Ein Leben im Dienst ihres Volkes – Glückwunsch, Ma’m!

Queen Elisabeth II ist seit 70 Jahren englische Königin, und ihr Volk liegt der Dame zu Füßen. Seit Tagen feiern die Briten ihre Monarchin. Wäre so etwas für einen deutschen Bundespräsidenten vorstellbar? In meiner Welt nicht.

Es ist nicht der Titel, der die englische Königin aus den auch gekrönten anderen Staatsoberhäupten so deutlich hervorhebt. Es ist die Würde, die Opferbereitschaft und die Geradlinigkeit dieser Frau. Opferbereitschaft? Mancher wird jetzt denken: die hat doch alles, muss sich nicht darum kümmern, wie am Monatsende die nächste Miete bezahlt wird und wo sie das 9-Euro-Ticket der Deutschen Bahn kaufen kann. Weil da ja goldene Kutschen bereitstehen.

Aber mit Opferbereitschaft meine ich nicht das Materielle. Ich bewundere die Bereitschaft der Queen, ihr ganzes Leben in den Dienst ihres Volkes zu stellen. Auch im hohen Alter, trotz mancher Gebrechlichkeiten und einer Sippe, deren Protagonisten einen ganz sicher zur Verzweiflung treiben können.

Britan First! Das gefällt mir. Und die Queen auch.

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Dieser Artikel wurde 17 mal kommentiert

  1. Tina Hansen Antworten

    Mir auch!
    Ohne das Materielle unterzubewerten, sollte man immer auch bedenken, was diese Frau und viele ihrer Familienangehörigen persönlich geopfert haben im Hinblick auf Zeit für Familie und Freunde, Privatsphäre usw.

    Zu Pfingsten habe ich mir mal ein paar Stunden mit dem Enkel der Queen auf der Couch gegönnt. Also, natürlich mit einem Buch über den Enkel, Harry den Abtrünnigen, der jetzt glücklicherweise doch da war zu Omas Fest. Angela Levin, die Autorin, hat 2017 mehrere persönliche Gespräche mit dem Prinzen geführt und scheint mir seriös; ihre Darstellung und Sprache sind sachlich und weitgehend unaufgeregt.
    Ich bin jetzt auf der Hälfte und kann nur sagen, dass mir der arme kleine reiche Kerl, den ich da kennenlernen darf, von Herzen leid tut.
    Eltern – zerstritten, getrennt, mit sämtlichen Intimitäten in der Presse.
    Vater – so gut wie gar nicht zu Hause.
    Mutter – auch nicht viel häufiger.
    Kindermädchen – wechselten viel zu oft.
    Leibwächter – auch.
    Mutters Liebhaber – erst recht.
    Ins Internat ist der Knabe mit Beginn der 3. Klasse (nach deutscher Rechnung) gekommen, „mit seinen Koffern und Truhen und zwei Leibwächtern“. Zum 8. Geburtstag einige Tage später durfte er sich immerhin von Mommy Kuchen schicken lassen.
    Als Mommy dann starb – er war, wie wir alle wissen, noch keine 13 – erfuhr er dies morgens gegen halb acht von seinem Vater und einem Bruder. Keine zweieinhalb Stunden später wurde er, in Schlips und Kragen, unter den Augen der Weltpresse zu einem Gottesdienst kutschiert, bei dem der Tod seiner Mutter mit keinem Wort erwähnt wurde. Nach der Messe wandte er sich an sein Kindermächen mit der Frage: „Stimmt es wirklich, dass Mommy tot ist?“
    Man könnte das Buch auch ´“Harry – Geschichte einer traumatischen Kindheit“ nennen.

    Aber das sollte niemanden daran hindern, in diesen Tagen die Queen zu feiern.
    „Britain first..“ Das gefällt auch mir.

  2. S v B Antworten

    Auch ich hege größte Bewunderung für die Queen (ist sie nicht auch ein klitzekleines bisschen „unsere Queen“?). Sie und ihr Volk feiern dieser Tage ein „Dienstjubiläum“, das sowohl weltweit als auch auch in den Geschichtsbüchern seines Gleichen suchen, aber kaum finden dürfte. Und dies was die Qualität der geleisteten Arbeit, aber auch die Anzahl der absolvierten Dienstjahre betrifft. Unübertroffen. Obwohl man der hochbetagten Monarchin noch viele gute Jahre wünscht, weiß man doch, dass auch „Lilibets“ Leben irgendwann zu Ende gehen wird. Nicht nur ein langes Menschenleben in bewundernswerter, unbedingter Pflichterfüllung und Hingabe, sondern mit diesem wohl auch die aller Welt schon über Jahrzehnte so vertraute, durch die Queen maßgeblich geprägte, unerschütterte, englische Monarchie. Ob unter Charles und Camilla oder unter William und Kate – nach Königin Elisabeth II wird nichts mehr so sein wie es einmal – und noch dazu über eine so lange Zeit – war. Vielleicht wird man dereinst einmal – in Anlehnung ans Viktorianische – vom Elisabethischen Zeitalter sprechen? Who knows?

    God Save the Queen! (Ta ta ta taa-tata…!)

    (Elisabeth von England überhaupt in einen gedanklichen Zusammenhang mit dem deutschen Bundespräsidenten – egal mit welchem – zu… pressen, ist, nun ja, ziemlich kühn.

  3. H.K. Antworten

    Mir ist kein einziges Land der Welt bekannt ( gut, ich kenne selbstverständlich nicht alle ), das derart viele Dinge „hat“, wie Großbritannien.

    „Verrücktes Inselvolk“ sagte vor vielen Jahren einmal ein älterer Kollege, mit dem ich in „England“ war.

    Ich kenne keine ( Haupt-)Stadt dieser Erde, die mich immer wieder mehr fasziniert, als London.

    Und ich weiß kein anderes Staatsoberhaupt, das, solange ich auf dieser Welt bin, „schon immer da“ ist.

    Sei es das Sandwich, der „five-o‘clock-tea“, die britische Art des „keep calm and carry on“ oder insbesondere die „englische Art“ des Einrichtens mit Tischchen hier, Lämpchen da, Sessel oder Tisch mit praktischen Messingrollen – I love it.

    Großbritannien ist einzigartig.

    Wer einmal live bei „Trooping the Colour“ dabei war und all das erlebt hat, was bei einer TV-Übertragung nie gezeigt wird, wird mich verstehen.

    Und wenn dann noch – im vergangenen Jahr und gerade kürzlich – Post aus dem Buckingham Palace und das andere Mal aus Schloß Windsor kommt, so kennt meine persönliche Begeisterung für „HMTQ“ keine Grenzen mehr.

    Ich fürchte jedoch auch, daß Great Britain und der Commonwealth nach „ER II“ nie wieder so sein wird, wie es jetzt ist.

    Wie in vielen „Firmen“, wenn der Patriarch geht, richten es die Nachfolger zu Grunde – wie der Esel auf dem Eis, dem es zu gut geht.

    Deshalb: Long may she live and reign !

    • H.K. Antworten

      Ich hänge es mal an für die, die bisher schon Fans waren und für die, die es noch werden wollen …

      https://youtu.be/8TMash2w-HY

      P.S.: Kann sich jemand etwas annähernd Vergleichbares in Berlin vor Schloß Bellevue vorstellen ?

        • H.K. Antworten

          Gerne.

          Den einen oder anderen interessiert es ja vielleicht.

          Bin sicher kein grundsätzlicher Royal-Fan.

          Aber : Die Frau ist einfach KLASSE …
          Da lernt man(n) sehr schnell, was „goosebumps“ sind …

      • S v B Antworten

        Gänsehaut pur!!! Ein Ausdruck übrigens, der in Deutschland längst inflationär gebräuchlich ist. Viel zu oft wird er selbst zu banalsten Anlässen bemüht. HIER hingegen trifft er voll zu. Toll, und danke für den Link.

        • H.K. Antworten

          Irgendwie finde ich es auch schon fast peinlich, wenn die „Zeitung mit den vier Buchstaben“ alle naslang von „Helden“ redet bzw. schreibt.

          „Helden“ – ist das nicht „Nazi-Sprech“ ?

          Bei mir hält sich auch die „Gänsehaut pur“ in sehr engen Grenzen, und „Helden“ habe ich bisher nicht wirklich kennengelernt.

          ( Aber die „goosebumps“ sind zumindest beim 1. und beim 3. Queen-Video jedesmal beim Zuschauen da … ).

  4. H.K. Antworten

    Herr Kelle, ich hoffe, das youtube Video, das ich gestern eingestellt hatte, verstößt nicht gegen irgendwelche Richtlinien ?

  5. Renz Antworten

    Mal nachdenken: Das ist die reichste Frau der Welt. Das Geld wurde den Kolonien geraubt. Ihre Kinder – extrem sonderbar: Von „Ich möchte der Tampon in dir sein“ und der royale Bruder , der sich minderjährige zum Vernaschen gönnte; ihr Ehemann, der nicht nur englischen Humor definierte sondern sich auch das Recht gönnte mal eben mit seiner Kutsche kurz vorm Ableben noch ne Frau zusammen fuhr und partout nicht die Hände vom Steuer lassen wollte. Die Enkel sind zwar smarter aber warten wirs mal ab. Eine total verkorkste Familie, die nur das Erbe und die monatliche Apanarsch zusammen hält. Da lob ich mir doch die Zitate Lübkes: How goes yuu today Mrs. Queen. You are havey on the wire…

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