Analyse: Wo stehen Russland und der Westen nach sechs Wochen Krieg?

Versuchen wir, Russland und seinen Krieg in der Ukraine vom Ende her zu denken. Das soll ja angeblich das Geheimnis von Frau Merkel gewesen sein. Nach sechs Wochen gnadenlosen Bombardements, Raketenangriffen auf zivile Ziele, übelsten Menschenrechtsverletzungen in Butscha und anderen Orten, wo man gerade frische Massengräber entdeckt hat.

Die militärische Lage

Russland unterhält die wohl meist überschätzte Armee in der neueren Geschichte. Altes Gerät, katastrophale Logistik, verheizte Wehrpflichtige und noch immer keine Lufthoheit über der angeblich so schwache und unmotivierte Ukraine. Dafür immer brutaleres Vorgehen. Schauen Sie sich die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol an! Da sieht es schlimmer aus als einst in Aleppo. Und noch immer harren Zehntausende Menschen dort aus, weil es immer nur stundenweise halbwegs sichere Fluchtkorridore gibt. Ohne Wasser, ohne Nahrung, ohne Strom – für unsereins nicht vorstellbar, was in den Köpfen dieser bedauernswerten Menschen vorgehen muss, die da in ständiger Angst vor Raketen und Bomben in Kellern hocken.

In einem Interview mit dem US-General Ben Hodges habe ich vor ein paar Tagen gelesen, ein Problem der russischen Streitkräfte sei aus seiner Sicht, dass Russlands Streitkräfte seit langem keine echte Kriegserfahrung mehr gemacht hat. Syrien? Luftangriffe, gut. Aber richtig Krieg?

Das Zusammenspiel von Bodentruppen, Marine, Luftwaffe und Cyberangriffen funktioniere ganz augescheinlich schlecht. Und  viele russische Soldaten seien unmotiviert, hungrig und klauten, was nicht niet- und nagelfest ist in den besetzten Gebieten, um Möbel, Kühlschränke und Fernseher nach Russland zu schicken. Das Verhalten dieser Soldaten sagt dabei viel aus über den Zustand der russischen Armee insgesamt.

Aber klar, Russland hat eine top Luftwaffe, die bisher kaum eingesetzt wurde und eine gewaltige Wirkung entfalten könnte. Artillerie- und Raketenbeschuss von Schiffen der russischen Schwarzmeerflotte richten verheerende Schäden an. Und im Südosten der Ukraine hat Putin seine Ziele vermutlich nahezu erreicht – die absolute Kontrolle über Donbass und Luhansk und eine durchgehende Landverbindung von der völkerrechtswidrig besetzten Krim bis nach Russland. Nur Mariupol dürfte den Kreml-Kriegsherren noch ärgern, der hartnäckige Widerstand dort gegen die Invasoren. Mehr wird das nicht werden. Regime Chance? Kiew einnehmen, gar das ganze Staatsgebiet der Ukraine? Den Präsidenten ermorden? Vergessen Sie es!

Russische Einheiten – so analysieren westliche Geheimdienste – haben sich jetzt neu gruppiert und werden mit einem Großangriff versuchen, den Osten der Ukraine zu überrollen und endgültig komplett unter Kontrolle zu bringen. Und dann?

Die Reaktion des Westens

Ich muss zugeben, ich hätte nicht für möglich gehalten, dass der Westen, dass USA, EU und NATO mit allen Verbündeten global eine solche Allianz innerhalb von wenigen Tagen gegen Russland auf die Beine stellen könnten. Sanktionen, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat. Swift für Russland abgeschaltet, Embargos, Festsetzen von Luxusyachten der Oligarchen, Einreiseverbote nach Europa und Amerika, von 600 Milliarden russischen Rücklagen die Hälfte eingefroren. Und immer mehr Länder machen sich in Riesenschritten unabhängiger von Russland.

Das geht nicht von heute auf morgen, klar, aber Russland braucht ja auch die Einnahmen vom Gas- und Ölverkauf, um seinen selbstzerstörerischen Krieg führen zu können. Und die Produzenten dümmlicher Grinse-Smileys in den deutschen Netzwerken, wenn Habeck Gas in Katar kaufen will, aber gar nicht weiß, wie es schnell zu uns geliefert werden kann, machen sich keine Gedanken, wie denn das ganze Gas und Öl von Russland zu all den anderen Ländern kommen soll, die ja angeblich westliche Embargos locker ausgleichen könnten.

Und militärisch?

Die NATO ist so populär wie seit 20 Jahren nicht mehr. Donald Trump und Emanuel Macron wollten vor zwei Jahren den ganzen Laden noch auflösen, weil es ja keine Bedrohung mehr gibt und die Europäer sowieso zu wenig zahlen. Jetzt werden Finnland und Schweden mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Bündnis beitreten, Georgien will auch und die Ukraine sowieso. Man wird sehen, wie es weitergeht dort nach dem Krieg.

Die USA, die in Europa ihre Truppen auf rund 30.000 Soldaten heruntergefahren hatten, sind inzwischen wieder mit mehr als 100.000 GIs hier. Gerade haben die Amis angekündigt, dass sie dauerhaft „Battle Groups“ in vier osteuropäischen Staaten stationiert lassen werden. Polen hat die USA darum gebeten, dass sie einen eigenen Militärstützpunkt im Land einrichten auf Dauer. Mit Soldaten, Raketenabwehrsystemen, Panzern und Kampfflugzeugen. Niemand, der halbwegs bei Verstand ist, wird es wagen, jetzt einen NATO-Staat anzugreifen.

Aber da sind wir auch beim Problem: Ist Putin noch bei Verstand? Oder ist er in einer Lage, aus der er nicht mehr „gesichtswahrend“ herauskommen kann?

Russlands Zukunft

Russland hat aktuell seine Auslandsschulden erstmals nur in Rubel statt in US-Dollar beglichen. Insgesamt geht es um Zahlungen für Eurobonds über 649,2 Millionen Dollar (595,3 Mio Euro).

Den in Dollar zu begleichenden Betrag überwies das russische Finanzministerium jetzt in Rubel. Hintergrund sind die harten Sanktionen des Westens.

Dmitri Peskow, Sprecher des Kreml, wies heute jede Spekulation über einen drohenden Staatsbankrott zurück. Er sagte: «Russland verfügt über alle nötigen Ressourcen, um seine Auslandsschulden zu bezahlen.» Um gleich darauf einzuräumen, dass der Westen «erhebliche Summen unserer Reserven» eingefroren hat. Was nützt viel Geld, wenn man nicht mehr rankommt?

Russland kann nun seine Devisenreserven aufbrauchen in wenigen Monaten und dann ganz auf Rubelzahlungen umstellen, die aber eigentlich niemand haben will.

An den internationalen Finanzmärkten wird in diesen Tagen angesichts der zahlreichen globalen Verpflechtungen offen über gewaltige Zahlungsausfälle Russlands geredet. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds IWF, Kristalina Georgieva, bezeichnete das Engagement internationaler Banken in Russland als «definitiv nicht systemrelevant».

So bezifferte die Deutschen Bundesbank erst im November 2021 die Forderungen deutscher Banken gegenüber Russland auf rund sechs Milliarden Euro. Einschließlich der Forderungen ihrer Auslandsfilialen und -töchter waren es etwa 7,5 Milliarden Euro. Das sind laut Bundesbank nur knapp 0,4 Prozent der gesamten Auslandsforderungen deutscher Institute. Die Wertpapiere von öffentlichen Haushalten in Russland, zu denen auch Staatsanleihen zählen, bei deutschen Banken beliefen sich auf 119 Millionen Euro. Also nichts, wo man weinen müsste. Da ist eine Flüchtlingswelle aus Syrien schwerer zu stemmen, und auch das hat Deutschland locker bewältigt.

Aber Russland? Klar, wenn es keine Nutella in den Laden in Russland mehr gibt, und keinen Big Mac bei MacDonalds, das werden die überleben. Wenn Autos und Flugzeuge keine Ersatzteile mehr bekommen, ist es schon schwieriger. Wer Geld hat wie die westlichen Staaten, der kann sich alles kaufen, auch wenn es organisatorischen Aufwand gibt – Stichwort Flüssiggas.

Aber was macht ein Staat, dem seine wichtigsten Einnahmequellen nicht mehr abgekauft werden? Wann begreift man in der Führungsriege in Moskau, dass sich dieses große und stolze Land auf einer rasenden Talfahrt befindet? Und wer wagt sich in den Führerbunker, um dem KGB-Mann auf dem Polstersessel am langen Tisch zu sagen, dass es da draußen gar nicht gut läuft?

Ist das alles zu reparieren? Vielleicht in Jahrzehnten. Ist das, was man der Ukraine angetan hat, zu vergeben? Nicht in Jahrhunderten! Und da schließe ich das Versagen der EU und Merkel-Deutschlands ganz ausdrücklich mit ein.

Und niemand in der demokratischen Welt wird noch Geschäfte mit Russland machen, oder Vereinbarungen abschließen, denen man sowieso nicht trauen kann, bevor Wladimir Putin nicht aus dem Kreml entfernt wurde und ein Pragmatiker all die Scherben zusammenfegt, die der  Mann aus St. Petersburg zerschlagen hat, der immer stolz darauf war, in seiner Jugend mal als Straßenschläger begonnen zu haben.

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Dieser Artikel wurde 47 mal kommentiert

  1. S v B Antworten

    …wobei nicht auszuschließen ist, dass Herr Kelle wie Millionen andere sowohl vom „Nach-Kriegs-Russland“ ebenso wie von dem oder den Nachfolger(n) Putins dereinst einmal aufs bitterste enttäuscht sein könnten…

  2. Xtoff Antworten

    „Da ist eine Flüchtlingswelle aus Syrien schwerer zu stemmen, und auch das hat Deutschland locker bewältigt.“

    Haben wir das? Finanziell? Vor allem: Gesellschaftlich ?
    Das sehe ich aber ganz anders.

    • GJ Antworten

      Locker bewältigt? Und „nur“ Syrien? Ich kotz gleich! Das läuft doch alles „locker“ weiter in Dimensionen, die totgeschwiegen werden. Ukraine kommt obendrauf, nur daß diesmal der Bund gleich alle Verantwortung auf die Kommunen kippt, mit einem kurzen Umweg über die Länder. 2015 war ich überlastet und sauer. 2022 bin ich nur noch verzweifelt.

      • S v B Antworten

        Vielen Dank, liebe GJ. Immer wieder ist es enorm aufschlussreich, wenn Lage-Einschätzungen zu dieser Thematik von Kommentatoren präsentiert werden, denen man entsprechende fachliche Kompetenz und Erfahrung zubilligen kann. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn Sie der Leserschaft öfter Ihre Sicht der Dinge – aus erster Hand eben – darlegen oder, anders formuliert, reinen Wein einschenken könnten. Als „Laie“ kann man sich wohl kaum eine Vorstellung von der eigentlichen Brisanz der Lage machen. Übrigens eine Tatsache, die inzwischen auch auf manch anderen Aspekt der deutschen (und EU-) Politik zutreffen dürfte.

  3. gerd Antworten

    „Aber was macht ein Staat, dem seine wichtigsten Einnahmequellen nicht mehr abgekauft werden?“

    Was machen die Bundesbürger hierzulande, wenn es nix mehr einzukaufen gibt, weil der Staat und die Notenbanken wertloses Papier unter die Leute verteilt? Ich fuhr für ein Kleinbussunternehmen. Einmal volltanken 140 Euro. Das Unternehmen hat 13 Kleinbusse die im Durchschnitt drei mal im Monat tanken müssen. Das ergibt in einem Jahr 65 000 Euro nur für Sprit. Diese Summe reichte bei unserem Hausbau vor 10 Jahren für den Rohbau.

  4. Angelika Antworten

    Meine Einschätzung:
    1.) Verschiedene „Sanktionen“ (aber eigentlich sind es Vertragsbrüche) wie SWIFT-Abschaltung, das Enteignen (denn genau das ist es: unrechtmäßiges Enteignen fremden Eigentums) von russischem Eigentum, … wird dazu führen, dass sich alle Staaten außerhalb des Westens ihre Schritte für die Zukunft genau überlegen. Zum einen ein anderes SWIFT-System, das international (und nicht westlich) ist. Zum anderen: Ihr Eigentum nicht mehr im Westen lagern. …
    Solche „Sanktionen“ kann man einmal machen. Ein zweites Mal nicht mehr.
    2.) Das einzige Land des Westens, das eine Rolle spielt, sind die USA. Der Rest sind nur Handlanger und Mitläufer. D.h. nur die Entwicklung der USA sind von Interesse. Die typischen europäischen „Opfer“ haben sowieso keine Wahl. Und ich denke, diese Hinwendung der USA Richtung Asien wird weiter gehen, weil sich auch die Wirtschaft in Asien besser entwickeln wird als in Europa.
    3.) Russland hat unter dem demokratischen Jelzin schon schlimme Jahre erlebt. Und es wird vermutlich wieder schlimme Jahre erleben. Es wird sich irgendwann auch wieder aufraffen. Und das wird ganz sicher nicht im „Zeichen der westlichen Demokratie“ geschehen.
    4.) Europa wird der Trottel- und Ankündigungs- und Haltungskontinent bleiben. Was anders können sie nicht.
    5.) Was ich interessant finde: Bei den „Sanktionen“ machen nur die westlichen Staaten mit. Also entweder haben die USA keinen Druck auf andere Staaten ausgeübt, bei den Sanktionen mitzumachen. Das würde bedeuten, die Sanktionen sind ihnen im Grunde egal. Oder die USA schaffen es nicht mehr, genügend Druck auf andere Staaten aufzubauen. Was eine Schwäche der USA aufzeigen würde.
    Allgemein glaube ich: Natürlich wird das zum Abstieg Russlands führen. Genauso aber auch zum Abstieg Europas. Auf die USA und den Rest der Welt wird sich das Ganze weniger auswirken.

  5. Martin Ludwig Antworten

    Russlands Militär ist absolut nicht überschätzt, im Gegenteil! Putin greift die Ukrainie gerade mit der 3. Mannschaft und altem Gerät an. Die Gründe hierfür können vielseitig sein, der Verdacht drängt sich aber auf, dass er doch eine Gewisse unsicherheit hatte bzw. hat, ob die NATO sich aus diesem Krieg heraushalten wird. Fakt ist: Die MIG der 5. Genaration ist bereits allen anderen Kampfflugzeugen haushoch überlegen und anders als die F22 Raptor fliegt sie günstig und zuverlässig. Die MIG-41 der 6. Generation steht bereits in den Startlöchern. Sollte sie bis 2025 fliegen, wären die Russen die erste Nation der Welt, die einene Kampfjet haben, der im Weltall operieren und gezielt Sateliten vernichten können wird. (Von der hieraus resultierenden Möglichkeit jedes Ziel der Erde in kürzester Zeit zu erreichen ganz abgesehen)

    Was Kampfpanzer angeht hat Russland mit dem T-14 (eigentlich T-99) ein dem Leopard 2 mindestens ebenbürdigen Gegner. Der M1 Abrahams der USA braucht in diesem Zusammenhang nichtmal erwähnt werden, weil er hoffnunglos unterlegen und veraltet ist. (Die Basis dieses Panzers stammt aus 1980)
    Auch im Bereich der Hyperschall-Raketen sind die Russen derzeit weltweit führend und all diese Waffen hat Putin in der Ukraine noch nicht zum Einsatz gebracht. Die Joker sind alle noch im Spiel und können jederzeit verwendet werden. Ich warne deswegen davor die Russischen Streitkräfte zu unterschätzen und auf die Idee zu kommen einen 3. Weltkrieg zu provozieren.

    Was die beschriebenen Sanktionen angeht musste ich lächeln. Es sind aktuell 37 von 195 Länder, die Russland sanktionieren. Den größten finanziellen Schaden durch Sanktionen erleidet im Moment die EU, insbesondere Deutschland. Die USA lacht sich kaputt, ob der Dummheit der Deutschen zur völligen Selbstaufgabe zugunsten eines „höheren Ziels“.
    Den beschriebenen Zusammenhalt des „Westens“ gibt es nicht. Die USA verfolgen eigene Ziele und profitieren von der aktuellen Situation wie kein anderes Land der Welt. Ich wäre in diesem Zusammenhang sehr vorsichtig, mit wem ich mich ins Bett lege. Staaten haben keine Freunde, nur Interessen. – Charles de Gaulle

    • Tom Antworten

      Lieber Herr Ludwig

      Hören Sie sich doch mal die Videos von Perun aus Australien an:
      Zuerst eine Analyse der Vorgeschichte, der Investitionen von Ende Februar:
      https://www.youtube.com/watch?v=KJkmcNjh_bg
      Da sehen die von Ihnen genannten „Wunderwaffen“ nicht sonderlich hilfreich aus.

      Einige weiterführende Gedanken:
      Wieviele Stück des T14 gibt es denn? Wurde der nicht bereits MEHRFACH ausgerollt. Man munkelt von horrenden Kosten und Produktionsschwierigkeiten, ein bekanntes Problem bei militärischen Projekten…

      Der Leopard 2 wird laut Wikipedia seit 1978 in Serie produziert, das Konzept muss also älter sein…

      Von der SU57 vermutet man 4 ausgelieferte Serienflugzeuge (Stand 2022) und bis die Mig41 in Serie geht, dauert es noch etwas…

      Aber selbst die modernste Waffen helfen nicht wirklich,
      – wenn die Soldaten damit nich ausreichend vertraut sind. US Piloten kommen, nach dem was ich las, auf weit über 200, russische auf etwas über 100 Flugstunden im Jahr. Da kann man nicht alle Funktionen (zB SEAD) trainieren. Diese extra Flugstunden sind sauteuer (Wartung des Fliegers, Abnützung der Zelle mit einem akkumulierten Belastungslimit, Waffen, Risiko eines Unfalls, …
      – wenn Ersatzteile, Treibstoff und Munition nicht nachgeliefert werden (können)

      Zum Statement „nur mit der 3.-ten Mannschaft“
      https://www.youtube.com/watch?v=Lem3enNkbV0
      Anhand der Bilddokumentation der vernichteten Waffensysteme im Vergleich zur Verteilung in der Russischen Armee zeigt der Autor, dass die modernen Systeme im Vergleich häufiger zerstört wurden als sie in der russischen Armee vorhanden sind.

      Im Kommentarbereich werden noch zusätzliche Einheiten erwähnt, zB die 1st Guards. Die klingen nicht nach Sumpfteuppe.

      Eine aktuelle Analyse vom 8. April
      https://www.youtube.com/watch?v=MH0xWWSJL00

  6. Freichrist343 Antworten

    Weil die Russen sich vor Kiew zurückgezogen haben, wird ein Frieden möglich. Dieser Irrsinn, der die Wirtschaft kaputt macht, muss endlich beendet werden. Bei der Wahl in NRW im Mai werden die Parteien FW und ÖDP viele Stimmen bekommen. Bitte googeln: Manifest Natura Christiana

  7. H.K. Antworten

    Gäbe es nicht viel zu viele unschuldige Tote sowohl bei Zivilisten als auch bei zum großen Teil jungen Soldaten, die nicht einmal wußten, daß sie in den Krieg ziehen, könnte man sagen:

    Wenn dieser Krieg überhaupt etwas „Gutes“ hat, dann, daß der Westen, Europa und vor allem Deutschland endlich aus dem blauäuigigen Gutmenschendämmerschlaf aufgewacht ist.

    Wäre es so weitergegangen, hätte es in 10 Jahren wahrscheinlich gar keine Bundeswehr mehr gegeben – außer beim repräsentativen Wachbataillon mit nicht funktionsfähigen Karabinern.

    Ich habe absolut keine Erklärung, was sich der Herr im Kreml dabei gedacht hat, ein Land zu Schutt und Asche zu machen und sogar Frauen und Kinder gezielt zu ermorden.

    Es ist zum Heulen – vor allem, wenn man vor Jahren mal auf dem Roten Platz gestanden hat, im Kreml war und sich fragte „Hier soll also mal das Böse gewohnt haben ?!“

  8. Alexander Droste Antworten

    Alles billige Westpropaganda. Militärische Aktionen sind verabscheuungswürdig, genauso das Taktieren um eine Nation zu unterwerfen, was im Fall Russland ganz offensichtlich geschieht.

    Was ist der Grund, was das Ziel dieses Streits? Die Vorgeschichte hat bislang 30 Jahre Dauer und mit dem Umsturz vom Maidan seinen bisherigen Höhepunkt gehabt. Die Eskalationsschraube wird immer weiter gedreht und Ich fühle mich davon extrem bedroht. Es wird Russland herausgefordert, was sehr unklug ist. Was ist der Grund, das Ziel? Spielt hier keine Rolle. Hauptsache Putin. Es wird sich gar nichts ändern, wenn Putin durch eine andere Person ersetzt wird, außer wenn das große und stolze Land Russland bzw. seine Schätze unter den westlichen Staaten aufgeteilt wird.

    In der Ukraine wird die Jagd ohne Sühne auf alle Russen fortgesetzt (sic.). Jawohl, diese Jagd wird mit Deutschen Waffen unterstützt. Russen sind seit 2014 in der Ukraine Freiwild geworden. Es findet eine ethnische Säuberung statt. Kriegsverbrechen durch Ukrainische Milizen sind erwünscht im Westen, denn sie werden nicht thematisiert geschweige denn sanktioniert. So sieht die Sicht der anderen Seite aus. Ich bitte alle, die mit Eifer gegen Russland Hetzen sich einfach mal auf die andere Seite zu stellen und zu erleben, was dann passiert. Putin und Oligarchen, Korruption und autoritäre Staatsführung hin oder her: Diese Doppelmoral und Heuchelei ko…t mich zehn mal an, wenn man mit Katar, Saudi-Arabien und China großartige Geschäfte macht. China hält völkerrechtswidrig seit über 60 Jahren Tibet besetzt und Saudi-Arabien begeht Völkermord im Jemen. Alles supi bis dahin, aber Hauptsache Putin …

    Ich bin nicht für eine Unterstützung der Ukraine außer der humanitären Hilfe für die Zivilisten und ich bin unbedingt für eine ausgewogene Einigung zwischen Russland, der Ukraine und der Nato.

    • H.K. Antworten

      Falsch plaziert.

      Sorry.

      Gehört HIER hin.
      ——————————————————————

      „ … und ich bin unbedingt für eine ausgewogene Einigung zwischen Russland, der Ukraine und der Nato.“

      Schließen Sie privat auch Verträge ( bzw. Einigungen/ Abkommen ) mit Leuten, von denen Sie lernen mußten, daß sie Sie belügen und an nichts halten ?

      Halten Sie tatsächlich vergewaltigte Frauen und Kinder, mit auf dem Rücken zusammengebundenen Händen ermordete Zivilisten und komplett zerstörte Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten für „westliche Propaganda“ ?

      • Alexander Droste Antworten

        Ach was, das machen wir als Deutsche doch schon seit 1914. Erster Absatz: Hier lügt und betrügt jeder. Also ausgewogene Verträge werden grundsätzlich auch vom Westen gebrochen. Zweiter Absatz: Im Krieg gehört das wohl offensichtlich zur „Normalität“ und die Abgründe tun sich auf beiden Seiten auf. Und das mit den Krankenhäusern … das lasse ich jetzt mal, denn das läuft auf nichts hinaus. Was die Einen tun, lassen die Anderen nicht.

        Frau Wagenknecht erklärt es noch mal ganz ausführlich. Man gehe über Grün.

        • H.K. Antworten

          Also, wenn ich bis jetzt – seit dem 24.02.2022 – alles halbwegs richtig verstanden habe, sind russische Soldaten in der Ukraine und nicht ukrainische in Rußland.

          Und Krieg herrscht in vielen Städten der Ukraine, nicht in russischen.

          Sollte ich da etwas falsch verstanden haben ?

          ( Daß in einem Krieg, egal wo, nicht auf der einen Seite nur „Engel“ herumlaufen und auf der anderen nur „Teufel“, habe ich auch schon mal gehört. Und daß das Erschießen von verletzten russischen Soldaten ein Kriegsverbrechen ist, muß ich nicht diskutieren. Nur zur Klarstellung. )

          • Alexander Droste

            Abgesehen, davon, dass Russland ja nicht einfach so zum Spaß rumbombt – man mag ja von Putinland halten, was man will. Aber jetzt mal einfach so: Was passiert, wenn man jemanden, der über die gefährlichsten Waffen verfügt, immer weiter in die Enge treibt? Wir stehen ihm direkt gegenüber. Und wir treiben mit.

            Ich frag nur für ’nen Freund.

            Es ist mir inzwischen hundswurschtegal, wer angefangen hat. Es MUSS sofort aufhören. Hört auf zu hetzen! Denn das tut den Ukrainern nicht gut und uns auch nicht.

          • Klaus Kelle

            Was hältst Du davon, wenn Du mal eine Mail an die Russische Botschaft in Berlin schickst und vorschlägst, dass ihre Mitarbeiter in der Ukraine aufhören zu morden und zu vergewaltigen?

            KK

          • H.K.

            1. „Es MUSS sofort aufhören.“

            150% d‘accord. Besser gestern als heute.

            2. „Hört auf zu hetzen!“

            Wer ? Bitte Roß und Reiter !

          • Alexander Droste

            „2. „Hört auf zu hetzen!“

            Wer ? Bitte Roß und Reiter !“

            Alle!

            Der Zug ist in voller Fahrt, ihn zu stoppen wird schwierig.
            Wir könnten ja schon mal mit bremsen ANFANGEN! anstatt anzuheizen.

          • Tom

            Lieber Herr Droste

            mit dem in die Enge treiben haben Sie einerseits recht, aber andererseits ist dieses Argument der Joker, der alles stichtig, alles ermöglicht… (und erlaubt?)

            Ich teile Ihren Wunsch, dass das alles aufhören möge, aber niemand fragt uns hier… und welche Konsequenzen unsere Wünsche haben, das sehen Sie wie mir scheint sehr eindimensional.

            und dass es Schweden und Finnland nach dieser Entwicklung in die NATO zieht, kann ich auch sehr gut verstehen.

            Ich möchte sie einladen, über den Letzten von mir oben verlinkten Beitrag mal nachzudenken.

    • Friedrich Albrecht Antworten

      Ach lassen Sie doch bitte einfach diese Troll-Propaganda! Oder leben Sie in einer anderen Welt, die mit der Realität nichts mehr zu tun hat?

  9. H.K. Antworten

    „ … und ich bin unbedingt für eine ausgewogene Einigung zwischen Russland, der Ukraine und der Nato.“

    Schließen Sie privat auch Verträge ( bzw. Einigungen/ Abkommen ) mit Leuten, von denen Sie lernen mußten, daß sie Sie belügen und an nichts halten ?

    Halten Sie tatsächlich vergewaltigte Frauen und Kinder, mit auf dem Rücken zusammengebundenen Händen ermordete Zivilisten und komplett zerstörte Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten für „westliche Propaganda“ ?

  10. B. Minzenmay Antworten

    Lieber Klaus Kelle,
    ich kann nur darüber staunen, dass Sie Ihren Blog für so einen unqualifizierten Putlerversteher-Dünnschiss hergeben.

    • S v B Antworten

      Was Sie in Ihrem knappen Kommentar monieren, aber mehr noch die Art, wie dies geschieht, enttäuscht mich sehr, werter Herr Minzenmay. Vielleicht hat Herr Kelle als einer der wenigen Journalisten hierzulande ja auch die dringende Notwendigkeit erkannt, der hierzulande schon länger kränkelnden, jüngst jedoch ins Moribunde abgleitende Meinungsvielfalt eine echte Chance einzuräumen. Selbst wenn Sie – oder wer immer – mit einem oder mehreren Kommentaren absolut nicht einverstanden sein sollten, so stellt dies in der Medienlandschaft einer Demokratie keinen Grund dar, den, bzw. die Kommentatoren derart zu brüskieren. Wenn Sie hingegen beabsichtigen, einen Kommentar vom Inhalt her zu beanstanden, wäre es nur fair und angemessen, dass Sie besagtem Kommentar Ihre eigene Sichtweise der Dinge entgegenstellten. Die Meinungen anderer Kommentatoren pauschal und wenige nett als „unqualifizierten Dünnschiss“ zu verunglimpfen, gehört sich einfach nicht. Wenn ich die heutige Stellungnahme mit Ihren stets gehaltvollen und qualifizierten früheren Auslassungen vergleiche, verstört mich der ungewohnte Tonfall umso mehr. Mir ist völlig unverständlich, dass ausgerechnet Sie sich auf diese Art und Weise artikulieren. How come? – Dennoch – meine besten Wünsche und Grüße zum Wochenende nach Bella Italia!

      • B. Minzenmay Antworten

        Liebe SvB,
        meine durchaus angemessen knappe Anmerkung richtet sich keineswegs gegen Klaus Kelle und Meinungsvielfalt, sondern gegen völlig unangemessene Kritik und Relativierungsversuche eines der Kommentatoren, der offensichtlich, wenn ich ihn nicht völlig falsch verstanden haben sollte, grosszügig die Sicht Putins – wenn nicht teilt, so jedenfalls „versteht“. Ich hab`s an anderer Stelle dieses Blogs schon einmal versucht deutlich zu machen: Von solchen Leuten wird nicht nur die besondere geschichtsbedingte Sichtweise und begründete Angst der Ukrainer übersehen, denen noch sehr genau der Holodomor Moskaus zu Beginn der 30er Jahren in Erinnerung geblieben ist: Ziel Lenins und Stalins war, die Ukraine zu russifizieren und ihre Kultur auszulöschen; 10-tausende Ukrainer, darunter die gesamte Intelligenzia und der Klerus wurden ermordet, noch mehr wurden verschleppt und kamen nie mehr zurück. Gleichzeitig wurden die Getreidevorräte der Ukraine konfisziert und auf dem Weltmarkt gegen Devisen verkauft. 7.000.000 (7 Millionen !!) Ukrainer sind elendlich verhungert!
        Und vor allem, liebe SvB, machen wir uns doch nichts vor: die nächsten „Manöver“ pp. mit 150.000 Soldaten werden, wenn Putin jetzt Erfolg haben sollte, in Karelien vor der finnischen Grenze stattfinden. Putler sucht derzeit bereits Vorwände und hat schon damit gedroht, dass er zuschlagen wird, falls Finnland (und Schweden) z.B. in die Nato wollten. Und wenn er dann mit der gleichen Methode nach der Ukraine auch Finnland kassiert haben sollte und ihm / Russland immer noch nichts passiert ist, dann gibt es auch noch die baltischen Staaten, Polen usw., „Grossrussland“ in den Grenzen von 1914.
        Und die öffentliche russische Propagandapresse spricht schon nicht mehr nur von einer „Russifizierung“, sondern bereits von einer „Entukrainisierung“ der Ukraine!
        Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Aber sie hat auch Grenzen. Die „rote Linie“ ist da, wo epochale Verbrechen geleugnet oder auch nur – wie hier gerade im Blog geschehen und von mir kritisiert – in Verkennung des unprovozierten grundlosen russischen und nicht etwa ukrainischen Angriffskrieges – und der dahinter stehenden weiteren offensichtlichen Absichten relativiert werden sollen.
        Das zum Inhalt meiner Kritik. Und was die Form anbetrifft: Jaques Delors hat einmal gesagt, es gäbe nichts, was man nicht auch in drei Worten sagen kann. Ein solches Konzentrat ist dann eben auch mal heftig.

        • B. Minzenmay Antworten

          Technik !!
          heute (09.04.22) in der NZZ:
          Was sich seit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine jeder fragt, beschäftigt den ehemaligen Erdölmagnat Michail Chodorkowski seit zwanzig Jahren: Wie weit wird Putin gehen? «Wenn wir Putin erlauben, in der Ukraine zu gewinnen, wird sich der Krieg auf Nato-Territorium fortsetzen, denn er kämpft heute schon gegen die Nato. Aus irgendeinem Grund denkt die Nato, dass es da eine Barriere in Putins Kopf gibt, aber eine solche Grenze gibt es für ihn nicht.

          • S v B

            Ehrlich, ich zumindest würde niemals behaupten, zu wissen, was im Gehirn eines anderen vor sich geht. Die moderne Wissenschaft müht sich ja bekanntlich sehr ab, endlich, endlich in der Lage zu sein, die Gedankenwelt menschlicher Individuen zu betreten. Allerdings sind diesbezügliche Erfolge bisher eher kläglich zu nennen. Ich hoffe, ja bete inständig, dass dies auch für alle Zeiten so bleiben wird. Selbst wenn es bedeuten würde, dass auch die Gedanken von Putin und Nachf. letztlich niemals zu ergründen sein werden. Glauben Sie mir, die Menschheit würde mit bahnbrechenden Errungenschaften besagter Art kein Mehr an Frieden gewinnen. Und glücklicher würde sie dadurch auch nicht. Wir könnten ja mal drauf wetten, lieber Herr Minzenmay.

          • B. Minzenmay

            Ach liebe SvB, Sie kennen ja Putin auch nicht. Chodorkowski schon!

          • S v B

            Ach, lieber Herr Minzenmay, schließlich soll es selbst zwischen jahrzehntelang miteinander(!) verheirateten Paaren schon zu manch böser Überraschung gekommen sein. Würde man in diesen Fällen nicht auch mit Fug behaupten können, dass man einander gekannt, ja sogar bestens gekannt habe?

    • Klaus Kelle Antworten

      Lieber Herr Minzenmay, Abenteuer Meinungsfreiheit. Ich bin selbst erstaunt, wie Menschen, die einen feinen Sensor für die Einschränkung unserer Freiheitsrechte immer wieder beweisen, völlig kritiklos dem Morden und Vergewaltigen und Zerstören von Putins Soldateska in der Ukraine sekundieren. Aber diese Menschen und ihre kruden Gedanken zu diesem Thema sind ja nicht weg, wenn sie nicht mehr hier diskutieren. Viele nutzen das zur Sekbstvergewisserung, dass wir dieses Mal zu 100% auf der richtigen Seite stehen.

      Klaus Kelle

      • S v B Antworten

        Lieber Herr Kelle, dass es in diesem, Ihrem Blog – wie Sie schreiben – Menschen, also Kommentatoren, gibt, die „völlig kritiklos dem Morden und Vergewaltigen und Zerstören von Putins Soldateska in der Ukraine sekundieren“ muss meiner Aufmerksamkeit irgendwie entgangen sein. Ein Verweis auf das eine oder andere Beispiel wäre für das Verständnis ihrer Aussage hilfreich. Andernfalls müsste man sämtliche, die Thematik betreffenden Kommentare der vergangenen Wochen nochmals Wort für Wort durchlesen, um sich im Anschluss daran Ihrem Urteil vielleicht doch noch anzuschließen. – Übrigens, ich muss gestehen, dass ich Ihren letzten Satz nicht wirklich verstanden habe…

      • B. Minzenmay Antworten

        absolut d` accord, ieber Klaus Kelle; Sie kennen mich lange genug, um keine Zweifel an meiner freiheitlich-liberalen Einstellung zu haben. Die Putin-Verniedlicher werden wir beide ertragen. Und auch die Blinden, die uns erzählen wollen, dass man ja eigentlich gar nichts weiss. – Nur, zum ersten Male in meinem Leben, ist mir so richtig mulmig, wenn ich soeben lese, dass das russische Außenministerium gerade mit genau derselben Nazi-Rhetorik wie vor der Ukraine-Invasion angefangen hat, jetzt auch gegen die Regierung des Nato-Staats Lettland zu hetzen und erklärt hat, sich grosse Sorgen um das Wohlergehen der dortigen russisch-sprachigen Minderheit (das sind 30 Prozent !) zu machen, und das vor dem Hintergrund, dass Putin bereits im Juni 2015 – ein Jahr nach der Krim-Vereinnahmung- feststellen lies, dass das Baltikum nicht „legal zu unabhängigen Ländern“ geworden war (focus-online 30.06.2015, 18:32). Leider lesen unsere blauäugigen „Brückenbauer“ u. Co. ja keine Zeitung und verstecken sich lieber hinter ihrer Einfalt. Und das, obwohl eigentlich schon jeder kleine Pfadfinder weiss, um was es geht: „be prepared“.
        Trotzdem: schönen Sonntag noch!

      • Konrad Kugler Antworten

        Herr Kelle, wer liefert die Beweise über die ungeheuerlichen Verbrechen, die sie der russischen „Soldateska“ unterstellen.

        • Klaus Kelle Antworten

          Es waren inzwischen zahlreiche Journalisten von Medien aus aller Welt in Butscha und haben dort Interviews mit Überlebenden geführt, die dabei waren, als ihre Frauen von russischen Soldaten vergewaltigt und Männer von russischen Soldaten totgeschlagen oder erschossen wurden. Besonders beeindruckt haben mit Augenzeugen, die gegenüber ZDF und SPIEGEL ausgesagt haben. Das Netz ist voll von Augenzeugen und unterschiedlichen Quellen. Es gibt nicht den geringsten Zweifel, wer die Täter sind, und welcher Schreibtischtäter für all das Grauen verantwortlich ist.

  11. H.K. Antworten

    „Ich hasse jedes Wort, das Sie sagen. Aber ich würde mein Leben dafür geben, daß Sie es sagen dürfen“.

    ( Immer wieder – fälschlicherweise – Voltaire zugeschrieben, aber trotzdem richtig.
    Wenn wir zulassen, daß jemand seine Meinung, auch wenn wir sie nicht teilen, nicht mehr ohne Angst vor Sanktionen jeglicher Art sagen kann, dann läuft etwas schief.

    Wenn wir – insbesondere in der Mehrheit – anderer Ansicht sind, ist es doch eher sinnvoll, die andere – vermeintlich „falsche“ – Meinung mit Argumenten und Beweisen in die Schranken zu weisen.

    Leider erleben wir aber selbst in unserem „Hohen Haus“, dem Bundestag, daß andere Meinungen von der – vermeintlich „richtigen“ und „demokratischen“ – Mehrheit eher entweder niedergebrüllt, verächtlich gemacht oder totgeschwiegen werden.

    Ich persönlich halte das nicht nur für keinen guten, parlamentarischen Stil, sondern für höchst bedenklich.
    Ich halte das für die Vorstufe zur „Gleichschaltung“.

    Und, ganz ehrlich: Ich würde es absolut langweili finden, wenn wir hier alle ein und derselben Meinung wären.

    Wo bliebe da der politische und auch gesellschaftliche Diskurs ?

    • Angelika Antworten

      „Ich hasse jedes Wort, das Sie sagen. Aber ich würde mein Leben dafür geben, daß Sie es sagen dürfen“.:
      Gibt es einen einzigen Menschen, der das real machen würde? Ich glaube nicht. Und wenn, müsste er ein Verrückter sein.

      • S v B Antworten

        Zumindest handelt es sich um ein unfassbar großzügiges Angebot, werte Angelika. Ein Angebot, dass in einer zumindest für den Offerierenden mutmaßlich gefahrlosen Situation gemacht wurde. Wie Sie sehr richtig bemerken, würde sich sonst wohl niemand mit einer so vollmundigen Ansage aus dem Fenster lehnen. Viele, viel zu viele, haben bereits ihr Leben eingebüßt, weil sie entschlossen und mutig genug waren, für ihre freie Rede einzustehen. Tragisch genug, ja so tragisch, dass es einer Zusicherung wie der (angeblich) Voltaire’schen nicht auch noch bedurft hätte. Dennoch erinnern uns die Worte des Verfassers auf sehr eindrückliche Weise daran, dass man Wichtigkeit und Wert der Freien Rede nicht hoch genug schätzen – und halten! kann.

    • S v B Antworten

      Siecht die Meinungsfreiheit dahin, wird ihr Begräbnis nicht lange auf sich warten lassen. Die Erfahrung lehrt’s.

      Was das Wort „verstehen“ angeht, erschließt sich mir nicht, wie unvorstellbar negativ der Begriff dieser Tage aufgeladen ist. Gerade im Zusammenhang mit Wladimir Putin und dem schrecklichen Kriegsgeschehen in der Ukraine. Dazu hat sich Roger Köppel, der von mir sehr geschätzte Herausgeber und Chef-Redaktor (sic) der schweizer Weltwoche, recht interessant und in geradezu philosophischer Denkweise ausgelassen. Wer immer insistieren sollte, dass ein so genannter Putin-Versteher mit seinem Verstehen zwangsläufig eine Rechtfertigung Putins betreibe, ja am Ende gar gutheiße, was dieser Tage und Wochen an Schrecklichem in der Ukraine geschieht, hat den wahren Sinn, die eigentliche Bedeutung des Wortes „verstehen“ nicht wirklich verinnerlicht. Es böte sich vielleicht an, bei Gelegenheit auch hierüber einmal etwas gründlicher nachzudenken.

      • H.K. Antworten

        „Versteher“ wird offenbar von Vielen mit „Supporter“ oder neudeutsch „Unterstützer“ gleichgesetzt.

        Ich würde es eher mit der Fähigkeit, sich einfach mal auf die andere Seite des Tisches zu setzen vergleichen.

  12. H.K. Antworten

    Ich war noch nicht in der Ukraine.

    Ich war vor einigen Jahren für ein paar Tage in Moskau.

    Also KENNE ich beide Länder nicht.

    Ich weiß nicht, womit oder wodurch der Kreml sich durch die Ukraine provoziert sieht.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, daß sich Herr Putin durch die NATO-Osterweiterung fühlt, als würde ihm der Westen „auf die Pelle rücken“.

    Die Amerikaner umgekehrt würden sich höchstwahrscheinlich genauso bedrängt fühlen.

    Was ich mir jedoch NICHT vorstellen kann, ist, daß jemand damit einen Grund sieht, einen derart brutalen kriegerischen Überfall zu begehen und alles, was ihm in die Quere kommt, zusammenschießt und in Schutt und Asche legt.

    Wenn ich die Bilder der zerstörten Häuser, Schulen, Krankenhäuser etc etc sehe, fehlen mir die Worte.

    Wenn ich die Menschen sehe, Frauen, Kinder, die fliehen, Alte, die nicht einmal mehr weglaufen können, eine alte Frau, die mit tränenerstickter Stimme erzählt, wie ihr Haus bombardiert wurde und ihr Mann dabei verbrannte, bei lebendigem Leib, und wie sie selbst, eine alte Frau, über den Boden gekrochen ist und aus dem brennenden Haus entkommen konnte, dann kommen mir trotz 1,93 die Tränen.

    Und mir fehlen die Worte, wenn ich von russischen Jubelkorsos in Berlin und heute in Stuttgart höre. Und von Menschen, die den Krieg wie auch immer rechtfertigen oder auch nur entschuldigen.

    Bei all dem hoffe ich inständig, daß dieser Wahnsinn besser gestern als heute aufhört und um Gottes Willen nicht eskaliert.

    Wenn ich dann hier lese, daß „alle“ hetzen, weiß ich auch nicht weiter.

  13. Konrad Kugler Antworten

    Herr Kelle, ich bin vor ein paar Tagen vom Glauben an die NATO abgefallen.
    Mit der „Bekehrung“ Rußlands, dem Abfall vom Kommunismus, hatte die NATO ihren eigentlichen Sinn als Verteidigungsgemeinschaft verloren und wurde sofort zur Kriegsunion umfunktioniert. In 23 Jahren wurden 9 Länder überfallen. Aber Rußland zu schwächen war immer das Hauptziel. Diesem Ziel diente die permanente Osterweiterung unter dem Bruch von Versprechungen.
    Die USA stehen seit der Gründung unter dem Einfluß der Freimaurerei und führen seitdem immer Kriege.
    Ich empfehle Ihnen die Lektüre des Vortrags von George Friedman, den er vor dem Chikago-Council-of-global-Affairs in 2015 gehalten hat. Und zum Ausgleich die von Putin vor dem Deutschen Bundestag 2001.
    Halten Sie sich fest: Putin verteidigt sein Land gegen englische und amerikanische Gelüste inklusiv der Dummheit der Deutschen Regierungen.

    • Klaus Kelle Antworten

      Lieber Herr Kugler,

      es gibt keine NATO-Osterweiterung. Es gibt osteuropäische Länder, die eine leidvolle gemeinsame Geschichte mit Russland und der Sowjetunion haben. Ich war in den vergangenen Monaten in Polen, Kroatien und jüngst in Ungarn. Dabei habe ich mich mit vielen Leuten unterhalten, kaum Politiker, aber ganz normale Menschen, beim Bier in der Kneipe oder am Strand in der Sonne. Und ich habe immer wieder gefragt: Fühen Sie sich jetzt als Westen? Als Europäer? ist es gut, dass ihr Land in der NATO ist? Und sie haben das unisono mit voller Begeisterung bejaht. Solche Diskussionen wie wir sie hier führen, würden sie gar nicht verstehen. Natürlich sind Frieden und Sicherheit besser als Krieg und Tod. Natürlich sind Rechtssicherheit und Wohlstand besser als Russland. Was hat das Land den Menschen denn zu bieten? Wer von Ihnen/Euch im Forum würde denn freiwillig nach Russland ziehen?

      Wir müssen uns langsam mal wieder darauf besinnen, wer wir sind. Und warum Menschen aus aller Welt, die ein besseres Leben suchen, alle Anstrengungen unternehmen, um nach Europa, nach Deutschkand oder in die USA zu kommen. Oder hat schon mal jemand von Flüchtlingen aus aller Welt gehört, die freiwilig nach Russland wollen?

      • S v B Antworten

        Warten wir ab, wie es mit Europa und der EU auf längere Sicht weitergehen wird. Ihr Bild, bzw. Ihr Eindruck, bezieht sich aufs Ist, Ist, also ausschließlich auf die Gegenwart. Wie denn auch nicht? Ich selbst neige da eher zur Vorsicht und bemühe mich, möglichst vieles Aspekte in eine zeitlich weiter gefasste Perspektive zu fassen. Und da kommen mir, was die Zukunft dieses Kontinents angeht, doch so einige Bedenken. Wahrlich nicht nur, aber ganz sicher auch, was die erwartbar zunehmende und wohl immer schwieriger zu kontrollierende Migration von anderen Kontinenten nach Europa angeht. Schon in wenigen Jahrzehnten könnte gerade in Mitteleuropa alles sehr viel anders aussehen. Der Lauf der Geschichte ist unberechenbar. Die jeweiligen Zeitzeugen müssen sich mit Rückblicken und Momentaufnahmen abfinden. Deshalb kann und wird es immer dabei bleiben, dass man erst im Nachhinein wirklich begreift.

        • Klaus Kelle Antworten

          Liebe S v B,

          Mitteleuropa hat sich entschieden. Für die EU, für die NATO, für den Westen. Klar, es geht auch um Wohlstand, aber der wichtigste Punkt ist, dass die Menschen in den jetzt 14 osteuropäischen NATO-Staaten alle eine gemeinsame Geschichte mit Russland und der Sowjetunion haben. Und niemand, der das erlebt hat, will das nochmal, außer offenbar einem Teil der Ostdeutschen, die unter Stockholm-Syndrom leiden.

          Klaus Kelle

      • H.K. Antworten

        Kann man so sehen.

        Andere Sichtweise:

        Ich fahre mit meinem Auto auf der Autobahn.

        Dabei halte ich ausreichenden Sicherheitsabstand zu meinem Vordermann.

        Nervös werde ich, wenn mir jemand – nach meinem Geschmack – zu dicht auffährt.

        Also achte ich auch darauf.

        Nun plötzlich stelle ich fest, daß der Sicherheitsabstand zu meinem Vordermann deutlich geringer geworden ist.

        Mögliche Ursache 1:
        Ich habe beschleunigt und den Abstand selbst verkleinert.
        Habe ich aber nicht.

        Mögliche Ursache 2:
        Mein Vordermann hat abgebremst, warum auch immer, und dadurch den Abstand verringert.
        Hat er aber nicht.

        Bleibt Möglichkeit 3:

        Sowohl ich selbst als auch mein Vordermann haben weder an der Geschwindigkeit noch am Abstand etwas verändert.

        Was ist passiert ?

        Es hat sich jemand dazwischengequetscht.

        Das Ergebnis:

        Mein ( jetziger ! ) Vordermann sorgt für Unbehagen – vielleicht nicht bei meinem ursprünglichen Vordermann, der argumentiert, ER hätte sich mir NICHT genähert. DAS empfinde ich aber völlig anders und sehe ganz deutlich meine Sicherheit gefährdet.

        Selbstverständlich ist da der Sicherheitsabstand verrngert wirden.
        Selbstverständlich rückt mir da jemand auf die Pelle und ich werde im dümmsten Fall mehr als nur etwas lauter.

        Ergebnis: sehen wir.

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