Kaum zu glauben, aber ich bekomme immer noch jede Woche neue Verschwörungstheorien zu 9/11, also dem bisher größten – gemessen an der Zahl der Opfer – islamistischen Terroranschlag auf dem Planeten. Erdacht von einem Herrn bin Laden, der sich selbst übrigens dazu bekannt hat, ausgeführt von 19 Gewalttätern, die meinten, im Namen Allahs zu handeln und Anspruch auf Jungfrauen im – sagt man das in dem Zusammenhang? – Paradies zu haben. So weit, so schlecht.

Aber es verbreiten wirklich gestandene Menschen, Juristen, Unternehmer oder Abgeordnete dauernd neue Theorien. WTC 7 ist da fast schon ein Ladenhüter. Oder der Jet, der ins Pentagon krachte, aber eigentlich kein Jet gewesen sein soll, obwohl Hunderte Zeugen live dabei waren.

Warum beschäftigen sich Menschen mit solchem Schwachsinn? Natürlich ist es legitim, nicht alles zu glauben, was offiziell verlautbart wird. Natürlich muss man hinterfragen, was uns vorgesetzt wird. Und natürlich hat es schon wirkliche große Verschwörungen gegeben, die Auswirkungen auf die Weltgeschichte hatten wie der Mord an JFK oder der Angriff auf den Sender Gleiwitz oder den Tonkin-Zwischenfall.

Aber bitte: Verschonen Sie mich mit neuen Theorien zu 9/11, Loch Ness und Bigfoot. Übrigens: Johannes Paul I wurde auch nicht ermordet. Und ja, die Amerikaner waren auf dem Mond….

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Dieser Artikel wurde 6 mal kommentiert

  1. Stefan Hennigfeld Antworten

    Hallo Klaus,

    Neil Armstrong war zur Zeit der Mondlandung der beste Flieger der Welt. Das war kein Zufall, daß man ausgerechnet den ausgewählt hat, diese Kiste als erster auf dem Mond zu landen – und niemand anderen. Er war auch bei Gemini 8 schon der erste Astronaut, der eine Notwasserung eingeleitet hat, weil die Raumkapsel außer Kontrolle geraten war. Dieser Mann hätte es schlicht nicht nötig gehabt, in irgendwelchen Geheim-Filmstudios dubiose Dinge zu machen. Dem hätte auch ohne Flug zum Mond die Welt offengestanden. Das ist die allereinfachste, aber von keinem zu beantwortende Frage: Warum in aller Welt hätte so ein Mann das machen sollen?

    Ein bekannter deutscher Ufo-Forscher, Robert Fleischer, hatte einige Jahre vor dessen Tod ein Interview mit Edgar Mitchell, Apollo 14. Robert Fleischer, der bei Entweder-Broder interviewt wurde, dann aber rausgeschnitten worden ist, war sich nach dem Gespräch sicher: Dieser Mann hat mich nicht belogen, der war definitiv auf dem Mond. Aber was weiß schon so ein Mainstream-Ufologe?

    Gruß Stefan

  2. colorado 07 Antworten

    Den Menschen kann man ein X für ein U vormachen. Weil das so leicht geht, wird es auch gemacht.

  3. S v B Antworten

    Es ist ein bekanntes Phänomen, dass man in Zeiten großer Verunsicherung aus innerer Hilflosigkeit in phantastische Gedankenwelten flieht. Zweifellos durchleben die Bewohner zumindest der „westlichen Welt“ eine solche Phase der Verunsicherung. Ich würde sogar meinen, dass wir nachgerade dazu gezwungen sind, diese Phasen in immer schnellerer Abfolge zu durchleben. Die Globalisierung, Terror, Kriege, Flucht, Migration, klimatische wie auch soziale Veränderungen, ja Umwälzungen, dazu eine nie erlebte Informationsflut, all dies belastet, verunsichert und beängstigt viele Menschen in einer nie erlebten Intensität; bis hin an den Rand des Erträglichen. Logische, beweisbare Erklärungen reichen dann oftmals wohl nicht mehr aus. Wenn beispielsweise logistisch akribisch vorbereitete und ausgeführte Gräueltaten wie die im Zusammenhang mit 9/11 nicht nur möglich erscheinen, sondern Realität geworden sind – was spricht dann eigentlich noch dagegen, dass alles, aber auch alles, Unglaubliche oder Verrückte sowohl möglich als auch machbar ist?

    Die berüchtigten Aluhut-Träger treffen meinen Geschmack gewiss auch nicht, aber verübeln kann ich ihnen – aus den genannten Erwägungen heraus – ihre mitunter abstrusen Theorien auch nicht wirklich. Wir leben in einer Zeit und Welt, deren besondere Gegebenheiten menschlichen Neurosen geradezu förderlich sind. Diese bilden dann den fruchtbaren Nährboden für so manches, auch und gerade für allerlei Humbug.

  4. Alexander Droste Antworten

    Die offizielle Version von 9/11 ist nicht besser als all die anderen Legenden drumrum.

  5. W. Lerche Antworten

    Eine richtungsweisende sog. „Verschwörungstheorie“ macht man dadurch unglaubwürdig, indem man sie verunstaltet und mit Unsinnigem anreichert.
    Interessant und womöglich treffend könnten solche Theorien sein, die konsequent ignoriert und nicht reflektiert werden. Das ist dann so wie bei Hasen, die sich tot stellen, wenn der Fuchs ( alias die Wahrheit) ihnen dicht aufkommen.
    Dagegen solche Theorien, auf die mit Getöse abgewiegelt wird, treffen wahrscheinlich nicht zu.

  6. John C. Ermel Antworten

    Lieber Herr Kelle

    Wenn Sie schon explizit den gesunden Menschenverstand ansprechen wollen, darf hier doch die Frage erlaubt sein: Wie erklären Sie sich denn den fachgerechten Einsturz von WTC 7? Dieser hat ja nachweislich nichts mit einem Flugzeugeinschlag zu tun, und kann auch durch die Brände nicht erklärt werden. Über 3000 seriöse Architekten und Ingenieure fordern diesbezüglich eine unabhängige Untersuchung – was ist daran schwachsinnig?
    Es ist sehr schade, dass Sie hier Menschen und deren Erkenntnisse diskreditieren, welche bezügl. Appell an den gesunden Menschenverstand eigentlich mit Ihnen im gleichen Boot sitzen…

    Mit gutgemeinten Grüssen, John C. Ermel, Dipl.-Ing. Architekt, Uhrmacher-Meister und Unternehmer

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