In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 130 Kinder getötet – die meisten von Verwandten. 80 Prozent der Opfer waren jünger als sechs Jahre. Es gab auch noch weitere 52 Tötungsversuche.

Die Zahl der fahrlässigen Kindstötungen stieg bundesweit um 51 Prozent, in Sachsen und Rheinland-Pfalz sogar um 300, in Hessen um 500 Prozent. Körperlich misshandelt wurden knapp 4.000, sexuelle Gewalt erlebten 13.929 Kinder. Das sind wohlgemerkt nur die Fälle, die bekannt geworden sind. Außerdem wurden 6.560 Fälle von Kinderpornografie festgestellt und von der Justiz verfolgt.

Quelle: Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes (BKA)

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Dieser Artikel wurde 10 mal kommentiert

  1. Andreas Schneider Antworten

    Ob dies zum Thema passt, sei dahingestellt:

    vor einer knappen Stunde wartete ich auf den Bus. Neben mir saß eine Dame um die 30, vor ist stand ein Kinderwagen mit einem schreienden Kleinkind, 3 weitere, leidliochn gepflegt wirkende Kinder (ich schätzte diese auf 3-6 Jahre) scharwenzelten im Bereich der Haltestelle herum und spielten mit Werbeballons von McDonald’s.

    Die Dame war dermaßen in das Display ihres Smartphones vertieft, dass sie der Umgebung weitgehend entrückt erschien. Hin und wieder – und kaum, dass sie dazu den Blick erhoben hätte – erhielt ein Kind einen Zuruf „Bleib hier!“ o. ä.

    Bildet nicht solche Nichtbeachtung des eigenen Nachwuchses eine Vorstufe zum Missbrauch, zur Gewaltanwendung oder Schlimmeren ab?

    Zudem: es gab Zeiten, in denen Kinder als Reichtum angesehen wurden. Heute, da man Nachwuchs als potenzielles „Armutsrisiko“ bewertet, warte ich vergebens darauf, Opa zu werden. Meine Söhne legen mir recht deutlich dar, dass ihre – wenn auch geregelten – Lebenstumstände es erforderlich machen würden, die Kinder einer Fremdbetreuung anvertrauen zu müssen, sollte die Partnerin sich nicht selbst der Erziehung und Pflege annehmen wollen. Dies scheitert jedoch an den finanziellen Gegebenheiten.

    Auffällig daher (was sich auch in meinem beruflichen Umfeld mit unschöner Regelmäßigkeit abbildet), dass gerade kinderreiche Eltern/Alleinerziehende häufig aus prekären Verhältnissen zu entstammen scheinen.

    Es ist Einiges los in unserem Lande, Herr Kelle, und ganz gewiss steht Vieles davon nicht zum Besten. Und eines berührt mich am unangenehmsten: um nichts in der Welt wollte ich auf meine Jungs verzichten oder verzichtet haben – aber ich frage mich angesichts disverser Entwicklungen sehr wohl, ob ich ihnen einen Gefallen getan habe, sie in diese Welt zu setzen.

  2. Alexander Droste Antworten

    Es gibt auch Fälle, da Kinder, die aus dem Fenster fallen, unten aufgefangen werden. Mein Augenmerk liegt mehr auf solchen Menschen.

  3. Tina Hansen Antworten

    Auch mein Beitrag passt nicht hundertprozentig, aber irgendwie vielleicht doch. Ich schrieb ihn „für mich selber“ schon im Februar 2014:

    Vorhin an der Bushaltestelle. Zwei Mamis. Die eine mit Baby im Wagen, das ist der Louis, ne, sie hat noch vier weitere Kinder, die sind aber alle im Heim oder bei dem Vadder von dem Louis, die beiden Kleenen, ne, da hat er jetzt das Sorgerecht, obwohl er se ja begrabbscht hat, ne. Die is mit Männern sowas von fäddisch, ne, die braucht keenen Mann mehr, never. Die andere meint, naja, man hat schon Bedürfnisse so als Frau. Obwohl der Pascal, was ihr Stecher ist, der spinnt total, hat ihr gestern abend das Handy weggenommen und erst nach Stunden wiedergegeben, aber ohne Akku. Sach ma, spinnst du, hat sie zu ihm gesacht, da is ja der Akku nich drin, sind wa hier im Strafcamp? Aber immer noch besser als der Alte, nä, der hat se kaputt geprügelt, nachts um halb zwölf durch die ganze Wohnung geprügelt, und ihre Tochter is dem dann in den Nacken gesprungen und hat den gebissen.
    Möchten Se ne saure Gurke? fragt sie freundlich und hält mir das Tütchen mit den Süßigkeiten hin.
    Nein, danke, sage ich, auch freundlich.
    Wirklich nich?
    Nee, meine Zähne…
    Jaja, sagt sie, und die Pfunde, das Problem kenn ich ja auch, aber seit ich die Antidepressiva abgesetzt habe, hab ich zehn Kilo abgenommen in sechs Wochen.
    Toll, sage ich.
    27 Minuten hat es gedauert, bis der Bus kam. Immer mit dabei: die elfjährige Tochter von Pascal, was der Stecher von der einen ist. Sie wirkte unbeeindruckt.

  4. Franz Platz Antworten

    Die ganze Misere kommt auch wesentlich daher, dass unsere Medien, zuvörderst das Fernsehen, viel dafür tun, die Gewalt zum Alltag zu machen.

  5. Walter Lerche Antworten

    Dazu passen die Statistik über Zahlen von Alleinerziehende, Scheidungen, Trennungen. Auffallend die überdurchschnittlich große Zahl in Berlin!
    Dort scheinen die Menschen inzwischen am wenigsten beziehungsfähig zu sein.
    Wer sich mal mit der Gender-Ideologie beschäftigt hat, der weiß, dass genau diese Entwicklung von ihr gewollt ist. Dort gelten intakte Familien als Widerstand gegen die Gender-Welt. Deutschland hat das unterschrieben und propagiert das an Schulen und Kindereinrichtungen. Wen diese Entwicklung stört, dem empfehle ich, sich mal 30 Minuten die Zeit zu nehmen und tiefer in diese widernatürliche Gener-Ideolgie „einzusteigen“, nicht nur scheibchenweise, sondern mal richtig tief!

  6. Walter Lerche Antworten

    Wenn Kinder wie „Partner“ statt wie Kinder eben nicht „erzogen“ werden, wenn sie keinen „Respekt“ vermittelt bekommen, wenn sie ohne Respekt keine Empathie für andere entwickeln können, wenn diese dann selber Kinder haben – Wie soll da etwas besseres herauskommen?
    Die Abwendung von Tugenden und bewehrten Werten, warum auch immer man diese nicht mehr will, zerstört eine Gesellschaft über Familien, Arbeitsumfeld von innen heraus. Falls es irgend jemand gibt, dem das nutzt, dann hätten wir die Täter.
    Andernfalls wäre es einfach nur dumm und sinnlos, wohin wir uns bewegen.

  7. Siegfried Simperl Antworten

    Verroht unsere Gesellschaft?
    Nie war eine Gesellschaft so gut informiert über die Abgründe der menschlichen Existenz wie die unsrige. Wir kennen Mörder beim Namen, die wir nie gesehen haben, und vergessen sie wieder, aber in unserer Erinnerung schieben sich ihre Verbrechen zusammen zu einer Kette von Schauerlichkeiten. Jede Woche hat ihre erschreckenden Höhepunkte. Wir wollen das nicht. Aber wenn der Zivilisationspessimist Duerr recht hat, „wachsen wir in eine Zeit hinein, in der das, was wir wollen, immer unwichtiger werden wird, weil wir zunehmend von übergeordneten Strukturen bestimmt werden“.

    Die Evolution hat den Menschen mit einer großen Begabung zur Aggression, aber auch einer gewissen Begabung zum Altruismus ausgestattet. Was daraus wird, ist die eigentliche Frage in einer Kultur. Hat die Zivilisation im Fortschrittsrausch ihren tiefsten oder höchsten Sinn vergessen? „Unsere moderne Gesellschaft würde Angehörige traditioneller Gesellschaften als barbarisch empfinden“, sagt Duerr: „Für die Wilden wären wir Wilde.“

  8. Felix Becker Antworten

    In solche Statistiken geht ja vieles rein und noch mehr nicht rein (?). Ich hörte da von einem Fall an einer weiterführenden Schule, wo ein 15jähriger Sex mit einer 12jährigen treibt. Da Sex unter 14 strafbar ist, wird das Jungendamt eingeschaltet. und natürlich die Eltern. Es sind wohl „sehr fortschrittliche“ Eltern, die den Lehrern ins Gesicht sagen, dass sie ja nicht dabei sein könnten, wenn im Gartenhäuschen ………… wird. Darauf der 15jährige: Wir waren doch auch in der Wohnung! Und wenn ich besoffen bin …………. ich jede! Über das, was in der Klasse über die 12jährige gesagt wird, will ich lieber nicht schreiben. Das ist natürlich ein krasser Einzelfall, aber einer der dazu beiträgt „Dämme zu brechen“. Und das scheint mir unser Problem zu sein. Früher konnten „solche beispielgebende Elemente“ zack zack von der Schule verwiesen werden – das ist heute leider nur sehr, sehr schwer möglich!

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