Der SPD-Politiker Andreas Bialas ist seit 2010 Abgeordneter im nordrhein-westfälischen Landtag. Der gelernte „DDR-Bürger“ siedelte 1974 in die Bundesrepublik über. Er wurde Bundeswehr-Offizier bei den Feldjägern, dann Polizeibeamter. Folgerichtig gehört er jetzt dem Innenausschuss des Parlaments an.

Und nun das Erstaunliche: In einem Posting im sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht der Abgeordnete ein Kurzvideo, dass die Festnahme eines Mannes durch seine ehemaligen Kollegen zeigt. Dazu schreibt Bialas: „Hier wird gerade der Chef des Jobcenter Wuppertal am Rande einer Demo gegen Nazis festgenommen.
Ist das die neue Robustheit?“
und deutet an, den Vorgang im Innenausschuss des Landtags zur Sprache bringen zu wollen. So weit, so gut.

Das Video zeigt, wie mehrere Polizeibeamte einen Mann auf der Straße zu Boden drücken.

hier

Was der SPD-Politiker nicht sagt: Warum wurde der Mann festgenommen? Was hat er vorher „angestellt“? Hat er Widerstand gegen die Beamten geleistet, gar Gewalt angewendet?

Das Einstellen eines solchen Filmes ohne jede Erklärung über die Umstände ist üble Stimmungsmache gegen die Polizei, die es in unserer Gesellschaft zunehmend schwer hat und einen nervenaufreibenden und gefährlichen Job für uns alle leisten. Dass der Abgeordnete einer etablierten und damit eigentlich staatstragenden Partei hier vorgeht wie die linksextremistischen antifa-Hetzer, wäre in einer normalen Gesellschaft ein Skandal. Aber was ist in unserer Gesellschaft schon noch normal? Und dass Bialas selbst Polizeibeamter war, macht die ganze Sache richtig unappetitlich….

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Dieser Artikel wurde 9 mal kommentiert

  1. Siegfried Kieselbach Antworten

    Daß Herr Andreas Bialas im Jahre 1974 die DDR verlassen durfte, macht ihn für mich schon verdächtig. Wie konnte es nur geschehen, daß er hier in der BRD solch eine Funktion ausüben durfte? Wurde er von der DDR-Regierung geschickt? Oder wurde er als politischer Häftling freigekauft? Im umgekehrten Fall wäre er erst einmal in ein Lager gekommen und „durchleuchtet“ worden.

    • W. Lerche Antworten

      Sehr treffend kommentiert! Kein „Normaler“ durfte die DDR verlassen, ohne dass die Stasie bzw. der Auslandsgeheimdienst dabei verwickelt gewesen wäre. Aus humanitären Gründen ging das schon mal gar nicht. Jeder DDR-Mensch, der legal die innerdeutsche Grenze überqueren durfte, war nicht frei vom Geheimdienst. Und auch bei illegalen Grenzübergetretenen hätte ich grundsätzlich erst mal Zweifel gehabt. Wusste das hier niemand oder war/ist die bundesdeutsche Staatsgewalt so naiv?
      Andererseits hat der BND kräftig in Österreich abgehört. – Unglaublich!

  2. Heidi Bose Antworten

    Auf dem Bild soll der Vorstandsvorsitzende des Wuppertaler Jobcenters Thomas Lenz im Rahmen einer Gegendemo gegen die Partei „die Rechte“ zu sehen sein. Ich sehe aber nur Polizisten. Da kann Herr Bialas viel behaupten. Es sieht seine Landtagstätigkeit sowieso im Reden, Reden, Reden.

  3. Klaus Hilbert Antworten

    Ich stamme selbst aus Mitteldeutschland. Meine Eltern sind mit uns Kindern 1950 „schwarz“ über die Grenze geflüchtet. Wenn Herr Biala 1974 offiziell die DDR verlassen durfte, ist das meiner Meinung nach mehr als bedenklich!

  4. Alexander Droste Antworten

    Was hat denn dieser Jobzenterleiter überhaupt verbrochen, dass man ihn derart grob behandelt?

  5. S v B Antworten

    Mein Vertrauen in die deutsche Polizei ist nach wie vor groß. Deshalb gehe ich davon aus, dass sich derjenige, den eine Gruppe Polizeibeamter (darunter eine Frau) sich gerade anschickt, in „Gewahrsam zu nehmen“ (wie es immer so schön heißt), auf inakzeptable Weise daneben benommen hat. Auch wenn Facebook wohl enorm dazu verleitet, ständig an allen und allem herum zu mäkeln, sollte Herr Bialas gelegentlich einfach mal die Kl…. halten.

  6. colorado 07 Antworten

    Ergänzung: Man sieht den Rechtsstaat langsam aber stetig zerbröseln, und die Polizei mit.

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