Morgens mit der ersten Maschine nach Berlin zu fliegen, ist kein Vergnügen. Zum einen ist sechs Uhr Boarding eine Zumutung, zum anderen besonders, wenn man am Abend davor noch politischen Aschermittwoch mitgestalten durfte. Kurzum: Ich bin wirklich müde heute Morgen. Und dann kommt man in der deutschen Hauptstadt an, und alles ist schön und bunt. Ein Cappuccino bei Leysiffer und schnell ins Internet schauen, Taxi, gleich geschäftliches Treffen mit Frühstück, Mittagessen mit einem befreundeten Chefredakteur, abends noch Treffen mit möglichen Sponsoren für TheGermanZ beim Nobelitaliener.

Ja, es kann schön sein in Deutschland. Schöner als in den allermeisten Staaten auf diesem Planeten. Aber es gibt auch noch die andere Seite. Heute wird der Armutsbericht der Bundesregierung vorgestellt. Einige Zahlen sind schon vorab bekannt geworden. Pro Jahr werden in Deutschland in deutlich über 300.000 Haushalten die Energieversorgung abgestellt. Kein Strom, kein Wasser. Können Sie sich vorstellen, was das bedeutet? Kein Licht, keine Fernseher, kein warmes Mittagessen für die Kinder, ein Wassereimer neben dem Klo? Hunderttausende erleben das in Deutschland jedes Jahr. 15,7 Prozent der Einwohner in unserem Land sind von Armut bedroht. Mal durchgerechnet: 82 Millionen Menschen leben hier, 15,7% sind 12,8 Millionen Menschen, Von Armut bedroht! In Deutschland! Gut, bedroht bedeutet nicht automatisch, dass jeder dieser Menschen tatsächlich in die Armut abrutscht. Der Staat unternimmt viel, um wenigstens eine Grundsicherung herzustellen. Es gibt die Tafeln, die in nahezu allen Städten Arme versorgen – und das sind keineswegs nur Obdachlose. Die Wohlfahrtsverbände, die Kirchen leisten ihren Beitrag. Und dann sind auch noch Familienangehörige da, Nachbarm, Freunde, die helfen. Irgendwie kommen die Meisten durch.

Aber haben wir nicht alle neulich gelesen, dass wir im Bundeshaushalt aktuell 24 Milliarden Überschuss erwirtschaftet haben? Mit so viel Geld könnte das Armutproblem in Deutschland vermutlich gelöst werden. Wenn es Politiker gäbe, die sich des Themas annehmen und beherzt ein Konzept aufschreiben und umsetzen, wie diese 24.000.000.000 Euro sinnvoll eingesetzt werden könnten, damit es keine Armut in Deutschland mehr geben muss.

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Dieser Artikel wurde 17 mal kommentiert

  1. PeWi Antworten

    Die 24 Milliarden sind doch nicht für uns bestimmt. Die werden für andere ausgegeben, die nichts für dieses Land geleistet haben und leisten werden, aber alles fordern, weil sie so wertvoll wie Gold wären. Diejenigen kosten doch immens viel Geld und sind immerhin Menschen 1. Klasse, um die man sich vorrangig kümmern muss. Wir Autochthonen? Pfh. Wer fragt schon nach uns? Wir sind die Köterrasse, diejenigen, die verschwinden, wie ein türkischer Journalist Yücels jubelt, vor dem wir hier abknien. Keinem interessiert es, wenn Familie Müller ohne Strom dasitzt oder Familie Lehmann ohne Wasser. Sind doch nur doofe Deutsche.

    • Helga Antworten

      PeWi, so ist es!

      Die Köterrasse muss schleunigst vernichtet werden. Wir werden von deutschen Antideutschen, die zum großen Teil aus dem Steuersäckel großzügig alimentiert werden, abgeschafft.

      Ein Kongolese nicht nur mit deutschem Pass , sondern ein echt Assimilierter, liest uns die Leviten:

      https://www.youtube.com/watch?v=F9LInSjwGX8
      Die lachen uns ins Gesicht und denken sich wie doof wir doch alle sind….!! ++ (ca.4 Min)

  2. colorado Antworten

    Und dieses „dumme“ Volk ist nur zum Wählen derer da, die es abschaffen.

  3. Ruth Antworten

    Fragen bleiben offen
    Veröffentliche Zahlen gut und schön – aber gerade bei diesem Thema wüsste ich schon gerne, um wen es sich bei den erfassen Menschen handelt? Wievele leben schon immer hier, wieviele der 15,7 % sind hier her gekommen, weil es hier trotzdem immer noch besser ist als im Heimatland?

    Und weiter gefragt, von denen, die schon immer hier leben, wieviele darunter sind durch plötzliche Krankheit in die Erwerbsminderungsrente gerutscht, mit der man tatsächlich kaum über die Runden kommt? Wieviele haben generell nach dem sie ein Leben lang gearbeitet haben, eine viel zu kleine Rente? Also Menschen, die „unverschuldet“ in die Armut gerutscht sind, Menschen, die auch in den Topf eingezahlt haben und jetzt im Stich gelassen werden?

    Und auch die Menschen in dieser Statistik müssen erwähnt werden, die einfach keinen Bock haben, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen – die den ganzen Tag vor dem Flat-Screen hocken, Flasche Bier und Päckchen Fluppen vor der Nase und das war es dann mit dem Tagesablauf. Auch wenn man es nicht gerne erwähnt, aber auch solche Menschen sind in der Statistik erfasst.

    Ebenso wie junge Familien, wo das Einkommen trotz Arbeit, nicht reicht.

    Eine Statistik alleine langt nicht, man sollte hier differenzieren und dementsprechend Hilfen organisieren.

    Leider hat man bei der aktuellen Rede von Frau Dr. Merkel zwar nur Phrasen gehört: Stoppt Herrn Schulz, Stoppt die AfD, und sogar mit geballter Faust Kein Stopp für weitere Massen-Einwanderung aus allen Armuts- und Krisengebieten der Welt.
    Aber kein Wort zu Stoppt die Armut unter der eigenen Bevölkerung, stoppt den Missbrauch unserer Sozialsysteme, stoppt den Verfall an Schulen, stoppt die Null-Zinspolitik, stoppt die Steuergeldverschwendung, stoppt weitere Zahlungen an Herrn Erdogan, an Griechenland, an Ägypten.

    Schade, ich hatte irgendwo doch noch gehofft, Frau Merkel hätte sich noch auf ihren Amtseid besonnen:
    „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

    – Nun, zum Wohle des Deutschen Volkes agiert sie leider nicht. Was ist dieser Amtseid dann noch wert? Nichts als leere Worte.

  4. Hans Wolfgang Schumacher Antworten

    Völlig richtig, Herr Kelle !
    Es wird höchste Zeit, etwas gegen die Armut in Deutschland zu unternehmen. Geld ist genug vorhanden. ( Eigentlich auch schon vorher.) Allerdings sollten die entsprechenden Maßnahmen vorrangig zu Gunsten deutscher Staatsbürger erfolgen!
    Denn wenn die Begünstigten solcher Maßnahmen zum „Volk“ nach der Merkel – Definition gehören, wäre jeder begünstigt, der in diesem Land lebt. Und dann würde eine zusätzliche Sogwirkung auf „Flüchtlinge“ und „Asyl“ – Migranten ausgeübt.
    Gleichzeitig mit einer intensiven Armutsbekämpfung müsste zudem ein allgemeines Bettelverbot Gesetz werden. Dies würde uns auch von der mit dem Betteln verbundenen organisierten Kriminalität der Bettelbanden aus dem Balkan ( M.E. eine Spezialität von Zigeunersippen ) befreien.

  5. Alexander Droste Antworten

    Da gab es mal ein gut durchdachtes und fundiert erörtertes Konzept von einem Großunternehmer und Volkswirt namens Götz Werner. Er hat es nicht erfunden, aber gut ausgearbeitet. Das würde so einiges billiger machen und Armut mit einem Wisch abschaffen.

    Einzig die Neider sind dagegen, obwohl sie keinerlei Nachteile hätten. Das wäre ein Konzept für Freiheit und Menschenrechte.

    • Walter Lerche Antworten

      Statt dass sich Menschen für ein besseres Leben entscheiden, bevorzugen sie das Gegenteil, wenn es dadurch auch anderen Menschen schlechter geht.

  6. wkrüger Antworten

    Ich möchte eine Sicht auf Armut ergänzen und ich spreche hier ausdrücklich nicht für alle, aber einen deutlichen Teil der Fälle: In unserer Praxis habe ich regelmäßig Kontakt mit Familien, die arm sind. Was finden wir in diesen Familien gehäuft?

    Chronisch depressive Eltern, oft alleinerziehend. Die Eltern selbst sind meist unter schwierigen, auch emotional vernachlässigenden Bedingungen aufgewachsen. Und daher können sie oft ihren Kindern nicht die Fürsorge geben, die diese bräuchten. Sie lieben ihre Kinder, sie wollen das Beste für sie. Aber: was man selbst nicht erlebt hat, kann man oft nur unzureichend weitergeben.

    Die Eltern haben ihre Kinder oft nicht angemessen im Blick, sind entweder überarbeitet (bei geringer Qualifikation mit geringem Einkommen) oder arbeitslos. Hier täten vor allem Patenschaften mit Durchschnittsfamilien gut, aber allein mehr Geld lässt diese Eltern nicht sensibler in der Erziehung werden. Auch Therapien können oft nicht in den Alltag wirken. Eine tatkräftige Unterstützung im Alltag (z B Familienhelferin) ist hier angezeigt; manchmal bleibt aber auch dies ohne Wirkung!

    • labrador12 Antworten

      Danke Liebe(r) wkrüger,

      Ein weiteres „Blitzlicht“, das natürlich auch nicht für Alle gilt: Ich kenne einen Diakon, der auch Schuldnerberatung macht. Ich habe Ihn mal gefragt., wie viel seine „Klienten“ mehr bekommen müssten, damit ihnen geholfen wäre. Seine Antwort: In den allermeisten Fällen nichts, mehr Geld wäre „wie gewonnen, so zerronnen“, es liegt meist am Umgang mit Geld

      Auch manche alte Großmutter könnte etwas besser leben, wenn sie sich nicht jeden Bissen vom Mund absparen würde, um dem Enkerl was zu vererben. Sie würde, wenn sie mehr Geld hätte, mehr aufs Sparbuch legen (zur Freude von Herrn Draghi)

      Ihren Gedenken zur Betreuung von Problemfamilien finde ich richtig, gut aber auch gefährlich, wenn der Staat interveniert und nicht eine Kirche/Partei/Gesinnungsgemeinschaft/Freune …, der sich die betroffene Familie zugehörig fühlt.

      Ich habe heute einer Ordensfrau, die eine von Ihnen oben beschriebene Familie (Alleinerziehende Mutter …) betreut, geholfen, zwei Zimmer einer Wohnung auszumalen. Die nun strahlend weißen Wände haben das Gemüt der Mutter, die ziemlich tief gesunken war, sich nun mit Unterstützung der Schwester wieder der „Oberflüche“ nähert, erhellt. Ich bin mir sicher, die Frau wäre zutiefst verletzt gewesen, wenn eine staatliche Institution ihre Wohnung betreten und das dort herrschende Chaos gesehen hätte. Es war für sie schon schwer genug, meine Anwesenheit auszuhalten, da ich sie nicht kannte.

  7. Heribert Joppich Antworten

    Die Diskussion sollte etwas versachlicht werden. Wenn Bill Gates nach Deutschland ziehen würde, wäre die Armutsgrenze ca. € 500,00 höher. Würde jeder Deutsche € 1000,00 mehr erhalten, würde das an der Armutsgrenze statistisch nichts ändern. Diese von Ihnen zitierte Statistik – und mehr ist es nicht- besagt über die wirkliche Armut in Deutschland nichts aus. Wenn ich Herrn Schneider höre oder über seine Argumente lese, frage ich mich, was treibt ihn. Sind es nicht nur die Wünsche nach weiteren öffentlichen Geldern, von denen er kein geringes Gehalt bezieht. Ohne dieses Geld wäre er nicht in der Position, in der er ist.
    Es gilt, die wirkliche Armut zu ermitteln und nicht irgendwelchen Statistiken, deren Fragestellung bzw. Ermittlung ich nicht kenne, hinter zu laufen. Was haben z, B, Studenten in dieser Statistik zu suchen?

    • labrador12 Antworten

      Lieber Herr Joppich,

      ich teile Ihre generelle Sicht der Dinge, muss Ihnen aber leider bei dem von Ihnen gewählten Beispiel widersprechen. Zur Bestimmung des Durchschnittseinkommens wird der Median (gegen einzelne Ausreißer wie Bill Gates unempfindlich) und nicht nicht das arithmetische Mittel verwendet.

      Das für mich Erschreckende ist, dass völlig unreflektiert ein relativer Armutsbegriff verwendet wird:
      – In vielen Dingen geht es einem heute Armen bei uns besser als früher selbst einem Kaiser. Hätte Karl I (Habsburger) ca. 20 Jahre später gelebt, wäre er 1942 wahrscheinlich nicht mehr an einer Lungenentzündung verstorben.
      – mein Vater ist mit über 80 fitter, als es mein Großvater mit 60 Jahren war, das ist auch den veränderten Lebensumständen geschuldet.
      – um an Extremen die Problematik des relativen Armutsbegriffes zu zeigen: Unter Milliardären gelten Millionäre (selbst wenn sie einige 100 Millionen haben) als ARM!
      – andererseits sind Nordkoreaner nicht arm, weil die paar reichen Parteibonzen durch den Median als Mittelwert „rausfallen“ und alle Anderen ziemlich gleich arm sind.
      – selbst wenn man die Menschenrechte … ausblendet, wäre ich lieber „arm“ in Deutschland, als „reich“ in Nordkorea.

      Aus der Perspektive „absolute(r) Armut/Reichtum“ lautet die Frage also: Sind wir lieber unterschiedlich reich oder Alle annähernd gleich arm.

  8. H. Urbahn Antworten

    Diese Armut ist erst einmal die Frage der Definition. Wenn sie die Definition der Leute übernehmen, die diese Zahlen veröffentlicht haben, dann machen Sie mal folgendes Gedankenexperiment: Über Nacht wären alle um einen Faktor 10 reicher. Hätte sich an der relativen Armut damit etwas geändert? Die Antwort ist nein, da die Einkommensverteilung gleich bleibt.
    Die unsägliche Energiewende, die einem Phantom nachjagt, ist natürlich eine Umverteilung von unten nach oben und macht die Menschen, die wenig verdienen real ärmer. Der zweite Faktor ist der Euro, der uns arm macht. Ohne diese Währung wären die Deutschen um 50 % reicher allein wegen der Aufwertungen der dann noch existierenden DM.

  9. Uwe Monheimius Antworten

    Einer meiner zahlreichen Vorschläge ist:

    Stoppt respektive kappt oder besser „ändert“ das „unsoziale Beamtenrecht und die
    so genannte Altersarmut ist zu Ende. Gut – wäre fast zu Ende.

    Wie? Warum erhalten Rentner, pardon: Pensionäre am Ende der „Laufbahn“
    immer nach 68% der letzten Bezüge (notabene: des letzten Monats!) und
    die anderen Menschen, sprich Rentner nur 48,2% des durchschnittlichen 1/2 Jahres?
    Warum? Hat mir leider noch niemand, auch wissenschaftlich, erklärt.

    Und legt davon nur 10,2% in einen Topf, und die Altersarmut, wäre (fast) vom Tisch.
    Ja, das sollte der „heilige Schulz“ aus Würselen mal nachdenken, aus Brüssel?

    Soziale Gerechtigkeit!

  10. Klaus Hilbert Antworten

    Antwort an Ruth!
    Der Amtseid unserer verehrten Frau Kanzlerin waren keine leeren Worte, sondern schlicht ein Meineid!

  11. Walter Lerche Antworten

    Wenn meine Lebensleistung keinen Einfluss mehr auf die Lebensqualität heute und im Alter haben sollte, warum sollte ich mir dann immer noch den Hintern aufreißen?
    Wenn ich meinen Beruf und meine Arbeit wie Hobby betrachte, dann freue ich mich auf Montag und schaue Freitags nicht auf die Uhr. Aber wie vielen Menschen ergeht das so?
    Wenn alle Menschen gleich gemacht würden, wäre das gerecht?
    Bedeutet Gleichmacherei Gerechtigkeit?

    Es gibt Leute mittleren und sogar höheren Einkommens, die können nicht mit Geld umgehen und sind hoch verschuldet.
    Ebenso gibt es unvernünftige Hartz4-Empfänger, die mit ihrer Situation nicht umgehen können und nicht wollen.
    Und es gibt überall vernünftige, besonnene Leute, die das Beste aus ihrer Situation machen und die ihr Leben wert und reich erleben.

  12. Ludwig Fent Antworten

    Ich schließe mich den Ausführungen von „labrador“ gerne an und stelle die Armutsstatistik auch generell nicht in Frage. Was ist arm, was ist reich? Man muss nicht hinter jedes „Einzelschicksal“ blicken. Es gibt diese und sie sind, angesichts der Milliarden, welche der Bund verschleudert, zum ein Skandal, dass es sie in diesem Land überhaupt geben darf. Aber es wurde hier in sehr anschaulichen Beispielen dargestellt, was hinter jedem Schicksal steckt. Die Ursachenbekämpfung wäre ein erster Ansatz. Aber man muss nur durch die Straßen gehen und sich, gerade in den ärmeren Gegenden, die „Familien“ auf den Straßen und den Einkaufszentren ansehen. Es ist ein Generationen-Problem.
    Was die Eltern nicht vorleben, (können) werden die Kinder auch nicht lernen. Und so dreht sich die Spirale immer weiter. (Nach unten) In der Verarmung, der Verrohung, dem Essverhalten, usw. usw. Die Statistik verschleiert den Wahrheitsgehalt. Was sind schon Zahlen, wenn man nicht, wie hier im Blog teilweise sehr schön beschrieben, dahinter blickt.

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