In Zeiten existenzieller Probleme und Konflikte wie die Flüchtlingskrise oder den islamistischen Terror sind viele andere relevante Themen in den Hintergrund gerutscht, die durchaus skandalträchtig sind. Was ein unglaublicher Vorgang ist, der weder in Politik noch in unseren Massenmedien nennenswerte Resonanz hervorgerufen hat, ist die Schmierenkomödie um die Amadeu-Antonio-Stiftung und ihre Leiterin Anetta Kahane.

Amadeu Antonio lebte als angolanischer Vertragsarbeiter in Eberswalde in Brandenburg. Er und zwei Begleiter aus Mosambik wurde in der Nacht vom 24. auf den 25. November 1990 von einem rechtsradikalken Schlägertrupp angegriffen und schwer verletzt. Amadeu Antonio fiel ins Koma und starb zwei Wochen später. Eine Schande, dass so etwas in unserem Land passiert, und es war kein Einzelfall.

Die Stiftung will die zivile Gesellschaft stärken und in Zusammenarbeit mit weiteren Initiativen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus angehen. Das ist gut und jede Unterstützung wert. Und Unterstützung bekommt diese Stiftung von Prominenten wie dem Grünen-Politiker Cem Özdemir, dem Schauspieler Christian Berkel und dem Sänger Peter Maffay. Und auch das Bundesinnenministerium schießt Geld aus dem Steuertopf zu. Kampf gegen Extremismus ist natürlich eine Staatsaufgabe, wenngleich wünschenswert wäre, dass bei der Gewichtung jede Form von Radikalismus bekämpft würde. Aber das ist ein anderes Thema.

Hier geht es um ein Portal namens Wiki Neue Rechte, das im Rahmen der staatlich geförderten Amadeu Antonio Stiftung ins Leben gerufen wurde. Hier werden Rechtsextreme, Verschwörungstheoretiker aber auch ganz normale Bürgerliche gelistet und denunziert. Der Trick dieser üblen Hetzkampagne ist, dass es bei vielen der denunzierten Personen keine Primärquellen gibt. Eine Strategie, die auch ein paar wenig erfolgreiche Autoren in Deutschland betreiben. Um Hasskampagnen gegen Konservative und Christen zu starten, reicht es, die falsche Zeitung zu lesen oder bei einer falschen Veranstaltung gewesen zu sein. Die Frauenrechtlerin Birgit Kelle zum Beispiel möchte man gern zur „Rechten“ erklären, weil sie mal Gastbeiträge in der konservativen Wochenzeitung Junge Freiheit geschrieben hat. Altbundespräsident Roman Herzog hatte der Zeitung auch ein Interview gegeben, Politiker von SPD, Grünen und CDU/CSU hatten keine Berührungsängste mit der Jungen Freiheit, aber willfährige Hilfstruppen „gegen rechts“ schmieden sich ihre Hass-Kampagnen so zusammen, wie es gerade passt.

Besonders pikant am Wiki Neue Rechte ist die eingangs erwähnte Leiterin der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane. Sie hatte in der DDR als „IM Victoria“ von 1974 bis 1982 für den DDR-Staatssicherheits Dutzende Bekannte im privaten Rahmen bespitzelt, darunter Künstler, Studenten und ZDF-Reporter. Fast 800 Seiten umfasst ihre IM-Akte, gut 400 Seiten sind von der Birthler-Behörde inzwischen freigegeben.

Auf der Facebook-Seite der Amadeu-Stiftung fand sich kürzlich folgender Post: „Zusammen mit weiteren Partnern hat Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg heute in Berlin die „Initiative für Zivilcourage Online“ vorgestellt. Ziel der europaweiten Initiative ist es, Extremismus und Hassrede im Internet zu bekämpfen. Einer der Partner ist netz-gegen-nazis.de für die Amadeu Antonio Stiftung.“

Unter Federführung einer Stasi-Spitzel-Tante wird nun also in Deutschland festgestellt, was Hass im Netz ist, wer und was „Rechts“ sein soll. In Deutschland werden wieder Listen von Menschen angelegt, die zu politisch Aussätzigen erklärt werden – mit staatlicher Unterstützung.

Warum wehrt sich niemand? Warum schreiben Sie nicht an ihre Abgeordneten, dass diese Hetze nicht mehr finanziert werden soll?

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Dieser Artikel wurde 15 mal kommentiert

  1. Konrad Kugler Antworten

    Im Bundestag sitzen „Berufspolitiker“, denen „Arbeitslosigkeit“, sprich Mandatsverlust, ein Horror ist.

    Sogar von Leuten, die eine eigene Kanzlei im Rücken haben, hört man nichts Aufmüpfiges. Und Beamte müssen auf ihren guten Ruf achten, falls sie zurück in die Dienststube müssen.

  2. David Berger Antworten

    „Warum wehrt sich niemand? Warum schreiben Sie nicht an ihre Abgeordneten, dass diese Hetze nicht mehr finanziert werden soll?“ Morgen Vormittag werde ich das als erstes nach dem Frühstück tun … der Kampf gegen die Freiheit, geführt von Gutmensch-Ideologen wird immer unerträglicher

  3. Walter Lerche Antworten

    Die Geschichte und die eigene persönliche Erfahrung lehrte mich, dass solche Methoden den Anfang der Restlaufzeit von Staaten einläuten. Wenn Dekadenz und Ideologie zusammenkommen, gibt es kein Limit. Vielleicht bekommen wir nach deren Überwindung eine neue „Gauk-Behörde“ mit Einsichtnahme in die gesammelten Werke. Ach nein, die werde ja für ewig im Netz gezeigt…
    Im Gegensatz zur Stasi sind die beschriebenen Aktivitäten nicht geheim, jedoch sehr viel perfider.
    Wenn der Innenminister (CDU) dieses deckt und dafür auch noch Geld gibt – ein weiterer Grund, die CDU nicht mehr zu wählen. Ich glaube nicht, das Briefe an Abgeordnete helfen. Derartige Wege für Selbstheilungskräfte der Gesellschaft waren einmal. Wenn überhaupt, dann geht es nur noch über Wahlen, über die Entscheidungen der normalen Leute, ohne die im Lande gar nichts ginge.

  4. H. Urbahn Antworten

    Es ist dem Staat verboten mittels Steuergelder in den politischen Meinungskampf einzugreifen. Dem Staat stehen entsprechende machtmittel zur Verfügung um Straftaten zu sanktionieren und auch ggf. durch das BVG verfassungswidrige organisationen verbieten zu lassen.

  5. Helga Antworten

    Nach allem, was ich von besagter „Tante“ gelesen habe, ist das Letzte , was mir in Verbindung zu ihr in den Sinn kommt, Mitgefühl für Antonio Amadeu. Im Gegenteil, denn der wird posthum regelrecht missbraucht.

    Das tragische Schicksal dieses Menschen scheint mir die Cover-Story zu sein für Umtriebe, die unter diesem Deckmantel „undercover“ mitlaufen.

    Eine Mitarbeiterin dort ist eine Julia Schramm, eine jetzt 30jährige Politik – Gschdudierte, von Wissenschaftlerin wollen wir nicht reden,ehemalige Piratin, die sich beim Twittern vor lauter Hass-Gezwittschter nicht mehr einkriegt.

    Beispiele:
    „Sauerkraut,Kartoffelbrei-Bomber Harris, Feuer frei!“
    „Bomber Harris – Flächenbrand – Deutschland wieder Ackerland!“

    Sie zwitschert sich die Finger wund, sprüht vor Hass auf alles Deutsche und wird als Geiß zur Gärtnerin gemacht. Und solche Typen würden sich schützend vor einen Antonio stellen? Dass ich nicht lache. Notfalls würden sie einen in entsprechende Fallen treiben, damit sie wieder ihr eigenes Süppchen kochen können.

    Das Volk ist weniger dumm, als man es gerne darstellt,deswegen muss man ja von oben die Verdummung auf allen Ebenen betreiben. Genderreligion ist ja auch nicht einmal mehr Verdummung, sondern purer Wahnsinn. Vielleicht sind die alle schon gechipt wie der Manchurian Candidate, denn so ein Wahnsinn kann nicht ohne Manipulation entstehen.

  6. Alexander Droste Antworten

    schon komisch: Aktion gegen rechts ist rechtsradikal. Da gibt es eine Antifa, die mit Alufoliehüten auf dem Kopf gegen Linke und Antifaschisten pöbelt. Also logisch ist anders.
    Und der Stil, mit dem diese Menschen zu Werke gehen ist unterirdisch.

  7. T-C Antworten

    Schreiben an Abgeordnete? – initiiert Beatrix von Storch seit längerer Zeit. Manch ein Abgeordneter erhält so 10000ende von E-Mails. Die Reaktion der erreichten Abgeordneten liegt bei Null.
    Was soll denn solch ein berufsloser MdB machen, wenn er wegen Aufmüpfigkeit keine Nominierung seiner Partei mehr erhält. Auf dem Arbeitsmarkt hat er keine Chance. Also macht er weiter mit. Nur eine Wahl außerhalb der Einheitsfront wird Veränderungen bringen. Das dauert aber so lange, dass Deutschland inzwischenruiniert ist.

  8. S v B Antworten

    Es kann einem allmählich angst und bange werden. Wo wird das alles noch hinführen? Entwickelt sich unser Land – wieder – in einen ekligen Denunziantenstaat, in dem es gilt, Jagd auf vermeintliche Ketzer zu machen? Da lässt doch nicht nur Orwell grüßen. Hoffentlich wird diesem perfiden Treiben bald ein Riegel vorgeschoben. Sonst könnte alles – wieder – sehr tragisch verlaufen.

    • St.Ex Antworten

      Das kann ich bestätigen, das mit dem Denunzianten Staat. Wenn man jemanden nicht leiden kann oder auch nur Krach „mit seiner Ollen zu Hause“ hat, bieten sich viele (gesetzliche) Möglichkeiten einen anzuschwärzen und damit seinen Frust loszuwerden.
      Denken sie nur an die Rasenmäherverordnungen. Früher wurde es als lobenswert eingestuft wenn der gewöhnliche Hausbesitzer nach seinem Feierabend an seinem Eigenheim werkelte. Heute ruft der Nachbar die Polizei wenn nicht pünktlich um 19 Uhr der Betonmischer aus ist. Dieselben Leute feiern zwar bis mitten in die Nacht hinein ihre runden Geburtstage, aber das ist etwas anderes.
      Oder der Obstbaumschnitt, der wurde in früheren Jahrzehnten im (großen) Obstgarten verbrannt. Das kann man sich heute kaum noch erlauben, weil jeder Hundegassigeher sich dadurch belästigt fühlt und das per Handy der Behörde mitteilt. Das sein Hund am Grundstücksrand ein Häufchen hinterläßt erwähnt er dabei nicht.
      Und ganz schlimm ist es wenn Onkel Fritz seine Sammlerwaffen auseinandernimmt und darüber recherchiert. Wenn ihn dabei die Nachbarin verstohlen hinter den Gardinen beobachtet und den Notruf wählt („ich habe Angst, da hantiert einer mit Schusswaffen“), dann erscheint eine Hundertschaft mit SEK Kommando und Onkel Fritz und seine legal erworbenen und besessenen Schußwaffen werden abgeholt.
      In allen drei Fällen geht es den Denunzianten danach aber etwas besser, wobei ich meine, man hätte nicht Onkel Fritz abholen müssen sondern besser die Nachbarin zur Psychiatrie gebracht.

  9. Tina Hansen Antworten

    Im Januar dieses Jahres jährte sich das Inkrafttreten der Richtlinie 1/76 der DDR-Staatssicherheit zum 40. Mal. Auf Grundlage dieser Richtlinie erfolgte in tausenden von Fällen die „Zersetzung“ von regimekritischen oder einfach unangepassten Menschen in der DDR. Durch gezielte Intrigen und Rufmord wurden Existenzen zerstört und Psychen geschädigt und zerbrochen. Der Betroffene und Chronist Jürgen Fuchs sprach von einem „Auschwitz in den Seelen“; der Liedermacher Wolf Biermann, selber Sohn eines in Auschwitz ermordeten jüdischen Kommunisten, verteidigte ihn danach ausdrücklich gegen Angriffe. Folgen der Zersetzung waren u.a. Depressionen, Psychosen, Suchterkrankungen, sozialer Rückzug und chronisches Misstrauen gegen andere Menschen. Voraussetzung der Zersetzungspraktiken, die individuell gestaltet werden sollten, waren die Spitzel-Berichte der Stasi IM.
    Im Januar dieses Jahres hatte ich gehofft, dass unsere Presse einmal etwas ausführlicher über diese Verbrechen berichtet. Nix – null – gar nichts.
    Warum eigentlich nicht??

  10. St.Ex Antworten

    Es ist doch ganz einfach: Man muss seine persönliche Überzeugung über Bord werfen und darf erkannte Missstände niemals anprangern. Es sei denn es sind Missstände die ins derzeitige politische Portfolio passen. Wenn sie eines der letzteren erkannt haben müssen sie Teelichter kaufen und sich in Lichterketten einreihen. Dann stehen sie auf der richtigen Seite – wofür ist egal. Nur so steigen sie in der Hierarchie auf.
    Es spielt keine Rolle was sie vorher gemacht haben, Hauptsache sie skandieren das, was derzeit dem politischen Mainstream entspricht.

  11. Lotosritter Antworten

    Seltsamer Weise ist die Amadeu-Antonio-Stiftung ein wohlgelittener Partner beim Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) (siehe Link).

    Wobei die akute Gefährdung durch sexuelle Gewalt von Kindern, propagiert durch Linksextreme Ideologen, wesentlich konkreter ist, als der propagandistische Missbrauch des Kindesmissbrauches durch Rechtsextreme.

    So zum Beispiel die teilweise pädophile Propaganda der Ketzerbriefe. Oder aber auch das verdeckte pädophile Geschwurbel, das unter dem Decknamen der „generationalen Ordnung“, den sexuellen Verkehr zwischen Erwachsen und Kindern zum Kindeswohl erhebt. Susanne Achterberg redet in einem Aufsatz „Das sexuell kompetente Kind“ (siehe Link pdf S. 12(Original S. 76) ff) zwar entsprechend indifferent doch durchaus erkennbar, dem pädophilen Geschlechtsverkehr zu: „Kinder sind von Natur aus weder ohnmächtig noch sexuell besonders verletzbar. Sie sind es, weil gesellschaftliche Verhältnisse ihnen nur begrenzte Macht und nur wenig Verfügungsgewalt über den eigenen und den Körper von anderen einräumen.“

    Das folgt der Tätersprache, die ich auch beim UBSKM in einem offenen Brief, auf den ich bislang noch keine Antwort erhielt, gerügt habe. Prompt wurde ich in einem – inzwischen entfernten – Kommentar als Rechtsradikaler denunziert.

  12. Stefan Winckler Antworten

    Völlig richtig, Klaus. Es ist notwendig, dagegen zu protestieren. Das Portal listet Personen nebeneinander auf, die unterschiedlichen, ja entgegengesetzten politischen Richtungen angehören: von libertär und katholisch-konservativ bis zu neo-nationalsozialistisch oder NS-beschwichtigend. Der Leser erfährt fast nichts über die Werte und Einstellungen der aufgelisteten Personen, die auch in der Frage ihres Einflusses stark divergieren. Die Zusammenstellung ist daher geradezu willkürlich. Wie groß wäre die notwendige Empörung über den spiegelbildlichen Schwachsinn, ein Portal „Neue Linke“ aufzubauen, das Sozialdemokraten wie Helmut Schmidt in ebenso grotesker Manier zusammen mit Stalinisten wie Erich Mielke auflistet.

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