Als meine Frau jüngst von einer Lesereise in Österreich zurückkehrte, musste sie nach der Landung, aus Wien kommend, am Flughafen Düsseldorf ihren Pass vorzeigen. Auf erstaunte Nachfrage sagte ihr der Bundespolizist: „Das machen wir, seit Schengen teilweise ausgesetzt worden ist.“ Das erleben nun auch Autofahrer wieder, so wie ein Bekannter von uns, der vor ein paar Tagen mit dem PKW von Italien nach Österreich fuhr. Als EU-Bürger musste er in der langen Schlange stehen und brav seine Ausweispapiere vorzeigen. Es sei ein wenig skuril gewesen, erzählte er uns später, da zeitgleich auf den großen Wiesen rechts und links der Kontrollstation Hunderte Flüchtlinge einfach so und unkontrolliert die Grenze passierten. Niemand hielt sie auf. „Kein Personal dafür“, brummt der österreichische Grenzer auf Nachfrage. Kein Zweifel mehr, wir leben in einem Tollhaus.

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Dieser Artikel wurde 9 mal kommentiert

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  2. St.Ex Antworten

    „Na, dann machen sie mal den Kofferraum auf“
    Zwei Rentner an die Siebzig auf der (Wieder-)Einreise von der Schweiz nach Deutschland. Auf die höfliche Frage des deutschen Grenzers „woher kommen Sie?“, antwortet der Fahrer und Eigner des Wagens wahrheitsgemäß „von der Waffenbörse in Luzern“. Der Grenzer daraufhin, „na, dann öffnen Sie mal den Kofferraum“.
    Der Beifahrer hörte das herumwuseln und Öffnen der Klettverschlüsse seiner Verpflegungstasche und konnte sich nur mit Mühe eine ironische Bemerkung verkneifen, schließlich wollte er nicht daran schuld sein, wenn seinem Freund der Wagen auseinander genommen wird.
    Natürlich hatten beide nichts geschmuggelt, nicht mal den Wein aus dem „Markgräfler Land“, den sie bereits mit auf die Heimreise genommen hatten. Der eine staatlich anerkannter Munitionssammler und DSB-Sportschütze mit Teilnahmeerfahrung an der Deutschen Meisterschaft im Zivilberuf Elektroingenieur eines großen deutschen Konzerns, der andere ebenfalls als Sportschütze aktiv, wenn auch nicht mit vergleichbaren Lorbeeren, dafür geschichtsinteressiert und legaler Langwaffensammler des Gebietes Preussen/Deutsches Reich und im Zivilberuf Staatsbediensteter, waren überhaupt nicht verwundert wegen der Kontrolle, schließlich ist man als biederer Bürger mit so ausgefallenen Interessen dringend verdächtig die „Innere Sicherheit“ der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden.
    Resümee: Entweder läßt das Gespür der Grenzer nach oder sie folgen auch nur dem „Mainstream“.

  3. Andreas Schneider Antworten

    Was mich an Ulrich Wickerts Buch „Der Ehrliche ist der Dumme“ (1994) erinnert.

    Von einer Besserung der schon damals trefflich beschriebenen Entwicklung sind wir nicht nur weiter entfernt denn je – auch Zahl und Umfang der Probleme sind deutlich größer geworden.

    Ein Tollhaus? Wenn es nur DAS wäre… 🙁

  4. Dieter Krüll Antworten

    Lieber Herr Kelle,
    das Tollhaus an den Grenzen belegt doch nur, dass wir (außer mit Schußwaffen/indiskutabel) nicht in der Lage sind, den Zustrom der Flüchtlinge zu stoppen. Das wissen alle EU-Länder. Dann aber ist es einfach und hilfreich, Deutschland im Regen stehen zu lassen und sich die Hände zu reiben. Sollen die das doch schaffen und sich quälen, denn sie sind ja sonst immer die größten Profiteure der EU. Und mal ehrlich, trifft das nicht sogar zu? Es ist richtig, das wir am meisten in die EU einzahlen. Aber wir ziehen auch ganz legal und mit boomender Wirtschaft am meisten heraus, da wir an den Märkten erfolgreich sind.
    Wir, wenn nicht wir, können das schaffen, wenn wir nur wollen. Drehen wir den Spieß doch um und nutzen die riesigen Chancen, die in dem menschlichen Potential, das zu uns kommt, steckt zu unserem Vorteil. Die Blockierer haben dann das Nachsehen.

  5. T-C Antworten

    Lieber Herr Krüll!
    Einige Zeilen lang habe ich nach Kriterien für eine Glosse gesucht. Dann habe ich begriffen „der meint wirklich was er schreibt“.
    Sie sollten das noch einmal überdenken, denn was da steht ist barer Unsinn. Wo, außer aus der Dauerpropaganda unseres politisch-medialen Komplexes, haben Sie her, dass wir von der EU profitieren? Seit Deutschland in die EU zunehmend eingebunden ist, ist unser Wachstum von durchschnittlich 3 % p.a. auf mickriges europäisches Niveau gefallen. Vergleichen Sie diR rate der letzten 25 Jahre mal mit jener der USA.
    Und Ihre Aussage, wir könnten die „Flüchtlinge“ in die Generierung neuen Wachstums einbinden erinnert fatal an die absurde Aussage, unser Wirtschaftswunder hätten uns die ins Land geholt Türken erarbeitet.

    • Tina Hansen Antworten

      Liebe(r) T-C,
      ich habe über den Beitrag von Herrn Krüll auch den Kopf geschüttelt. Ihr Vergleich mit den türkischen Gastarbeitern hinkt jedoch ebenfalls. Wir haben diese Menschen einst ins Land geholt, weil wir sie aufgrund einer damals boomenden Wirtschaft und fehlender Arbeitskräfte in bestimmten Bereichen brauchten. Es war, wenn ich das mal so platt formulieren darf, eine win-win-Situation, von der beide Seiten profitierten. Mit einem ungeregelten Zustrom von Menschenmassen, die – jetzt auch offiziell bestätigt – zum allergrößten Teil nicht einmal mittelfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren sind, hat das nichts zu tun.
      Was ich mir für dieses Land gewünscht hätte (für: „mir wünschen würde“ ist es nun eventuell zu spät), wäre eine geregelte Einwanderung, die auch auf die Qualifikationen der neu Hinzukommenden sieht. So praktizieren dies andere Länder wie die USA odr Kanada. Dies ergänzt um ein Asylrecht für politisch Verfolgte in sauber überprüften Fällen bei gleichzeitiger Abschiebung von reinen Wirtschaftsflüchtlingen, Schwerkriminellen und religiösen Fanatikern, die mit ihren Haltungen gegen unser Grundgesetz und die Menschenrechte verstoßen (wollen). Das wäre eine Politik der Vernunft und der Humanität.

  6. Alexander Droste Antworten

    Mir gefällt dieser Ausdruck „Wirtschaftsflüchtling“ so gar nicht mehr. Armutsflüchtling trifft es wohl viel besser. Damit bekommt das Urteil eine neue Qualität. Flucht vor Armut ist legitim. Wenngleich es auch in unserem Einflussbereich liegt, eine Flucht vor Armut hinfällig werden zu lassen sprich Perspektiven für die betroffenen Länder zu erarbeiten.

    Der Journalist Ken Jebsen bezeichnet Konzerne, welche ins Ausland ausweichen um Sozialleistungen und Steuern zu umgehen, als Wirtschaftsflüchtlinge. Da ist was dran. Deren Motive sind gegen die der Armutsflüchtlinge unlauter. Dagegen unternimmt aber keiner etwas. Im Gegenteil gelten die als erfolgreich. Wer das durchschaut hat dafür den Ausdruck „Heuschrecken“ oder „Raubtierkapitalisten“ parat.

    Leider ändert die Erkenntnis darüber nicht daran, dass wir, die deutsche Nation, nicht die ganze Welt von ihrem Elemd befreien kann. Daher bedarf es einer geordneten Einwanderung, Zuzugsbegrenzung und der Durchsetzungskraft für den Erhalt unseres Staates als sozialen, demokratischen und säkulären Rechtsstaat.

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