Als die FDP mal Geschichte schrieb…

Heute vor 40 Jahren hat die FDP mal etwas Historisches und absolut Richtiges gemacht. Da traten nämlich die damals vier Bundesminister der Liberalen zurück und beendeten damit die sozialliberale Koalition in Bonn nach 13 Jahren. Zuvor hatte es immer wieder Streit mit Bundeskanzler Helmut Schmidt und dessen SPD über wirtschafts- und sozialpolitische Themen gegeben. Man könnte fast denken, die FDP interessierte sich damals noch ernsthaft für Politik und war sogar bereit, für ihre Überzeugungen ernsthaft zu streiten. Heute würden sie wahrscheinlich eine Werbeagentur beauftragen, die Parteifarben zu ändern und gut ist es.

Die Liberalen machten an diesem Tag den Weg frei für eine Regierung mit CDU und CSU, die in den folgenden Bundestagswahlen mit großer Mehrheit bestätigt wurde. Bundeskanzler wurde Helmut Kohl, der eine „geistig-moralische Wende“ versprach, die aber dann auch nicht kam. Immerhin hat er das mit der Deutschen Einheit später ganz gut gemanagt, aber das ist eine andere Geschichte…

 

 

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Dieser Artikel wurde 9 mal kommentiert

  1. H.K. Antworten

    „ Immerhin hat er das mit der Deutschen Einheit später ganz gut gemanagt„.

    Hm.

    Glaubt irgend jemand ernsthaft, daß die „Toskana-Fraktion“, Schröder-Scharping-Lafontaine, auch nur annähernd das hinbekommen hätte, was Helmut Kohl mit Michail Gorbatschow bewerkstelligt hat ?

    Was die FDP angeht:

    „Lieber überhaupt regieren, und sei es schlechtestens, als nicht zu regieren“ scheint die Devise zu sein.

    Spätestens, wenn es kalt und dunkel wird in diesem Land, wird Herrn Lindner – hoffentlich – die ursprüngliche Version wieder einfallen …

    • S v B Antworten

      Wie gemein, H.K., als Kommentar-Verderber. Jetzt sind Sie mir doch glatt zuvorgekommen mit dem – drastisch, aber völlig zutreffend abgewandelten – Lindner-Zitat. Somit wäre bezüglich der heutigen FDP und ihrer Köpfe – fürs erste jedenfalls – alles gesagt. Ein letztes Aufbäumen des ehemaligen – Genscherschen – Geistes war noch in der ursprünglichen Version des Lindner-Zitats von 2017 auszumachen. Danach ging’s bergab. Wie auch mit anderen im Bundestag vertretenen Parteien.

      • H.K. Antworten

        „Gemein“ kann ich gut …

        Haben Sie schon einen Gaskocher und ordentliche LED-Taschenlampen besorgt ?

        Oder zumindest die Notfallpläne der ( Berliner ) Polizei für Blackouts gelesen ?

        • S v B Antworten

          Ha, jetzt aber! Beim Wühlen im Keller stieß ich doch tatsächlich auf einen Gaskocher, den mein Mann mal vor vielen Jahren erstanden hatte, um – zwecks Vermeidung unguter Gerüche im Wohnbereich – diesen zum Fischbraten und -kochen auf der Terrasse zu benutzen. Kartuschen waren ebenfalls noch mehrere vorhanden, habe aber sicherheitshalber noch die eine oder andere dazu gekauft. Hoffentlich funktioniert das im Fall des Falles dann auch wie erträumt. Taschenlampen sind auch hier vorhanden (die echt guten befinden sich noch immer in meiner südafrikanischen Storage). Meine beste Taschenlampe habe ich übrigens in SA in einem Waffengeschäft gekauft. Sie eignet sich aufgrund ihrer nachgerade kriminellen Leuchtkraft auch nur als Waffe, keinesfalls jedoch als Küchen- oder Badezimmer-Ausleuchtung. Kerzen sind seit jeher zuhauf vorhanden. Sind als Teelichter und Stimmungsmacher unverzichtbar, aber auch zur Ausleuchtung pitch-darker Räumlichkeiten zu verwenden. Sie werden jetzt überrascht sein, aber in der Tat habe ich vor ein paar Tagen erst jede Menge Trinkwasser in Flaschen und dann tatsächlich noch die eine oder andere Konservendose erstanden. Na ja, Ravioli, Chilli con Carne, Erbseneintöpfe und noch ein paar andere Delikatessen. Daneben Fischkonserven aller Arten – von wegen Eiweißzufuhr und so. Muss man ja auch drauf achten, wenn man schon den Kühlschrank längere Zeit nicht zur Verfügung hat, nicht wahr? Da ich ohnehin extrem wenig Fleisch und gar keine Wurstwaren esse (und wenn, dann möglichst nur das Fleisch von (erwachsenen) Tieren, welche vor ihrer Schlachtung zumindest ein hinlänglich artgerechtes Dasein führen durften), habe ich vom Ankauf von Fleisch oder Wurstkonserven abgesehen und mich, wie schon erwähnt, stattdessen auf Dosenfisch gestürzt. Auch dieser wird selbst im Falle eines länger anhaltenden Blackouts nicht schlecht. Als Eiweißlieferanten empfehle ich hier, außer jeder Menge an Eiern und vielleicht Müsli mit H-Milch, insbesondere Thunfisch in Dosen, mit oder ohne Öl. Leider sah ich mich als ehemals begeisterte Hobby-Taucherin gezwungen, beim Kauf insbesondere der Thunfischkonserven gefühlt meilenweit über meinen Schatten zu springen. Aber, wenn’s vielleicht wirklich einmal ums splitternackte Überleben gehen sollte, frisst ganz sicher nicht nur der Teufel leckere Fliegen, sondern S v B auch den armen Thunfisch aus der Dose. Nun denn…

          Sehr geehrter Herr H.K.,

          in der Hoffnung, Ihre besorgte Anfrage zu Ihrer vollen, vielleicht sogar vollsten, Zufriedenheit beantwortet zu haben, verbleibe ich

          mit freundlichen Grüßen zum Sonntag Nachmittag

          Ihre S v B

          PS: Übrigens haben wir ganz in der Nähe einen sehr sauberen Fluss, aus welchem sich notfalls mehr als genügend Wasser für die Körperpflege sowie zum schnellen Durchwaschen von Unterwäsche entnehmen ließe. Selbst zum Kaffee-, Tee- oder Suppe-Kochen würde sich das Wasser eignen. Wenn man es mithilfe der Gaskartuschen für mindestens 10 Minuten abkocht. Habe derlei schon mit ganz anderem Wasser in ganz anderen Gegenden der Welt so gehandhabt. Abkochen wirkt wahrlich Wunder.

          Jetzt Sie aber nix mehr, oder?

          • H.K.

            Bei „Sehr geehrter Herr H.K.“ habe ich sofort Haltung angenommen in Erwartung eines bayrischen Anschisses.

            Aber offensichtlich hat mein Plädoyer für zumindest ein Minimum an Vorsorge ja wohl doch Früchte – ääh: Dosen getragen.

            Woran ich nicht gedacht hatte und erst später aufmerksam geworden bin:

            Beim Betrieb eines Gaskochers empfiehlt sich unbedingt ein entsprechender Warnmelder.
            Zwar kann man auch auf der Terrasse gas-kochen, aber bei Schnee, Eis oder Starkregen und Minustemperaturen ist es in der – gut gelüfteten – Küche sicher angenehmer.
            Ich habe unseren Kohlenmonoxyd-Warner bei einem allseits bekannten Online-Händler vor ein paar Tagen für € 19,99 gekauft.

            Inzwischen kostet das Ding knappe € 30.

            Und wenn man sich die Preise für schnöde Nudeln & Co ansieht, scheint es mir auch nicht unklug, nicht erst dann einzukaufen, wenn alle losrennen.

            So, jetzt „nix mehr“.

          • S v B

            Au wei, bezüglich der fast schon lebensnotwendigen Zuluft zur Vermeidung einer „ordentlichen“ CO-Vergiftung haben Sie natürlich sooo recht. Verspreche, beim Kochvorgang in jedem Falle das Küchenfenster stets zumindest einen angemessenen Spalt weit (Minus-Temperaturen!) geöffnet zu halten. So erspare ich mir die 30 Euro für den Warnmelder und kann diese statt dessen in eine weitere günstige Vliesdecke investieren. Nudeln habe ich bereits in Form von (gefrier-?)getrockneten Fertiggerichten erstanden. Ebenso wie Fertigreisgerichte. Heißwasser druff, ggfs. auch ein wenig köcheln lassen – oder auch nicht, und fertig ist das schmackhafte, one and only hot meal for the day. Ach, man kann so bescheiden werden. Im Großen und Ganzen habe ich mit sowas eher kein Problem. Aber ein Salat dazu wäre wohl auch nicht gerade zu verachten. Doch woher nehmen und nicht einmal stehlen; zur Winterzeit? Wie gedenken Sie’s übrigens mit der Vitaminzufuhr zu halten? Auch ein Thema, oder? Nicht für ein, zwei Tage, aber für 10 bis 14 schon. Trockenobst bringt’s einfach nicht. Orangen und Bananen verderben überraschend schnell, allerdings eher in der Wärme, die ja während eines Blackouts absolut kein Problem sein dürfte. Also für Obst könnte gesorgt sein, wenn man’s clever anstellt. Ansonsten eben Vitamin-Tabletten. So oder als prickelnde Brause. Geht doch! Mehr als ein Putzeimer sollte schon im Haushalt vorhanden sein. Für, wie in meinem vorigen Kommentar dargelegt, ganz häufiges Wasserholen aus dem nächst gelegenen Fluss oder See. Dies quasi mehrfach täglich, à l’africaine sozusagen. Ach, selbst jetzt sind noch längst nicht alle Eventualitäten und Probleme im Zusammenhang mit einem längeren Blackout benannt. Selbst von offizieller Stelle her nicht. Man kann nur mutmaßen, dass sich Probleme und Situationen ergeben dürften, von denen man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einmal den Hauch einer Ahnung hat. Weil ich von meinen Trekkings im indonesischen Teil der Insel Neuguinea oder meinen Aufenthalten in Borneos Langhäusern, dem Campen in total einsamen, entlegenen Regionen des südlichen Afrika sowie weiteren Shoe-string-Reisen doch so einiges gewohnt bin (obschon diese „eine ganze Weile“ zurückliegen), wäre es für mich im Grunde die bissige Winterkälte, die mir einen Blackout wohl am meisten erschweren würde. Mit den allermeisten übrigen Aspekten könnte ich mich vermutlich relativ gut arrangieren. Es sei denn, man selbst oder ein anderer würde plötzlich ernsthaft krank und man müsste für umgehende Hilfe sorgen. Sich auch dagegen erfolgreich zu wappnen, dürfte eines der schwierigsten, wenn nicht gar das schwierigste Unterfangen von allen sein.

          • H.K.

            Ach, es gibt so vieles, woran kaum jemand denkt.

            Als guter, umweltbewußter Mensch hat man selbstverständlich irgendwann von Batterien auf Akkus umgestellt ( so wie von den alten Glühbirnen auf Energiespar- und später auf LED-„Leuchtmitteln“ ).

            Dumm nur, wenn zwar ausreichend Akkus, aber keine einzige Batterie im Haus ist und der Strom halt nicht aus der Steckdose kommt …

            Und wenn kein Wasser ( ab-) fließt.

            Glücklich, wer dann einen Fluß in der Nähe hat ( und ein Plumpsklo … ).

            ( Und genügend Gaskartuschen für den Kocher. Eine hält wohl nur etwa 1-2 Tage … ).

  2. Wolfgang Heppelmann Antworten

    Ja, die guten, alten achziger Jahre. War das nicht das Jahrzehnt, in dem die Grünen anfingen, die reife Ernte der 68er einzufahren, das Jahrzehnt, in dem alles private politisch, und alles Politische privat wurde? Die Auswirkungen der 80er schlagen jetzt voll durch.

    Um das zu verstehen, empfehle ich Ihnen allen das Buch von Cora Stephan: „Der Betroffenheitskult, eine politische Sittengeschichte“, Rowolt Verlag berlin, 1993. Sie beschreibt das Fundament, auf dem unser heutiges Desaster aufgebaut wurde.

    Sehr zu empfehlen!

  3. H.K. Antworten

    Ich frage mich allen Ernstes, wie lange die FDP diesen Ampel-Blödsinn noch mittragen will.

    Aber vielleicht haben die freidemokratischen Minister schon einen lohnenden „Anschlußjob“ in Aussicht – s. Pofalla oder Bahr – oder Schröder …

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