In Zeiten des Internets ist es nicht mehr leicht, zu unterscheiden, was wahr und was nicht wahr ist. Rund um den Erdball arbeiten Tausende aus unterschiedlichen politischen und militärischen Lagern daran, die Deutungshoheit für die eigenen Ideale (im besten Fall) oder für ihre Lügen (im schlechtesten Fall) zu gewinnen. Die Sozialen Netzwerke, einst als Werkzeug gepriesen, der globalen Meinungsfreiheit und damit dem Urgedanken der Demokratie zum Durchbruch zu verhelfen, erweisen sich nun als das genaue Gegenteil.

Ich gebe zu, dass ich gern auf Facebook unterwegs bin. Viele Freunde in meinem Netzwerk tragen zu vielen anregenden Debatten und Gedanken bei. Und eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen dort sind inzwischen auch im realen Leben Bekannte und sogar Freunde geworden. Aber sehen wir es nüchtern: die fast unbegrenzten Möglichkeiten des weltumspannenden Netzes ist auch ein Werkzeug für Demagogen und Manipulierer aus allen denkbaren Seiten. Eine der launigsten Geschichten spielte sich vor einem guten Jahr ab. Facebook-Freunde teilten mir mit, US-Präsident Barack Obama habe an einem bestimmten Tag auf einem bestimmten großen und bekannten US-Militärstützpunkt in Deutschland eine Rede gehalten und „zugegeben“, dass Deutschland immer noch ein besetztes Land sei und das auch bleiben werde. Normalerweise wende ich mich bei solchem Irrsinn immer direkt ab. Nicht, dass ich grundsätzlich etwas gegen Verschwörungstheorien hätte, aber ein bisschen gehaltvoller sollten sie schon sein. Was mich aber bei diesem Thema faszinierte, war, dass es nicht versiegte. Nicht nur im Netz, sondern auch bei öffentlichen Veranstaltungen und sogar im privaten Freundeskreis fanden sich immer in geselliger Runde Leute, die mir zuraunten: „Wir sind ja gar kein souveränes Land.“ Deutschland, so die Geschichte, sei so eine Art Protektorat der Vereinigten Staaten. Eine Deutschland GmbH. Und: „Wissen Sie eigentlich, dass wir noch immer keinen Friedensverttrag mit den Siegermächten haben?“ Ja, wissen wir. Und ich habe 71 Jahre nach Kriegsende auch nicht den Eindruck, dass wir unbedingt einen bräuchten.

Es gibt ganz andere Probleme heutzutage. Und es gibt zweifellos Einflüsse, die unsere nationale Souveränität beeinflussen. Vielleicht haben Sie – im Internet – den Schnippsel gesehen, wo Finanzminister Schäuble sagt: „Das können wir nicht allein entscheiden….“ Bumm! Endlich der Beweis! Erst hat Obama was zugegeben. Und nun auch noch Schäuble. Aber was? Dass wir zwischen vielen souveränen Staaten viele Verträge geschlossen haben? Nicht immer nur gute zweifello. Aber was ist daran der Skandal, das Aufregende? Ich bin der Geschichte von Obamas Rede damals nachgegangen. Er war am 5. Juni 2009 zwar auf der Basis in Ramstein, aber er hat dort keine Ansprache gehalten. Es gibt keine Medienberichte darüber, und wer glaubt, dass ja alle Zeitungen und Sender von Washington, wahlweise der CIA oder Goldman Sachs gesteuert werden – es gibt auch keine Aufnahmen mit Smartphones der zahlreich anwesenden Soldaten, die der angeblichen Rede zuhörten. Es gibt übrigens auch keinen einzigen Menschen, der dort war und behauptet hat, der US-Präsident habe irgendetwas in dieser Art von sich gegeben. Diese Geschichte ist frei erfunden. Und doch wurde sie überall geglaubt und weiterverbreitet. Weil man es glauben wollte, weil man den Nervenkitzel genießt, die geheimen Strippenzieher endlich mal so richtig zu entlarven. Und weil man seine Vorurteile gern pflegt. Und es waren nicht nur Trolle und Deppen, sondern eine Menge kluger Leute, die auf diesen – neudeutsch – „Hoax“ reinfielen.

In jüngster Zeit schicken mir verstärkt Freunde auf Facebook den Link zu einem Film des US-„Think Tanks“ namens Stratfor zu. Deren Leiter, George Friedman, behaupte dort – so meine Freunde – dass das Hauptziel der amerikanischen Außenpolitik sei, ein Bündnis zwischen Deutschland und Russland zu verhindern. Weil man nämlich Angst hätte, dass dies dann global mächtiger sei als Amerika. Ich freue mich schon darauf. Ich werde es anschauen und Ihnen meine Eindrücke berichten. Versprochen! Das Video wird übrigens von einem Absender „Deutschland-Russland“ im Internet verbreitet. Der bietet auch andere Beiträge an: „Der Plan der USA zur globalen Weltherrschaft“ und „Wladimir Putins Liebeserklärung an Deutschland“….

image_pdfimage_print

Dieser Artikel wurde 23 mal kommentiert

  1. Konrad Kugler Antworten

    Meine persönlichen „Dogmen“

    Rußland hat eine imperialistische Staatsdoktrin vom „gemeinsamen Haus“, mit der ein riesiges Reich geschaffen wurde. (Hans Graf Huyn) Zaren, natürlich auch die Kommunisten und Putin betreiben diese Politik und das Volk steht heute dahinter. Die Krim ist nicht der erste Fall.

    Die Israelis betrachten die Bibel als Grundbuch. Die Araber würden, wenn sie könnten, die Juden ins Meer treiben. Die ganze Welt aber würde nur höchst indigniert zuschauen.

    Ich habe in letzter Zeit große Zweifel bekommen an der Macht der US-Präsidenten. Kaum hatte sich George Bush gegen die Abtreibung gestellt, hatte er auch schon alle Teufel der Welt gegen sich.

  2. verena v. buch Antworten

    Wissen Sie, Herr Kelle, dass ich Ihretwegen facebook verlassen habe? Ich konnte den Shitstorm, der über Sie damals hereinbrach, ich weiss schon gar nicht mehr warum, und den ja auch ich zu lesen bekam, einfach nicht mehr ertragen. Manche eigene Freunde mailten mir dann, dass es schade wäre, dass sie nicht mehr über mich informiert wären. Mit denen treffe ich mich schon seit längerem bei whatsapp. ( gehört ja inzwischen auch zu facebook).

  3. Felix Becker Antworten

    Mit der Souveränität ist es so eine Sache! Man darf das nicht mit nationaler Autarkie verwechseln. Nehmen wir z.B. mal die deutsche Agrarwirtschaft:
    Statistiker weisen hier nach, dass ein deutscher Landwirt heute erheblich mehr Menschen ernährt als vor 100Jahren und Deutschland sei sogar in vielen Bereichen Agrargüterexporteur. Stimmt alles, aber die Agrarwirtschaft ist u.a. auf Energie-, Düngemittel, Agrarchemieimport existentiell angewiesen. Ohne internationale Handelsverflechtung könnten deutsche Bauern wenig mehr Menschen als vor 100Jahren ernähren. Wir sind also auf die EU und internationale Verflechtungen existentiell angewiesen. In diesen Rahmen sollten wir über unsere Souveränität denken!

  4. Hans Wolfgang Schumacher Antworten

    Ich hatte die strittige Obama – Aussage mal in einem österreichischem Quartalsmagazin gelesen. Dort berief man sich auf das Buch: „Das Schweigen der glücklichen Sklaven“ von Richard Melisch und dieser wohl wiederum auf eine entsprechende Sendung im 3Sat TV.
    Das Buch besitze ich selbst leider nicht. Es wäre interessant, was dort im Quellenverzeichnis steht.
    Vielleicht hat jemand aus diesem Forum das Buch in seinem Bücherschrank und kann mal reinsehen?
    In der 3Sat TV – Mediathek ist aus Juni 2009 lediglich noch der 29.6.2009 aufrufbar. Und da ist Obama oder Rammstein nicht das Thema.
    Aber wenn die Obama – Aussage vor 7 Jahren tatsächlich erfolgt sein sollte und gesendet wurde, hat diese vielleicht damals jemand auf seinem Recorder aufgenommen ?
    Es ist allerdings tatsächlich sehr merkwürdig, dass ein entsprechender Redeauszug nicht einmal auf YouTube zu finden ist.

    • Klaus Kelle Antworten

      Es gab diese Rede nicht, lieber Herr Schumacher. Ganz sicher!

      Aber nehmen wir einfach mal an, die USA wären wirklich der Meinung, sie hielten Deutschland nach wie vor besetzt und könnten hier tun und lassen, was sie wollen – würde ihr Präsident das dann in einer öffentlichen Rede in Deutschland sagen?

  5. Alexander Droste Antworten

    Zur Zeit läuft eine (große?) Kundgebung von Friedensaktivisten in Ramstein. Ich bin nicht dort, habe aber lange darüber nachgedacht. Man möchte, dass Ramstein geschlossen wird und keine Drohnen und sonstige militärische Aktivitäten mehr von deutschem Boden aus koordiniert werden (wie es ja auch in unserer Verfassung steht). Fakt ist ja, dass diese Kriege asymmetrisch und ziemlich unselektiv geführt werden, sprich, wo einstmals Truppen gegen Truppen angesetzt wurden, werden heute flächig aus der Luft irgendwelche Heckenschützen bombardiert. Hochzeiten und Krankenhäuser, Schulen und Altenheime sind da so salopp Kollateralschäden. An so etwas sollten wir als gebrannte Kinder (bzw. reuige Täter) nicht mehr – auch nicht indirekt – beteiligt sein, finde ich.

    Was diese Internetbeiträge anbelangt, so bekommt man mit der Zeit ein Gespür, was stimmig ist und was nicht. Wenn STRATFOR-Friedman referiert, dass es seit über hundert Jahren den Amerikanern gelungen ist, eine Zusammenkunft mit Russland aus eben selbigen von Ihnen genannten Grund zu verhindern, so ist das durchaus glaubhaft. Wenn RTV aus St. Petersburg verschiedene Berichte veräußert, so darf man diese Äußerungen gewiss mit derselben kritischen Haltung bezweifeln wie die der eigenen heimischen Medien. Manches stimmt und manches eben nicht. Wenn es darum geht, die Deutschen auf seine Seite zu ziehen, sehe ich darin nichts Verwerfliches. Nur sollten wir Deutsche uns nicht gegen andere ausspielen lassen. Die deutschen Medien sind da eindeutig einseitig. Unsere Beziehungen zu Russland sind ebenso wichtig wie mit den USA und allemal besser und wichtiger als mit der derzeitigen Türkei.

    Ein inzwischen durch Verleumdungen verfemter honoriger Schweizer Historiker, Dr. Daniele Ganser, gab in einem Vortrag dem Auditorium den dringenden Rat, sich nicht auf Rundfunkmedien zu verlassen, sondern vor allem zu lesen. Und zwar nicht nur die eine Presse, sondern auch die andere und eben Bücher (wie z.B. von Scholl-Latour, Krone-Schmalz, Dr. Michael Lüders oder Brzezinski, er hat sie nicht genannt, sondern jetzt ich). Wenn man zusätzlich die neuen Medien ansieht und diese daneben stellt, bekommt man ein recht gutes Urteilsvermögen. Was soll ich Ihnen sagen, Herr Kelle? Das, was ich bislang versucht habe in diesem Forum auszudrücken, ist bislang recht bedrohlich, da stichhaltig und mit großer Wahrscheinlichkeit keine Verschwörungstheorie.

    Diese Souveränitätsfrage ist insofern nicht unbedeutend, als dass es sich bestimmte Mächte herausnehmen auf unsere Kosten ihre Macht auszuweiten. Es ist nicht unbedingt erstrebenswert, das amerikanische Modell in der ganzen Welt zu etablieren. Wir wollen unseres, die Russen ihres und die Iraker und Syrer ebenfalls. Ich kann ihnen auch eine Menge Gründe dazu liefern. Von daher ist meine Sympathie bei den Aktivisten in Ramstein.

    Ein weiterer recht sympathischer Historiker aus Tübingen darf seine Professur dort nicht mehr ausüben, weil er sich kritisch gegenüber den Mechanismen geäußert hat, die derzeit bzw. vor allem im Zusammenhang mit der Ukrainekrise arbeiten. Dr. Rainer Rothfuß hatte seinen Studenten über die Entstehung und Funktion von Feindbildern anhand vorgenannten Beispiels erläutert. Nun, wenn ich Rothfuß recht gebe, so findet bei uns eine Desensibilisierung statt, die uns auf einen offenen Konflikt gegen Russland vorbereiten soll. Bei aller kritischen Distanz, da ist was dran.

    Wenn man nun die Literatur studiert, die neuen Medien daneben betrachtet, Vorträgen und nicht zuletzt den Beiträgen von Satiresendungen von Pispers, „Die Anstalt“ etc. lauscht, so kommt man zu einem ziemlich eindeutigen Bild. Dieses ist NICHT von russischer Propaganda indoktriniert, sondern allenfalls bestätigt. Dieses Bild besagt, dass Amerika (nicht aber die Russen) die Macht und den Willen hat, sämtliche Finanzen und Ressourcen in der Welt zu kontrollieren. Das setzen sie gegebenenfalls mit Gewalt durch, wie wir das im Irak und Libyen eindrucksvoll vorgeführt bekamen (allerdings mit fraglichem Erfolg). Sie können auch gar nicht mehr anders, weil das Militär der größte Wirtschaftsfaktor dort ist, der den Großteil der Ölreserven für sich beansprucht und wichtigster Arbeitsmarkt ist. Statistiken der Staaten im Vergleich dazu sprechen eine klare Sprache. Der Militäretat ist in den USA fast zehn mal so hoch wie in Russland. Ich glaube nicht, dass das nur zur Sicherung der Handelswege geschieht, wie seinerzeit durch die britische Armada im Mittelmeer.

    Was in unseren Medien weitestgehend verschwiegen wird, natürlich aus taktischen Gründen im Sinne unseres großen Freundes, ist das Verbrechen, dass die amerikanische Armee sowohl im Kosovo-Krieg wie im Irakkrieg I mit radioaktiver Munition, also abgereichertes Uran, geschossen hat, was auch heute noch eine gefährliche Altlast ist, mit der sich die Bevölkerung herumschlagen muss. Missgeburten und Krebs sind dabei nicht einmal der dortigen Bevölkerung vorbehalten, selbst die eigenen Soldaten sind davon betroffen und bekommen keine Entschädigung. Augenzeuge hierzu ist der deutsche Arzt Prof. Dr. Sigurd Horst Günter, der betont, sich nicht politisch zu äußern. Dieses Verbrechen wird nicht in DenHaag geahndet. warum? Weil der Täter die Macht über alles innehat. Solche Geschichten häufen sich, je mehr man sich für die militärischen Aktivitäten, geheime Absprachen im Pentagon bzw. WH und Augenzeugenberichten interessiert, die z.B. ehemalige CIA-Angehörigen, die die Politik der amerikanischen Regierung nicht mehr mittragen wollen wie z.B. Ray McGovern und Elizabeth Murray, in Vorträgen in Österreich berichten.

    Daher ist meine Sorge nicht unberechtigt. Aber Herr Kelle glaubt das alles nicht. Er ist dem Großen Freund treu ergeben. Selbst wenn das Zitat von Obama aus irgendeinem Zusammenhang gerissen ist und nicht aus Ramstein, so ist es ein Zitat. Militärisch ist Deutschland kein souveräner Staat (bestätigt durch Herrn Schäuble) und damit unter Kontrolle Amerikas. GB, Frankreich und Russland haben sich herausgezogen, nicht aber die USA. Warum? Weil sie mit „unserer Unterstützung“ etwas Spezielles vorhaben? Wir stationieren deren Atomwaffen, die hier keiner will. Das sind nicht unsere, werden uns aber im Ernstfall zum Verhängnis. Als Obama in einer vielbeachteten Rede von einer atomwaffenfreien Welt träumte, ich glaube das war in Ramstein, wurde sogleich ein Beschluss des Bundestages nach Initiative des damaligen Außenministers Westerwelle vorgezeigt, dass nun die Atomwaffen aus Deutschland zu entfernen seien. Wenn ich mich recht erinnere, so wurde das nicht ratifiziert, weil erstens die Deutschen nichts zu melden haben und zweitens die Polen und Briten etwas dagegen hatten, warum auch immer. War das ihre eigene Idee? Warum wollen sie sich nicht diese Dinger in ihren eigenen Vorgarten stellen? Ich will sie nicht. Ich meine auch, dass man in den 2+4 Verhandlungen bei der Wiedervereinigung Deutschlands verabredet hatte, die Atomwaffen abzuziehen, abzubauen und die NATO nicht nach Osten auszuweiten. Das alles fand und findet auf russischer aber nicht von amerikanischer Seite her statt. Und daher bin ich für die derzeitige Kundgebung in Ramstein.

    Glauben Sie es oder überprüfen Sie es, Herr Kelle. Ich bin schon seit zwei Jahren damit befasst und habe die Details noch nicht bis ins Letzte ergründet. Das wäre ja auch Ihre Aufgabe als freier Journalist. Meine ist die Biologie (meine und die der anderen Menschen, Tiere, Pflanzen, Lebensräume), die ich vor Demagogie hiermit zu schützen versuche.

    • Dorothea Hohner Antworten

      Bravo, Herr Droste,
      es ist umfaßend abgehandelt von Ihnen und es fehlt auch nichts….
      Fakt ist, daß der „große Freund“ überall da, wo geostrategisch etwas zu holen ist, destabillisiert.
      Die Agitatoren sind flächendeckend verteilt, sie haben zwar verschiedene Namen, z. B. Blackwater, Gladio usw. usf. Dieses Wissen geht auf den, von Ihnen erwähnten Prof. Ganser zurück.
      Aber, egal wie sie genannt werden, sie sind immer amerikaaffin, um es nicht zu überspitzt auszudrücken

    • Alexander Droste Antworten

      Die Kundgebung in Ramstein ist nun vorbei. Was soll ich sagen, sie war angesichts der Entwicklungen niedlich (ca. 5.000 Menschen). Die Propaganda wirkt.

      Dennoch:

      Geredet hat Lafontaine. Naja, wie ein Sozialist eben redet. Geredet hat auch Wimmer mit dem Grundtenor, dass die Welt unfriedlicher geworden ist und Gespräche auf Augenhöhe heute immer schwieriger werden, eine Friedenspolitik wie zu Brands Zeiten kaum noch möglich ist und schon seit den 1990ern ins Gegenteil verkehrt wurde. Er verglich diesen Drohnenkrieg mit den Standgerichten bei SS und SA. Der Krieg gegen den Terror ist ein Krieg, der Terror erst erzeugt!
      Geredet hat auch Albrecht Müller (SPD-Wahlberater, Planungschef und Redenschreiber zur Zeit Brandt/Schmidt, heute NachDenkSeiten) mit dem Grundtenor, dass wir Deutschen seit 1989 betrogen wurden. Er sprach am Schluss davon, dass wir nun die Amerikaner einladen sollen zu Friedensgesprächen.
      Diese Reden waren bewegend.

      Interessanterweise hat auch Ray McGovern eine Videobotschaft an Deutschland gesendet, dass es besser ist Ramstein zu schließen und als deutsche Nation erwachsen zu werden und den Gehorsam gegen die USA zu vergessen. Er sprach auch davon, dass wenn die Djihaddisten wissen, dass der Drohnenkrieg ohne Ramstein nicht zu führen wäre, ihre Aktivitäten deutlich in Deutschland konzentrieren würden.
      Auch interessant ist ein Artikel in der Rheinischen Post vom 15.06.2016, ein Interview mit einem investigativen Journalist aus den USA, Seymour Hersh, der alle Vorwürfe zu den Kriegen, die die USA geführt hatten und führen hier bestätigt.

      Eines muss deutlich werden: Wir Deutschen machen uns mitschuldig an schmutzigen Kriegen, welche die USA in Europa und Asien von Deutschland aus führen. Das darf einfach nicht sein! Ein Skandal ist auch, dass die deutsche Regierung das deckt!

      Außerdem zünden wir unsere eigene Hütte an, wenn wir eine kriegerische Konfrontation mit Russland zulassen! Diese Übung vor einigen Tagen „Anakonda“ wenige Kilometer vor der russischen Grenze ist eine gezielte Aktion um Russland herauszufordern. Übungen dieser Art kann man auch an anderen Stellen machen, z.B. in Texas.

  6. Friedrich Albrecht Antworten

    Mit Ihrem Artikel liefern Sie einen deutlichen Beleg für die Existenz von Verschwörungs-Theoretikern, mit denen ein rationaler, vernünftiger Meinungsaustausch leider nicht möglich ist.

    • Alexander Droste Antworten

      Und die proamerikanische antirussische Kriegspropaganda auf focus-online lauft auf vollen Touren.

      Hurra, wir Deutschen sind wieder dabei!

      Ceterum censeo russiam esse delendam.
      Nach dem dritten punischen Krieg war Carthago nicht mehr. Nach dem dritten Weltkrieg wird nicht Russland der Verlierer sein, sondern Deutschland. Wie schon zwei mal. Das ist nicht meine Theorie, sondern von Menschen mit einschlägiger Erfahrung wie z.B. Willy Wimmer.

    • Alexander Droste Antworten

      Vielleicht ist ja ein rationaler, vernünftiger Meinungsaustausch mit den betagten Herren Rolf Hochhuth oder Wolfgang Bittner möglich. Sie sind nicht so kriegslüstern. An anderen Stellen habe ich ja weitere Verschwörungtheoretiker genannt, die einstweilen recht neutral und sachlich für das deutsche Fernsehen gearbeitet haben und Herrn Kelle vehement widersprechen.

  7. Henning Müller Antworten

    Oh mein Gott, Herr Kelle!

    Sie schreiben: In jüngster Zeit schicken mir verstärkt Freunde auf Facebook den Link zu einem Film des US-„Think Tanks“ namens Stratfor zu. Deren Leiter, George Friedman, behaupte dort – so meine Freunde – dass das Hauptziel der amerikanischen Außenpolitik sei, ein Bündnis zwischen Deutschland und Russland zu verhindern. Weil man nämlich Angst hätte, dass dies dann global mächtiger sei als Amerika. Ich freue mich schon darauf. Ich werde es anschauen und Ihnen meine Eindrücke berichten. Versprochen!

    Schauen Sie sich bitte, bitte das Video an – am besten mehrfach.
    Selbst Sara Wagenknecht hat sich im Bundestag auf die Aussagen von Herrn Friedmann berufen.
    Das Video, welches auch eine deutsche Untertitelung enthält, ist nicht immer perfekt übersetzt, aber diese Kleinigkeiten ändern nichts an der grundsätzlichen Aussage.
    Hier ein paar Höhepunkte daraus.

    „Kein Ort kann auf Dauer friedlich bleiben. Auch die USA nicht.
    Wir haben ständig Kriege Europa wird, wie ich vermute, zwar nicht zu den großen Kriegen zurückkehren, aber es wird wieder zum menschlichen Normalfall zurückkehren: es wird seine (ihre) Kriege haben, seine (ihre) Friedenszeiten, und sie (die Europäer) werden ihre Leben leben.
    Es wird keine 100 Millionen Tote geben, aber die Vorstellung Europa sei eine Ausnahmeerscheinung wird zuerst sterben.
    Es wird Konflikte in Europa geben, es gab schon Konflikte, in Jugoslawien und jetzt auch in der Ukraine.
    Was Europas Beziehungen zu den Vereinigten Staaten betrifft – wir haben keine Beziehungen mehr mit „Europa“.
    Wir haben Beziehungen mit Rumänien, wir haben Beziehungen mit Frankreich, aber es gibt kein „Europa“, mit dem man Beziehungen haben kann.
    ..
    Russland glaubt, die USA beabsichtigen die Russische Förderation zu zerschlagen. Ich denke, wir wollen sie nicht töten, sondern ihnen nur ein wenig wehtun.
    ..
    Die Vereinigten Staaten haben ein fundamentales Interesse. Sie kontrollieren alle Ozeane der Welt. Keine andere Macht hat das jemals getan. Aus diesem Grund können wir in andere Länder eindringen, aber sie können das nicht bei uns. Das ist eine schöne Sache.
    Die Aufrechterhaltung der Kontrolle über die Ozeane und im Weltall ist die Grundlage unsere Macht. Der beste Weg eine feindliche Flotte zu besiegen ist zu verhindern, dass diese gebaut wird.
    ..
    Die Urangst der USA ist, dass deutsches Kapital und deutsche Technologien sich mit russischen Rohstoffen und russischer Arbeitskraft verbinden – eine einzigartige Kombination, vor der die USA seit Jahrhunderten eine Höllenangst haben.
    ..
    Wer mir nun sagen kann, was die Deutschen tun werden, der kann mir auch sagen, wie die Geschichte der nächsten zwanzig Jahre aussehen wird. Aber leider haben sich die Deutschen noch nicht entschieden. Und das ist immer das Problem Deutschlands. Wirtschaftlich sehr mächtig, geopolitisch sehr fragil. Und es weiß nie wie es beides versöhnen kann. Seit 1871 ist das die deutsche Frage, die Frage Europas. Denken Sie über die deutsche Frage nach, denn sie kommt jetzt wieder auf uns zu.

    Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=25405

    Übrigens, nicht der Überbringer einer Botschaft ist das Problem, sondern zumeist die Botschaft an sich.
    Und wenn in den USA von den Politik-Machern seit 1871 über Deutschlands Verhalten in Europa nachgedacht wird, dann könnten sich bei diesem oder jenem „aufgeklärten Europäer“ ggf. ganz neue Horizonte auf vergangene politische Ereignisse eröffnen. 😉

    mit besten Grüßen

      • Henning Müller Antworten

        Sehr geehrter Herr Kelle

        Das „Oh mein Gott ..“ resultiert aus Ihrer Ansage:

        In jüngster Zeit schicken mir verstärkt Freunde auf Facebook den Link zu einem Film des US-„Think Tanks“ namens Stratfor zu. Deren Leiter, George Friedman, behaupte dort – so meine Freunde – dass das Hauptziel der amerikanischen Außenpolitik sei, ein Bündnis zwischen Deutschland und Russland zu verhindern. … Ich freue mich schon darauf.

        Das Video ist „steinalt“ 😉 und ging im letzten Jahr in den alternativen Medien hoch und runter und dort wurde darüber auch breit diskutiert.
        Daher war ich etwas entsetzt, daß sie die Thesen des ehemaligen Stratfor-Chefs nicht kennen. Immerhin betreiben Sie einen Blog über politische und gesellschaftliche Diskussionen.
        Da hatte ich erwartet, daß Sie die Haupt-Agenda einer wesentlichen Denkfabrik der USA – dem Führer der westlichen Wertegemeinschaft – kennen.

        Doch, zugegeben, man kann nicht alles lesen und hören – die Informationsflut wird immer gewaltiger.

        mfG

        • Alexander Droste Antworten

          Ich habe Herrn Kelle schon vor vielen Monaten darauf aufmerksam gemacht. Er sollte es eigentlich kennen. Es interessiert in aber eigentlich nicht. Denn Amerika ist sein bester Freund.

          • Klaus Kelle

            Lieber Herr Droste,

            mit Verlaub: mir scheint, Sie verheddern sich in ihrem eigenen Wirrwarr… Werde ich denn nicht von amerikanischen Think Tanks ferngesteuert?

            Gruß, Klaus Kelle

  8. Alexander Droste Antworten

    Nichts Vergleuchbares findet man irgendwo. Herr Friedman hat es klar und deutlich gesagt. Das sind die Ziele amerikanischer Außenpolitik. Er sagte auch zur Taktik (im Zusammenhang mit dem Iran-Irak-Konflikt) „das ist nicht moralisch, aber es hat funktioniert.

    Die Taktik heißt Zwietracht schüren. Damit entzweien sie auch Europa bzw. zersplittern es. Denn ein zersplittertes Europa ist leichter zu kontrollieren. Ein zerstrittenes Deutschland ist damit mehr beschäftigt und kümmert sich weniger um Beziehungen wo man sie nicht wünscht. … Regimechange ist eine weitere Taktik. Nur solche, die nach Amerikas Pfeife tanzen haben eine Berechtigung zu regieren. Andernfalls werden Grschichten erfunden, diffamiert und somit ein militärischer Einmarsch gerechtfertigt. Vietnam, Irak und Syrien sind Opfer dieser Politik. Sehr eindrucksvoll die Vorträge von Daniele Ganser dazu, untermauert durch die sorgfältige Recherche in den staatlichen Archiven.

    • Klaus Kelle Antworten

      Herr Friedman sagt etwas und Herr Droste meint, das macht dann die Regierung. So funktioniert Politik allerdings nicht, weder hier noch in Amerika. Friedman und Stratfor werden in USA gelesen und gehört, es gibt aber keinen Hinweis darauf, dass er auf die aktuelle Obama-Administration auch nur den geringsten Einfluss hat.

      Im Jahr 1991 sagte Friedman im Buch „Der kommende Krieg mit Japan“ voraus, dass die USA nach dem Untergang des Kommunismus mit Japan um die Weltherrschaft ringen werde. Im 2009 erschienenen Buch „Die nächsten 100 Jahre“ beschreibt Friedman einen Krieg zwischen den USA und Polen auf der einen und Japan und der Türkei auf der anderen Seite. (aus wiki) – Ich habe eben aus dem Fenster geschaut: draußen ist es noch ruhig….

      • Alexander Droste Antworten

        Na prima, dann können wir also doch Frieden mit Russland schließen!? Ein Angebot, Putin in die EU aufzunehmen, wäre doch was. Freihandelsabkommen Transeurasian Treaty and Investmentpartnership (TTIP) 🙂

        • Klaus Kelle Antworten

          Wir haben Frieden mit Russland, jedenfalls unter militärischem Blickwinkel. Und Putin ist als netter Nachbar herzlich willkommen, sofern er sich nicht als Hooligan aufführt.

          • Alexander Droste

            Walther Steinmeier lässt grüßen. Ebenso Wolfgang Ischinger (Vorsitz der Münchener Sicherheitskonferenz) und Gernot Erler (Russlandbeauftragter der Regierung ). Alle sehen in der jüngeren Entwicklung der NATO-Russladpolitik eine gefährliche Eskalation.
            Ich bin besorgt, vor allem, wenn der Dampf den Deckel hebt, wie man jetzt deutlich bemerken kann. Das alles, weil Russland nicht will, dass Sevastopol der NATO anheim fällt und der Ring an seiner Westgrenze zu Europa geschlossen wird. …

          • Klaus Kelle

            „Das alles, weil Russland nicht will, dass Sevastopol der NATO anheim fällt“

            So früh am Morgen schon Alkohol getrunken, lieber Herr Droste?

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.