Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland startet eine Petition für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen, was Jesus Christus seinerzeit zweifellos ein sehr wichtiges Anliegen gewesen ist. Und Kardinal Reinhard Marx, der Chef des von ihm selbst geleiteten deutschen Abwrackunternehmens namens Katholischer Kirche, nimmt Anstoß am Begriff „christliches Abendland“. Weil das nämlich „ausgrenze“. So wie der Titel Kardinal oder Eminenz alle ausgrenzt, die ihn nicht tragen dürfen. Nennen wir Bürger Marx also zukünftig „Reini“, wenn wir ihn irgendwo treffen!

Man möchte nur noch lachen über dieses Personal an der Spitze der deutschen Christen. Nicht der lediglich eingetragenen und kirchensteuerzahlenden, sondern der glaubenden und bekennenden. Ich leide an diesen Leuten, die unseren Glauben an Gott und den am Kreuz gestorbenen Jesus Christus mit ihren alltäglichen Belanglosigkeiten und ihrem Relativismus in der Schmutz ziehen. Die ihre Kreuze nicht tragen, damit Angehörige anderer Religionen dadurch nicht gestört werden. Ja, ich verachte diese Leute inzwischen wirklich, die sich mit Pomp umgeben, sich wichtig machen, zu jeder politischen Sau, die durchs Dorf getrieben wird, eine Meinung nachplappern müssen. Hirten des Volkes Jesu? Gottesmänner und -frauen? Wie lächerlich kommt ihr mir vor.

Beginnen wir damit, unsere Kirche in Deutschland neu zu denken. In weiten Teilen der Welt lebt die Kirche Jesu und hat regen Zulauf – ohne Kirchensteuer und Dienstwagen. Organisieren wir uns selbst und anders. Mit Priestern und Ordensleuten, die sich für Jesus aufopfern. In Basisgemeinden, in den neuen geistigen Gemeinschaften. Es ist für das Volk Jesu längst noch nicht zu spät. Aber mit diesen Zeitgeistgestalten, die ich hier jeden Tag im Fernsehen erlebe, habe ich persönlich abgeschlossen.

image_pdfimage_print

Dieser Artikel wurde 31 mal kommentiert

    • Hildegard Königs-Albrecht, Dr.h Antworten

      Ja, Herr Kelle, Sie leiden wie ein Hund. Mir geht es genauso. Aufrichten können mich aber Bischöfe wie Voderholzer oder Oster oder Woelki (wenn es nicht gerade um Flüchtlinge geht) . Hochachtung habe ich auch vor den vielen Mönchen in den Krisengebieten unserer Erde. Sie leisten Hervorragendes. Schauen Sie mal bei „Kirche in Not“ vorbei und vergessen Sie den Kardinal!

  1. S v B Antworten

    Warum nehmen die Kirchen nicht erstmalig an der kommenden Europawahl teil? Verstehen sie offenbar das politische Geschäft doch um so viel besser als das geistliche. Beide Kirchen überbieten sich förmlich darin, die christlich-abendländische (Glaubens-)Kultur in unserem Land in den Boden zu stampfen. Prima! Es gibt sicher nicht eben wenige, die sich darüber höllisch freuen und ins Fäustchen lachen. Was in aller Welt ist nur in diese vermeintlichen Kirchenmänner und -frauen gefahren? Die Sache mit dem Tempolimit würde sich als Aprilscherz anbieten, aber sicher nicht als dringliches Anliegen einer Kirche. -Meinen Austritt aus der EKD, der, nach reiflicher Überlegung, vor ein paar Jahren erfolgte, habe ich nicht bereut. Immer wieder wird mir die Richtigkeit dieser Entscheidung von der Kirche selbst willig bestätigt. – Ihren fast schon desperat klingenden Aufruf, Herr Kelle, in der Not letztlich eine andere, ernsthafte, bescheidene und bodenständige Kirche zu denken, habe ich kürzlich in einem ähnlichen Zusammenhang kommuniziert. Den vielen verstörten, von ihren Kirchenoberen in turbulenten Zeiten so feige im Stich gelassenen Gläubigen werden letztlich kaum noch eine andere Möglichkeit sehen, als sich in völlig neuen Kirchengemeinschaften zusammen zu finden. – Wer hätte jemals angenommen, dass so etwas einmal Sinn machen könnte?

  2. S.T. Antworten

    Kirche in der DDR (, nicht immer, nicht alle, nicht zu jeder Zeit, gerne dann in und nach der „Wende“, als klar war, wohin die Reise geht und der Letzte nicht der Allerletzte sein wollte, man ließ sich auch gerne irgendeinen Aufmüpfigkeits-Preis in Gesamtdeutschland um den Hals hängen) – aber die Kirche, die ich meine und größtenteils erlebt habe, war eine Kirche der Benachteiligten, eine, die jedenfalls deutlich auf deren Seite stand. Eine Kirche der relativen Armut. Eine Kirche der Einfachheit. Eine Kirche, die sich stark machte für die Themen des konziliaren Prozesses: Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Durchaus politische, hochbrisante Themen. Aber wir haben diese immer verhandelt und bedacht auf der Folie der biblischen Texte. O, was haben diese uns damals aus der Seele gesprochen. Pure Befreiungstheologie. Unmittelbar fühlten wir uns angesprochen und beauftragt, Zeugen zu sein, uns einzusetzen, Widerstand zu leisten… Eins zu eins. Und das Geniale war: Auch Menschen, die jenseits der Kirchen standen, verstanden die Texte, machten sie sich zu eigen, sogen sie auf und schöpften Mut und Zuversicht daraus, gestalteten ernsthafte Andachten mit…
    Und heute? Ich bin immer noch kirchliche Mitarbeiterin. Ich liebe meine Arbeit und versuche, sie so ernsthaft, verantwortlich und wahrheitsgetreu wie möglich auszufüllen. Aber ich sitze immer öfter kopfschüttelnd in Gottesdiensten, in denen wieder für die guten Anti-AfD-Demonstranten gefürbittet wird und langweilige Heils- Botschaften so lau und schlaff wie ein alter Lappen verkündet werden. Die braucht sowieso kein Mensch, meint der gemeine Christ, das Heil ohnehin schon hier unten erworben zu haben.
    Die Kirche macht sich mit der Politik gemein, die beiden großen Kirchen jedenfalls. Erst letzte Woche wurde in der Zeitung berichtet (immerhin!), dass sich die katholische Kirche eine sechsteilige Veranstaltungsreihe im Rahmen „Weltoffenes Sachsen“ (oder so ähnlich) mit 90.000 Euro vom Land hat fördern lassen und dabei lediglich Gesprächspartner aus CDU und SPD geladen und hat, die auf dem umstrittenen Sachsen-Sofa(!) in der Katholischen Akademie Platz nehmen dürfen. Tolle Lehrstunde in freiheitlicher Demokratie, nicht!
    Dass ständig ermahnende und moralisierende Worte das Gute, Tolerante etc. in uns kultivieren sollen, versteht sich von selbst. Letztens erst wurde zu einer Veranstaltung geladen, wo man lernen konnte, als Gemeinde ethisch korrekt einzukaufen.
    Oder die Evangelische Aktionsgemeinschaft Familie wirbt mit einem Flyer für eine Tagung, auf dessen Konterfei die Mehrheit der abgebildeten Menschen farbig und körperlich eingeschränkt sind, alle unter 30. Eine hellhäutige Mutter dabei? Fehlanzeige.
    Und so geht es weiter von einer unseligen Katastrophe in die nächste. Nebenher werden ständig Stellen gestrichen. Die Arbeit saugt immer mehr aus, keine oder kaum Zeit zur Reflexion, zur Ruhe und Besinnung zu kommen auf der Hatz von einem Gemeindeevent zum Krabbelkinderkrippenspiel (Heiligabend um zehn Uhr früh!) zum Neuregelungsstrukturausschuss usw. usf. Hirnrissig das Ganze. Jesus würde wohl im Grab rotieren, wäre er nicht auferstanden. Wann stehen wir auf für das Leben? Wieder! Was muss denn noch geschehen, dass wir die Bibel, Gott wieder wirklich brauchen?…

  3. Michael Jahn Antworten

    Man sollte meinen, ein Kardinal sei stolz darauf, dass das Christentum „das christliche Abendland“ geprägt hat mit seinen Werten und Idealen. Statt dessen soll der Begriff versteckt werden. Weil er angeblich ausgrenzt. Was denken wohl die Migranten, wenn sie erfahren, dass die Europäer und die Deutschen nicht mal ihre eigene Kultur und Religion zu verteidigen bereit sind.

    • S v B Antworten

      „…wenn sie erfahren, dass die Europäer und die Deutschen nicht mal ihre eigene Kultur und Religion zu verteidigen bereit sind.“ – Entweder verstehen sie es nicht, oder es ist ihnen egal; oder beides. So simpel – für Sie vielleicht gar erschreckend? – würde wohl die Antwort auf die von Ihnen gestellte Frage beim Gros der Zuwanderer ausfallen. Die typisch deutschen Befindlichkeiten sowie die Neigung, alles und jedes zu hinterfragen, interessieren in der übrigen Welt kaum oder gar nicht.

  4. Elisabeth Weiß Antworten

    Die Gesellschaft hat den Kompass verloren. Mit ihr auch die Kirche. Um die Jahrtausendwende war zu beobachten, dass an Bedeutung verlierende „Politik“ Einzug gehalten, um Kirche als Bühne zu erobern. Erpressungspotential mit unserem Steuergeld hat Politik allemal. Eine nicht parierende Kirche va die Katholische wurde an ihren Schwachstellen angegriffen: Kindesmissbrauch. Anstatt standhaft das gesellschaftliche Problem aufzuarbeiten, beugte man sich. Ließ sich alte abgeurteilte Fälle wieder aufs Auge drücken, während Fälle im öffentlichen Bereich wie städtische Kinderheime, Sportvereine still und leise abgehandelt wurden, wenn nicht sogar ad acta gelegt. Die katholische Kirche (die evangelische hat wie die Orthodoxe schon immer mit dem System gut gelebt) ist schwach geworden, weil viele Katholiken es nur mehr auf dem Papier sind. Herr Kelle, ich würde mit den Würdenträgern zwar hart ins Gericht gehen, aber sehr aufpassen, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten. Tun wir es, packen wir an.

  5. Achim Koester Antworten

    Nach dem Grundgesetz ist Deutschland zwar ein Säkularstaat, aber in der Praxis ist der Einfluss der Kirchen, besonders der katholischen, evangelischen, aber auch des Islam, auf die Politik ungebrochen, letzterer sogar eher noch am Wachsen. Statt sich als christliches Bollwerk gegen die „feindliche Übernahme“ (Sarrazin) zu verstehen, verraten und verleugnen die Herren (?) Bedford-Strohm und Marx ihre Glaubensgrundsätze, wie angeblich Petrus vor 2000 Jahren. Aber, wie der von mir hochgeschätzte Karl-Heinz Deschner formuliert hat: „Je größer der Dachschaden, desto freier der Blick zum Himmel“.

  6. gabriele bondzio Antworten

    Aber mit diesen Zeitgeistgestalten, die ich hier jeden Tag im Fernsehen erlebe, habe ich persönlich abgeschlossen.“…bravo Herr Kelle!
    Existenz um Existenz oder wie die bibel sagt:
    Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft,
    dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler,
    dass sie laufen und nicht matt werden,
    dass sie wandeln und nicht müde werden.
    Jesaja 40:31
    Habe bei PP auch den Brief vom Priesterkreis „Communio veritatis“ an Marx ( der sich genauso schreibt wie der, mit Vornamen Karl) gelesen.
    In dem die Instrumentalisierung der Religion zurückgewiesen wird.
    Der mit all seinen kürzlichen Bemerkungen nicht nur die links-Grünen erfreut haben dürfte, sondern auch von der religiösen Konkurrenz in Deutschland mit Wohlgefallen aufgenommen werden dürfte.

  7. Wolfgang Andreas Antworten

    Stopp! Da regt sich was!!!

    Ein Paderborner Priesterkreis „Communio Veritatis“, fordert Herrn (!) Marx zum Rücktritt auf: „Wir werfen Ihnen vor, Ihr geistliches Amt zu mißbrauchen!“ Weiter : „Wir kündigen Ihnen an, daß wir Jesus Christus als den einzigen Erlöser und wahren Retter bekennen werden, während Sie das Kreuz des Herrn in skandalösemVerrat abgelegt haben.“
    Was haben wir Westfalen da dem Bistum München – Freising für einen Hirten geschickt? Oder wird man dort vor den vollen Fleischtöpfen so gefallsüchtig? – Oder aber, ist vielleicht Herr Marx ein planmäßig installierter Baustein auf dem „Marschweg durch die Institutionen“ ?
    Ich empfehle allen, aber besonders unserem obersten Oberhirten das Anhören der „Kreuzesrede“ von Kardinal Faulhaber, die er den Nazis um die Ohren haute, die einen Kampf gegen die Wegekreuze führen wollten.

    • S v B Antworten

      Wie ich gelesen habe, teilt auch Bischof Rudolf Voderholzer aus Regensburg die Stellungnahme der Paderborner „Communio Veritatis“ zur Marx’schen Kritik am Begriff des „Christliches Abendlandes“. Recht hat er. Nein, nicht Marx, sondern natürlich Voderholzer.

  8. S v B Antworten

    Wow, wie mutig! Warum nicht einmal einen Versuch wagen? Dieser Priesterkreis scheint mir nun wirklich ein Zusammenschluss aufrechter Gottesmänner zu sein. Da müsste es doch noch andere geben…?

    O ja, München und seine notorisch „andere“ Lebensart haben sicher das Zeug dazu, auf manchen „Zuag’roast’n“ „abzufärben“, ergo den Menschen zu verändern. Dies habe ich im Privatleben etliche Male mit Staunen zur Kenntnis genommen. Ein längeres Leben und Wirken in dieser nach allen Seiten völlig offenen, selbst ernannten Weltstadt mit Herz, der Stadt der knallbunten Lebensgaudi, der oft teuer erkauften Genüsse unter linkslastigem Stadtmanagement) wird einen gewissen Eindruck auch auf einen Gottesmann nicht verfehlen.

    Um bei einem der Jahreszeit angemessenen Bild zu bleiben: könnte der von der Paderborner Communio Veritatis“ geformte noch kleine, handliche Schneeball nicht unversehens ins Rollen geraten…?

  9. colorado 07 Antworten

    Das kommt auch davon, dass wir überall, nun auch in der Kirche, nur Intellektuelle oben dran haben, die in allen Bereichen mitreden wollen. Joseph Ratzinger sagte seinerzeit einmal: Die Aufgabe der Hirten ist es , den Glauben der einfachen Leute gegen die Macht der Intellektuellen zu schützen. Genau das tun Herren wie Marx nicht mehr, sondern sie verbrüdern sich mit dem Zeitgeist, für den der Begriff „Christliches Abendland“ suspekt geworden ist.
    Übrigens hat Cem Özedmir von den Grünen, auf das „christliche Abendland“ angesprochen, fast wortgleich wie Kard Marx reagiert und von einem „Ausschlussbegriff“ gesprochen. Er sagte , der Begriff sei nur „konstruiert“ um andere Kulturen auszuschließen.

    • Alexander Droste Antworten

      „Übrigens hat Cem Özedmir von den Grünen, auf das “christliche Abendland” angesprochen, fast wortgleich wie Kard Marx reagiert und von einem “Ausschlussbegriff” gesprochen. Er sagte , der Begriff sei nur “konstruiert” um andere Kulturen auszuschließen.“ Wobei ich das Gegenteil behaupte!

      Jedoch: christliches Abendland im Speziellen, Islam im Allgemeinen; Religion wird immer und stets missbraucht um auszugrenzen, um den Einen über den Anderen zu erheben. Da nehme ich keine einzige aus. Allerdings liegt im Christentum die Chance verborgen durch Wahrheit zur Freiheit zu gelangen. Ob es besonders barmherzig ist? Primär nur für die Eigenen, jedoch denke man an das Gleichnis mit dem Samariter. Auch hier liegt im Christentum der Fortschritt, denn der Islam und alle anderen Religionen ziehen Barmherzigkeit für den „Anderen“, dem Fremden nicht in Erwägung.

      Da gibt es viele Aussagen, Gleichnisse und Legenden, die mich mit Stolz das Kreuz tragen ließen. Nur verstecke ich es lieber, sonst bringt man mich mit bestimmten Kirchenvertretern in Verbindung und bezichtigt mich noch der Pädophilie ö.Ä.
      Jesus Christus ist der Inbegriff von Weisheit. Die Menschen, die seinen Namen tragen und all die Weisheit ignorieren, sind schwach und werden schwächer – Spreu! Ganz egal ob Würdenträger oder nicht. Jene sind es wohl am ehesten – Spreu! Sie sollten mit sich selbst am strengsten sein. Den Aufrichtigen und Ehrlichen, treuen und fürsorgenden Seelen gilt mein Respekt.

      Und einem Herrn Ötzimir schmettere ich nur seine Gottlosigkeit ins Gesicht. Er ist mitverantwortlich für ein vergiftetes Klima in der Gesellschaft (man erinnere sich an seine Rede im Bu-Tag gegen die AfD und viele bigotte Handlungen und Zitate, die gut dokumentiert sind). Außerdem ist er Teil einer Politkaste, die Deutschland wieder in den Krieg führt. Pfui! Meine volle Verachtung!

      Wie war das? „urteile nicht, auf dass du nicht verurteilt wirst.“ „wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Danke, Jesus, dass Du mich erinnerst. Ich bin auch nicht vollkommen.

    • Hildegard Königs-Albrecht, Dr. Antworten

      Sorry, meinten Sie etwa Kardinal Reinhard Marx mit „Intellektuelle“? Da muß mir was entgangen sein.

  10. gabriele bondzio Antworten

    Was die Christenheit noch beachten sollte. Kristallisiert ein Grüner (Yves Cochet, in der linken Wochenmagazin „L´Obs“ ) heraus.
    Zitat:„Im übrigen: Die Beschränkung der Geburten würde es uns erlauben, mehr Migranten aufzunehmen, die an unsere Tür klopfen“.
    Quasi „liebe Mitmenschen in Westeuropa, setzt weniger, eigne Kinder in die Welt“!

    • Alexander Droste Antworten

      Klar, wenn wir uns alle in Luft auflösen, ist das der größte Beweis für Nächstenliebe. Steht doch bestimmt so irgendwie in der Bibel: Liebe deinen Nächsten und löse dich auf.

      • gabriele bondzio Antworten

        🙁 glaube ich habe mich mit meinem Zitat über die Liebe in die Nesseln gesetzt

      • gabriele bondzio Antworten

        Ich wollte genau damit , ohne im geringsten Jemanden oder dem Christentum den Spiegel vorzuhalten,
        das Gleiche ausdrücken. Wie sie es sagen.
        Der Mensch kann nicht alles hinnehmen, nicht mal wenn viel Liebe in seinem Inneren wohnt.
        Sollte ich Sie gekränkt haben in ihrem Glauben, bitte ich um Nachsicht.

        • S v B Antworten

          Wenn es doch heißt „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, so ziehe ich daraus den Schluss, dass man der Eigenliebe den Vorrang vor der Nächstenliebe einräumen darf, bzw. soll. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

          • Alexander Droste

            1. Wer ist dein Nächster?
            2. Was bedeutet „wie dich selbst“?

            Antwort 1: dein Nächster ist nicht „alle Welt“.
            Antwort 2: nicht mehr und nicht weniger.

            Zu 1: dein Nachbar rechts und dein Nachbar links. Eventuell ein Fremder auf der Durchreise.

            Zu 2: Gebe ihnen, was sie benötigen, nimm, was du benötigst. Achtung, Respekt, Demut, Dankbarkeit, Rücksicht, Vertrauen, …

            Angemerkt: wenn alle so handeln, gibt es weder Raub, Mord oder Krieg.

          • S v B

            Genauso sehe ich es auch, lieber Herr Droste. Wenn wir uns alleine in unserer unmittelbaren – meinetwegen auch noch unserer mittelbaren – Umgebung umschauen, würde uns sofort gewahr, wieviel es für uns zu tun gäbe, und wie zahlreich die Menschen sind, denen wir unsere Zuwendung zuteil werden lassen könn(t)en. In globalem Sinne war die Erfüllung dieses Auftrag nie gedacht. Wer anderes behauptet, ergeht sich lediglich in unrealistischen, ideologischen Phantastereien; zudem weist er oft eine – vielleicht sogar entschuldbare – Neigung zum extravaganten „Kick“ auf.

  11. colorado 07 Antworten

    Nach dem Heiligen Paulus und dem Heiligen Augustinus, gibt es einen „Ordo amoris“, eine Ordnung der Liebe. Paulus schreibt: Tut allen Gutes, aber zuerst euren Brüdern und Schwestern im Glauben.
    Wie Herr Droste richtig anmerkt, beginnt es mit sich selbst und mit dem nächsten Umkreis. Bei vielen hat man leider den Eindruck, sie fangen mit den Fernsten an und hören mit den Nächsten auf, wenn für diese überhaupt noch etwas an Liebe übrig bleibt.

    Und außerdem: der Andersdenkende scheint am schwersten zu lieben sein.

  12. labrador12 Antworten

    Ich stimme Herrn Kelle total zu.

    In den USA haben viele Katholiken erkannt, das dort das Geld (hier der Kirchenbeitrag) die Archilesferse der katholischen Kirche ist.

    In den USA gibt es die Bewegung „Not One Dime“ oder den Vorschlag, anstelle eines Kuverts mit dem Scheck ein Kuvert mit einem entsprechenden Text zu überreichen. Geld nur mehr zweckgewidmet, damit die Diözesen dort nicht darauf zugrefen kann, oder man bezahlt zB direkt die Stromrechnung der Pfarre.

    In Österreich könnte man wieder ide Idee mit dem Sperrkonto aktivieren.
    Oder es findet sich eine größere Gruppe, die mit der Kirchenbeitragsstelle vereinbart, dass man keinen Kirchenbeitrag bezahlt, sondern direkt Anliegen unterstützt, die man verantworten kann. Ich halte es für möglich, dass man so etwas derzeit hier durchsetzen kann.

    In DE sieht es da auf rechtlich-organisatorischer Ebene etwas düsterer aus.

    Thematisch kann ich zum „christlichen Abendland“ nur wieder auf Joe Henrich hinweisen.

    In seinem UBS-Vortrag und seinen kommenden Buch beschäftigt er sich mit dem Einfluß, den die katholische Kirche auf unser Handeln genommen hat (Koevolution von Kultur und Genen) und wie wichtig dieses vor mehr als 1000 Jahren Geschehene Heute für unsere Gesellschaft ist.

    Aus Äthiopien gibt es eine Studie die für einen Stamm von Viehzüchtern zeigt, dass Menschen die näher zu einem Markt (zB <=2 Stunden) wohnen, auch eine größere Bereitschaft haben, sich um den Schutz von Bäumen vor dem Abfressen durch das Vieh zu kümmern ("Umweltschutz"), als Menschen die 4 oder 5 Stunden entfernt wohnen, dh dass der Handel mit "Fremden" zu eriner größernen Verantwortung für die Gemeinschaft beiträgt.
    Von England weiß man, dass schon vor 1000 Jahren der Großteil der Menschen weniger als 2 Stunden vom nächsten Marktplatz entfernt wohnte, man daher häufig mit Menschen Handel trieb die man nicht kannte.

    Mit einem der Spiele (Common Goods game with punishment) läßt zeigt sich, dass Strafe für unkooperatives Verhalten im europäischen, d.h. katholisch geprägten, Raum die Kooperation erhöht, währen sie in tribal geprägten Kulturen zu Zyklen von Gewalt führt. Man kann daraus schließen, dass die Organisationsform der Psychologie der Bevölkerung angepasst sein muß.

  13. W. Lerche Antworten

    Wo Herr Kelle recht hat, hat er recht!
    Genauso nehme ich ev. Kirchenleitungen auch wahr. In den Gemeinden sieht es meistens anders aus, in vielen Freikirchen und Gemeinschaften sowieso, aber „oben“ ist wirklich inzwischen alles hohl. M. E. deshalb, weil dieser „Leitungsfilz“ Kirche als Machtfaktor oder auch nur als Pfründe entdeckt hat, was ja zur Zeit Luthers weit mehr in Mode war, aber nichts wirklich glaubt. Kurzum: der Glaube an den dreieinigen Gott ist für diese Leute eher etwas Geschichtliches oder Philosophisches, aber keine lebendige Beziehung zu einem lebendigen Gott. Oder noch kürzer: Ihre Herzen brennen nicht. Wenn ich z. B. einen Bischof wirklich bräuchte, dann führe ich nach Höxter-Brenckhausen, zum koptischen (ägyptischen) Bischof Dr. (med.!) Damian. Der weiß, was und warum er an Jesus Christus glaubt; der kennt auch die Feinde des Christentums, unter denen er aufgewachsen ist, für den ist Kirche kein Machtfaktor und arm ist seine Kirche sowieso. Sein Kloster liegt an den Grenzen zweier katholischer Bistümer und ebenso zweier großer Landeskirchen, die Lippische kommt noch dazu. Aber glaub ja nicht, dass diese reichen Landeskirchen oder rk Bistümer ihm mal wesentliche Mittel zukommen ließen.
    Diese Frommen haben die hohlen Spitzen aber immer gestört. Das fing mit Jesus selbst an, das hörte mit Martin Luther nicht auf und das wird auch in Zukunft so sein; denn der wahre Glaube stellt die Strukturen dieser Welt in Frage, also auch die Strukturen der Verteilung von Macht und Geld und dergleichen mehr. Also muss er unterdrückt werden, wie dereinst im Sozialismus oder innerlich ausgehöhlt werden, wie heutzutage bei uns.
    Da hilft erst und dann aber auch gründlich der Jüngste Tag, wenn Gottes neue Welt erscheint und diese alte verkommene Welt zum Teufel geht. Auch so ein Dogma, das unsere Hohlköpfe nicht gerne hören. Kein Wunder; denn selbst wenn man diesen Jüngsten Tag nicht als reales Geschehen annimmt, so stellt es doch trotzdem grundsätzlich die Strukturen DIESER Welt in Frage. Und das ist, s. o., nicht erwünscht.
    Ich pfeife jedenfalls schon lange auf diese sogenannten „Bischöfe“, von denen allenfalls noch Bischof Rentzig von der sächsischen Landeskirche den Titel Bischof verdient, aber der ist auch innerhalb der Führungszirkel der EKD ziemlich isoliert.

  14. W. Lerche Antworten

    Steffen Reiche, 58, ist Pfarrer an der Nikolasseer Kirche Berlin. Von 2005 bis 2009 war er für die SPD Mitglied im Deutschen Bundestag
    Er verfasste folgenden Rundbrief vom 16.1.2019, den ich heute bekommen habe, der zum Thema „Kirche“ passt und dessen Kopie ich nachfolgend zitieren möchte:

    (Zitat Anfang) “
    Meinung – Islamismus: Gegen Christenverfolgung ist Appeasement nutzlos
    Von Steffen Reiche
    Die größte Christenverfolgung geschieht noch immer in der islamischen Welt. Also in jener Welt, deren Flüchtlingen wir bei uns Raum geben. Hier schreibt ein evangelischer Pfarrer, warum Leisetreterei bei dem Thema falsch ist.
    Am gefährlichsten in unserer Welt ist es, Christ zu sein. Obwohl gerade Christen sich dafür starkgemacht haben, dass es Religionsfreiheit gibt. Obwohl gerade Christen dafür gesorgt haben, dass diese Freiheit zu den von den UN verbrieften Menschenrechten gehört. In der dramatischen Steigerung der Verfolgung von Christen im letzten Jahr sind von der evangelikalen Organisation Open Doors natürlich nur die genannt, die als Christen verfolgt wurden! Nicht jedoch die, die in die Opposition gehen, weil sie als Christen gar nicht mehr anders können und eine andere Politik machen wollen.
    In China und Indien ist die Verfolgung am stärksten gewachsen. Also gerade in den beiden größten Ländern der Welt, die das höchste Wirtschaftswachstum verzeichnen, weil sie das westliche Modell, das Wirtschafts- und Technologiemodell des Abendlandes kopieren. Und die Grundlage für dieses Modell ist nicht nur im soziologischen Bereich zu suchen, sondern ist auch die im Abendland, im Westen aufgrund des christlichen Glaubens oft genug gegen Kirche und Staat gewachsene Wissenschaft. Die beiden Länder China und Indien und viele andere auch übernehmen vom Westen nur die Art zu produzieren und die Technologie, aber nicht die geistige Haltung, aus der heraus das werden konnte, was sie übernehmen.
    Aber diese Länder fordern für ihren Weg absolute Loyalität für den Staat ein, der diesen großen Sprung in die Zukunft organisiert. Und diese absolute Loyalität können Christen eben nicht leisten. Weil Christen zwei Loyalitäten haben. Weil Christen mit zwei Augen sehen – mit dem einen zu Gott, dem Schöpfer und mit dem anderen in die Schöpfung. Denn diese Freiheit zu denken, die uns unseren Wohlstand ermöglicht hat, ist aus dieser doppelten Loyalität gewachsen. Aber die ist den Mächtigen in Nordkorea, aber nun wachsend auch in China und Indien, ein Dorn im Auge.
    Christen geben eben Gott, was Gottes ist, und dem Kaiser, der Welt, was der Welt ist. Und genau deshalb fordert der neue absolute Kaiser Xi Jinping in China, dass die chinesische Flagge über dem Kreuz hängt. Er will absoluten Gehorsam! Die Flagge auf gleicher Ebene mit dem Kreuz ginge für Christen – dem Kaiser geben, was des Kaisers ist, und Gott was Gottes ist. Aber das andere dürfen und wollen Christen nicht.
    Die absolut größte Verfolgung aber geschieht noch immer in der islamischen Welt. Also in der Welt, deren Flüchtlingen wir bei uns Raum geben. In der arabischen Welt und in Afghanistan und Pakistan. Wenn irgendwo ein Koran brennt oder wenn Karikaturen von Mohammed gezeichnet worden sind, dann steht die weltweite Umma auf und protestiert. Aber wenn dort täglich Menschen verfolgt und getötet werden, dann steht weder die Umma auf, noch die weltweite Christenheit.
    Die Christen und die Kirchen wollen kein Öl ins Feuer gießen, sie wollen lieber stille Diplomatie üben. Ob sie denn wenigstens dann das tun, können wir natürlich nicht wissen. Aber wir dürfen nicht schweigen oder stumpf wegschauen, wenn Menschen irgendwo auf der Erde nur deswegen verfolgt werden, weil sie ein UN-Menschenrecht für sich in Anspruch nehmen. Weil sie sein wollen, was wir sind!
    Deshalb frage ich: Was tut Deutschland oder Belgien, was tun die Vetomächte USA oder Großbritannien, was tut Frankreich oder Russland im UN-Sicherheitsrat? Was sagt der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK)? Nicht nur mal leise und nebenbei, sondern laut und unüberhörbar. Und dass sie das Gott sei Dank können, das wissen wir doch wegen der Verlautbarungen des ÖRK zum Klima. Aber das Leben der Christen in China und Indien ist doch wohl genau so wichtig! Die oft gehörte Begründung, nur deshalb nichts zu sagen, weil man die dortigen Regierungen nicht provozieren will, war schon vor 50 oder 20 Jahren falsch. Ist aber nach der Steigerung der Verfolgung in diesen Ländern erst recht und erwiesenermaßen falsch.
    Wenn das, was ich mache, nichts bewirkt, muss ich etwas anders machen. Appeasement war schon immer falsch. Das haben wir doch aus den intensiv begangenen Jubiläen gelernt. Und so sage ich mit den Worten von Martin Niemöller, der nie etwas von Appeasement hielt: „Als die Araber die Christen holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Araber. Als die Chinesen die Christen einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Chinese. Als die Inder die Christen holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Inder. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
    “ (Zitat Ende)

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.