Neues aus der Neidgesellschaft: Christian Lindner heiratet Franca – und bezahlt die Sause selbst. So what?

In den Sozialen Netzwerken hagelt es seit Tagen harsche Kritik und Häme, weil Bundesfinanzminister Christian Lindner die Journalistin Franca Lehfeld heiratet. Oder sagen wir: Wie die Beiden heiraten.

Am Donnerstag auf dem Standesamt, heute in einer evangelischen Kirche auf Sylt. Und weil das so exklusiv ist, und die Politprominenz der Republik dabei ist. Und weil weder Lindner noch seine Frau einer christlichen Kirche angehören, aber der Tradition folgend – nicht Wenige sagen, wegen der schönen Fotos – vor dem Altar und damit vor Gott den Bund der Ehe schließen.

Es gibt viel, was dazu zu sagen sein wird im Folgenden, aber bitte. Wenn zwei Menschen sich das Eheversprechen geben, ihre Bereitschaft bekunden, in guten wie in schlechten Zeiten füreinander einzustehen, sich zu lieben, bis der Tod sie scheidet, und dann ausdrücklich bekennen, möglichst viele Kinder bekommen zu wollen, dann gibt es erstmal nur eine Reaktion zivilisierter Menschen: Von ganzem Herzen zu gratulieren und Glück zu wünschen.

Ich tue das hier ausdrücklich, und ich hoffe und glaube, die allermeisten von Ihnen auch!

Wenn zwei Menschen sich lieben und heiraten und gemeinsam Nachkommen zeugen wollen – das ist doch phantastisch. Und natürlich kann niemand garantieren, dass es für ein ganzes Leben reichen wird. Die Hälfte der Paare in Deutschland schafft es, die andere Hälfte scheitert. Und wenn man so ein Scheitern erlebt in der eigenen Familie und im Freundeskreis, dann schmerzt das auch das mitfühlende Umfeld sehr.

So eine Ehe, das ist nichts, das man einfach wegwirft, wenn der Wind stürmisch bläst, wenn mal „etwas passiert“ ist oder wenn sich Hürden im Alltag auftürmen. Das sind oft ernste Dinge, die weit über den ständig hochstehenden Klodeckel und die nicht geschlossene Zahnpastatube oder herumliegende Socken hinausreichen. Um eine Beziehung kämpft man, aber für eine Ehe, eine Familie wird man zum Löwen, wenn man halbwegs bei Verstand ist. Aber ich will Sie nicht mit romantischen Gefühlsaufwallungen langweilen.

Als Bundesminister verdient Lindner knapp 300.000 Euro im Jahr. Vielleicht halten Sie das für zu viel, vielleicht finden Sie das für so einen Job auch angemessen. Aber bevor Sie Ihrer Abneigung auf Politiker im Allgemeinen und Mitglieder der Bundesregierung im Besonderen freien Lauf lassen: Denken Sie daran, dass auch Frau Lambrecht und Herr Lauterbach in dieser Gehaltsklasse spielen. Und wenn die das bekommen, hat Christian Lindner das Gehalt sicher verdient.

300.000 im Jahr und alle regen sich auf, dass er Schicki-Micki auf Sylt feiert, vermutlich gibt es etwas Ordentliches zu essen und Champagner zu trinken. Und? Wenn er es selbst bezahlt, was – liebe Freunde – geht uns das an? Jeder auch von uns Normalbürgern, der schon eine Hochzeit ausgerichtet hat, weiß, wie teuer eine solche Party ist. Und was erwarten Sie jetzt von einem Bundesminister? Dass er Kanzler und VW-Chef auf einen Döner an einem Stehtisch in Bottrop einlädt?

Wir können infrage bstellen, ob unsere Minister so gut bezahlt werden sollten. Ich denke ja, wenn Sie ihre Arbeit gut machen. Ich habe auch kein Problem mit den Diäten der Abgeordneten, die für die Verantwortung, die sie tragen, angemessen sind. Das Problem ist: Es sind viel zu viele. Viel zu viele. Halbiert den Deutschen Bundestag und gebt den verbliebenen 370 Abgeordneten 2000 Euro mehr, davon haben alle was. Sie und ich als Steuerzahler ebenso wie der politische Betrieb in Berlin.

Ja, und diese ganzen Sicherheitsleute da, muss dieser Aufwand denn sein? Haben Sie in den vergangenen Tagen Zeitung gelesen? Japan? Der feige Mord am früheren konservativen Regierungschef Shinzo Abe, bei einer Wahlkampfrede von einem Irren in den Rücken geschossen. Olof Palme schon vergessen und Ronald Reagan? Oskar Lafontaine und Wolfgang Schäuble? Natürlich muss unser Land dafür sorgen, dass unsere gewählten Anführer geschützt werden.

Schließlich Friedrich Merz, heute großes Thema überall im Netz. Der CDU-Chef hat einen Flugschein und – macht Sinn – auch ein eigenes Flugzeug, mit dem er nach Sylt zur Party geflogen ist. Und bestimmt nimmt er nachher etwas vom Lachs auf dem Buffet bei den Lindners, dass der Minister privat bezahlt. Und Merz hat von seinem selbst verdienten Geld eine Pilotenlizenz und ein Flugzeug erworben. Was haben wir damit zu tun?

Deren Geld, deren alleiniges Verfügen darüber. Punkt.

Ich verdiene nicht einmal ansatzweise so viel, wie diese beiden Herren und ihre Gäste heute, und ich bin alle paar Jahr mal auf Sylt für einen Abend, eingeladen. Was ist los, dass so viele Leute von Neid zerfressen anderen ihr Geld und ihren Erfolg neiden? Ich kann so nicht denken, auch nicht bei Politikern und Unternehmen, die ich nicht mag – und da nehme ich Lindner ausdrücklich aus. Es ist einfach nicht unsere Sache.

Und ja, mir persönlich gefällt an der Hochzeit von den Beiden auch etwas nicht. Dass sie heute kirchlich getraut werden, sich aber beide bewusst von den christlichen Kirchen durch Austritt abgewandt haben. Lindner von der katholischen, der er einst angehörte, seine Frau von der evangelischen. Beide verstehen sich als „liberale Freigeister“. Kann man machen, aber warum dann die Folklore heute? Die Bochumer Theologieprofessorin Isolde Karle hält die Trauung zweier Nichtmitglieder für „erstaunlich und ungewöhnlich“.

Und das finde ich auch.

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Dieser Artikel wurde 69 mal kommentiert

  1. GJ Antworten

    Ich wünsche den beiden viel Glück für ihren gemeinsamen Weg. Denke, was so viele aufregt, ist der Sparaufruf an die Bevölkerung (kalt Duschen, kaltes Wohnzimmer etc.) Und gleichzeitig Millionen Steuergelder für die Sicherheit zur Ermöglichung einer Privatsause genau der Politiker, die das kalte Duschen der anderen einfordern und erwarten, während sie selbst ganz sicher nicht im Kalten sitzen werden. Was den kirchlichen Segen anbetrifft wundert es mich, daß dieser bei dem Paar überhaupt erteilt wird. Herr Lindner ist geschieden. Selbst wenn er noch Kirchenmitglied wäre, wäre er nach meinem Wissenstand von Sakramenten ausgeschlossen. Geschieden und ausgetreten, da dürfte dann gar nichts mehr gehen. Scheinheilig finde ich das. Da hat der Pfarrer wohl ein Spendenangebot bekommen, das er nicht ablehnen konnte oder wollte.

    • Hildegard Königs-Albrecht Dr. Antworten

      Es ist laut RP eine Pfarrerin, die sich die Werbung für ihre schöne Kirche nicht entgehen lassen will.
      Eine kirchliche Trauung, ohne daß auch nur einer der beiden Eheleute sich der Kirche verbunden fühlt und wie in Deutschland üblich Kirchensteuer zahlt, finde ich nicht nur geschmacklos sondern anstößig. Eheversprechen vor Gott? Gottes Segen?
      Mir zeigt es, wes Geistes Kinder die Brautleute und die Pfarrerin sind. Viel Show und wenig Inhalt. Theater.
      Zusammen mit den Verrenkungen des Herrn Lindner zum Machterhalt in der Ampel-Koalition bestätigt mich diese Veranstaltung darin, daß ich beim besten Willen keine Sympathien für den Finanzminister Lindner aufbringen kann.

    • Nadine Antworten

      Perfekt formuliert, GJ. Und nicht zu vergessen, Linder und Co. sind nicht an der Wertschöpfung beteiligt, sondern leben von Steuergeldern. Vom sauer verdienten Geld der Leute, die sie zu Sparsamkeit und Bescheidenheit auffordern. Das alte Lied: Wasser predigen, Wein trinken!

  2. GJ Antworten

    Als einzig denkbare zweite kirchliche Trauungbkenne ich das von Verwitweten. Meine Tante und meine Mutter heirateten auf diese Weise ein zweites Mal. Beide in Schwarz.

  3. Helgi Seiffert hesei Antworten

    Wer als Politiker ohne Personenschutz in das gefährliche Kriegsgebiet Ukraine reisen kann, der kann doch wohl auch ohne Personenschutz in den Sylt-Dünen der Sansibar seine Hochzeit feiern.
    Die kirchliche Trauung mit „bis das der Tod uns scheidet“ des geschiedenen, glaubenslosen, Kirchensteuer sparenden, kinderlosen Christian ist öffentliche Heuchelei dieses FDP-Politikers.

  4. H.K. Antworten

    Also, ich habe nach den letzten Entscheidungen der FDP in der Ampel mit den Liberalen abgeschlossen.

    Trotzdem sollte zu seiner Ehrenrettung gesagt werden:
    Die „kirchliche Trauung“ ist wohl keine solche im eigentlichen Sinn.

    Nach meiner Kenntnis hält Peter Sloterdijk eine „Trauungsrede“, selbstverständlich OHNE kirchlichen Segen.

    Warum dazu eine evangelische Kirche herhalten muß und als pure Kulisse mißbraucht wird: nun ja …

    Was Otto Normalverbraucher ( wozu ich mich selbstredend auch zähle ) aufregt, ist nicht, daß Herr Lindner auf der Promi-Insel heiratet und seine Politkumpane eingeladen hat.

    Auch nicht, daß er sich wohl – lt. einem Parteifeind – eine Suppenterrine wünscht, „die allein € 1000 kostet“.

    Ich finde eher drei andere Dinge wenig amüsant:

    1. Aufgrund der Prominenz der Gäste sind erhebliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich, die Sie und ich zahlen dürfen.

    2. Im Bundestag wurden in der zu Ende gegangenen Woche eine wichtige Entscheidungen getroffen. Trotz der nun beginnenden Parlamentsferien mußte Herr Lindner unbedingt in dieser Woche heiraten – am „Jahres-Kennenlerntag“. Dafür war bei manchen Sitzungen im Reichtag nicht ein einziger Minister – vom Kanzler ganz zu schweigen – anwesend.

    3. Wie die „Zeitung mit den vier Buchstaben“ just rechtzeitig zu Lindners Hochzeit berichtet, will er Langzeitarbeitslosen ans Portemonnaie.

    „ Lindner plant laut „Spiegel“ das Budget für den „Sozialen Arbeitsmarkt“ bis 2029 um 609 Millionen Euro auf nur noch fünf Millionen Euro pro Jahr zu kürzen. Damit stünde die Beschäftigungsmaßnahme für rund 42 000 Langzeitarbeitslose vor dem Aus.“ heißt es da am gestrigen Freitag.

    Wie das nun zu den oben genannten Punkten passt, wird er sicher plausibel erklären können.

    Um es klar zu sagen: Diese Neiddebatten, auch um die Kosten bzgl. Sicherheit, sind m.E. völlig daneben.
    WENN denn etwas passiert, schreien alle „ja, wie konnte DAS denn nun passieren ? Warum haben die denn nicht …“.

    Nur das EINE sollte zum ANDEREN passen.

  5. S v B Antworten

    Vielleicht hat die „schlichte Bürgerseele“ in der Vergangenheit auch immer wieder die Erfahrung gemacht, dass der Aufwand, der im Zusammenhang gerade mit Promi-Hochzeiten so gerne getrieben wird, allzu oft in absolut keiner Relation zur Dauerhaftigkeit der Ehe steht. Ähnliches ist bisweilen zu beobachten, wenn für die die Trauungszeremonie ein besonders exotischer, möglichst weit entfernter oder entlegener Ort ausgewählt wurde. Beide Varianten letztlich also nicht unbedingt Garanten für ein besonders gutes Gelingen und eine damit verbundene Langlebigkeit der ehelichen Verbindung. Wie gesagt, oft genug ist leider genau das Gegenteil der Fall.

    Nun hofft man freilich, dass Herr Lindners Wahl diesmal auf die Richtige gefallen ist. Schließlich kennt man sich ja schon seit einigen Jahren, weiß also, was Sache ist. Allerdings hätte man dies eigentlich auch schon bei seiner ersten Eheschließung mit Dagmar Rosenfeld vermuten können. Ach ja…

    Angesichts der medienwirksamen Promi-Show lob‘ ich mir doch eine prosaische Eheschließung an einem gräulichen, nieselregnerischen Septembertag auf dem Standesamt in (Helge Lindhs!) Wuppertal, wo man dem Standesbeamten, einem freundlichen Herrn Knoche (wer könnte diesen Namen je vergessen?) einstmals pflichtschuldigst versprach, alles nur Mögliche dafür zu tun – und auch zu lassen -, damit die Verbindung bloß von Dauer sei. Bis, ja bis der Tod die Partner dereinst voneinander scheide. Gesagt. getan, in guten wie in schlechten Zeiten – fast schon ein halbes Jahrhundert lang…

    • H.K. Antworten

      „fast schon ein halbes Jahrhundert lang…“

      Nun kokettieren Sie hier mal nicht mit Ihrem Alter und einem nicht einmal vollendeten „halben Jahrhundert“ …

      Meine höchstverehrte Queen war mit ihrem Philip über 73 ( !! ) Jahre lang verheiratet !

      ( Gut, meine Chefin und ich haben es im vergangenen Oktober auf ein Vierteljahrhundert gebracht – ABER DAS WAR VOLLENDET !! )

      😉

      • H.K. Antworten

        Im Ernst:

        Wenn ich mal zurückdenke, was in diesen 25 Jahren so alles passiert ist …

        Aber was ist das gegen ( fast ) 50 oder gar erst 73 Jahre …

        Manche, nicht nur Prominente, halten es gerade einmal 1, 2, 3 Jahre miteinander aus.
        Und manche wechseln die Ehepartner wie andere das Hemd.

        Und dann gibt es welche, die erklären öffentlich, jede Menge Kinder habennzu wollen, stummen aber als führende Partei im Bundestag für die Abschaffung des 219a und am besten gleich für die des 218 mit.

        Wie DAS dann zusammenpasst …

        • S v B Antworten

          Die wirklich großartigste Hochzeitsfeier, der ich in meinem Leben beiwohnen durfte, zog schon 2 Jahre später die Scheidung nach sich. Ich fand’s ewig schade; gerade auch wegen der eindrucksvollen und kostspieligen Feier. Aber letztlich war es wohl doch besser, wieder getrennte Wege zu gehen.

  6. B. Minzenmay Antworten

    Interessant, auf welche grossartigen Ideen alle diejenigen „Kritiker“, die ganz bestimmt nicht Lindner und seine FDP gewählt haben, so kommen – dazu ohne jede Scham, was die ureigene Privatsphäre eines Ministers anbetrifft. Und was die gerne zitierte Zeitung mit den vier Buchstaben und ihre Kommentare anbetrifft: Da kämen die Redakteure aber vor lauter Arbeit nicht mehr in den Schlaf, wenn sie anstatt rumzuschleimen die gleichen Maßstäbe, die sie an Lindner & frisch getrauter Ehefrau auch an all die Royals u. Co in der Welt anlegen würden.
    Aber trotzdem ein schwacher Trost vielleicht an all die Harten unter den Lindner- Bashing-Fuzzies: Der Wegweiser muss ja auch nicht unbedingt selber den Weg gehen, den er weist – und gut is` trotzdem!

    • Ruth Antworten

      „die ureigene Privatsphäre eines Ministers“

      Wenn es angeblich die ureigene Privatsphäre eines Ministers ist, warum dann der mediale Trommelwirbel, dass es auch der letzte mitkriegt? Wer sich selbst bei einem angeblich privaten Ereignis derart in die Medien drängt, darf sich nicht beklagen, wenn es Kritik hagelt.

      Das hat mit Bashing nichts zu tun!

      • H.K. Antworten

        Allein von der „Zeitung mit den vier Buchstaben“ sind ( mindestens ) drei ( ! ) Reporterinnen auf der Insel, um zu berichten ( + Fotografen und was weiß ich sonst noch ).
        Und es gibt nicht nur diese eine Zeitung, die alle möglichen Details, die nur „Insider“ wissen können, ausplappern und zu Papier bringen …

        Hat sich was mit „intimste Privatsphäre“ …

        Wäre nur noch zu toppen, wenn „Die Lindners“ demnächst „Die Geissens“ bei RTL ersetzen würden …

        • Klaus Kelle Antworten

          Liebe H.K.,
          die BILD ist dort mit mehreren Reportern, weil das Interesse der Leute hoch ist. BILD macht nur etwas groß, wenn sie damit den Verkauf ankurbeln – egal ob Lindner, heidi Klum oder Dschungelcamp. Das ist das Wesen einer Boulevardzeitung. Also: Die BILD macht das nicht, um den Leuten ein Thema in die Köpfe reinzuhämmern, sondern, weil die Leute gierig nach solchen Ereignissen sind, macht BILD das.

          Klaus Kelle

          • H.K.

            Lieber Herr Kelle,

            selbstverständlich ist das so.

            Offensichtlich gibt es genügend Menschen, die den Quatsch über Heidi Klum und ihren „jugendlichen Lover“ oder über die Protz-Geissens lesen.
            Nur: es gehören immer ( mindestens ) Zwei dazu.

            Der Eine ist der, der zulässt oder sogar WILL, daß entsprechend berichtet wird.

            Würde Herr Lindner eine solche Berichterstattung nicht wollen, gäbe es sie auch nicht – zumindest nicht in diesem Maße und mit diesen zahllosen Details.

          • Klaus Kelle

            Ja, aber warum sollte er das nicht wollen? Er inszeniert es doch gerade so, weil er genau das will. Und das Publikum auch.

            Ich erzähle eine Geschichte aus dem Nähkästchen, wahrscheinlich verstoße ich damit gegen einen früheren Arbeitsvertrag, aber wir sind ja unter uns.

            Als Uschi Glas von ihrem Mann verlassen wurde vor bald 20 Jahren hat die BILD 5 Titelaufmacher in einer einzigen Woche dazu gemacht. Wer erbt das Haus? Das ist die Neue? Was sagen die Kinder? Und so weiter.

            Nur an einem Tag war der Titelaufmacher, dass in Afghanistan die beiden ersten Bundeswehrsoldaten gefallen waren. Und das war in dieser Woche die deutlich am schlechtesten verkaufte Ausgabe.

            Ich versuche Ihnen und meinen Lesern anderswo gebetsmühlenartig nahezubringen, dass nicht die da draußen die Seltsamen sind, sondern wir. Wir reden über Deutschland, die Politik, Frau Baerbock usw…da draußen wird gegrillt, da legt man morgens Handtücher auf die Liege am Pool, da guckt man Pornos.

            Nehmen Sie das Dschungelcamp – ein Riesenerfolg, 8 Millionen Zuschauer am späten Abend, unsere Mitbürger. Die dürfen alle wählen, die interessiert die Inflation nur am Rande, viele verstehen das Wort gar nicht. WIR sind die Exoten, und das macht alles so traurig…

            Klaus Kelle

          • S v B

            Man könnte aber sehr wohl darüber sinnieren, ob es sich in besagter Angelegenheit ebenso verhalten könnte wie im Falle von Huhn und Ei. Oder interpretiere ich hier etwas falsch?

          • H.K.

            Lieber Herr Kelle,

            wir sind schon ein merkwürdiges Völkchen.

            Einerseits versuchen wir, „die Guten“ zu sein und möglichst so „undeutsch“ wie möglich ( wegen weil „böse Geschichte“, „historische Schuld“ und so ).
            Das geht so weit, daß wir uns ein schlechtes Gewissen einreden lassen, wenn bei der Fußball-WM im eigenen Land „deutsche Fähnchen“ ( igittigitt ) nicht nur gezeigt, sondern auch noch geschwenkt werden. Unsere derzeitige Kulturstaatsministerin äußerte einmal, ihre „Idealvorstellung“ sei „ein Meer von türkischen Fahnen am Brandenburger Tor“.
            Und um dem offenbar immer mehr um sich greifenden links-grünen Zeitgeist zu entsprechen und vor allem, um bloß ja nicht „rääächts“ zu sein, lehnen wir alles ab, was mal „Heimat“ hieß und darstellte.

            Und dann wieder sind wir andererseits sooooo typisch deutsch, wie es nur möglich ist.
            Der blanke Neid quillt uns aus Augen und Ohren, wenn wir sehen, hören oder lesen, daß die Braut unseres Finanzministers ein Kleid aus derselben „Schmiede“ trägt wie die Sussex-Dutchess.
            Neid – mitunter auch „Mißgunst“ genannt – scheint eine besondere Eigenart von uns Deutsch*/-/:/_/Innen zu sein.
            Und wenn DIE da, die wohl nun zeitweise Lindner heißt, dann auch noch von ihrem Männe mit schwarzem 911er Targa durch die Gegend gefahren wird, ist das allein dem Focus online einen eigenen bösen Bildbericht wert.

            Und ja, es gibt sicher mehrere Millionen Menschen, denen das „Dschungelcamp“, „Die Geissens“, „Der Batchelor“ und sonstige hochintellektuelle, äußerst anspruchsvolle Sendungen wichtiger sind, als den Kindern etwas Warmes zu kochen, mit ihnen zu essen, zu reden und sie ins Bett zu bringen.
            Und ob Frau Lindner nun einen Brillantring trägt oder nicht, ist selbstverständlich wichtiger und interessanter, als ob im Herbst und Winter ( ist eh noch eeeewig hin ) es einen Pullover mehr braucht oder nicht.
            Und Inflation ? Meine Güte, wir tanken eh immer nur für € 20 – also, bleibt alles, wie es ist.
            Und wenn es gar nicht mehr reicht, weil alles teurer wird, kaufen wir die Bild-Zeitung eben nur noch 3x die Woche.

            Wenn wir unsere Rechnungen nicht mehr bezahlen können, gehen wir eben zum Amt. Dann muß der Staat halt für uns zahlen.

            Oder der Lindner – der hat‘s ja schließlich …

        • Hildegard Königs-Albrecht Dr. Antworten

          Hallo Herr Kelle,

          Sie benutzen das passende Wort: „wenn ein Bundesminister …sich so inszeniert“.
          Genau das ist es, eine Inszenierung des Ministers aus Publicity-Gründen. The show must go on, egal wie unsicher die Lage ist.
          Und genau das ist es, was mir sauer aufstößt.-

    • Klaus Kelle Antworten

      @Haverkamp,

      leider micht. Wir sind auf Spenden unserer Leser angewiesen. Falls Sie uns unterstützen möchten: PayPal @KelleKlaus oder DE18 1005 0000 6015 8528 18. Vielen Dank!

      Klaus Kelle

  7. Delventhal Anne Antworten

    Eine schöne Hochzeit ist das eine und von Herzen gegönnt.
    Aber sich kirchlich trauen zu lassen, von Gott und Kirche aber nichts wissen wollen , ist für mich Hohn.
    Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten!
    Man kann es drehen und wenden, wie man will, es passt alles nicht zusammen.
    So muss es auch auf der Titanic gewesen sein
    Am Bug stand: „ ohne Gott“!
    Genau da ist der Haken! Wir werden von Menschen regiert, die unser Land gnadenlos in den Abgrund schicken und meinen, sie hätten das Sagen.
    Gott sei Dank hat es 1989 auch nicht funktioniert.
    Beten wir, dass unser Volk aus dem Gehorsam und Duldungsmodus herauskommt!
    Die Politprominenz wird einmal vor Gott Rechenschaft ablegen müssen!

    • B. Minzenmay Antworten

      Liebe Frau Delventhal (und auch lieber Klaus Kelle), das mit der „Folklore“ kann man auch anders sehen: Ich kenne eine Menge von Leuten, die sich nach wie vor als gläubige Christen empfinden, obwohl sie es als richtig angesehen haben, aus der Kirche auszutreten. Ich kenne allerdings Lindner nicht gut genug, um sein Motivation zu wissen. Die meisten jedenfalls, mit welchen ich mich über deren Beweggründe unterhalten konnte, hatten große Probleme mit dem „Bodenpersonal“ wie Herrn Bedford-Strohm und seinem beeindruckenden Malkurs oder den 44 Geschlechtern – oder auch dem Kölner Aufarbeitungsmodell pp. Schön, dass auch die Lindners eine Gemeinde gefunden haben, die nicht auf dem Hohen Ross sitzt. – Bei Beerdigungen Ausgetretener übrigens haben mir die Ansprachen freier Priester noch am Besten gefallen, wobei ich mich -Stichwort HohesRoss – dabei immer gefragt habe, weshalb sich der Gemeindepfarrer geweigert hat, wo doch „der in derKiste“ keines kirchlichen Trostes mehr bedurfte, aber doch die amGrabe stehenden Angehörigen, die der Kirche noch angehörten.

      • H.K. Antworten

        „ … wobei ich mich -Stichwort HohesRoss – dabei immer gefragt habe, weshalb sich der Gemeindepfarrer geweigert hat,…“

        Tja, es ist wie im Sozialismus: Alle sind gleich, aber einige sind gleicher.

        Als sich vor Jahren Hannelore Kohl das Leben nahm, gab es eine große Trauerfeier im Speyrer Dom, wenn ich mich recht erinnere und anschließende Beerdigung.
        Aber da Helmut Kohl Bundeskanzler war, bekam sene Frau trotz allem eine „ordentliche“ Trauerfeier ( die ich sowohl ihr als auch der Familie selbstverständlich gegönnt habe. Fragt sich nur, warum „der kleine Mann“ ( oder die kleine Frau ) anders behandelt wird.

        Und nun eben Herr Lindner – wenn auch bei einem sehr viel erfreulicheren Ereignis.

  8. Stefferl Antworten

    Na Herr Kelle, das war ja schon fast eine Kampfschrift für den Lindner. Das braucht der doch gar nicht. Das Schlimme an der ganzen boulevardesken Hochzeit ist die Doppelzüngigkeit und Doppelmoral der Protagonisten. Wir müssen auf Geheiß des Politbüros aufs Duschen verzichten, dürfen die Wohnung nicht mehr normal heizen, Urlaub ist sowieso tabu. Und sie selbst leben in Saus und Braus.

    Auch das Argument mit dem selbstverdienten Geld ist so eine Sache. Zitat: „Und Merz hat von seinem selbst verdienten Geld eine Pilotenlizenz und ein Flugzeug erworben. Was haben wir damit zu tun?“
    Wir haben tatsächlich etwas damit zu tun. Denn die finanziellen Verhältnisse des Herrn Merz sind alles andere als sauber. Das hat auch viel mit seinem Flugzeug zu tun. Der Herr Merz hat sich das Flugzeug geleistet und vermietet das Flugzeug ausgerechnet an den Vorstand der Firma, deren Aufsichtsrat er ist. Das ist schlichtweg verboten und manch einer nennt es aus guten Gründen Korruption oder Vetternwirtschaft oder wie auch immer. Die Firma ist übrigens ein Klopapierhersteller. Wenn man also als Aufsichtsrat aus den Geschäftsbeziehungen des Vorstands profitiert, dann ist das nicht mehr normal und wird zu Recht verurteilt. Vom normalen Bürger wird Gesetzestreue erwartet und wenn er diese nicht einhält, wird er verfolgt und sanktioniert. Das erwartet der Bürger aber ebenso bei den Politikern. Und dort passiert das nicht. Bei der Mövenpickpartei nicht, bei der SED nicht und der Merkelpartei auch nicht.

    • Alexander Droste Antworten

      Ich würde sagen: Genau getroffen.

      Neidkultur erübrigt sich bei der Bewunderung loyaler, aufrechter, bescheidener, ehrenvoller Vorbilder.

      Ich nenne da mal den Herrn Wolfgang Grupp als Beispiel. Diesem Herrn wird es nicht geneidet, dass er ein Unternehmen führt, das ihn reich macht. Es ist seine persönliche Arbeit, Fleiß, Mut, Kompetenz und nicht zuletzt hohe Moral. Dessen Erfolg wird mit Zustimmung und Lob quittiert. Der dürfte ohne Häme mit dem Privatjet zu einer Hochzeit nach Sylt fliegen.

      Gibt es derzeit nur einen Politiker in der Führungsspitze, von dem man das sagen kann?

    • Klaus Kelle Antworten

      @Sterferl,

      danke für die Infos. Woher wissen Sie das mit der Vermietung seines (privaten?) Flugzeugs an die Firma, wo er im Aufsichtsrat sitzt? Interessant!

  9. Angelika Antworten

    Nein, kein Neid – ist mir egal. Es kommt mir auf die Wirkung an. Und da glaube ich, dass bei der breiten nicht ganz so wohlhabenden Masse die Lindner-Hochzeitsfeier wie der Merz-Privatflieger nicht so gut ankommen.
    Es wird zu keinem Sturz wie in Sri Lanka führen. Das macht der brave BRDler nicht. Aber ein winzig kleines Puzzlestückchen ist es doch.

    • S v B Antworten

      Genau. Hier geht es im Grunde gar nicht um eine Neiddebatte.
      Es gibt unendlich vieles, was als legal bezeichnet werden darf. Ob all das jedoch gleichzeitig auch als legitim zu gelten hat, steht auf einem ganz anderen Blatt. In Zeiten wie diesen würden gerade einem Vertreter der deutschen Spitzenpolitik etwas mehr Fingerspitzengefühl und Bescheidenheit gut zu Gesicht stehen. Allerdings ist solches wohl längst nicht jedem gegeben. Bedauerlich.

      • Angelika Antworten

        Meinetwegen ist es eine Neiddebatte. Das ist mir egal. (Wenn die Bevölkerung den Bundestag stürmt, weil dort gefährliche Esoterikwesen hausen, ist mir der Grund auch egal.) Mein Anspruch ist es nicht, die Bevölkerung zu erziehen („Gehe hin und neide hinfort nicht mehr.“). Oder dass ich selbst ein besserer Mensch werde.
        1857 gab es in Indien einen Aufstand. Ausgangspunkt war ein Aufstand britischer Hindu- und Moslemtruppen. Die meuterten, weil neu eingeführte Patronen angeblich mit einer Mischung aus Rindertalg und Schweinefett eingefettet waren.
        Ob das so war oder nicht, war egal. Entscheidend war, dass es zum Aufstand kam.

    • S v B Antworten

      PS: Generell würde man jedem, gerade auch jedem Politiker, zur Auflage machen wollen, sich, was den feinen, letztlich aber gravierenden Unterschied zwischen „legal“ und „legitim“ angeht, ein entsprechendes Bewusstsein anzutrainieren. Für den Fall, dass ein solches nicht – oder auch noch nicht – vorhanden sein sollte.

  10. gerd Antworten

    „Wenn zwei Menschen sich das Eheversprechen geben, ihre Bereitschaft bekunden, in guten wie in schlechten Zeiten füreinander einzustehen, sich zu lieben, bis der Tod sie scheidet, und dann ausdrücklich bekennen, möglichst viele Kinder bekommen zu wollen, dann gibt es erstmal nur eine Reaktion zivilisierter Menschen: Von ganzem Herzen zu gratulieren und Glück zu wünschen.“

    Das hat der Herr Lindner ja alles schon hinter sich: 2011 heiratete er die Journalistin Dagmar Rosenfeld, mit der er seit 2009 liiert war. Im übrigen kommt bei mir mitnichten Neid bei dieser „Traumhochzeit“ auf, sondern diese Dekadenz ekelt mich nur noch an. Das gilt nicht nur für Herrn Lindner…..

  11. SiWi Antworten

    Peter Hahne hat es auf Tichys Einblick sehr treffend auf den Punkt gebracht. Es ist der falsche Ort zur falschen Zeit! Und das hat nichts mit Neid zu tun. Aber die Politiker die uns alle seit Wochen zu Verzicht in fast allen Bereichen aufrufen, mit immer neuen Schreckensszenarien uns in Angst und Schrecken versetzen und Zukunftsängste schüren, sollten wenigstens ein Mindestmaß an Empathie und Gespür aufbringen! Mal wieder Wasser predigen und Champagner schlürfen. Unsere Politiker fühlen sich der Film- und Promiszene wohl sehr verbunden, die haben keine Ahnung wie einfache Bürger leben und welche Sorgen diese umtreiben! Sich selber der sogenannten „Elite“ zugehörig fühlen (was genau zeichnet diese Elite eigentlich aus?) und abgehoben und arrogant durchs Leben gehen. Hat nicht Herr Scholz kürzlich gesagt, „WIR“ müssten uns alle unterhaken und zusammenstehen um durch diese ( von der Politik hausgemachten) Krisen zu kommen? Warum erinnert mich dieses „Wir“ nur an das „Wir“ von „Wir schaffen das“ von einer gewissen Frau, die bis heute ihre Hände in Unschuld wäscht!
    Diese Hochzeitsfeierlichkeiten sind für mich ein Ausdruck von Dekadenz und nicht zeitgemäß! Politiker, die ja eigentlich unserem Land dienen sollten und dies ja auch so gerne und oft betonen, die vom Steuerzahler gut bezahlt werden sollten auch in ihrer Art zu leben etwas bescheidener und demütigen auftreten und nicht nach dem Motto: „Wir da oben, ihr da unten“!

    Entschuldigen sie bitte, ich bin unfassbar wütend. Habe gerade gelesen, dass Kommunen aufgerufen werden, Wärmestuben für Alte und Arme vorzubereiten, falls das Schlimmste eintreten sollte…..

    • Tina Hansen Antworten

      „Habe gerade gelesen, dass Kommunen aufgerufen werden, Wärmestuben für Alte und Arme vorzubereiten, falls das Schlimmste eintreten sollte…..“

      Das wollte ich auch gerade schreiben. BAMS hat das heute morgen auf S. 1.
      Lindners Hochzeit interessiert mich null. Macht NordStream2 auf, wir steuern sonst in eine soziale Katastrophe!

      • Hildegard Königs-Albrecht Dr. Antworten

        An SiWi:

        bei „wir schaffen das“ und „wir müssen uns unterhaken“ fällt mir noch so ein Spruch ein, der mich auf die Palme bringt:

        „Wir werden 7 Milliarden Menschen impfen“ Bill Gates.
        Was bilden sich diese angeblichen Eliten eigentlich ein?

      • S v B Antworten

        Liebe Tina, erinnern Sie sich noch an meinen Kommentar, in dem schon vor vielen Wochen, ja Monaten, das vage Gefühl äußerte, Nord Stream 2 könne in absehbarer Zukunft durchaus noch in Betreib genommen werden? Sie pflichteten mir seinerzeit bei, ebenfalls wohl aufgrund einer „inneren Eingebung“, Nun schau’n wird halt einfach mal, ob uns durch den Lauf der Dinge am Ende nicht doch noch beweisen wird, dass wir beide damals den richtigen Riecher hatten. Noch selten im Leben hat mich mein sensibles Baugefühl in die Irre geleitet. Wir werden die Sache also im Auge behalten, ok?

  12. Dr.Schottenfeld- Naor Antworten

    Der mediale Rummel der Lindner- Hochzeit scheint auch von dem Brautpaar gewollt und gezielt eingesetzt zu werden. Die Instagram- Posts des Brillantbesetzten Eherings, den die Braut neben ihrem Verlobungsring trägt, ist nur ein kleines Detail.
    Diese prunkvolle Hochzeit ist in Zeiten der explodierenden Energiepreise und der drohenden Rezession, in der dem Bürger immer mehr Verzichte auferlegt werden, als instinktlos zu bezeichnen. Auch wenn sie von dem gut verdienenden Paar selbst bezahlt wird. Das riesige Aufgebot an Sicherheitskräften ist wohl eher Sache des Steuerzahlers.
    Zudem ist die kirchliche Trauung von zwei Menschen, die aus der Kirche ausgetretenen sind, zumindest fragwürdig.

  13. H.K. Antworten

    Selbstverständlich kann Herr Lindner, auch als Bundesfinanzminister, heiraten, wann und wen und wo er will.

    Hätte er, wie wohl geplant, in der Toskana geheiratet, wären die Kosten für Sicherheit etc. noch höher gewesen.

    Trotzdem:

    Es ist schlicht und einfach eine Protzhochzeit mit „den Schönen und Reichen“ als Akteure und als Gäste, wo der Michel und die Micheline „außen vor“ sind.

    Porsches, Privatflugzeuge, Sicherheit, Sansibar:

    Ob man ( frau ) da wirklich „neidisch“@sein muß, sei dahingestellt.

    Ich hätte derart medienwirksam nicht heiraten wollen.

    Jeder, wie er mag ( und kann ).

    Aber angesichts der äußeren Umstände ( Krieg vor unserer Haustür, Energiekrise, drohende kalte Wohnungen, „Armen- und Alten-Hallenunterkünfte“, Kürzung Hartz 4 bei Langzeitarbeitslosen, etc etc ) eher wenig emphatisch.

    Aber angesichts dessen, wie unsere „Fußball-Götzen“ mit ihren zig Millionen permanent protzen und für die z.T. aberwitzige „Kaufpreise“ gezahlt werden, über die sich NIEMAND wirklich aufregt, – nun ja …

    • SiWi Antworten

      Unsere Fußball-Götzen sind angetreten um Fußball zu spielen, nicht mehr und nicht weniger und profitieren finanziell von dem inzwischen total kranken System.
      Unsere Politiker sind angetreten um unserem Land zu dienen und Schaden vom deutschen Volk abzuwenden! Und da trägt man eine andere Verantwortung – auch und gerade in der Außenwirkung. Das hat auch was mit Glaubwürdigkeit zu tun.

      • H.K. Antworten

        „ Unsere Politiker sind angetreten um unserem Land zu dienen und Schaden vom deutschen Volk abzuwenden!“

        Insbesondere den zweiten ( aber auch den ersten ) Teil hat manche/r Politiker*/-/:/_/In wohl überlesen – oder nicht verstanden …

    • S v B Antworten

      Von manchen Leuten kann man wohl ohnehin nicht erwarten, dass ein Gefühl für Angemessenheit vorhanden ist. Bei Politikern, die – gerade in Zeiten wie diesen – im Rampenlicht stehen, könnte, nein, sollte man dies dann doch etwas anders sehen, meinen Sie nicht?

  14. Günther Konorza Antworten

    Zur vermeintlichen Ehe-Instabilität: Heute hält eine Ehe im Durchschnitt 16,8 Jahre. Im 18. Jh. waren es sechs, im 19.Jh. sieben Jahre. Damals schied der Tod Ehen sehr wirksam, bei Frauen meist durch Gebärkomplikationen, Durchschnitts-Lebenserwartung der Frauen im 18.Jh. war 27 Jahre.
    Bei Männern setzte meist eine landwirtschaftliche Verletzung (Tritt in den rostigen Nagel) dem irdischen Dasein ein Ende, allerdings wesentlich später. Außerdem waren beim Einzug Napoleons in Köln nur etwa 20% der Bevölkerung verheiratet. Dies beruhte auf städtischen wirtschaftlichen Vorgaben für die Eheschließung. In Baden galten derartige Vorschriften bis 1898.
    Napoleon erst schuf die „Ehe für Alle“. Die Scheidungsanwälte und Familienrichter müssten daher jährlich auf den Knien zum Invalidendom pilgern, um ihrem Wohltäter zu huldigen.

    Die heutigen Scheidungen spielen sich vorzugsweise in einem Klon der Medien ab. So dass Schröder mit sechs und Fischer mit sieben Ehen eine hohe Scheidungsfrequenz vorgaukeln. Schröder zeigte immerhin die Einsicht schließlich eine Koreanerin zu heiraten. Allerdings sollte es nach ägyptischem Recht sein.
    Fast 80% der Verheirateten bleiben lebenslänglich verheiratet, und das nicht, weil die Axt im Hause die Ehescheidung erspart.
    Kant bemerkte schon ganz richtig: Heirate oder heirate nicht; du wirst Beides bereuen.

  15. S v B Antworten

    Zum Kant-Zitat – da ist tatsächlich was dran 😉

    Und ja, natürlich ist es die hohe Lebenserwartung, welche langjährige Ehen erst ermöglicht. Auch mich packte das Grauen, als ich „in meinen Vorfahren mütterlicherseits“ herumstöberte. Herrje, man starb damals doch oft erschreckend früh. Insbesondere das gefürchtete Kindbettfieber machte viele Männer immer wieder über Nacht zu Witwern. Hinterließ ihn oft mit einer Horde mutterloser (und insofern unversorgter) Kinder. Deshalb beeilte sich der Witwer meist, wieder zu heiraten. Der Laden musste ja schließlich weitergehen, wie man heute sagen würde. Da blieb zu ausgiebigem Trauern eher keine Zeit. Schlimm auch die hohe Kindersterblichkeit. Von allen Kindern z. B. eines Bauern erreichte meist nicht einmal die Hälfte das Erwachsenenalter. Dies hat sich, Lob und Dank der medizinischen Forschung, eine Menge verändert. Vor der Entdeckung des ersten Antibiotikums (Penicillin) z. B. lag die Chance, eine ernste bakterielle Infektion zu überleben, oft bei null. Es ist höchst aufschlussreich (und darüberhinaus noch ziemlich spannend), mal ein wenig Ahnenforschung zu betreiben. Ein beliebtes Hobby übrigens bei Pensionisten und Rentnern…. Meine Güte, sowas von off-topic. Sorry, lieber Herr Kelle.

    • H.K. Antworten

      „Meine Güte, sowas von off-topic. Sorry, lieber Herr Kelle.“

      Da zeigt sich doch einmal mehr, daß „alles mit allem“ zusammenhängt.

      Außerdem stellt der geneigte Leser ( jaaa, die ebenso geneigte LeserIN selbstverständlich auch ) fest, was man hier in diesem Blog so alles lernen kann.

      👍

  16. C. F. Meyer Antworten

    C.F. Meyer

    Prinz Bertarit bewirtet Veronas Bettlerschaft
    Mit Weizenbrot und Kuchen und edlem Traubensaft.
    Gebeten ist ein jeder, der sich mit Lumpen deckt,
    Der, heischend auf den Brücken der Etsch, die Rechte reckt.

    Auf edlen Marmorsesseln im Saale thronen sie,
    Durch Riß und Löcher gucken Ellbogen, Zeh und Knie.
    Nicht nach Geburt und Würden, sie sitzen grell gemischt,
    Jetzt werden noch die Hasen und Hühner aufgetischt.

    Der tastet nach dem Becher. Er durstet und ist blind.
    Den Krüppel ohne Arme bedient ein frommes Kind.
    Ein reizend stumpfes Näschen guckt unter struppgem Schopf.
    Mit wildem Mosesbarte prahlt ein Charakterkopf.

    Die Herzen sind gesättigt. Beginne, Musica!
    Ein Dudelsack, ein Hackbrett und Geig und Harf ist da.
    Der Prinz, noch schier ein Knabe, wie Gottes Engel schön,
    Erhebt den vollen Becher und singt durch das Getön:

    „Mit frisch gepflückten Rosen bekrön ich mir das Haupt
    Des Reiches ehrne Krone hat mir der Ohm geraubt.
    Er ließ mir Tag und Sonne! Mein übrig Gut ist klein!
    So will ich mit den Armen als Armer fröhlich sein!“

    Ein Bettler stürzt ins Zimmer. „Grumell, wo kommst du her?“
    Der Schreckensbleiche stammelt: „Ich lauscht‘ von ungefähr,
    Gebettet an der Hofburg … Dein Ohm schickt Mörder aus,
    Nimm meinen braunen Mantel!“ Erzschritt umdröhnt das Haus.

    „Drück in die Stirn den Hut dir! Er schattet tief! Geschwind!
    Da hast du meinen Stecken! Entspring, geliebtes Kind! “
    Die Mörder nahen klirrend. Ein Bettler schleicht davon.
    „Wer bist du? Zeig das Antlitz!“ Gehobne Dolche drohn.

    „Laß ihn! Es ist Grumello! Ich kenn das Loch im Hut!
    Ich kenn den Riß im Ärmel! Wir opfern edler Blut!“
    Sie spähen durch die Hallen und suchen Bertarit,
    Der unter dunkelm Mantel dem dunkeln Tod entflieht.

    Er fuhr in fremde Länder und ward darob zum Mann.
    Er kehrte heim gepanzert. Den Ohm erschlug er dann.
    Verona nahm er stürmend in rotem Feuerschein.
    Am Abend lud der König Veronas Bettler ein.

  17. Alexander Droste Antworten

    Als Christian noch mit der Dagmar liiert war, hatte er noch Schneid. Jetzt ist er ein besserer Bettvorleger. Der lässt sich wahlweise mal nach links und mal nach rechts bürsten. Lieber irgendwie regieren, Hauptsache. Das klang vor ein paar Jahren noch knackiger. Schi-Schi ist dann wohl jetzt auch wichtiger als klare Kante.

    • Angelika Antworten

      Christian agiert wie fast alle Politiker: Es sind die Wahlergebnisse, die entscheiden. Stürzt die FDP im Bund unter 5%, ist Christian Geschichte. Sonst nicht.

      • H.K. Antworten

        Naja, selbst die Mauerschützenpartei lag unter 5 % und ist trotz ihrer Direktmandate wieder in den Bundestag eingezogen.

        Sollte die FDP bei der nächsten Wahl rausfliegen, wäre sein politisches Schicksal sicher besiegelt.

        Obwohl: m.W. haben bisher nahezu alle ehemaligen Spitzenpolitiker nach ihrer Amtszeit einen mehr als gut dotierten Posten bekommen – meist sogar mit deutlich weniger Streß und Zeiteinsatz.

        Mein Mitleid hielte sich somit in Grenzen.

    • H.K. Antworten

      Daß die FDP ( mit-) regieren will, ist eigentlich logisch und auch völlig in Ordnung.

      Was mir deutlich aufstößt, und zwar sehr sauer, ist all das an links-grünen Entscheidungen, was die Liberalen da so mittragen, z.T. aber sogar selbst vorantreiben, insbesondere in Person ihres Justizministers.

      Es gibt m.E. viel zu viele Neuerungen, die es mit der FDP Hans-Dietrich Genschers so wohl eher nicht gegeben hätte.

      Aber der bekannteste gelbe Pullunder tragende Politiker wäre wohl auch nie unrasiert und ohne Krawatte im politischen Berlin herumgelaufen …

        • H.K. Antworten

          Ond 1930 rrreiste Händenborg noch met däm Loftschäff nach Urugay zurr errrsten Foßball-WM …

  18. Achim Koester Antworten

    Angesichts der rapide schwindenden Mitgliederzahlen müssen sich die Kirchen doch alternative Einnahmen zur Kirchensteuer sichern, was also spricht dagegen, die Hochzeit von Atheisten sozusagen als Eventmanager auszurichten? Eine ehemalige Kollegin ist nur aus einem Grund nicht ausgetreten: ihre Hochzeit. Die Kirchen haben sich doch längst von ihren eigenen Prinzipien distanziert, indem sie schwerpunktmäßig Politik betreiben, was in einem Säkularstaat eigentlich recht fragwürdig ist.

    • gerd Antworten

      Werter Herr Köster,

      in der katholischen Kirche geht es nicht um Mitglieder, sondern um Mission. Die katholischen Christen, sollen „in alle Welt gehen“ und „das Reich Gottes verkünden!“
      Die Folge: „Wer glaubt wird gerettet, wer aber nicht glaubt wird verdammt werden!“
      Mehr Klarheit geht nun wirklich nicht.

      • Achim Koester Antworten

        @gerd
        Na gut, dann werde ich eben verdammt.
        Ich halte es eher mit den rationalen Wissenschaften, als einer Institution nachzulaufen, die Wasser predigt und Wein literweise säuft. Lesen Sie doch mal „Die Kriminalgeschichte des Christentums“ von Karl-Heinz Deschner.
        Das verstehe ich unter Klarheit.

        • gerd Antworten

          Werter Achim Köster,

          der Deschner wird immer herangezogen, wenn es darum geht die Vergehen des kirchlichen Bodenpersonals in chirugischen Kleinschnitten auseinander zu nehmen. Er schrieb auch um bewusst zu provozieren. Kann ich nicht ernst nehmen. Ich halte mich lieber an den Stifter der Kirche, von dem ich zitiert habe und an Lebensläufe von Christen die die Welt zum Positiven verändert haben. Ist auch besser für’s Gemüt. Im übrigen ist es nicht die Institution die Wasser predigt und Wein säuft sondern Menschen die das tun. Bitte das doch auseinander halten, um Pauschalisierungen zu vermeiden.

          • H.K.

            „ Im übrigen ist es nicht die Institution die Wasser predigt und Wein säuft sondern Menschen die das tun. Bitte das doch auseinander halten, um Pauschalisierungen zu vermeiden.“

            Völlig richtig.

            Doch auch, was die Institution sagt, wird/ wurde von Menschen ( zumindest von einem ) gesagt.

            Und wenn heute das, was heute gesagt und getan wird, innerhalb dieser Institution, von Vielen entweder nicht ( mehr ) verstanden oder für falsch gehalten wird, kehren ihr diese nichtverstehenden Menschen den Rücken.

            Wer seit spätestens 2015 nicht mehr versteht, was eine „christlich“ „demokratische“ Partei sagt und tut, wählt sie nicht mehr.

            Auch, wenn zur Gründung dieser Partei die Mehrheit noch gejubelt hat.

          • Achim Koester

            Lieber H.K.
            Danke für Ihre Schützenhilfe, aber ich wollte das Thema nicht weiter kommentieren, erstens, weil ich „gerd“in vielen Punkten seiner früheren Kommentaren zustimme, zweitens weil sich religiöse Debatten in aller Regel nicht einvernehmlich beenden lassen „De religionibus non est disputandum“.

          • H.K.

            @ Achim Koester

            Ach, ich denke, bei kontroverser Diskussion muß ja das Ergebnis nicht sein, daß einer recht hat und der andere nicht.

            Mit der Religion ist es wie mit dem Geschmack, für Mode, Autos, Essen, Musik etc etc.:

            Es gibt schlicht kein „richtig“ oder „falsch“.

            Und der Austausch von Ansichten, Meinungen und Argumenten kann doch nur hilfreich sein, zumindest dabei, den eigenen Horizont über die Nasenspitze hinaus zu erweitern.

            Schlimm finde ich, wenn jemand so verbohrt und „beratungsresistent“ ist, daß er für andere Argumente gar nicht ( mehr ) zugänglich ist.

  19. Paule Antworten

    Das ein Politiker 300.000 Euro oder mehr verdient, würde mich nicht stören, wenn dieser Politiker für Deutschland und seine reine Ursprungsbevölkerung arbeiten würde. Leider arbeitet kein einziger Politiker der Altparteien für Deutschland und seine reine Ursprungbevölkerung!

    Lieber Herr Kelle, Sie sollten ihre Schlagzeile „Christian Lindner heiratet Franca – und bezahlt die Sause selbst.“ einmal überprüfen.
    Ich denke, er bezahlt die Sause nicht zu 100 % selbst! Der gesamte Polizeieinsatz wird vermutlich vom Steuerzahler bezahlt!

  20. Sara Stern Antworten

    Wer glaubt Lindner würde das Ganze zu 100% selbst bezahlen, disqualifiziert sich schon selbst aufgrund mangelndes Wissens aus der Debatte. Im Allgemeinen fangen Menschen dann an den Unwissenden aufzuklären…von wegen Polizei wird nicht bezahlt Straßensperrungen usw. Ich glaube es wäre für die Entwicklung Deutschlands klüger, wenn man die Unwissenden einfach ignoriert. Man kann sie evtl. noch auf ihre Wissenslücken hinweisen, sollte sie aber keineswegs selber versuchen zu stopfen.
    Viel interessanter ist in dem Zusammenhang tatsächlich die Frage, wie man mit jemanden über einen Sachverhalt spricht, von dem das Gegenüber nichts außer den Titel der Veranstaltung kennt und eventuell noch zwei Namen rausplappern kann. Sollte man dann überhaupt mit so einer Person über Thema xyz reden? Ich glaube nicht.

  21. H.K. Antworten

    Tja, daß die kleine, bescheidene Hochzeit des FDP-Chefs einmal Thema im ZDF-Politbarometer sein würde, hätte sich sicher auch Herr Lindner nicht gedacht …

    So schnell kann „die Macht der Bilder“ ins Gegenteil verpuffen …

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