Der böse Buchstabe

Die Hysterie um die Verwendung des Buchstabens Z nimmt langsam, nein schnell, pathologische Züge in Deutschland an. Nun hat der  Schweizer Versicherungskonzern Zurich angekündigt, er werde sein weißes „Z“-Logo aus den Internetauftritten des Unternehmens löschen. „Wir entfernen vorübergehend die Verwendung des Buchstabens ‚Z‘ aus den sozialen Kanälen, wo er isoliert erscheint und falsch interpretiert werden könnte“, heißt es in einer Erklärung. Ja, klar, wenn man das Logo des Versicherungskonzerns sieht, da denkt man natürlich gleich an Panzer.

Z – Sie erinnern sich? Das war mal ein Buchstabe, der letzte in unserem Alphabet. Heute wird es als Symbol der Unterstützung des mörderischen Krieges von Wladimir Putin gegen Russlands „Brudervolk“ Ukraine betrachtet, seit dessen Kettenfahrzeuge mit einem weißen Z markiert wurden.

Was soll das? Müsste man nicht auch das P konsequenter Weise verbieten, den ersten Buchstaben im Namen des Aggressors, der den Befehl zum Angriff gab? Und L auch gleich, weil Lukaschenko aus Belarus wie ein Schoßhund hinter dem Mann herhechelt, der sein Überleben sichert…jedenfalls so lange, bis er entbehrbar ist?

Dieser Buchstabensturm ist nichts anderes als blinder Aktionismus. Wenn Ihr etwas tun wollt, dann packt einen LKW mit Kleidung und Lebensmitteln voll und fahrt nach Kiew!

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Dieser Artikel wurde 11 mal kommentiert

  1. John Brunswick Antworten

    Jetzt fällt sogar schon das Alphabet der cancel culture zum Opfer, was doch ein Blödsinn. Haben diese woken Bilderstürmer mal überlegt, dass es im kyrillischen überhaupt keinen Buchstaben z gibt? Davon abgesehen handelt es sich auch bloß um ein Symbol. Hätten die Nationalsozialisten (in Diskussionen betone ich den zweiten Wortteil extra) anstatt anstatt einer Swastika grüne Dreiecke als Symbol ihrer Ideologie benutzt, würden die heutzutage verteufelt (oder auch verehrt, die Dummen sterben ja bekanntlich nie aus). Ein Symbol ist einfach nur ein Symbol, entscheidend ist die Ideologie, welche dahinter steht. Buchstaben zu verdammen, ist der typisch gratismutige Blödsinn, den die „mir geht’s zu gut “ Fraktion gerne an den Tag stellt. Mit so einer Ukraine- Flagge im Facebook- Profil kann ich ja noch leben, aber beim canceln von russischem Zupfkuchen (der übrigens genau wie unsere soljanka- Suppe in Russland nicht bekannt ist) und dem bedrohen von russischen Restaurants und Benachteiligungen russisch- stämmiger Mitbürger hört für mich der Spaß auf. Die Grenze zum Faschismus ist da schnell überschritten, und sowas toleriere ich nicht ansatzweise.

    • H.K. Antworten

      Herr Brunswick,

      es werden nicht „nur Buchstaben“ oder „sogar das Alphabet“ geächtet.

      Seit Jahren bereits werden Zahlen, ja ganze Autokennzeichen „zensiert“.

      Und dabei sind nicht nur Buchstabenkombinationen wie „SS“, „SA“, „KZ“ geächtet.
      Auch Zahlenkombinationen wie „18“, „88“ u.s.w. gelten als „Geheimcode Rechter und Nazis“.

      In meiner Heimatstadt Hamburg gibt es demnach nahezu ausschließlich Nazis.

      Die haben tatsächlich alle „HH- …“ am Auto stehen.

  2. S v B Antworten

    Auch all diese Absurditäten in symbolpolitischem Schmalspur-Fromat sind doch längst schon Teil des über alle und alles erhabenen superwoken westlichen Wertekanons, den man ebenso überzeugt wie verbissen zu verbreiten und verteidigen trachtet; allüberall. Weniger überraschend als erheiternd, würde man meinen.

  3. GJ Antworten

    Oh je. Kriegen jetzt alle Zwickauer ihre Autos demoliert? Die fahren besser nirgendwo mehr hin. Ich erinnere mich, daß Autofahrer mit DAH auch überall schlechte Karten hatten.

  4. Alekzander Droste Antworten

    „Die Hysterie um die Verwendung des Buchstabens Z nimmt langsam, nein schnell, pathologische Züge in Deutschland an. Nun hat der Schweizer Versicherungskonzern Zurich angekündigt, er werde sein weißes „Z“-Logo aus den Internetauftritten des Unternehmens löschen. „Wir entfernen vorübergehend die Verwendung des Buchstabens ‚Z‘ aus den sozialen Kanälen, wo er isoliert erscheint und falsch interpretiert werden könnte“, heißt es in einer Erklärung. Ja, klar, wenn man das Logo des Versicherungskonzerns sieht, da denkt man natürlich gleich an Panzer.“

    Ich werde das jetzt mal (etwas gekürzt) politisch korrekt darstellen:

    Die Hysterie um die Verwendung des Buchstabens Tsett nimmt langsam, nein schnell, pathologische Tsüge in Deutschland an. Nun hat der Schweitser Versicherungskontsern Tsürich angekündigt, er werde sein weißes „Tsett“-Logo aus den Internetauftritten des Unternehmens löschen. „Wir entfernen vorübergehend die Verwendung des Buchstabens ‚Tsett‘ aus den sozialen Kanälen, wo er isoliert erscheint und falsch interpretiert werden könnte“, heißt es in einer Erklärung. Ja, klar, wenn man das Logo des Versicherungskontserns sieht, da denkt man natürlich gleich an Pantser.

    • Alekzander Droste Antworten

      Ich lach mich kaputt! Und da habe ich doch noch ein inkorrektes Tsett übersehen in „sozialen“! Also korrekt: sotsialen …

      Übrigens: Die Glosse „Kommt unser „Z“ doch holen, wenn Ihr euch traut“ ist so köstlich. Ich musste es drei mal lesen, weil es so lustig ist. (tsu finden u.a. bei Vera Lengsfeld.)

  5. Querdenker Antworten

    Ob nun eine Versicherung glaubt, mit einer Distanzierung zu ihrem Z-Logo fünf Kunden mehr zu gewinnen, ist einfach nur lächerlich. Dagegen äußerst bedenklich wird es, wenn Politiker ihr gestörtes Verständnis zur Meinungsfreiheit offenbaren und mehrere Bundesländer strafrechtliche Konsequenzen bei der öffentlichen Verwendung des Z-Symbols angekündigt haben. So wie man mit seiner Meinung dem gegenwärtigen Narrativ folgen kann, den Angriffskrieg verurteilt und völkerrechtswidrige Verbrechen sieht, muss es auch legitim sein, den Angriffskrieg zu befürworten, keine Verbrechen zu sehen und den russischen Soldaten ihren Sieg zu wünschen. Im Rechtsstaat darf man dann auch ohne Repressalien seine Meinung frei zu äußern. Was auch durch die Verwenden des Z-Symbols erlaubt sein muss.

    • H.K. Antworten

      Wenn alle Buchstaben, Zahlen ( und Kombinationen ), die auch nur ansatzweise eine „bäääh-Bedeutung“ haben KÖNNTEN, geächtet würden, wäre es ziemlich still in Deutschland und auch der Papierverbrauch würde deutlich schrumpfen …

      Ungeachtet der Frage, was Menschen mit Kfz-Kennzeichen wie z,B. „Z- …“ oder „HH-…“ machen sollen.

      Ihre Fahrzeuge alle in irgendeiner Garage verstecken oder Kfz-Schild überkleistern ?

      ( Mit diesem „Z“ sind es allein hier schon 10 davon … ).

      Und NEIN, ich möchte damit diesen Herrn in Moskau NICHT unterstützen ( Nr. 11…).

  6. S v B Antworten

    Was die Leute nur haben? Ist doch alles gar nicht schlimm! Handelt es sich beim „Z“ doch lediglich um ein „N“, das sich zur Ruhe begeben hat. Oder, wie ein Grundschüler in einer Klasse meiner Freundin einmal lapidar feststellte:
    „Das Z ist ein N, das schläft“. Warum also die ganze Aufregung? Es kommt eben stets auf die Perspektive an; so auch hier…

  7. Franz Reinartz Antworten

    Darf man dann auch nicht mehr jenen berühmten Streifen von Constantin Costa-Gavras von 1969 „Z – Anatomie eines politischen Mordes“ oder kurz „Z“ zeigen oder anschauen, der sich ja mit den Ereignissen in Griechenland vor dem Hintergrund der Machtübernahme durch das griechische Militär beschäftigt und zum Klassiker geworden ist?

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