Universitäten sollten Einrichtungen der Forschung und Lehre und besonders des freien Diskurses sein. In Deutschland hapert es mit dem freien Diskurs an den Hochschulen zunehmend. Sie erinnern sich sicher an geplante Vorträge an Unis, wo Veranstaltungen abgesagt wurden, weil ein linker Mob gegen unliebsame Referenten (Wendt, Kutschera) mobilisiert hatte.

Erst vor wenigen Wochen hatte sich in Frankfurt die Präsidentin der Goethe-Universität Birgitta Wolff demonstrativ vor die Ethnologin Susanne Schröter gestellt. Die hatte eine wissenschaftliche Konferenz zum „Kopftuchstreit“ organisiert und damit eine beispiellose „Hetzkampagne“ gegen sich selbst ausgelöst. Die Veranstaltung (u.a. mit Alice Schwarzer) konnte schließlich unter starken Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Inzwischen gibt es öffentliche Forderungen, Schröter zu entlassen. Und der AStA, also die Studentenvertretung, diskutiert allen Ernstes darüber, welche Positionen welcher Diskussionsteilnehmer an einer Universität zugelassen werden dürfe und welche nicht.

Ähnlich vor wenigen Tagen an der ehrwürdigen Bonner Universität. Dort hatte die christliche Studentenorganisation „Studentisches Kulturforum Bornewasser“ zu Vortrag und Diskussion Alexander Tschugguel eingeladen, den Mitorganisator des „Marsch für das Leben“ in Wien.

Wenig christlich verhielten sich dabei etwa 200 linke Aktivisten. Zahlreiche Organisationen hatten den Aufruf zum Widerstand gegen die Veranstaltung unterzeichnet, darunter SDS, Jungsozialisten (SPD) und Grüne Hochschulgruppe, natürlich auch das „LGBT*IQ+ Jugendzentrum GAP“ und das „Referat für Frauen- und Geschlechtergerechtigkeit“ . Sie alle finden Vorträge über den Schutz des menschlichen Lebens „menschenfeindlich und fundamentalistisch“.  Und so begaben sich die Schreihälse nach ihrer  Gegenkundgebung im Arkadenhof der Universität ins Hauptgebäude. Die Veranstalter des Kulturforums sagten dem Sicherheitsdienst der Uni, andere Meinungen seien ihnen ausdrücklich willkommen.

Aber wie üblich ging es diesen Leuten nicht um „Meinungen“. Sie blockierten den Eingang zum Hörsaal und skandierten dumpfe Parolen wie „Homophobe, raus aus der Uni“ und „Halt die Fresse“. Transparente hatten sie auch dabei, etwa eins mit der besonders geschmacklosen Aufschrift  „Masturbation statt Kommunion“.

Was lehrt uns das?

1) Toleranz gegenüber Intoleranten zahlt sich niemals aus.

2) Die Hochschulen müssen als Horte des freien Meinungsaustausches energisch verteidigt und erhalten werden.

3) In ihrer ganzen Hilflosigkeit setzt das linke Aktivistenmilieu in Deutschland längst nicht mehr auf die Kraft von Argumenten. So wie man auch AfD-Veranstaltungen in vielen Städten mit Gewalt verhindern will, so versucht man auch unliebsame Positionen und Menschen aus den Unis zu drängen.

Das dürfen wir nicht zulassen.

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Dieser Artikel wurde 10 mal kommentiert

  1. Alexander Droste Antworten

    Wer ergreift welche Maßnahmen? Bei wem können wir solche Fehlentwicklungen reklamieren?

    Wenn ich mich dahin stelle, bin ich ein Toter (etwas übertrieben, aber so in etwa).
    Die Entwicklung ist ja nicht neu, Josef Krause hat es schon gründlich analysiert. Und wir stellen fest, dass diese Entwicklung gedeckt wird. Linke Krawallmacher sind okay, kritischer Widerspruch ist rechts und der wird bekanntlich staatlich gefördert bekämpft, und zwar alle Mittel sind erlaubt.

    Haben Sie vielleicht irgendwelche kritischen Töne in den Leitmedien oder Politik über den aus Deutschland veranstalteten Putsch gegen die Österreichische Regierung vernommen? Der kam erwiesener maßen von einem iranisch-österreichischen Juristen und einem Deutschen „Privatdetektiv“, der bereits vorbestraft wurde. Das Videomaterialentstand in einem vom Geheimdienst präparierten Haus und wurde vom „Zentrum für politische Schönheit“ gegen 600.000 € in Krügerrand erworben und dann den Deutschen Presseblättern SPIEGEL und SZ zugespielt, die haben es veröffentlicht. Wo das Gold herkam, habe ich einstweilen wieder vergessen, man kann es bei euro-infothek nachrecherchieren. Aber Geld ist ja nicht geflossen.
    Dieses Verbrechen ist keiner Rede wert. Aber dass Strache da ein wenig seine Fantasien walten ließ, aus denen gar nichts Konkretes entstanden ist, war DER große Skandal. Nun, Strache genießt trotzdem das Vertrauen der Österreicher und repräsentiert sie jetzt im Europaparlament.

    Solches und unendlich Vieles mehr, was bereits auch hier im Blog eifrig beklagt und diskutiert wurde, treibt unsere Bevölkerung immer noch nicht auf die Barrikaden! Man denke noch an die Lügen um Chemnitz und was danach kam. Das besagt doch alles, dass die linken Krawallmacher staatlich gedeckt werden, selbst wenn die Polizei Geleitschutz leistet (Alibi?). Ich nenne das erneut Faschismus. Man möge mich eines Anderen belehren. Jetzt hat man ganz doll die Grünen lieb (in Düsseldorf zu 29% ins EUP gewählt), die aus meiner Sicht auch noch eine treibende Kraft hinter dem all sind. Es wird also demnach immer doller.

    Ich hol schon mal Popcorn und Cola (Zynik aus).

      • Klaus Kelle Antworten

        Zu diesem Kommentar, lieber Herr Droste, muss ich wenigstens eine andere Sicht der Dinge präsentieren

        eu-infothek ist eine Website, die kaum einer kannte, bevor sie plötzlich die Meinungsführerschaft bei einem Thema selbst international bekam. Das ist das Spiel der sogenannten „alternativen Medien“, die höchst unseriös daherkommen und in der Regel die Interessen „Dritter“ in einer Kampagne vertreten. Vom normalen Leser werden sie aber als ein unabhängiges Medium wahrgenommen.

        kk

  2. colorado 07 Antworten

    „In ihrer ganzen Hilflosigkeit…..“ Argumentativ mögen sie tatsächlich hilflos sein, aber sie haben viele Helfer.

  3. HK Antworten

    Man kann bei Allem und Jedem anderer, völlig konträrer Meinung sein. Es wäre auch schlimm, wenn alle in eine und dieselbe Richtung denken würden.

    Aber genau das scheint in diesem Land nicht mehr gewollt zu sein.

    Auf jedes „Ja, aber“ wird mit Schnappatmung reagiert.
    Wer am lautesten schreit, bekommt den größten Beifall.

    Nachdenken ? Fehlanzeige.

    Wer nicht meiner Meinung ist, wird nicht eingeladen. Wir sind ja schließlich für Meinungsfreiheit.

    Wer dafür ist, den Wolf „zu entnehmen“, ist ein Tiermörder. Die gerissenen Nutztiere sind schließlich für die Wölfe da, also eher Kolateralschäden.

    „Wir müssen endlich die Pflegekräfte besser bezahlen“, wie Herr Stegner immer wieder sagt.
    Daß der 80-Jährige die dafür erhöhten Gebühren im Pflegeheim für seine Frau nicht mehr bezahlen kann: Jaaaa – irgendeiner meckert halt immer.

    Daß ein 26-jähriger Youtuber zu politischer Nicht-Wahl bestimmter Parteien unmittelbar vor der Wahl aufruft, bekommt eine solche Bühne, daß in sämtlichen Medien mit Foto, Namen und Einspielern für – selbstverständlich völlig altruistisch – ordentlich klingelnde Kasse des Blauhauptes durch mittlerweile wohl mehr als 13 Mio Clicks gesorgt wird.
    DAS findet „man“ gut – „frau“ auch – „es“ und „divers“ sowieso.

    Und daß an ( manchen ? ) Unis nicht mehr das Wort und die Diskussion zählen, sondern die „Seklektion“ der Diskutanten und wenn das nicht geht, eben das Faustrecht, lässt tief blicken.

    „Wehret den Anfängen“ ???

    Wir sind mittendrin in der „DDR 2.0“. „Betreutes Denken“.

    „Wir schaffen das !“

  4. S v B Antworten

    Zu Punkt 1: Leider ist diese Feststellung trotz ihres unstrittigen Wahrheitsgehaltes inzwischen völlig ausgelaugt. Sorry.

    Zu Punkt 2: Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die für deutsche Unis schon lange nicht mehr zutrifft, da man den Anfängen nicht wehrte. Ein tragisches Versäumnis, das nun vermehrt „Früchte trägt“.

    Zu Punkt 3: Es ist beileibe nicht nur die linke Aktivistenszene, der man mangelnde Bereitschaft zum vernünftigen Dialog anlasten kann. Auch Michael Stürzenberger z. B. wird immer wieder links liegen gelassen und mitunter sogar mit verbalem Unflat beworfen, wenn er sich „erdreistet“, Politiker etablierter Parteien – stets auf höfliche und zuvorkommende Weise – nach deren Meinung zum politischen Islam zu befragen. Anstatt stichhaltige Argumente vorzubringen, kehren die Angesprochenen dem engagierten Mann meist abrupt den Rücken, brummeln dabei wenig Schmeichelhaftes vor sich hin und signalisieren schon so ihre absolute Nicht-Bereitschaft zu einem Diskurs. Von einem Bundesparlamentarier der CDU musste sich Stürzenberger überdies als Idiot bezeichnen lassen. Mehr als eine grobe Beleidigung hatte der Mann also nicht zu bieten. Ein politisches Armutszeugnis sonder gleichen. Aber so geht Diskurs heute wohl. Und dies nicht nur mit Aktivisten-Kreisen, lieber Herr Kelle. – Wenn die Entwicklung so weitergeht wie es sich gerade in jüngster Vergangenheit ankündigt, sehe ich rabenschwarz für Deutschlands politische und gesellschaftliche Zukunft.

    • S v B Antworten

      Korrektur: es war kein CDU-Parlamentarier, der Stürzenberger mit „Idiot“ titulierte, sondern Florian Post von der SPD. Sorry!

  5. gabriele bondzio Antworten

    Mit tiefer Sorge und aus dem Leben in der Einschränkung der Meinungsfreiheit heraus. Beobachte ich, dass der Weg den die BR einschlägt genau wider in diese Richtung geht.
    Das dürfte auch das „Geheimnis“ sein, warum die Ostländer eher AFD wählen. Die nicht vollkommen ist, aber eine Opposition zu dieser Richtung bietet.
    Und es ist immer wider der Islam, der im Zentrum des Geschehens steht, der Dinge einfordert, auf welche keine andere Religion Anspruch erhebt. Der Intoleranteste scheint auf der Gewinnerstrecke zu sein.

  6. Stefan Schmidt Antworten

    Der lebende, logische Wiederspruch.
    Solche die vorgeben für eine freie Meinujngsääußerung zu sein, für Toleranz für blumige Liebe und gegen Gewalt sind dann auch solche die Hassen, Gewalt anwenden, intolerant sind….

    Die Universitäten dürfen dem nicht anheim fallen, umso besser zu sehen, dass sich Universitätsfunktionäre in vielen Fällen entschieden vor die wirklich freie Meinungsäußerung stellen.

    Wie hieß es früher noch so schön?
    Man muss die Sorgen der Bürger ernst nehmen, auch die am rechten Rand, und dann mit ihnen reden um sie mit Argumenten zu überzeugen. 😀

    Ich frage mich wann die Linken mal anfangen….

    Allerdings zeigt ja auch der Grüne Wahlerfolg, dass man nur mit Argumenten nicht weiterkommt, man muss auch Emotionen instrumentalisieren, wo auch immer das hinführt.

  7. W. Lerche Antworten

    Es wird der Tag kommen, da allen Andersdenkenden, jene „ohne grüner Haltung“, ihre ehrlich erworbene Diplome, Masters und Dissertationen aberkannt bekommen.

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