Flucht und Vertreibung damals und heute – die Unterschiede sind unübersehbar

Auch im Urlaub in Österreich lässt einen die Nachrichtenlage dieser Tage nicht los. Ich muss gestehen, man schämt sich fast ein wenig, wenn man in Kitzbühel in einer Bar sitzt, Chardonnay trinkt und Tiroler Bergkäse dazu isst, und sich dann intensiv über Flucht und Vertreibung damals und heute unterhält. So wie meine Frau und ich gestern Abend. Menschen in Not muss man helfen. Und Menschen, die nach Deutschland kommen, um uns auszunutzen, muss man rausschmeißen. So einfach könnte man einen Konsens der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland herstellen. Aber so einfach ist es eben nicht.

Ich habe mal ein bisschen nachgelesen, wie es damals war, nach dem Zweiten Weltkrieg, als Millionen Flüchtlinge ins Rest-Deutschland strömten: Schlesier, Sudetendeutsche und so weiter. Zu meinem Erstaunen las ich, dass die bei vielen Deutschen hier keineswegs willkommen waren. Man hatte selbst kaum etwas, um zu überleben, und nun kamen die da aus den verlorenen Ostgebieten oft mit nichts mehr als einem Koffer mit ein paar Habseligkeiten oder einem Bollerwagen, wie wir das in meiner lippischen Heimat nennen. Ja, das waren ja Deutsche, wird mir dann vorgehalten. Das sei etwas ganz anderes. Nicht sehr christlich, diese Einstellung, denn vor Gott sind alle Menschen gleich, habe ich mal gelernt. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, am 10. Dezember 1948 von den Vereinten Nationen beschlossen, stellt gleich in Artikel 1 klar: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Gutes Dokument übrigens, zum nachlesen finden Sie es hier . Wenn man sieht, was aus den heeren Worten in der Realität geworden ist, möchte man weinen.

Aber zurück zu unserem eigentlichen Thema. Wir hatten Verwandte, die während und nach dem Weltkrieg unvorstellbares Grauen erlebt haben. Soldaten, denen an der Front rechts und links Kameraden „weggeschossen“ wurden. Frauen, die mehrfach von russischen Soldaten vergewaltigt wurden und dann 1000 Kilometer zu Fuß in die Heimat gelaufen sind. Und als sie dann angekommen waren, auf durchgelaufenen Sohlen, mit schäbigen Fetzen am Leib, untergebracht in einem kleinen Zimmer mit mehreren Personen, versorgt mit kargen Rationen Brot auf Lebensmittelkarten, da haben sie ihr eigenes Leben in die Hand genommen. Sie schuffteten körperlich hart für im wahrsten Sinne des Wortes Hungerlohn, sie bekamen Kinder, sie strickten Socken und Mützen für die Enkel. Und, auch wenn es pathetisch klingt (ist ja derzeit noch erlaubt): sie bauten dieses Land wieder auf und schufen ein wohlhabendes, friedliches und letztlich weltoffenes Gemeinwesen, um das uns viele Menschen auf der Welt beneiden. Es heißt Deutschland.

Und nun also wieder Massenflucht. „Wir schaffen das“ hat die Kanzlerin vor einem Jahr gesagt und vor ein paar Tagen wieder. Ich kann es nicht mehr hören, obwohl sie im Grunde sogar recht hat. Über eine Million Flüchtlinge haben wir hier bei uns aufgenommen. Wir sind gut organisiert, Geld ist im erstaunlichen Umfang für Integrationsmaßnahmen vorhanden. Und es gibt jeden Tag diese Nachrichten, von Schlägereien in Flüchtlingsunterkünften, von gewalttätigen Übergriffen jüngst auf der Kirmes in Düsseldorf, von Belästigungen junger Frauen im Freibad durch Männer aus Nordafrika, und in Einzelfällen (Würzburg, Ansbach) auch von Terroranschlägen. Ja, ich bin sicher, dass „wir“ das schaffen. Aber ich bin wütend, dass uns niemand gefragt hat, ob wir den Preis dafür, dass „wir“ es schaffen, auch zahlen wollen. Und damit meine ich nicht Geld, sondern Sicherheit. Und wenn ich diese jungen Männer am Bahnhof mit ihren Smartphones herumlungern sehe, dann frage ich mich, warum die eigentlich nicht wie damals unsere Großmütter anfassen, um die Zukunft aufzubauen. Nicht unbedingt unsere – aber wenigstens ihre eigene.

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Dieser Artikel wurde 47 mal kommentiert

  1. Andreas Antworten

    Nun das „wir“ das „schaffen“ ist keineswegs ausgemacht. Wir haben alle nicht die Gabe der Voraussicht und können uns nur in Vermutungen ergehen. So können wir über Einzelfälle philosophieren, solange wir nicht selbst betroffen sind, oder der Meinung sein, dass das alles erst der Anfang ist.
    Wie gesagt, man wird sehen.

    Auch wenn das Thema in den Medien im Moment nicht so richtig vorkommt, scheint das Erreichen einer Million Flüchtlinge auch für dieses Jahr im Bereich des Möglichen.

    Dazu passt eine aktuelle Meldung, dass die Asylanträge von Kurden und Türken stark zugenommen hätten – Erdogan sei Dank (übrigens sorgt die Stiftung mittlerweile wohl dafür, dass auf Facebook kritische Bemerkungen zum türkischen Herrscher, selbst von FDP-Politikern, gelöscht werden).

    Es geht hier auch nur noch darum, die Probleme bis nach dem September 2017 irgendwie bestmöglichst unter der Decke zu halten, dann viel Spaß.

    Zum irrsinnigen Vergleich mit der Nachkriegszeit haben Sie schon das passende gesagt- der augenscheinlichste Unterschied dürfte doch wohl (neben Herkunft und kulturellem, sowie sprachlichen Unterschied) der sein, das damals keine (wehr- und waffenfähigen) Männer ins Land kamen – diese heute aber die überwältigende Überzahl der Flüchtlinge ausmachen.

    Und ja, man könnte ein Smartphone dafür nutzen um über eine der zahllosen Apps ein wenig die Sprache zu lernen, aber was solls – aus gutem Grund werden in den diversen Talkshows ja nie mal Interviews mit diesen jungen Männern gezeigt, welche Erwartungen diese denn so haben, das könnte zu Unruhe führen.

    • Alexander Droste Antworten

      “ … werden in den diversen Talkshows ja nie mal Interviews mit diesen jungen Männern gezeigt, welche Erwartungen diese denn so haben, das könnte zu Unruhe führen.“

      Ein sehr interessanter Aspekt. Wir sollten das mal fordern. Nicht nur mit den „Guten“ …

  2. S v B Antworten

    … weil sie es nicht müssen, lieber Herr Kelle. Bedenken Sie bitte, dass die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Westen Geflohenen in ein Land kamen, in dem wahrlich weder Milch noch Honig flossen. Alle, die jetzt kommen, fallen doch daunenweich. Das spricht sich selbstredend in der Welt herum. Mit den allseits wahrnehmbaren Auswirkungen.

    Meine Eltern waren in Gießen/Hessen „ausgebombt“, wie es so treffend hieß; deshalb wurden sie, inklusive ihrer bis dato dreier kleiner Kinder, einer verwitweten Hauseigentümerin in einer hessischen Kleinstadt „aufs Auge gedrückt“. Ein älteres Ehepaar aus Westfalen sowie eine alleinstehende jüngere Frau aus dem Osten gesellten sich schließlich noch dazu; Stichwort Wohnungsbewirtschaftung, Sie wissen schon. Wie man sich denken kann, wurde es dann doch etwas eng im Einfamilienhaus, besonders für die alte Dame, welche das Haus bis dahin ganz für sich hatte. Abgeschlossenheit der Wohneinheiten? Fehlanzeige. Die Situation war sicher vergleichbar mit einer heutigen WG, die sich allerdings meist auf freiwilliger Basis etabliert. Die Währungsreform bedeutete, dass nicht nur Wohnraum, sondern auch Geld äußerst knapp war; Lebensmittel waren dies ohnehin. An Chardonnay und Bergkäse (sehr lecker!) war also absolut nicht zu denken, und Kitzbühel war ein idyllisch gelegenes, noch sehr schlichtes und weithin unbekanntes Bergdörfchen.

    Tempora mutantur, et cum iis nos (so oder so ähnlich heißt es wohl). Ihre Begeisterung für die Menschenrechte in allen Ehren. Wenn man allerdings aus eigener Anschauung und Erfahrung weiß, wie es in Gegenden weitab unserer „westlich kultivierten“ Welt zugeht, hat man bezüglich deren flächendeckenden Anwendungsmöglichkeiten größte Zweifel. Es ist und bleibt eine Illusion, allen Menschen auf der Welt auch nur im entferntesten mit den unsrigen vergleichbare Lebensverhältnisse zu ermöglichen. Man kann sich dies gerne wünschen, man kann darauf hinarbeiten, man darf auch die Grenzen öffnen und alle Beladenen und Armen der Welt einladen, zu uns zu kommen und unseren nicht eben über Nacht erworbenen Wohlstand brüderlich mit uns zu teilen (wobei dieser sich dann zwangsläufig und peu à peu in Nichts auflösen wird). Bewirken würde dies alles, auch wenn’s manch einer nicht glauben mag, das Gegenteil von dem, was man damit eigentlich erreichen wollte: es käme zu unkontrollierbaren Migrationsbewegungen, Unruhen, kriegerischen Auseinandersetzungen ungeahnten Ausmaßes, einem weiterern Anstieg der Weltbevölkerung, usw., usw. Die persönliche Sicherheit des Einzelnen, um die man sich schon in diesen Tagen so auffällig sorgt, würde überhaupt keine Rolle mehr spielen.

    Der in linken Kreisen so verhasste Autor Thorsten Hinz (vielleicht empfiehlt sich die Lektüre seiner Werke gerade deshalb?) hat in verschiedenen hoch interessanten Abhandlungen die Gründe, nein Ursachen, die unseren gegenwärtigen, quasi die ganze Welt einschließenden, sozialen Auftrag nachgerade zu erzwingen scheinen, sehr gut herausgearbeitet.

    Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Ein deutlicher Auftrag. Dabei reicht es aber bereits aus, sich mit offenen Augen und Ohren durch den Tag zu bewegen. Die Möglichkeiten, im nahen Umfeld zu helfen und „Gutes zu tun“ sind unerschöpflich. Wenn wir diesen Auftrag alleine ernsthaft annehmen und pflichtbewusst ausführen, dürfte sich das Bedürfnis zur einer Erweiterung des Aktionsradius‘ von selbst relativieren.

    • H. Haverkamp Antworten

      … weil sie es nicht müssen, lieber Herr Kelle. Bedenken Sie bitte, dass die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Westen Geflohenen in ein Land kamen, in dem wahrlich weder Milch noch Honig flossen. Alle, die jetzt kommen, fallen doch daunenweich. Das spricht sich selbstredend in der Welt herum. Mit den allseits wahrnehmbaren Auswirkungen.

      Diesen Abschnitt unterstreiche ich, bis auf das Wort „Alle“. Nicht nur Wirtschaftsflüchtlinge kommen.

      • S v B Antworten

        Lieber H. Haferkamp,

        ich bleibe trotz Ihres Einspruchs bei „alle“. Denn es sind gewiss nicht nur die Wirtschaftsflüchtlinge, die weich fallen, sondern – erst einmal berechtigterweise – eben auch die Kriegsflüchtlinge. Insofern stimmt meine Aussage wohl. Im übrigen ist nicht eher nicht davon auszugehen, dass das Gros der Kriegsflüchtlinge in ihrer Heimat ein ausgesprochen komfortables Leben führen konnten. Wenn man bedenkt, dass auch unter den Kriegsflüchtigen viele Analphabeten und eine große Anzahl Unausgebildeter sind. Qualifizierte oder gar Hochqualifizierte, bei denen man einen entsprechenden Lebensstandard voraussetzen könnte, stellen eine winzige Minderheit dar. Das war doch gerade die „freudige Überraschung“, die uns u. a. Frau Nahles irgendwann offenbarte, nachdem es über viele Monate unisono hieß, Heere von syrischen Ärzten und Anwälten seien im Anmarsch. Vielleicht können auch Sie nun das „alle“ akzeptieren.

        MfG SvB

    • S v B Antworten

      Danke für Ihren Link. Der gute Herr Gauck hat Ihr Schreiben vermutlich nie gelesen. Und falls wider Erwarten doch, hat er dessen Inhalt entweder nicht verstanden oder schlichtweg verworfen. Frustrierend in jedem Falle. Aber, was kann man heute überhaupt noch erwarten?

  3. Anne Sonnenschein Antworten

    Wir könnten es schaffen, davon bin ich überzeugt, wenn wir alle bereit wären zu teilen. In dem Roman „Caravan“ (Es geht um ukrainische Arbeiter, die als Erdbeerpflücker in England arbeiten und dann mal nach London kommen.) hieß es so schön: „Jeder Winkel des Globus wurde geplündert, um diesen Überfluss möglich zu machen.“ Gehen Sie sehenden Auges durch Supermärkte und Kaufhäuser. Brauchen wir wirklich all diese Dinge, um glücklich und zufrieden zu leben? Und ist der Westen nicht für vieles verantwortlich, was sich im Nahen und Mittleren Osten abspielt? (s. auch „Wer den Wind sät“ von Michael Lüders. Viele kommen hier her, weil sie arbeiten und sich integrieren wollen und nicht in Schutt und Asche leben, mit Bomben und ständiger Gefahr.
    Wenn ein hier Bauer erzählt, daß er einen jungen Deutschen eingestellt hat und feststellen muß, daß der aber mehr auf sein Smartphone guckt, als seine Arbeit zu machen. Dieser dann kündigt, als der Bauer ihm das vorhält. Junge Flüchtlinge aus der Umgebung, die gerne bei ihm arbeiten würden, darf er nicht einstellen, da sie noch keinen Aufenthaltsstatus haben. Dabei gibt es in so vielen Bereichen genug zu tun, aber es werden keine Menschen eingestellt, sondern Roboter oder führerlose Autos, der nächste Alptraum. Und die Wirtschaft träumt von immer mehr Wachstum. Wo soll das in einer begrenzten Welt herkommen? Da ist doch mal Umdenken gefragt, denn letztendlich ist doch genug für alle da. Und wer kein Geld verdient, kann auch keins ausgeben.

    • Andreas Antworten

      Ersetzt aus meiner Sicht fast vollkommen Realität durch Fiktion.

      Man darf zunächst mal darauf hinweisen, dass der Großteil der Menschen die zu uns gekommen sind, weder über Papiere verfügte, noch registiert wurde. Mehrere 10-tausende sind schlicht verschwunden.
      Wer diese Menschen sind und was Ihre Motivationen sind, ist in weiten Teilen auf Vermutungen gestützt.

      Auch die Rhetorik des „es ist genug für alle da“ mag für Nahrung und Kleidung gelten – schon für Wohnraum stimmt das nicht mehr.

      Auf die weiteren Bedürfnisse deren Befriedigung ein Mangel entgegensteht, der nahezu ausschließlich aus Männern gebildeten Zuwandererschaft, brauchen wir aus Pietätsgründen nicht weiter einzugehen, es dürfte aber jedem einsichtig sein.

      Auch das Thema der Arbeitsplätze negiert wichtigsten Tatsachen.

      Zunächst halte ich für überaus gewagt, dass der gleichaltrige Flüchtling sich weniger arbeitsverhindernd mit dem Smartphone beschäftigen würde, als sein deutsches, arbeitsloses Pendant.
      Das körperliche Tätigkeiten keineswegs bei allen gewünscht sind, lassen die Erfahrungen, die in den Medien zu verfolgen waren, durchaus schließen.

      Es ist zwar richtig, dass die Anerkennungsverfahren und die Gesetzgebung auch Arbeit verhindern, andererseits sind schon jetzt über 300.000 Flüchtlinge als arbeitssuchend gemeldet und erst vor kurzen durften wir erfahren, dass unsere Dax-Konzerne so gut wie gar keine Flüchtlinge einstellen.

      Die Bildungssituation der Menschen die kommen steht einer Beschäftigung in einer auskömmlichen Tätigkeit entgegen, die Zahlen sprechen für sich.

      Das es bäuerliche Betriebe gibt, die zeitweise einen höheren Bedarf insbesondere an an Saisonkräften haben, sei hier unbestritten.
      Das Flüchtlinge in entsprechender Zahl diese Tätgkeit anstreben würden, wird durch die Zahlen der als arbeitssuchend gemeldeten nicht bestätigt.
      Auch dürfte einsichtig sein, dass die damit erzielbaren Einkünfte nicht zur Deckung, selbst bescheidener Ansprüche, genügen dürften. Eine finanzielle Unterstützung über das gesamte Berufsleben und erst recht in der Rente ist also erforderlich.

      Und noch einmal: Das sich diese Lebenswirklichkeiten mit den Erwartungen der Flüchtlinge deckt, darf man durchaus bezweifeln. Was das für dieses Land bedeutet, kann man nur vermuten.

      Und noch mal zur „genug für alle“ Rhetorik: Die Verschuldungssituation der Kommunen und der privaten Haushalte sollte bekannt sein, gleiches gilt für den Bund. Und sollte da die gute wirtschaftliche Lage mal zu Ende gehen, oder die derzeit gute Bonität sich verschlechtern, wird es ziemlich unerfreulich.

      Fazit: Ja, man kann und man sollte einer begrenzten Anzahl von Hilfsbedürftigen über einen begrenzten Zeitraum helfen, die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen, die Realität in Richtung schöner Luftschlösser zu verlassen, hilft aber niemandem.

      • S v B Antworten

        Danke, Andreas, für die Korrektur der realitätsfremden, sozial-romantischen Vorstellungen. Gerade in diesen Zeiten ist eine nüchterne Betrachtung und realistische Einordnung zwingend erforderlich; auch wenn dies vielen nicht in ihr Weltbild passt.

    • Josef Antworten

      Das Argument, „wir sollten Andere an unserem Wohlstand und Überfluß teilhaben lassen“ erinnert mich an die Situation nach Wirtschaftskrisen, als „kluge“, vorwiegend liberale Politiker davon sprachen, „wir“ hätten „über unsere Verhältnisse“ gelebt und müßten nun wieder mehr „sparen“. Das dürften die Bevölkerungsschichten, die immer schon sparen mußten, als schallende Ohrfeige aufgefaßt haben. Was konnten sie dafür, dass gierige Wohlhabende durch riskante Geschäfte Wirtschaftskrisen ausgelöst haben? Und nun wurde ihnen auch noch eine Mitschuld gegeben. Ähnlich kommt es mir nun bei der Flüchtlingskrise vor, wenn „hilfsbereite“ Mitbürger aus dem gutsituierten Bildungsbürgertum sich für eine Aufnahme von noch mehr Flüchtlingen einsetzen. Auf der anderen Seite gibt es hierzulande jetzt schon eine große Zahl von Menschen in Altersarmut oder Alleinerziehenden mit Kindern, die eigentlich dringend mehr Unterstützung bräuchten. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-02/armut-deutschland-2016-paritaetische-verband Es ist jetzt schon absehbar, dass diese Bevölkerungsschichten in den kommenden Jahren durch Minijobs, Arbeitslosigkeit und ungleiche Bildungschancen weiter stark zunehmen werden. Reicht für diese Menschen unser angeblich so großer Wohlstand dann wohl doch nicht oder haben sie ihn etwa nicht verdient? Ich verstehe nicht, warum unsere Politik diese akuten Probleme zugunsten internationaler Verpflichtungen vernachlässigt.

  4. H. Urbahn Antworten

    Sehrgeehrter Herr Kelle,
    die Unterschiede sind natürlich unübersehbar. was wir heute erleben ist illegale Einwanderung mit staatlicher Duldung und Förderung. Keiner, der heutigen illegalen Einwanderer hat Anspruch auf Asyl, wie der Artikel 16 a des GG zeigt, denn sie kommen alle über sichere Länder im Sinne Art. 16a hier her. Übrigens Krieg und/oder Bürgerkrieg sind kein Asylgrund. Auch die UN-Flüchtlingskonvention gibt diesen Menschen nicht das Recht hier einzureisen. Denn diese Konvention besagt eindeutig, daß ein Flüchtling vorzugsweise in einen anderen Landesteil gehen soll (was die damaligen Flüchtlinge ja getan haben) oder in das nächste Nachbarland, wo der Fluchtgrund entfällt. Von einem Aussuchen eines Landes, wo man die beste Versorgung erhält , ist nirgendswo die Rede.

  5. Walter Lerche Antworten

    Lieber Herr Kelle, da haben wir uns also in Kitzbuehl knapp verfehlt. – Meine Mutter flüchtete als Sudetendeutsche nach Österreich, Dort waren die Einwohner plötzlich wieder „Österreicher“ und warfen die Deutschen außer Landes. So landete sie mit ihren Eltern bei Stuttgart, sehr bescheidene Leute. Mein Vater verlor im Krieg ein Auge, 2 Brüder und verbrachte sein bestes Lebensalter in russischer Kriegsgefangenschaft. Schuld an den Nazi-Verbrechen empfinde ich persönlich nicht. Nach dem Bau der Mauer durfte meine Mutter ihre Eltern und Geschwister bei Stuttgart nicht mehr sehen. Mein Vater bot sich als Pfand im Gefängnis an, bis meine Mutter wieder zurück käme. SED-Genossen ohne Menschlichkeit. Erst nachdem meine Mutter infolge solch seelischer Belastung invalid erkrankte und dies schriftlich in der Hand hielt, durfte sie in den Westen fahren, solange und sooft sie wollte. Ich fühle keine Schuld Deutschlands gegenüber der Welt!

    Ursache für den Beginn der aktuellen Flüchtlingsbewegung war die Reduzierung der Versorgung von Flüchtlingslagern im Nahen Osten. Und wir hätten gar kein Problem mit „ungebetenen Gästen“ wären diese gar nicht hier!
    Würden wir sie in deren Heimatregion in den UN-Auffanglagern menschwürdig versorgen, für Schule und Ausbildung sorgen, für Handwerk und andere Aktivitäten die Weichen stellen, dann wäre ALLEN Menschen hier wie dort damit geholfen.
    Ich verstehe bis heute nicht, warum JEDER der illegal nach Deutschland kommt, „integriert“ werden soll. Wenn sie schon hier sind, dann sollten wir ihre Rückkehr nicht durch „Integration“ erschweren.

    Gleichnis: Ich öffne meine Haustür für Menschen in Not. Vor meiner Tür stehen 10 vermeintlich hilfesuchender Menschen. Ich weiß, dass 2 von ihnen Böses in meinem Haus beabsichtigen, weiß aber nicht wer von den 10. Lasse ich jetzt alle 10 hinein? Oder finde ich eine pragmatische Lösung, damit in meinem Haus kein Unheil geschieht?

    Man sollte alle 200.000 ohne Aufenthaltstatus SOFORT und konsequent zurück befördern. Unklare Fälle kommen in ein vernünftiges, menschenwürdiges Lager auf einer europäischen Insel bis zur Klärung.
    Alle Neuankömmlinge werden SOFORT in ein menschenfreundliches Lager z.B. in Nordafrika oder eine andere europäische Insel befördert, wo deren Anliegen geklärt wird. Echte Asylanten werden ohne Integration so lange wie nötig versorgt, ausgebildet usw.
    Ein längst überfälliges Einwanderungsgesetz wie in Australien oder Kanada regelt die Einwanderung und Integration für Menschen, die wir brauchen und die hier etwas aufbauen wollen. Auch Asylanten steht im weiteren Verlauf dieser Weg offen.
    Man muss dieses Verfahren konsequent durchführen und der Welt mitteilen: „Leute, gebt Euer Hab und Gut und Lebensweise nicht auf, begebt Euch nicht in Gefahr! Wir helfen Euch nach o. g. Prinzip!“

    Aber aus ungeregelter, unkontrollierter Migration aus muslimischen Ländern eine Integration „schaffen“ zu wollen, das ist Illusion und Unsinn! Nur ein ganz geringer Teil der hier lebenden muslimischen Türken wollte und konnte sich in Deutschland wirklich integrieren.

    Ich verstehe nicht, WARUM sich Deutschland so verhält wie seit einem Jahr. Und warum werden Kritiken darüber zensiert, unterdrückt und bekämpft? Ich verstehe nicht den Sinn. Es scheint so, als ob die Eltiten in unserem Land den Verstand verloren haben.

    • F.Giroud Antworten

      Zitat von Ihnen: “ Es scheint so, als ob die Eliten in unserem Land den Verstand verloren haben“
      Sie haben ihn ( den Verstand ) nicht verloren; sie hatten nie einen solchen!!!

    • Mate e. Antworten

      Lieber Herr Lechner,
      Es heißt nicht Asylant, diese Wort ist zutiefst menschenverachtend. Es heißt, je nachdem AsylwerberInnen, Asylsuchende, bzw. Asylberechtigte. Diese 3 Begriffe drücken jeweils etwas anderes aus. Mit Asylant werfen sie alle in einen Topf.

      • labrador12 Antworten

        Lieber Mate e.

        meine Mutter hat mich gelehrt, mit der Polizei höflich umzugehen. Da Sie Sprachpolizist zu sein scheinen, werde ich höflich zu Ihnen sein. Mir scheint, für Sie sind Worte wichtig, Fakten aber bedeutungslos. Daher krallen Sie sich an Worte, ohne zu Fakten Stellung zu nehmen. Sie und Ihresgleichen sind der Grund, weshalb viele Akif Pirinçci zulaufen.

    • Wolfgang Reith Antworten

      Die Frage, WARUM sich Deutschland so verhält, läßt sich vielleicht mit dem Zitat eines Psychologen beantworten, der kürzlich schrieb: „Die Deutschen leiden an Bequemlichkeitsverblödung!“

  6. Walter Lerche Antworten

    Ich las gerade aus dem „Stern“ Seite 46 vom 28.07.2016 das Besorgnis erregende Interview mit dem palästinsischen Journalisten Abel Bari Atwan, der in London die News-Platform „Rai-al-Youm“ führt. – Demnach rekrutiert und organisiert der IS seine Kämpfer, Brigaden und Armee in den westlichen Ländern über das Internet: „Das digitale Kalifat“
    Er beschreibt als Ziel des IS, den Westen auf die Knie zu zwingen und ein Kalifat zu errichten. Die verstörende Logik dabei: „…Je mehr Angst der IS sät, desto mehr wackelt der Zusammenhalt der westlichen Gesellschaften. Jeder Anschlag, jedes Anzeichen von Panik treiben dem IS neue Rekruten zu, die sich danach sehnen, die nächsten Helden im Namen des Islam zu werden.“ Er führt weiter aus: Ein physisches Staatsgebiet hätte für den IS kaum noch Priorität, sei eher zur Bürde geworden. Der IS taucht ab in den virtuellen Untergrund und wäre nach militärischer Niederlage noch lange nicht besiegt.

    Für mich klingt das alles sehr bedrohlich und macht mir Angst. Umso weniger verständlich ist mir die Flüchtlings- und Türkeipolitik unserer Regierung und der naive Umgang mit dem Islam in Deutschland von Staat und Kirche.

  7. Uwe Monheimius Antworten

    Genau und alles richtig Herr Kelle.
    Obwohl Sie nicht vor den Russen fluechten mussten om Januar ’45
    wie ich.

    Meine Mutter erreichte noch eben den letzten Zug in Danzig, um mit meinen 3 Bruedern, der Jungste 4 Wochen ! Alt in den Westen zu fluechten.
    Mit zerlumpten Kleidern u. kaputten Koffern etc.
    Als wir in der …Freiheit in Remscheid ankamen, hatten wir auch sofort eine kl. Mandardwohnung, die Adenauer d. Gesetz „beschlagnamte“.
    Und eir erlebten das …christliche, das katholische…mit den Gruessen:
    Was wollt ihr Polakken hier…?
    So war es damals.

    Und die heutigen …Fluechtlinge
    Sind alle gut genaehrt, mit Handy..
    Und nicht zerlumpt!!
    Ind hier sagt keiner …raus ihr ..Polakken..

    Helfen ja. Aber nicht bis in alle Ewigkeiten. Denkt an unsere Kinder u. Enkel. Und richtig auch Herr Kelle:
    Wollen wir ….das?? (alles)?

    Merkel sagt europaeisch loesen?
    Ich seh da kein Europa von ..Merkel.
    Ich bin da eher bei CSU u. Schweden u. Oesterreich etc.

    Alles ueber die Flucht in meinem Buch „Pedale aus Ostpreussen“

  8. Alexander Droste Antworten

    So viele Gedanken ohne Konsequenz.

    „Wenn man sieht, was aus den heeren Worten in der Realität geworden ist, möchte man weinen.“ Das war meine Pfingsterleuchtung 2015. Rotz und Wasser über meine Mitschuld am Elend, das die Christenheit bis heute nicht besiegen konnte. Rotz und Wasser über die Mitschuld an allen Gräueln, die unter dem Mäntelchen des Christus begangen wurden. Und heute?

    „Aber ich bin wütend, dass uns niemand gefragt hat, ob wir den Preis dafür, dass „wir“ es schaffen, auch zahlen wollen.“
    Ihnen geht es gut?
    Damals hatte man uns nicht mal gefragt, ob wir es zahlen KÖNNEN. Je mehr die Menschen besitzen, desto weniger sind sie bereit zu teilen. Das ist schon ein Naturgesetz, das in empirischen Versuchen mit Tieren und Menschen belegt wurde.

    „Und wenn ich diese jungen Männer am Bahnhof mit ihren Smartphones herumlungern sehe, dann frage ich mich, warum die eigentlich nicht wie damals unsere Großmütter anfassen, um die Zukunft aufzubauen. Nicht unbedingt unsere – aber wenigstens ihre eigene.“
    Gewiss könnten sie, aber selbst wenn sie wollten, sie dürfen nicht. Wenn sie dürfen, dann tun sie es, nur eben anders als Großmütter (damals als jüngere Frauen). Ob das immer in unserem Sinne ist, steht auf einem anderen Blatt.

    Nun sind wir an dem Punkt, wo Menschen mit Geduld und Zuversicht, Hilfsbereitschaft und Toleranz als „Gutmenschen“ verspottet werden. Ich meine jetzt nicht diejenigen, die mit Teddybären werfen und hurra! schreien und am liebsten die Deutschen abschaffen und gegen irgend wen anders eintauschen wollen. Ich meine diejenigen, die sich tatsächlich selbstlos einbringen, ohne Erwartung auf Gegenleistung. Sie werden verspottet, bedroht und von manchen verprügelt. Sie sind die Helden.

    Ich sag’s mal mit Goethe:

    Edel sei der Mensch,
    hilfreich und gut,
    denn das allein
    unterscheidet ihn
    von allen Wesen,
    die wir kennen.

    und

    Nur allein der Mensch
    Vermag das Unmögliche:
    Er unterscheidet,
    Wählet und richtet;
    Er kann dem Augenblick
    Dauer verleihen.

    Er allein darf
    Den Guten lohnen,
    Den Bösen strafen,
    Heilen und retten,
    Alles Irrende, Schweifende
    Nützlich verbinden.

    Der edle Mensch
    Sei hilfreich und gut!
    Unermüdet schaff er
    Das Nützliche, Rechte,
    Sei uns ein Vorbild
    Jener geahneten Wesen!

  9. Andreas Schneider Antworten

    Eine wesentliche Frage ist, ob es die „Flüchtlinge“ auch in solcher Zahl nach Deutschland gezogen hätte, wären in ihre Heimat nicht hirnlose Gerüchte um das Schlaraffenland verbreitet worden, in dem ohne eigenes Zutun gebratene Tauben und den Mund fliegen und ein eigenes Reihenhaus auf Jeden wartet, der erst einmal die Grenze der Bundesrepublik überschritten hat.

    Ich habe mehrfach meine heimatlichen Erfahrungen geschildert, seinerzeit mit Flüchtlingen aus den Konflikten des auseinanderbrechenden Jugoslawien. In dem Maße, wie die Sozialleistungen und permanente Bemutterung zunahmen, stellten wir eine Abnahme der Personenkreises fest, die noch den Eindruck hinterließen, überhaupt einer akuten Bedrohung für Leib und Leben entronnen zu sein. Wobei die Anzahl enorm anschwoll, nachdem aus „Antidiskriminierungsgründen“ die bis dato gewohnten und unbeanstandeten Einkaufsscheine abgeschafft und durch Bargeldleistungen ersetzt wurden. Es bedurfte seinerzeit keiner Smartphones, um diese Kunde in die Heimat zu befördern.

    Den steten Vergleich mit den deutschen Flüchtlingen der unmittelbaren Nachkriegszeit halte ich für unangebracht – und dennoch bezeichnend: so kaputt das Land war, so schlecht seine Versorgung, so „traumatisiert“ die Bevölkerung: es waren letztlich Landsleute, und das Problem wurde im Land gelöst. Oder hat sich seinerzeit irgendein Land auf dem Erdenrund berufen gefühlt, der „humanitären Katastrophe“ in Deutschland willen seine Grenzen zu öffnen, um dem millionenfachen Elend auf eigenem Boden abzuhelfen? (West-)Deutschland hat Hilfe von seinen ehemaligen Gegnern erhalten, jawohl – aber es war Hilfe zur Selbsthilfe, und nicht zuletzt auch im Hinblick auf die sich anbahnende neue strategische Lage.

    Wo ist da eine Grundlage für einen Vergleich der Flüchtlingsströme damals und heute? Es ist nur das persönliche Elend des Einzelnen immer und immer wieder dasselbe, nicht aber die zugrunde liegende Situation.

    • AR Göhring Antworten

      Eben – Legion ist ja das Video von dem ewnttäuschten Flüchtlingshelfer, dem die Arbeitsunwilligkeit und Maßlosigkeit seiner Schützlinge auf die Nerven gingen. https://www.youtube.com/watch?v=0uMC0tOa68Y

      Tatsache ist, daß Merkel, die Medien, kriminelle Schlepper und ominöse Twitterer die Leute mit blumigen Versprechungen lockten.

      Warum sollten sonst massenhaft Menschen aus halbwegs stabilen Staaten ohne Krieg einwandern wollen?

      Es gehen ja sogar Hunderte wieder zurück in ihre „schlimme“ Heimat.

  10. AR Göhring Antworten

    Selbst Thomas de Maizière hat 2015 bereits gesagt, daß 1/3 der Syrer gar keine seien.
    Machen wir uns nichts vor – etwa 90% der Immigranten sind keine Flüchtlinge nach Grundgesetz oder Genfer Konvention.
    Das geben sie im Gespräch sogar selber zu. Man habe ihnen gesagt, daß man hier frei einwandern könne und Häuser bekommen.

    Die Lügner sind also gar nicht so sehr die Immigranten, sondern linke Medienleute, die um jeden Preis „Multikulturalität“ haben wollen.

    So lange sie selber nicht den Preis dafür zahlen.

  11. Dreadnoughts Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    sehr geehrter Herr Kelle.

    Auch unter diesem Beitrag möchte ich eine kleine Anmerkung setzen, wenn es genehm ist. Betreffend des Eingangsthemas ist zu sagen, dass die Zeit nach 1945 mit der heutigen Zeit nur darin vergleichbar ist, dass Menschen hierhin kommen. Motivation, Auslöser und sonstige Begleitumstände sind gänzlich anders als damals, obwohl in den Medien gerne eine Vergleichbarkeit hergestellt wird. Wobei ich es auch immer faszinierend finde, dass sich dort (!) „Experten“ zu Wort melden, die einerseits die Zeit nicht miterlebt haben und andererseits scheinbar ganz genau wissen, was passiert ist. Dieses „Fachwissen“ ist aber nur ein Aufzeigen von Daten und Anmerkungen, die allesamt eines vermissen lassen: Und zwar das, was die Menschen damals gefühlt und gedacht haben.
    Denn Geschichte – auch Weltgeschichte – ist in erster Linie immer eine Geschichte von Menschen, mit all ihren Erfolgen, Leistungen, Irrtümern, Fehlern und ihren ureigenen Zielen, ganz gleich wo sie in einer Maslowschen Pyramide verankert sind.

    Von daher kann ich solche Vergleiche nur so werten, wie die fast aktuelle Meldung „Experte studierte Programm einer bestimmten Partei und kam zum Ergebnis: „. Quelle Focus. Experte von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. (Selbsterklärend, da nicht objektiv.)

    Zum Schluss noch eine Anmerkung. Zitat meines Vorredners:
    „Selbst Thomas de Maizière hat 2015 bereits gesagt, daß 1/3 der Syrer gar keine seien.“
    Dazu folgende Fragen: Wieviele libanesiche Laisez-Passer-Passbesitzer sind in Wirklichkeit keine Libanesen? Wieviele Personen haben – erst seit 2015 – der zuständigen Behörde zwecks Erlangung eines Aufenthaltstitels einen syrischen Pass vorgelegt, befinden sich aber als Geduldete seit Jahrzehnten im Bundesgebiet?

    D.

  12. Reinhold Wechsel Antworten

    Sehr geehrter Herr Kelle,
    zunächst einmal wünsche ich Ihnen einen entspannten Urlaub und bestaunen oder bewundern Sie den Sinneswandel der gerade in der Alpenrepublik stattfindet. Die Realität bei uns im Land wird Sie bald wieder einholen.

    Dennoch muss ich Ihre Urlaubsruhe stören, weil mich Ihre nachfolgende Behauptung doch etwas irritiert zurück lässt:

    „Und, auch wenn es pathetisch klingt (ist ja d erzeit noch erlaubt): sie bauten dieses Land wieder auf und schufen ein wohlhabendes, friedliches und letztlich weltoffenes Gemeinwesen, um das uns viele Menschen auf der Welt beneiden. Es heißt Deutschland.“

    Mir liegt dagegen die Aussage unserer hochdotierten und mit Intelligenz reichlich gesegneten Bundestagsvizepräsidentin C. Roth vor, die in einer Fernsehsendung die Nachkriegszeit auf ihre Weise interpretierte. Nach ihren Worten waren es die Türken höchstpersönlich, die Deutschland wieder aufgerichtet haben und den Wohlstand brachten. Was soll ich nun glauben? Ihre Vita mit abgebrochenem Theaterstudium und anschließender Managertätigkiet bei der Band „Ton, Steine, Erde“ ist doch Beleg genug, dass sie ein fundiertes Geschichtsbewusstsein hat.
    Muss die Geschichte nun von „Stern“ umgeschrieben werden?
    mit freundlichen Grüßen
    R.W.

    • Josef Antworten

      Die Band, die die heutige „Bundestagsvizepräsidentin“ Claudia Roth managte, hieß „Ton, Steine, Scherben“. https://www.youtube.com/watch?v=UwE8dlRnsio Als Jugendlicher habe ich das damals noch „cool“ gefunden, heute finde ich den Text einfach nur noch peinlich infantil und reichlich verkrampft. Leider ist diese Schwarzweiß-Sicht in Medien und Politik heute wieder weitverbreitet. http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-07/sahra-wagenknecht-die-linke-fluechtlinge Das klingt viel eher nach Einheitsparteisekretärin als nach einer Bundestagsvizepräsidentin, die einem demokratischen Parlament vorsitzt. Ich finde, Frau Roth hätte bei solchem dogmatischen Denken wohl eher eine Rücktrittsforderung „verdient“.

    • Tina Hansen Antworten

      Lieber Reinhold Wechsel,

      die mit Intelligenz reichtlich gesegnete Frau Roth strickt erfolgreich an dieser Legende. Vor einigen Monaten hatte ich im Internet einen Austausch mit einem jungen Türken, der fest davon überzeugt war, dass Deutschland / West in den 50er / 60er Jahren wirtschaftlich am Boden gelegen habe. DESHALB habe man die türkischen Gastarbeiter geholt, die dann unser Land wieder aufgebaut hätten. Er war VÖLLIG sicher. Ich bin sehr unprofessionell aus diesem Dialog ausgestiegen, indem ich erklärte, ich müsste mir von jemandem, der die türkische Flagge als FB-Profilbild habe, nicht die Geschichte meines Vaterlandes erklären lassen.

      • Uwe Monheimius Antworten

        Ich weiss nichts, von einer…Intelligenz seitens
        Claudia Roth

        Fakt ist, das sie die Tuerkei mehr liebt als ihr Deutschland.
        Warum:Studium?, Pensionen, Beihilfen.
        Ach ja: Roth zahlt wie alle Gruenen
        Abgeordneten (leider)
        keine eigenen Pensionsbeitraege.
        Schade so meine ich doch…

        Intelligenz ..sieht anders aus,
        lieber Vormirschreiber.
        Und Kelle hat auch ….hier
        recht.

    • Klaus Kelle Antworten

      Lieber Herr Wechsel, wir hatten gestern auf der Rückfahrt eine Autopanne – ADAC, THW, BMW, BRK – alles absolut topp! Es gibt auch in Deutschland noch Ecken, wo es funktioniert…

      „unserer hochdotierten und mit Intelligenz reichlich gesegneten Bundestagsvizepräsidentin C. Roth“

      Da ist sie hin, die unsere schöne Urlaubs-Erholung….

      Beste Grüße, Klaus Kelle

  13. Wolfgang Andreas Antworten

    Als unser Bundespräsident beim Anschwellen des Flüchtlingsstroms einen Hinweis auf die Flüchtlinge aus den Ostgebieten von sich gab, regte sich spontaner Widerstand in mir. (Dieser regt sich übrigens momentan ständig, wenn wieder einmal die „neue Seuche des Relativierens“ in der Berichtersstattung ausbricht.) Damals gab es keine Wirtschaftsflüchtlinge, die wohlgenährt, jung und kräftig, ausgerüstet mit feinsten medialen Geräten, 80% männlich, h ä u f i g unverschämt fordernd waren… ! Die Schlesier und Ostpreußen, die Sudetenländer, hatten alles, auch das verloren, was im Westen Deutschlands zum gehobenen Lebensstil gehörte; und, nicht zu vergessen: sie waren Opfer der Politik des gesamten Deutschlands!
    Das Wichtigste aber: Sie waren christlichen Glaubens, was eine Integration ungemein erleichterte. Wenn z.B. im Ruhrgebiet um 1900 ein Drittel der Bevölkerung polnisch war, dazu 100 Prozent katholisch, verlief die Integration mit den Westfalen und Rheinländern wunderbar problemlos. Ein neuer unkomplizierter Menschenschlag entstand zwischen Duisburg und Dortmund. Ebenso verlief die Aufnahme der protestantischen Hugenotten, die fleißig und strebsam ihre neue Heimat aufbauten. Wer weiß heute schon, daß Erlangen und Hofgeismar hugenottische Gründungen sind? Diese Flüchtlinge mit den jetzigen zu vergleichen ist einfach unredlich! Ich war selbst in Passau und Freilassing vor Ort! Mir kann der Mainstream nichts vormachen, der krampfhaft suchte, um Frauen mit Kleinkindern fotografieren zu können! – Zeitgleich wurde das Essener SPD- Ratsmitglied, der Richter Guido Reil, von seiner Partei gemobbt, weil er in der WAZ zu sagen wagte, daß arabische Asylbewerber nicht integrierbar wären.
    Die Spaltung unserer Gesellschaft hat eine Regierung zu verantworten, die den Grenzern zurief: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…!“, ohne Registrierung und Unterscheidung Menschen in unser Land ließ, und ihr Versagen noch mit den vornehmsten Tugenden der deutschen Seele zu kaschieren versuchte und weiter versucht, nämlich mit der Hilfsbereitschaft und der Barmherzigkeit. Was aus dem Trojanischen Pferd noch alles herauskrabbeln wird, weiß der Himmel! Nur, wie damals in Troja, war auch eine Frau schuld.

  14. Tina Hansen Antworten

    Es gibt so zahlreiche Unterschiede zwischen der damaligen und heutigen Situation, dass ich sie jetzt nicht noch einmal hier zusammenfassen möchte.
    EINEN Unterschied möchte ich allerdings noch mal herausstellen: Damals kamen Frauen und Kinder und Greise. Heute kommen junge, wehrfähige Männer, die zu Hause ihre Frauen. Mütter, Schwestern und Töchter den Bomben Assads und den Schlächtern des IS überlassen haben.
    In den Kurden-Gebieten gibt es inzwischen reine Frauen-Regimenter…

  15. G. Vavra Antworten

    Wie gegensätzlich gehandelt wird, dazu fällt mir noch ein wesentlicher Aspekt ein.
    Bei uns werden zuerst Frauen und Kinder gerettet und auch ein Kapitän (lassen wir mal den italienischen Kapitän außen vor) geht als letzter von Bord.
    Anders die Männer, die jetzt alleine zu uns kommen und ihre Frauen und Kinder im Elend zurück lassen. Hauptsache sie sind in Sicherheit? Letztes Jahr als sich diese dramatischen Situationen mit den Schlauchbooten und deren Insassen in Griechenland abspielten, habe ich nicht nur einmal gesehen, dass der Mann eine Schwimmweste trug, nicht jedoch Frau und Kind. Auch diese kleine angeschwemmte tote Kind trug keine Weste. So Allah will, soll der Vater gesagt haben. Nur, es oblag ihm, dem Vater, sein Kind zu retten, nicht jedoch egoistisch sein eigenes. Es obliegt auch dem Mann seine Frau und Kinder zuerst zu retten und er müsste eigentlich sein Bestes tun, um für Frieden in seinem Heimatland zu sorgen. Doch was passiert? Wehrdienstverweigerer zu sein ist ein anerkannter Asylgrund.

    Das sind solch gegensätzliche Kulturen, hier von einer angestrebten Integration zu träumen, halte ich für ein Märchen.

  16. Ex-CDU Antworten

    Es wird eine gelungene, sehr schnelle Integration geben !

    Bei einigen wenigen.

    Bei den allermeisten fürchte ich, wird es zu jahrzehntelanger „sozialer Hängematte“, damit verbundenen Parallelgesellschaften, in denen rivalisierende Großfamilien ganze Stadtteile beherrschen werden, kommen. Dazu wird es eine „Paralleljustiz“ geben, die Polizei wird nur noch in Mannschaftsstärke auftreten können.
    Und diejenigen, die heute schon gern beschreiben, wie die Israelis mit permanenter Terrorgefahr leben, bereiten uns geduldig vor auf das, was sehr kurzfristig auf uns zukommen wird.

    Die „Refugees-welcome“-Klatscher und Teddybärchenschwenket von den Bahnhöfen sind längst verschwunden und abgetaucht.
    Und wenn ein grüner OB schon fordert, gewaltbereite Flüchtlinge auch ( ! ) nach Syrien abzuschieben, muß schon viel passiert sein.

    Seehofer und andere Warner hatten mit allen Prophezeihungen recht.

    Wir werden uns noch wundern.
    Dies ist erst der Anfang.

    Ich hoffe sehr, ja ich bete, daß ich Unrecht bekomme …

  17. S v B Antworten

    Die verrückteste Interpretation der Massenimmigration völlig Kulturfremder (zudem mehrheitlich Männer) besteht doch in der – zumindest in der Vergangenheit – gebetsmühlenartig wiederholten Versicherung, dass diese geradezu einen Segen für die demographische und/oder wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes sei. Inzwischen wird dies zu Recht immer mehr in Abrede gestellt. Auch die Stimmen all diejenigen, welche uns diesen unverantwortlichen Humbug glauben machen wollten, bzw. wollen, sind in jüngster Zeit merklich leiser geworden. Gänzlich verstummt sind sie allerdings noch nicht.

    • Ex-CDU Antworten

      Es kommen doch immer weniger Asylbewerber hier an – wie uns von offiziellster Stelle ( Kanzleramt ) versichert wird, als Folge der „äußert erfolgreichen ( alternativlosen ? ) Bemühungen unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel in Bezug auf ihre Verhandlungen mit der Türkei“.

      Es fragt sich der geneigte, gutgläubige Wähler nur, warum bei ihm um die Ecke nun auch eine feste „Einrichtung zur Aufnahme von ca. 400 männlichen, alleinreisenden, traumatisierten Flüchtlingen“ aus allen möglichen ( nordafrikanischen ) Ländern gebaut wird …

      Aber auch dafür werden die Herren Juncker, Brok und vor allem der Kanzleramtslautsprecher sicher eine überzeugende, einlullende Erklärung parat haben.

    • Tina Hansen Antworten

      Das, was uns in der Vergangenheit erzählt wurde, war doch – Entschuldigung – bewusste und geplante Volksvera..ung. Ich glaube nicht, dass irgendjemand der Verantwortlichen wirklich geglaubt hat, dass überwiegend Facharbeiter und Zahnärzte zu uns kämen. Ich glaube auch nicht, dass irgendjemand ernsthaft geglaubt hat, dass sich massenhaft westliche, gut ausgebildete junge Frauen auf die Flüchtlinge stürzen, um mit ihnen funktionierende Familien zu gründen. Man hielt und hält auch immer noch an verträumten Multi-Kulit-Visionen fest und verweigert die Realität.

  18. NetVisIon Antworten

    Grundsätzlich sollte denen ja geholfen werden das steht auserfrage. Meiner Meinung nach erst mal Familien,Frauen mit Kindern und minderjährige die alein unterweg sind. Wäre absolut inortnung gewesen.
    Leider hatt es unsere Regierung gewagt Dublin auserkraft Gesetz das darf sie nicht. Und wen wir weiter jetzt was Fakt ist ob Dublin jetzt auserkraft Gesetz wurde was schon schlimm genug ist kommt hinzu das diese Menschen Massen mal ebend duch 6-7 sichere Staaten gelaufen sind wo sie niemand mehr verfolgt hatt uns als Flüchtlinge verkauft werden was ja nicht sein kann und auch nocn Asyl bekommen sprich Unterkunft essen Taschengeld etc. Wo sie wen wir uns an Gesetze halten weil sie ebend nicht mehr verfolgt und damit nicht auf der Flucht sind kein Rechtsanspruch auf Asyl haben weil es sich um Einwanderer handelt juristische betrachtet die sich mit dem illegalen übertreten unsere Grenze sich so gar strafbar machen.
    Weil Merkel nicht mal anständige Kontrollen zu lässt tut mir leid da ist ein Punkt erreicht wo für mich unsere Demokratie was sie uns ja ständig verkaufen wollen zu ende ist. Dazu wird alles zensiert was nicht mit der Meinung der Regierung über einstimmt sondern auf diesen Rechtsbruch aufmerksam macht. Dem folg das sie anstatt dankbar zu ein auch noch vordrungen gestellt werden.

    Mal abgesehen von den ganzen Vorkommnissen.

    Zu mal wen unser ossis anfangen lügenpresse zu rufen und demonstrieren da kann jeder sicher sein das hier was nicht mit rechten Dingen vorgeht.

    Ich hoffe das wen euere Kinder oder Enkel mal fragen warum ihr nichts dagegen getan habt.
    Ihnen die Antwort gehbt ich habt e nicht gewußt richtig was auf die fresse bekommt von denen.

  19. Mate e. Antworten

    Ich bin äußerst bestürzt über diese Diskussion. Die geäußerten Argumente sind großteils sehr kurzsichtig.
    Tatsache ist, dass sich der globale Süden auf Dauer nicht mehr mit den Krümmeln und Brosamen des Nordens abspeisen lassen wird. Dieser will den gerechten Anteil am Wohlstand, und das zu Recht.
    Also, entweder wir schaffen es global, dass auch die südlichen Länder eine ausreichende Lebensgrundlage, Sicherheit und Demokratie haben, oder die Menschen werden kommen. Ob uns das nun gefällt oder nicht. Provokant könnte ich formulieren „derzeit kommen Sie noch ohne Waffen „

    • Ex-CDU Antworten

      In der Tat sind manche Argumente sehr kurzsichtig.

      Sie meinen also, weil jemand im Nobelviertel Ihrer Stadt eine 10-Zimmer-Villa besitzt und Sie in einem 38-m2-Appartement wohnen, sei es Ihr gutes Recht – zunächst noch friedlich – zu versuchen, ebenfalls in seinem Haus zu wohnen ?
      Und wenn er nicht so will, wie Sie es vorhaben, dann halt mit Waffengewalt ?

      „Ich bin äußerst bestürzt über diese Diskussion“.

      Ich auch …

    • S v B Antworten

      Sie liegen vermutlich richtig mit der Prognose, dass wir irgendwann in der Zukunft mit sehr viel mehr Migranten werden rechnen müssen, die sich Europa dann vermutlich nicht mehr ganz so friedlich nähern werden wie sie dies gegenwärtig noch tun. Was dann allerdings passieren wird oder würde, liegt zur Zeit noch im Bereich der Spekulation.

      Dass der, wie Sie ihn nennen, globale Süden per se ein Recht darauf hätte, an unserem Wohlstand zu partizipieren, kann ich so nicht unterschreiben. Ist es sehr indiskret, wenn ich mir erlaube, Sie zu fragen, wie oft, vielmehr wie lange Sie sich in Ihrem Leben in Drittweltländern aufgehalten haben und wie intensiv Sie sich mit der vor Ort gelebten Realität beschäftigt haben? Falls auch Sie über langjährige Erfahrungen aus irgendwelchen Drittweltländern verfügen (Urlaubsaufenthalte, selbst längere, ausgeschlossen), können wir uns gerne über die Ursachen, welche das ökonomische „Nord-Süd-Gefälle“ bedingen, unterhalten.

      Bei Ihrer Forderung, andernorts Sicherheit und demokratische Regierungsformen nach unserem Ideal zu implementieren, ist ein Wunsch der Vater des Gedankens.

    • labrador12 Antworten

      Zuerst möchte ich Ihre Punkte wiederholen:
      – mit dem globalen Süden meinen Sie wohl im wesentlichen Süd/Mittelamerika sowie Afrika/Orient (obwohl da wesentliche Teile nördlich des Äquators liegen)
      – Sie deuten mit der Forderung des „gerechten Anteils“ an, dass eine/die wesentliche Ursache der dort vorhandenen Armut in einem Fehlverhalten des „Norden“/uns liegt
      – sie stellen fest, dass es die Aufgabe des „Nordens“/von uns wäre, in diesen Ländern für Lebensgrundlage für Sicherheit und für Demokratie zu sorgen.

      Im ersten Teil möchte ich Blitzlichter auf einige Ursachen von Armut werfen, im zweiten Teil über unsere Möglichkeiten Veränderung zu bewirken nachdenken.

      • labrador12 Antworten

        einige Ursachen von Armut:
        – Kriege: ein Krieg zerstört ziemlich viel. Das sollten Europäer eigentlich aus der Geschichte wissen. Wer das nicht glauben will, kann gerne Teile Kroatiens und Bosniens besuchen. da gibt es Regionen, wo die Schäden immer noch sichtbar sind. Selbiges gilt natürlich auch für Afrika!

        – Bevölkerungswachstum: Die Bevölkerung Afrikas etwa hat sich zwischen 1950 und 2015 verfünffacht, das Durchschnittsalter der Afrikaner beträgt gegenwärtig 18 Jahre, 40 Prozent der Bevölkerung sind sogar unter 14 Jahre alt. Da muss von den relativ wenigen Älteren eine Menge an Gütern produziert werden, damit Afrika im Durchschnitt nicht weiter verarmt, da 40% der unter 14-Jährigen kaum zur Produktion beitragen. Man könnte also sagen: Hätte sich die Bevölkerung Afrikas in diesem Zeitraum bloß verdoppelt, wäre der einzelne Afrikaner heute im Durchschnitt doppelt so reich.

        – Bildung: PISA 2012, von je von 1000 Schülern
        Schanghai: 38 in Mathematik ungenügend, 554 gut oder sehr gut
        Deutschland: 177 in Mathematik ungenügend, 175 gut oder sehr gut
        USA: 258 in Mathematik ungenügend, 88 gut oder sehr gut
        Brasilien: 671 in Mathematik ungenügend, 8 gut oder sehr gut
        Was denken Sie sind die Auswirkungen dieser Zahlen in einer modernen Gesellschaft?

      • labrador12 Antworten

        Möglichkeiten der Veränderung:

        was kann Deutschland, was kann Europa bei oben Angeführtem ändern?
        – Kriege und kranke Diktatoren gibt es in Afrika zuhauf, werden Sie „entfernt“, kommt oft nichts besseres nach
        – Die Bevölkerungsentwicklung entzieht sich dem Zugriff der Europäer und der internationalen Organisationen. Man landet da schnell bei ethisch fragwürdigen Handlungen.
        – Ein erfolgreiches Bildungssystem kann man vor Ort mit relativ wenig Geld aufbauen, solange die Löhne allgemein gering sind. Man (die jeweilige Regierung) muss es nur wollen, Druck von Außen schadet eher als er hilft.

        Das 1950 noch sehr arme Südkorea hat nicht nur die Zerstörungen des Koreakriegs überwunden, es hat aus eigenem Antrieb im Bildungsbereich hervorragendes geleistet.

        Wie wollen Sie (als Europäer noch dazu) für Lebensgrundlage, für Sicherheit und für Demokratie vor Ort sorgen?

        Gibt es nicht in der Geschichte genügend Beispiele, dass das meist gründlich in die Hose geht?
        – Geht es etwa den Libyern heute besser, nachdem Europa einen kranken Diktator entfernt hat?
        – Ist Libyen auf einem erfolgreichen Weg zur Demokratie?
        – Wie haben sich die Lebensumstände für die normale Bevölkerung dadurch verändert, zum Besseren oder zum Schlechteren?
        – Leben Libyer heute sicherer oder weniger sicher als zu Gaddafis Zeiten?

        Sie können oben anstelle von Libyen, Gaddafi und Europa gerne auch Irak, Syrien, etc. einsetzen.

        Wie erfolgreich sind denn die diversen „Entwicklungshilfen“ der EU für strukturschwache europäische Regionen. Blüht etwa Süditalien neuerdings? Und damit meine ich nicht die Blüte der Zitrusfrüchte!

        Ich könnte Radio Eriwan bemühen, ich könnte mich über Ihre Naivität alterieren, aber das bringt mir bloß kurzfristige Entlastung und Ihnen gar nichts.
        Daher will ich Ihren guten Willen anerkennen, aber Sie daran erinnern, dass viele schlechte Dinge mit viel gutem Willen vollbracht wurden. (von Bischof Fulton Sheen ausgeborgt und abgewandelt)

      • S v B Antworten

        Nett, dass Sie sich so viel Mühe gemacht haben, Mate e. die Welt ein bisschen detaillierter zu erklären. Ich war dazu, schlicht und einfach, zu bequem; wie ich schamhaft gestehe.

        Vielleicht sollte Herr/Frau Mate e. zur Einführung in die Problematik der vermeintlichen Ungerechtigkeit in der Welt auch nur mal einen Blick in die ersten Kapitel von Thilo Sarrazins neuestem Buch, Wunschdenken, werfen.

        • Ex-CDU Antworten

          Huch, Frau S v B,

          Sie empfehlen hier ein Buch des in allgemeine Ungnade gefallenen Genossen Sarrazin ???
          Ist das denn erlaubt ?
          Ist das denn nicht „bäh“ und „un-chic“ ?

          Wer sich gestern das Politbarometer des ZDF angesehen hat, wundert sich schon über die eine oder andere genannte Zahl.

          Nachdem alle Mahner und Warner monatelang notorisch in die braune Schmuddelecke gestellt wurden, und wir glauben sollten, die übergroße Mehrheit denkt „Wir schaffen das“ und vertraut „unserer ( alternativlosen ) Bundeskanzlerin Angela Merkel“, kann selbst das Politbarometer nicht mehr anders, als die Zahlen „etwas zu korrigieren“.

          Danach glaubten im Mai d.J. angeblich 54 %, daß das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei hält.
          JETZT – NACH dem „Putschversuch“ ( wenn es denn einer war ) und den „notwendigen Säuberungen“ des Sultans glauben es 59 ( !!! ) %.

          Ah ja.

          ( Ich persönlich „glaube“ Kleber & Co noch das Datum – nachdem ich es auf dem Kalender nachgesehen habe.)

          Also bitte nicht Sarrazins Buch empfehlen – der könnte ja recht behalten – und das als „gedisster Genosse“ …

  20. A. Z. Antworten

    Kritisch möchte ich anmerken, dass 1. Zum Glück unser Land nicht in Schutt und Asche liegt, ergo nichts aufzubauen ist und 2. Unsere Jungen auf der Straße virtuelle Tiere fangen. Von all den Leuten, die sich ab Mitte 50 in der sozialen Hängematte „Frühpension“ befinden ganz zu schweigen. Wenn ich den Fernseher einschalte bekomme ich übrigens den Eindruck, halb Deutschland lebt von Hartz 4. Wenn schon schimpfen, dann bitte alle über einen Kamm scheren!

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