Im Bundestag wurde heute der Maueröffnung vor 25 Jahren gedacht. Wolf Biermann sang, Vertreter der Parteien redeten. Auch Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen, die eigentlich Bündnis 90/Die Grünen heißen. Emotional schilderte sie eine Begegnung mit einem 16-jährigen politischen Häftling des SED-Regimes, dessen Hände gezittert hätten, und der sagte, dass er doch gar nichts getan habe, lediglich einen Witz gemacht. Über die Mauer. Diese Begegnung, so die grüne Spitzenfrau, habe sie nie wieder losgelassen. Ja, traurig, liebe Frau Göring-Eckardt. Aber wenn Sie doch so bewegt von dieser Erfahrung sind, warum lassen Sie dann zu, dass Ihre Partei in Thüringen die Partei in die Regierung wählen will, die schuldig am Schicksal dieses Jungen gewesen ist? SED hieß die, dann auch mal PDS und heute Linke, aber es ist derselbe Schoß, aus dem die neuen Machthaber in Thüringen stammen. An Feiertagen Krokodilstränen weinen, aber im Alltag die Schuldigen von einst reinwaschen – das ist Heuchelei, Frau Abgeordnete.

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Dieser Artikel wurde 3 mal kommentiert

  1. aenima Antworten

    Wo bitte wird denn hier etwas reingewaschen?! Mal die gemeinsame Erklärung gelesen? Da geht’s um mehr als den Begriff “Unrechtsstaat”. Da wird der Linken ein Prozess der Aufarbeitung aufgedrückt, wie er in der CDU bis heute nicht stattgefunden hat. Diese undifferenziert Polemik hier… lächerlich.

    • Wolfgang Osinski Antworten

      Die Linke ist nicht die Nachfolgepartei der SED, sie IST die SED in neuen Kleidern.

  2. Marco Reese Antworten

    Der Aufarbeitungsprozeß hat aber noch nicht stattgefunden. Außerdem war die Ost-CDU von der SED abhängig, wie die anderen Blockparteien der Nationalen Front auch. Hier den Spieß umzudrehen, ist etwas unangemessen. Es ist hauptsächlich die SED, welche sich ihrer Vergangenheit stellen muß. Und Dieter Nuhr sagte einmal, er nehme der Linkspartei ihre Distanz zur SED ab, wenn sie auf ihr Vermögen verzichte . . .

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