Handwerks-Präsident will Sonntagsbackverbot kippen

Endlich spricht es mal einer aus. Warum dürfen Tankstellen und Backstationen sonntags Brötchen aufbacken, aber Bäcker nicht frisch backen? Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, will jetzt das sogenannte „Sonntagsbackverbot“ für Bäcker aufheben und dann auch gleich noch die unsinnige Bonpflicht abschaffen.

Beides hat die schwarz-rote Bundesregierung im Koalitionsvertrag vereinbart. „Trotzdem passiert nichts. Backstationen und Tankstellen dürfen sonntags aufbacken, während der Handwerksbäcker benachteiligt ist“, sagt Dittrich.

Ihm könne keiner erzählen, dass „das Abendland untergeht, wenn wir dieses Verbot abschaffen“. Die Untätigkeit der Regierung symbolisiere für ihn den deutschen „Reformstillstand“, kritisierte der Handwerkspräsident.

Nach dem Arbeitszeitgesetz dürfen Bäckereien an Sonn- und Feiertagen bis zu drei Stunden Backwaren herstellen und liefern. Im Koalitionsvertrag heißt es, der sogenannte Ausnahmekatalog im Arbeitszeitgesetz für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung solle um das Bäckereihandwerk erweitert werde. Dabei sollen hohe Standards im Arbeitsschutz gewahrt bleiben.

Tankstellen und Backstationen wärmen Brötchen nur auf, so Dittrich. „Wenn ein Bäckereibetrieb einen Backofen hat, gilt das als Produktion – und die ist sonntags nur eingeschränkt erlaubt. Das benachteiligt den ortsansässigen Bäcker, der an Sonn- und Feiertagen nur drei Stunden backen darf“, beklagte er. „Dabei kenne ich Betriebe und Beschäftigte, die sagen: ‚Ich will ganz gerne sonntags kommen, weil ich da einen Zuschlag bekomme auf meine Arbeitszeit.‘ Dittrich: „Lasst die Bäcker doch einfach machen!“

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Dieser Artikel wurde 17 mal kommentiert

  1. H.K. Antworten

    In Berlin sind mehrere zehntausend Haushalte ohne Strom, Licht, Heizung, die Menschen sitzen im Dunklen und in der Kälte. Ein erklecklicher Teil wohl bis Donnerstag.

    Es gibt ein ( echtes ? ) Bekennerschreiben von einer linksextremen „Vulkangruppe“, die das ganz toll findet.

    Angeblich heißt es da „wir können uns die Reichen nicht mehr leisten“.

    Damit sind sicher vor allem die alten Menschen aus dem 16. Stock eines ebenfalls betroffenen Hochhauses gemeint, die nun für ihr Mineralwasser im Keller hin und zurück 36 Etagen hinter sich bringen müssen – ohne Aufzug, dafür aber z.T. mit Rollator.

    Erstaunlich, wie leicht offenbar ganze Teile unserer phantastischen, nach allen Seiten offenen Hauptstadt von Dilettanten lahmgelegt werden können.

    Fragt sich, wie leicht und einfach wir es „professionellen“ Saboteuren im Ernstfall machen würden.

    Aber Hauptsache, der links-grün-woke – ääh: schwarz-rote Senat pflanzt für die Infrastrukturmilliarden des Bundes 3 Millionen Bäume, statt die Stromnetze zu sichern.

    Berlin ist überall.

    Fast so interessant und wichtig wie die Bonpflicht und die Bäcker-„Schrippen“.

    • H.K. Antworten

      Uups – da war ich – etwas – zu schnell, weil der ausführliche Artikel im Hauptteil wohl zwar in der Mache, aber noch nicht fertig war.

      Asche auf mein Haupthaar …

      🫣🫣🫣

    • S v B Antworten

      Auch solche Anschläge könnte man durchaus unter der Rubrik „hybride Kriegsführung“ abheften; und zwar im Unter-Ordner zu „Bürgerkriegsgebaren im eigenen Land“… Schlimm.

    • Achim Koester Antworten

      @H.K.
      Sie können mich gern einen Korinthenkacker nennen, aber zweimal 16 ergibt 32, nicht 36.

      • H.K. Antworten

        Hm …

        Sind Sie SICHER ?

        Also:

        Vom 16. zum 15. = 1
        Vom 16. zum 14. = 2
        Vom 16. zum 13. = 3
        Vom 16. zum 12. = 4
        Vom 16. zum 11. = 5
        Vom 16. zum 10. = 6
        Vom 16. zum 9. = 7
        Vom 16. zum 8. = 8
        Vom 16. zum 7. = 9
        Vom 16. zum 6. = 10
        Vom 16. zum 5. = 11
        Vom 16. zum 4. = 12
        Vom 16. zum 3. = 13
        Vom 16. zum 2. = 14
        Vom 16. zum 1. = 15
        Vom 1. zum EG = 16
        Vom EG zum Keller = 17

        Und dann alles wieder zurück = 34

        Da die Oma im EG festgestellt hat, daß sie den Wohnungsschlüssel im Keller vergessen hat, musste sie nochmal zurück.

        34 + ( 1 x 2 )‎ = 36

        Aber es soll – zumindest in manchen Teilen Bayerns – Hochhäuser geben, wo der Keller im 1. Stock liegt. Bei diesen ( nicht zu verallgemeinernden ) Einzelfällen haben Sie natürlich recht !

        🤗

        • H.K. Antworten

          „Vom 16. zum EG = 16“ muß es nach Adam Riese und Eva Zwerg ( ’schulligung: „Kleinwüchsiger“ ) selbstredend heißen …

  2. S v B Antworten

    Richtig bemerkt, Herr Dittrich. Für den Untergang des Abendlandes werden weder sonntags backende Bäcker, noch irgendwelche anderen Handwerksbetriebe verantwortlich zeichnen. Allerdings dürfte sich noch immer eine stattliche Anzahl von überzeugten Freiwilligen dazu bereitfinden, dieses Ziel letztendlich zu erreichen. 😉

  3. GJ Antworten

    In unserem Ort gibt es seit 2 Jahren keine Bäckerei mehr. Mein Mann backt das Brot für unseren Haushalt.

      • H.K. Antworten

        GJ hat noch nichts dazu gesagt, wie die selbstgebackenen Brote und Brötchen schmecken, ob sie genußvoll verzehrt oder zu Paniermehl verarbeitet werden …

        🤫

    • S v B Antworten

      @GJ

      Könnte mir vorstellen, dass das hausgebackene Brot Ihres Mannes zudem noch besser schmecken könnte als das vom Bäcker, geschweige denn vom Discounter. Ein noch warmes, knuspriges Scherzerl (Bayerisch für (Brotknuste oder wie man den Anschnitt eines runden oder länglichen „Grau-Brotes“ in den verschiedenen Regionen des Landes sonst noch nennen mag), „gute Butter“ drauf und zur geschmacklichen Abrundung vielleicht noch ein paar Körnchen Salz. Der erste Biss und man schmeißt sich förmlich weg.

      • GJ Antworten

        Das Brot ist äußerst knusprig und lecker. Vollkornmehl, Zugabe von Leinsamen, Haferflocken und abwechselnde Kerne (Sonnenblumen-, Kürbis- ) und Sesamkruste. Bei uns heißt das begehrte Randstück „Knörtsje“. Als Basis wird eine bestimmte 500g-Vollkornbrotmehlmischung plus Trockenhefe genommen sowie eine Silikonbackform. Mein Gatte hat das im Laufe von 30 Jahren perfektioniert. Dieses Brot hält 3 Tage und hartgewordene Reste gibt es meist nicht. Bei uns macht der Mann das Brot und ist fürs Fleisch zuständig. Mir obliegen sämtliche Beilagen/Suppen und Co sowie Vor-und Nacharbeiten. Eingespieltes Team. Wenn ich aktuell nach Berlin schaue, dann weiß ich sehr zu schätzen, zwei Handwerker an der Seite zu haben. Elektriker, Mechatroniker, die beide alle Führerscheine haben, Notstromaggregat, Ladestation, Reservekanister, voll ausgestattete Werkstadt mit allem, was der Handwerker so braucht, wasserführender Holzofen, Zugang zu Traktoren und diversen Anhängern. In der direkten Nachbarschaft Tischler, Spengler, Bauhofmitarbeiter, Feuerwehrleute und medizinisches Fachpersonal.

  4. Günther M. Antworten

    Ein samstags gekauftes Brötchen oder Baguette kann sonntags leicht aufgebacken werden – mehr braucht’s nicht.
    Es sei denn, der „Sonn-und Feiertagsarbeiter“ erhält einen steuerfreien Zuschlag von 150 Prozent, wie es in seriösen Firmen mit Tarifbindung üblich ist und der anspruchsvolle Kunde ist bereit, die Kosten für den Mehrwert dieser Produkte zu entrichten.
    Falls er, sie, es die daraus resultierenden höheren Kosten scheut – siehe Eingangssatz.

  5. Achim Koester Antworten

    Das Bäckerhandwerk gehört wegen seiner extremen Arbeitszeiten schon heute zu den Problemberufen, es findet kaum Auszubildende oder Arbeitskräfte. Wenn dann noch der Sonntag als Arbeitstag hinzukommt, wird das für viele Betriebe das Aus bedeuten. Das kann doch nicht im Sinne des Innungsmeisters sein?

  6. H.K. Antworten

    Es ist schon richtig:

    Brötchen vom Vortag tun es durchaus !

    Etwas mit Wasser ansprühen, kurz in den Backofen und fertig ist due Laube.

    Abgesehen davon MUSS ich nicht auch noch sonntags frisch gebackene Brötchen essen, genausowenig wie frischen Spargel oder gerade gepflückte Erdbeeren im Winter.

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