Wir lesen immer wieder davon, dass es in Deutschland zunehmend zu Angriffen auf Polizeibeamte, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter kommt. Die Ereignisse gestern im Weltmeisterland Frankreich lassen vermuten, dass es sich hier um ein grundsätzliches Problem in den westlichen Demokratien handelt. In Paris, Lyon, Marseille und Ajaccio gingen jugendliche Gewalttäter gegen Polizisten vor und zerstörten und plünderten Geschäfte. Die Begeisterung über den 4:2-Finalsieg der Franzosen gegen Kroatien kann wohl nicht der Anlass gewesen sein,

Auch kurz davor, am französischen Nationalfeiertag, hatten in der Nacht von Freitag auf Samstag Randalierer landesweit 845 Autos angezündet, 508 Menschen wurden festgenommen und 29 Einsatzkräfte verletzt.

Was ist der Grund für diese sinnlose Gewalt, für das Zerstören materieller Güter und Angriffe auf die Gesundheit von Menschen, die eigentlich nur helfen wollen? Und was unternimmt der Staat/die Politik, um diesem Treiben ein Ende zu setzen. Oder nimmt man auch das als Kollateralschäden einfach hin?

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Dieser Artikel wurde 20 mal kommentiert

  1. Alexander Droste Antworten

    Computerspiele und Bewusstseinsstörungen, würde ich vermuten. Der Spaß an der Randale und mangelnde Fähigkeit Fiktion und Realität auseinander zu halten. Wie der Bettnässer, der träumt er ginge aufs Klo und lösst es laufen.

    Nur eine Theorie.

    • Clavan Antworten

      Keine Theorie! Mahjong, ein harmloses Memory Spiel, bei dem man so schnell als möglich zwei gleiche Symbole aus einer Vielzahl von Symbolen herausfinden muß.
      Ich habe dieses „harmlose“ Spiel mal einen ganzen Tag lang gespielt, um den Rekord von unter einer Minute zu knacken. Geschafft. Abends bin ich noch mal kurz zum Aldi, um einzukaufen. Sobald ein Verkehrsschild in Sicht kann habe ich sofort das Gegenstück gesucht. Das ging die ganze Fahrt so. Mir kann keiner erzählen, das Ballerspiele und andere noch schlimmere pervertierte Spiele harmlos sind.

  2. colorado 07 Antworten

    Aus der Sicht der freien Gesellschaft sind es keine Kollateralschäden. Sie weiß sich einfach nicht mehr glaubhaft zu wehren. Kollateralschäden sind es für diejenigen, die sie mit Gewalt umbauen wollen.

  3. Siegfried Kieselbach Antworten

    Früher musste körperlich schwer gearbeitet werden. Acht, manchmal auch mehr Stunden täglich. Und je nach Tätigkeit sechs Tage pro Woche. Wer nicht schon vorher einschlief, fiel nach den Nachrichten todmüde ins Bett. Bei vielen „Malochern“ klingelte der Wecker schon um 5.oo Uhr. Die Schicht begann um 7.00. Da kam man nicht auf „dumme Gedanken“.

    • W. Lerche Antworten

      Sehr treffend! Immer mehr junge, gesunde Leute wachen gegen Mittag auf, spüren Kraft in der Hose und wissen nicht, wohin damit. Da fühlen die sich doch gleich besser, wenn sie all jenen, die wie Lemminge dem schnöden Mammon hinterherlaufen, um sich mit ihren Familien zu ernähren, einschließlich dieser „MittagsEndlichAusgeschlafenen“, mal den Frust darüber rauszulassen.

      Ob wir auch mal so werden, wenn „Industrie 4.0“ und die angekündigte Digitalisierung viele von uns überflüssig machen wird?
      …oder nachdem unsere neuen Fachkräfte soweit sind, dass sie hier den Laden übernehmen und wir überflüssiger Weise nur noch zusehen können, wie kreativ diese Leute unser Land umkrempeln?

      • W. Lerche Antworten

        Vielleicht ist es aber auch anders: Die jungen Leute wachen morgens auf, verspüren nichts in der Hose und lassen ihren Frust an allen anderen aus, bei denen sie vermuten, was sie selbst nicht zustande bringen.

  4. S v B Antworten

    Zuviel Zeit, zuviel Geld in langen Friedenszeiten. Diesen quasi paradiesischen Zustand verträgt anscheinend nicht jeder. Zur gesellschaftskompatiblen Umerziehung gewalttätiger Randalierer und mutwilliger Zerstörer fremden Eigentums empfehle ich einen auf längere Zeit angelegten, fest strukturierten Tagesablauf. Sonst wird das garantiert nix.
    Alle Objekte, die beschädigt oder zerstört wurden, sind zu ersetzen oder unter Aufsicht eigenhändig zu reparieren. Sämtliche Kosten sind von den Randalierern selbst zu tragen; eventuell notwendige Kredite zum Kauf von Objekten oder Reparaturmaterial sind von den Delinquenten zu tilgen. Solche oder „wirkungsgleiche“ Maßnahmen wären mMn schon mal ein vielversprechender Anfang. Im Falle von Körperverletzungen müssten sich Fachleute Sanktionen ausdenken, welche der Schwere der jeweiligen Tat wirklich angemessen ist.
    Bei den geschilderten Gewaltausbrüchen (die uns in Deutschland alles andere als unbekannt sind) handelt es sich um Schwerkriminalität. Wenn diese seitens des Staates nicht bitterernst genommen wird, rücken veritable Bürgerkriege mit der Zeit dann gefährlich nahe.

  5. Ruth Antworten

    Interessant zu diesen Ereignissen in Frankreich, am Nationalfeiertag wie auch nach dem „Sieg“ dieser „Nationalmannschaft“ – kein Wort dazu von Peter Klöppel bei RTL, alles Friede-Freude-Eierkuchen. Die Anmoderation lautete etwa „wie sich Nation freut und feiert“ und man bemühte sich nur Jacques, Sarahs, Bertrams und Moniques zu interviewen.

    Wie diese grande (zu grande?) Nation feiert konnte man dafür bei der internationalen Presse verfolgen, britische Reporter, die vom Dach eines Gebäudes verfolgten, wie Autos in Brand gesteckt wurden, Schaufensterscheiben eingetreten wurden und wie das „französische“ Volk halt so feiert, waren fassungslos. Kaum ein Wort dazu bei den deutschen Medien.

    Im ZDF wurde zwar ein „Foto“ des Mops eingeblendet aber binnen Sekunden schnell auf die ach so friedlich wartenden Fans geschwenkt, und ach wie wichtig, dass man sogar Metrostationen umbenannt hätte. Die durch den Mops getöteten brauchte man nicht erwähnen. Nur Kollateralschaden, wie Sie richtig schreiben.

    Dafür ereifert sich mal wieder ein „Experte“ auf Focus, gegen die rechtsnationalen Tendenzen in Kroatien. Geht ja gar nicht, dass dort die Fans ihre Nationalmannschaft feierten.

    • Ruth Antworten

      Und noch ein Nachtrag, natürlich werden alle Kommentare hierzu, was auf Frankreich’s Straßen los war, vom Focus abgelehnt. Gab es dazu vielleicht eine Nachrichtensperre? Man darf nicht darüber berichten was nicht sein darf? Oder es verstößt natürlich gegen die Netiquette auf diese Zustände im Land der „grande Nation“ hinzuweisen.
      Dafür folgen prompt Negativ-Artikel über die ehrliche Freude der Kroaten und ihrer Präsidentin.

  6. S v B Antworten

    Mit Ihren leidenschaftlichen Kommentaren appellieren Sie zurecht fast schon verzweifelt an den gesunden Menschenverstand, der in halb Europa so offensichtlich verloren gegangen ist. Seit Jahren wächst auch meine Enttäuschung kontinuierlich, wobei der Übergang zur ohnmächtigen Wut (wütenden Ohnmacht?) gelegentlich schon überschritten wurde. Vielleicht könnte eines Tages so der eigene (Menschen-)Verstand verloren gehen? Hat der Wahnsinn gar Methode? Das wäre schlimm. Allerdings würde es sich dann vermutlich um einiges „leichter leben“, getreu dem Motto „Ich konsumiere, also bin ich“. Was immer, ich bin entschlossen, weiterhin meinen (Menschen-)Verstand mit Zähnen und Klauen zu verteidigen und ihn mir nicht durch einlullendes Mainstream-Gefasel rauben zu lassen. Immerhin lässt sich doch schon der erste Hauch eines „Wind of Change“ spüren. Ein zarter Hoffnungsschimmer also, der durchaus Kraft zum Aushalten verleihen kann.
    PS: als Hundefreundin möge man es mir verzeihen, wenn ich hiermit den ebenso unglückseligen wie unschuldigen „Mops“ rehabilitiere, der in Frankreich letztens sein schreckliches Unwesen getrieben haben soll 😉 (Bitte nicht übelnehmen…)

  7. W. Lerche Antworten

    Wie, da werden im befreundeten Nachbarland, kein geringeres als Frankreich, 845 Autos angezündet und bei uns in Deutschland ist das keine Nachricht wert, geschweige denn eine Top-Nachricht? Das ist ja ungeheuerlich, wie sehr der Druck auf nicht nur Staatsmedien liegt, das Denken der Bevölkerung zwanghaft nur in eine Richtung zu steuern.

    Lieber Herr Kelle, Sie kritisierten des öfteren die Medien in Russland. Wie passt diese Ihre Kritik zu unseren „demokratischen“ Medien? Worin unterscheiden sich aktuell deutsche Medien von denen in Russland oder von denen damals in der DDR?
    Mit „Nachrichten“ haben unsere Nachrichtensendungen immer weniger zu tun. Es geht vorrangig um „bewerten“, polemisieren, Stimmung gegen bürgerliche Werte machen, manipulieren, Halbwahrheiten, ablenken, verunsichern, einschläfern.

  8. Ursula Reimann Antworten

    Die Medien sind schon länger nicht mehr neutral, Hajali, Slomka,Will, Illner und wie sie alle heißen. Ich denke da auch an Frau Fitz von Focus online, die hat Loblieder auf Fr. Merkel gesungen das war schon peinlich. Heute ist sie Sprecherin. Solche Leute werden dann auch noch belohnt. Journalisten sollen den Sachverhalt mitteilen und nicht Wahlkamp machen. Hajali hat letzte Woche über Migranten und Ankercentren berichtet, da muss man denken die armen Leute die sitzen hier in Haft. Über die Messermänner und das der Islam nicht kompatibel mit unserer Lebensweise ist, wird verschwiegen. Die sind auch nicht kompatibel mit unserer Demokratie. Ich denke immer öfter ausser Geld haben die Politiker nichts mehr im Kopf, bei Merkel ist es die Macht. Deswegen finde ich gut, das die AFD im Parlament sitzt einige gute Leute dabei. Aber sie sollten sich von den faulen Eier trennen.

  9. Konrad Kugler Antworten

    Ich glaube nicht, daß ich „Vertrottelung“ unter bissigem Humor verkaufen kann.

    Frau Reimann,
    im jahr 2015 stand auf der Kinderseite von Capito, der Kinderseite der Augsburger Allgemeinen ein „Bericht“ über Pegida, in dem alle Lügen über die Dresdner Spaziergänger als Wahrheiten präsentiert wurden. Für 8 bis 10-Jährige Kinder, die anderen hängen sowieso schon am Smartphone. Das hat mich so empört, daß ich vor Wut gekocht habe und eine Stunde brauchte, um mich zu beruhigen.

    Ein anderes „Ereignis“, das zeigt, wie sehr die Medien die Gesellschaft spalten.
    Ich war auf das Gartenfest meines eigentlichen Arbeitgebers, einem total querschnittgelähmten Mannes mit Frau und Tochter eingeladen. Eine Frau setzte sich zu uns. Wir unterhielten ins eine Stunde ganz nett, bis ich auf die AfD zu sprechen kam. Prompt kam das Wort Schießbefehl. (Ich hatte im Internet die Sache nachgelesen.) Beim ersten Ansatz eines Versuchs, die Sache richtig zu stellen, erhob sich die Frau und sagte: „Bis jetzt habe ich Sie für einen sympathischen Mann gehalten. – Jetzt nicht mehr!“ Und entschwand.

    Ich komme mit mir recht gut aus und meine Umgebung ist freundlich zu mir. Wenn mich meine rumänische Nachbarin als „guter Nachbar“ anspricht, dann halte ich das zwar für eine Floskel aus ihrer Heimat, aber sonst sind wir, trotz katholisch ./. orthodox eines Sinnes. Ihre Angst um ihre Mädchen berührt mich sehr. Und die Gefahr geht nicht von einem Björn Höcke aus.

  10. Klaus Hilbert Antworten

    Warum passieren solche Dinge? Geht es uns zu gut?
    Denken wir einmal weiter: Solange in Jugoslawien Tito das Sagen hatte, gab es kein Nationalitätenproblem. Als Tito weg war, viel der Staat auseinander.
    In Spanien war Franco der starke Mann. Kein Katalane hätte die Loslösung von Spanien verlangt.
    Serben, Kroaten und die anderen Nationalitäten wußten, genau wie in Spanien die Katalanen, wenn wir aufmucken, geht es uns an den Kragen. Heute hat man die Demokratie, da kann einem persönlich nicht allzu viel passieren.

  11. S v B Antworten

    Gut, dass es sich in Ihrem Falle lediglich um einen weiblichen Partygast handelte, bei dem Sie – vielleicht nicht gänzlich unerwartet – in den politischen Fettnapf getreten sind. In meinem Falle zieht sich die berüchtigte Spaltung der Gesellschaft auf unselige Weise mitten die Familie, sprich durch die Reihe der Geschwister. „Meine Fraktion“ bedauert dies sehr. Bleibt zu hoffen, dass die klaffende, nachweisbar im Zusammenhang mit der Merkelschen Flüchtlingspolitik entstandene, Wunde irgendwann einmal zuheilen wird.

  12. Ursula Reimann Antworten

    Ja über dieses Thema können wir in der Familie nicht diskutieren. Aber wir sind uns einig das Merkel weg muss.

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