Pegida ist nicht meine Sache. Vieles, was dort verkündet wird, ist mir zu platt, zu undifferenziert. „Volksverräter“, „Lügenpresse“, „Putin hilf!“ – das ist nicht meine Welt, und das wird sie auch nie sein. Eigentlich interessiert mich an diesen Veranstaltungen nur ein Aspekt: dass sie stattfinden dürfen. In einem freien Land soll jeder öffentlich sagen können, was er oder sie denkt. Das unterscheidet uns von den unfreien Gesellschaften, die es rund um den Erdball zuhauf gibt. Und die Dresdener Demos finden ja statt, so wie gestern wieder mit dem Niederländer Geert Wilders, ein beinharter Islam-Kritiker. Nun höre ich eben im öffentlich-rechtlichen Grundversorger WDR 2 einen „Korrespondentenbericht“, der mir die Nackenhaare hochtreibt. Pegida sei praktisch auf dem absteigenden Ast, höre ich da, weil ja „nur noch“ 10.000 Teilnehmer gekommen sind. Hä? Vor ein paar Tagen zogen hier und da eine Handvoll Altlinke durch die Straßen und stellten nochmal die einst machtvollen „Ostermärsche“ pantomimisch dar. Das war überall in den Medien ein wichtiges Thema, in den Nachrichten der Fernsehsender – toll, die Ostermarschierer sind wieder unterwegs. In Bezug zu dem, was da wirklich stattgefunden hat, war Pegida gestern geradezu ein gewaltiger Aufmarsch. Und wer ist da aufmarschiert? Der WDR-„Korrespondent“ wusste es genau, hat wohl quasi mit allen 10.000 Leuten mal kurz geredet. Seine „Analyse“: „Ein Drittel gehörte zum harten rechten Rand“. Und: „Der Rest waren die üblichen Rassisten und Fremdenfeinde.“ Eine steile These, nicht von Linken-Kipping oder antifa, sondern vom „Korrespondenten“ des WDR. Lieber Herr Kollege, könnten nicht auch ein paar Menschen dabei gewesen sein, die sich Sorgen machen, ob Deutschland die Aufnahme eine Rekordzahl an Flüchtlingen bewältigen kann? Oder gab es vielleicht ein paar Leute, die Angst vor dem Islam haben? Waren vielleicht auch Schaulustige dabei, die einfach mal sehen und hören wollten, was der Wilders so für einer ist? Nein, alles „harter rechter Rand“ und „die üblichen Rassisten und Fremdenfeinde“. Ich rege mich schon lange nicht mehr über politische Agitation und Einseitigkeit in öffentlich-rechtlichen Medien auf. Der Mensch gewöhnt sich an fast alles. Aber ich würde mir wünschen, dass wenigstens in der Berichterstattung korrekt und vorurteilsfrei gearbeitet wird. Lasst sie anschließend kommentieren, was sie wollen, aber wenigstens Nachrichten und Berichte sollten sachlich sein. Das wäre schön.

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Dieser Artikel wurde 7 mal kommentiert

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  2. Andreas Solymosi Antworten

    Ich verstehe nicht, warum nicht endlich mal jemand eine Verfassungsbeschwerde einreicht, damit die zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Medien verpflichtet werden unparteiisch, ideologiefrei und sachlich zu berichten.

  3. Andreas Schneider Antworten

    Dass es um Pegida geht, ist nachrangig; allenfalls steht Pegida in diesem Zusammenhang als Platzhalter für ungeliebte Kinder des sog. „Mainstreams“.

    Wieder einmal ruft mir Ihr Beitrag meine Schulzeit in Erinnerung: solch tendenziöse „Berichterstattung“ hat man uns in den 70er Jahren noch als signifikant für totalitäte Regime beschrieben und dabei beispielhaft das III. Reich nund die DDR benannt.

    Wo liegt nun das Problem? Ist es die „Islamisierung“, ist es „Pegida“, sind es die „Flüchtlinge“? Ist es die von Ihnen a. a. O. zu Recht benstandete Frühsexualisierung von Kindern?

    Unabhängig vom jeweiligen Thema bleibt eine Konstante, die dies alles stets begleitet: unsere Medien.

    Sollten meine Lehrer vor 40 Jahren Recht gehabt haben? Und was bedeutet das für unser Heute?

  4. Pingback: Geert Wilders bei PEGIDA: Wohin geht die Reise?

  5. St.Ex Antworten

    Ich kann mich nicht daran gewöhnen und ich glaube Sie auch nicht, dass zeigt ja schon, dass Sie sich hier äußern.
    Aber ich werde nie begreifen, warum und wieso Journalisten solche Berichte zusammen schustern. Journalisten hatte ich mehr Gehirnschmalz zugetraut. Ich kann nur vermuten, dass dieserart Journalismus daauf beruht, dass der Betreffende im aktuellen „Mainstream“ meint schwimmen zu müssen. Vielleicht liegt er damit auch gar nsicht so weit daneben, vielleicht ist es nur noch so möglich beruflich weiter vorwärts zu kommen. Das jedoch würde mich mit Schrecken erfüllen, das hatten wir schon mal in der jüngeren Geschichte „Hüben wie drüben“, da dufte man sich nur parteikonform äußern, ansonsten hatte man Nachteile.
    Also Leute schnell die richtige Uniform angezogen und die richtigen Parolen skandieren, dann könnt ihr auch dieser Republik wieder etwas werden.
    Kenntnisse in der Sache braucht ihr nicht – Ihr dürft nur dem GROßEN BRUDER nicht widersprechen.
    Nacht Deutschland!

  6. Felix Becker Antworten

    Dass der WDR besonders „links“ ist, ist doch bekannt! Es tut schon weh, dass wir das mit Zwangsgebühren auch noch finanzieren müssen

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