„Invasion“? Geht’s auch eine Nummer kleiner?

Die rund 60.000 Flüchtlinge, vorwiegend junge Männer, die vergangene Woche die spanische Enklave Ceuta stürmten und sich in Teilen extrem daneben benahmen (Geschäfte plündern, Schlägereien), sind weitgehend wieder zürück in ihrer marokkanischen Heimat. Angeblich seien 55.000 inzwischen wieder zu Hause, behaupten die Behörden.

Die Bilder und Handyvideos aus Ceuta waren dennoch schockierend für uns alle und sorgen immer noch für aufgeregte Debatten in den sozalen Netzwerken, wobei der Wort „Invasion“ immer wiederholt wird, wohl, weil das so schön gruselig klingt.

Aber zur Wahrheit, die vielen Menschen offenkundig dabei gar nicht bewusst ist, gehört, dass nicht ein einziger dieser „Flüchtlinge“ den Boden der europäischen Staatengemeinschaft betreten hat. Ja, ja, ich weiß, rechtlich gehört Ceuta zu Spanien, aber – deshalb Enklave – der Flecken Land befindet sich jenseits des Mittelmeers auf afrikanischem Territorium.

Zwischen Ceuta und dem europäischen Kontinent liegen 17 Meilen offenes Meer. Das hätten wohl kaum 60.000 Leute schwimmend durchquert.

Ceuta ist ein Problem, und die EU und Spanien müssen konsequente Maßnahmen möglichst schnell umsetzen, damit sich das nicht wiederholt. Aber „Invasion“? Geht’s auch eine Nummer kleiner?

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Dieser Artikel wurde 19 mal kommentiert

  1. Matthias Antworten

    Sie verharmlosen das Problem in derselben Weise wie andere die Sache zur Katastrophe aufbauschen, Woher wissen Sie denn, ob unsere CDU/CSU-geführte Regierung nicht die sogenannten Minderjährigen von dort aufnehmen will, denen Herr Sanchez zugesagt haben soll, sie nach Spanien zu bringen? Wer hat 2015 (und in den Folgejahren) die Invasion in Deutschland verantwortet? Eine Regierung unter Führung von CDU/CSU.

    • Jens Gnisa Antworten

      Das sind alles wilde Spekulationen, die so natürlich nicht stimmen. sie bezeugen aber eines: mangelndes Vertrauen. Das ist wohl das grösste Problem.

      • Matthias Antworten

        „Das sind alles wilde Spekulationen…“ Auch die Aussagen über 2015 und folgende Jahre??? Richtig ist, dass das Vertrauen in solche Regierungen nicht mehr vorhanden ist.

  2. Harald Antworten

    Was erwarten wir? Ceuta als auch die andere spanische Enklave Melilla sind durch bis zu 10m hochgesicherte Grenzzäune komplett von Marokko abgeriegelt. Auch die Straße von Gibraltar ist hoch gesichert. Dennoch gehen die Schätzungen, wie viele Flüchtlinge in den 2000ern auf dem Meer den Tod fanden, in die Zehntausend.

    Wollen wir einen Zaun auf dem Mittelmeer errichten? Und auch im Atlantik vor den Kanarischen Inseln?

    Die eine einfache Lösung kennt niemand. Es braucht einen ganzen Satz an Maßnahmen, einige davon auch mit unbequemen, sprich kostenträchtigen Botschaften an Länder nördlich der Alpen.

    Und realisieren, dass die Angstmacherei vor einer zweiten Flüchtlingswelle wie 2015 nichts anderes ist als Parteipolitik. Auch Merz mischte da die Tage schon sehr unrühmlich mit.

    • S v B Antworten

      @Harald

      Darf ich fragen, was man – und sei’s auch nur beispielsweise – unter „unbequemen, sprich kostenträchtigen Botschaften an Länder nördlich der Alpen“ zu verstehen hat? Die Errichtung von „Meeres-Zäunen“ kann’s ja wohl nicht sein.

      Die Menschen Afrikas, die sich auf den langen, entbehrungsreichen, mitunter für sie tödlich endeten Weg ins vermeintliche europäische Paradies aufmachen, zeichnet vor allem eines aus – der eiserne, nein stählerne Wille, ihren Wunsch Realität werden zu lassen. Koste es, was es wolle. Ja selbst das Leben, wenn es denn sein muss. Europa tut sich verdammt schwer, ja zeigt sich bis dato völlig unfähig, dieser jungen, „wilden Entschlossenheit“ etwas Wirkmächtiges entgegen zu setzen. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ausnahmsweise gilt dies hier für zwei gegeneinander konkurrierende Kräfte.

      Übrigens… haben Sie zu besagter Thematik schon Michel Houellebecq oder gar Jean Raspail konsultiert?

      • Harald Antworten

        @ S v B

        Gerne.

        Zum Beispiel Kosten für Aufstockung von Frontex. Das führt entweder zu einer zusätzlichen Belastung der Nettozahler oder aber es müsste an anderer Stelle gespart werden, vor allem bei dem größten Subventionsempfängerbereich, der Landwirtschaft.

        Ein anderes Beispiel: Cash-for-Work in den Ursprungsländern.

        • S v B Antworten

          @Harald

          !. Wie stellen Sie sich ein wirksames Vorgehen von Frontex vor? Und könnte eine konsequentesVorgehensweise der Grenzschützer mancherorts in Europa nicht auf unerwartet massiven Widerstand stoßen?

          2. Cash for work. Welche Art von Arbeiten haben Sie da im Sinn? Und wer sollte für Arbeiten bezahlen, die einzig dem Herkunftsland zugute kommen – Europa oder doch das Land, dem sie zugute kommen? Angesichts einer oft extrem wohlhabenden Oberschicht in den Herkunftsländern dürfte mit einem Verständnis der Bürger Europas für diese Art von Ausgaben wohl aum noch zu rechnen sein. Sorry, aber gegen den von mir an anderer Stelle betonten eisernen Willen junger Afrikaner, es nach Europa zu schaffen, dürften Ihre Vorschläge nur wenig oder gar keine Wirkung zeigen.

    • Matthias Antworten

      Geld für den Ukrainekrieg scheint aber massenhaft vorhanden zu sein, da gibt es wohl auch „einfache Lösungen“. Und unser Steuergeld wird verpulvert…

  3. Elena Antworten

    Europaweite Schnappatmung, dabei gehört Ceuta gar nicht zum Schengenraum, d.h. die „Invasoren“ in Badehosen müssten erst mal nach Spanien einreisen dürfen, und Dänemark und Finnland fordern den sofortigen Ausschluss Spaniens aus dem Schengenabkommen? Kleiner gehts wohl nicht. Erst mal Hektik verbreiten, das scheint die Devise zu sein.

    Entgegen den sofortigen Meldungen der Aufregermedien wurden auch keine Geschäfte geplündert.

    • S v B Antworten

      @Elena

      Selbst wenn es sich, wie irgendwo zu lesen war, um einen jugendlichen Handy-Gag gehandelt haben sollte (den nicht wenige leider mit ihrem Leben bezahlen mussten), verliert das Thema nicht an „unterschwelliger Aktualität“. Schließlich nimmt die Bevölkerung Afrikas ständig zu. Rasant. Bereits einer von fünf Menschen auf der Erde ist Afrikaner., worauf man in Afrika stolz ist. Ich entsinne mich noch, dass um das Jahr 2010 der milliardste Einwohner Afrikas „vor Ort“ freudig begrüßt wurde. Seitdem ist die Einwohnerzahl des Kontinents um weitere 580 Millionen Menschen gestiegen. Da erliegt „der eine oder andere“ junge Mensch schon mal der Versuchung, sich auf den Weg in ein besseres Leben aufzumachen; was immer er darunter verstehen mag.
      Was immer er darunter verstehen mag.

  4. Libkon Antworten

    oder wie ZDF schrieb ..es gab einen Andrang auf die Enklave. Alles nicht so schlimm – die wollten nur schwimmen…nee warten Sie Trump, Israel und der King von Marokko haben das gemanagt…von 35-60 tausend ( Varianten je politische Richtung) sind immerhin 50-55 tausend zurück… geschwommen? Minderjährige dabei? Klasse die holen wir – nein doch nicht – doch.
    sorry wenn 45 tausend ( Mitte) gewaltsame und massenhaft in ein fremdes Gebiet eindringen in denen 85 tausend wohnen ist das eine INVASION.

  5. Gerd Franken Antworten

    Ich selber und die meisten von uns waren nicht vor Ort. Wir müssen uns ein Bild machen von dem was wir sehen und hören. Ich habe mich für einen Videobeitrag von Tichys Einblick entschieden. Was ich da sehe ist eine ziemlich große Menschenansammlung von überwiegend jungen Männern, die um Grenzzäune schwimmen und in Ceuta einlaufen. Ich bezeichne das nicht als Invasion aber genauso wenig als wie einen Triathlon der mit einem Massenstart im Schwimmen beginnt obwohl es auf den ersten Blick den Anschein hat. Es gibt sogar ein Filmchen wo einer mit dem Fahrrad an Land geht. Kann natürlich auch KI sein, aber sieht schon ziemlich nach einem Sportevent aus. Ergo: Beruhigt euch geht weiter hier gibt es nichts zu invadieren…..

  6. Johannes Antworten

    In der Weltwoche ist zu lesen:

    „Nach dem massenhaften Grenzübertritt in die spanische Exklave Ceuta will Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez rund 7.000 unbegleitete minderjährige Marokkaner auf die autonomen Regionen des Landes verteilen, berichtet die Zeitung El Español.“

    Hier wird gerade ein weiterer Pull-Faktor geschaffen. Rechtswidriges Verhalten wird erneut belohnt; aber daran haben die Meisten sich schon gewohnt und nehmen es nur noch Achselzuckend hin.

    ALLE Pull-Faktoren gehören abgeschafft!

    Zur „Invasion“: ja, das war keine im militärischen Sinn.

    Aber viele enttäuschte und frustrierte Menschen empfinden diese Aktion zunehmend als eine „gesellschaftliche Invasion“ in ihren Alltag. Die Probleme mit gewaltbereiten Migranten nehmen in allen europäischen Ländern zu und die Politik reagiert nicht angemessen. Und: wer die Probleme offen benennt, wird nicht selten als „rechts“ (inzwischen synonym für rechtsextrem) bezeichnet.

    Relativierungen, der mit GEWALTBEREITEN Migranten verbunden Probleme haben viele inzwischen satt. Sie können sie nicht mehr hören.

  7. H. Krautner Antworten

    Der Autor ist wohl nicht ganz auf dem aktuellen Stand:

    Spanische Medien melden, dass heute die ersten von denen, die Ceuta verlassen haben bereits an der Künste nahe Gibraltar angekommen sind und erwarten, dass noch mehr von denen dort eintreffen werden.

    Sicher sind diese Leute nicht nach Gibraltar geschwommen.
    Auch hier gibts es also Leute, die so etwas organisieren.

    Auch gibt es heute eine Nachricht, dass noch immer Marokkaner versuchen nach Ceuta zu kommen. Die spanische Polizei (oder das Militär) hat heute ein Boot gekapert, mit dem 17 Marokkaner nach Ceuta reisen wollten.

    • Klaus Kelle Antworten

      @H. Krautner,

      Der Autor ist wohl nicht ganz auf dem aktuellen Stand:

      Dann wäre ich Ihnen für eine aktuelle Quelle zu neuen Entwicklungen dankbar!

      kk

      • H. Krautner Antworten

        Herr Kelle,

        ich habe heute in El Pais und in El Mundo Artikel gelesen.
        In welcher von dieser beiden Tageszeitungen diese Berichte standen, weiß ich leider nicht mehr – habe jetzt auch keine Lust nach zu recherchieren.

        Sorry, das war auch keine Kritik an Sie von meiner Seite.

  8. Steve Acker Antworten

    also wenn 60000 leut gewaltsam in kurzer Zeit in eine Stadt mit 80000 einwohner eindringen, hat das schon den Charakter einer Invasion.

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