Helmut Kohl wird endlich gewürdigt in Berlin – aber nicht von Merz und Merkel
Im Berliner Bezirk Mitte wird am 9. Mai eine Straße nach dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (1930–2017) benannt. Geplant ist dazu eine Festveranstaltung, auf der Leben und Wirken Kohls gewürdigt werden sollen, wie die Senatskanzlei mitteilte. Das ist überfällig in der deutschen Hauptstadt, doch jetzt wurde bekannt, dass politische CDU-Schwergewichte wie Bundeskanzler Friedrich Merz und Ex-Kanzlerin Angela Merkel, die einst ‚Kohls Mädchen‘ war, abgesagt haben.
Beim amtierenden Bundeskanzler mag es dafür sogar Gründe geben, wenn er die Straße von Hormuz gerade parallel zu dieser Feierstunde freikämpfen oder den amerikanischen Präsidenten weiter verärgern muss. Aber Angela Merkel, die ihren Aufstieg nur der Protektion Kohls zu verdanken hat? Sie müsste die Zeit haben, sie müsste sich die Zeit nehmen, um den großen Kanzler der Einheit zu ehren.
Mit der Umbenennung der Hofjägerallee in Helmut-Kohl-Allee will der Berliner Senat nach eigenem Bekunden zum 35. Jahrestag der Deutschen Einheit Kohls ‚herausragende Leistungen für unser Land‘ würdigen. Außerdem ist der 9. Mai auch der Jahrestag der sogenannten Schuman-Erklärung (1950), die als Geburtsstunde der Europäischen Union gilt.
Es könnte aber auch mit dem 20. September zu tun haben
Denn da ist Abgeordnetenhauswahl in Berlin, und vielleicht könnte man mit dieser Geste ein paar alte Kohl-Wähler in West-Berlin bei der Stange halten.
Die Hofjägerallee führt von der Tiergartenstraße zum Großen Stern mit der Siegessäule. An der Verlängerung der Hofjägerallee, der Klingelhöferstraße, liegt unter anderem die CDU-Bundeszentrale. An der Ecke Tiergartenstraße befindet sich die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS). Deren Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und Gerda Hasselfeldt (CSU), als stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung, sollen neben dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner reden.
Und die Frage, die sich wie der rosa Elefant im Raum aufdrängt, lautet: Ist eigentlich Helmut Kohls Witwe, Maike Kohl-Richter, zu dem Festakt eingeladen worden?



Jeder Auftritt der ehemaligen Bundeskanzlerin in der Öffentlichkeit ist ein Ärgernis. Ihre Teilnahme an einem Festakt für Helmut Kohl wäre außerdem reine Heuchelei. Lasst Angela Merkel dort, wo der Pfeffer wächst oder wenigstens in der Uckermark.
Sie war ein Desaster oder wie mein Mann schon vor langer Zeit unkte, sie war Honeckers letzte Rache.
Daß Friedrich Merz überhaupt keine Antenne für geschicktes politisches Vorgehen hat, ist ein alter Hut. Erst vor wenigen Tagen verärgerte ohne Not den amerikanischen Präsidenten, was zur Folge hat, daß Trump eine große Anzahl GIs aus Deutschland abziehen und Zölle drastisch erhöhen will.
Dieser Kanzler ist nicht nur innenpolitisch ein Desaster, er beherrscht auch nicht den Auftritt auf dem diplomatischen Parkett. Es wird Zeit, ihn in den Ruhestand zu schicken, ehe er noch mehr Porzellan zerdeppert.