Zu krank für Arbeit aber fit genug für den Wahlkampf: eine SPD-Politikerin in Berlin-Mitte
Wenn es einen politischen Skandal gibt, der diesen Namen verdient, dann spielt sich dieser gerade in Berlin ab. Dort kandidiert die SPD-Politikerin Uta Francisco Dos Santos im September als Bezirksbürgermeisterin. Doch jetzt fanden die Springer-Blätter BILD und B.Z. heraus, dass die Frau einen führenden Job in der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen hat.
Dort ist sie sogar in einer Leitungsposition und betreut ‚Gremienangelegenheiten‘.
Bis zu 7.641 Euro erhält sie dafür im Monat. Damit kommt man klar.
Dumm nur, dass jetzt herauskam, dass sich Frau Dos Santos seit Mitte 2024 krankgemeldet hat und seitdem nicht mehr im Rathaus gesehen wurde.
Die Bezirksbürgermeisterin in Berlin-Mitte wäre dann Chefin von etwa 2.500 Mitarbeitern. Aber sie ist jetzt „krank“ und führt gleichzeitig Wahlkampf um den Spitzenposten im Bezirk?
„Ich finde das schräg“, sagt Ex-Justizsenator Michael Braun (70, CDU) im Interview mit der BILD. Und weiter: „Die Dame hat den öffentlichen Dienst falsch verstanden.“
Und was sagt die SPD-Frau selbst?
„Ich bin in einer juristischen Auseinandersetzung mit meinem Arbeitgeber“, so die Angestellte zu BILD und fährt fort: „Das betrifft zwar nicht den Arbeitgeber direkt – das wird von einigen Personen, die da jetzt in Verantwortung sind, betrieben. Ich bin da in letzter Zeit vielen Dingen ausgesetzt gewesen.“
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Alles schön und gut, aber was hat das damit zu tun, dass sie seit zwei Jahren krankgeschrieben ist und gleichzeitig aber Wahlkampf für ein hohes politisches Amt machen kann?
Uta Francisco Dos Santos wird dem linken Parteiflügel der Berliner SPD zugerechnet. In einem Video zum ‚Equal Pay Day‘ sagt sie, sie fordere gute Rahmenbedingungen für Frauen, „damit wir möglichst Vollzeit arbeiten können und unser Geld selbst verdienen und für uns sorgen.“



Ungewöhnlich, schon 23.20 Uhr und noch kein einziger Kommentar zum Thema. Vermutlich, weil die verstörende Chuzpe einer Möchte-gern-Bürgermeisterin den Kommentatoren die… Sprache…. verschlagen….. hat……Wen sollte es wundern? 🙂
Um mal etwas Sarkasmus zu bemühen: Wer Wahlkampf für die SPD im gegenwärtigen Zustand macht kann nicht so ganz gesund sein.
Werte S v B:
Welche Worte soll man für solche Vertreter einer Partei noch finden? Mir fallen dazu inzwischen nur noch Badmantel-pflichtige zu ein…
Wetten, daß diese Dame gewählt wird ??
Dit is Bärlin, wa ?!
( Könnte vielleicht jemand The Donald erklären, daß er statt Grönland bitte Berlin „übernehmen“ sollte ? )
SPD, Berlin
mehr muss man dazu nicht sagen.
Mal kurz aus dem Nähkästchen:
90er Jahre, ein ca. 45 Jahre alter Beamter/CDU-Mitglied versuchte über einen Zeitraum von knapp drei Jahren mit „Krankheiten von A-Z“ seine Frühpensionierung zu erreichen.
Es hat nicht geklappt, aber was glauben Sie denn, welche finanziellen Einschränkungen dessen Versuch begleitet haben?
KEINE !!!
Herr Koester, das Alimentationsprinzip ist ein Sargnagel für jede Gesellschaft.
Das haben die Spatzen schon von den Dächern gepfiffen, als die Herren Alex Möller und später Karl Schiller (beide SPD) demissionierten!
Nur, wer hatte denn ab 1982/83 die Richtlinienkompetenz über einen Zeitraum von 16 Jahren und einen Koalitionspartner von „erlesener Wirtschaftskompetenz“, der drei Minister mit der Endsilbe „mann“ + einen mit -rodt“ stellte?
Herr Koester, ein deutsches Sprichwort lautet:
„Zeig mir deine Freunde und ich sag dir, wer du bist.“
Meine Version:
Zeig mir deine Konten und ich sag dir, wem du dienst.
@Günther M.
So ganz verstehe ich nicht, warum Sie diese Informationen an mich adressieren, aber zustimmen kann ich in jedem Fall. Und ein Sprichwort habe ich auch:
Nicht Politik verdirbt den Charakter, sie setzt einen verdorbenen voraus.
Alternativ: die Politik verdirbt nicht den Charakter, sie bringt ihn zum Vorschein.
Für die Vertreter „unserer Demokratie“ ist es selbstverständlich, sich vom Steuerzahler ohne irgendeine Gegenleistung fürstlich alimentieren zu lassen. Das verwundert inzwischen ebenso wenig, wie die Dreistigkeit mit der das passiert.
Würden wir Berlin überdachen, dann hätte Deutschland ohne Zweifel das größte Irrenhaus der Welt.
Mich bestätigt das immer mehr in meiner Meinung, dass Politiker Menschen ohne jede Moral, zumindest aber mit fragwürdigem moralischen Anspruch sind!
Da sind mir windige Gebrauchtwagenhändler inzwischen fast lieber!
Guten Morgen, @Nobby!
„Mich bestätigt das immer mehr in meiner Meinung, dass Politiker Menschen ohne jede Moral, zumindest aber mit fragwürdigem moralischen Anspruch sind!“
Tut mir leid, aber da muss ich deutlich widersprechen. Ich habe in meinem Leben vermutlich mehrere hundert Politiker mehr oder weniger gut kennengelernt. Und Ihre persönliche Abwertung ist definitiv nicht gerechtfertigt.
Das gilt übrigens für nahezu alle Parteien, wo ich Leute kennengelernt habe, die überaus fleißig und mit großem Engagement ihren Job für die Wähler erledigt haben.
Und das gilt auf allen Ebenen, besonders sichtbar natürlich auf der kommunalen Ebene, wo Ratsmitglieder oder Kreistagsabgeordnete sich um jedes kleine, lebensnahe Problem kümmern. Aber das gilt auch für Landtags-, Bundestags- und Europaabgeordnete.
Wo immer viele Leute am Werk sind, gibt es ein paar Ausfälle. Das werden Sie auch schon erlebt haben. Aber eine Pauschalwertung wie „alle doof und faul“ ist platt. Ein SPD-Abgeordneter, der Kinderpornos auf dem Laptop hat, ein AfD-Abgeordneter, der seiner ganzen Familie auskömmliche Jobs verschafft, einer von der CDU, der sich von Aserbaidschan schmieren lässt – das sagt über die Kaste Politiker insgesamt nichts aus. Wer sein Mandat ernstnimmt – und das sind über 80%, würd ich schätzen, der hat einen Knochenjob, auch wenn es ständig Häppchen dazu gibt…
Schönes Wochenende!
Klaus Kelle
Lieber Herr Kelle,
mir war klar, dass Sie das schreiben würden :-).
Da möchte ich auch keinesfalls mit Ihnen streiten, denn auch wenn ich berufsbedingt immer mal wieder mit Politikern zu tun habe, kann ich da keinesfalls auf einen Erfahrungsschatz wie den Ihren zurückgreifen.
Ich habe auch nichts von „dumm und faul“ geschrieben (auch wenn sich bei mir bei so manchen Abgeordneten der Grünen dieser Eindruck immer wieder aufdrängt… denken Sie nur an Frau Fester und ihre legendären Auftritte).
Im Gegenteil… ich glaube, die meisten dieser Zunft sind zumindest was ihre Belange angeht ausgesprochen clever. Dennoch drängt sich mir – aus meiner entfernten Perspektive – immer mehr der Eindruck auf, dass die Damen und Herren so sehr mit ihren Sandkastenspielen beschäftigt sind, dass ihr Amtseid (da ist doch die Rede von „Wohl des deutschen Volkes“, „Nutzen mehren“ und „Schaden abwenden“ ) immer weiter in den Hintergrund rückt und letztlich, so deute ich das, die eigenen Interessen immer vorgehen. Etwas als falsch zu erkennen und dennoch das Gegenteil zu tun, weil es einem einen persönlichen Vorteil bringt ist zwar menschlich (das muss man auch Politikern zuerkennen), hat aber mit Moral wenig zu tun.
Nur ein paar Beispiele:
Der Kanzler der zweiten Wahl hat noch vor der Wahl versprochen, mit ihm gibt es wieder solide Haushaltspolitik. Jetzt haben wir eine noch gewaltiger Verschuldung als zuvor. Mit einer Lüge (denn so nennt man das doch, wenn man wissentlich und geplant das Gegenteil von dem tut, was man vorher öffentlich versprochen hat, oder?) hat er sich seine Wahl erkauft! Ist das moralisch? Herr Merz lässt in seinen „Schnellschüssen“ sehr wohl erkennen, dass er weiß, wo Probleme liegen (die „Straßenbild“ Debatte)… er tut aber wider besseren Wissens um der persönlichen Macht willen das Gegenteil dessen, was er verspricht (da der sensible Lars ja sonst traurig ist)… moralisch?? Wenn ihm das einer sagt, dann wird er verklagt. Über 6000 Anzeigen wegen „Politikerbeleidigung“ gab es 2025. Offensichtlich eine besonders sensible und dünnhäutige Berufsgruppe (zumindest dann, wenn sich Bürger zur geleisteten Arbeit äußern).
Führt das dazu, zu überdenken, ob man da vielleicht das eigene Wohl über das des Volkes gestellt hat? Fehlanzeige! Da werden noch ein paar „Meldestellen“ ins Leben gerufen (Geld dafür ist ja mehr als genug da?!?)… so wie in NRW, wo Sunnyboy Hendrik Wüst lange Zeit eine Ministerin deckt, deren Versäumnisse
zur Tötung von Menschen geführte hat. Die Dame war natürlich nicht erreichbar (wozu auch)… ebenso wenig wie Frau Spiegel, der die Ahrtalkatastrophe wohl völlig gleichgültig war… Herr Laschet lacht sich tot darüber, Herr Wegener spielt lieber Tennis als sich um eine absolute Ausnahmesituation zu kümmern… Uschi vdL (nie gewählt) schließt krumme Deals ab… und flugs verschwinden die Beweismittel… Herr Spahn ist immer noch bemüht seine Geschäftchen unter der Decke zu halten, die Berliner Grünen zerstören in einer krummen Schmutzkampagne die Existenz eines der ihren… die Sache fliegt auf und was passiert… nix, denn soviel ist ja klar: Männer sind Schweine ( – immer! -seit wir das wissen, lebt es sich trotzdem ganz gut damit 😉 ).
Das alles wirft in meinen Augen (und die Liste ließe sich seitenweise fortführen – denken Sie nur an all die Dinge, die während der Pamdemie passiert sind… und die Bande verhindert kollektiv die Aufarbeitung) kein gutes Licht auf eine abgehobene Kaste mit – da bleibe ich bei meiner Meinung – eher unterdurchschnittlichem Unrechtsbewusstsein und eher kleinen moralischen Ansprüchen (zumindest an sich selber). Das zieht sich durch alle Parteien und erscheint mir eher ein grundsätzliches Merkmal dieses Berufs zu sein.
Allerdings – da muss ich dann doch einlenken – trifft das sicher nicht auf alle zu. Ich glaube aber, das System korrumpiert und wer da zu lange mitspielt, verliert die Bodenhaftung.
Ich glaube auch nicht mehr daran, dass sich dieses abgeschottete System selber wieder einreguliert (gleichgültig, welche Partei da am Ruder ist).
Da braucht es anderes: In Irland gehen die Menschen derzeit gegen die hohen Preise für Kraftstoff auf die Straße und zeigen ihrer Regierung, die -so wie unsere – dachte, sie kann die Menschen mit blöden Sprüchen abkanzeln, wer eigentlich des Souverän einer Demokratie ist… auch die Norweger werden langsam nervös und da wird es noch mehr geben. Politiker wachen erst dann auf, wenn für die Folgen ihres Handelns nicht mehr der Bürger die Zeche zahl, sondern wenn sie selber unmittelbar betroffen sind. Leider ist die Schmerzgrenze bei deutschen Michel unendlich hoch. Trotzdem steigt der Druck auf dem Kessel.
Aber nochmal… nicht jeder politisch tätige ist unmoralisch, aber das System ist krank und führt zu häufig zu Fehlentwicklungen.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag.
MfG
Nobby
Guten Tag, @Nobby
ich kann/mag Ihnen da überhaupt nicht widersprechen. Meine tiefe Enttäuschung über Friedrich Merz habe ich ja hier mehrfach deutlich zum Ausdruck gebracht. Und ich kenne viele Beispiele, die sich weit darunter abspielen, die „Beutegemeinschaft“ in der AfD mit den Familienversorgern, SPD-Bundestagsabgeordnete, die auf Auslandsreisen Besteck klauen im Hotel, CDU-Abgeordnete, die Kollegen vor Ausscheiden aus dem Bundestag noch Reisen nach Japan oder Südamerika zuschieben auf Kosten von uns allen.
Joana Cotar, einst AfD-Bundestagsabgeordnete und gute Freundin von mir, hat über das allgemeine Abgreifen gerade einen lesenswerten Bestseller geschrieben:“Inside Bundestag“.
Mit ging es nur darum, nicht in den Chor derjenigen einzustimmen, die Politiker per se als Abzocker und Faulpelze darstellen. Das ist nicht der Fall, auch wenn es das natürlich bei allen Parteien gibt. Dazu ist die Verlockung einfach zu groß.
Aber ein normaler Bundestagsabgeordneter kommt auf den Titel der BILD, wenn er seine Sekrtärin um den Schreibtisch jagt oder einen Geldkoffer von Russland entgegenimmt.
Die vielen, die montags nach Berlin fahren/fliegen, sich die ganze Woche hier oftmals 12 bis 14 Stunden am Tag in Sitzungen, im Plenum und beim Studium von Vorlagen um die Ohren schlagen, freitags nach Hause fliegen, abends noch Bürgersprechstunde, Samstag nach dem Frühstück zum Fußballturnier im Wahlkreis, Pokal überreichen, beim Grillfest im Ortsverband vorbeischauen, todmüde dann ins Bett fallen und Montagsmorgen um 6 aufstehen, um wieder nach Berlin zu fahren – das ist diee Masse unserer Abgeordneten. Die machen einfach nur ihre Arbeit und kümmern sich oft intensiv um all die Probleme von Menschen in ihrem Wahlkreis. Nur dass über all das keiner redet…
kk
Wie schon gestern u.a. bei „Nius“ zu lesen war, gibt die SPD-Möchtegern-Bürger*/-/:/_/•/Innenmeister*/-/:/_/•/In ihre Kandidatur auf.
Da lag ich mit meiner Prognose, diese Dame würde in Berlin ganz sicher gewählt, wohl daneben.
Gut, daß ich nicht gewettet habe …
Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
Uta Francisco Dos Santos:
„Ich bin nicht zurückgetreten“
(Quelle: JUNGE FREIHEIT vom 11.04.2026)
„Krankgeschriebene SPD-Politikerin Dos Santos gibt Kandidatur als Bezirksbürgermeisterin auf“
Quelle: Nius, 10.04.2026, 16:37
Der Rücktritt vom Rücktritt ?
Oder nur Orientierung am „heute hü, morgen gestern !“ ?
10.04.2026 – JF:
„Dauerkranke SPD-Bürgermeisterkandidatin zieht sich zurück“
11.04.2026 – JF:
„Dauerkranke SPD-Politikerin: Ich bin nicht zurückgetreten“
Vielleicht geht die seit 40 Jahren bestehende „JF“ die Dinge gründlicher an als ….?
Es ist mir letztendlich egal.
Berlin ist ein „failed state“ – ob nun unter CDU- oder SPD- oder ganz ohne jede Führung …