Sony Pictures kneift! Nach einer beispiellosen Hacker-Attacke wird der amerikanische Medienkonzern die Filmkomödie „The Interview“ nicht in die Kinos bringen. 40 Millionen Dollar Produktionskosten verschwinden im Orkus. Weil es im Film um einen Mordanschlag auf den nordkoreanischen Diktator Kim Yong Un geht, wird angenommen, dass dessen Steinzeit-Regime aus dem fernen Osten hinter dem Angriff steckt. „Wir werden Ihnen klar zeigen, welch bitteres Schicksal jene erleiden, die Spaß am Terror haben“, hatten die Hacker gedroht und auf 9/11 verwiesen. Mehrere große US-Kinoketten hatten sich daraufhin geweigert, den Streifen zu zeigen. Bereits im November hatten sich Unbekannte Zugriff zu den Servern von Sony Pictures Entertainment verschafft und von dort Hunderte Gigabyte interner Dokumente und vertraulicher E-Mails von den Servern gezogen. Kunst und Kultur sind unantastbar – das galt bisher im Westen als unumstößlicher Grundsatz. Das Einknicken jetzt ist beunruhigend, insbesondere, weil es in den USA stattgefunden hat. Wenn es auch dort möglich ist, mit einem Hacker-Angriff das Erscheinen eines unliebsamen Filmes zu verhindern, wird das nicht der letzte Fall dieser Art gewesen sein. Was kommt als nächstes? Werden amerikanische Zeitungen und Sender aus Angst zukünftig auf kritische Berichterstattung verzichten?

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Dieser Artikel wurde 4 mal kommentiert

  1. Docmed40 Antworten

    Das hatten wir doch alles schon mal bei manchen großen europäischen Printmedien, die sich nach der Veröffenlichung von Mohammed – Karikaturen genau so „tapfer“ dem islamistischen Furor entgegenstellten. Was damals politisch nur als unsensibel galt, ist jetzt ja wohl ein direkter und auch erfolgreicher Angriff auf einen wichtigen Wert unsere demokratischen Ordnung: Die Freiheit von Kunst und Wort !

  2. Felix Becker Antworten

    Ich hoffe, dass allmählich allgemein erkannt wird, dass unsere westliche-abendländische Lebensidee nicht gottgegeben vom Himmel fällt! Dass Feigheit den Erhalt unserer Werte nicht sichert, sondern Verteidigungsbereitschaft. Letztere muss wohl leider auch Kampfbereitschaft umfassen. Ich bin auch der Meinung, dass unsere Werte sich nicht am Bruttosozialprodukt, an Exportquoten und am Wirtschaftswachstum erschöpfen dürfen. Unsere Werte sind mehr.

  3. St.Ex Antworten

    Nun, der Film interessiert mich sowieso nicht. Ich würde ihn mir nicht ansehen, noch nicht mal umsonst.
    Aber ich habe etwas dagegen wenn man mir vorschreiben will was ich zu tun und zu lassen oder welche Filme ich zu sehen habe. So ist das bei mir, ich habe schon immer einen „eigenen Kopf“ gehabt und bin deshalb des Öfteren bei Vorgesetzen, oder solche die sich dafür hielten angeeckt. Mit der Veröffentlichung von /eigenen) Filmen hatte ich bisher noch keine Probleme, wohl mit eigener und konträrer Meinung zu irgendeinem gesellschaftlichem oder (kommunal-)politischen Geschehen. Da wird man vom jeweils Herrschenden gerne ins Abseits gestellt, wenn nicht gar mit Behauptungen bedacht, die in Rufmordnähe angesiedelt sind.
    Zum Glück ist es bei uns noch nicht (wieder) so weit, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass bei anderen politischen Machtverhältnissen, egal ob links oder rechts, Leute wie ich zu den ersten gehören dem sie die „Bude abfackeln“.
    Insofern nicht nachgeben, der Film muß in die Kinos kommen, auch wenn ich ihn mir nicht ansehe.

  4. Alexander Droste Antworten

    Angst ist ein schlechter Berater. Vor Kriminalität angst zu haben, ist der Anfang vom Ende. Will man sich tatsächlich von einem mittellosen Ministaat erpressen lassen? Die N-Koreaner verfügen über gemeingefährliche Mittel. Trotzdem würde ich als Volk, das bestimmte Werte entwickelt hat, nicht einknicken.
    Andererseits frage ich mich, welchen Zweck dieser Streifen verfolgt?

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