Kanzlerdämmerung: Fünf Szenarien, was jetzt passiert – und nur eine kann funktionieren
Nur Amateure konnten vom Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wirklich überrascht sein. Zu verfestigt waren die Umfragen pro AfD und Ulrich Siegmund in den vergangenen Monaten, als dass da ernsthaft noch ein Wahlsieg der CDU hätte rausspringen können. Wenngleich einige das hofften, hatte sich die Union doch fünf Jahre vorher ein vorgebliches Kopf-an-Kopf-Rennen mit der AfD geliefert, um dann am Sonntagabend festzustellen, dass die CDU 17 Prozent (!) vor der AfD liegt.
Aber Wunder wiederholen sich nicht einfach, schon gar nicht in einer geistlichen Wüste
Die Aufregung war allerorten immer noch groß, obwohl seit dem Wahltag nichts wirklich Entscheidendes passiert ist. Die CDU hat erklärt, sie werde in die Opposition gehen – alles andere wäre auch lächerlich.
SPD, Linke und Grüne haben Siegmund eine Absage auch für Gespräche erteilt. Bleibt das BSW, die Wagenknecht-Partei, die seit der vergeigten Bundestagswahl Anfang 2025 latent über dem Abgrund schwebt. Erst kurz vor der Wahl hatte es die Thüringer Filiale zerrissen, die fortan weiterregiert, aber ohne den Weltsozialismus, sondern pragmatisch.
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Ulrich Siegmund hat realistisch aber nur die Chance, Ministerpräsident zu werden, wenn Wagenknechts Kleinpartei mitspielt, die es immerhin wieder in den sachsen-anhaltischen Landtag geschafft hat.
Aber die sind gar nicht so pflegeleicht, wie alle erwartet hatten. Sie wollen keine Koalition, sie wollen nicht einmal Siegmund wählen – wie sollen denn da stabile Verhältnisse entstehen?
Apropos Siegmund: Der nette Junge von nebenan hat jetzt zum ersten Mal einen größeren Bock geschossen, als er auf die Frage eines Journalisten nach der geplanten Ansiedlung eines israelischen Rüstungskonzerns antwortete:
„Wir verteufeln nicht pauschal die Produktion von Rüstungsgütern, weil wir bei der späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen.“
Vielleicht wird ein Teil seiner Wählerschaft in Sachsen-Anhalt das für normal halten, aber das ist es ganz und gar nicht. Vielleicht ist es ein Hinweis, dass hinter der freundlichen Fassade vielleicht doch politische Abgründe schlummern.
Am Wochenende fanden Kommunalwahlen in Niedersachsen statt
Auch da gab es ein inzwischen gewohntes Bild: CDU und SPD verlieren, die AfD legt massiv zu und verdreifacht sich in den Stadträten und Kreistagen.
Was hier aber anders ist: Die CDU liegt weiter vorn, die SPD dahinter, beide haben zusammen immer noch über 50 Prozent der Wähler hinter sich. Das Ergebnis für die Union ist kein Grund zum Feiern, aber es ist stabil. Und so hofft man, dass es zumindest in Berlin am kommenden Sonntag bei der Abgeordnetenhauswahl nicht so dicke kommt.
Zufällig habe ich am Sonntag in der Heiligen Messe in Charlottenburg den CDU-Spitzenkandidaten Stefan Evers gesehen und erlebt, der nach dem Schlusssegen ein paar Worte sagen durfte und danach großen Applaus der rund 400 Kirchenbesucher – früher nannte man sie Gläubige – erntete. Ein guter Auftritt, ohne Wahlkampf-Plattitüden, verbindlich – hat mir gefallen. Sollte er gewählt werden, dann hat er auf jeden Fall Rote und Grüne als Klotz am Bein, also wenig Hoffnung auf solide wirtschaftsfreundliche und konservative Pfeiler im politischen Alltag.
In Mecklenburg-Vorpommern droht der Union das nächste Desaster
Spitzenkandidat Daniel Peters tut mir fast leid, er wirkt auf mich wie der arme Don Quijote aus dem weltberühmten Roman des spanischen Autors Miguel de Cervantes, ein echtes Stück Weltliteratur. Quijote hält darin riesige Windmühlen für böse Riesen und greift sie im Galopp an, woraufhin ihn die Flügel natürlich zu Boden schleudern.
Der Roman atmet den harten Kontrast zwischen Quijotes edler, aber völlig realitätsferner Fantasiewelt und der oft grausamen, nüchternen Realität. Und so kämpft Peters auf verlorenem Posten, denn gegen die Merz’schen Windmühlen in Berlin hat er keine Chance.
13,3 Prozent hatte die CDU vor fünf Jahren in MeckPomm, im Moment liegen sie bei den Demoskopen um die sieben Prozent. Sieben Prozent… nach der Wende 1990 fuhr man hier fast 40 Prozent ein. Wo die Wähler jetzt sind? Ich habe da eine Ahnung…
Umfragen bestätigen, dass nahezu drei Viertel der deutschen Wähler Friedrich Merz als Bundeskanzler abgelöst sehen wollen. Das hat sich der Sauerländer redlich verdient. Niemals in der Geschichte der Bundesrepublik stand ein Kanzler schlechter da. Und man kann sich dem Eindruck nicht verschließen, dass der Mann immer noch nicht begreift oder wahrhaben will, dass er selbst der entscheidende Faktor für all das ist. Wahlversprechen gebrochen, arrogantes Auftreten, Brandmauer – ich habe den Mann vergangenes Jahr gewählt, und ich bereue das mehr als jede andere Wahlentscheidung in meinem Leben.
In AfD-Kreisen, wo man darüber schwadroniert, die CDU vernichten zu wollen, ist die Vorfreude mit Händen zu greifen. In der CDU, die noch eine Menge Substanz bei den Wählern hat, zumindest den älteren, gibt es jede Menge Modelle und Hinterzimmer-Runden, wo man nachdenkt, wie es jetzt weitergehen soll.
Einig sind sich die meisten, dass Friedrich Merz nach dem kommenden Sonntag abgelöst werden muss
Sollte Evers knapp vorne liegen in Berlin, wird es wieder Zweifler geben, denn das Hauptproblem ist nicht einmal Merz allein, es ist die Alternativlosigkeit bezüglich seines möglichen Nachfolgers.
Hendrik Wüst? Daniel Günther? Das wäre die Fortsetzung des Grauens mit anderen Namen. Vorhin habe ich in den Radionachrichten gehört, dass Bundesministerin Karin Prien dafür plädiert, dass Bundeskanzler Merz im Amt bleibt. Prien ist eines der verbliebenen Fossilien aus der Merkel-Ära, die eine ganz andere CDU will und mitgeschaffen hat. Als Merz vor Jahren ins Rennen um Parteivorsitz und Kanzleramt einstieg, gehörte Prien – zusammen mit ihrem MP Günther – zu den Aktivposten der innerparteilichen Kampagne, Merz zu verhindern.
Und diese Frau stellt sich jetzt hin und preist ihren Chef? Politik ist ein schmutziges Geschäft, sagt man. Vor allem aber ist es ein groteskes Theaterspiel…
Was jetzt passieren könnte – die Berliner Szenarien
- Nach den Wahlen am Wochenende tritt Friedrich Merz Montagmorgen vor die Kameras und kündigt seinen Rücktritt als CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler an. Nachfolger wird Hendrik Wüst, das Elend nimmt kein Ende, der Letzte macht das Licht aus.
- Gleiches Szenario: Merz tritt zurück – der beste Minister dieser Bundesregierung – Alexander Dobrindt (CSU), soll überraschend Kanzler werden. Die SPD stimmt zu. Dobrindt erklärt am Dienstag das Ende der Brandmauer zur AfD, die SPD kündigt am Mittwoch die Koalition mit der Union.
- Friedrich Merz verkündet am Montag, es sei zwar alles schwierig, aber nun habe er verstanden. Er werde für den Herbst der großen Reformen sorgen und mehr Empathie zeigen. Dann macht er weiter wie bisher und die CDU-Politiker lesen nach, wie es damals in Italien mit der DC verlaufen ist.
- Ministerpräsident Boris Rhein wird Bundeskanzler, die SPD stimmt zu. Er hält an der Brandmauer fest, bemüht sich nach Kräften, die CDU verliert weiter Wahl um Wahl. Die AfD wird immer stärker.
- Friedrich Merz erklärt am Montagmorgen das Ende der Koalition mit der SPD, schmeißt Bärbel Bas und Lars Klingbeil raus und führt als Bundeskanzler eine Minderheitsregierung an. Emissäre aus dem Konrad-Adenauer-Haus setzen Sonnenbrillen auf und treffen sich nachts in einer Gartenlaube in Reinickendorf bei Kerzenlicht mit Emissären der zivilisierten AfD und verhandeln, wie Deutschland wieder auf Mitte-Rechts und damit in eine gute Zukunft geführt werden kann…
Ich fände den letzten Punkt gut…



Ich finde da verdrehen Sie was, Merz hat doch schwadroniert das er die AfD halbieren will, angesichts des Schwachsinns den Merz produziert hat, kann man von der AfD nun wirklich nicht verlangen das Sie still in der Ecke sitzt.
Ihre letzte Idee wie man alles retten könnte ist die Beste, wird aber Angesichts des Waschlappens Merz nicht funktionieren. Auf der Welt Homepage hat ein Kommentator das heute gut beschrieben, „Merz hat zu oft rechts geblinkt und ist dann links abgebogen“
Momentan blinkt Merz überhaupt nicht mehr. Der fährt nur noch und biegt unvermittelt irgendwohin ab. Dann kommt er schon mal in Finnland aus.
Friedrich hatte auch eine plausible Erklärung was die Halbierung der AfD angeht. Ich glaube im ZDF stotterte er sich zu der Erklärung, dass er das zu einer Zeit gesagt hätte wo es noch möglich gewesen wäre. Das wäre dann also die Zeit wo er kein Kanzler war. Dumm gelaufen.
Merz wird Bas und Klingbeil nicht rausschmeissen. Dazu bräuchte er Standvermögen, Nervenstärke, ein stabiles Umfeld, Verhandlungsgeschick… hat er aber alles nicht.
Stabiles Umfeld….der war gut. @GJ
„Vielleicht ist es ein Hinweis, dass hinter der freundlichen Fassade vielleicht doch politische Abgründe schlummern.“
Oh ja, politische Abgründe:
Es werden ja schon Maßnahmen getroffen. Die AfD in SA (darf man das so abkürzen?) ist ja gesichert rechtsextrem, da werden schon mal vorsorglich, bevor die blauen Sturmtruppen den Landtag besetzen, den Sportschützen und Hobbyjägern in der Alternativen die Waffenscheine entzogen. Thorsten Frei wedelt schon mal vorausschauend mit dem Bundeszwang. Und H. Wüst will mal wieder Nazis verbieten. Es ist ein lustig realitätsferner Haufen….die Union in Deutschland. Bitte mehr Popcorn.
😉
Die einzige „Escape Route“ von Friedrich Merz und der Union:
Persönliche Erklärung von Friedrich Merz, in der er das reuige Bekenntnis ausspricht, die Entwicklung völlig falsch eingeschätzt zu haben. Offizielle, d.h. vor dem Deutschen Bundestag ausgesprochene Entschuldigung gegenüber der AfD für die Verächtlichmachungen und Verhinderungen von Ämtern, die der stärksten Opposition eigentlich zustehen würden – eine Entschuldigung für ein Verhalten, das einer Demokratie höchst unwürdig ist. Er entschuldigt sich im Namen der gesamten Union. Ab sofort würde er ein Zugehen auf die AfD anstrengen mit den Ziel Arbeitsgruppen einzurichten, in denen gemeinsame Vorstellungen von Politik austariert werden.
Die Rede nutzt er auch als Anklage an seinen Koalitionspartner SPD, die offenbar auch nach 16 Monaten Regierungsarbeit nicht begriffen hat, dass sie als deutlich kleinerer Partner in der Koalition meint genauso sozialdemokratische Politik diktieren zu könnenals sei sie der große Wahlsieger gewesen. Diese Dreistigkeit würde er nicht mehr akzeptieten. Das hätten die letzten Wochen bzgl. Rentenreform einmal mehr eindrücklichst gezeigt. Eine weitere Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der SPD erscheint ihm nach all den Erfahrungen für nicht mehr sinnvoll.
Er würde mit einer Minderheitsregierung die Regierungsgeschäfte versuchen durch die individuelle Suche nach Mehrheiten im Parlament für die zu beschließenden Vorhaben fortzusetzen. Dazu werde er auch Mehrheiten mit der AfD suchen.
Über seine persönliche Zukunft bzw. Rolle in dieser Minderheitsrdgierung soll ein außerordentlicher Parteitag entscheiden.
Nur so dürfte Friedrich Merz verlorenen Boden wieder gutmachen können. Ein öffentliches Schuldbekenntnis und die ehrliche Entschuldigung eines „eitlen Pfaus“ wird Eindruck machen bei den Wählern, großen Eindruck, auch bei jenen, die er so gescholten hat. Er soll sich dazu den besten Redenschreiber suchen, den es gibt.
Herr Merz muss sich zu diesem Schritt überwinden, dann wird man sich einst genau an diese Größr zeigende Geste auch erinnern und nicht an sein dilettantisches und das die Union veraten habende „Rechtsblinken und Linksabbiegen“. Diese Chance hat er jetzt noch, aber das ist seine letzte. Ich wünschte er würde diese Zeilen lesen und beherzigen. Vielleicht geschehen ja Wunder. Die Vorstellung von Wüst oder Günther als Nachfolger wäre noch unerträglicher und würde noch mehr Unionswähler zur AfD treiben.
Die hier gar nicht ins Spiel gebrachte Lösung Söder, wäre ganz sicher auch Gedanken wert. Bei seiner Eitelkeit könnte man ihn packen. Wenn Merz selbst reumütig ihn bitten würde, „Markus, vielleicht kannst Du das wirklich besser“ hätte das auch einen gewissen Charme und würde eher Merz selbst sein Gesicht gewahrt bleiben lassen.
Man darf auch einmal träumen.
„Man darf auch einmal träumen.“
@Sarnersee
„Ich weiche keinen Zentimeter zurück“
Friedrich Merz in Finnland beim EU Arktis Gipfel.
So schnell platzen momentan Träume. Die Realität holt uns immer wieder ein.
Für mich ist das wahrscheinlichste Szenario
Nr. 3 (Herbst der Reformen, mehr Empathie, Democrazia Cristiana), gefolgt von
Nr. 1 (Kanzler Wüst, der Letzte macht das Licht aus), gefolgt von
Nr. 4 (Boris Rhein, Brandmauer allez allez), gefolgt von
Nr. 5 (Minderheitsregierung, Sonnenbrillen bei Kerzenlicht), gefolgt von
Nr. 2 (Kanzler Dobrindt).
Nr. 2 wird nicht passieren, da Dobrindt in der CSU ist. Das werden sich weder die CDU noch Söder (weil übergangen) gefallen lassen. Außerdem werden machtgeile Politiker niemandem Macht geben, den irgendwer für „den besten“ halten könnte. Damit schwächte man sich ja selbst.
Ich habe gerade eben den treffenden Kommentar „Der verhasste Kanzler“ in der Welt von Thomas Schmid gelesen. Er spricht mir aus der Seele!
„In der langen Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik hat sich ein gewaltiger Berg von Gütern, Sicherheiten, Erwartungen, Besitzständen aufgehäuft. Die Richtung der Entwicklung hieß: immer mehr. Auch das hat die Gesellschaft beschädigt, träge gemacht, Erneuerung erschwert oder verhindert. Am Ende war es den Brücken, den Klassenzimmern und der Verwaltung anzusehen.
…
Denn will man wirklich etwas verändern, ist das kein Heilsversprechen. Sondern die Aufforderung, eine mühsame, beschwerliche und auch verlustreiche Reise anzutreten. Das schmeckt sehr vielen nicht. Sie hätten nichts gegen das Ziel, doch der holprige Weg gefällt ihnen nicht. Das ist im Kern das Dilemma der Reformversuche von Friedrich Merz.
…
Die Mehrheit der Wähler will keine Reformen. Rechnet man die Wahlergebnisse (in Sachsen-Anhalt) von AfD, Linkspartei und BSW zusammen, dann haben 57,7 Prozent der Wähler ihre Überzeugung bekundet, dass sie selbst die zarten bisherigen Reformversuche ablehnen.
…
Der Wähler hat auf den Tisch gehauen, um von Zumutungen verschont zu werden. Er ist am Stillstand ebenso schuld wie die sich selbst blockierende Bundesregierung. Ist das illegitime Wählerbeschimpfung? Wohl kaum. Der Wähler kann wählen, was und wen er will. Er steht damit aber nicht unter Naturschutz.“
Es folgt ein kurze Auslassung über Donald Trumps 5000 Dollar Dividende, sollten die Republikaner bei den Midterms im November gewinnen.
„Diese Art des Wählerkaufs und der unverblümten Bestechung steht in diametralem Widerspruch zu der Politik von Friedrich Merz, der zu Recht auf jegliche Heilsversprechen verzichtet. Und er tut es auch dann, wenn es ihm schadet. Das könnte man an ihm eigentlich schätzen. Jedenfalls: Die Jagd auf ihn, zu der gerade geblasen wird, ist letztlich autodestruktiv, von einer dunklen Kraft getrieben. Wer immer Merz ersetzen könnte, er wird den Dilemmata nicht entkommen können, in denen sich der Bundeskanzler bewegt.“
Ich habe gestern Mittag etwas in ähnlichem Tenor in dem anderen Thread gepostet. Nicht, dass ich die Weisheit mit Löffeln gegessen habe, aber ich wünsche mir ein paar weitere Kommentare in führenden Medien, die nicht in den ausgelutschten Tenor „Merz kann es nicht“ einstimmen. Fehlt nur noch „Merz muss weg!“. Das kennen wir ja bereits.
Treffender wäre: Der Wähler kann es nicht. Oder will es nicht. Oder beides. „Der Wähler muss weg“ werden wir nicht hören. Wie auch?
Noch kann die AfD davon profitieren. Noch trägt ihre „Erzählung“, alle Schuld im Außen festzumachen: an den Flüchtlingen, der EU, den etablierten Parteien. Spätestens, wenn Ulrich Siegmund in die Magdeburger Staatskanzlei eingezogen ist und die AfD Sachsen-Anhalt regiert, gehört sie zu den Etablierten. Und auch dem schlichtesten blauen Gemüt wird irgendwann dämmern, dass bei den dicksten Reformbrocken Rente und Pflege nicht Migranten oder die EU als Sündenböcke taugen sondern nur einer: wir Wähler!
@Harald,
mit Verlaub, aber das kann man für treue Unionswähler so nicht stehen lassen.
Zitat:
„Treffender wäre: Der Wähler kann es nicht. Oder will es nicht. Oder beides. „Der Wähler muss weg“ werden wir nicht hören. Wie auch?“ …
Noch nicht einmal zwischen den Zeilen heisst das: Der Wähler verdient es infolge intellektueller Minderbegabung nicht Wähler zu sein. Offensichtlich sehnen Sie sich sogar danach.
Und weiter:
„Und auch dem schlichtesten blauen Gemüt wird irgendwann dämmern, dass bei den dicksten Reformbrocken Rente und Pflege nicht Migranten oder die EU als Sündenböcke taugen sondern nur einer: wir Wähler!“
Das ist genau die Grün-Akademiker-Arroganz, die Handwerker, Landwirte, Mittelständler, „nichtstudierte“ Leistungsträger und „nichtvergrünte“ Akademiker, die treu ihr Kreuz bei der Union gemacht haben, weil sie die soziale Marktwirtschaft verstanden haben, zur AfD treibt. Erst sich seit Jahrzehnten der rot-grünen, sozialistischen Bildungs- und (Anti)Familien-Ideologie beugen, mithelfen, die(!) Markenzeichen der Union auszulöschen, keinerlei öffentlichkeitswirksame Initiativen für die Bekämpfung der medialen hochgradigen Kontaminierung der Wohn- und Kinderzimmer sowie mobilen digitalen „Entertainfone“ etablieren, aber sich dann über die Dummheit der „Wähler“ echauffieren. Ganz mein Humor.
Es sind solche Äußerungen und Urteile, die die Union niederringen. Die wahren Feinde sitzen wie so oft, in den eigenen Reihen. Klaus Kelle erwähnt nicht ohne Grund das Schicksal der DC in Italien.
In einem anderen Beitrag thematisierte ich die mangelnden Menschenkenntnisse. Das war vielleicht unerhört. Aber in der Sache verfestigt sich genau dieser Eindruck nach diesem ebenfalls unerhörten, verächtlichen Kommentar, der gar nicht geht.
Merz stolpert über seine Eitelkeit. Er entschied sich für Anbiederung an die rot-grünen Leitmedien statt seine Versprechungen an seine Wähler einzulösen, die sein „Links ist vorbei“ sehr ernst nahmen und es ihm während des Wahlkampfs auch abnahmen. Doch er fürchtete die Medienschelte am Ende mehr als eine mögliche Abstrafung durch den Wähler. Diese kapitale Fehleinschätzung war sein Kardinalfehler und dafür sollte er sich öffentlich im Bundestag entschuldigen, wenn es mit ihm weitergehen soll – auch um noch größeren Schaden von seiner Partei abzuwenden. Denn genau diese Entscheidung pro Rot-Grün, wie seine Vorgängerin, werfen ihm seine ehemaligen Wähler vor. Sie brachte ihm lrtztlich den Nickname „Pinocchio“ ein.
Aber gemäß Ihrer Lesart irrt der Wähler „schlichten Gemüts“.
Mit solchen Überzeugungen ist die weitere Marginalisierung zumindest der CDU gewiss. Denn sie treiben weiter Spaltkeile in das ureigene Gefüge der Union, was sie nicht überleben wird.
Ich bin mir mittlerweile sicher: Merz ist nach dem nächsten Sonntag weg. CDU und SPD einigen sich auf einen CDU-Politiker, den sie zum Kanzler wählen.
Derzeit kann ich mir aber nicht vorstellen, wie die Brandmauer im Bund verschwinden soll.
Alleine schon in Sachsen-Anhalt. Vielleicht verschwindet die Brandmauer hier als erstes? Wie reagieren SPD und Grüne: Die CDU regiert nirgends alleine. Kracht es dann in allen Landesregierungen? Wie reagieren die Mainstream-Medien? Wie reagieren die Antifa-Kämpfer?
Die CDU könnte die Brandmauer nur beseitigen, wenn sie vorher Gespräche mit SPD und Grünen führt und denen sagt „Wir koalieren nur pro Forma mit der AfD zusammen, um sie fertig zu machen. Danach kehren wir wieder zu Euch zurück.“. Und wenn die das akzeptieren.
Ich kann mir keine Ende der Brandmauer vorstellen.
@ Angelika
Ich wüsste auch nicht, wie die Union die Brandmauer hinter sich lassen könnte, ohne sich gänzlich von innen zu zerreißen.
Ein konsequenter Weg wäre, das über einen Dritten geschehen zu lassen, von höchster Stelle, und tatsächlich einen Verbotsantrag der AfD beim Bundesverfassungsgericht zu stellen. Dies aber anders zu positionieren: Falls die AfD nicht in Gänze als verfassungsfeindlich eingestuft und damit nicht verboten würde, das als „offiziellen“ Freibrief für punktuelle Zusammenarbeit nehmen.
Dass die Schnittmengen beider Parteien marginal sind, ist dann die nächste Frage. Bis auf Migration trennen beide Welten, vor allem bei den großen Reformvorhaben. Hier ist die AfD eindeutig links. Von EU, Russland/Ukraine und NATO mal ganz zu schweigen.
Und natürlich ist auch nicht ganz auszuschließen, dass die AfD tatsächlich verboten würde. Die jüngsten Äußerungen von Ulrich Siegmund lassen tief blicken und es war niemand anderes als das ehemalige rechtskonservative Urgestein der CDU, Roland Koch, nach dessen Ansicht eine „sehr gute Grundlage für einen Verbotsantrag“ vorliege und die AfD inhaltlich eindeutig verfassungswidrig sei. Koch hat mal einen Wahlkampf in Hessen mit einer Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft gewonnen.
Das Problem ist: Ein solches Verfahren wird dauern und die AfD würde die Zeit zur ihrem Vorteil ausnutzen. Man muss der AfD neidlos zugestehen, dass sie sich strategisch hier sehr geschickt verhalten hat. Mit jeder Wahl, bei der sie deutlich zulegte, wurde sie radikaler. Die Hoffnung, dass das selbst dem überzeugtesten AfD-Wähler irgendwann zu viel würde, erfüllte sich nicht. Im Gegenteil. Wer hätte sich je träumen lassen, dass ein mit 44% quasi gewählter Ministerpräsident einmal sagt, man bräuchte Rüstungsgüter für die Remigrations- und Abschiebeoffensive. In Sachsen-Anhalt leben gerade mal 4700 Ausreisepflichtige.
Und jetzt, wo Deutschland kurz vor der Regierungsunfähigkeit steht, ist es eigentlich schon zu spät.
Der Wähler will es scheinbar so.
Aus meiner Sicht ist es nicht so, dass Merz es nicht könnte. Ich glaube, er will es nicht und im Sinne derer, die ihn dahin gehievt haben, wo er jetzt ist, darf er es auch nicht.
Das bedeutet, er muss möglichst großen Schaden im Sinne der Zerstörung Deutschlands und Europas anrichten. Deshalb wird er sein schmutziges Werk so lange wie möglich weitertreiben.
Wenn es denn irgendwann nicht mehr anders geht, kommen mir Szenarien in den Sinn, die schlimmer sind als das, was oben beschrieben wurde.
Heute Nacht habe ich von einer Blutraute geträumt.
Ds würde die Zerstörungf noch einmal richtig befeuert.
Heute Nacht habe ich von einer Blutraute geträumt.
Was soll das denn sein?
Laut Eilmeldung Focus erwägt Merz am Sonntag indirekt Vertrauensfrage im CDU-Präsidium zu stellen, verbunden mit der Forderungen nach konsequentem Reformkurs, höheren Steuerentlastungen sowie Absenkung der Energiepreise.
Der nächste Kanzler wird ein Peißenberger !