GASTSPIEL MARTIN EBERTS: Gar nicht schlecht, Herr Minister! Johann Wadephul und die Rückkehr der deutschen Außenpolitik in die Realität

Es gibt Minister, die sich mit dem Amt schmücken, und solche, die es als Aufgabe empfinden. Zu letzteren gehört Johann Wadephul (CDU). Am 6. Mai jährt sich sein Amtsantritt als Bundesminister des Auswärtigen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Medien mit umfangreichen Elogen und weitschweifigen Analysen darauf reagieren. Und das wird Wadephul auch ganz recht sein. Womit wir schon ein typisches Kennzeichen seines Charakters und seiner Amtsführung benennen können: Er ist uneitel und ein eher nüchterner Typ. In Zeiten ständiger Medien-Hypes und kreischender Tic Toc-Auftritte von Politikern diverser Couleur ist das schon ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Und dazu verstand der Mann schon vor seinem Amtsantritt etwas von Außenpolitik, sogar eine ganze Menge.

Minister im Bilde

Weniger wohlmeinende Zeitgenossen mögen nun schnell über Kenntnis und Kompetenz hinweg huschen und hämisch darauf beharren, Wadephul sei aber doch eitel, da er ja die Weisung erteilt habe, in den deutschen Auslandsvertretungen neben dem obligatorischen Bild des Bundespräsidenten auch ein solches des Außenministers aufzuhängen. Damit verriete man allerdings eine recht oberflächliche Kenntnis der Gepflogenheiten in der Diplomatie. In den diplomatischen Diensten etlicher Länder, innerhalb und außerhalb der EU, ist es durchaus üblich, ein Konterfei des jeweiligen Ministers zu zeigen, weil es nun mal nicht das Staatsoberhaupt ist, welches das Außenamt leitet.

Und wer schon einmal Gelegenheit hatte, deutsche Botschaften oder Generalkonsulate von innen zu betrachten, der wird sich an die vielen „Ahnengalerien“ mit Porträtfotos von früheren Botschaftern bzw. anderen Behördenleitern erinnern, oft über Jahrzehnte zurückgehend. In der Zentrale des Auswärtigen Amts freuen sich sogar die Abteilungsleiter über diese Art der Ehrung. Und eine extra Prachtgalerie ist dort noch den besonders geförderten Frauen im Auswärtigen Dienst gewidmet. Es bleibt dabei: Der Wechsel von Annalena Baerbock zu Johann Wadephul war – unter vielen anderen Dingen – auch einer von Selbstverliebtheit zu Bodenständigkeit und vom „so-tun-als-ob“ zu „einfach machen!“

Operation Ausmisten

Das Erbe, das Wadephul anzutreten hatte, war übrigens um ein Vielfaches schwerer, als die meisten Leute meinen. Die inhaltlichen und organisatorischen Verwüstungen der Ära Baerbock gingen tief.

Dabei war das oft Unseriöse in ihrem Auftreten nur die Spitze des Eisbergs und bei Weitem nicht das Schlimmste. Auch Baerbocks Vorgänger Maas hatte nicht wirklich überzeugen können. Aber er hatte zumindest darauf verzichtet, das ganze AA ideologisch umkrempeln zu wollen, was Baerbock trotz kurzer Amtszeit leider gelungen war. Sie hatte die ganze Führung auf grün-“woke“ Weltanschauung umgestellt, was von Quasi-„Politkommissaren“ in Zentrale und Auslandsvertretungen mit harter Hand durchgesetzt wurde, sehr zu Lasten der Professionalität.

Johann Wadephul fiel dann die undankbare Aufgabe zu, nicht nur stilistische, sondern vor allem inhaltliche Fehlentwicklungen der Baerbock-Jahre aufzuarbeiten. Für Baerbock waren immer Innen- und Parteipolitik prioritär. In ihrer Amtszeit kam es deshalb so weit, dass die Mehrzahl aller deutschen Diplomaten in der Berliner Zentrale arbeitete, statt an den über 200 Auslandsvertretungen. Dazu kamen die ideologischen Schwerpunktthemen „feministische Außenpolitik“ und „Klimaaußenpolitik“, die nichts mit richtiger Außenpolitik zu tun hatten, aber in extremem Umfang Ressourcen, Personal und Mittel verschlangen.

Rollout im Sommer 2026: Endlich eine neue Struktur

In gut einem Monat soll das AA endlich eine neue Organisationsstruktur erhalten. Eine solche in nur einem Jahr vorzubereiten und schon im Sommer 2026 „auszurollen“, das ist eine reife Leistung, die für Professionalität und Effizienz des Wadephul-Führungsteams spricht. Wer die Tücken des Organisationswesen kennt, wird anerkennen, dass das schnell ging, gemessen an der Größe der Aufgabe. Und dazu noch reibungsarm und fast ohne jedes öffentliche Aufsehen. Typisch für den Stil Wadephul ist es nämlich auch, dass er Missstände und Fehlentwicklungen diskret bereinigen lässt und auf Abrechnung und Schuldzuweisungen verzichtet. Auch das ist ein wohltuender Unterschied zu dem giftigen und scharfen Führungsstil der grünen Vorgängerriege.

Zurück in die Zukunft

Zukunftsfähig wird das AA nur dadurch, dass es sich auf seine eigentlichen Stärken und das enorme Kapital an Wissen und diplomatischer Erfahrung zurückbesinnt. Der „Ordnungsplan“ des Amtes war über die Jahre regelrecht „verwildert“, und es fehlte an einer klaren Linie. Nun werden wieder eindeutige und sinnvolle, geographische und fachliche Zuständigkeiten geschaffen; der personelle Wasserkopf wird reduziert, und die Mehrzahl der Diplomaten geht wieder dahin, wo sie hingehören: ins Ausland, an die Botschaften, Konsulate und Ständigen Vertretungen.

Nicht bei allen Amtsangehörigen macht das den Minister beliebt. Viele hatten sich an die unklaren Strukturen und den personellen Überhang in der Zentrale am Werderschen Markt gewöhnt. Da fühlte man sich wichtig, und die Botschaften wurden mehr und mehr als bloße Zulieferer von Bestelltem angesehen. Das geht nun nicht so weiter. Jetzt heißt es Schwerpunkte setzen und Unwichtiges und Ideologisches beiseite lassen.

Die Voraussage sei gewagt: Das wird funktionieren, und zwar schnell und reibungslos. Deutsche Diplomaten sind nun mal loyal, und wenn sie von den Fesseln ideologischer Fiktionen befreit sind, dann ziehen wieder alle an einem Strang. Dabei darf man die grünen Quereinsteiger einmal beiseite lassen, die auf dem Baerbock-Ticket und per Abkürzung in den Auswärtigen Dienst gelangt sind und dort natürlich verbleiben.

Gutes Rating bei Partnern

Die wichtigste Frage lautet aber: Wie sieht es nach einem Jahr Wadephul in der deutschen Diplomatie wirklich aus? Hört man sich unter EU-Diplomaten um, dürfte das Echo wohl eindeutig sein: Erleichterung über die Rückkehr deutscher Außenpolitik in die Realität. Wadephul kam schon als außenpolitischer Experte ins Amt, und er versucht nichts anderes zu machen als das: Außenpolitik. Seine zurückhaltende Art ist kein Zeichen von Schwäche. Und obwohl er deutsche Interessen ebenso wie universelle Werte ohne Umschweife zu vertreten versteht, hat er sein Blatt bisher nie überreizt.

Seine erste China-Reise ist ein schönes Beispiel dafür, und sie ist seither geradezu paradigmatisch geworden.

In einer öffentlichen Rede hatte der Minister deutlich chinesische Völkerrechtsverstöße als solche benannt und sich nicht gescheut, sogar das Reizthema Taiwan aus eigenem Antrieb anzusprechen. Als Peking ihn daraufhin mit einem „Downgrading“ seiner schon vereinbarten China-Reise bestrafen wollte, sagte er diese kurzerhand ab, allerdings ohne öffentliches Auftrumpfen und ohne weitschweifige Presseerklärungen. In einschlägigen Mediennetzwerken wollte man ihm daraus einen Strick drehen, er sei ungeschickt gewesen und von China gedemütigt worden. Das war allerdings Unfug; in Wahrheit paddelte Peking sehr bald pragmatisch zurück, natürlich ebenfalls außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung, und der Besuch fand dann unter angemessenen Bedingungen statt.

Man darf Johann Wadephul zum ersten Jahr seiner Amtszeit gratulieren: Präsenz gezeigt wo nötig, falschen Medienzauber vermieden, einen Augiasstall ausgemistet, und das auch noch beinahe lautlos. Gar nicht schlecht, Herr Minister!

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Dieser Artikel wurde 29 mal kommentiert

  1. Martin Ludwig Antworten

    Ein kleines Best-of von Saubermann Wadephul:

    „Russland wird immer ein Feind und eine Gefahr für unsere europäische Sicherheit sein.“

    „Die Lage in Syrien ist schlimmer als Deutschland 1945.

    „Südafrika erhält 470 millionen Euro für eine gerechte Energiewende“

    „man hat die Deutschen im Vorfeld der Kriegshandlungen in Nahost davor gewarnt, die Region zu bereisen“
    (Anmerkung: die Reisewarnung gab es nicht. Es war eine glatte Lüge)

    „Man kümmert sich im Auswärtigen Amt weiter hochranging um den Fall Maja T. Man hat eine Auslieferung nach Deutschland erbeten – das besteht alles weiter fort“

    „Wadephul bricht das Wahlkampf-Versprechen der Union, die freiwilligen Aufnahmeprogramme für Afghanen zu stoppen. Im Bundestag kündigte er an: Was von seiner Vorgängerin Annalena Baerbock zugesagt worden sei, das wolle er nicht brechen.“

    „China unterstützt die russische Aggression gegen die Ukraine – auch um eigene hegemoniale Bestrebungen zu rechtfertigen.“
    (Anmerkung: Für diese Aussage gibt es keinerlei Belege, wehalb China den Deutschen Botschaft umgehend einbestellt hat.)

    Wer am Ende dieser kleinen Aufzählung immernoch der Meinung ist, dass Wadephul der richtige Mann am richtigen Platz ist, dem ist vermutlich mir Argumenten nichtmehr bei zu kommen.
    Er kann es nicht – genau wie seine Vorgängerin im Amt!

    • Klaus Kelle Antworten

      „Russland wird immer ein Feind und eine Gefahr für unsere europäische Sicherheit sein.“

      Definitiv! Der Mann hat in Geschichte aufgepasst.

      Einige der anderen Zitate sind blöde, natürlich. Aber er räumt das von Baerbock durchideologisierte Außenministerium auf. Allein das ist schon ein Pluspunkt.

      • Martin Ludwig Antworten

        Klaus, ich kenne dein Meinung zu Russland aber ich meine, dass ich auch die Geschichte kenne. Meines Wissens nach war Europa und insbesondere Deutschland in der Vergangenheit mehrfach eine Gefahr für Russland – nie jedoch andersherum.
        Man könnte sogar so weit gehen und feststellen, dass Großbritannien und Frankreich die Krim völkerrechtswidrig übefallen und Russland entrissen haben – weshalb Russland sehr wohl einen Anpruch auf dieses Gebiet erheben kann.

        Russland als Gefahr für uns zu betiteln halte ich in jedem Fall für sehr, sehr weit her geholt. Im Gegenteil: Egal wie schlecht die Lage war – Russland hat Deutschland stets zuverlässig mit Energie beliefert und das Deutsche Volk nie frieren lassen.
        Meine weiteren Ausführungen zu Putin und seinen Angeboten an die EU und Deutschland kennst du… du ignorierst sie lediglich, weil sie nicht in dein Bild des personifizierten Bösen passen.
        Ich bleibe dabei, hätten wir Putin die Hand gereicht, als er sie uns offen ausgestreckt hat, hätten wir die Probleme von heute nicht und alle hätten gewonnen (außer unsere falschen Freunde jenseits des Atlantiks, die in der jüngeren Geschichte mehr Kriege begonnen haben als jedes andere Volk der Erde und entsprechend eine viel größere Gefahr für Europa darstellen)

        • Klaus Kelle Antworten

          Ich bleibe dabei, hätten wir Putin die Hand gereicht, als er sie uns offen ausgestreckt hat, hätten wir die Probleme von heute nicht und alle hätten gewonnen

          100% meine Meinung. Mit dem 25. Februar 2022 hat sich das allerdings erledigt. Ich stehe grundsätzlich auf Seiten der Angegriffenen…

          Russland als Gefahr für uns zu betiteln halte ich in jedem Fall für sehr, sehr weit her geholt.

          „In diesem Fall fliegen alle unsere Mittel – alle unsere Raketen und so weiter – auf den Bundestag, auf das Kanzleramt und so weiter.“(Dmitri Medwedew im März 2023)

          „Warum nutzen wir nicht unsere taktischen Nuklearwaffen gegen deutsche Städte? Warum gibt es Berlin noch? Warum gibt es Dresden noch?“ (Wladimir Solowjow, populärer TV-Moderator)

        • Harald Antworten

          @ Martin Ludwig

          „Man könnte sogar so weit gehen und feststellen, dass Großbritannien und Frankreich die Krim völkerrechtswidrig übefallen und Russland entrissen haben – weshalb Russland sehr wohl einen Anpruch auf dieses Gebiet erheben kann.“

          Spielen Sie auf den Krimkrieg von 1853-56 an? Dann hätten Sie mal so eben 100 Jahre Geschichte unter den Tisch fallen lassen.

          Chruschtschow hat die Krim 1954 an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik angegliedert und dort verblieb sie nach der Auflösung der UdSSR. Russland hat im Budapester Memorandum der Ukraine die territoriale Unversehrtheit zugesichert. Schon vergessen?

          Nein, Russland war nach 1989 kein Feind Deutschlands und des Westens mehr. Wenn Sie aber die von allen namhaften Beobachten – Journalisten, Diplomaten und führenden Wirtschaftsvertretern wie Joe Kaeser, die Putin persönlich kennen und ihn oft trafen – bestätigte Kehrtwende ausblenden, die Putin ab Mitte der 2000er vollzog, ausblenden, dann ist das reichlich naiv.

          Wobei: Man muss sich fragen, ob es wirklich eine Kehrtwende Putins war. Den Zerfall der UdSSR bezeichnete er stets als sein größtes politisches Trauma und seine Rede vor dem Deutschen Bundestag Anfang der 2000er Jahre kann man unter dem Blickwinkel der letzten 20 Jahre heuer auch ganz anders interpretieren. Die meisten osteuropäischen Staaten waren damals weitaus weniger euphorisch als westliche Politiker.

          Die Geschichte gibt ihnen Recht! Leider.

        • Zorn Dieter Antworten

          Herr Ludwig, ich stimme Ihnen einhundertprozentig zu und bewundere Ihre Standhaftigkeit. Es ist doch vertane Zeit, mit Herrn Kelle über Russland zu diskutieren. Er hat da einen Drall, den er nicht aus seinem Kopf bekommt. Warum, wissen nur die Götter.

          • Klaus Kelle

            Herr Kelle hat einfach im Geschichtsunterricht aufgepasst und bezieht seine Informationen nicht bei Herrn Elsässer… Wer heute noch Verständnis für Putins Metzelei in der Ukraine hat, dem ich wirklich nicht mehr zu helfen…

          • Dr. Hildegard Königs-Albrecht

            @Klaus Kelle

            Es geht um die Ursachen des Krieges. Das sollte man nicht mit der Durchführung und seinen Exzessen vermengen. Wir müssen uns fragen, ob wir richtig agiert haben und diesen Krieg hätten vermeiden können.

          • Klaus Kelle

            Liebe Frau Dr. Königs-Albrecht,

            „wir“, der Westen haben falsch agiert 2001 und wir hätten den Krieg vermeiden können. Das habe ich nie bestritten.

            Aber wir sind nicht die Ursache dieses Krieges, und die NATO ist nicht auf Russland zugerückt, sondern die ehemals unfreien osteuropäischen Länder sind nach Westen und von Russland wegggerückt. Das ist ein bedeutender Unterschied.

            Heute sind Hunderttausende Menschen tot und verkrüppelt – Ukrainer ebenso wie Russen. Mindestens 20.000 Kinder wurden ihren ukrainischen Eltern entrissen und nach Russland gebracht. Und jetzt kommt der Krieg nach Russland zurück. Jeden Tag brennen Ölraffinerien und Munitionslager dort, die 8. Mai-Parade in Moskau findet ohne Fahrzeuge statt, weil der Kreml Angst vor Angriffen ukrainischer Drohnen hat. Heute ist eine Drohne in ein Luxushotel in Moskau gekracht.

            Und nun frage ich Sie, liebe Frau Königs-Albrecht. Wofür das alles?

            Putin wird keines seiner Kriegsziele erreichen in der Ukraine, seine Wirtschaft wird sich auf 10 bis 15 Jahre nicht von all dem erholen. Dafür wird die Ukraine Europas stärkste Militärmacht sein, die NATO ist um Schweden und Finnland gewachsen und die EU ist einig, wie seit vielen Jahren nicht mehr, seit Orban abgewählt wurde. Fico hat gerade einen Besuch in Kiew angekündigt.

            Und wenn ich das aufzähle, alles Fakten, kann jeder überprüfen, dann kommt Herr @Zorn um die Ecke und sagt, mit dem Herrn Kelle kann man gar nicht mehr so richtig schön über Russland sprechen. Ich nenne das Realitätsverweigerung.

            Klaus Kelle

          • Harald

            @ Klaus Kelle

            „…die NATO ist nicht auf Russland zugerückt, sondern die ehemals unfreien osteuropäischen Länder sind nach Westen und von Russland weggerückt. Das ist ein bedeutender Unterschied.“

            Vielen Dank Herr Kelle,, dass Sie das mal so deutlich benennen!

            Bedauerlicherweise hat sich der Begriff „NATO-Osterweiterung“ etabliert, dabei suggeriert er etwas gänzlich unzutreffendes: Die NATO hat sich nicht proaktiv-eigeninitiativ gen Osten erweitert sondern es waren die Länder des ehemaligen Ostblocks, die – teils flehentlich – ersuchten, unter den NATO-Schirm zu kommen. Einige dieser Beitrittsersuche, z.B. die der Baltischen Staaten, stießen bei damaligen NATO-Mitgliedern auf nicht unerhebliche Skepsis!

            Das war auch einer der Gründe, warum Merkel und Sarkozy auf dem NATO-Gipfel 2008 einem NATO-Beitritt der Ukraine den Riegel vorschoben und das obgleich Lawrow in einem Zeitungsinterview 2001 grünes Licht dafür gegeben hatte. Merkel selbst erklärte damals, man wolle Putin nicht reizen.

            Jedem ist klar: Wäre die Ukraine in der NATO, hätte Putin 2014 niemals die Krim annektiert und schon gar nicht 2022 die Ukraine überfallen.

            Das sind die bitteren Fakten, die einige Foristen hier scheinbar nicht wahrhaben wollen.

    • Johannes Antworten

      @ Martin

      Danke für die Zusammenstellung dieser Liste des Schreckens, des hoch Gelobten.

      Und so etwas geht gar nicht für den Chefdiplomaten:

      „Russland wird immer ein Feind und eine Gefahr für unsere europäische Sicherheit sein.“

      Gefahr: ja.

      „Immer ein Feind“: ist ein diplomatisches No go!

      Differenzieren ist alles. Pauschalisieren ist nichts!

      • Harald Antworten

        @ Johannes

        „Russland wird immer ein Feind und eine Gefahr für unsere europäische Sicherheit sein.“

        Sie wissen, wann und wo Wadephul das gesagt hat und wer dieses geheime und zudem unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gefakte Telefonat veröffentlicht hat?

        Wenn nein, machen Sie sich schlau.

        Wenn ja, ist es beschämend, dass Sie das unterschlagen.

        • gerd Antworten

          Es reicht ja zu wissen, dass dem Wadepuhl die Interessen Deutschland ziemlich egal sind. Und ja man kann heraus finden wann und wo er das gesagt hat.

  2. Achim Koester Antworten

    Zwar muss man ihm zugute halten, dass es nach Baerbock schlechter nicht mehr werden konnte, das relativiert seine Arbeit etwas, aber im Grunde gebe ich Ihnen Recht.

  3. gerd Antworten

    Ich weiß ja nicht ob es einem deutschen Aussenminister gut ansteht wenn er davon spricht auf „deutsche Interessen keine Rücksicht zu nehmen.“

  4. Dr. Hildegard Königs-Albrecht Antworten

    Johann Wadephul mag der richtige Mann sein, im Außenministerium aufzuräumen und den links-grün-woken Baerbock-Geist auszutreiben, auf dem außenpolitischen Parkett bewegt er sich eher wie der Elefant im Porzellanladen.
    Seine Bemerkung zum Zustand Syriens hat mich maßlos geärgert.
    Danke, Herr Ludwig, daß Sie sich die Mühe gemacht haben, die „Entgleisungen“ des Außenministers aufzuzählen.

    • gerd Antworten

      Liebe Frau Königs-Albrecht,

      dieser Artikel ist ein nettes Ablenkungsmanöver, innerhalb der CDU noch einen winzig kleinen Pluspunkt aufzuspüren. Kann man machen, wird allerdings verpuffen. Ich würde gerne mal einen Artikel von Martin Eberts über den Kanzler lesen. Ist doch momentan etwas relevanter oder etwa nicht? Einen Kanzler der nach eigenen Worte keine Vollmacht hat die CDU zu zerstören. Das ist so ähnlich als würde jemand leugnen Zwiebeln zu schälen obwohl er mit einem Küchenmesser und tränenden Augen die Zwiebelreste im Kompost vergräbt. Wir haben einen Kanzler der die Amis dazu treibt ihre Soldaten hier abzuziehen. Da bekommt die Parole „Amis raus“ eine delikate Note.

      • Harald Antworten

        @ gerd

        „…der die Amis dazu treibt ihre Soldaten hier abzuziehen.“

        1. Es wird nur ein vergleichsweise kleiner Teil der US-Truppen verlegt. Sowas geschieht ständig. Von pauschalem „Abzug der US Soldaten“ kann keine Rede sein!
        2. Donald Trump wäre nicht Donald Trump, solche üblichen Fluktuationen als PR-Watsche gegen unliebsame Länder und ihre Staatschefs NICHT zu nutzen. So weit, so erwartungsgemäß. Peinlich wird es, wenn Menschen diesseits des großen Teiches auf dieses PF-Manöver reinfallen. Umgekehrt formuliert: Glauben Sie ernsthaft, die USA würden Ihre geopolitischen und -militärischen Interessen zur Verfügungsmasse von PR-Watschen machen, so nach dem Motto: Weil Ihr nicht brav ward, ziehen wir jetzt 4000 Soldaten ab?
        3. Fänden Sie es angemessen, wenn ein deutscher Bundeskanzler stets buckelt und unumstößliche Wahrheiten runterschluckt, nur um Donald Trump bei Laune zu halten, der ja nun seinerseits alles andere als diplomatisch auftritt, klare Kante zeigt und spricht, wofür er von vielen Konservativen hierzulande gefeiert wird?

        • Klaus Kelle Antworten

          @Harald,

          unser Freund @gerd ist noch so jung, der weiß einfach nicht, dass Obama damals hier 20.000 Soldaten abgezogen hat – und das ganz ohne Friedrich Merz.

          • Harald

            @ Klaus Kelle

            Sehr richtig!

            Was mir zudem ehrlich gesagt ziemlich auf den Zeiger geht ist, dass die gleichen, die Trump hierzulande ob seiner klaren Kante und rüden Sprache feiern, erwarten, dass alle anderen diplomatisch zu kuschen haben.

            Man sollte Donald Trump nicht den Gefallen machen und über jedes Stöckchen springen, das dieser alte PR-Haudegen einem hinhält. Aber wo es wichtig ist, sollte man die Interessen des eigenen Landes vertreten. Und genau das hat Merz getan, wie Schröder und Fischer beim Irakkrieg („I’m not covinced“). Merz hat ja auch darauf hingewiesen, dass die deutsche Marine sich sehr wohl an der Sicherung internationaler Schifffahrtswege beteiligt (Operation Atalanta -> Horn von Afrika) und dass wir bereit sind, das auch im Persischen Golf zu übernehmen, sobald klar ist, welche Strategie und welches Ziel die USA im Iran verfolgen. Das hat sich ja mehrfach gerändert und ist immer noch nicht klar.

            Man stelle sich vor, wie groß das Geschrei wäre, würde sich Deutschland an diesem von den USA und Israel losgetretenen Konflikt militärisch beteiligen ohne Ziel, ohne UN-Mandat. Selbst die AfD winkt ab!

            Ich habe den Eindruck, Merz kann machen was er will, Hauptsache, einige hier finden in ihm einen dankbaren Prügelknaben, weil das angehimmelte Idol diesseits des großen Teiches unantastbar ist.

          • gerd

            Dass Obama hier 20 000 Soldaten abgezogen hat, ist eine selbst mir bekannte Tatsache. Ich kenne sogar die Gründe. Der Friedensnobelpreisträger konnte halt seinen Landsleuten nicht mehr erklären, dass ein Milliardenbudget für eine Freizeittruppe in Deutschland noch Sinn macht. Der kalte Krieg war eh vorbei und der Haushalt in den USA drohte zu kolabieren. Seltsam ist es doch, dass heute, wo der Russe knapp vor Berlin steht, die Amis Soldaten abziehen wollen. Das kann mir ja jemand von meinen #Freunden gerne erklären.

          • Harald

            @ gerd

            Dann schauen Sie sich doch mal an, wo in Europa die USA zuletzt ihre Truppen verstärkt haben 😉

          • gerd

            @Harald

            Ich schaue bevorzugt auf das Land wo ich lebe.

            😉

          • Harald

            @ gerd

            Es kann auch Ihnen nicht schaden, dann und wann mal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, erst Recht, wenn Sie Ihre „Freunde“ auffordern Ihnen zu erklären, warum Amis hier Soldaten abziehen um sie woanders zu stationieren, weil der Russe vor der Tür steht 😉

  5. Querdenker Antworten

    Reden wir hier einfach über eine vor einem Jahr gegründete Fußballmannschaft. Die eine Hälfte der Spieler kommt aus Vorder-Bananen-Hausen und die andere Hälfte aus dem bis aufs Blut verfeindete Nachbarkaff Hinter-Bananen-Hausen. Trainer und Mannschaftskapitän sind nicht gelungen aus den verfeindeten Spielern ein Team zu formen. Bei den Spielern gönnt niemand seinen Kameraden auch nur den minimalsten Erfolg, dass diese Mannschaft im vergangenen Jahr noch kein Spiel gewonnen hat liegt auf der Hand. Welchen Nutzen bringt nun ein Gastartikel im Bananen-Hausener-Anzeiger über die großartige Leistung des Torwartes, wenn die Mannschaft das letzte Spiel nur 0:10 verloren hat. Beim genauen Hinsehen hat der Torwart von den 30 Torschüssen nur die 20 einfachen Bälle gehalten. Das Drama liegt in der miserablen Performance der Mannschaft und des Mannschaftskapitäns, das wird auch nicht dadurch besser, dass wenige Spieler eine gute Leistung zeigten. In einem Team zählt nur die Leistung der Mannschaft und nicht ob ein Teammitglied einen recht ordentlichen Job macht.

    • H.K. Antworten

      Sie sehen das völlig falsch.

      Es liegt ausschließlich an den Zuschauern, die zu dumm sind und nicht begreifen wollen, daß 0:10 „eigentlich“ ein durchaus bemerkenswertes Ergebnis ist, das den richtigen Weg weist …

      „Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt‘s an der Badehose“ …

      Logisch – oder ?!

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