von Raffinesse. Damit versucht sie der verbreiteten Kritik am Zustand des Journalismus in unserem Lande die Spitze abzubrechen nach dem Motto „ja, wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht, aber wir sind absulut guten Willens und fühlen uns zu Unrecht beschimpft“ . Einige Wenige wird sie damit erreichen.

    • Walter Lerche Antworten

      Genau so denke auch ich. Offensichtlich schafft sie es, bürgerliche Interessierte und Multiplikatoren (Journalisten) aufzuweichen und Wind aus den Segeln zu nehmen.
      Täuschen und Vorspielen gehören zu ideologischen und agressiv religiösen Minderheiten. Doch jeder mag dazu seinen eigenen Eindruck, seine eigene Erfahrung und Meinung haben. – Ihren Beitrag, lieber Herr Kelle, finde ich interessant, jedoch teile ich Ihre Bewertung nicht.

  6. Walter Lerche Antworten

    Sie macht sich unscharf, verwässert sich als Angriffsziel. So kann sie mit weniger Widerstand tiefer in die bürgerliche Gesellschaft vordringen, um dort Meinung zu machen. Meinungsmache ist m. E. ihre Funktion. Na, dann lasst sie mal machen.

  7. Helmut Zilliken Antworten

    Ein unerträgliche Linksjournalistin, die wahrscheinlich nicht einmal eine Examensarbeit abliefern könnte. Habe sehr kurzen und völlig unpolitischen Tweet gehabt. Kurze Zeit drauf- Gesperrt. Keine Ahnung warum. Das zur neuen Hayali.

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