Die CSU könnte bundesweit antreten – aber ihr fehlt der Mut

Der Freistaat Bayern – das ist für Viele das deutsche Bundesland, in dem Milch und Honig fließen, also im übertragenen Sinne. Milch und Honig – das nennen sie hier Laptop und Lederhose, eine Symbiose, die über Jahrzehnte erfolgreich war und bis heute ist. Doch der Lack blättert auch in der CSU-Hochburg, in der Schwergewichte wie Franz-Josef Strauß und Edmund Stoiber den Christsozialen bei Landtagswahlen Ergebnisse jenseits 60 Prozent bescherten.

Doch jetzt ist Markus Söder, der ja eigentlich auch kein Bayer ist, sondern ein Franke. Er hat einen ausgeprägten Machtinstinkt, und er ist ungeduldig, sehr ungeduldig. Natürlich will er Bundeskanzler werden, immer noch. Und natürlich hält er sich im Vergleich mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet für den besseren Mann. Kein Zweifel, dass er seine Ambitionen auch jetzt nicht aufgeben wird. Die nächsten Landtagswahlen stehen in Deutschland an, und wenn die so ausgehen, wie die Demoskopen voraussagen, droht der großen Schwesterpartei im Osten ein Desaster. Und dann wird sich Markus Söder in Erinnerung bringen, der in den Umfragen der beliebtesten Politiker weit vor dem Rivalen aus Aachen rangiert.

Doch Markus Söder ist eben auch sprunghaft, keiner, bei dem man weiß, für was er wirklich steht. “Keiner will die alte Union aus den 90er-Jahren zurück”, hat er gerade gestern Journalisten diktiert, und mit dieser Einschätzung liegt er dramatisch falsch. Millionen Deutsche wünschen sich nach den Merkel-Jahren ihre alte CDU zurück. Nicht unbedingt die früheren Programme, aber Verlässlichkeit, überzeugende Persönlichkeiten, denen es nicht nur um Macht und Einkommen geht, sondern um dieses Land. Kein Relativismus, kein Modernismus, sondern Verlässlichkeit, Werte und, ja, ein starkes konservatives Element – personell wie programmatisch. Aber was bietet Ihnen Söder? Anbiederung an den Zeitgeist, grünes Nachplappern und Klimarettung statt solide Wirtschaftspolitik, Innere Sicherheit und eine Familienpolitik, die die traditionellen Familien mit Kindern in den Fokus stellt. Im Landtagswahlkampf legte der Franke eine ordentliche Kampagne hin und stoppte den freien Fall der CSU in der Wählergunst mit fulminanten Bierzelt-Auftritten. Aber schon am Tag nach dem Wahlerfolg pries er sein Bayern als Öko-Musterland der Zukunft.

Das kann man machen, aber es ist nicht das, was die Bayern in ihrer großen Mehrheit wollen. Es ist nicht Laptop und Lederhose, nicht BMW, FC Bayern und Oktoberfest. Sondern es ist der gleiche verhängnisvolle Kurs, mit dem Frau Merkel und ihre Klatschkohorten die einst große Volkspartei von Konrad Adenauer und Helmut Kohl bis zur Unkenntlichkeit heruntergewirtschaftet hat. Zwischen CDU und CSU gibt es – anders als früher – nur noch Nuancen, die sie unterscheidbar machen. Und das ist schlecht für Deutschland und für uns bürgerliche Wähler, die ihr Land auch in Zukunft noch erkennen wollen.

Bayern und die CSU, das war über Jahrzehnte ein Modell für die Konservativen in ganz Deutschland. Nach der kurzzeitigen Trennung der Fraktionsgemeinschaft 1976 wabert der Geist von Wildbad-Kreuth bis heute durchs politische Deutschland. Könnte man nicht sogar die AfD überflüssig machen, wenn die CSU in ganz Deutschland auf dem Wahlzettel stünde? CDU und CSU getrennt marschieren und dann vereint siegen? Helmut Kohl stoppte solche Überlegungen 1976 mit der Drohung, die CDU werde in Bayern einmarschieren und den Nimbus der Schwester als die Partei der Bayern zerstören. Strauß knickte ein, Sie alle kennen die Geschichte. Nur den Nimbus gibt es nicht mehr.

Doch der Mythos von Kreuth ist auch heute noch lebendig. Der Redaktion von TheGermanZ liegen Kopien mehrerer Anfragen von CDU-Verbänden an die Landesleitung der CSU vor. Sie wollen unter dem Label CSU antreten, ganze Ratsfraktionen würden morgen früh überlaufen, wenn München grünes Licht gibt. Doch sie blocken ab, und das verstehe ich nicht, denn die Voraussetzungen sind anders als 1976, deutlich anders. Die CSU hat nicht mehr den Nimbus der Bayern-Partei, sie liegt nicht mehr bei 60 Prozent, sondern bei 35 bis 40 Prozent. Und sie hat keinen Strauß an der Spitze, sondern einen Söder. Die Partei heißt (noch) anderes, aber unter Söders Führung gleicht sich die CSU immer mehr den CDU-Landesverbänden an, programmatisch weichgespült, angepasst.

Warum also nicht ernsthaft darüber nachdenken, die Christsozialen als Angebot für die herumvagabundierenden Wähler nördlich des Weißwurstäquators in Szene zu setzen? Der CDU-Europa-Hinterbänkler Dennis Radtke hat vor ein paar Tagen der CSU damit gedroht, einen CDU-Landesverband in Bayern zu gründen, wenn der Söder seine Kanzlerambitionen nicht unverzüglich ad acta lege. Söder und die CSU werden vor Angst gezittert haben. Heutzutage reicht das aber allemal aus, um den Riesenstaatsmann aus Bochum-Wattenscheid, der früher SPD-Mitglied war, in Fernsehtalkshows einzuladen. In Oli Welkes “Heute Show”, ok! Aber Dennis Radtke als der Heerführer, der das Bayernland erobert – das kann nur Satire sein.

Frustrierte CDU-Mitglieder gibt es an der Parteibasis nach der Nominierung Armin Laschets in einer Nachtsitzung durch knapp 40 Funktionäre unter Ausschluss der anderen 400.000 Mitglieder ohne Ende. Ein Startsignal aus München, und etwas völlig Neues würde Deutschland faszinieren. Vorgestern teilte die Partei mit, dass es nach Laschets Nominierung Hunderte Online-Anträge auf Mitgliedschaft gegeben habe. Aber die CSU wird eine Ausdehnung auf ganz Deutschland nicht zulassen, weil sie immer noch denkt, sie sei die alles beherrschende Partei der Bayern, und das dürfe man nicht gefährden. Ohne zu merken, dass diese Zeiten längst vorbei sind.

Und sie haben einen Markus Söder, der die Grünen toll findet. Franz-Josef Strauß sagte mal über die Ökosozialisten: “Ihnen geht es um den Umsturz dieses Staates, um eine andere Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung.” Das gilt auch heute noch. Aber leider ist es heute eben nicht mehr die CSU von damals.

Dieser Beitrag erschien erstmals am 24.04.2021 bei der Online-Tageszeitung TheGermanZ.

Bitte unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit mit Ihrer Spende über PAYPAL hier oder durch eine Überweisung auf unser Konto bei der Sparkasse Krefeld DE40 3205 0000 0000 2711 22 ! Vielen Dank!

image_pdfimage_print

Dieser Artikel wurde 38 mal kommentiert

  1. S v B Antworten

    Ihren Artikel habe ich noch nicht gelesen, sondern lediglich die Überschrift. Genau dies hatte ich vor wenigen Jahren auch schon „gefordert“, ähm, ich hatte es mir so sehr gewünscht. Leider war dies noch zu Drehhofer-Zeiten. Seehofer war zu feige und schwach, sich abzukoppeln. Nun gut, die Situation hatte sich vielleicht noch nicht so zugespitzt wie heute, aber auch damals schon hätte die CSU eine stattliche Anzahl von Wählern hinter sich versammeln können. Wer zu spät kommt, den bestraft eben das Leben. Auch für Söder ist es jetzt erst einmal (zumindest) zu spät. Die nächste Kanzlerin wird Frau Baerbock. Darüber dürfte es keine Zweifel geben. Falls die CSU ihren Mut irgendwann nach der BT-Wahl zusammenreißen würde, könnte über eine Abspaltung dann nochmal sehr ernsthaft nachgedacht werden. Ach was, nachgedacht, springen sollen sie, auch wenn das Wasser sich noch etwas kalt anfühlen sollte. Das Rumgeeiere und die Feigheit vieler Politiker sind und waren in den vergangenen Jahren kaum noch zu ertragen. Also werden’s jetzt mutmaßlich erst mal vier Jahre Grün-Links. Selber schuld. Mein Mitleid mit den Politkern, die das Fiasko zu verantworten haben, hält sich wahrhaftig in Grenzen. Nicht jedoch das Mitleid mit unserem Land. – Wenn ich mich wieder beruhigt habe, werde ich dann Ihren Artikel lesen, lieber Herr Kelle…

  2. Rosenblatt Antworten

    Warum sollten frustrierte CDU-Einheiten zu einer CSU überlaufen, die sich nur noch in Nuancen von ihrer eigenen Partei unterscheidet und auf dem direkten Wege dazu ist, ein ganz gewöhnlicher CDU-Landesverband zu werden?
    Nein, dieser Zug ist abgefahren, die letzte Möglichkeit dazu wäre der Bruch nach Merkels verhängnisvoller Einwanderungsvolte gewesen. Aber damals hat Seehofer nur gebrüllt und nicht gehandelt, obwohl er die Argumente und die Stimmung im Land hinter sich gehab hätte. Der AfD hat das damals das Überleben gerettet.
    Wenn es Laschet nicht gelingt, die Uhr zurückzudrehen und die CDU von innen heraus zu erneuern (wobei nicht klar ist, ob er das überhaupt will, wie überhaupt die programmatische Ausrichtung der Union im Nebel liegt), dann kann ein Neustart nur von außen gelingen. Ausreichende Kräfte dafür wären sicher vorhanden. Die Frage ist nur, wer sie bündeln kann, ohne die üblichen Glücksritter, Wendehälse, Profilneurotiker und in anderen Parteien vielfach Gescheiterten jeglichen Geschlechts anzuziehen, die sich auf solche Neugründungen stürzen, wie die Wespen im August auf den Zwetschgenkuchen.

  3. Christlicher Heide Antworten

    Jetzt hat auch eine Emnid-Umfrage ergeben, dass die Grünen vor der CDU liegen. Der Grund dafür ist, dass die CDU nicht genug gegen den Multikulturalismus und gegen Abtreibungen unternimmt. Außerdem versäumt es die CDU, sich für Abrüstung auszusprechen. Kleine konservative Parteien wie FW, ÖDP und Bündnis C sind im Aufwind.

    • H.K. Antworten

      „ Jetzt hat auch eine Emnid-Umfrage ergeben, dass die Grünen vor der CDU liegen. Der Grund dafür ist, dass die CDU nicht genug gegen den Multikulturalismus und gegen Abtreibungen unternimmt. …“

      Und DAS ist der Grund, daß der Zuspruch bei den Grünen so groß ist ???

      Tun die Grün*/:/-/_/Innen MEHR gegen Mulitikulti und MEHR gegen Abtreibungen ???

    • H.K. Antworten

      „… Außerdem versäumt es die CDU, sich für Abrüstung auszusprechen. …“

      Herr Putin verlegt mal eben 150.000 Soldaten gen Ukraine, Deutschland gibt gerade mal 1,2 % des BIP für Verteidigung aus statt der vereinbarten und zugesagten 2,0 %, die Bundeswehr ächzt aus allen Ecken und Winkeln und müßte zur Verteidigung Deutschlands die bayrischenFreiwillige Feuerwehr hinzubitten, und die „Partei der Inneren und Äußeren Sicherheit“ ( lang ist‘s her ) soll weiter abrüsten ?

      Wenn die Trümmerreste der Bundeswehr demnächst nur noch Brunnen bohren und Schulen bauen sollen, okay.
      Dann steht der Umbenuennung in „THW“ und dem blauen Anstrich nichts mehr entgegen.

  4. S v B Antworten

    „Kleine konservative Parteien wie FW, ÖDP und Bündnis C sind im Aufwind.“

    Dies mag Sie ja durchaus fröhlich stimmen, werter Christlicher Heide, aber der „konservativen Sache“ nützen, sprich dem gesunden Konservatismus wieder eine unüberhörbare Stimme zu verleihen und ja, ihm auch zu mehr Macht zu verhelfen, kann und wird Klein- und Kleinstparteien nicht gelingen. Es braucht eben wieder eine große, starke und vor allem glaubhafte Vertretung
    (liberal-)konservativer Interessen in Form einer bundesweit aufgestellten Partei. Eine Partei wie sie die Prä-Merkel-CDU „noch gestern“ war. Genau derer erinnern sich, und auf deren „Neuauflage“ warten Millionen total frustrierter Wähler.

    • Christlicher Heide Antworten

      @ S v B
      Die Partei FW hat immerhin schon den Einzug in Landtage geschafft. Im Übrigen ist auch eine christlich-konservative Haltung wichtig. Und eine Erneuerung des Christentums. Bitte googeln Sie mal: Christliches Heidentum Traumsteuerung

  5. HB Antworten

    Sehr geehrter Herr Kelle,
    Ihrem Artikel entnehme ich eine gewisse Ratlosigkeit ob der Rolle Bayerns in der Zukunft Deutschlands.
    Bayern ist einer der ältesten Staaten Europas (1.400 Jahre alt). Kennen Sie Udo, den ältesten Primaten der Welt (knapp 12 Mio Jahre alt, Fundort Nähe Kaufbeuren, also 5 Mio Jahre älter, als der älteste Primat Afrikas)? Danach kamen die Neandertaler, die Steinzeitler, die Bronzezeitler, die Kelten, die Römer, die Germanen, die Baiuwaren, die Ungarn. Etc. etc.
    Glauben Sie uns, wir überleben auch einen Franken namens Söder. Jetzt lassen Sie dem erst einmal seine Wunden lecken! Wer sich von der Abrißbirne so vorführen hat lassen, als harter Hund, der ist tödlich angeschossen. Darauf müssen wir uns einstellen. Es kommen vielleicht noch ein paar beleidigte Zuckungen, von dem kommt aber bundesrepublikanisch so schnell nichts mehr. Glauben Sie mir.
    Der hat jetzt auch in Bayern einen schweren Stand. Der hat unsere bayerische Souveränität für seinen Ergeiz verscherbelt. Und einiges andere aus persönlichen / wirtschaftlichen? Gründen auch noch. Der hat Bayern an die Wand gefahren, als gefühliger „Lebensretter“.
    Das verzeihen wir nicht so leicht nicht!

    • S v B Antworten

      Liebe H.B., auch bei mir hat Söder in den vergangenen Wochen und Monaten allerletzte Sympathien verspielt. Dabei hatte ich noch vor wenigen Jahren riesige Hoffnungen in den Mann gesetzt – und zwar hinsichtlich einer zukünftigen Kanzlerschaft. Hier in Bayern hätten wir gewiss ganz bald einen – vielleicht sogar mehr als – vollwertigen Ersatz für den „Abtrünnigen“ gefunden. Schließlich ist kein Mensch unersetzlich. Nach allem jedoch, was Söder inzwischen gesagt und getan hat, ist er – nach meinem Dafürhalten – zukünftig weder für Bayern noch für den Bund die erste Wahl. Schon bemerkenswert, wie ein Politiker nach dem anderen durch die nicht einmal besonders eng geknüpften Maschen meines persönlichen Auswahlnetzes rutscht…

    • Tina Hansen Antworten

      Hallo HB,

      das ist ein Punkt, der mich (gebürtige Westfälin, langjährige Wahl-Hessin, heute in Niedersachsen daheim, mit Hamburg- und mit Franken(!)-Erfahrung) mal brennend interessieren würde: Wie lässt sich eigentlich das sprichwörtliche bayerische Selbstbewusstsein mit dem „Harten Hund“-Krus des gefühligen Lebensretters Söder vereinbaren? Mir haben die Bayern zuletzt einfach nur noch leid getan…

      Übrigens geht`s mir ansonsten so wie SvB: Ich kommentiere hier einen Artikel, den ich – bis auf die Überschrift – nicht gelesen habe. Das macht man eigentlich nicht, und ich mache es eigentlich auch nicht. Aber ich bin mit diesen C-Parteien so fertig – sie können von mir aus Pumuckl als Kanzlerkandidaten aufstellen oder die kleine Meerjungfrau (darf man das eigentlich noch sagen?), es ist mir einfach nur egal.

      • S v B Antworten

        Au ja!!! Die kleine Meerjungfrau – bitte! Oder noch besser Pocahontas, von wegen Diversität, Anti-Rassismus und so. Pumuckl dagegen nicht. Schließlich wird auch er über kurz oder lang ein alter weißer Mann werden. Igittigitt. Sie wissen doch, liebe Tina Hansen, Frauenpower ist angesagt, Frauenpower, und sonst nix.

        • Tina Hansen Antworten

          Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von meinem Vorschlag, Pumuckl als Kanzlerkandidat der CD/CSU aufzustellen. Nie war es meine Absicht, damit Rechtsextremen in die Hände zu spielen. Ich distanziere mich auch von Reichsbürgern, Aluthutträgern, Verschwörungstheoretikern und natürlich von der AFD. Mein Vorschlag, einen alten weißen Mann als Kanzlerkandidaten aufzustellen, war ironisch gemeint. Soweit ich weiß, hat dieser Pumuckl auch noch Übergewicht. Das geht gar nicht, schon im Sinne der Volksgesundheit, und Adipöse erkranken auch viel leichter an Covid19.

          Mein Beitrag war ein Versuch, an bestimmten gesellschaftlichen Entwicklungen, die mir persönlich Sorge bereiten, auf satirische Weise Kritik zu üben. Dies ist gründlich schiefgegangen. Nie wollte ich der AFD in die Hände spielen. Keine Partei steht mir so fern wie die AFD. Ich entschuldige mich dafür und distanziere mich von mir selbst.

          • S v B

            Genau so und nicht anders gehört sich das, Frau Hansen. Ihre vernünftige Distanzierung von jedem und allem sei hiermit letztmalig akzeptiert. Dennoch seien Sie gewarnt – schreiben Sie solches nie, nie wieder. Ich hoffe, Sie haben verstanden. – Meine Güte, wie hieß nochmal der schreckliche Typl vom Berliner Reichskammergericht? Ob meines imaginär zackigen Tonfalls fühle ich mich an diesen „ziemlich ungut“ erinnert.

          • H.K.

            Liebe SvB,

            Sie meinen doch nicht etwa den netten, eloquenten, überaus sympathischen und humanen Herrn Karl Roland Freisler vom Volksgerichtshof ?

          • S v B

            Genau, der Protagonist einer aufs Perfideste argumentierenden Rechtsprechung. Auch zu Zeiten der unsäglichen Hexenprozesse wäre Freisler in seinem Element gewesen und hätte schon damals eine brillante Karriere hingelegt.

      • HB Antworten

        Liebe Tina Hansen,
        das sprichwörtliche bayerische Selbstbewußtsein gibt es hauptsächlich noch auf dem Land. In den Städten war der Zuzug so groß, dass kaum noch die bayerische Sprache gesprochen wird und die bodenständige Bauernkultur gänzlich verschwunden ist. In den Schulen und Universitäten der Städte wird grün indoktriniert. Das erkennt man dann an den Wahlen.
        Wenn wir einen Ministerpräsidenten haben, der das Bayerische lebt, kommt noch ein Gemeinschaftsgefühl auf. Wenn wir einen MP haben, der Cola light aus dem Maßkrug trinkt, so wie jetzt, ist Ihr Mitleid angebracht…

        • Tina Hansen Antworten

          Das mit der Cola wusste ich nicht. Das schlägt nun wirklich dem Fass den Boden aus. Sie haben mein Mitleid!
          Ihre T.H.

          • H.K.

            Der langjährige Bremer Bürgermeister ( ok, ich will natürlich Bayern nicht mit Bremen vergleichen ) Henning Scherff hatte – angeblich – grundsätzlich heißes Wasser in seinem Trinkgefäß.

        • S v B Antworten

          Ich verstehe genau, was Sie meinen, liebe HB. Obwohl ich bekennen muss, dass auch ich eine Zuag’roasde bin (vor 41 Jahren), habe ich die zunehmende und schließlich überhand nehmende „Versaupreußung“ des wunderschönen und traditionsbewußten Bayernlandes mit großer Sorge verfolgt. Wirtschaftlich hat Bayern von dem massiven Zuzug natürlich enorm profitiert. Der Preis dafür war allerdings hoch. Ich würde gar soweit gehen und behaupten, dass Bayern im Grunde seine Seele verkauft hat. Mit vielen Vorteilen, aber nicht weniger Nachteilen. Reversibel ist diese Entwicklung (wie die allermeisten) nicht. Ich kann sehr gut verstehen, dass Sie den zunehmenden Verlust der bayerischen Identität und Lebensart zutiefst bedauern. Hoffentlich verbleiben wenigstens noch einige „boarische pockets“ auf Dauer bestehen. Die „Bayerntümelei“, die sich bei Zua’groasdn so oft und gerne findet, lehnen Sie sicher genauso wie ich ab. Sie ist aufgesetzt und alleine schon deshalb oberpeinlich. Ein herzliches Viva Bavaria an Sie – von einer… Hessin.

          • HB

            Ach, liebe SvB,
            die Hessen, das sich doch auch Kelten. Mia san uns gleich. Bayern war und ist ein Schwamm. Jeder ist willkommen, dem’s bei uns gefällt, der uns akzepiert, so, wie wir sind, sich mit uns freut und uns nicht für genetisch total verblödet hält, ob unserer Traditionen. Und da gehört der Grant dazu. Ned gschimpft is globt gnua!
            Aber das wissen Sie ja, als vorbildlich Integrierte!

          • S v B

            DES aa, lieber H.K., DES aa. I moan, am besd’n woas des ganz g’wiss HB. Liebe HB, bitte helfen Sie uns!

          • HB

            Es gibt nix besaß, ois wos guad’s. Und Ihr seid’s scho sakrisch guad. Do gibt’s nix zum heyfa. Nix fia unguad!

          • H.K.

            Jo mei, i üb holt noch …

            A Lederhosn mit an Reizverschluß hob i scho …

            ????

          • S v B

            Das tolle Kompliment aus berufener Taste, liebe HB, macht meinen heutigen Tag! Ganz herzlichen Dank.

  6. Johannes Antworten

    „Könnte man nicht sogar die AfD überflüssig machen, wenn die CSU in ganz Deutschland auf dem Wahlzettel stünde?“

    Vielleicht. Es hinge von 1. den Köpfen und 2. der Programatik ab. Und zwar genau in der Reihenfolge.

    Träte z.B. Hans Georg Maaßen und weitere politische Vertreter der Werteunion in eine bundesweit aufgestelltee CSU ein und nähmen dort eine maßgebende Postition ein. Dann wäre es vorstellbar, dass die AfD ihren Auftrag erfüllt hätte. Der m.E. allein darin besteht, konservativ/bürgerlich Positionen eine klare politische Stimme zu geben. Bliebe aber ein Herrn Söder in dieser „neue“ CSU am Drücker, dann sähe ich schwarz 😉

    Eine bundesweite CSU ohne echte, authentische Konservative an der Spitze würde gegen die AfD politisch keine Chance haben. Die „Millionen Deutsche“ würden diese Täuschung nicht goutieren. Söder fällt nicht die Kategorie „echter, authentischer Konservativer“…

    • S v B Antworten

      „Söder fällt nicht die Kategorie „echter, authentischer Konservativer“…“

      Wie wahr. Schließlich hat er uns dies in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren hinreichend bewiesen. Noch vor drei, vier Jahren hätte ich ihn ohne jeden Zweifel als solchen bezeichnet, ohne Wenn und Aber einen Kanzler-Kandidaten Markus Söder unterstützt. Leider hat sich seiner Person inzwischen blanker Opportunismus bemächtigt, ausgelöst durch wen oder was auch immer. Auch und gerade Politiker sind also immer wieder für eine Überraschung gut. Das macht die Sache so schwierig, ja frustrierend. Gewiss, spannend macht es sie auch. Allerdings ist mein diesbezüglicher Bedarf schon auf Jahre hinaus gedeckt.

  7. Dieter Zorn Antworten

    Ehrlich gesagt bin ich ganz anderer Meinung. Ich bin dafür, diesen CSU Zirkus nach 70 Jahren radikal zu ändern. Warum sollte EIN Bundesland einen herausgehobenen Status haben? In Zukunft sollten bei einer Bundestagswahl nur BUNDESWEITE Parteien antreten können. Dann müssten beide Parteien ÖFFENTLICH FARBE bekennen.

    • H.K. Antworten

      Da wäre der politische Knatsch vorprogrammiert.

      Zumindest in Schleswig Holstein mit der dänischen Minderheit.

    • HB Antworten

      Ja, der Meinung bin ich auch: wir sollten den Versailler Vertrag von 1871 kündigen, wieder ein unabhängiges Königreich ausrufen und uns wieder einen Wittelsbacher als bayerischen Kini holen. Aus Berlin ist noch nie etwas Gutes zu uns gekommen! Wir wären nicht das kleinste Land Europas! Und zwei schreckliche Kriege wären uns vielleicht erspart geblieben. Bayern hat noch nie einen Krieg begonnen! Wenn, dann war’s immer nur eine dämliche, aufgezwungene Bündnispolitik.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.